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Funktionieren wie ein Zahnrad - Harnisch

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IM FOKUS | Lagersysteme & Logistiklösungen
Logistiktuning
Funktionieren wie ein Zahnrad
Effiziente Synchronisation der Logistiksysteme. In der Logistik moderner Getränkefachgroßhändler findet eine starke Verzahnung der internen Logistikprozesse und -systeme statt. Fokus
ist die Hervorhebung der eigenen Leistungsfähigkeit gegenüber dem Wettbewerb zum Aufbau
einer dauerhaften Partnerschaft mit dem Kunden. Erreicht wird dies durch eine in den letzten
Jahren immens gestiegene Informationsdichte aus allen Teilbereichen der Logistik: Distributionstransparenz durch Bordcomputereinsatz in Verbindung mit Dispositionssystemen, Lagertransparenz durch Lagerverwaltungssysteme, bedarfsgerechte Bestände durch optimierte und systemgestützte Bestellmengendisposition, effiziente Prozess- und Personalsteuerung durch Leitstandsfunktionalitäten. Die häufig noch zu bewältigende Herausforderung ist die effiziente Synchronisation der Systeme in Verbindung mit einer physischen Optimierung der Strukturen.
von Dipl.-Vw. Lars Meier, Berater bei Schulte Bender & Partner Unternehmensberatung, Münster
Bilder: Schulte Bender & Partner
D ie erfolgreiche Logistik liefert
wettbewerbsfähig, richtig/vollständig und pünktlich. Alle Prozesse müssen auf dieses Ziel ausgerichtet sein: Die Distribution muss mit der
Lagerorganisation synchronisiert werden, die Bestandsdisposition mit den
Kapazitäten und Kundenanforderungen, die Prozesssteuerung mit der eingesetzten Technik und das Controlling
muss diese Strukturen und Abläufe beherrschen sowie Indikatoren und Frühwarnsysteme bereitstellen. Grundsätzlich stehen alle relevanten Informationen und Systeme zur Verfügung, um
auf dieser Grundlage eine erfolgreiche
Logistikstrategie zu implementieren. In
der Praxis fehlt es jedoch zum Teil an der
Initiative, neue Chancen und Potenziale
auszuschöpfen. Die folgenden Bausteine können Ansatzpunkte bieten.
28 | Getränke! 03 | 2013
Baustein 1: Tourenplanung
und Disposition
Nach heutigem Stand der (Software-)
Technik in Verbindung mit Bordcomputersystemen ist eine überaus effiziente
Tourenplanung möglich. Nachdem lange Zeit eine optimierte Rahmentourenplanung als Grundlage für die tägliche
Disposition State of the Art war, können jetzt auch differenzierte Systematiken bzw. Kombinationen eingesetzt
werden. So kann beispielsweise das
Gastronomiegeschäft im klassischen
Rahmentourenplanungsverfahren disponiert werden, während der Handel
in einer täglichen oder sogar mehrtägigen (sofern die Aufträge mit entsprechendem Vorlauf vorliegen) freien Optimierung auf den Fuhrpark geplant
wird: Die Aufträge aus dem WWS-System werden kontinuierlich oder mehr-
mals täglich an die Disposition übergeben und dort je nach individueller Planungssystematik automatisiert zugeordnet.
Baustein 2: Bestandsdisposition
und Lagerkapazitäten
Die Erkenntnis, dass optimierte Bestände nicht nur die Kapitalbindung
reduzieren, sondern auch helfen, Outof-Stock-Situationen zu vermeiden, ist
in vielen Unternehmen bereits geübte Praxis. Durch individuelle Prognoseverfahren in Verbindung mit saisonalen Abverkäufen und bedarfsgerecht
hinterlegten Bestellkennzahlen werden dem Disponenten vom EDV-System ein Großteil der Routinebestellungen abgenommen bzw. automatisiert
vorgeschlagen. Der Beschaffungsdisponent konzentriert sich dementspre-
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chend auf die nicht bzw. schwer abbildbaren Anforderungen wie Aktionsplanung, kurzfristige wetterbedingte Spitzen und Sonderartikel.
