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2/2008 Papierholz: Wie weiter? CO2 -Senke Wald: Offene Fragen

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2/2008
Papierholz:
Wie weiter?
CO2-Senke Wald:
Offene Fragen
Warum dreht sich
die Rotbuche?
I N H A LT
EDITORIAL
Forstbetrieb
27
Von der Tannlischule zur Artenvielfalt
50 Jahre Pflanzgarten Lobsigen.
Erholungsfunktion
45 Manche feuern lieber wild
Nutzen und Grenzen «organisierter» Feuerstellen im Wald.
48
Erholungskonzept
Allschwiler Wald
Weniger Schäden im Wald und
besseres Erholungsangebot.
Holzmarkt
Waldbau
53
Warum dreht sich
die Rotbuche?
Genetische Einflüsse nicht unterschätzen.
29
«Das Pokern
hat zugenommen»
Die Papierindustrie beklagt die
unzuverlässige Holzversorgung.
33
Ist die Werkvermessung genau genug?
Ja. Dies zeigen Kontrollmessungen der IG Industrieholz bei
den Industrieholz-Verarbeitern.
Wald und Wild
37 Artgemässe Jagdplanung
und Verbesserung der Wild­
lebensräume senken den Verbissdruck.
Forschung
41CO -Senke Wald
2
und offene Fragen dazu.
Porträt
57
Meinrad Lüthi, Forstbetrieb Büren a. A.
«Ich liebe meinen Beruf, weil er
so vielseitig ist.»
Weitere Rubriken
4Aktuell
16 Der Holzmarkt
20 Die Seiten des VSF
22 Die Seiten des VSFU
24 Die Seiten des WVS
26 40, 55: Aus den Regionen
61 Auslese
61 Impressum
Redaktion, Abonnemente:
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Inserateschluss nächste Ausgabe:
20. Februar 2008
Titelbild
Aus diesem Stämmen wird
­Zeitungspapier: Ein Bagger im
Einsatz auf dem Lagerplatz der
Perlen Papier AG.
Liebe Leserin, lieber Leser
«Wo Rauch ist, ist auch Feuer», heisst ein
geflügeltes Wort. Doch das soll nicht mehr
gelten. Diesen Winter wird nämlich land­
auf, landab eine «neue» Anfeuer­methode
gefeiert, mit der ein Feuer weniger
­rauchen und damit weniger Schadstoffe
abgeben soll.
Unter www.fairfeuern.ch ist es im Detail
nachzulesen. Für die ungeduldigen Leser
hier die Kurzfassung: Das Feuer wird von
oben entfacht, indem ein «Anfeuermodul»
aus Tannenholz und einer Anzündhilfe
oben auf dem Brennholzstapel platziert
werden. Die entstehenden Gase würden
dadurch vollständig verbrannt, heisst es.
Die Methode funktioniert. Das hat nicht
nur ein Selbstversuch gezeigt, sondern
auch der Zürcher Regierungsrat Markus
Kägi. Anlässlich einer Medienkonferenz
hat er es vorgemacht und in einem
Schweden­ofen ein Feuerchen entzündet.
«Amtliche Merkblätter und umtriebige
Politiker sollen mir zeigen, wie ich richtig
feuern muss?», hat sich manch einer
danach gefragt. Und einige fühlten sich
gar in ihrer Ehre gekränkt. Verständlich,
schliesslich ist das Entfachen eines Feuers
eine – wenn nicht gar die – urmenschliche
Handlung an sich. Seit bald einer Million
Jahren kontrollieren wir diese Kräfte mehr
oder weniger. Da ist natürlich für manchen
kaum vorstellbar, dass es noch eine Weiter­
entwicklung geben kann.
Uns interessiert deshalb, wie Sie anfeuern,
welche Hilfen Sie verwenden, wann Sie
Holz nachlegen und ob Sie die «neue»
Methode überzeugt. Schicken Sie Ihre
­Ausführungen an wegmann@wvs.ch.
Wir werden sie gerne veröffentlichen.
Mit freundlichen Grüssen
(Foto: Urs Wegmann)
Urs Wegmann
Adressen siehe Impressum!
W A L D U N D H O L Z 2/083
AKTUELL
■
Schlagzeilen
■ «Paula» in Österreich
Sturm «Paula» hat am 27. Januar – gut
ein Jahr nach «Kyrill» – in Österreich
(Steiermark, Kärnten) erhebliche Schäden
angerichtet. Die Menge des gebrochenen und entwurzelten Holzes wird je
nach Quelle auf 3 bis 5 Mio. m3 geschätzt. Aus anderen Ländern wurden
bis Redaktionsschluss nur unwesent­
liche Mengen gemeldet. In Österreich
trifft das Sturmholz auf einen nicht
sehr aufnahmefähigen Säge-Rundholzmarkt.
■ Zu wenig Facharbeiter
Nach Ansicht der Niederösterreichischen
Landwirtschaftskammer fehlen in Österreich etwa 2000 Forst-Facharbeiter. Dies
vor allem, weil die Nutzung von Energieholz gemäss EU-Richtlinie rasch erhöht
werden müsste. Bereits sind eine Ausbildungsoffensive und eine Imagekampagne
zugunsten der forstlichen Fachberufe
­gestartet worden.
■ Kachelöfen wärmen besser
Die meisten haben es schon immer
­geahnt: Die Wärme, welche ein Kachelofen abgibt fühlt sich besser an als die
der «normalen» Heizkörper. Nun hat eine
Studie diesen Eindruck wissenschaftlich
bestätigt. Der Kachelofen strahlt wegen
seiner grossen Oberfläche direkt auf die
Menschen im Raum, während die Heizkörper an der Wand die Luft umwälzen
und dabei auch viel Staub aufwirbeln.
■ Weniger Unfälle im Wald
Gemäss einer Mitteilung der Landesforstverwaltung Baden-Würtemberg sind die
Unfallzahlen in den letzten zehn Jahren
deutlich zurückgegangen. Waren 1996
noch 182 von 1000 Forstleuten ver­
unfallt, waren es 2006 noch deren 123.
■ Mehr fürs Schleifholz
Die Perlen Papier AG hat ihre Schleifholzpreise auf den 1. Januar 2008 um
CHF 5.– pro Tonne Atro erhöht. Der Preis
pro Tonne Atro beträgt neu CHF 190.–
für Schleifholz lang in Rinde, frei Werk,
­inklusive Lieferprämie. Mit diesem
­Aufschlag wird vor allem den höheren
Transportkosten per Lkw (Gebühren,
Treibstoff, LSVA usw.) Rechnung getragen.
4
W A L D U N D H O L Z 2/08
Nein zur Volksinitiative «Rettet den Schweizer Wald» und ihrem Gegenvorschlag
Gewisse Probleme bleiben ungelöst
Die Kommission für Umwelt, Raum­
planung und Energie des Ständerates
beantragt einstimmig, nicht auf den
Gegenvorschlag zur Volksinitiative
«Rettet den Schweizer Wald» einzu­
treten. Zudem beantragt sie ihrem
Rat mit 12 zu 0 Stimmen, bei 1 Enthal­
tung, Volk und Ständen die Initiative
zur Ablehnung zu empfehlen.
Die Kommission beantragt einstimmig,
nicht auf die Vorlage zur Teilrevision des
Waldgesetzes einzutreten, welche der
Bundesrat als indirekten Gegenvorschlag
zur Volksinitiative «Rettet den Schweizer
Wald» unterbreitet. Die Kommission folgt
somit dem Nationalrat, der den Gegenvorschlag in der vergangenen Session
ebenfalls einstimmig abgelehnt hat. Was
die Volksinitiative anbelangt, beantragt
die Kommission ihrem Rat mit 12 zu
0 Stimmen, bei 1 Enthaltung, diese Volk
und Ständen zur Ablehnung zu empfehlen.
Die Kommission traf diesen Beschluss
nach Anhörung des Initiativkomitees.
Dieses wies auf die Vorzüge des geltenden Gesetzes hin und bekräftigte seine
Absicht, die Volksinitiative bei Ablehnung
des Gegenvorschlags zurückzuziehen.
Die Kommission stellte fest, dass sich die
unterschiedlichen ökonomischen und
ökologischen Interessen schwer miteinander vereinen lassen, und es deshalb
schwierig ist, einen gemeinsamen Nenner als Grundlage für die vorgeschlagene
Gesetzesrevision zu finden.
Die Kommission ist sich allerdings bewusst, dass – wie ein Vertreter der Konferenz der kantonalen Forstdirektoren betonte – mit einem simplen Verzicht auf
eine Gesetzesänderung gewisse Probleme auf diesem Gebiet nicht angegangen werden. Neue Ideen werden nötig
sein, um allgemein vertretbare, pragmatische Lösungen zu finden.
Parlamentsdienste
Watt d'Or 2008
Verwaltungsgericht entscheidet
Tegra Holz & Energie
gewinnt Preis
Kein Spielplatz für
Paintballer im Wald
Das Bundesamt für Energie (BFE) hat
die Gewinner des Watt d'Or 2008 aus­
gezeichnet.
Der Kanton Solothurn schiebt Paint­
ball spielen im Wald einen Riegel vor.
Andere Kantone dürften bald ähnlich
streng mit dem Trendsport umgehen,
wie die «Basler Zeitung» schreibt.
Insgesamt sieben Wettbewerbsbeiträge haben sich diese prestigeträchtige
Auszeichnung für herausragende Leistungen und zukunftsweisende Innova­
tionen im Energiebereich sichern können.
Ziel des Watt d'Or ist es, solche Projekte
und Initiativen in die Öffentlichkeit zu
bringen, das heute technisch Machbare
aber auch Zukunftstechnologien zu präsentieren und so auch andere zu moti­
vieren.
Rund 80 Beiträge in fünf Kategorien
sind im Rahmen des Wettbewerbs «Watt
d'Or» eingegangen, der seit 2006 durchgeführt wird. Ein Team aus Fachexperten
evaluierte die Bewerbungen und nominierte schliesslich 19 Beiträge für die Endrunde. Eine Jury mit Persönlichkeiten aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kürte
daraus die sieben Gewinner. In den Kategorien Energietechnologien und Erneuerbare Energien gewann die Tegra Holz &
Energie AG in Domat/Ems den Preis für
ihr «Biomassekraftwerk Domat/Ems».
Bundesamt für Energie (BFE)
Wie ein Warnschuss erreichte die
Paintball-Spieler das Urteil des Solothurner Verwaltungsgerichts über die Zukunft
des Paintballvereins «Syntapaint»: Dem
Verein wurde verboten, auf einem Waldstück im solothurnischen Wisen Paintball
zu spielen. «Spiel- und Sporteinrichtungen gehören vom Grundsatz her nicht in
den Wald», heisst es im Urteilsschreiben.
Zugelassen seien nur Vorhaben, die für
die Forstnutzung notwendig seien. Als
Hauptgrund für den Entscheid wurde die
fehlende «Zonenkonformität» genannt,
dabei bezog sich das Gericht auf das
Bundesgesetz.
Der Entscheid des Verwaltungsgerichts
zeigt bereits Wirkung auf weitere Paintball-Verein in der Nordwestschweiz. Laut
Christian Gilgen vom Forstamt beider
Basel dürfte nämlich auch im Baselbiet
bald ein rauerer Wind wehen, denn die
Waldsituation sei ähnlich wie im Kanton
Solothurn.red
AKTUELL
Sitzung der HMK vom 29. Januar
Positive Preis-Signale
Zwar gibt es weiterhin getrennte Rundholz-Preisempfehlungen der Waldwirtschaft und der Holzindustrie. Die Vertreter
der Holzindustrie in der Holzmarktkommission HMK haben ihre Preisempfehlungen jedoch teilweise an jene der Waldseite
angeglichen. Das darf als positives Signal
gewertet werden.
Weiteres dazu folgt im «Holzmarkt»
des nächsten «WALD und HOLZ». red.
Preisempfehlungen der Holzmarktkommission HMK vom 29. Januar 2008
(in Klammern zum Vergleich die Empfehlungen vom 29. August 2007)
WaldwirtschaftHolzindustrie
CHF/m3CHF/m3
Fichte
L1, 2b, B
L1, 4, B
L1, 5, C
L3, 3, B
L3, 3, C
Preisdifferenz zu Tanne
125.– (125.–)
130.– (130.–)
110.– (110.–)
130.– (125.–)
110.– (110.–)
10–15.– (5–10.–)
Buche
4, B
130.– (130.–)
110.– (110.–)
4, C  85.– (85.–)  70.– (70.–)
Internationaler Alpiner Schutzwaldpreis verliehen
Bündner für Motorsägekurse nominiert
Zum zweiten Mal wurden im Rahmen
der Verleihung des internationalen
Alpinen Schutzwaldpreises der ARGE
Alpenländischer Forstvereine heraus­
ragende Leistungen zur Erhaltung
und Verbesserung des Schutzwaldes
im Alpenraum prämiert.
15 Projekte aus Bayern, Graubünden,
Südtirol, Tirol und Vorarlberg wurden von
einer internationalen Jury zu folgenden
Kategorien nominiert: Innovation, Erfolgsprojekte, Öffentlichkeitsarbeit, Schutzwaldpartnerschaften und Schulprojekte.
Graubünden kann sich über insgesamt
zwei nominierte Projekte freuen:
• Motorsägekurs für die Bevölkerung
(Amt für Wald Graubünden und Ge­
meinde Poschiavo): Eine vormals für
125.– (115.–)
130.– (120.–)
100.– (90.–)
130.– (120.–)
105.– (95.–)
10–15.– (10–20.–)
Waldarbeiter gedachte Ausbildung
wird der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie erweist sich gleichzeitig als ideale Kommunikationsplattform für die Themen des Waldes.
• Marketingkonzept Bündner Mondund Gebirgsholz (Daniel Bürgi, Ursula
Leuthold): Dieses Marketingkonzept
hat die bessere Vermarktung von Spezialholzsortimenten zum Ziel. Es be­
inhaltet eine Fülle von Anregungen für
die Bündner Waldbesitzer und kommt
zugleich dem Schutzwald zugute.
Schutzwald im alpinen Raum», bekräftigte Josef Schmiedhofer, Präsident des
Südtiroler Forstvereins, der die Auszeichnungen überreichte. Die starke Resonanz
bei den Einreichungen bestärke die ARGE
im eingeschlagenen Weg, herausragende
Schutzwaldprojekte als Blitzlichter stellvertretend vor den Vorhang zu bitten.
Die nominierten und ausgezeichneten
Projekte stehen stellvertretend für all die
Aktivitäten, die zur Erhaltung und Entwicklung des Schutzwaldes dienen und
sollen wieder neue Initiativen nach sich
ziehen. Weitere Informationen unter
www.forstverein.it.
ARGE Alpenländischer Forstvereine/
Südtiroler Forstverein
Impulse für den Alpenraum
«Mit dem Alpinen Schutzwaldpreis
setzt die ARGE Alpenländischer Forst­
vereine kontinuierlich Impulse für den
«Motorsägenkurs für die Bevölkerung»: Gute Vorbereitung und genaue Arbeit verbessern
die Sicherheit bei der Holznutzung.
Mit «WALD und HOLZ»
an die KWF-Tagung!
Vom 4. bis 7. Juni 2008 findet in
Schmallenberg (NRW) die 15. KWF-­
Tagung statt. Sie umfasst wie immer
interessante Fachexkursionen, eine
grosse Forstmaschinen- und Neuheitenschau sowie einen wissenschaft­
lichen Kongress. Hauptthemen sind
diesmal die Aufarbeitung von Sturmholz, Waldpflege, Energieholzgewinnung und Logistikketten; siehe auch
www.kwf-Tagung.de.
Wir sind daran, für Sie einen Besuch der
Tagung zu organisieren (wahlweise mit
zwei oder drei Übernachtungen in der
Region um Schmallenberg), voraussichtlich mit Reise per Bus und wenn möglich
verbunden mit einer Besichtigung des
modernen Starkholz-Sägewerks Klenk
in Volgelsheim
Näheres folgt in der nächsten Ausgabe
von «WALD und HOLZ».
Redaktion
W A L D U N D H O L Z 2/085
FORUM
Erfahrungsbericht aus dem Forstrevier Kleinandelfingen
Die Ausbildung der Lernenden im Forstbetrieb
Warum bilden wir noch Forstwarte
aus? Es gibt ja für alles Maschinen!
Ebenso gut können wir uns fragen:
Für was braucht es Kühe und Bauern?
Du kannst ja die Milch in der Migros
oder im Coop kaufen! Im übertra­
genen Sinne heisst dies: Für was
­brauchen wir Forstwarte und Förster?
Du kannst dir ja das Holz beim Säger,
Zimmermann oder Schreiner besor­
gen!
Tatsache ist, dass weder in der Landnoch Forstwirtschaft ohne Hege und
Pflege jene Produkte anfallen, die wir uns
wünschen und die unseren – meist überrissenen – Qualitätsanforderungen entsprechen. Daneben sollte alles möglichst
naturnah, umweltverträglich, kostengünstig und im Sinne jeder einzelnen
Interessen­gruppe erreicht werden – hohe
Anforderungen! Grund genug, um zu
unserem «Handwerk» Sorge zu tragen
und unserem Berufsnachwuchs die notwendige Zeit wie auch Aufmerksamkeit
zu schenken.
Muskelkraft, Ausdauer, gute Gesundheit und Wetterresistenz zeichneten vor
noch nicht allzu langer Zeit den guten
Waldarbeiter aus. So konnte er sich nach
und nach vom Asträumer über den Ent­
aster zum Einschneider bis hin zum Fäller
emporarbeiten und damit Position und
Ansehen steigern. Diese Eigenschaften
erleichtern auch heute noch die Ausführung unseres Jobs, reichen jedoch bei
weitem nicht mehr, um den vielseitigen
Ansprüchen gerecht zu werden.
Vernetztes, ökologisches und ökonomisches Denken werden bereits auf der
«untersten Hierarchiestufe» erwartet. Die
Waldbenutzer wollen Auskünfte und Begründungen für unser Tun und Streben.
Ein weiterer Grund, um unsere «Frischlinge» zu fördern und bereits bei der Auslese die Augen offen zu halten.
Wie wähle ich aus?
Dass ich mich mit den folgenden Verfahren und Äusserungen vermutlich
ziemlich tief in die Nesseln setze, ist mir
bewusst: Jeder Jugendliche erhält die
Möglichkeit, eine Schnupperwoche zu
absol­vieren. Nebst Begrüssung und Vorstellung der Mitarbeiter geben wir ihm
am ersten Tag einen Überblick in Bezug
auf Betriebsmittel, Schwerpunktaufgaben
und wer für was zuständig ist.
6
W A L D U N D H O L Z 2/08
Der «Schnupperer» erhält den Auftrag,
für jeden Tag einen Kurzbericht über
Positi­ves und Negatives sowie über den
Tagesablauf zu erstellen. Er wird in ein­
fache Arbeitsabläufe integriert und mit
vielen Informationen über das ganze
Tätigkeits­
gebiet des Forstwartes ver­
sehen. Ab Donnerstag fragen wir diskret
über Vermitteltes nach. So kann einfach
festgestellt werden, ob ein echtes Inte­
resse für den Beruf besteht.
Im direkten Gespräch, anhand eines
schriftlichen Berichtes, teilen wir ihm mit,
weshalb er für uns in die engere Wahl
kommt oder warum eben nicht. Kandidaten müssen eine zweite Woche, mit ganz
anderen Anforderungen, absolvieren. Hier
erteilen wir klare Aufträge, denn es geht
um die Wurst – um den Ausbildungsplatz. Wir erwarten Pünktlichkeit, korrektes ­Benehmen, sorgfältigen Umgang mit
Arbeits­mitteln. Alkoholkonsum und Kiffen sind absolut tabu. Rauchen im Betrieb
und in der Freizeit unerwünscht. Jeder
Mitarbeiter bestreitet mindestens einen
Tag mit dem Kandidaten. Nur wenn alle
hinter dem zukünftig Lernenden stehen
und zu ihm Ja sagen können, ist er ­unsere
Person. Nach dem Motto «Besser ­keinen,
als einen ungeeigneten Lernenden» hatten wir mit diesem Auswahlverfahren nur
noch gute und sehr gute «Jungs». (Zum
Ablauf der Schnupper- bzw. Kandidatenwochen vgl. Kasten.)
Verantwortung des Betriebes
Mit zunehmendem Kosten- und Leistungsdruck steigt auch die Verantwortung des Ausbildners und Lehrbetriebes
gegenüber seinem Lernenden. Zusätz­
liche Gefahren durch kombinierte Verfahren stellen hohe Anforderungen an
die Lehrmeister. Nicht nur allgemeine
Arbeits­sicherheit, nein auch der persön­
liche Gesundheitsschutz muss Schwerpunktthema jeder Ausbildung sein. Dieser beginnt bei der korrekten Ausrüstung,
über richtig gewartetes Werkzeug bis hin
zum ergonomisch korrekten Verhalten
beim Heben von Lasten.
Letztendlich aber steht und fällt die
ganze Übung mit der konsequent vorgelebten Funktion als Vorbild.
Lernende einbeziehen
Entscheidend für den ganzen Aus­
bildungsverlauf ist, dass wir den Lernen-
Ablauf der Schnupperwoche
– Begrüssung: Vorstellung Betriebsleiter und
Mitarbeiter; Vorstellung Schnupperer.
– Orientierung: Aufgaben des Betriebes,
Betriebsmittel, wer?/was?
– Waldberufe: vergleiche CODOC – Perspektive/Inklusive.
– Auftrag: Für jeden Schnuppertag Bericht
schreiben, Tagesablauf, Positives/Negatives.
Muss in der darauffolgenden Woche nachgeliefert werden.
– Tätigkeiten: Möglichst ganze Palette im
praktischen Einsatz aufzeigen. Sinn und
Zweck der Arbeiten erläutern.
– Informationen: Zum Beispiel die verschiedenen Altersstufen in einem Baumleben
(Sämling bis Altholz) beschreiben.
– Interesse: Ab Do./Fr. mittels Kontrollfragen
über Vermitteltes, effektives Interesse des
Schnupperers feststellen.
– Stundenrapport: Es wird eine Stundenliste
über die gezeigten Arbeiten geführt.
– Absprache: Gemeinsame Beurteilung durch
Mitarbeiter
– Besprechung: Die Schnupperwoche wird an
Hand eines schriftlich festgehaltenen
Berichtes, der dem Schüler abgegeben
wird, besprochen.
– Klarer Wein: Entweder Kandidat für Lehre
(= Berufspraktikum) oder Absage mit
Begründung.
Ablauf Kandidatenwoche
– Begrüssung: Vorstellung nur bei Personalwechsel.
– Orientierung: Berufspraktikum mit klaren
Aufträgen. Es geht um die «Wurst» – den
Ausbildungsplatz.
– Wir erwarten: Pünktlichkeit / korrektes
Benehmen, sorgfältigen Umgang mit
Arbeitsmitteln.
– Nicht toleriert: Alkoholkonsum/Kiffen sind
absolut tabu! Rauchen im Betrieb und in
der Freizeit unerwünscht.
– Verantwortung: Arbeiten zuteilen, die er zu
erledigen hat, zum Beispiel Kombi-Kanister
auffüllen, Mannschaftswagen anfeuern,
nach der Kaffeepause abwaschen usw.
– Arbeiten: Jeder Mitarbeiter bestreitet
­mindestens einen Tag mit dem Kandidaten.
– Belastungsprobe: Der Berufsbildner ver­
richtet einen Tag körperliche Schwerarbeit
mit dem Kandidaten (ergonomisch korrekt,
ohne den Körper zu überlasten).
– Aufschluss daraus: Hat er Biss? Hält er sich
auch unter starker Belastung an die Grundsätze des Anstandes?
– Beurteilung: Durch sämtliche Mitarbeiter.
Anwärter auf den Ausbildungsplatz wird
nur, wer das OK von allen Beteiligten hat.
– Achtung: «Elternhaus» kann eine Rolle
spielen. Wenn möglich kennen lernen
durch Kontaktnahme. Bei Problemen im
Elternhaus, leidet oft die Konzentrationsund Aufnahmefähigkeit.
– Besprechung: Beurteilung wird besprochen
und schriftlich abgegeben, inklusive Stundenkontrolle.
– Klarer Wein: Begründetes Ja oder Nein!
FORUM
den von Anfang an Verantwortung übertragen und sie mit in unsere Überlegungen
einbeziehen. Damit der «Stift» dies auch
nachvollziehen kann, ist es wichtig, dass
wir ihm bei jeder Arbeit das Ziel, den Sinn
und Zweck vor Augen führen.
In Sachen Arbeitssicherheit dürfen
keine Kompromisse eingegangen werden. Eigenverantwortung ist gefragt
und wo immer möglich zu fördern.
Wenn der Lernende die ihm übertra­
genen Arbeiten nach den vier Punkten
sicher, fachgerecht, effizient und ergonomisch korrekt angeht und ausführt,
haben wir «gewonnen».
Lernende motivieren
Lob motiviert mehr als Kritik. Erwisch
ihn wenn er etwas gut macht! Das Gefühl der Anerkennung verlangt nach
Wiederholung. Um dies öfters zu erfahren, wird sich der Lernende stets be­
mühen. Auch über das spielerische Element (Wettbewerb mit Belohnung), aber
speziell durch das persönliche Vorbild,
wirken wir motivierend.
In Wald und Feld
Glasscherben als
Ärgernis
Als langjähriger Kreisforstingenieur
habe ich oft den Ärger der Revierförster
miterlebt, wenn sie am Montag im Wald
weggeworfene Bierflaschen und Scherben vorfanden. Da im Thurgau die Gemeinden für die Abfallentsorgung und
deren Kosten verpflichtet sind, haben
unsere Förster das Aufräumen an die
­
Werkhöfe weitergereicht. Scherben im
Wald sind aber ein Landesproblem.
Als alter Velofahrer treffe ich an
Wochenen­
den immer wieder Bierflaschen und Scherbennester an Trottoirs,
Strassenrändern, angrenzenden Wiesen,
Äckern und Wäldern usw. an. Diverse
Gemeinden müssen an jedem regenfreien, warmen Wochenende zusätzlich Aufräumer einsetzen, die Scherben aufwischen und überfüllte Behälter
leeren.
Deshalb bin ich für ein Verbot von
Glasflaschen für in- und ausländisches
Bier. In der warmen Jahreszeit funktioniert bei Bierflaschen das Mehrwegprinzip unbefriedigend und die pfandfreien
Fläschli reizen gerade zur Scherbenproduktion. Zerschlagene Bierflaschen sind
ein gesellschaftliches Problem, das am
Motivation für Ausbildner
Übertragene Verantwortung und Anerkennung sind grosse Motivatoren.
Dem Mitarbeiter die Möglichkeit geben,
sich mit entsprechenden Kursen (Berufsbildner-Grundkurs für Praktiker, Lehrmeisterkurs, Instruktor Rücken, Holz­ernte,
Pflege, Bauen usw. oder Prüfungsexperte) das notwendige Grundwissen anzueignen. Danach gehört er, als direkt
für den Lernenden zuständigen Mitarbeiter, mit Unterschrift auf den Ausbildungsvertrag.
Aufwand und Ansprüche
Es ist unbestritten, dass es bei jedem
Lernenden Phasen gibt, in denen ein
Mehraufwand resultiert. Dieser wird aber,
wenn nicht wettgemacht, doch mindestens ausgeglichen, wenn wir ein paar
Grundsätze befolgen: Bringe dem «Stift»
nur etwas Neues bei, wenn du gut vor­
bereitet bist und auch genügend Zeit zur
Verfügung hast. Behandle ihn wie einen
vollwertigen Mitarbeiter und nimm nur
konstruktive Kritiken vor. Beurteilungen
dürfen nie zu Verurteilungen werden.
Signa­lisiere ihm, dass du bei Problemen
und Fragen auch einmal nach dem Feierabend noch zur Verfügung stehst. Behandle ihn so, wie du es selbst gerne
hättest. Denke daran: Lob wirkt moti­
­
vierend.
Wenn wir nach diesen Grundsätzen
handeln, die beliebig erweitert werden
können, erhalten wir als Resultat selbstständige, verantwortungsbewusste, junge
Berufsleute, die immer wieder mal bei
uns hereingucken. Obendrein bleiben
wir vor allem «geistig jünger» und verweilen auch im Bereich von Arbeits­
techniken und Methoden nicht im Steinzeitalter.
Lehrmeister Erwin Béguelin und mich
erfüllt es jedenfalls immer wieder mit
Stolz, wenn wir an der Diplomfeier für
Forstwarte mit gutem Gewissen einen
weiteren, vom Jugendlichen zum fähigen, naturfühlenden Facharbeiter gereiften Mann in den Alltag entlassen können.
Karl Schwarz, Förster, Kleinandelfingen
Es geht auch anders
Das Eidgenössische Turnfest 2007 in Frauenfeld war ein Grossanlass mit 56 000 Turnern
und über 100 000 Besuchern. Umweltschutz und Entsorgung waren bestens organisiert. An sechs Tagen war ich dort als einer der Gruppenleiter mit vielen Helfer in der
Entsorgung und bei Säuberungsarbeiten tätig. Wegen des freien Eintritts war leider das
Glasverbot nicht kontrollierbar, was zu einigen Problemen und Mehraufwand in der
Entsorgung führte. Dennoch hat sich das grundsätzliche Glasverbot (Wein ausgenommen), Bier im Offenausschank oder aus PET-Flasche mit Pfandmarke, Trennsystem in der
Entsorgung usw. bei Festwirten und Getränkeständen voll, bei den Festbesuchern gut
bewährt. Einfach und vor allem rückstandslos einsammelbar waren auch die mitgebrachten PET-Flaschen und Alu-Getränkedosen. Grosse Probleme machten die trotz
Glasverbot eingeschmuggelten Bierflaschen und Fläschli. Wahrscheinlich konnten gar
nicht alle Flaschen und Scherben gefunden werden.
Selbsternannte Bierkenner behaupten zwar, Bier aus Glas schmecke am besten. Bier aus
PET-Flaschen und ALU-Dosen würden sie (wie raucherfreie Züge) strikte boykottieren.
Leider nehmen die Getränkebranche, Grossverteiler, Wirte, organisierende Vereine usw.
diese lauten Sprüche allzu ernst. Auch bei den Vorbereitungen zum Turnfest waren die
Boykottbefürchtungen der älteren Garde wegen des Glasverbots beachtlich. Am Turnfest wurde jede Menge Bier offen, aus PET und Aludosen getrunken, niemand hat
­reklamiert. Im Gegenteil: Die Ideen wurde als super befunden.
Armin Bont
besten durch ein Glasverbot vermieden
wird. Für ein landesweites Glasverbot
beim in- und ausländischen Bier müssen
die Geschädigten miteinander kämpfen.
Es sind dies Gemeinden, Städte, Grundbesitzer (vertreten durch Bauern- und
Waldwirtschaftsverbände), Forstperso-
nalverbände, Bundesamt für Umwelt
usw. Wird das Problem vor sich hergeschoben: Die nächste warme Jahreszeit
kommt bestimmt und was bringt die
­Euro08?
Armin Bont, alt Kreisforstingenieur
8500 Frauenfeld
W A L D U N D H O L Z 2/087
Le Triage forestier Nods – La Neuveville cherche
Die HZN AG steht für eine professionelle Vermarktung sämtlicher Waldholzprodukte aus
den Wäldern der Nordwestschweiz. Sie beliefert Holzverarbeiter und Handelsunternehmen
im In- und Ausland. Die Kunden schätzen die Kontinuität in der Versorgung mit den gewünschten Holzsortimenten. Für die öffentlichen und privaten Waldbesitzer in der ­Region
Nordwestschweiz ist sie eine zuverlässige Absatzmittlerin für sämtliche Holz­sortimente.
Wir suchen per 1. August 2008 einen
Geschäftsführer (m/f)
Ihr Aufgabengebiet umfasst
– Ein- und Verkauf von sämtlichen Waldholzsortimenten
– Kundenkontakte (Akquisition und Kundenpflege)
– Führen eines Teams von 3 bis 4 Mitarbeitern
– Berichterstattung an den Verwaltungsrat und die Aktionäre
Sie verfügen über
– eine Ausbildung im Forst und/oder in der Holzverarbeitung, vorzugsweise Förster mit
Weiterbildung zum Holzkaufmann (vertieftes Wissen im Rundholzhandel)
– betriebswirtschaftliche Kenntnisse, im Speziellen Marketing, Verkauf und Organisation
– unternehmerisches Denken, Fähigkeit zur Unternehmensentwicklung
– Führungserfahrung, Leadership, hohe Sozialkompetenz
– Grundkenntnisse im Finanz- und Rechnungswesen
– gute EDV-Kenntnisse
– Französischkenntnisse in Wort und Schrift erwünscht
Sie sind
– teamorientiert und durchsetzungsfähig
– belastbar
– entscheidungsfreudig
Wir bieten Ihnen
– eine selbstständige, interessante, herausfordernde und verantwortungsvolle Tätigkeit
in einem kleinen, leistungsfähigen Team
– eine sichere Position in einer zukunftsträchtigen Branche
– attraktive Anstellungsbedingungen
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Dann senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bis Ende Februar 2008 an
folgende Adresse: Sekretariat Verwaltungsrat HZN AG, Frau Christine Thommen, Hauptstrasse 32, 4414 Füllinsdorf, oder per Mail an christine.thommen@bluewin.ch
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Herr Friedrich Häring, Präsident des Verwaltungsrates der HZN AG, 061 901 71 04, Mail: friedrich_haering@hotmail.com
Forstrevier Bennwil, Hölstein, Ramlinsburg
Wir sind ein
tolles Team
haben klare Kompetenzregelungen, eine gute
­Organisationsstruktur und «d’Büez» ist abwechs­
lungsreich.
Da uns unser Maschinist (Zangenschlepper HSM 904)
leider verlässt, suchen wir einen neuen K
­ ollegen
der ihn ersetzt. Bist du interessiert und verfügst
über die nötigen Kompetenzen oder die Bereit­
schaft dir diese anzueignen, dann melde dich.
Stellenantritt:
Anfangs Mai 2008 oder nach Vereinbarung.
Bewerbungen an:
Forstrevier Bennwil, Dorfstrasse 124, 4431 Bennwil
(Frist bist Ende März 2008).
Weiter Auskünfte erhälst du beim Stelleninhaber,
­Stephan Keller, 079 275 29 66, beim Vorarbeiter,
Mathieu Buser, 079 241 42 49 oder beim Förster,
Daniel Wenk, 079 415 82 73.
8
W A L D U N D H O L Z 2/08
un forestier-bûcheron – chef d’équipe
et un forestier bûcheron
pour la création d’une équipe forestière
Exigences et tâches:
– diplôme de contremaître souhaité
Chef
– direction d’une équipe de 2 collaborateurs
d’équipe:
– organisation des travaux dans le terrain
– seconder le chef d’entreprise
Forestierbûcheron:
Profil
pour les
deux postes:
Nous
offrons:
– réalisation des travaux sylvicoles et des travaux de bûcheronnage
– activité dans divers travaux d’entretien
– être titulaire du diplôme de forestier-bûcheron
– jouir d’une bonne santé
– avoir un esprit d’initiative
– avoir de bonnes notions de sylviculture
– travail intéressant et varié dans une nouvelle équipe
– possibilités de formation continue
– rémunération appropriée à vos compétences
Entrée en fonctions: de suite ou à convenir
Renseignements et offres de services: Jean-Michel Jubin, forestier
Natel: 079 658 06 42 – Bureau: 032 751 61 40
Les personnes intéressées sont priées d’adresser leur offre écrite avec curriculum
vitae, copies de certificats et références jusqu’au 29 février 2008 au:
Triage forestier Nods – La Neuveville, c/o Administration communale, 2518 Nods
Bäuertgemeinde Grund, 3862 Innertkirchen
Zur Verstärkung unseres Forstteams suchen wir auf Ende April
oder nach Vereinbarung einen
Forstwart
Einsatzbereich:
– Mitarbeit in verschiedenen Waldpflegeprojekten
– Holzerntearbeiten
– Unterhaltsarbeiten
– Leitungsholzerei
Sind Sie jung, dynamisch, teamfähig und haben eventuell
Erfahrung bei Baumkletterarbeiten oder möchten dies erlernen,
dann könnten Sie eventuell unser Team ergänzen.
Weitere Auskünfte erteilt A. Nydegger, 033 971 53 25 oder
079 459 04 26.
Ihre Bewerbung senden Sie bis zum 22. Februar 2008 an:
Andreas Nydegger, Revierförster
Grundeystrasse 7, 3862 Innertkirchen
Vogelschützer verlangen weiterhin naturnahen Waldbau
Wald muss den Vögeln ein Zuhause bleiben
Die Vogelarten Europas werden als
Folge des Klimawandels mit gravie­
renden Problemen konfrontiert sein.
Wegen der veränderten Bedingungen
müssen sie in der Lage sein, neue Ge­
biete zu besiedeln, was in der intensiv
vom Menschen genutzten Landschaft
immer schwieriger wird. Auch die
Forstwirtschaft ist gefordert.
Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und die Schweizerische
Vogel­
warte Sempach haben aufgrund
des ­
erschienenen Klimaatlas der Brut­
vögel Europas die Konsequenzen für die
Schweiz untersucht. Am gravierendsten
sind gemäss BirdLife Schweiz die Aus­
wirkungen des Klimawandels auf Vogelarten der Alpen: «Das Alpenschneehuhn
zum Beispiel, das heute den ganzen
Alpen­bogen besiedelt, könnte im späten
21. Jahrhundert nur noch in Reliktvorkommen im südwestlichsten und östlichsten Zipfel der Schweiz überleben»,
sagt Niklaus Zbinden von der Schweize­
rischen Vogelwarte Sempach.
Holzschläge nicht das Problem
Foto: Claude Motier
Und Werner Müller, Geschäftsführer
BirdLife Schweiz, erklärt: «Nur wenn die
Bestände unserer Arten und damit die
genetische Vielfalt möglichst gross sind,
besteht eine Chance, dass sich die Arten
an die veränderten Bedingungen anpassen können.» Ausserhalb der Schutz­
gebiete müsse die ganze Landschaft für
die Arten durchlässig werden. In der
Landwirtschaft brauche es deshalb mehr
qualitativ hochstehende und vernetzte
ökologische Ausgleichsflächen.
Besser weg in der Beurteilung kommt
der Schweizer Wald. «Der heute vorbildliche naturnahe Waldbau in der Schweiz
ist mit ausreichenden Grundanforde­
rungen beizubehalten», heisst es in der
Pressemitteilung. Christa Glauser, von
SVS/BirdLife Schweiz, präzisiert auf Anfrage, was der Wald an die Erhaltung der
Vogelwelt beitragen kann. «Der Schweizer Wald ist heute auf der ganzen Fläche
naturnah», beurteilt sie die Situation.
Damit seit der Lebensraum für die häufigsten Vogelarten gegeben. Und sie ist
überzeugt: «Für einen weiterhin natur­
nahen Waldbau ist kein Zusatzaufwand
nötig, wenn man die Anliegen der Natur
frühzeitig in die Wirtschaftsplanung einbezieht.» Wirtschaftlichkeit und Öko­
logie würden sich nicht ausschliessen.
Insbesondere die Holzernte selber stellt
sie nicht in Frage. «Ein lichter Wald ist ein
vielfältiger Wald», sagt sie. Entscheidend
sei, wie die Holzschläge durchgeführt
würden. Allerdings stellt sie auch klar,
dass neben dem bewirtschafteten Wald
ein Anteil Total- und Sonderwaldreservatsflächen zur Erhaltung der ganzen
Biodiversität im Wald nötig seien.
Für Müller zeigt der Klimaatlas der
Brutvögel Europas, «dass die Schweiz
ihre Hausaufgaben im Naturschutz noch
längst nicht gemacht hat, sondern dass
sie endlich die überfällige BiodiversitätsStrategie erarbeiten muss».
Urs Wegmann
Das Alpenschneehuhn könnte massiv an Lebensraum verlieren.
AKTUELL
Das «Foto des Monats»
Haben Sie aussergewöhnlich schöne,
lustige, besinnliche, einmalige Fotos
vom Wald, von der Arbeit im Wald, von
speziellen Holzprodukten oder von
Ereignissen rund um die Waldwirt­
schaft?
Dann schicken Sie uns doch eines oder
zwei zu (Anschrift: Redaktion «WALD
und HOLZ», Rosenweg 14, 4501 Solothurn, oder tschannen@wvs.ch)!
Den Einsendern, deren Aufnahme hier
erscheint, winken als Prämie wahlweise
entweder 50 Franken oder aber sie
bekommen «WALD und HOLZ» ein
Jahr lang gratis (Normal-Abopreis
zurzeit 89 Franken)!
Das «Foto des Monats» stammt diesmal von Alfred Schären, Landstrasse 42, 5300 Turgi.
Er schreibt dazu: «Dass Biber jede Holzart benagen ist bekannt. Dass Biber aber gleich
­mehrere starke, schlagreife Rotbuchen im Durchmesser bis 70 cm (BHD) nicht nur ent­
rinden, sondern so stark benagen ist eher selten. Diese Buchen stehen – zum Glück für
die Biber – auf einer Insel im Wasserschloss bei Brugg/AG; eine allfällige Nutzung wäre
nur mit Helikopter oder auf dem Wasserweg möglich und kaum kosten­deckend.»
Tagung der Arbeitsgruppe Vegetation und Boden des Schweiz. Forstvereins
Verjüngung unter Brombeere
In vielen Beständen bedrängt die Brombeere die Sämlinge und jungen Wald­
bäume derart stark, dass kaum Verjüngung aufkommt. Die direkte Bekämp­
fung der Brombeere ist sehr aufwändig, Alternativen sind kaum bekannt.
In einem 1-tägigen Kurs der Arbeitsgruppe Vegetation und Boden des Forst­
vereins am 23. Oktober wurden die Brombeere und ihre Wirkungen diskutiert.
Im Raum Wohlen-Villmergen wurde in zwei Waldbeständen aufgezeigt, wie
der Mechanismus der Brombeerverjüngung abläuft und welche Massnahmen
mehr oder auch weniger geeignet sind. Dabei spielen die Bodeneigenschaften
eine bestimmende Rolle.
Die besonderen Eigenschaften der
Brombeere bildeten den Ausgangspunkt
zur Tagung. Bereits im Halbschatten können sich Triebe vermehren und bedeutende Flächen einnehmen. Doch erst
wenn durch Holzschlag oder durch Windwurf offene Verhältnisse entstehen,
schlägt die Stunde der Brombeere, denn
nun stehen mehr Licht, Wasser und
Wärme zur Verfügung, was die Brombeere schneller als die meisten anderen
Pflanzen in Wachstum umsetzen kann.
10
W A L D U N D H O L Z 2/08
Sie kann jährliche Triebe bis über 3 m bilden und damit grosse Flächen in Beschlag
nehmen. Diese augenfällige Wirkung
zeigt in Bezug auf die Verjüngung aber
dennoch markante Unterschiede.
Forschungsprojekt:
­Verjüngung in Sturmflächen
Dr. Anton Bürgi, von der Forschungs­
anstalt WSL und Kreisförster im Wohlener Wald, stellte das kürzlich abgeschlos-
Achtung: Die Fotos (ob auf Papier, als
Dia oder als elektronische Daten) müssen von guter Qualität sein, das heisst
insbesondere scharf und genügend
hell. Digitalkameras auf feinste Auf­
lösung einstellen! Wichtig ist aus­
ser­
dem ein kurzer erklärender Text zum
Foto (Bildlegende). Die genaue Anschrift des Absenders nicht ver­gessen!
Selbstverständlich bekommen Sie alle
Fotos zurück. Wir behalten uns aber
anderweitige Veröffentlichungen im
Rahmen der PR-Arbeit des WVS vor.
sene Forschungsprojekt der WSL dar, das
er zusammen mit Michael Nobis betreut
hatte. Auf fünf «Lothar»-Sturmflächen
im Mittelland wurden 119 Quadrate
von 10 ×10 m minutiös beschrieben. Die
Sämlinge der verschiedenen Baumarten
wurden einzeln ausgezählt und nach
Keimungs­
jahr sortiert. Die wichtigsten
Konkurrenten aus der Krautschicht wurden ebenfalls notiert. Die wichtigste Erkenntnis: Auf jeder Untersuchungsfläche
konnten mindestens einzelne Jungpflanzen die Brombeeren durchwachsen. Die
Schattenbildung der Brombeere ist somit
keine absolute Barriere für die Naturverjüngung.
Im Wohlener Wald wurde eine grosse
«Lothar»-Sturmfläche besucht, die eine
gute bis sehr dichte Naturverjüngung
aufweist. Das Spektrum der Baumarten
wird dominiert von Bergahorn und Esche,
daneben gedeihen Buche, Salweide,
Fichte, Birke, Waldföhre, Hagebuche und
Kirsche. Gar die Stieleiche konnte sich
vereinzelt durchsetzen. Dass dies auch in
einem dichten Brombeerteppich möglich
AKTUELL
war, wurde der vorhandenen Naturverjüngung sowie dem belebten Boden zugeschrieben.
Kalkarme Böden mit Fichten
sehr heikel
Der zweite Bestand in der Gemeinde
Villmergen zeigte auf, wo die Brombeere
am stärksten wirkt: auf den kalkarmen
Böden. Doch das Kernproblem der Verjüngung liegt woanders. Es wurde durch
die Frage des Tagungsleiters Beat von
Wyl illustriert: «Wenn in einem Altbestand keine Verjüngung vorhanden ist,
warum sollte sie plötzlich da sein, nachdem die Fläche ans Licht kommt?» Das
heisst: Das Verjüngungsproblem ist da,
bevor sich die Brombeere breit macht! Es
tritt vor allem dort auf, wo einseitige
Fichten­bestockungen stehen. Die Naturverjüngung wird dabei in mehreren Be­
reichen behindert: einseitiges Samen­
angebot, Samenfrass durch Mäuse, sehr
trockenes Keimbeet durch Moderauflage
und/oder Wasserentzug durch oberflächliche W
­ urzeln der Fichte, verminderter
Niederschlag auf dem Boden. In einem
Referenzbestand mit einer gemischten
Be­stockung konnte eine deutlich stärkere
Naturverjüngung beobachtet werden.
Gemäss einer groben Abschätzung
(v. a. saure Böden mittlerer Feuchte) dürften rund 20% der Waldfläche im Mittelland stark vom Brombeerproblem betroffen sein. Auf diesen Flächen können
kurzfristig nur sehr aufwändige Massnahmen wie mähen, zurückschneiden,
austrichtern oder ausreissen nutzbare
­Resultate bringen. Dies kommt aber nur
ausnahmsweise in Frage. Langfristig können durch geeignete waldbauliche Massnahmen klare Verbesserungen erreicht
werden. Im Zentrum steht das Ziel, die
Böden durch geeignete Baumarten zu
beleben. Vorbauarten wie Vogelbeere,
Salweide oder diverse Sträucher können
auch auf stark sauren Böden gedeihen.