Durch Synchronisation mit der Lagerverwaltung und ggf. auch mit der
Disposition können jedoch noch weitere Potenziale erschlossen werden:
ffDurch exakte Kenntnis der Bestände und „eintreffender“ Bestände
können Pufferflächen und Kapazitäten z. B. in Durchlaufregalen für
den Wareneingang optimal verwaltet werden.
ffDas „Drehen“ von Blöcken kann
optimiert und vorausschauend geplant werden.
ffMehrere Artikel können zur Optimierung der Lagerkapazität gemeinsam flexible Lagerplätze/
Blockreihen nutzen.
ffDurch wöchentliche Bedarfsplanungen kann der Einsatz des Beschaffungsfuhrparks optimiert und
geglättet und der Distributionsfuhrpark für Spät- bzw. Nachtabholungen eingesetzt werden.
Baustein 3: Disposition,
Lagerverwaltung und Leitstand
Wohl dem, der für 30 LKW 30 fixe
Bereitstellspuren vorgesehen hat und
über ausreichend Pufferflächen für
Wareneingang und Retouren verfügt.
Leider ist das häufig nicht der Fall,
so dass Verladeflächen in Spitzenzeiten kollabieren. Der klassische Sommerablauf ist:
ffHohes Wareneingangsaufkommen
wird auf Bereitstellplätzen zwischengepuffert.
ffDie Verräumung oder Kontrolle kommt nicht nach, so dass für
die Kommissionierung ein anderer Bereitstellplatz „gesucht“ werden muss mit einer entsprechenden Verlagerung der Problematik
auf andere Touren bzw. Bereitstellflächen.
ffMenschliche Fehler passieren mit
entsprechendem Umräumaufwand,
Verladefehlern oder Falschlieferungen.
ffAnschließende Reklamationen oder
Nachlieferungen bringen das gesamte System zum Kollabieren.
Durch eine gezielte Steuerung dieser
Flächen auf Basis von Dispositionsinformationen (geplanten Ankunftsund Abfahrzeiten, voraussichtlichen
Anlieferzeiten etc.) in Verbindung mit
einer Flächenverwaltung können diese Probleme zwar nicht ausgeschlossen werden, zumindest aber wird
häufig der Worst Case vermieden.
Baustein 4: Leitstand und
Personaleinsatzplanung bzw.
-steuerung
Hier müssen alle Informationen zusammen laufen. Durch Visualisierung
der Lagertopografie inklusive Hof- und
Pufferflächen müssen die zur Verfügung stehenden Ressourcen effizient
genutzt und gesteuert werden. Zu jedem Zeitpunkt muss transparent sein,
wann welche Aufträge fertig sein müssen, welchen Personaleinsatz dies erfordert und wo Engpasssituationen zu
entstehen drohen. Bei richtiger Priorisierung in Verbindung mit zeitnahen
Informationen bezüglich Planabweichungen, Verzögerungen etc. kann
auch in Spitzenzeiten der Betriebsablauf sichergestellt werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Informationen, der zur Verfügung stehenden Flächen und Kapazitäten und der
Steuerung des Personals. Voraussetzung ist natürlich, dass die Ressourcen
bzw. Mitarbeiter auch flexibel eingesetzt werden können.
Neben den jeweiligen Kernmannschaften für die Hauptprozesse
Kommissionierung, Nachschub/Verräumung und Verladung müssen „Springer“ zur Verfügung stehen, die in allen
Bereichen eingesetzt werden können.
Dies erfordert zumindest in Teilbereichen auch ein möglichst flexibles Einsatzprofil für die Flurförderzeugtechnik, sofern man nicht für viele Bereiche
redundante Geräte vorhalten möchte,
und eine einsprechende Lagerorganisation. Aber auch dafür gibt es Lösungen wie den Einsatz von Kommissioniergeräten mit Vertikalhub, die Nachschub setzen können. Bei einer Lagerorganisation in „Doppelblöcken“ für
A-Artikel kann der Zwei- oder Vierpaletten Be- und Entladestapler auch zur
Verräumung in die Blöcke eingesetzt
werden.
Baustein 5: Schichteinteilung
Die Kapazitätsgrenze eines Standortes
ist nicht allein durch Größe und Personalressourcen determiniert, sondern
auch über den Zeitraum, in dem die
Ressourcen genutzt werden können.