Auf schwach sauren Böden kommt auch
ein nutzbarer Vorwald in Frage, der starke
Anteile von Birke, Bergahorn oder Linde
umfasst. Will man innert einiger Jahre
eine Verjüngung sehen, so kommt man
ohne Pflanzungen nicht aus. Forstinge­
nieur Richard Stocker zeigte eine erfolgreiche Nesterpflanzung mit Buche, doch
auch andere Nutzbaumarten kommen in
Frage. Eine flächige Pflanzung wurde
aus Kostengründen ausgeschlossen. Hingegen wurde die Unterpflanzung mit
Schattenbaumarten vor der Räumung
des Altbestandes als sinnvolle Variante
empfohlen.
Wild: Brombeere schützt
­Verjüngung
Zum Schluss der Tagung wurde eine
ehemals eingezäunte Referenzfläche besucht. Die Beobachtung war für viele
überraschend, denn der Brombeerwuchs
war innerhalb des weggeräumten Zaunes
viel kräftiger. Frassspuren zeigten deutlich, dass das Wild die Brombeere ebenso
schätzt wie Jungbäume. Zudem wirken
Brombeerranken oft als Schutz vor dem
Wild.
Auch wenn Wundermittel fehlen,
zeigte der Kurs auf, wo es echte Brombeerprobleme gibt und wo nicht. Dies
wird dazu beitragen, dass viele unnötige
Massnahmen weggelassen werden. Dort
wo das Problem vorhanden ist, kann gezielt das Grundproblem des unbelebten
Bodens angegangen und mit waldbau­
lichen Massnahmen vermindert werden.
Beat von Wyl, Geri Kaufmann
TV-Programmtipps
Bilderbuch Nordschwarzwald. Jedes Jahr besuchen Millionen von Ausflüglern, Kurgästen und Urlaubern den nördlichen Schwarzwald, ein herrliches Waldgebirge zwischen Oberrheinebene und Neckartal.
7. Februar 2008, hr, um 15.15 Uhr
nano: Die Welt von morgen. Themen: «Visionäre». Der Umwelt-Manager Tamás
Marghescu möchte der Umwelt einen Preis geben.
7. Februar 2008, 3sat, um 18.30 Uhr
Herbst der Hirsche. Ein Film von Markus Schmidbauer.
10. Februar 2008, SWR, um 13.30 Uhr
Die Eiche, Königin des Waldes. Kaum ein anderer Baum hat den Menschen mehr
Respekt eingeflösst als die Eiche. Seit Jahrtausenden bewegt sie die Gemüter, gibt es
spirituelle und politische Auseinandersetzungen um ihre majestätische Erscheinung. Die
Filmemacherin Sabine Stadtmueller ist der Natur und Kulturgeschichte dieses ausser­
ordentlichen Baums nachgegangen.
14. Februar 2008, 1festival, um 21 Uhr
Bilderbuch Deutschland: Der Soonwald im Hunsrück. Ein Wald wie aus alten
­Märchen: jahrhundertealte Eichen, romantische Burgruinen, verwunschene Lichtungen,
blühende Wiesen, kristallklare Bäche. «Silva sana», gesunder Wald, nannten ihn die
Römer. Heute pflegen engagierte Forstleute den Wald und hüten seine versteckten
Kleinode. Der Soonwald ist weitgehend unzersiedelt und ca. 20 000 ha gross. Nur
­wenige Strassen führen durch den Wald, die nächsten Ortschaften liegen alle am Waldrand. Für viele Menschen im östlichen Hunsrück ist der Wald Arbeitsplatz: Waldarbeiter
ist hier ein Traditionsberuf.
19. Februar 2008, NDR, um 14.15 Uhr
Waidmanns-Dank: Jagd im Burgenland. Stundenlang im Morgengrauen auf einem
Hochsitz zu verweilen und sich dabei kalte Füsse zu holen – dazu gehört schier grenzenlose Jagdleidenschaft. Ein Film über das oft spannungsgeladene Verhältnis zwischen
Jägern und Naturschützern.
28. Februar 2008, 3sat, um 13.15 Uhr
Planet Wissen: Der deutsche Wald – verzaubert und vermarktet. Schon immer
hatten die Deutschen eine besonders enge Beziehung zu ihrem Wald. Im Mittelalter
lebten Ungeheuer und böse Hexen in ihm. In der Romantik verehrten sie den Wald als
heiligen und heilbringenden Ort. Die Nationalsozialisten missbrauchten ihn als Sinnbild
des Germanischen und Umweltschützer prophezeiten in den 80er-Jahren ein gewaltiges
Waldsterben. Heutzutage entdecken immer mehr Menschen den Wald w
­ ieder. Aber hat
der Wald trotz Umweltverschmutzung und Klimakatastrophe überhaupt noch eine
Chance?
7. März 2008, SWR, um 15 Uhr
Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.
W A L D U N D H O L Z 2/0811
Wir suchen einen
Forstwart
mit solider Ausbildung.
Interesse an Seilkranarbeiten
ist Voraussetzung.
Nähere Auskunft
079 470 00 45
12
W A L D U N D H O L Z 2/08
AKTUELL
PERSÖNLICH
Dr. Christoph Hegg ist neuer Vizedirektor der Eidgenössischen Forschungs­
anstalt WSL in Birmensdorf. Damit endet
die Verpflichtung von Dr. Jakob Roost,
der die Reorganisation der WSL von 2004
bis 2007 geleitet hatte. Dr. Hegg arbeitet
bereits seit elf Jahren an der WSL, seit
2006 als Leiter des Forschungsprogramms
«Naturgefahren».
Ingela Brunner hat das Amt der Rek­
torin an der Universität für Bodenkultur
Wien übernommen. Die 55-Jährige ist
damit die erste weibliche Magnifizenz
Österreichs. Sie war bisher vor allem auf
den Gebieten Energie, Umwelt und Verkehr aktiv.
Wald-Wild-Weiterbildung 2008
«Rehwild im Wald»
Die Arbeitsgruppe für Wald und Wildtiere des Schweizerischen Forstvereins
SFV führt in Zusammenarbeit mit Förstern, Jägern und Wildtierspezialisten
wiederum eine Weiterbildung durch,
diesmal zum Thema «Rehwild im Wald».
Das Ziel dieser Weiterbildung besteht
darin, Sachliches und Aktuelles zum
Rehwild im Wald zu präsentieren. Dies
am Vormittag mit drei Grundsatzrefe­
raten (u. a. zur Jagdplanung unter Berücksichtigung der Verbisssituation im
Wald), am Nachmittag mit praktischen
Beispielen aus Revier und Patentkantonen zur Rehjagd sowie zu Reh und
Luchs.
Angesprochen sind Förster, Forstinge­
nieure, Jäger, Wildhüter und Wildbio­
logen.
Kosten: Fr. 100.–, inkl. Verpflegung.
Fachhochschul-Diplome an der SHL in Zollikofen
Die erste Forstingenieurin
Die Schweizerische Hochschule für
Landwirtschaft SHL in Zollikofen hat
am 17. Januar 71 Diplomandinnen
und Diplomanden der Agronomie,
Forstwirtschaft und Lebensmitteltech­
nologie gefeiert, unter ihnen die erste
Forstingenieurin.
Kann aus Schafmilch ein marktfähiger
Mozzarella hergestellt werden? Was
trägt ein typischer Schweizer Mischwald
zur Verminderung des CO2 bei? Wann
rentiert eine landwirtschaftliche Bio­gas­
anlage in der Schweiz? Oder der Kir­
schenanbau in Lettland? Das sind Frage­
stellungen, welche die Studierenden der
Land-, Forst- und Lebensmittelwirtschaft
im Rahmen ihrer Diplomarbeiten an der
Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL untersucht haben.
Die Absolventinnen und Absolventen
der SHL sind für ihre praktische und fundierte Ausbildung bekannt und auf dem
Arbeitsmarkt entsprechend begehrt. Eine
Umfrage bei den vor einem Jahr Diplomierten hat ergeben, dass diese praktisch
alle innert kurzer Zeit eine ihnen entsprechende Beschäftigung gefunden haben.
Auch die diesjährigen Kandidatinnen und
Kandidaten hatten ihre Stellen teilweise
bereits im Sack, als sie zu den Diplom­
prüfungen antraten.
Bald schon Master?
Es sind vor allem erfreuliche Leistungen
zu verzeichnen. Die Beste in der Forstwirtschaft war Doris Zehnder aus Vogelsang/AG. Sie ist gleichzeitig die erste
Frau, welche den noch jungen Studiengang auf Fachhochschulniveau absolviert
hat.
Nach der Feier im Zentrum Paul Klee
wünschte der Direktor Alfred Buess allen
Diplomandinnen und Diplomanden alles
Gute für ihr Berufsleben. «So pflege ich
hier eigentlich Abschied zu nehmen.
Diesmal hoffe ich nun allerdings, einige
von ihnen als Studierende an der SHL
wiederzusehen.» Mit seiner Bemerkung
spielte Buess auf den geplanten Master
in nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft
an. Wenn alles rund läuft, wird der auf
dem Bachelor aufbauende Studiengang
in wenigen Wochen von den Bundes­
behörden bewilligt, dann kann das Studium der Land- und Forstwirtschaft in
Zollikofen wissenschaftlich weiter vertieft
werden.
SHL Zollikofen
Anmeldung:
Bis am 4. April (die Teilnehmerzahl ist
begrenzt; die Reihenfolge der Anmeldung ist für die Teilnahme entscheidend).
Für den Kurs vom 20. August in Maien­
feld an:
Bildungszentrum Wald Maienfeld
7304 Maienfeld
081 303 41 41, Fax 081 303 41 10
markus.huerlimann@bzwmaienfeld.ch
Für den Kurs vom 21. August in Lyss an:
Bildungszentrum Wald Lyss, 3250 Lyss
032 387 49 23, Fax 032 387 49 30
meyrat@foersterschule.ch
Die frisch Diplomierten (von links): Gil Loetscher, Adrien Vallaton, Andrea Stampanoni,
Doris Zehnder, David Ricci, Nicolas Joss, Markus Wagner, Jan Keller, Michele Bühler, Felice
Crottogini.
W A L D U N D H O L Z 2/0813
AKTUELL
DLG-Wintertagung
Neue Dynamik in der Forstwirtschaft
«Die Forstwirtschaft befindet sich ge­
genwärtig in einer sehr komfortablen
Situation: Sie stellt ein Produkt bereit,
das sehr begehrt ist – und dies auf ab­
sehbare Zeit auch bleiben wird.» Mit
diesen Worten eröffnete Dr. Ute Seeling, die Geschäftsführerin des Kura­
toriums für Waldarbeit und Forst­
technik (KWF), ein gemeinsam mit
der DLG (Deutsche LandwirtschaftsGesellschaft) durchgeführtes Forum
im Rahmen der DLG-Wintertagung
im westfälischen Münster.
Dr. Christian Kölling, von der Bayerischen
Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising, ging auf die Wald­
bewirtschaftung im Zeichen des Klima­
wandels ein. Künftig würden sich die
Standort­
bedingungen besonders für die
Fichten und Kiefern verschlechtern, welche für die Waldbauern die Hauptbaum­
arten darstellen. Dr. Kölling betonte, dass
es für die Fichten kaum noch Standorte in
Deutschland geben wird, auf denen sie
eine ausreichende Wasserversorgung vorfinden. Ihre Anfälligkeit gegenüber Borkenkäfern werde deshalb weiter zunehmen. «Selbst die Kiefer, bisher als Baumart
mit geringen Ansprüchen an Wasser und
Im Wald
Mächtig stand sie da, die alte Fichte, hat
getrotzt gar manchem Sturm. Doch –
welch peinliche Geschichte – besiegt hat
sie ein kleiner Wurm.
Borkenkäfer heisst der Bösewicht, naschte
von des Baumes Saft, lebt im Dunkeln,
scheut das Licht, hat den Baum dahin­
gerafft.
Merke dir, du kleiner Käfer: Künftig werd
ich schneller sein. Ich brauch Balken, Bret­
ter, Täfer, drum bitte, lass das Naschen
sein.
Auch für Handel und Verkauf taugen nur
gesunde Bäume. Drum achte ich jetzt
stets darauf, dass ich das Holzen nicht
versäume.
An unserm Wäldchen hang ich sehr, ich
schöpf daraus so viel Gewinn. Nicht nur
an Stämmen gross und schwer, nein,
auch an Kraft und Lebenssinn.
Ist uns nicht alles nur geliehen, was brauch
ich denn viel Gut und Geld? Dem Käfer
hab ich drum verziehen, auch ich bin nur
ein Gast auf dieser Welt.
Ernst Liechti, Landiswil
3434 Obergoldbach
14
W A L D U N D H O L Z 2/08
Nährstoffen bei den Waldbesitzern beliebt, wird ein gros­ser Verlierer des Klimawandels sein, weil sie voraussichtlich nicht
an den starken Temperaturanstieg angepasst ist», betonte Dr. Kölling. Er erwartet
daher ein stärkeres Auftreten von Wachstumsstörungen und eine erhöhte Anfäl­
ligkeit gegenüber Schädlingen. Daher
empfiehlt der Forst­experte, vermehrt die
Baumarten Buche, Bergahorn, Esche und
Weisstanne anzubauen.
Dr. Wilhelm Vorher, vom Deutschen
Holzwirtschaftsrat in Wiesbaden, skizzierte in seinem Beitrag die neue Dynamik in der Forstwirtschaft aus Sicht der
Holzindustrie, die «derzeit und künftig
viel Holz benötigt». Dr. Vorher prognostizierte einen jährlichen Anstieg des
Rohholzbedarfs in Höhe von 5% in
Deutschland. Daher könne auch künftig
mit hohen Holzpreisen gerechnet werden. Den von Dr. Kölling favorisierten
Baumarten sagte er eine hohe Nachfrage voraus, weshalb Waldbesitzer
ruhig die Nadelreinbestände in stabile
Mischbestände umwandeln sollten. «In
Zukunft wird durch die Holzverknappung jede Baumart zu verkaufen sein»,
beruhigte Vorher die anwesenden Waldbesitzer.
Einen dritten Aspekt der Dynamik in
der Forstwirtschaft umriss Ralf Dreeke
von der Firma Wahlers Forsttechnik aus
Uffenheim (Unterfranken). Die technische
Entwicklung werde künftig nicht in Richtung immer grösserer Maschinen mit
höherer Motorleistung gehen, sondern
­
hin zu einer intelligenten Vernetzung
des Kunden mit dem Produzenten. Für
den Forstfachmann findet mit der GPSTechno­logie, der zeitgemässen EDV und
einer besseren Ausbildung der Maschinen­
führer eine Wertoptimierung bei der Aushaltung statt.
Quelle: Deutsche LandwirtschaftsGesellschaft DLG
Gesucht nach Übereinkunft
Chauffeur C/E
auf Anhängerzug mit Kran
für Holztransporte.
Wir bieten Dauerstelle
in gutem Team
und fortschrittliche
Anstellungs­bedingungen.
Gebr. Zeier, Holztransporte
5507 Mellingen
056 491 48 48 oder
079 216 26 71
W A L D U N D H O L Z 2/0815
HOLZMARKT
Wertholzverkauf Colombier/NE
hungsweise 28,0% auf 37,44 m3 respektive 9,7% zurück. Der Durchschnittserlös
stieg um volle 45% von 257.– CHF/m3 im
Vorjahr auf 372.– CHF/m3.
Diese Preis­entwicklung ist teils auf die
angebotene Palette an Holzarten, teils auf
den exzellenten Markt für Eiche zurück­
zuführen. Diese Holzart machte 2007 den
Grossteil des Angebots aus. Auch der
­rigorose Qualitätsanspruch an das Holz
durch die Waldbesitzer trug Früchte. Deshalb entsprach das diesjährige Angebot
auch weit besser den Qualitäts­ansprüchen,
welche auf solchen Wert­holzverkäufen an
das Holz gestellt wer­den, als jenes der ersten Auflage von 2006.
Unter den 14 Holzkäufern fanden
sich nebst zweien aus dem Kanton Neuenburg auch solche aus der übrigen
Schweiz, Frankreich und Deutschland.
82% des H
­ ol­
zes stammten aus FSCbeziehungsweise Q/PEFC-zertifizierten
Wäldern Die höchsten Preise erzielten
ein Nussbaum mit 1250.– CHF/m3, eine
Eibe mit 1078.– CHF/m3, eine Eiche mit
1001.– CHF/m3 und ein Berg­ahorn mit
1000.– CHF/m3.–.
■­
Sehr zufriedenstellend
Der Neuenburger Wald­
besitzerverband Associa­
tion Forestière Neuchâte­
loise AFN führte im Dezember 2007 zum
zweiten Mal seinen Wertholzverkauf nach
dem Submissionsverfahren durch.
In Colombier wurden 386 m3 aus­
gesuchtes Wertholz, verteilt auf 23 Holzarten aus den sechs Forstkreisen des
­Kantons und von 28 Waldeigentümern –
22 öffentlichen und 6 privaten – ange–
boten.
Der Verkauf ergab, laut Verkaufsleitung, gesamthaft ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Die ver­kaufte Holzmenge
war mit 348,56 m3 um 10,4% grösser als
2006 mit 315,67 m3. Der Anteil an unverkauftem Holz ging von 122,74 m3 bezie-
Association Forestière Neuchâteloise
AFN: Wertholzverkäufe 2007 und 2006
HolzartMenge∅-Erlös ∅-ErlösVerä.
2007 2007200607/06
m3CHF/m3
%
Buche
42,15
Eiche
145,65
Esche
42,24
Bergah. 42,20
Spitzah.
1,42
Kirschb.
9,17
Linde
7,29
Kastanie
–
Ulme
9,42
Nussb.
1,53
Zwetsch. 0,21
Birke
–
Fichte
Tanne
Föhre
Lärche
Dougl.
Eibe
Thuya
Total
2,63
–
–
27,22
14,50
2,93
–
348,56
Laubrundholz-Versteigerung Lausanne
192.– 153.– +25,5
488.– 435.– +12,2
172.– 183.– –6,0
417.– 463.– –9,9
216.– 387.– –44,2
305.– 312.– –2,4
187.– 176.– +6,2
– 272.– –
213.– 263.– –19,0
685.– 1612.– –57,5
600.–
– –
– 200.– –
140.–
–
–
409.–
253.–
1000.–
–
203.– –31,0
175.– –
133.– –
345.– –18,6
240.– +5,4
699.– +43,1
110.– –
372.–
257.– +44,7
Am 12. Dezember 2007
fand in Lausanne zum
sechsten Mal die durch
den waadt­länder Waldwirtschaftsverband,
den Forstdienst der Stadt Lausanne, den
Verband für Holzsortierung des achten
waadtländischen Forstkreises Yverdonles-Bains und La Forestière, organisierte
Rundholz-Verstei­gerung nach traditioneller Art statt. Inner­halb von vier Stunden
wurden ca. 5800 m3 Laubrundholz und
geringe Mengen Dougla­
sienholz ver­
steigert. Mit diesen Holz­mengen gehört
die Versteigerung von Lausanne über die
Schweizer Grenzen ­hinaus zu einem bedeutenden Anlass.
Foto: AFN
Holz-Menge ∅-ErlösBemerkung
artm3CHF/m3
16
W A L D U N D H O L Z 2/08
Der Verkauf der qualitativ hochwertigen
«Filetstücke» bringt auch in dieser Holz­
marktkampagne teilweise neue Höchst­
preise und Erlöse, welche deutlich über
den Durchschnittserlösen der jeweiligen
Baum­
arten liegen. Allerdings stehen
diesen besseren Erlösen auch höhere
Kosten für das Zusammenführen, das
Präsentieren auf den Lagerplätzen und
die aufwän­digere Verkaufsadmini­stra­
tion gegenüber. Die Kosten müssen
deshalb auch bei den Wertholzverkäufen
strikte überwacht werden. Die Kosten­
wahrheit darf nicht in der Freude über
die hohen Erlöse und dem damit ver­
bundenen Prestige untergehen.
Stimmt diese Kostenwahrheit, dann
sind die Wertholzverkäufe nicht nur vom
finan­ziellen Ergebnis her eine gute Sache.
Als medienwirksame Ereignisse sind sie
eine gute Werbung für die Pflege unserer Wälder durch eine nachhaltige Nutzung. Der Handel und die Verarbeiter
hoch­wertiger Hölzer können ihren Bedarf decken und ihrerseits mit edlen,
­ästhetisch ansprechenden Produkten für
den Werkstoff Holz werben.
■
Holzmarkt
Laubrundholz-Versteigerung Lausanne:
Die wichtigsten Ergebnisse Dez. 2007
Eichen-Wertholzstämme in A-Qualität auf
dem Lagerplatz Colombier/NE.
Auf die Kosten achten
Buche 3 651,51 80.62 trotz mittelmäs sigem Markt
Eiche 1 079,76 262.35 immer noch im
«Rückenwind»
Esche
895,26 159.56 sehr gefragt,
Preis im Plus
Ahorn
50,19 179.21 trotz schwa cher Nachfrage
Dougl. 13,62206.82 –
Das Angebot von 5899 m3 Rundholz
verteilte sich auf 80 Buchen-Lose mit
3719 m3, 36 Eichen-Lose mit 1040 m3,
28 Eschen-Lose mit 863 m3, 10 Ahornlose mit 120 m3, 6 Kirschbaum-Lose mit
69 m3, 4 Schwarzerlen-Lose mit 41 m3,
4 Linden-Lose mit 33 m3, 1 Föhren-Los
mit 21 m3 und 1 Nussbaum-Los mit
4 m3.
Keinen Käufer fand lediglich das Föhren-Los. Bemerkenswert ist, dass das gesamte Holzangebot dieser Versteigerung
nach FSC und PEFC/Q zertifiziert war.
Den Rekordpreis erzielte bei den Eichen
ein Los von 42 m3 mit 535.– CHF/m3, was
einen Gesamtbetrag von 22 500.– CHF
ergab.
Nebst den in der Tabelle aufgeführten
Holzarten wurden noch 136,14 m3 ver­
schiedener Hölzer, darunter Lärchen,
Nussbäume und Linden, zu einem Durchschnittserlös von 248.90 CHF/m3 abgesetzt.
Als Neuerung wurden am Vormittag
noch 120 Lose Wertholz-Einzelstämme
mit einem Volumen von ca. 170 
m3
versteigert, welche einen Mittelpreis von
350.– CHF/m3 erzielten. Den absoluten
Hochstpreis erzielte hier ein Nussbaum
mit 1616.– CHF/m3.
Eine nächste Versteigerung findet am
Mittwoch, 26. Februar 2008, statt.
■
HOLZMARKT
Wirtschafts- und Holzmarktentwicklung im Auge behalten
Die US-Hypothekenkrise ist noch längst nicht ausgestanden und es ist unklar, wie stark
sie sich dämpfend auf die Wirtschaftsentwicklung in Europa und Asien auswirkt. Die
Wirtschafts- und Holzmarktentwicklung muss deshalb laufend sorgfältig im Auge behalten werden, um gegebenenfalls die weitere Vermarktung und Nutzung der einzelnen
Sortimente geschickt den Veränderungen anzupassen.
Aargauer Wertholzverkauf Dez. 2007
Preise im Aufwind
Die Wertholz- und Spezial­
verkäufe des Aargaui­schen
Waldwirt­schaftsverbands
vom Dezember 2007 verliefen erfolg­
reich.
Die Aargauer Waldbesitzer haben auf
fünf Lagerplätzen mit 1566 m3 10%
mehr Rundholz als im Dezember 2006
angeboten. Lediglich 21 m3 wurden nicht
angesprochen oder zurückgezogen. Der
Durchschnittspreis über alle Baumarten
beträgt 380.70 CHF/m3 und ist damit
13% höher als jener vom Dezember
2006. Bei den ersten Wertholzverkäufen
der Saison hatten 44 Käufer oder 33%
Aargauischer Waldwirtschaftsverband:
Ergebnisse der Wertholzsubmissionen
Holz-Menge∅-Erlös
Veränd.
art
Dez.
Dez.
Dez.
07 zu
2007 2006200706
m3CHF/m3
%
Fichte 243,07278.–284.–+2,2
Tanne 19,14173.–216.–+
24,8
Dougl.124,99391.–397.–+1,7
Lärche 52,63524.–647.–+
23,5
Föhre 104,70237.–217.––8,4
W'fö.
7,22229.–210.––8,4
Eibe
– 135.–
–.– –
Buche
H'bu.
B'ah.
S'ah.
Eiche
R'ei.
Esche
Erle
S'erle
Linde
Nussb.
Ki'b.
Ulme
Birnb.
Apfel
Robin.
Mehlb.
406,52225.–206.––8,4
1,57100.–110.–+9,5
83,52535.–698.–+
97,4
17,25825.–518.––
37,2
188,92682.–746.–+9,4
31,81424.–438.–+3,2
141,09223.–238.–+6,7
1,56161.–178.–+
10,7
–
–.– 126.– –
11,34248.–268.–+8,3
12,57 1 272.– 1 835.– + 44,2
94,10349.–383.–+7,3
2,67
–.– 1 001.–
–
2,45650.–121.––
81,4
0,16281.–375.–+
33,3
– 222.–
–.– –
– 200.–
–.– –
Total1 551,59337.–381.–+
13,0
*Unverkauft blieben lediglich 20,68 m3 oder 1,3% der
angebotenen Menge von 1572,27 m3, die ∅-Erlöse
wurden auf ganze CHF/m3 gerundet.
mehr als im Dezember 2006 eine Offerte
eingereicht. 42 Käufer erhielten einen
Zuschlag. Trotz der gestiegenen Angebots­
menge hat die Qualität der Stämme nicht
gelitten.
Den höchsten Preis erzielte ein ge­
riegelter Bergahorn mit 8510.– CHF/m3
beziehungsweise 14 637.– CHF für den
ganzen Stamm. Für einen Nussbaum
wurden 5530.– CHF/m3 geboten. Die
schönste Eiche ging für 1585.–CHF/m3.
Bei der Fichte lag das höchste Gebot bei
869.– CHF/m3 und für die schönste Buche
gab es immerhin noch 521.– CHF/m3.
Auch die Durchschnittspreise waren
etwas höher als im Vorjahr. Die grössten Sprünge nach oben machten die
Tannen mit 25% und die Lärchen mit
­
23%. Für die Tannen wurden im Schnitt
216.– CHF/m3 geboten und für die Lärchen
647.– CHF/m3. Auch die Fichte notierte
mit 284.– CHF/m3 etwas höher als im
Vorjahr. Einzig für die Douglasien wurde
mit 397.– CHF/m3 nicht mehr bezahlt.
Beim Laubholz waren vor allem die
­Eichen und der Kirschbaum gesucht. Die
Eichen machten einen Preissprung um
10% nach oben auf 746.– CHF./m3, eben­so der Kirschbaum von 349.– CHF/m3 auf
383.– CHF/m3. Die Esche notierte mit
238.– CHF/m3 etwas besser als im Vorjahr.
Einzig bei der Buche ging der Preis
um 20.– CHF/m3 auf 204.– CHF/m3 zurück. (AWV)
■
Schweiz in Kürze
BIP-Wachstum weiter positiv
Das Konjunkturbarometer
der Konjunkturforschungs­
stelle der ETH KOF-ETH
stand im Dezember 2007 auf 1,99 und
hatte sich damit gegenüber dem Vor­
monat, als es auf 2,02 zeigte, kaum verändert. Damit signalisiert das Barometer,
dass das schweizerische Bruttoinland­
produkt BIP auch zu Beginn des Jahres
2008 eine deutlich positive Vorjahres­
wachstumsrate aufweisen dürfte.
Das Modul Kern-BIP (Gesamtwirtschaft
ohne Baugewerbe und Kreditgewerbe)
verläuft derzeit auf hohem Niveau
seitwärts. Eine Seitwärtstendenz signali­
siert auch das für die Holznachfrage
besonders wichtige Modul Baugewerbe;
was auf eine stagnierende Bautätigkeit
hinweist. (nach KOF-ETH)
■
Keine «Killerfaktoren»
Nachdem der Kanton Solo­
thurn den Gestaltungs­plan
für das geplante Gross-­
Sägewerk der Schilliger Holz AG in Luter­
bach vorgeprüft hat, steht fest, dass das
Projekt keine «Killerfaktoren» enthält.
In 14 Punkten soll aber noch nach­
gebessert werden, das schlägt der Kanton
dem Gemeinderat Luterbach vor. Dies ist
für ein Projekt dieser Grössenordnung
nichts Aussergewöhnliches und sollte,
laut dem solothurnischen Amt für Raum­
planung, das Projekt nicht verzögern.
Mitte März 2008 sollen die Pläne für das
Projekt öffentlich aufgelegt werden.
■
Wärme aus dem Urner Wald
Die Firmen Dätwyler
­Rubber und Ruag Holding
­setzen auf Wärme aus dem
Urner Wald und planen in Schattdorf ein
Holzheizwerk. Das Heizwerk soll jährlich
12 500 MWh Wärme liefern, pro Jahr
1,25 Mio. Liter Heizöl ersetzen und damit
den Ausstoss von 3300 t/Jahr des Treib­
hausgases CO2 vermeiden.
Geplant wird das Werk von der Oeko
Energie AG Gotthard. Mit modernsten
Filtern ausgerüstet, kann es aus Ästen
und nicht getrocknetem, minderwertigem
Holz Wärme gewinnen. Mit diesem
zusätzlichen Holzabnehmer soll auch die
Nutzung, Pflege und Verjüngung des
Urner Waldes verstärkt werden.
■
W A L D U N D H O L Z 2/0817
HOLZMARKT
Ausland in Kürze
Gute Chancen im Baubereich
Die Deutsche Bauindustrie
sieht trotz zunehmender
gesamtwirtschaftlicher Risi­
ken gute Chancen, dass sich der Bau­
aufschwung 2008 fortsetzt. Erwartet
wird ein Umsatzwachstum von 3% bei
einer Baupreissteigerung von 2,0 bis
2,5%.
Die Stimmung in der deutschen Bau­
wirtschaft hat bislang unter den zunehmenden gesamtwirtschaftlichen Risiken
nur wenig gelitten. Der öffentliche Bau
könnte sich 2008 zum zweiten Standbein
der Baukonjunktur entwickeln, da die
Städte und Gemeinden 2007 ihre jahrelange Zurückhaltung bei den Investitionen auf­gegeben haben. (Haupt­verband
Deutsche Bauindustrie)
■
Weitere Biomasse-Heizwerke
Der Freistaat Bayern baut
seine Position bei der
Nutzung von Holzenergie
aus. Ende 2007 hat Landwirtschafts­
minister Josef Miller für 21 weitere Bio­
masse-Heizwerke auf Holzbasis Förder­
mittel zugesagt. Die Anlagen verwerten
Wald- und Sägerestholz.
Für die 21 neuen Anlagen mit mo­
dernster Abgasreinigung werden vom
Freistaat insgesamt rund 2,3 Mio. EUR
(ca. 3,7 Mio. CHF), aufgeteilt in Beträge
zwischen 34 160.–  EUR (ca. 55 000.–  CHF)
und 200 000.– EUR (ca. 320 000.–  CHF),
aus Landesmitteln bereit­
gestellt. (Baye­
risches Staatsministerium für Land­
wirt­
schaft und Forsten)
■
Güterzüge China – Europa
Die Deutsche Bahn DB prüft
derzeit die Marktfähigkeit
regelmässiger Sammelver­
kehre auf der transsibirischen Route.
Kommen die Fahrten zu Stande, können neben der Bahntochter Schenker
auch andere Spediteure die Transporte
nutzen.
Die DB will schon bald regelmässig
Güterzüge zwischen China und Europa
auf die Reise schicken und als Systemführer
betreiben. Als Zielland kommt neben
Deutschland noch Finnland in Betracht.
Diese neuen Verbindungen könnten auch
für den Holzexport nach China eine inte­
ressante Option sein. (DB Logistics)
■
18
W A L D U N D H O L Z 2/08
Grossanlage für Biodiesel
Rohholzmarkt in Baden-Württemberg
Die CHOREN Industries
GmbH baut die erste Gross­
anlage für die Produktion
von Biodiesel aus Biomasse (Biomassto-liquid BTL) voraus­sichtlich im brandenburgischen Schwedt an der polnischen Grenze neben der bestehenden
PCK-Raffinerie, was Synergieeffekte er­
gibt. PCK könnte mit dem Choren-Biodiesel die gesetzlichen Anforderungen
zur Beimischung biogener Kraftstoffe
erfüllen.
Der Biomassebedarf wird bei jährlich
einer Mio. t liegen, die BLT-Produktion bei
205 Mio. l/Jahr und die Projektkosten bei
800 Mio. EUR (ca. 1,3 Mia. CHF). Die Produktion soll 2012 beginnen. Die erste
kommerzielle Choren-BLT-Anlage mit einer
Jahres­
kapazität von 15 000 t Bio­
masse
soll 2008 im sächsischen Freiberg in Betrieb gehen. (Choren)
■
Stabilere Preise
Markt wieder gefestigt
Der auch für den Absatz
Nadelsägerundholz aus der
Nordwest- und Westschweiz
wichtige französische Nadelschnittholz­
markt hat sich wieder etwas gefestigt.
Anbieter aus Deutschland und Belgien
stellten in den letzten Wochen eine
überwiegend zufrieden stellende Nach­
frage fest. Die Anfang Oktober 2007 zeitweise aufgetretene Nachfrageab­
schwä­
chung hat sich nicht verstärkt.
■
Druck auf Pelletsbranche
Die bisher überwiegend
milde Winterwitterung hat
den Druck auf die Holz­
energie-Pelletsbranche in letzter Zeit wieder zunehmen lassen. Der Pelletsabsatz
an den Brennstoffhandel und an die
Endverbraucher hat sich auf den mit­
teleuropäischen Märkten in den letzten
Wochen nicht belebt. Einem grossen
Angebot und hohen Lager­
beständen
steht eine zurückhaltende Nachfrage
gegenüber.
■
Auch Stora Enso steigt ein
Der finnisch-schwedische
Holzkonzern Stora Enso
Timber steigt ab 2008 in die
Produktion von Holzenergie-Pellets ein
und baut an Standorten in Skandinavien,
Russland und Tschechien Pelletswerke
mit einer Produktionskapazität von zusammen 170 000 t/Jahr.
■
Der Preis für frisches
Fichten-/Tannen-Sägerund­
holz in Baden-Württem­
berg stabilisiert sich weiter.
Die Landesforstverwaltung hat sich im
Dezember 2007 mit einem namhaften
süddeut­
schen Abnehmer über die Lie­
ferung von Langholz und Fixlängen
auf der Basis eines Mischpreises von
87.– EUR/m3 (ca. 143.– CHF/m3) franko
Waldstrasse für das Sortiment Langholz
2b+ in B/C-Qualität geeinigt. Die Verein­
barung hat eine Laufzeit bis 30. Juni 2008
und beinhaltet deshalb auch einen Preis
für Käferholz auf der Basis des Leitsortiments Langholz 2b in B-Qualität von
84.– EUR/m3 respektive 72.– EUR/m3 in
C-Qualität (ca. 138.– beziehungsweise
118.– CHF/m3) franko Waldstrasse.
Obwohl einzelne Abnehmer ihre Produktion drosseln und aufgrund der
momen­tan schwierigen Situation auf den
Märkten für Nadelschnittholz in näherer
Zukunft einen Minderbedarf erwarten, ist
die Nachfrage nach frischem Fichten-/
Tannen-Sägerundholz insgesamt recht
rege.
Aufgrund der schwer abzuschätzenden
Marktentwicklung hält die Landesforstver­
waltung an einer nachfrageorientierten
Holzbereitstellung fest und rät den
Waldbesitzern, frisches Nadelsägerund­
holz nur im Rahmen fixierter Liefer­verein­
barungen bereitzustellen.
Im Rahmen der Verhandlungsrunde für
Lieferungen von Industrieholz für 2008
liegen die ersten Abschlüsse vor. Bereits
Mitte November 2007 einigte sich die
Landesforstverwaltung mit einem grossen
Verarbeiter von Buchen-Zellstoffholz über
die Lieferung von rund 30 000 tatro zu
einen Preis von 64.– EUR/tatro (ca.
105.– CHF/tatro) franko Wald, was einer
Preissteigerung von 4.– EUR/tatro (ca.
6.50 CHF/tatro) oder rund 7% entspricht.
Das Regierungspräsidium Freiburg im
Breisgau und ein Abnehmer der
Holzwerkstoffindustrie einigten sich auf
einen Preis von 67.50 EUR/tatro (ca.
111.– CHF/tatro) beim Laubholz respektive
79.50 EUR/tatro (ca. 130.– CHF/tatro) beim
Nadelholz für Industrieholz­
lieferungen
2008, was gegenüber 2007 einer Preissteigerung von etwas mehr als 3% entspricht.
Die Nachfrage nach Buchen-Sägerund­
holz in C-Qualität und Eiche-Sägerund­
holz entwickelt sich weiterhin positiv.
Gestiegene Frachtkosten und ein schwä­
cherer USD führen regional zu einer etwas
zurückgehenden Nachfrage nach Export­
sortimenten.
■
HOLZMARKT
Österreichischer Rundholzmarkt
Ansprechende Preise
Die österreichische Säge­
indu­strie hat zur Entlastung
der Schnittholzmärkte die
Produktion in den letzten Wochen redu­
ziert; man hofft auf eine Stabilisierung im
Frühjahr 2008.
Je nach individueller Produktionsrück­
nahme und dem Verhalten der Sägewerke
nach dem Windwurf ist die Versorgung
und damit die Nachfrage nach Nadel­
sägerundholz unterschiedlich. Insge­samt
ist jedoch ausgehend vom Schnitt­
holzmarkt die Nachfrage für die Jahreszeit
verhalten. Die Sägewerke sind generell
aufnahmefähig, aus dem Süden Öster­
reichs werden aber Zufuhrbe­
schrän­
kun­
gen zu einzelnen Werken gemeldet.
Die Rundholzpreise sind insbesondere
bei guten Qualitäten weiter gestiegen
und befinden sich allgemein auf
ansprechen­dem Niveau. Umgerechnet
in CHF sind sie allerdings durch den Kursrückgang des EUR gegenüber dem CHF
teilweise leicht gesunken. Die Preise in
den Wind­wurfregionen gleichen sich wieder dem allgemeinen Preisniveau an.
Die Lärche ist bei weiter gestiegenen
Preisen nach wie vor stark nachgefragt.
Beim Laubholz ist insbesondere die
Nachfrage nach Eiche, Ahorn und Pappel
gross. Starke, rotkernige Buche wird ge­
sucht, weisse Buche ist schwerer absetzbar.
Bei Schleifholz ist die Nachfrage nördlich
der Alpen rege, dort sind die Preise kürzlich
gestiegen. Das Preisniveau vom Januar
2007 ist damit wieder erreicht beziehungsweise überschritten.
Durch den verringerten Anfall an
Sägerestholz entspannt sich der Markt für
Nadelfaserholz, wegen nach wie vor
hoher Lager ist die Zufuhr teilweise kon­
tingentiert, eine endgültige Ent­spannung
wird im zweiten Quartal 2008 erwartet.
Beim Buchenfaserholz sind Angebot und
Nachfrage ausge­glichen.
Die Anlagen zur Wärme- und Energie­
produktion laufen im Vollbetrieb, die Abnehmer sind wieder für Energieholz auf­
nahmefähig. Die Nachfrage nach den
klassischen Brennholzsortimenten ist un­
vermindert gross. (nach Landwirt­schafts­
kammer Österreich)
■
Deutscher Laubrundholzmarkt
Asienexport stockt
Landwirtschaftskammer Österreich:
Rundholzpreise Anfang Jan. 2008
(Nettopreise1) ab Waldstrasse, umgerechnet
mit 100.– EUR = 164.– CHF, und gerundet
auf 1.– CHF)
Bundesland/
Preis- ca. CHF/m3
Sortimentbasis2) bzw. CHF/Ster3)
Tirol:
– Fi-Schwachh., 1b
– Fi, gesamt, B
– Fi, Osttirol B
– Ta 3a, B
– Föhre 3a, B
– Lä 3a, B
– Fi-Faserholz
– Fi-Schleifholz
– Brennh., hart3)
– Brennh., weich3)
FMO
97.– bis109.–
FMO 137.– bis148.–
FMO 152.– bis157.–
FMO 110.– bis122.–
FMO 105.– bis115.–
FMO 168.– bis190.–
FMO 37.–
FMO 45.–
RMM98.–
RMM66.–
Vorarlberg:
– Fi-Schw. 2a+, B/C
– Fi-Langh. 2b+, B
– Fi-Trämel 3a+, B
– Ta-Trämel 3a+, B
– Fi-Schleifholz
– Brennh., hart3), 4)
– Brennh., weich3), 4)
– Waldhackgut
FMO 134.– bis138.–
FMO 139.– bis148.–
FMO 136.– bis143.–
FMO 113.– bis120.–
FMO
49.– bis 52.–
RMM 113.– bis118.–
RMM 72.– bis 75.–
Sm3 5)38.–
1)
Nettopreise, zu denen die gesetzlich vorgeschriebene
Umsatzsteuer von 10% bzw. 12% bei Lieferung umsatzsteuerpauschalierter Land- und Forstwirte an Unternehmer zuzurechnen ist. 2) FMO = m3, Holz in Rinde,
Volumen ohne Rinde, RMM = Ster, Holz in Rinde, Volumen mit Rinde. 3) CHF/Ster. 4) Meterscheiter (Spälten).
5)
m3 geschüttet, franko Haus.
Wie bereits nach den
Erhöhungen der Transport­
preise im Oktober 2007
absehbar war, ist der Laubrundholz-­
Export von Deutschland nach Asien ins
­Stocken geraten. Dies gilt überwiegend
für die Eichen-Ausfuhren. Bei China-­Buche
stimmt die Nachfrage, allerdings ist die
chinesischen Holzindustrie nicht zu Preiserhöhungen bereit.
Eiche wird nur noch von wenigen
Rundholzhändlern verschifft. Einige Markt­
teilnehmer sprechen von einem Einbruch
von 50% während der vergan­
genen
­Wochen gegenüber dem Vorjahr. Es gibt
aber nach wie vor Händler, die derzeit verladen und davon berichten, dass die Chinesen durchaus Willens seien, höhere
Preise zu zahlen.
Unklar ist, ob sich mit dem Export­
rückgang die Verfügbarkeit für mittel­
europäische Verarbeiter verbessert. Die
steigenden Preise bei Frei-Hand-Ab­
schlüssen der europäischen Verarbeiter im
Dezember 2007 lassen auf eine weitere
knappe Verfügbarkeit schliessen. Einige
Rund­
holzhändler rechnen damit, dass
sich die Lieferungen nach dem chinesischen Neujahr Mitte Februar 2008 wieder
erholen könnten.
Dagegen sprechen die US-Rund­holz­
lieferungen nach China. Ähnlich wie bei
Eichen-Schnittholz nutzen die Asiaten
den günstigen USD-Kurs und kaufen verstärkt in den USA ein. So stiegen die Laub­
rundholzexporte amerikanischer Hölzer
nach China von Januar bis Ende November 2007 um 47% auf 394 100 m3. Die
stärksten Zuwachse gab es dabei mit
221,6% auf 15 800 m3 bei Ash (Esche),
um 217,3% auf 33 100 m3 bei Redalder
(Erle) und um 86,3% auf 41 000 m3 White
Oak (Weisseiche).
«Die Chinesen kreisen, kommen aber
nicht zum Abschluss», beschreibt man bei
einer Forstverwaltung die Situation der
hohen Nachfrage aus China, Indien und
Vietnam bei einer geringen Zahl von
Verträgen. Mit dem Verweis «bei deut­
schen Verarbeitern ist C-Qualität noch
C-Qualität» verzichten einige Landes­
forstverwaltungen auf Verein­
barungen
mit China-Exporteuren. Dies gilt umso
mehr, da das Preisniveau der heimischen
Sägeindustrie für Buchen der Stärkeklasse 6 in C-Qualität 74.– bis 76.– EUR/m3
(ca. 119.– bis 122.– CHF/m3) nur in Fällen
von Grossverträgen von den Preisen der
China-Exporteure abweichen. Zum Beispiel bezahlt Pollmeier für Buchen der
Stärkeklasse 6 in C-Qualität 69.– EUR/m3
(ca. 111.– CHF/m3). Die Exporteure halten
dagegen höhere Preise bei ihren chinesischen Kunden nicht für durchsetzbar.
Eine Erhöhung der Buchen-Rund­
holzpreise in China auf der Basis cif (einschliesslich Kosten, Versicherung und
Fracht bei Ankunft im Abnehmerland) um
20.– EUR/m3 (ca. 32.– CHF/m3) sei unum­
gänglich, um in Europa attraktive Preise
im Einkauf bieten und die höheren
­Transportkosten weitergeben zu können,
beschreibt es ein Buchen-Exporteur.
­
(www.ihb.de/Fehrle)
■
Preise für «China-Buchen» in Deutschland
im Dez. 2007/Jan. 2008
(Preise franko Waldstrasse, umgerechnet mit
EUR 100.– = CHF 161.44, auf ganze CHF
gerundet)
Qualität/Preis
Stärkekl.EUR/m3
(ca. CHF/m3)
B
4
5
6
B/C
3a
60.– bis 65.– (97.– bis 105.–)
3b
70.– bis 75.– (113.– bis 121.–)
4 85.–(137.–)
5 95.–(153.–)
6 110.–(178.–)
C
4
5
6
120.– bis 125.– (194.– bis 202.–)
140.– bis 145.– (226.– bis 234.–)
150.- bis 155.– (242.– bis 250.–)
65.– bis 68.– (105.– bis 110.–)
70.– bis 72.– (113.– bis 116.–)
72.– bis 75.– (116.– bis 121.–)
Quelle: www.ihb.ch/Fehrle
W A L D U N D H O L Z 2/0819
DIE SEITEN DES
Seit Anfang 2008
Schwarzarbeit wird härter bestraft
Hände weg von Schwarzarbeit!
Die Risiken, die man damit ein­
geht, stehen in keinem Verhält­
nis zum Nutzen, den man erwirt­
schaften kann. Seit dem 1. Januar
2008 gilt diese Empfehlung erst
recht, denn ab diesem Zeitpunkt
tritt das Bundesgesetz gegen die
Schwarzarbeit (BGSA) in Kraft.
migkeiten im Bereich der Quellensteuer,
der AHV-Abrechnung oder der Mehrwertsteuer bestehen könnten – die zuständigen Stellen informieren. Aufgrund
dieser Meldungen werden diese Stellen
aktiv, das heisst sie werden ebenfalls
Kontrollen vor Ort durchführen. Wer also
bei einer Kontrollinstanz ins Netz geht,
muss damit rechnen, dass sich bald weitere Inspektoren zu einem Besuch anmelden.
Eigentlich könnte man erwarten, dass
die Definition, was unter Schwarzarbeit
zu verstehen ist, im BGSA oder in der
dazu gehörenden Verordnung (VOSA)
festgehalten ist. Dem ist aber nicht so.