Fast alle Prozesse lassen sich effizienter abwickeln, wenn sich die Anzahl
Mitarbeiter und die zur Verfügung stehenden Verkehrswege im Einklang befinden. Wenn sechs Kommissionierer
gleichzeitig A-Artikel auf den Schnelldreherbahnen kommissionieren wollen, kann der Output auch durch den
Einsatz der siebten oder achten Aushilfskraft nicht bzw. nur noch unwesentlich gesteigert werden: Die zusätz-
lichen Ressourcen werden durch Wartezeiten oder Behinderungen „aufgesaugt“. Ab einer bestimmten Größe
sollte ein Lager daher 3-schichtig besetzt sein, da sich hierdurch viele Abläufe wesentlich schneller und effizienter gestalten lassen. Das bedeutet
nicht, dass alle Schichten gleich besetzt
sind oder alle Prozesse zu jedem Zeitpunkt stattfinden, sondern erfordert
eine sinnvolle Taktung der Mitarbeiter
auf optimierte und entzerrte Prozesse. So sollte der Hauptteil der Kommissionierung möglichst erst nach sinnvoller Tourendisposition erfolgen. In diesem Sinne steht z. B. eine reduzierte Frühschicht für die zweiten Touren
und Selbstabholer bereit, während das
Hauptteam in einer Mittelschicht organisiert ist und die Spätschicht zeitflexibel für den Kommissionierabschluss
verantwortlich ist. Anschließend werden in der Nacht ggf. der Wareneingang verräumt und alle Kommissionierplätze aufgefüllt, um am Folgetag
optimal starten zu können.
Für die genaue Schichteinteilung
gibt es kein Patentrezept, da hier die
unternehmensindividuellen Strukturen und Abläufe wie Abholeranteil,
Verhältnis von Gastronomie- zu Handelskunden, Auftragsvorlauf, Nachtbeschaffungspotenziale etc. eine entscheidende Rolle spielen. Kostentechnisch werden die höheren Nachtschichtzulagen häufig schon durch den
durch die Doppelnutzung geringeren
Geräteeinsatz, spätestens aber durch
Produktivitätsgewinne überkompensiert.
Fazit
Viele Systeme und Informationen stehen zur Verfügung und werden auch
überwiegend effizient zur Optimierung und Sicherstellung der Einzelabläufe eingesetzt. Diese Umsetzung ist
die Pflicht – die Kür besteht in der Vernetzung und damit der Erschließung
weiterer Potenziale. Das heißt nicht,
dass alle Probleme beseitigt werden
und saisonale Spitzen oder Ausfallzeiten keine Rolle mehr spielen und Fehler gänzlich vermieden werden. Aber
in einem umkämpften Markt können
in diesem Bereich die entscheidenden
Wettbewerbsvorteile schlummern, die
den Kunden an das Unternehmen binden und auch in Spitzenzeiten einen
zumindest akzeptablen Service sicherstellen.
i
MEHR INFORMATIONEN
www.sbp.biz
Getränke! 03 | 2013 | 29
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Beschaffung von Gabelstaplern
Neu ist nicht gleich besser
Gebrauchte Stapler und Mietlösungen. Kaufen, mieten oder leasen? Neugerät oder Gebrauchtstapler? Wenn die Entscheidung für ein Gebrauchtstapler getroffen wird, welchen Aufbereitungsgrad soll dieser dann haben? Es gibt viele Möglichkeiten, den Bedarf an Gabelstaplern zu decken, aber zumeist nur eine Lösung, die die Kundenbedürfnisse optimal erfüllt.
Insbesondere bei Geräten für spezielle Anforderungen, die eher selten zum Einsatz kommen,
oder bei Staplern, die täglich nur für wenige Stunden benötigt werden, stellt sich schnell die
Frage, ob sich die Anschaffung eines Neugeräts lohnt oder ein gebrauchter Stapler ausreicht.
In manchen Fällen ist auch eine Mietlösung die günstigste Variante. Was bei diesen Alternativen zum Neukauf zu beachten ist und welche Entscheidungskriterien für die Investition in einen Gebrauchtstapler herangezogen werden sollten, beleuchtet dieser Beitrag.