Schwarzarbeit ergibt sich vielmehr aus
der Verletzung der geltenden Rechts­
ordnung (Tab.). Bei der Bekämpfung von
Schwarzarbeit geht es um viel mehr, als
um die Bekämpfung von illegalen Anstellungen von ausländischen Arbeitnehmenden.
Um diese Tatbestände aufzudecken,
werden die zuständigen Stellen ihre Kontrolltätigkeiten ausdehnen – zusätzlich zu
den erhöhten Kontrollen, welche schon
die flankierenden Massnahmen zum
freien Personenverkehr mit sich brachten.
Aus­
ser­
dem werden sie die Kontrollen
koor­
dinieren, was besonders wirksam
sein wird. Mit dem BGSA wird nämlich
der bisher bestehende Datenschutz zwischen den verschiedenen Rechtsgebieten
weitgehend ausgehebelt. Bisher durften
die verschiedenen Amtsstellen ihre Feststellungen bei einer Kontrolle nicht weitergeben. In Zukunft ist das Gegenteil der
Fall: Stellt eine Kontrollinstanz zum Beispiel fest, dass keine ordentliche Aufenthaltsbewilligung vorhanden ist, muss
sie – sofern zum Beispiel auch Unstim-
Abrechnungsverfahren
Oft wird damit argumentiert, ein Teil
der Schwarzarbeit sei darauf zurückzuführen, dass die Vorschriften im Sozialversicherungs- und Steuerbereich zu
kompliziert seien. Die AHV-Ausgleichskassen werden mit dem BGSA verpflichtet, ab 1. Januar 2008 ein so
genannt vereinfachtes Abrechnungs­
Das Gesetz bringt einen Ausbau
der Kontrollen,
wesentlich härtere Strafen bei Verstössen und
eine Vernetzung des Meldewesens
zwischen den verschiedenen Amtsstellen mit sich.
verfahren anzubieten. Leider ist das
vorgesehene Verfahren – zumindest
was die Landwirtschaft betrifft – keine
gesetzgebe­
rische Meisterleistung. Mit
dem Gesetz wird ermöglicht, Jahreslöhne bis Fr. 19 890.– über das vereinfachte Verfahren abzurechnen. Dies
aber nur in Betrieben, in denen keine
Arbeitskraft einen höheren Lohn auf-
weist und die gesamte Lohnsumme
Fr. 53 040.– nicht übersteigt.
Mit dem vereinfachten Verfahren wird
den Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden suggeriert, sie könnten auf einfache
Weise sämtliche sozialversicherungs recht­
lichen Verpflichtungen lückenlos und
­einfach lösen. Abgerechnet werden können AHV/IV/EO/AVI/FLG, das UVG und
die Quellensteuer, nicht aber die beruf­
liche Vorsorge nach BVG, die Krankenversicherung und das Krankentaggeld
nach Normalarbeitsvertrag (NAV). Das ist
eine echte Lücke, weil dabei missachtet
wird, dass ab einer Anstellung von mehr
als drei Monaten und einem Monatslohn
von über Fr. 1657.50 die Arbeitnehmenden dem Obligatorium der beruflichen
Vorsorge unterstehen. In der Landwirtschaft sind zudem die Vorschriften des
kantonalen Normalarbeitsvertrags (NAV)
einzuhalten. Gemäss NAV muss das Personal durch eine Taggeldversicherung
gegen die Folgen des Lohnausfalles bei
Krankheit versichert werden. Die Arbeitgebenden sind zudem verpflichtet, zu
kontrollieren, dass für die Arbeitneh­
menden die Krankenpflegeversicherung
bei einer Krankenkasse abgeschlossen
ist. Diese Kontrolle ist vor allem bei ausländischen Arbeitnehmenden von Bedeutung.
AHV
Das BGSA bringt auch Neuerungen im
Bereich der Unterstellung unter die Beitragspflicht an die AHV/IV/EO/AVI/FLG.
Neu werden Löhne, die pro Jahr und
Arbeit­geber Fr. 2200.– nicht überschreiten,
generell von der Beitragspflicht befreit.
Auch Erwerbseinkommen von maximal
Fr. 2200.– pro Jahr aus einer selbstständi-
Tabelle: Tatbestände der Schwarzarbeit (gemäss BGSA)
Sozialversicherungen
Die Beschäftigung von Angestellten, die den obligatorischen Sozialversicherungen (z. B. AHV, IV, EO, AVI, FLG) nicht
gemeldet werden. Die nicht gemeldete Erwerbstätigkeit von Personen, die Leistungen einer Sozialversicherung
(z. B. Arbeitslosengeld) beziehen.
Arbeitsbewilligung
Die Beschäftigung von Ausländern/innen ohne Arbeitsbewilligung.
Scheinselbstständigkeit
Die Erwerbstätigkeit im Rahmen eines Arbeitsselbstständigkeitverhältnisses, dem eine falsche Bezeichnung gegeben wird,
um die obligatorischen Arbeitnehmerversicherungen zu umgehen.
Quellensteuer
Die Beschäftigung von quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmenden ohne Meldung an die Steuerbehörden.
Mehrwertsteuer
Die unterlassene Meldung von Umsätzen, die der Mehrwertsteuer unterliegen.
20
W A L D U N D H O L Z 2/08
DIE SEITEN DES
gen Erwerbstätigkeit, die einen Neben­
erwerb darstellt, sind neu bei der AHV/IV/
EO beitragsbefreit. In beiden Fällen kann
auf freiwilliger Basis verlangt werden, dass
die Beiträge erhoben werden. Die heutige
Impressum
Offizielle Verbandsmitteilungen
Verband Schweizer Forstpersonal VSF
www.foresters.ch
Redaktion und Leserdienst
François Fahrni, Geschäftsführer VSF
Hardernstrasse 20, 3250 Lyss
032 387 49 70, Fax 032 387 49 30
secretariat@foresters.ch
Redaktionsschluss
1. des jeweiligen Vormonats
Übersetzung
Artikel von allgemeinem Interesse
werden in «La Forêt» publiziert.
Abonnementsdienst
Redaktion «WALD und HOLZ»
(siehe Impressum)
Situa­
tion wird damit genau umgekehrt.
Diese Neuerung kann – zumindest was
den Tatbestand der Schwarz­arbeit betrifft –
als positiv betrachtet werden. Mit dem
Wegfall der Beitragspflicht an die Sozial­
versicherungen werden die Kleinarbeitsverhältnisse und die Nachbarschaftsaushilfe,
was den Sozialversicherungsbereich betrifft,
vom Tatbestand der Schwarzarbeit befreit.
Umgekehrt verhält es sich bei der
Unter­
stellung unter die Unfallversicherungspflicht gemäss UVG. Die bis anhin
bestehende Möglichkeit, sich bei geringfügigen Einkommen, die einen Nebenerwerb darstellen, von der UVG-Unterstellung zu befreien, entfällt ab dem 1. Januar
2008 gänzlich.
Fazit
Das neue Bundesgesetz für die Bekämpfung der Schwarzarbeit ist sicher
kein Gesetz, nach dem man in der Wirtschaft gerufen hat. Es ist aber auch festzuhalten, dass jene Betriebe, welche die
bestehenden gesetzlichen Grundlagen
im Sozialversicherungs-, Arbeits-, Ausländer- und Steuerrecht einhalten, nichts
Nachteiliges vom BGSA zu befürchten
haben. Es muss der Grundsatz gelten:
«Ich unterstütze keine Schwarzarbeit! Das
lohnt sich.»
Fritz Schober
Leiter des Departement Soziales
Bildung und Dienstleistungen
des Schweizerischen Bauernverbands
Laurstrasse 10
5200 Brugg
...und immer sind da Spuren deines
Lebens,
Bilder, Augenblicke und Gefühle,
die uns an dich erinnern und uns
­glauben lassen,
das du bei uns bist.
Mit Bestürzung haben wir erfahren
müssen, dass unser Freund und OKMitglied der 10. Swiss Forst Langlauf/
Alpin Skimeisterschaften, Kurt Bleiker,
am 12. Januar nach seinem zweiten Lauf
unerwartet infolge eines Herzversagens
im 50. Altersjahr verstorben ist.
Kurt hinterlässt im Toggenburger und im
Schweizer Forstdienst eine grosse Lücke.
Verband Schweizer Forstpersonal
W A L D U N D H O L Z 2/0821
DIE SEITEN DES
Strassenzulassung für grosse Harvester
Lösung gefunden
Seit einiger Zeit verhandelten wir mit
dem Bundesamt für Strassen und den
kantonalen Strassenverkehrsämtern.
Auslöser war die in einigen Kantonen
festgestellte Strassenzulassungs-Ver­
weigerung von Harvestern mit gros­
sem vorderen Überhang. Es handelt
sich dabei um die Distanz zwischen
den Bedienelementen im Fahrerhaus
und der vordersten Spitze des zusam­
mengelegten Kranarms; bei grossen
Harvestern wird hier das normal zu­
lässige Mass überschritten.
22
W A L D U N D H O L Z 2/08
Heute üblicher
Grossharvester mit
Radfahrwerk: Für
kurze Überstell­
fahrten zwischen
nahe gelegenen
Einsatzorten ist eine
Strassenzulassung
unverzichtbar.
mässige Praxis­
lösung ab. Gemeint sind
damit zum Beispiel mehrere Einschlagsorte beim gleichen Waldbesitzer oder
einer Waldbesitzervereinigung, die nach­
ein­ander abgearbeitet werden, und die
sich im gleichen Gebiet befinden. Grös­
sere Distanzen zwischen verschiedenen
Einsatzgebieten werden bereits heute aus
ökonomischen Gründen per Tieflader
überbrückt. Da konnten wir die Befürchtungen der Strassenverkehrsämter bezüglich Verkehrsbehinderungen durch
Langstreckenverkehr mit 20 km/h abwenden. Überzeugend wirkten auch die
technischen Massnahmen, die Unter­
nehmer und Importeure bereits heute
anwenden oder testen: zusätzliche
­
Warnlichter und Reflektoren an vor­
­
stehenden Fahrzeugteilen, besondere
Seitenspiegel vorne am Kranarm, Videokameras.
Impressum
VSFU Verband Schweizerischer
Forstunternehmungen
Mottastrasse 9, 3000 Bern 6
031 350 89 86, Fax 031 350 89 88
info@vsfu.ch, www.vsfu.ch
Foto: Markus Brunner/VSFU
Dieser Überhang ist bauartbedingt,
lässt sich bei den marktüblichen Serienmaschinen kaum abändern, und ergibt
sich aus den heutigen Anforderungen
beim Einsatz in starken Baumdimen­
sionen (Kranreichweite, Kranhubkraft,
Robustheit, Rückegassenabstand).
In verschiedenen Gesprächen und
Briefwechseln mit Vertretern von Bund
und Kantonen konnten wir unsere Bedürfnisse darstellen, vorhandene Sicherheitsbefürchtungen bei den Verwaltungsstellen abbauen, und mögliche technische
und organisatorische Lösungen diskutieren. Ende 2007 erhielten wir dann von
der Vereinigung der Strassenverkehrs­
ämter und dem Bundesamt für Strassen
positiven Bescheid. Zukünftig können
Harvester mit bauartbedingtem grossem
vorderen Überhang einheitlich als Spe­
zialfahrzeuge mit beschränkter Verwendung zugelassen werden. Die Einschränkung soll durch drei im Fahrzeugausweis
eingetragene Auflagen definiert werden:
– Begleitfahrzeug mit gelbem Gefahrenlicht erforderlich;
– darf auf öffentlichen Strassen nur
innerhalb zusammenhängender Arbeitsgebiete verkehren;
– Fahrmanöver auf öffentlichen Strassen
müssen durch Hilfsperson überwacht
werden.
Diese Einschränkungen entsprechen
der heute bereits geübten Praxis und sind
für uns akzeptabel. Wir konnten die Behörden überzeugen, dass unsere Unter­
nehmer freiwillig hohe Standards für die
Verkehrssicherheit pflegen: Unfälle erzeu­
gen viel Leid und schaden dem Firmen­
image, und Versicherungen könnten im
Schadensfall bei nachlässigen Unter­
nehmen empfindliche Regressforderungen stellen. Der Begriff «zusammen­
hängende Arbeitsgebiete» leitet sich aus
unseren Vorschlägen für eine zweck­
Neue Biomasse-Studie für Österreich:
70% Mehrnutzung
für Energiezwecke
möglich?
Die von der österreichischen Regierung
in Auftrag gegebene Studie basiert auf
der Waldinventur 2000 –2002. Heute werden 17,2 Mio. m3 genutzt (11,8 Mio. m3
Rund- und Industrieholz, 5,4 Mio. m3 Biomasse in Form von Brennholz, Hackgut,
Astmaterial, Rinde), bis 2020 sei eine
Steigerung auf 24,8 Mio. m3 möglich.
Das theoretische Potenzial wird auf
33 Mio. m3 geschätzt. Die technische und
ökonomische Realisierbarkeit wird nun
genauer untersucht.
Solche Steigerungsmengen im bereits
heute sehr waldwirtschaftsfreundlichen
Nachbarland erstaunen – und wecken
auch etwas Misstrauen. Die deutsche
Bundeswaldinventur mit ihren wohl allzu
optimistischen Potenzialprognosen hat
zu einer ungesunden Investitionseuphorie in zusätzliche Ernte- und Verarbeitungskapazitäten geführt. Wir hoffen auf
die Vermeidung eines nochmaligen solchen «Hype» und auf intensive Machbarkeitsabklärungen aus Österreich.
DIE SEITEN DES
Ladungssicherung Holztransporte
Leitfaden in Arbeit
Es tauchen in der Praxis immer wieder
Unklarheiten auf, wie Rund- und
Schnittholzladungen korrekt geladen
und gesichert werden.
Die für die Führerprüfung Kategorie C
verlangten Grundlagenkenntnisse gehen
nicht im Detail auf Holztransporte ein.
Kontrolltätigkeiten der Polizei werden
offen­bar nicht immer einheitlich gehandhabt. In Deutschland existiert eine Vielzahl
an Vorschriften, Richtlinien und Empfehlungen, die teilweise zu völlig praxis­
fremden Umsetzungsproblemen führen.
Zudem stellen wir in Deutschland, dessen
Regelungen bei uns oft als Leit­linie dienen,
grosse Meinungsdifferenzen zwischen
Transportgewerbe, Versicherungsanstalten, Fahrzeugherstellern und Polizeiorganen fest. Aus diesen Gründen hat sich das
Bedürfnis nach einem praxis­
tauglichen
einfachen Leitfaden für die Schweiz er­
geben, wir führen diesbezüglich seit längerem Gespräche mit der ASTAG.
Die ASTAG hat 2007 zusammen mit
Les Routiers Suisses die Broschüre «Richtig Laden – Richtig Sichern» publiziert
und in grosser Stückzahl verbreitet. Das
gut verständliche Werk entstand in Absprache mit Spezialisten des Bundes, der
Armee und der Polizei. In kompakter
Form werden die allgemeinen Grund­
lagen erklärt.
Im Gegensatz zu Deutschland stellen
wir erfreut fest, dass man bezüglich der
Menge von Bindemitteln ein gesundes
Augenmass bewahrt hat, und von einer
vernünftigen Fahrweise der Chauffeure
ausgeht. Nun soll basierend auf dieser
Broschüre ein praxistauglicher Leitfaden
entstehen, der die wichtigsten Ladungs­
fälle bei Rund-, Industrie- und Schnittholz
beschreibt. Zielgruppen sind Chauffeure,
Transportunternehmer, Verlader und Polizeiorgane; damit schafft der Leitfaden
günstige Voraussetzungen für sichere
Transporte und verhindert willkürliche
Inter­
pretationen bezüglich genügender
Ladungssicherung. Zusammen mit Holzindustrie Schweiz unter­
stützen wir die
ASTAG bei der Erstellung dieses Hilfs­
mittels.
DE-Freising: 12. Forstlicher
Unternehmertag
Der bekannte Anlass findet am Mittwoch, 2. April 2008, in Freising bei München statt. Unter dem Titel «Eine Branche in Bewegung – Wachstum, Wandel,
Turbulenzen» werden rund zehn Vorträge aus aktuellen Gebieten angeboten.
Dazu gehören unter anderem Fragen
rund ums Harvestermass, Rohstoffversorgung von Industrieholzverbrauchern,
Holzernte-Qualitätsstandards, Finanzierung bei Forst­maschi­nen­käufen, biologische Treib- und Schmier­stoffe, Windwurfmanagement, Holzernteplanung.
Für weitere Infos und die Anmeldung
(Kosten EUR 50.–) wenden Sie sich bitte
an den Veran­stalter:
Lehrstuhl für Forstliche Arbeitswissen­
schaft und angewandte Informatik,
Wissenschaftszentrum Weihenstephan/
Freising, Technische Universität München.
+49 8161 71 47 59
Fax +49 8161 71 47 67
forumwup@forst.tu-muenchen.de
www.forumwup.de.
Publireportage
W A L D U N D H O L Z 2/0823
DIE SEITEN DES WVS
Weiterbildung Forstmaschinenführer
WVS-Shop
Wiederaufnahme geplant!
Der neue Katalog
Die Module für Forstmaschinenführer
sollen ab 2009 wieder angeboten
werden. Das ist die Absicht des WVS.
Umgestaltung der Angebotsform und
Organisation sowie das Anpassen der
Kosten sind unumgänglich und wer­
den derzeit ausgearbeitet.
«Den Lehrgang für Forstmaschinenführer bieten wir dieses Jahr nicht an. Das
unkonstante Interesse führte dazu, dass
wir das Angebot überdenken werden…»,
so der Text in der Einleitung des WVSKursangebots 2007/2008. In der Tat war
die Entwicklung der Teilnehmerzahlen
über die letzten fünf Jahre gesehen rückläufig, was angesichts der fortschreitenden Mechanisierung erstaunt.
1998 legten die ersten acht Kandidaten ihre Prüfung «Forstmaschinenführer
mit eidg. Fachausweis» ab, 1999 waren
es sieben und dann kam es zu einem
­ersten Unterbruch, da sich die Genehmigung des Prüfungsreglements verzögerte.
Das führte auch dazu, dass sich die ersten
Absolventen einige Jahre mit einem provisorischen Fachausweis begnügen mussten. Verärgerung und Verunsicherung
waren feststellbar, was auch die Motivation damaliger Interessierter negativ beeinflusst haben dürfte.
Mit dem Beginn der modular aufgebauten Weiterbildung fanden ab 2003
wieder Kurse beziehungsweise nun eben
Module für Forstmaschinenführer statt
(der Bausatz besteht aus fünf Modulen
unterschiedlicher Dauer; es sind die
Fachrich­tungen Seilschlepper, Tragschlepper und Vollernter wählbar). Seither entwickelten sich die Zahlen der «modular»
ausgebildeten und diplomierten Forst­
maschinenführer in der Deutschschweiz
wie folgt:
Jahr
eidg. Fachausweise
20049
20058
20060
20077
2008(4)
Bei minimalen Teilnehmerzahlen von
vier, sechs und acht (je nach Modul) wird
rasch ersichtlich, dass das Teilnehmerpotenzial in der deutschsprachigen Schweiz
kritisch geworden ist. Die Module konnten nicht mehr kostendeckend durchgeführt werden. Aus diesem Grund war ein
Angebotsstopp erforderlich (s. oben) und
eine Denkpause notwendig.
Der WVS will aber diese Weiterbildungsmöglichkeit ab 2009 wieder anbieten. Änderungen in organisatorischer
Hinsicht und Kostenanpassungen werden
unumgänglich sein.
Stephan Isler
Übersichtlich gegliedert, anschaulich
dargestellt und mit dem aktuellen Preis
angeschrieben, finden Sie alle Produkte
unseres Shops im neuen Katalog: Holzhauereigeräte, Motorsägezubehör, Drahtseile, Messgeräte, Waldpflegeartikel, Ar­
beits­bekleidung, Lehrmittel usw.
Bestellen Sie den Katalog unter
032 625 88 20 oder info@wvs.ch!
Ergonomie am
Arbeitsplatz
Die Firma ergolive hat die BildschirmArbeitsplätze beim WVS überprüft und
Vorschläge zu deren ergonomischer Verbesserung formuliert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen gleichzeitig
in den Genuss eines interessanten Kurses
zum Thema «Ergonomie am BildschirmArbeitsplatz».
«Grüne Woche» Berlin
Die «Grüne Woche» Berlin ist eine der
grössten Ausstellungen in der europäischen Ernährungswirtschaft. Die Schweiz
trat dieses Jahr als Partnerland auf. Kurzfristig sprang der WVS als Repräsentant
des Schweizer Waldes ein – zwar nicht
mit einem eigenen Stand, aber bei «Agro
Marketing Suisse» AMS – und stellte
­insbesondere die neue Imagekampagne
­unserer Waldwirtschaft vor.
Dienstjubiläen
Geländefahrparcours unter Anleitung des Instruktors vom D
­ riving Center.
24
W A L D U N D H O L Z 2/08
Zum Jahresanfang konnten im WVS
folgende Dienstjubiläen gefeiert werden:
– Hanspeter Egloff
25 Jahre
– Urs Amstutz
20 Jahre
– Jean-Luc Schenk
20 Jahre
– Annemarie Tuma
10 Jahre
Herzlichen Glückwunsch!
DIE SEITEN DES WVS
Zertifizierung
Herkunftsbezeichnung
Der WVS hat sich zum zweiten Entwurf
des Nationalen Standards für die Waldzertifizierung in der Schweiz vernehmen
lassen. Ein Entwurf für eine entsprechende Antwort an die Projektleitung ist
den Mitgliedern unterbreitet worden.
Ein überarbeitetes Herkunftszeugnis
Schweizer Holz wird künftig das Q-Label
ablösen. Dies hat die Arbeitsgruppe Zer­
tifizierung der Lignum beschlossen. Das
neue (alte) Logo kann zusammen mit
dem FSC- und/oder PEFC-Zeichen verwendet werden.
Redaktion:
Waldwirtschaft Schweiz
Roland Furrer, Bereichsleiter PR
Rosenweg 14, 4501 Solothurn
032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
furrer@wvs.ch, www.wvs.ch
Delegiertenversammlung 2008
WVS tagt an der WSL
Nachdem sich der WVS – und ganz besonders dessen Präsident Max Binder –
mit Erfolg für die Beibehaltung der praxis­
orientierten Forschung an der WSL eingesetzt hat, wird die DV 2008 des WVS
(29. Oktober) an der WSL Birmensdorf
stattfinden. Dies auch gemäss dem Postulat, die DV gelegentlich regional durchzuführen und nicht immer in Solothurn.
W A L D U N D H O L Z 2/0825
AUS DEN REGIONEN
Unterstammheimer Brennholzgant
Neues Verfahren für die Brennholzrüstung vorgestellt
An der diesjährigen Unterstammhei­
mer Brennholzgant stand die Vorfüh­
rung der neuen Brennholzaufrüstung
im Mittelpunkt. Die präsentierte
Maschine ist selber entwickelt und
konstruiert.
Trotz nasskaltem Wetter versammelten
sich mehrere Dutzend wetterfest ein­
gekleidete Unterstammheimer beim Gemeindehaus zur diesjährigen traditio­
nellen Brennholzgant. «Wir können in
diesem Jahr eine Neuerung für das Brennholz anbieten», betonte Gemeindeförster
Christian Bottlang bei seiner Begrüssung.
Im Zentrum stand deshalb nicht der
eigent­liche Verkauf von Brennholz, sondern die Umstellung auf das neue System
bei der Aufrüstung von Brennholz. «Verschiedene Gründe – nicht zuletzt auch
die Kosten – haben uns bewogen, ebenfalls auf die maschinelle Aufrüstung zuzusteigen», erklärte Bottlang.