V or der Anschaffung eines oder
mehrerer Gabelstapler sollten zwei wichtige Parameter berücksichtigt werden. Zum einen,
wie viele Stunden pro Jahr der jeweilige Stapler im Unternehmen gebraucht
wird und zum anderen, welche grundsätzlichen Einsatzbedingungen bestehen“, weiß Torsten Weiler, Leiter der
Geräteverwaltung bei Schöler Fördertechnik, Vertragshändler von Linde Material Handling im südwestdeutschen
Raum. Als Faustregel unter Experten
gilt: Ein Gebrauchtstapler empfiehlt
sich immer dann, wenn er bis zu 800
Stunden pro Jahr im Einsatz ist. Das bedeutet in etwa, dass der Stapler im Einschichtbetrieb genutzt wird, dabei aber
nicht durchgängig in Betrieb ist. Zum
Vergleich: Eine durchgängige Nutzung
im Einschichtbetrieb entspräche bereits
1.200 Betriebsstunden jährlich. Der Hintergrund dieser Rechnung dürfte jedem
Autofahrer einleuchten: Ab ca. 10.000
Betriebsstunden beginnen beim Stapler
meist, die Reparaturkosten ins Gewicht
zu fallen. Würde ein Gebrauchtstapler im Mehrschichtbetrieb eingesetzt,
käme er relativ schnell in diesen weniger profitablen Bereich des Produktlebenszyklus. Bei mehr als 800 Betriebsstunden im Jahr empfiehlt sich also in
der Regel der Kauf eines Neugeräts.
Eine Ausnahme hierbei bilden Stapler, die vom Unternehmen lediglich für
ein zeitlich befristetes Projekt benötigt
werden. Dabei handelt es sich meist um
ein Spezialgerät, das zusätzlich zur eigenen Flotte benötigt wird. Bei Projektlaufzeiten unter einem Jahr raten Experten hier zur Anmietung des gewünschten Staplers beim zertifizierten Händler.
Der Vorteil für die Unternehmen: Die
anfallenden Wartungen der Fahrzeuge während der Vertragslaufzeit sind im
Mietpreis bereits enthalten. Ein weiterer
Fall, in dem die Anmietung wirtschaftlich profitabler ist als ein Neukauf, tritt
bei Staplern ein, die im Saisongeschäft
zusätzlich zur eigenen Flotte zum Einsatz kommen, um Leistungsspitzen abzufangen.
Gebrauchtstapler sind
unter bestimmten Voraussetzungen eine
preislich sehr attraktive
Alternative zum
Neufahrzeug.
30 | Getränke! 03 | 2013
Größere Nachfrage nach
Gebrauchten
Gebrauchtstapler sind also immer dann
eine kostengünstige Alternative, wenn
der jeweilige Stapler deutlich weniger
als eine Schicht pro Tag im Einsatz ist.
Während bis vor einigen Jahren hauptsächlich neugegründete Firmen, Handwerksbetriebe und kleinere Mittelständler auf gebrauchte Geräte zurückgriffen, ist dies heute zunehmend auch bei
Konzernen der Fall. „Im Jahr 2012 haben wir bei der Schöler Fördertechnik
AG einen Anstieg der Nachfrage nach
gebrauchten Geräten um 20 % im Vergleich zum Vorjahr festgestellt“, erläutert Weiler. Gebrauchtstapler werden
bei den Konzernen vor allem bei seltener benötigten Spezialgeräten als attraktive Alternative zum Neugerät gesehen. Die namhaften Staplerhersteller
haben sich auf diese veränderte Nachfrage eingestellt und bieten den Unternehmen im Sinne eines Full Service die
Zusammenstellung der Flotte aus Neuund Gebrauchtstaplern entsprechend
einer ausführlichen Bedarfsanalyse.
Gebrauchtgerät ist nicht gleich
Gebrauchtgerät
Hat sich ein Unternehmen für einen gebrauchten Stapler entschieden, stellt
sich als nächstes die Frage nach dem
Aufbereitungsgrad. Viele Händler klassifizieren ihre Gebrauchtgeräte demensprechend. Kunden erhalten damit einen auf ihr Anforderungsprofil zugeschnittenen Stapler und profitieren zudem von definierten Qualitätsstandards, einer hohen Investitionssicherheit und von einer zuverlässigen
Gewährleistung. Bei dem von Schöler
Bilder: Schöler Fördertechnik
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verwendeten Sternesystem beispielsweise werden die Fahrzeuge in eine Kategorie zwischen eins und fünf eingestuft – von Jahres- und Vorführgeräten
über reparierte Fahrzeuge bis hin zu Geräten für den Handel. So hat ein DreiSterne-Gerät mehr als 8.000 Betriebsstunden geleistet und ist in der Regel älter als sieben Jahre. Ein Stapler mit vier
Sternen hingegen ist drei bis sieben Jahre alt. Bei einem Fünf-Sterne-Gerät kann
sich der Käufer darauf verlassen, einen
Stapler zu erhalten, der nicht mehr als
2.500 Stunden in Betrieb gewesen ist
– diese Geräte werden so aufbereitet,
dass sie auch optisch kaum von einem
Neugerät zu unterscheiden sind.
Handlungsempfehlungen
Gebrauchtstaplerkauf
Entscheider, die bisher nicht mit einem
Händler zusammengearbeitet haben
und erstmals einen Staplerkauf planen,
sollten einige wichtige Punkte beachten: Mit Blick auf die Gewährleistung
empfiehlt es sich, auch Gebrauchtstapler immer über einen Händler zu beziehen. „Je nach Kategorie erhält der
Kunde eine Gewährleistungszeit von
drei, sechs oder zwölf Monaten“, unterstreicht Weiler. Und weiter: „Seriöse Händler werden die genaue Dauer der Gewährleistung vor dem Kauf
offen und transparent kommunizieren.“ Der Gebrauchtgerätekauf bei ei-
nem Händler hat außerdem den Vorteil, dass dieser die angebotenen Geräte und deren Historie durch die intervallgemäße Wartung und Instandhaltung kennt. Stapler, bei denen schwere
Defekte bekannt sind, gelangen so gar
nicht erst auf den Gebrauchtfahrzeugemarkt. Um das finanzielle Risiko für das
eigene Unternehmen zusätzlich gering
zu halten, sollten die Verantwortlichen
darauf achten, dass das Gebrauchtgerät vor dem Verkauf vom Händler gewartet wurde und notwendige Reparaturen bereits durchgeführt sind.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist
die Frage, ob der Stapler einen gültigen FEM-4.004-Prüfbericht (die ehemalige UVV-Prüfung) hat. Die Prüfung
muss einmal jährlich von einem dafür ausgebildeten Prüftechniker abgenommen werden. Im Idealfall sollte
der FEM-4.004-Prüfbericht möglichst
aktuell sein. Zusätzlich sollte das Checkheft des Gebrauchtgeräts alle intervallgemäßen Wartungen nachweisen.
Hat sich bei der Einsatzanalyse herausgestellt, dass der Stapler mehr als 600
Betriebsstunden pro Jahr zum Einsatz
kommen wird, gibt es ein zusätzliches
Kriterium: Dann sollte es sich beim Gebrauchten um ein Fünf-Sterne-Fahrzeug handeln. Handelt es sich bei dem
Stapler um ein Elektrofahrzeug, müssen
sich die Verantwortlichen außerdem
mit der Akkukapazität auseinanderset-
zen. Diese sollte noch bei mindestens
70 % liegen. Wichtig ist hier zu wissen,
dass die Restkapazität nicht allein vom
Alter des Gebrauchtfahrzeugs abhängig
ist. Wurde ein Elektrostapler mit relativ
wenigen Betriebsstunden beispielsweise mehrere Male in die Tiefenentladung
gefahren, kann die Batteriekapazität bereits deutlich unter 70 % liegen. Ein seriöser Händler wird hier jedoch bei Restkapazitäten unter 50 % von sich aus die
Batterie vor dem Verkauf austauschen.
Fazit
Gebrauchtstapler sind unter bestimmten Voraussetzungen eine preislich sehr
attraktive Alternative zum Neufahrzeug.
Nicht selten lassen sich unter genannten
Vorabklärungen im Vergleich zum neuen Stapler bis zu 50 % der Investitionskosten sparen. Um hohe Folgekosten
durch notwendige Reparaturen zu vermeiden, gilt es, beim Kauf verschiedene Aspekte intensiv zu überprüfen und
wenn möglich einen kompetenten Berater hinzuzuziehen. Um das Risiko möglichst gering zu halten, empfiehlt sich
daher ein Kauf beim Händler mit einer
entsprechenden Gewährleistung und
auf jeden Fall die Inanspruchnahme der
Beratungsleistung eines Spezialisten.