In einem Arbeitsgang
Dafür engagierte der Unterstammheimer Forstbetrieb das Hallauer Forstunternehmen Robert Roth. Der Tüftler aus
­Hallau hat für die Brennholzaufbereitung
Die von Robert Roth selber entwickelte und konstruierte Maschinen ist in der Lage,
Brennholz ab dem Stamm in einem Arbeitsgang aufzurüsten und und zu bündeln.
selber verschiedene Maschinen entwickelt
und konstruiert, um das Brennholz vom
Stamm in einem Arbeitsgang auf die
­gewünschte Länge abzusägen, zu spalten und – für Meterspälten üblich – zu
gros­sen 1-Ster-Bündeln zu binden. «Die
Maschine ist aber auch in der Lage,
Brennholz auf andere gewünschte Längen bis 20 cm aufzurüsten und zu spalten», betonte Bottlang. Roland Müller
Petition im Kanton Zürich lanciert
Waldkindergärten fürchten um ihre Zukunft
Öffentliche Waldkindergärten sind in
Zürich neu dem Kanton unterstellt.
Ihre Tage könnten deshalb schon bald
gezählt sein.
Auch Bäume können Denkmäler sein –
und sind dabei ebenso wertvoll wie alte
Gebäude oder Städte. Aus diesem Grund
wurden im Badener Wald 30 besondere
Bäume ausgewählt, beschriftet und
unter Schutz gestellt. Nun ist eine
­informative Broschüre erschienen, in
der dieses Baum-Denkmäler vorgestellt
werden. Sie ist erhätlich unter
www.naturwaldgarten.baden.ch.
26
W A L D U N D H O L Z 2/08
Seit Anfang Jahr unterstehen die Zürcher Kindergärten dem Kanton. Statt die
Standortgemeinden, bestimmt nun die
Bildungsdirektion wie viele Stellen je für
den Kindergartenbetrieb zulässig sind.
Das könnte ein Problem geben, denn
im Vergleich zum Kindergarten im Haus
unter­
richten die Kindergärtnerinnen im
Wald in der Regel zu zweit. «Nur wenn
die Gemeinde einen Anteil des Wald­
kindergartens mitfinanzieren darf, können wir weiterbestehen», sagt Kindergärtnerin Irene Gehring aus Nürensdorf.
Allerdings kann die Schulgemeinde nur
mit Bewilligung des Kantons eine zusätzliche Lehrperson beschäftigen.
Wie Urs Meier vom kantonalen Volksschulamt gegenüber dem «Tagesanzei-
ger» erklärt, seien sie an einem allgemein
gültigen Konzept für alle Kindergärten
des Kantons interessiert. Es sei aber nicht
gerecht, wenn reiche Gemeinden sich
Sonderangebote mit kleineren Klassen
und zusätzlichen Waldkindergärten leisten können, während dies für ärmere
Landgemeinden nie in Frage komme.
Bis übernächsten Sommer
Deshalb haben die Waldkindergärt­
nerinnen von Nürensdorf, Langnau
am Albis und Kloten gemeinsam auf
www.waldkindergarten.ch eine Petition
lanciert, die von der Bildungsdirektion
den Erhalt der Waldkindergärten sowie
angepasste Rahmenbedingungen fordert, damit künftig auch neue Wald­
kindergärten entstehen können.
Bis im übernächsten Sommer wird der
Unterricht im Wald weitergeführt – was
danach geschieht ist offen.
red
AUS DEN REGIONEN
Familie Scheuber aus Nidwalden
Gemeinsam Holzen über drei Generationen
In Büren/NW wohnt die Familie Scheuber. Grossvater, Vater und Sohn sind
neben­beruflich im Holzwerk tätig: Senior
Adolf Scheuber, mit Jahrgang 1922
­bereits gegen 86-jährig, sein Sohn Walti
Scheuber, 1955 geboren, und dessen
­Junior Thomas mit Jahrgang 1982. Um
die Holzerei selbstständig ausführen zu
können, unterzogen sich Walti und Sohn
Thomas – beide sind von Beruf Mechaniker und Baumaschinisten – einer Spezialausbildung für die Gebirgsholzerei.
Seit dem Sturm «Lothar» haben sie die
erforderlichen Maschinen und Geräte laufend optimiert. Scheubers verkaufen Spälten
und Cheminéeholz. Ihr Mehrfamilienhaus
an der Werkstrasse 8 in Büren wird mit Festholz beheizt. Die strengen Abgasnormen
sind beim modernen Heizkessel selbstverständlich eingehalten. «Mit dem Verkauf des
restlichen Holzes kann ich die Unkosten für
die Maschinen decken», sagt Walti Scheuber, der – als Vorjodler bei den Stanser Jodler­
buebe – auch im Wald ab und zu einen Juiz
er­tönen lässt.
Josef Niederberger
40
W A L D U N D H O L Z 2/08
Als eingefleischtes Holzer-Team sind sie oft im Bürener Ürtewald anzutreffen: Adolf
Scheuber, Walti Scheuber und Thomas Scheuber.
AUS DEN REGIONEN
Neues RegioPlus-Projekt im Kanton St. Gallen
«Holz gibt neue Impulse»
Bund und Kanton unterstützen im
Rahmen des Projekts «impulsholzsg»
vier Ideen zur Förderung des Roh­
stoffes Holz und seines Wertschöp­
fungspotenzials in der Region. Neue
und innovative Produkte wie das Tog­
genburger Holzhaus oder das Berg­
mondholz im Werdenberg, aber auch
energie-effizientes Bauen und Sanie­
ren im Rahmen von OptiMAcasa oder
der Einsatz von Energieholz sind die
Gewinner des kantonalen Wettbe­
werbs.
Eine nachhaltige Entwicklung und
langfristige Wertschöpfung in der Region
ist das Ziel des kantonalen Projekts «impulsholzsg». Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden die besten Ideen ermittelt
und von einer Jury ausgewählt. Je nach
Ausrichtung werden diese künftig mit
insgesamt rund CHF 500 000.– für die
nächsten drei Jahre von Bund und Kanton unterstützt. «Wir brauchen intelligente Produkte und neue Ideen, wenn
wir unserem heimischen Holz und der
regiona­len Verarbeitung langfristig eine
Chance geben wollen», so Erwin Reb­
mann, Geschäftsführer der Holzkette
St. Gallen, welche die Trägerschaft für
das Gesamtprojekt übernommen hat.
Rund um das «Toggenburger Haus»
soll in der Region eine Baukultur entstehen, welche die traditionellen Elemente
Der Vorstand des neuen Bergmond-Clusters: Josef Kühne, Murg; Armin Schumacher,
­Vilters; Jakob Gabathuler, Azmoos; Ruedi Zeller, Murg; Projektleiter Roman Gabathuler,
Azmoos; Thomas Brandes, Sargans; Präsident Andreas Gerber und Margrit Roos, Senn­
wald.
und die regionalen Baustoffe berück­
sichtigt und bezüglich moderner Techno­
logien weiterentwickelt. Mit dem Holzelement und dem Holzhaus werden
Pro­
dukte entwickelt, welche eine viel­
seitige Anwendung bei Ein- und Mehr­
familienhäusern, öffentlichen Bauten
sowie bei Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftsgebäuden ermöglichen. Mit
der Holzbörse als Internetplattform wird
ein reger Informationsaustausch innerhalb der Anbieter initialisiert und die Vermarktung verbessert.
Bergmond-Cluster
Die Kombination aus Berg, Mond und
Holz.
Ein intensives Gefühl fürs Holz und der
je nach Verwendungszweck richtige Einschlagzeitpunkt spiegeln sich im Wissen
über das Mondholz und seine beson­
deren Eigenschaften wider. Ein Wissen,
das seit Generationen überliefert wird,
eine Holzqualität, die Geigenhersteller
und Holzbauer begeistert. Das Projekt
macht sich diese Wirkung zu Nutzen und
setzt auf kundennahe Betreuung, Erlebnis und ein qualitativ hochwertiges Produkt. Mit Hilfe des neu gegründeten
Bergmond-Clusters wollen so die Waldbesitzer, Forstwirtschaft und Holzindus­
trie der Region Werdenberg und Sar­
ganserland unter einem gemeinsamen
Auftritt den Erhalt und Fortbestand unserer Bergschutzwälder erzielen.
Holz spart Energie
Das grösste Potenzial, um Energie zu
sparen, ist eine effektive Isolierung unserer Häuser. OptiMAcasa ermöglicht neue
Wege in der Sanierung, zeigt die verschiedenen Möglichkeiten für den Bauherrn auf und bildet die Holzbauer entsprechend weiter. Thermografien sind
dabei der erste Schritt in eine 2000-WattGesellschaft. Holz eignet sich aber nicht
nur zur Isolierung, sondern auch als nachwachsender Energieträger. Eine Energieholzzentrale soll diesen Markt im Toggenburg weiterentwickeln und das Angebot
koordinieren und organisieren.
Weitere Informationen und Kontaktadressen sind auf der Homepage der
Holzkette St. Gallen www.holzkettesg.ch
zu finden.
Ulf Zimmermann
Impulz GmbH
9472 Grabs
081 756 23 60
zimmermann@impulz.ch
W A L D U N D H O L Z 2/0855
AUS DEN REGIONEN
Holz Mogelsberg/SG
Blockhaus als
Innovationsprojekt
Unter dem sinnigen Namen «Mogels­
berg brennt» wurden im Herbst 2002
9 t Holzkohle von Holz aus heimischen
Wäldern gewonnen. Dieses Feuer
durfte nicht erlöschen – unter dem
neuen Logo «Mogelsberg brennt wei­
ter» entstand am Waldrand beim
Rastplatz «Steigwald» oberhalb dem
Dorf Mogelsberg ein Blockhaus. Damit
soll der heimische Baustoff und Ener­
gielieferant Holz noch mehr in Erin­
nerung gerufen werden.
Das Baubewilligungsverfahren wurde
durch eine hartnäckige Einsprache des
Heimatschutzes mit der Begründung
«das Haus passe nicht in die Gegend»(!)
über längere Zeit blockiert – Anwälte und
Gerichte befassten sich mit der Ange­
legenheit. Überraschend zog der Heimatschutz seine Einsprache kurz vor der
kantonalen Abstimmung über das Ver­
bandsbeschwerderecht zurück.
Alle 110 benötigten Weisstannenstämme sind in den Wäldern der Mitglieder der Genossenschaft «Holz Mogelsberg» gewachsen.
Letzte Schliffe vor der Aufrichtefeier vom 19. bis 22. Oktober. Die Einweihung des Block­
hauses findet vom 30. Mai bis 1. Juni 2008 statt.
Es ist nicht die Idee von «Holz Mogelsberg» im Blockhaus ein Restaurant ein­
zurichten, sondern den Raum mit entsprechend strengen Auflagen für Anlässe
zu vermieten. Absicht ist auch, das Haus
Wiederaufforstung von Nadelholz
Zürcher Politiker werden aktiv
Mit einer Anfrage erkundigen sich
drei Zürcher Kantonsräte über die
Zukunft des Fichtenbestandes im Kan­
ton Zürich. Dieser geht bekanntlich
auf Kosten des Laubholzes zurück.
Die inländische Holzindustrie hat schon
Alarm hinsichtlich des schrumpfenden
Fichtenbestandes im Mittelland geschlagen. Fichtenholz verfügt dank der Langfaserigkeit über hohe Dehn- und Trag­
eigenschaften und wird daher seit
Jahrhunderten als vielseitiges Bauholz genutzt. Gleichzeitig verzeichnet das Fichtenholz eine wachsende Nachfrage als
Papierholz. Gerade die Ereignisse mit
dem Sturm «Lothar» und dem heissen
und trockenen Sommer 2003 mit enormen Käferschäden haben wesentlich
dazu beigetragen, dass die Fichte immer
mehr verdrängt wird.
Nun greifen auch die drei Zürcher Kantonsräte Michael Welz (EDU, Oberem­
brach), Othmar Kern (SVP Bülach) und
56
W A L D U N D H O L Z 2/08
Hansjörg Schmid (SVP, Dinhard) das
Thema auf, indem sie einen umfassenden
Fragekatalog an die Zürcher Regierung
richten. Sie beziehen sich dabei auf die
Zahlen des jüngst veröffentlichten Landesforstinventars 3 (LFI3). Gemäss diesen
Zahlen hat der Fichtenbestand im Mittelland in den letzten elf Jahren um 22% als
Folge der Stürme und des Käferbefalles
abgenommen.
Frage nach dem Jungwuchs
Sie stellen dabei fest, dass man im
Schweizer Mittelland, wozu auch der
Zürcher Wald mehrheitlich gehört, in den
letzten 20 Jahren mehrheitlich auf Naturverjüngung setzt. In diesen Jungwuchsbeständen ist dabei das Nadelholz oft
sehr schwach vertreten und wird vom
Laubholz unterdrückt, schreiben die
Frage­
steller. Zudem wird vorhandenes
Nadeljungholz durch das Wild beschädigt, halten die Fragesteller weiter fest.
für Schulklassen oder Seminare zur Verfügung zu stellen. Die Beziehung zwischen Mensch und Natur soll Alt und
Jung näher gebracht werden.
Gottfried Meier
Konkret muss nun der Regierungsrat
Rechenschaft über die Entwicklung des
Baumartenbestandes während den letzten 20 Jahren im Zürcher Tal- wie auch
Berggebiet geben. Von Interesse werden
zudem die geforderten Angaben über
das Verhältnis zwischen Laub- und Nadelholz der Jungwuchsbestände von 1987
bis 2007 sowie den heute schlagreifen
rund 80- bis 100-jährigen Nutzholzbeständen sein. Der Regierungsrat muss
sich auch über die Entwicklung in der
Bauholznutzung äussern.
Die Fragesteller beziehen sich dabei
auf die Nachfrage nach Nadelholzarten,
Fichte, Tanne, Lärche und Douglasie. Der
Regierungsrat wird auch aufgefordert,
sich über die Entwicklung des Baum­
bestandes aufgrund der LFI3-Erkenntnisse
zu äussern und zugleich auch seine entsprechenden Ziele zu definieren. Abschliessend muss sich der Regierungsrat
zudem über die Entwicklung der Zürcher
Waldfläche in den vergangenen 20 Jahren äussern und in welchen Zeitintervallen im Kanton Zürich das Bestandes­
inventar aufgenommen wird.
Roland Müller
FORSTBETRIEB
50 Jahre Pflanzgarten Lobsigen
Von der Tannlischule
zur Artenvielfalt
Der Pflanzgarten Lobsigen feiert
sein 50-jähriges Bestehen. Im
Laufe der Zeit hat sich der Neben­
betrieb des Staatsforstbetriebs
Bern von einer klassischen Forst­
baumschule zu einem Spezia­
listen für seltene einheimische
Arten entwickelt.
Mit dem Pflanzgarten Lobsigen feiert
die grösste kantonale Forstbaumschule
des Kantons Bern ihr 50-jähriges Be­
stehen. Auf 6 ha produziert der Nebenbetrieb des Staatsforstbetriebs Bern
Die frischen Saaten werden zum Schutz vor Vögeln abgedeckt.
Elias Kurt*
jährlich Hunderttausende von Forstpflanzen und Sträuchern. Doch seine
Grösse allein ist nicht das Besondere.
Vielmehr ist es die einzigartige Auswahl
an seltenen einheimischen Baum- und
Straucharten: 165 verschiedene Arten
sind es unterdessen, und immer wieder
werden weitere seltene Arten ins Angebot aufgenommen.
Als Betriebsleiter Urs Rohner 1992 in
Lobsigen begonnen hatte, lag der Schwerpunkt noch auf den für eine Baumschule
üblichen Forstpflanzen. Doch mit der Zeit
ging die Nachfrage nach Fichten zurück
und der Platz für seltene einheimische
Arten vergrösserte sich.
Erhaltungsplantagen für
­seltene Arten
So werden heute beispielsweise zerstreut vorkommende Baumarten wie
Spitzahorn, Linde oder Schwarzerle verschult. Für diese Arten werden seit 1996
neue Samenplantagen aufgebaut. Für
besonders seltene Arten wie Flatterulme,
Speierling, Schwarzpappel, Wildbirne
und Wildapfel stehen Erhaltungsplan­
tagen zur Verfügung. Dies ist einzigartig
auf nationaler Ebene und ein wichtiger
Beitrag für die einheimischen Genressourcen. Aber auch weniger bekannte
*Forstingenieur ETH, Praktikant beim Staatsforstbetrieb Bern.
Rillensaat: Typisch für das Säen von Eichen.
Pflanzen wie Felsenbirne, Perückenstrauch oder Pimpernuss sind in Lob­
sigen zu finden. Eine weitere Besonderheit sind die über 20 verschiedenen
Rosenarten.
Der Pflanzgarten entwickelte sich so
kontinuierlich zu einem Geheimtipp für
Besteller seltener Arten. Das Stammpublikum besteht längst nicht mehr nur aus
Forstleuten. Dank des konsequenten
Ausbaus des Angebots konnten sehr viele
neue Kunden ausserhalb der Forstwirtschaft gewonnen werden.
Herkunftsnachweis
aus Prinzip
Ihnen kommt auch eine weitere Spe­
zialität des Pflanzgartens zugute: Von der
Samenernte bis zum Verkauf der heranW A L D U N D H O L Z 2/0827
FORSTBETRIEB
Urs Rohner – «citoyen du monde»
Auch Mispeln produziert der Pflanzgarten.
gewachsenen Pflanzen wird alles selbst
gemacht. Vom Jura bis ins Wallis werden
Samen auf allen Höhenstufen geerntet.
Etwa 360 verschiedene Provenienzen
führt der Pflanzgarten momentan über
alle Arten gerechnet. Ein wichtiger
Grundsatz des Pflanzgartens: Wer Pflanzen kauft, weiss woher die Samen
­stammen. Bei Baumarten ist dieser Herkunftsnachweis gesetzlich sowieso vorgeschrieben. Bei den Sträuchern macht
es der Pflanzgarten hin­
gegen freiwillig
und aus Überzeugung.
Das Pflegen der zahlreichen verschiedenen Arten vom Samen bis zur Pflanze
bringt viel Arbeit mit sich. Drei VollzeitAngestellte, vier Teilzeit-Angestellte und
Aushilfen sorgen für einen guten Ablauf
und eine kostendeckende Produktion.
Durch ihre tägliche Beschäftigung mit
seltenen Arten sammelt sich ein grosser
Wissensschatz an – ein weiterer Pluspunkt des Pflanzgartens. So konnte von
den dort gemachten Erfahrungen beispielsweise auch schon das Projekt SEBA
(Projekt zur Förderung seltener Baum­
arten) profitieren. Rohner ist es sehr wichtig, dass dieses Wissen nicht verloren
geht.
Doch nicht nur Pflanzen und Wissen
gibt der Pflanzgarten weiter. Auch das
Saatgut selbst kann gekauft werden.
­Dieses wird im grossen Saatgutlager eingefroren. Durch die Gefriertrocknung
bleiben die Samen über längere Zeit
28
W A L D U N D H O L Z 2/08
Nach Abschluss der Försterschule Lyss zog Urs Rohner
als Wanderarbeiter durch die Länder Asiens. Danach
arbeitete er für die technische Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern der Schweiz (TZ) in Ruanda. Doch
Rohner ging es nicht um Tourismus, sondern um den
Menschen. Auch auf seinen späteren Stationen Madagaskar und Ecuador kamen seine fachlichen und
menschlichen Eigenschaften zur Geltung. Zudem
erlaubte ihm seine eindrückliche Schaffenskraft, auch
unter schwierigen klimatischen und technischen Bedingungen monatelang riesige Arbeitspensen zu leisten.
Rohner eignete sich zu Beginn seiner Einsätze Grundkenntnisse der lokalen Sprache an. So kam er rasch
näher zu den Leuten, begriff ihre Sorgen und wurde von ihnen akzeptiert. Auch die
einheimische Tier- und Pflanzenwelt machte ihm dank seiner Neugierde nach kürzester
Zeit kaum mehr Schwierigkeiten.
Seit 1992 setzt Rohner seine Erfahrungen in Lobsigen ein. Eine effiziente und kostendeckende Bewirtschaftung ist ihm ein zentrales Anliegen. So legte er von Beginn weg
bei allen Arbeiten Hand an und erwarb sich damit schnell den Respekt seiner Mitarbeiter. Sein immenses Wissen über die Keimungsprozesse der verschiedensten Arten setzt
er bei der Samenvorbereitung gekonnt um. Rohners Interesse gilt der biologischen Vielfalt unserer Gehölzflora. Einen grossen Teil seiner Freizeit setzt er für die Suche und das
Beernten seltener Arten in der ganzen Schweiz ein. Auch der Aufbau neuer Samenplantagen für zerstreut vorkommende Arten war ihm ein grosses Anliegen. Dank seinem
Eifer kamen sogar noch Erhaltungsplantagen für besonders seltene Arten hinzu.
Noch ist seine Schaffenskraft nicht erschöpft. Wir sind gespannt, in welchen Tätigkeiten
er in Zukunft seine grossen theoretischen und praktischen Kenntnisse einsetzen wird.
Seine Offenheit, seine Einfühlsamkeit für Menschen, sein Sinn für wirtschaftliche
Belange und seine Ausdauer werden ihm immer zugute kommen. Urs Rohner denkt
und handelt nachhaltig – als echter «citoyen du monde».
Anton Stauffer, Jean-Pierre Sorg, Elias Kurt
keimfähig. So wurde das älteste FichtenSaatgut 1971 geerntet, ist aber nach wie
vor gut keimfähig.
Pflanzgarten Lobsigen
Fläche: 6 ha
Lage: Oberhalb des Lobsigensees im
Seeland auf 525 m ü. M.
Angebot: 165 Arten aus 360 Prove­
nienzen. Forstpflanzen, Heckenware,
grosse Bäume und Sträucher für Parkanlagen, Weihnachtsbäume.
Kundschaft: Öffentliche und private
Waldbesitzer, Gärtner, Gartenbesitzer,
Gemeinden und Naturschutzorganisationen.
www.be.ch/forstbaumschulen
Erst zwei Betriebsleiter sorgten in der
50-jährigen Geschichte des Pflanzgartens
für einen einwandfreien Betrieb. Einst als
Forstgarten des Kreisforstamtes Aarberg
gegründet, entwickelte er sich unter der
Leitung von Fritz Fuhrer schnell zu einer
Saatgutzentrale für die Regionen Mittelland und Jura. Seit 2005 ist der Pflanz­
garten ein Nebenbetrieb des Staatsforstbetriebs Bern, der die Staatswälder des
Kantons bewirtschaftet. Dank der klaren
Ausrichtung und der erfolgreichen Tätigkeit in seiner Nische als Produzent von
seltenen Arten hat er seine Überlebens­
fähigkeit bewiesen. Der Pflanzgarten Lobsigen bleibt also nicht stehen: 165 Arten
nach 50 Jahren. Wer weiss wie viele es
nach 100 Jahren sein werden.
HOLZMARKT
Otto Gautschi, Leiter Rohstoff-Einkauf der Perlen Papier AG, im Interview
«Das Pokern hat zugenommen»
«WALD und HOLZ»: Sie sind frustriert
über die Liefermengen der Waldbesitzer,
Ihre Schleifholzlieferanten. Wo liegt das
Problem?
Otto Gautschi: Es ist nicht nur die Frustration über die Menge, es ist auch die
ganze heutige Geschäftskultur im Holzbereich. Ich erinnere mich noch gut; als
ich vor 26 Jahren aus der Forstwirtschaft
in die Holzindustrie gewechselt habe,
herrschte genau die gegenteilige Situation. Aus einem Verkäufermarkt wurde
damals ein Einkäufermarkt zugunsten
der Holzindustrie. Wir konnten allerdings
die Preise trotzdem nicht diktieren.
Die Papierindustrie war einfach ver­
wöhnt. Oder bestreiten Sie das?
Ja, das bestreite ich, zumindest was
den Preis betrifft. Zudem dürfen wir nicht
vergessen, dass anfangs der 80er-Jahre
eine Tonne Neupapier einen Erlös von
Fr. 1350.– und 25 Jahre später einen Erlös
von Fr. 850.– brachte.
Ums Holz mussten wir dagegen nicht
kämpfen. Das gebe ich gerne zu. Der Wald
ist allerdings in einen Engpass geraten,
weil Aufwand und Ertrag nicht mehr
­gestimmt haben. Jetzt hat sich das Blatt
­gewendet und wir sind es, die mit dem
­Rücken zur Wand stehen. Wir können die
Teuerung nicht vollständig weiter­
geben,
Zur Person
Otto Gautschi ist Leiter Rohstoff-Einkauf
der Perlen Papier AG. Das 1872 gegründete Unternehmen gehört zur Chemie
und Papier Holding AG (CPH) mit Sitz in
Perlen/LU. Otto Gautschi war zehn Jahre
Revierförster im solothurner Wasseramt
und 21 Jahre Gewerbeschullehrer für
Forstwartlehrlinge. Der 59-Jährige arbeitet seit 1981 für die Perlen Papier AG.
Fotos: Urs Wegmann
Die Papierindustrie beklagt, dass
ihr nicht zuverlässig Holz gelie­
fert werde. Otto Gautschi, von
der Perlen Papier AG, nimmt Stel­
lung und spricht über die ver­
änderte Geschäftskultur, seine
Ideen zum künftigen Waldbau
und die Verbesserung der Part­
nerschaft zwischen Wald und
­Industrie.
Einkäufer Otto Gautschi (links) beurteilt mit Platzmeister Franz Bieri die Qualität des gelie­
ferten Holzes.
die Energiekosten steigen und für den
Rohstoff müssen wir ebenfalls viel mehr
bezahlen. Letztes Jahr waren es fünf Mil­
lionen Franken mehr. Das sind natürlich
happige Aufschläge. Profitiert haben wir
einzig vom Euro-Kurs letztes Jahr.
Daran ist aber nicht die Forstwirtschaft
schuld. Grund für Ihre Situation sind der
Papierholzmarkt, die Energiepreise und
anderes. Sie können doch Ihre Probleme
nicht dem Waldeigentümer zuschieben.
Nein, natürlich nicht. Aber ich muss
jetzt nochmals auf die Geschäftskultur
zurückkommen, die ich als Partnerschaft
verstehe. Das bedeutet, dass man seinem
Partner nicht eins auf den Kopf haut,
wenn er bereits in einer schwierigen
Situa­tion steckt. Als der Wald in einer
Notsituation war, zum Beispiel nach
­«Lothar», haben wir von der Papierindustrie das nie so ausgenützt wie andere
Branchen. Wir haben die vereinbarten
Mengen stets zu den vereinbarten Preisen abgenommen. Nun fordert der
Wald – was ich übrigens gut verstehe.
Gleichzeitig gehen die Liefermengen zurück. Mit anderen Worten: Die Forstwirtschaft diktiert die Preise und liefert weniger. Das wäre, wie wenn wir nach einem
Sturm die Vereinbarungen plötzlich nicht
mehr eingehalten hätten. Aber einige
Waldeigentümer machen nun genau das
und liefern, wenns einen Fünfliber mehr
gibt, nach Deutschland oder sonstwo
hin. Aber ich betone: Wir sind ebenfalls
froh, wenn die Forstwirtschaft wieder
besser leben kann.
In den letzten zwanzig Jahren sind die
Preise fast aller Sortimente zurückgegan­
gen (vgl. Grafik). Der Preis für Schleifholz
ist allerdings sogar unter die Erntekosten
gefallen. Da ist es wenig sinnvoll, dieses
Sortiment aufzurüsten. Eine Alternative
ist heute das Energieholz, das den Auf­
wand besser deckt.
Ich möchte dem widersprechen. Gerade beim schwachen Zerspanerholz sind
wir mit dem Preis konkurrenzfähig. Aber
so oder so: Wir sind gezwungen, Papier
zu produzieren. Der Wald ist nicht gezwungen, Papierholz aufzurüsten. Das
führt zum Ungleichgewicht.
Sie sagen, beim Preis wären Sie kon­
kurrenzfähig. Aber für den Wald gibt es
eben noch andere Gründe, warum er
nicht immer sofort liefern kann: Im
­Dezember lag viel Schnee, was zu Ab­
fuhrschwierigkeiten geführt hat. Da kann
keiner etwas dafür.
W A L D U N D H O L Z 2/0829
HOLZMARKT
In höheren Lagen mag das teilweise
der Fall gewesen sein, aber im Mittelland
nicht. Zudem stelle ich noch etwas fest:
Letztes Jahr haben diejenigen Zweite gemacht, die bereits im Herbst geholzt
haben. Das hat dazu geführt, dass immer
mehr Waldbesitzer pokern und auf bessere Preise im Frühling hoffen. Wir wissen
von Lieferanten, die das Holz bereitgestellt haben, aber mit dem Verkauf warten wollen, bis der Preis vielleicht noch
ein paar Franken steigt. Das Spekulieren
und Pokern hat stark zugenommen. Ganz
nach dem Motto: Letztes Jahr hats funktioniert, dann funktionierts auch heuer.
Was hatte die Unterlieferung im Dezem­
ber für Sie für Folgen?
Wir mussten die fehlende Menge in
Deutschland als Schnitzel einkaufen –
wegen des Transports natürlich zu höheren Preisen.
Mitte Januar hatte ich vier, fünf Lieferanten, die mir nicht einmal die Mengen für
Februar angegeben haben. Wir leben
also von den Hand in den Mund. Wir
können dagegen dem Wald garantieren,
dass wir den Rohstoff abnehmen. Ein
möglicher Grund ist, dass wir heute zwischen Wald und Industrie Händler und
Vermittler haben. Der einzelne Wald­
eigentümer fühlt sich gegenüber seinem
Abnehmer nicht mehr verantwortlich.
Das war zu Zeiten der HESPA (Holzeinkaufsstelle schweizerischer Papier- und
Zellstoffindustrie, Anm. der Red.) besser.
An wenigen Orten habe ich Direktverträge, wo es nie Probleme gibt. Wenn es
zum Beispiel geschneit hat, melden die
mir das und ich weiss, woran ich bin.
Aber gerade die Bündelungsorganisa­
tionen sind doch Ihre Partner.
Ja, wenn sie ihre Aufgabe richtig wahrnehmen, die Prozesse straffen und nicht
einfach als Händler auftreten.
Ein Händler verkauft es dem Meist­
bietenden, zum Beispiel einem Abneh­
mer von Energieholz. Das ist doch ein
normales Marktverhalten.
Ja gut, dann haben wir uns wahrscheinlich abnormal verhalten, als wir die
Preise nicht gesenkt haben obwohl wir
gekonnt hätten – zum Beispiel nach
Sturm­ereignissen oder bei Überangeboten im Frühling. Ob das Verhalten normal
ist, wie Sie es beschreiben, lasse ich lieber
in der Luft stehen.
Aber dieses Risiko bestand im Winter
doch schon immer. Früher haben Sie
mehr gelagert, so dass Sie solche Eng­
pässe besser ausgleichen konnten.
Das Problem hätten wir nicht, wenn
man uns liefern würde, was abgemacht
ist. Früher galt: Ein Mann, ein Wort! Wir
haben Verträge, die nicht eingehalten
werden weil der Preis nicht mehr stimmen soll. Mit anderen Worten: Teilweise
ist ein rechtskräftiger Vertrag in der Forstwirtschaft nichts mehr wert!
Wäre es nicht sinnvoller, anstatt für
deutsche Schnitzel mehr zu bezahlen dies
gleich dem Schweizer Waldeigen­
tümer
zukommen zu lassen?
Wir brauchen so oder so eine gewisse
Importmenge. Und wenn uns ein Wald­
eigentümer die Liefermenge nicht garantieren kann, können wir ihm auch diesen
Preis nicht geben. Zudem hinkt der Vergleich, weil der höhere Importpreis von
den Transportkosten herrührt und nicht
allein dem Säger zugute kommt. Wer
­
näher liegt, hat geringere Transport­
kosten, also können wir dem doch nicht
denselben Preis bezahlen. Anders wäre
es, wenn wir wirklich nur zuverlässige
Lieferanten hätten. Dann könnten wir
über den Preis reden. Aber eine Mengengarantie gibt uns heute praktisch niemand mehr.
Sollte man nicht auch zwischen Mo­
nats- und Jahresquoten unterscheiden?
Braucht es bei den Monatsquoten nicht
eine gewisse Toleranz?
Es schliesst doch gar keiner mehr einen
Jahresvertrag ab. Ein aktuelles Beispiel:
30
W A L D U N D H O L Z 2/08
Der Rohstoff wird nicht nur in Form von Stämmen, sondern auch als Schnitzel angeliefert.
CHF pro m3 bzw. pro Ster
Grafik: Die Preisentwicklung von Rundholz, Schleifholz und Energieholz seit 1980, nicht
einbezogen sind die Erntekosten.
HOLZMARKT
Sie sind ja auch keine braven Schäf­
chen. Wenn Sie die Gelegenheit haben,
im Ausland billiger Schnitzel zu kaufen,
tun Sie es ja auch. Oder Sie verlangen von
einem, der weiter weg ist, dass er frei
Werk liefert.
Es gibt verschiedene Varianten. Einige
Importeure wollen zum Beispiel frei Werk
liefern, weil Sie selber Transporteure sind.
Ein Problem ist, dass viele Verlade-Bahnhöfe für Rundholz geschlossen haben.
Wir verlangen nicht von allen, dass sie
mit der Bahn liefern. Und mit Ostschweizer Lieferanten, die weiter weg liegen,
vereinbaren wir einen Preis ab Wald­
strasse.
Aber bei allen technischen und organi­
satorischen Problemen, eines bleibt: Der
Markt hat sich verändert, weil Energie­
holz gefragter ist.
Ja, aber dieser Wettbewerb ist eben
verzerrt, weil die Verwendung von Energieholz mit öffentlichen Geldern gefördert wird – im Gegensatz zur Holz- und
Papierindustrie.
Trotzdem: Das Fördern von Energieholz
aus gesellschaftlichen Gründen müssten
Sie ebenfalls befürworten.
Ja, aber jetzt ist Zeit, mit der Förderung
langsam aufzuhören. Jetzt braucht es die
Subventionen nicht mehr und der Wettbewerb könnte richtig spielen.
Ist eines Ihrer Probleme auch Ihre Lage?
Je weiter östlicher in der Schweiz, desto
höher der Preis, weil mehr Abnehmer da
sind.
Ja, stimmt. Und es kommt noch was
hinzu. «Lothar» hat vor allem in der
­Zentral- und Ostschweiz gewütet. Diese
Flächen fehlen uns heute.
Die Fichte ist in den letzten Jahren im
Mittelland tatsächlich stark zurückgegan­
gen. Was heisst das für Sie?
Die Probleme werden sich verschärfen.
Vor rund zehn Jahren ernteten wir in den
so genannten 67er-Sturmflächen. Diese
Stangenhölzer mussten durchforstet werden, und mit der Produktion von Papierholz konnten die Waldbesitzer immerhin einen Deckungsbeitrag erzielen.
Heute wächst überall Naturverjüngung.
Damit fehlen die bisherigen grossen
Fichten­anteile.
Wollen Sie zurück zur Fichtenmono­
kultur?
Nein, nein! Ich befürworte den Mit­
telweg, denn mit einem vernünftigen
Nadel­holzanteil kann immerhin auch in
Der Preis für die Tonne Papier ist seit den 80er-Jahren von Fr. 1350.– innert 25 Jahren auf
Fr. 850.– gesunken: Lager der Perlen Papier AG.
einem jungen Bestand schon ein gewisser Deckungs­beitrag erzielt werden.
Müsste man aber dem Waldeigen­
tümer nicht auch sagen, dass das unter­
nehmerische Risiko mit Fichten grösser
ist?
Haben Sie das Gefühl, ein Stallinger
oder ein Schilliger investieren in ein
Schwachholzwerk, wenn das keine Zukunft hätte? Fichte und Tannen bleiben
einfach die Holzarten, mit denen am
­besten gearbeitet werden kann. Ich sage
es provokativ: Die grüne Welle hat sich
bei den Förstern in den letzten Jahren
stark durchgesetzt. Das unternehmerische Denken ging etwas verloren. Aber
ich habe durchaus ein gewisses Verständnis dafür. Für einen Unternehmer sind
Aufwand und Ertrag im Wald lange Zeit
nicht aufgegangen. Deshalb hat man
wohl nur das Minimum gemacht.
Aber die Fichtenbestände sind ein
Klumpenrisiko. Dabei geht es auch um
Ökonomie.
Eindeutig. Man darf natürlich nicht
von einem Extrem ins andere fallen. Die
Monokulturen sind labil, sie haben die
Böden kaputt gemacht und waren zum
Teil auf völlig falschen Standorten, wo
nur faules Holz produziert worden ist.
Aber heute fällt man ins andere Extrem,
überlässt alles der Natur, lässt Pionier­
baum­arten aufkommen in der Hoffnung,
es wachse dann schon ein Fichtchen darunter. Das kann nicht die Lösung sein,
denn wir haben auch eine Verantwortung gegenüber der Wirtschaft, nicht
nur gegenüber der Wohlfahrt und dem
Natur­schutz.
Was wäre denn Ihr Rezept für eine
künftige Zusammenarbeit?
Ich habe schon meine Vorstellungen:
Es braucht eine lang-, eine mittel- und
eine kurzfristige Planung. Zurzeit planen
wir nur kurzfristig.
Wie soll das konkret aussehen?
Man muss sich einige Fragen zum
künftigen Waldbau stellen: Gedenkt der
Waldbesitzer noch auf die Holz- und
Papier­
industrie Rücksicht zu nehmen?
Könnten nicht auch Schwachholzkul­
turen mit gemischten Beständen aufgeforstet werden? Grössere Durchmesser
ergäben Zerspanerholz, kleinere Papierholz. Das Laubholz könnte der Energieverwertung zugeführt werden.
Und grundsätzlich gilt: Wir müssen in
Zukunft gegenseitig Absichtserklärungen
treffen, die halten. Es braucht einen inter­
nationalen Preis, der zum Beispiel über
einen Index definiert werden kann. Forstwirtschaft und Papierindustrie sollen
keine feindlichen Branchen sein, sondern
Partner. In der Vergangenheit sind von
beiden Seiten Fehler gemacht worden.
Interview: Hans Gerber, Urs Wegmann
W A L D U N D H O L Z 2/0831
Die Tegra Holz- und Energie AG ist das grösste Biomassekraftwerk der Schweiz. Über die Tochtergesellschaft
­Biomag AG werden Biomassebrennstoffe beschafft.
Liefern Sie uns per Bahn oder LKW Ihre Biomasse. Wir nehmen laufend
– alle Laub- und Nadelhölzer in Längen von 1 bis 6 m
– Holz aus Landschaftspflege und Durchforstung
– Schlagabraum, Astmaterial aus mechanisierten Holzschlägen
– Wurzelstöcke
– Rindenmaterial, alle Arten Schnitzel und Späne
– Schwarten und Spreissel
– unbehandeltes Alt- und Baustellenholz
Mit unseren Maschinen hacken und bündeln wir Material vor Ort und führen es ab.
Kontakt und Infos:
Biomag, im Auftrag von Tegra Holz und Energie AG
Reichenauerstrasse, 7013 Domat/Ems
081 632 33 11, E-Mail: tegra@tegra-holz.ch.
Die Preisliste kann unter www.tegra-holz.ch heruntergeladen werden.
32
W A L D U N D H O L Z 2/08
HOLZMARKT
Industrieholz
Ist die Werksvermessung
genau genug?
Die Schweizerische Interessen­
gemeinschaft Industrieholz führt
auf den Werkplätzen der Indus­
trieholz-Verarbeiter regelmässig
Kontrollen der Lieferungen durch.
Speziell wird dabei auch die
Atro-Vermessung mit Parallel­
proben überprüft. Diese Paral­
lelproben werden von der IG
Industrie­
holz ausgewertet und
mit den Werkresultaten vergli­
chen. Dieser Bericht gibt Aus­
kunft über die Resultate der
regel­mässigen Werkbesuche und
von zusätz­lichen Spezialauswer­
tungen.
Das Industrie-Rundholz aus dem Wald
kann auf verschiedene Arten gemessen
werden (vgl. Kasten).
• Die Festmassbestimmung (Kubikmeter) kann über die geläufigen Verfahren der Rundholzvermessung oder
über angepasste Stichproben­
systeme
erfolgen.
• Die Stermessung erfolgt wie beim
Brennholz.
• Weiter ist die Gewichtsvermessung
nach Liefergewicht oder nach Trockengewicht möglich.
Werner Riegger*
Festmassbestimmung durch Kluppierung und Längenmessung ist nur im Wald
üblich. Die Stermessung kann sowohl im
Wald wie auch im Werk einfach praktiziert werden (Doppelmeter und Messband). Die Gewichtsvermessung ist jedoch nur mit einer geeigneten Einrichtung
möglich. Es ist eine Brückenwaage notwendig. Für die Trockengehaltsbestimmungen braucht es zusätzlich eine Laborwaage und einen Trockenschrank. Die
Gewichtsvermessung erfolgt deshalb in
der Regel nur werkseitig.
Restholz kann nach Raummass (Schüttkubikmeter bei Hackschnitzeln oder
*IG Industrieholz, c/o Riegger GmbH, 8002 Zürich,
riegger.gmbh@pop.agri.ch
Motorsäge mit Auffangbehälter zur Entnahme von Spanproben bei Rundholz und
Schwarten/Spreisseln. Sie ist für eine bessere Probeentnahme auf einer Rampe montiert.
Messung von Industrieholz
Vermessungsort
Das Mass einer Industrieholzpartie wird bei der Übergabe beziehungsweise
Übernahme auf dem Fabrikplatz festgelegt. Vertraglich können andere Vermessungsorte (z. B. im Wald oder nach Verlad) vereinbart werden.
Vermessungsarten Industrieholz kann per Ster, per Kubikmeter oder per Tonne (Lutro- oder
Atrogewicht) gemessen werden.
Ster
Das Stermass wird ermittelt durch Multiplikation von Länge, Höhe und Tiefe einer Holzbeige. Bei Kreuzbeigen ist je Kreuz ein Längenabzug von 20 cm vorzunehmen. Das Höhenzumass beträgt 5%. Sterholz wird auf halbe Ster genau gemessen.
Kubikmeter
Für die Messung per Kubikmeter gelten die Bestimmungen der Rundholzmessung. Neben der Handvermessung ist die elektronische Vermessung
mit geeigneten Anlagen und Geräten möglich.
Gewicht
Masseinheiten der Gewichtsvermessung sind die Tonne Lutrogewicht (wald
trockenes, lufttrockenes Holz beziehungsweise Liefergewicht bei Abnahme)
oder die Tonne Atrogewicht (absolut trockenes, darrtrockenes Holz). Die
Gewichtsvermessung in Tonnen Atro wird mit einer anerkannten Methode
durchgeführt. Die Trockengehaltsbestimmung einer Holzlieferung erfolgt
anhand einer repräsentativen Stichprobe. Die festgelegte Messgenauigkeit
beträgt ± 3% für das Atro-Gewicht beziehungsweise ± 3% für den relativen
Trockengehalt.
Holzlänge
Industrieholz kurz weist eine Länge von genau 1 oder 2 m auf, Industrieholz lang ist in der Regel 3 bis 7 m lang (Bahntransport 4 bis 6 m). Vertraglich
oder durch Absprache können andere Längen vereinbart werden.
Holzdurchmesser Der minimale Durchmesser für Rugel oder Spälten wird an der dünnsten Stelle,
der maximale Durchmesser an der dicksten Stelle eines Industrieholzstückes,
jeweils über der Rinde, gemessen.
Messgeräte
Als Messgeräte dienen der Doppelmeter, geprüfte Messlatten, die Kluppe,
bewährte elektronische Messeinrichtungen sowie geprüfte Labor- und
Brückenwaagen.
Kontrolle
In den Werken, die Industrieholz loko Fabrikplatz übernehmen, überprüft
die Schweizerische Interessengemeinschaft Industrieholz als neutrale Stelle,
ob die Mess-, Sortier- und Klassiervorschriften eingehalten werden.
W A L D U N D H O L Z 2/0833
HOLZMARKT
Raummeter bei Schwarten/Spreisseln)
und nach Liefer- oder nach Trocken­
gewicht erfolgen. Einzelne IndustrieholzVerarbeiter übernehmen sowohl Rundholz wie Restholz nach Atro-Gewicht.
Atro-Gewichtsvermessung
Die Bestimmung des Liefergewichts
einer Holzlieferung ist einfach nachvollziehbar: Das Fahrzeug mit der Ladung
wird gewogen, das Holz abgeladen und
das Fahrzeug leer nochmals gewogen.
Die Differenz der zwei Wiegungen ergibt
das Gewicht der Holzladung.
Für die Atro-Gewichtsbestimmung
muss nun zusätzlich noch der Trocken­
gehalt der Holzlieferung bestimmt werden (vgl. Kasten). Dabei wird nach
einem vorgeschriebenen System Probematerial von der Lieferung entnommen.
Bei Hackschnitzel-Lieferungen nimmt
man an zahlreichen Stellen kleinere
Mengen Schnitzel. Bei Rundholz und
Schwarten/Spreisseln wird an geeigneten Stellen mit einer Motor­säge Probe­
material entnommen. Die Motorsäge
ist mit einem Auffanggefäss ausge­
rüstet. Darin sammeln sich beim Sägen
die Späne. Vom Probematerial w
­ erden
nach guter Durch­
mischung für die
Trocknung mindestens 100 g Späne
beziehungs­
weise mindestens 300 g
Schnitzel abgewogen. Das Probematerial wird während mehr als 10 Stunden
bei 103 °C getrocknet. Aus der Differenz des Gewichts vor und nach der
Trocknung berechnet man für jede
Probe den Trockengehalt. Dieses Ergebnis wird mit dem Liefergewicht verrechnet und ergibt das Trockengewicht der
Holzlieferung.
Kontrollen IndustrieholzLieferungen­
Die IG Industrieholz führt im Auftrag
der Werke und der Lieferanten regel­
mässig Kontrollen der Industrieholz-­
Lieferungen durch. Dabei wird durch
ein Expertenteam die Bereitstellung
und Sortierung beurteilt sowie die
Klassierung und Vermessung im Werk.
Aus praktischen Gründen finden diese
Kontrollen in der Regel auf den Werkplätzen der Industrie­
holz-Verarbeiter
statt. Die Atro-Gewichtsvermessung ist
ein spezielles Verfahren und es sind
Vergleichsmessungen erwünscht. Diese
können jedoch von den Lieferanten
nicht selber durchgeführt werden.
Deshalb werden bei den Kontrollen
von der IG Industrieholz Parallelproben
34
W A L D U N D H O L Z 2/08
Atro-Gewichtsvermessung von Industrieholz –
Messvorgang im Werk
•Feststellen des Bruttogewichts (Holz + Fahrzeug) bei Werkseingang auf einer Brückenwaage.