i
MEHR INFORMATIONEN
www.schoeler-gabelstapler.de
Getränke! 03 | 2013 | 31
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Palettensicherung
Top-Weine perfekt sichern
Weltgrößter Wein-Direktvermakter sichert Paletten mit Eurapack-Wickler. Mit 540 Mio. Euro
Umsatz ist die WIV Wein International AG das nach eigenen Angaben weltweit führende Unternehmen für den Vertrieb von Wein und Schaumweinen direkt an den Endverbraucher. Weitere Kunden sind der Groß- und Einzelhandel sowie die Gastronomie. Der größte Abfüllbetrieb ist die WIV Zentralkellerei in Langenlonsheim (südöstlich von Mainz in Rheinland-Pfalz),
in der im vergangenen Jahr rund 20 Mio. Flaschen gefüllt wurden. Fast 40 % der Paletten erhalten eine Vollwicklung aus Polypropylen (PP). Die restlichen werden mit ein oder zwei PP-Sicherungs-Banderolen fixiert. Diese Sicherungen erledigt der Stretchfolienwickler „C5“ mit einer höhenverstellbaren Schweißeinheit der Eurapack GmbH, Achern.
Neues Konzept für eine
große Bandbreite
Zum Unternehmen „WIV“ gehören
eigene Weingüter und Kellereien in
Deutschland, Frankreich, Ungarn und
Australien. In der größten in Langenlonsheim wurden 2012 rund 20 Mio.
Flaschen abgefüllt, das entspricht einer Steigerung von fast 20 % gegenüber 2011. In diesem Jahr soll die Füllung um weitere 5 Mio. Flaschen aufgestockt werden.
Um den steigenden Kundenansprüchen an Qualität und Flaschenausstattungen gerecht zu werden, hat die WIV
in den letzten Jahren viel in Keller, Produktionsanlagen (wie den Strechfolienwickler C5 von Eurapack) und ein ganzheitliches Energiekonzept investiert. Ein
Konzept, das auch Unternehmen außerhalb der WIV-Gruppe überzeugt,
ihre Weine bei WIV füllen zu lassen.
Täglich werden in Langenlonsheim
bis zu 150.000 Flaschen gefüllt. Die
Bandbreite der Flaschen reicht dabei
von 0,25 – 1,5 l – wobei jeder Kundenwunsch zu Verschluss, Etikett, FlaBild links:
Mit Banderolen oder
komplett gewickelt
Paletten – beides auf
dem C5-Stretchfolienwickler
Bild rechts:
Ist die Palette exakt positioniert, wird die Packgut-Höhe automatisch abgetastet. Der
Dreharm ist frei schwebend mit höhenverfahrbarem Folienkopf.
32 | Getränke! 03 | 2013
schengröße, -farbe und -form erfüllt
wird. Direkt nach der Füllung werden
die Weine in Kartons (6er/12er) gesetzt
und diese dann automatisch palettiert.
Komplettwicklung oder
Banderolen
Ob die Paletten komplett gewickelt
oder nur mit Strechfolien-Banderolen gesichert werden, hängt nicht nur
vom jeweiligen Kunden ab, sondern
auch ob die Weine im Hochregallager
der WIV zwischengelagert oder direkt
an ein Außenlager weiter transportiert
werden. Aktuell erhalten knapp 40 %
der Paletten bei WIV auf dem neuen
Stretchfolienwickler „C5“ mit höhenverstellbarer Schweißeinheit eine Vollwicklung aus Polypropylen (PP). Die
restlichen Paletten werden mit ein oder
zwei PP-Sicherungsbanderolen fixiert.
„Wir hatten früher einen Schnurbinder sowie zwei Halbautomaten für die
Ladungssicherung, da war das Fremdgeschäft noch viel kleiner. Doch dieses
und die Lohnabfüllung wachsen seit
Jahren stark – und der Bereich entwi-
ckelt sich nach wie vor sehr positiv. Somit waren wir auf der Suche nach einer
Alternative, die zudem auch mit Banderolen sichern kann. Der vorhandene Schnurbinder wurde bereits von Eurapack gewartet, so dass hier bereits der
Kontakt bestand. Als Problemlösung
empfahl uns Eurapack den Stretchfolienwickler Typ C5/1800. Nach Prüfung aller Angebote kristallisierte sich
der C5 als für uns beste Option heraus“, erläutert Daniel Starke. Er ist seit
13 Jahren bei WIV tätig und verantwortet als Leiter Instandhaltung unter
anderem die Neuanschaffung von Maschinen.
Technik made in Germany
Das Unternehmen Eurapack aus Achern
hat bei professionellen Lösungen zur
Paletten- und Ladungssicherung mehr
als vier Jahrzehnte Erfahrung. Das breit
gefächerte Angebot umfasst Stretch-,
Banderolier- und Bindesysteme, aber
auch Verschlussbeschickungen. Produziert und geliefert werden Stretchfolienwickler für alle am Markt auftreten-
IM FOKUS | Lagersysteme & Logistiklösungen
den Systemlösungen. Diese verbinden
die Merkmale der robusten, sicheren
und foliensparenden Stretchwickeltechnik mit jahrzehntelanger Erfahrung und
Kenntnissen aus der Praxis. Eine hohe
Zuverlässigkeit, der sichere Folieneinschlag, kurze Montagezeiten der Maschinen, flexible Wickelprogramme und
ein sehr geringer Wartungsaufwand
zeichnen die halb- und vollautomatischen Wickler aus. Konstruiert und gebaut werden sie in Deutschland, robust
und mit hochwertigen Komponenten
(SEW, Festo, Siemens S7 Steuerung).
Die automatische Packguthöhenerkennung erfolgt durch Lichttaster, für sämtliche Parameter und Wickelprogramme
gibt es Einstellmöglichkeiten am übersichtlichen Siemens-Touchpanel.
Stretchfolienwickler Typ C5/1800
Vollautomatische Stretchfolienwickler
von Eurapack findet man in allen Bereichen der Industrie. Der DreharmStretchfolienwickler „C5“ bei WIV ist
aus schweren Kantstahlprofilen als
4-Säulen-Konstruktion gebaut, konzipiert für den robusten und schwingungsarmen Maschinenlauf. Die Paletten (Europalette und Industriepaletten)
fahren aus den beiden Karton-Palettierern über Rollenförderer im Längslauf in die Maschine ein, werden dort
durch Lichtschranken und mechanische Anschläge exakt positioniert. Die
Packgut-Höhe wird automatisch abgetastet. Der Dreharm ist frei schwebend
mit verfahrbarem Folienkopf. Die Geschwindigkeiten sind über Frequenzumformer regelbar. Dadurch ist ein
Durchsatz von bis zu 60 Paletten und
mehr in der Stunde möglich, allerdings
bekommen nur die Hälfte der Paletten
Der Dreharm des „C5“ ist frei schwebend mit
verfahrbarem Folienkopf. Das spezielle Programm für Restpaletten erkennt die Höhe der
Palette und sichert sie perfekt.
in Langenlonsheim Vollwicklungen, die
andere Hälfte eine oder zwei Bande­
rolen.
Perfekte Foliensicherung
Die eingesetzte PP-Folienrolle hat eine
Breite von 500 mm, die Folienstärke kann
15 – 35 μm betragen. Das Pre-Stretching
der Folie erfolgt unabhängig von der
Ladung über ein spezielles Vorrecksystem und beträgt in der Standardausführung 300 %, das ist die 4-fache Folienlänge. Die Folienzufuhr wird über ein
spezielles Fühlersystem frequenzgeregelt. Das Folienende wird automatisch
nach Beendigung des Wickelvorganges
zu einem Seil geformt und hochregallagersicher, ohne Berührung des Packgutes, mit einer Schweißeinheit thermisch
heißversiegelt und dann abgetrennt. Bei
Folienende oder einem Folienriss erfolgt
ein Signal und die Maschine wird automatisch angehalten. Die gesamte Verschweißeinheit ist horizontal und vertikal verfahrbar, der Antrieb erfolgt über
ein Scheren- und Linearsystem.
„Eine Besonderheit der EurapackMaschine ist das spezielle Programm
für Restpaletten, wenn also die angelieferte Menge an Wein keine komplette Palette mehr ergibt. Auf Knopfdruck
erkennt der Wickler dann die Höhe der
Palette und sichert sie, auch wenn sie
nicht den Normmaßen entspricht. Wir
sind mit der Maschinen-Zuverlässigkeit
und Qualität der Palettensicherung zufrieden, ebenso mit dem Service und
der Zusammenarbeit mit der Firma
Eurapack“, unterstreicht Starke.
i
Dinge
verbinden
Lösungen
schaffen
MEHR INFORMATIONEN
www.eurapack-gmbh.de
Das Folienende wird am Ende des Wickelvorganges zu einem Seil geformt und hochregallagersicher mit einer Schweißeinheit thermisch heißversiegelt und dann abgetrennt.
Industrielles
Kleben, Dichten
und Beschichten
nordson.de
Bilder: Eurapack GmbH
Getränke! 03 | 2013 | 33
AZ-Nordson-FachPack.indd 1
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