•Nach dem Entladen erfolgt beim Verlassen des Werks die Tarawägung (Leergewicht
Fahrzeug).
•Die Differenz zwischen Brutto- und Taragewicht entspricht dem Netto- oder Frisch­
gewicht (Gu) des Holzes, das heisst dem Holzgewicht bei der Anlieferung im Werk.
•Beim Werkseingang wird mittels Motorsäge mit Auffangbehälter zur Ermittlung des
Trockengehalts T eine Sägespanprobe entnommen (Mischprobe aus mindestens
acht Einschnitten bis ins Mark, verteilt über die ganze Ladung).
•Diese Probe wird gut durchmischt, frisch gewogen (mu), dann bis zur Gewichtskons­
tanz getrocknet und im gedarrten Zustand erneut gewogen (mo). Die Wägung der
Probe erfolgt auf einer Präzisionswaage mit Digitalanzeige (auf 0,1 g genau).
•Werden 100 g frisches Spangut zur Trockengehaltsermittlung abgewogen, so entspricht der Wert in g bei der Rückwägung im darrtrockenen Zustand dem Trockengehalt T der Probe in Prozent.
•Aus Frischgewicht Gu (gesamte Holzladung) und Trockengehalt T errechnet man das
entsprechende Atro-Gewicht Go.
Bereitstellung einer
Probenmischung
Hackschnitzel.
entnommen, separat ausge­wertet und
mit den Werkergebnissen verglichen.
Atro-Gewichtsvermessung
1999 bis 2007
In der Periode 1999 bis 2007 wurden
von der IG Industrieholz zahlreiche Auswertungen zur Bestimmung des Trockengehalts vorgenommen. Davon konnten
223 speziell analysiert werden (Tab. 1).
Die Auswertungen der Parallelproben
weichen im Durchschnitt im Trocken­
gehalt lediglich 0,3% von den Werkergebnissen ab. Die Standardabweichung
beträgt 1,8%. Die Gesamtaus­
wertung
liegt damit im vorgegebenen Toleranz­
bereich von ± 3%. Erfreulicherweise liegen auch fast alle Auswertungen nach
Sortimenten oder Kategorien in diesem
Bereich.
Beim Waldholz zeichnet sich erwartungsgemäss eine Reihenfolge ab: Beim
Schleifholz sind die Übereinstimmungen
am besten, beim Zelluloseholz werden die
Abweichungen etwas grösser und beim
Plattenholz sind sie am stärksten. Dies
hängt offensichtlich mit der Zusammensetzung der Holzlieferungen zusammen:
Schleifholzlieferungen sind in der Regel
sehr homogen, Plattenholzlieferungen dagegen sehr heterogen. Beim Plattenholz
ist häufig Holz mit verschiedener Lagerdauer, von unterschiedlichen Baum­
arten
und mit einer grossen Durch­messerspanne
in derselben Lieferung vertreten.
Bei den Hackschnitzeln ist eine Ab­
stufung wie beim Waldholz nicht aus­
zumachen. Hackschnitzel, die an die
Papier-, Zellstoff- oder Plattenindustrie
­
geliefert werden, weisen alle ähnliche
Abweichungen zwischen den Werks- und
HOLZMARKT
Tabelle 1: Parallelmessungen ATRO 1999 bis 2006
Anzahl Proben Mittlere Standard
Abweichungabweichung
Schleifnadelholz (Papierindustrie) 38
0,0
0,4
Zellulosenadelholz
6–0,3 1,1
Plattennadelholz
65 0,92,4
Plattenlaubholz
31 0,31,6
Plattenholz gemischt
5
0,1
1,6
Plattenholz gesamthaft
101
0,7
2,2
TMP-Hackschnitzel
20 0,01,8
Zellulose-Hackschnitzel 10–0,2 1,5
Platten-Hackschnitzel
6–0,4 1,9
Waldholz 145
0,4
1,9
Hackschnitzel 36
–0,1
1,7
Schwarten/Spreisseln 23
0,2
1,8
Übriges
19–0,3 1,3
Alle Sortimente
223
0,3
1,8
Der Trockengehalt wurde im Werk und von der IG Industrieholz
bestimmt. In der Tabelle sind die Abweichungen der zwei Messungen
in Prozenten angegeben.
Tabelle 2: Spezialauswertung Parallelmessungen ATRO 2007
Anzahl Proben Mittlere Standard
Abweichungabweichung
Waldholz
Schleifnadelholz
und Zellulosenadelholz
45
0,0
0,5
Hackschnitzel ohne Rinde
TMP und Zelluloseschnitzel
30
–0,3
1,6
Schwarten/Spreisseln
ohne Rinde 15
0,5
0,5
Alle Sortimente
90
0,0
1,0
Der Trockengehalt wurde im Werk und von der IG Industrieholz
bestimmt. In der Tabelle sind die Abweichungen der zwei Messungen
in Prozenten angegeben.
Lesebeispiel Tab. 1:
Bei Waldholz beträgt
die mittlere Abwei­
chung über die
145 Proben gerech­
net 0,4% Trocken­
gehalt. Die Standard­
abweichung liegt
dabei bei 1,9%. Die
Parallelmessungen
liegen in der Regel
im Bereich von
–1,5% bis + 2,3%
gegenüber der
Werkmessung.
Praxis­beispiel:
Beträgt der vom
Werk angegebene
Trockengehalt
45,2%, so ergibt die
Parallel­auswertung
in der Regel einen
Wert zwischen
43,7 und 47,5%.
Lesebeispiel Tab. 2:
Bei Hackschnitzel be­
trägt die mittlere Ab­
weichung über die
30 Proben gerechnet
– 0,3% Trockengehalt.
Die Standardabwei­
chung liegt hier bei
1,6%. Die Parallel­
messungen liegen in
der Regel im Bereich
von –1,9% bis +1,3%
gegenüber der Werk­
messung.
Praxisbeispiel:
Beträgt der vom Werk
angegebene Trocken­
gehalt 38,4%, so gibt
die Parallelauswer­
tung in der Regel
einen Wert zwischen
36,5 und 39,7%.
Hackschnitzel-Probe
auf Laborwaage.
den Kontrollauswertungen auf. Bei Schwarten/Spreisseln liegen die Auswertungs­
ergebnisse im gleichen Rahmen wie bei
den Hackschnitzeln. Dagegen scheinen
die «übrigen» Sortimente (Hobelspäne,
Sägespäne, Kappstücke) etwas homogener zu sein als die anderen.
Spezialauswertung 2007
Während den regulären Kontrollen in
den Werken gehen teilweise nur wenige
Lieferungen ein und es fallen nicht
immer genügend Atro-Proben für Vergleichsmessungen an. Deshalb wurde
ein systematischer Ansatz für eine spe­
zielle P­ robeserie gewählt: In jedem Werk
mit Atro-Abnahme wurden für jedes
Sor­
timent 15 Lieferungen erfasst und
dazu Parallelauswertungen vorgenommen (Tab. 2). Diese sind sehr erfreulich
ausgefallen. Alle Vergleichsmessungen
für die einzelnen Sortimente liegen im
festgelegten Toleranzbereich. Damit werden die vorher erwähnten Auswertungen
bestä­tigt. Für die Plattenindustrie konnte
jedoch keine Spezialauswertung durchgeführt werden, da die Kronospan
Schweiz AG sich 2007 nicht an den
Unter­suchungen beteiligt hat. Die Zahlen
der Periode 1999 bis 2006 (vgl. oben)
stammen von Auswertungen in verschiedenen Plattenwerken (Spanplattenwerk
Fideris und Kronospan).
Fazit
Die Vorgaben zur Atro-Vermessung
haben sich bewährt. Wenn man mehrere
Lieferungen eines Sortiments mit Parallelmessungen vergleicht, erreicht man gesamthaft eine sehr gute Übereinstimmung.
Für einzelne Lieferungen sind jedoch bei
Vergleichsmessungen grössere Abweichungen möglich. Dies ist bei einem Stichprobensystem wie der Atro-Gewichts­
bestimmung nicht anders zu e­rwarten.
Die Auswertungen zeigen deutlich, dass
man mit der Atro-Gewichtsvermessung
nachvollziehbare Werte erzielt. Bedingung
ist jedoch, dass sie fach­gerecht ausgeführt
wird. Um den einheitlichen Standard zu
fördern, sind weiterhin Kontrollen der IG
Industrieholz angebracht. Diese dienen
nicht nur der Prüfung, sondern besonders
auch dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und der Beratung.
Die Arbeiten und Untersuchungen
2007 erfolgten im Auftrag des BAFU.
Weitere Informationen sind auch auf
der Homepage der IG Industrieholz abge­
legt (www.industrie-holz.ch, Bindestrich
beachten).
W A L D U N D H O L Z 2/0835
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WALD UND WILD
Artgemässe Jagdplanung
Verbesserung der Wildlebensräume einbeziehen
Rehe, Rothirsche und Gämsen
suchen zu gewissen Zeiten im
Wald nicht nur Deckung, son­
dern auch Nahrung – nicht immer
zur Freude der Forstleute natür­
lich. Aber was genau treibt das
Wild in den Wald?
Wo die Wälder schlagweise bewirtschaftet werden, konzentriert sich der
Verbissdruck für mehrere Jahre auf die
geräumten Flächen, wo das Wild für den
Jäger aber auch leichter zu ent­
decken
und zu erlangen ist. Aber auch in permanent verjüngten Wäldern wie in Dauerwäldern mit plenterartigen Strukturen
oder mit stärkerem Kronenschluss finden
wir die drei Schalenwildarten. Hier sind
sie schwer zu beobachten, zu zählen und
zu jagen.
Schwieriger abschätzbar werden auch
die Auswirkungen der jagdlichen Eingriffe auf die lokalen Wildbestände. Eine
verantwortungsvolle Jagdplanung gibt
sich allein mit der zahlenmässigen Erfüllung von subjektiv gesetzten Abschussvorgaben noch nicht zufrieden. Sie beachtet auch nicht allein die Kapazität
der Wintereinstände, mithin die Entwicklung der Waldverjüngung. Sie richtet sich
auch nach der körperlichen Entwicklung
der Wildtiere, berücksichtigt die art­
ge­
mässe Zusammen­
setzung sowie soziale
Organi­sation der Populationen und versucht, die Einflüsse des Jagdbetriebs auf
den Lebensablauf der Wildtiere zu minimieren.
Um neue Jagdstrategien effizient einsetzen zu können, muss der Jagdplaner
wissen, was jede der drei Tierarten im
Wald sucht. Diese Frage geht also vorab
nach der arteigenen ökologischen Nische
und damit nach den arteigenen oder arttypischen Bedürfnissen, dann nach dem
aktuellen Angebot (Vorhandensein und
*Dr. Peter Meile ist Wildtierbiologe und wohnt in
7325 Schwendi im Weisstannental. Der Text entspringt einem Grundlagenreferat zum Thema
«aktive Jagd in strukturierten Wäldern», das der
Autor an einem Kurs des Schweizerischen Forstvereins gehalten hat.
Foto: P. Meile
Peter Meile*
Im Winter sind Rehe sehr standorttreu. Der meiste Verbiss entsteht deshalb dort, wo das
Reh auch tatsächlich einsteht.
Nutzbarkeit) an Lebensraum-Strukturen
in der heutigen Kulturlandschaft, und
schliesslich auch nach der jahreszeitlichen
Verteilung der Geschlechter und Altersklassen. Dies soll im Folgenden für jede
Art in wenigen Worten skizziert werden.
Das Reh
Im Wesentlichen heisst dies, dass das
Reh weniger ein Element sehr gros­
ser
geschlos­
sener Wälder als vielmehr des
Waldrandes, der bebuschten Bach­ränder
und Lawinenzüge, der SturmschadenFlächen und Pionierstufen des Waldes ist.
Aktuell profitiert es von ­
unserer reich
geglieder­ten Landschaft, aber auch von
einem reichen Relief bei starker Nutzung
und Verjüngung des Waldes. Es sucht
stark besonnte Flächen innerhalb und
ausser­halb des Waldes auf, um energieund nähr­
stoffreiche Nahrung zu ge­
winnen. Mit seinem kleinen Pansen und
seinem hohen Qualitätsanspruch an die
Nahrung (Konzentratselektierer) ist es
gezwun­gen, viele Male am Tag Nahrung
aufzunehmen. Ausserdem verhalten sich
sowohl die Geissen wie auch die Böcke
vom Mai bis im September terri­torial, bewegen sich also mehrheitlich im Umkreis
von wenigen hundert Metern. Im Winter
gruppieren sich hauptsächlich verwandte
Rehe zu so genannten Sprüngen und
sind wiederum sehr standorttreu. Damit
entsteht der meiste Verbissdruck genau
dort, wo das Reh auch tatsächlich einsteht. Jagdstrategien müssen also sehr
lokal formuliert werden und sich besonders stark auf das Jungwild konzentrieren. Im Vergleich zum schlagweisen
Hochwald (Stangen- und Baumhölzer)
bieten strukturreiche Wälder mit einem
lichtbedingten Mosaik an gut entwickelter Bodenvegetation – ähnlich wie Sturmschaden-Flächen – Nahrung und Deckung
für mehrere, aber kleinere Territorien, mit
anderen Worten für eine höhere Rehdichte. Hochsitze im Wald mit eigens
angeleg­
ten und jährlich freigemähten
Schussschneisen erlauben hier einen starken Eingriff in die Klasse der Kitze,
Schmalrehe und Jährlinge und nicht mehr
führender Rehgeissen. Soll der Bestand
drastisch verringert werden, erfolgt der
W A L D U N D H O L Z 2/0837
WALD UND WILD
und Spiesser eine scharfe Bejagung in
Inter­vallen erfordern. Im Vorwinter, wenn
die Rothirsche ihre Wintereinstände erreicht haben, sind vielerorts letzte Eingriffe nötig, um die Bestandeshöhe auf
die Kapazität der engen winterlichen
Lebens­räume abzustimmen. Ohne sorgfältige jahrelange Wildzählung und konsequente Streckenkontrolle wird die Einflussnahme auf den Rothirsch-Bestand
schnell zu einem Blinde-Kuh-Spiel.
Die Gämse
Der Rothirsch – eigentlich ein Tier des offenen Landes – sucht oft vor dem Menschen
Schutz im Wald. Genügend Ruhe heisst weniger Verbiss!
Abschuss älterer Geissen nach jenem
ihrer Kitze mit der Kugel. Auf Treib- und
Drückjagden kann der Abschuss von
­Kitzen auch mit Schrot auf maximal 25 m
Schussdistanz effizient erfolgen.
Da Rehe schwer zählbar sind, sich
leicht vermehren und schon im dritten
Lebensjahr voll reproduzieren, können
der jährlich objektiv erhobene Verbissdruck und die Fallwildzahlen als Mass­
gaben für die Abschussplanung heran­
gezogen werden, ohne dass die Gefahr
besteht, dass die Bestände ganz aus­
gerottet werden. Allerdings darf die Aufteilung der Jagdstrecke nicht weit von
der Regel ab­
weichen: ein Drittel Kitze,
ein Drittel Schmalrehe und Geissen, ein
Drittel Jährlingsböcke und ältere Böcke;
dabei soll die Anzahl der Jährlingsböcke
jene der älteren in der Strecke über­
wiegen. Dies führt nicht nur zu einer
optima­
len Altersgliederung des Bestandes, sondern auch zu einer besseren Verteilung der Einzeltiere.
Der Rothirsch
Der Rothirsch dagegen ist langlebiger.
Er ist ein Tier der eiszeitlichen Wald­
steppen und verrät sich in vielen seiner
Charakterzüge als ein Tier des offenen
Landes: in der optischen Orientierung,
im sozialen Verhalten, in der Feindvermeidung, im Fluchtverhalten und ganz
38
W A L D U N D H O L Z 2/08
besonders in der Nahrungswahl. Deckung
wird mehr aus klimatischen Gründen
aufge­sucht (Schatten, Windschutz). Wo
aller­dings der Wolf fehlt und der Mensch
über lange Zeit sein Jäger ist, da sucht der
Hirsch Schutz im Wald, oft gar in den
dichtesten Jungwüchsen und Dickungen.
Das Rotwild hat eine sehr breite Palette
an Nahrungspflanzen und kann die
eigent­
lich beliebteren Gräser, Kräuter
und Hochstauden auch mit Knospen und
Trieben von Bäumen und Sträuchern ergänzen und ersetzen. Aktuell wird es tatsächlich vielerorts durch die Aktivitäten
des Menschen gezwungen, die beliebten
Freiflächen nur nachts aufzusuchen, die
Periodik der Nahrungsaufnahme tagsüber aber innerhalb der Deckung des
Waldes zu befriedigen. Nicht nur während der Vegetationszeit, sondern gerade
auch im Winter sind Rothirsche sehr stark
darauf angewiesen, an schneearmen
Sonnenhängen im Freiland, ausserhalb
des Waldes, Gräser aufzunehmen.
Für die jagdliche Nutzung dieser langlebigen und sozial hoch organisierten
Rudel­tiere mit ihren oft weit auseinander­
liegenden saisonalen Einständen ist eine
grossräumige und differenzierte Jagd­
planung unabdingbar. Die Eingriffe in
die adulten weiblichen und männlichen
Tiere sind nach Alter und Geschlecht zu
staffeln, während die Kälber, Schmaltiere
Die Gämse schliesslich ist ein Element
felsreicher offener bis halboffener Lebens­
räume und bedarf im Winter des Schutzes und der Nahrung des lockeren, ja
lücki­
gen Waldes. Gebüsche und Jungbäume bilden ganzjährig einen wichtigen
Zusatz zur Hauptnahrung aus Kräutern
und Zwergsträuchern. Gämsen können
besser als alle anderen heimischen
Wieder­
käuer auf der Grundlage einer
einzigen Nahrungspflanze (z. B. Leg­
föhren-Zweige!) wochenlang überleben.
Winter- und Sommereinstand überlappen
sich nur teilweise. Wo sie aktuell in Lagen
unterhalb von 1000 m Rudel bilden und
regelmässig von den Weiden vertrieben
werden, kann ihr Verbissdruck auf die
Waldverjüngung sehr bedeutend sein.
Dort ist eine poli­tische Entscheidung über
das Fortbe­
stehen solcher Kolonien herbeizuführen (o. a. auch Lebensraum-Verbesserungen). Gämsen in den Alpen­
tälern und an Gebirgs­
massiven suchen
den Wald im Sommer aber auch oft deshalb vermehrt auf, weil Schafe ihre
Äsungsplätze oberhalb der Waldgrenze
belegen und übernutzen, oder weil touristische Aktivitäten sie in den Schutz des
Waldes drängen.
Gamsböcke stellen sich allerdings
gerne einzeln in den Waldlagen ein. Sie
sind als territoriale Einzeltiere nicht für
den grossflächigen Verbiss von Verjüngungen verantwortlich. Dennoch werden
sie mit dieser Ausrede bevorzugt bejagt,
obwohl sie oft ihre Brunftplätze weitab
ihres Sommereinstandes beziehen und
dort unverzichtbar sind. Dagegen sind
die Rudel der Gamsgeissen mit ihren
Jungtieren sehr standorttreu und verschieben sich je nach Wetter und Jahreszeit eher vertikal, oder sie wechseln
­regelmässig zu einer anderen Berg- oder
Talseite. Vor einer jagdlichen Strategie
sind die obigen Fragen sorgsam zu klären. Gämsen bilden bei entsprechender
Dichte auch grössere Rudel. Da sie besser
zählbar sind als Rehe, gehört eine Entscheidung über die zulässige Bestandes-
WALD UND WILD
grösse vor jede neue Jagdstrategie. Jene
Gamspopulationen, die ganzjährig und
mehrheitlich oberhalb der Waldgrenze
stehen, im Winter grossen Fallwildver­
lusten ausgesetzt sind und die Verjüngung der Bergwälder kaum behindern,
können vor einem starken Jagddruck
durchaus verschont werden. Wo Gamsbestände dagegen nachhaltig jagdlich
kontrolliert werden müssen, sind die Eingriffe in die Klassen der reproduzierenden, beziehungsweise sozialreifen Tiere
vorsichtig zu planen und möglichst noch
vor Mitte Oktober zurückhaltend vorzunehmen, während die Jährlinge noch
einen Monat länger bejagt werden können und üblicherweise einen Drittel der
Strecke liefern sollen. In Gamsbeständen,
die ganzjährig unterhalb von 1600 m
leben, müssen zur Begrenzung des überwinternden Bestandes auch Kitze bejagt
werden.
Jagd allein bringt keine
Lösung
Schliesslich soll noch einmal betont
werden, dass Massnahmen zur Verbesserung und Beruhigung der Wildlebensräume den Verbissdruck im Wald ganz
wesentlich vermindern können. Für Rehe
sind dies die Pflege des Waldrandes und
die Extensivierung des angrenzenden
Grünlandes; für das Rotwild die Schaffung von Wildruhezonen im Bereich der
bevorzugten Wintereinstände und die
Wenn Gamsrudel regelmässig von den Weiden vertrieben werden (Schafhaltung) können
sie im Wald erheblichen Verbissdruck ausüben. Im Winter holen sich die Tiere Nahrung
von Gebüsch und Bäumen.
ganztägig ungestörte Nutzung von Weideflächen im Winterhalbjahr; für die
Gämsen die Neuordnung und Beschränkung der Schafsömmerung oberhalb der
Waldgrenze, die Kanalisierung touristischer und freizeitsportlicher Aktivitäten
ganzjährig, aber ganz besonders im Winter, gegebenenfalls auch die Verlegung
des Jagddruckes weg von den übersichtlichen Hochlagen und Alpen hinunter in
die Waldlagen.
W A L D U N D H O L Z 2/0839
FORSCHUNG
Foto: Christian Rixen, SLF
Die Fähigkeit der Pflanzen
über die Fotosynthese
CO2 aus der Atmosphäre
aufzunehmen und in
feste Kohlenstoff-Verbin­
dungen umzuwandeln,
verschafft ihnen einen
besonderen Stellenwert
im Kyoto-Protokoll. Der
Davoser Wald nimmt
­beispielsweise durch­
schnittlich rund eine
Tonne CO2 pro Hektare
und Jahr auf.
Kyoto-Protokoll
Offene Fragen zur Anrechnung der
CO2-Bindung in der Schweiz
Die Schweiz rechnet ab Januar
2008 die Kohlenstoff-Senken zur
Erfüllung des Kyoto-Protokolls
an. Dieser Beschluss wirft Fragen
zur Waldbewirtschaftung auf.
Die Menschheit belastet die Atmosphäre jährlich mit etwa 32 Milliarden
Tonnen CO2 (IPCC 2007). Dieses CO2 entweicht, wenn fossile Energieträger wie
Heizöl oder Benzin verbrannt, Zement
Veronika Stöckli, Ariane Walz und
Richard Volz*
hergestellt oder Wald gerodet werden.
Durch derartige Aktivitäten ist die
CO2-Konzentration der Luft in den vergangenen 150 Jahren rasant angestiegen
und zeigt heute so hohe Werte wie seit
mindestens 650 000 Jahren nicht mehr
(Siegenthaler et al. 2005). Mit zuneh*Dr. Veronika Stöckli und Dr. Ariane Walz arbeiten
am Eidgenössischen Institut für Schnee und
Lawinen­forschung SLF in Davos, das zur Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL gehört, zum
Thema Kohlenstoff-Kreisläufe. Dr. Richard Volz ist
am Bundesamt für Umwelt in Bern für Fragen der
Anrechnung des Waldes für den Klimaschutz
zuständig.
mendem CO2 erwärmt sich die bodennahe Atmosphäre. Die Temperatur stieg
weltweit im Verlauf des 20. Jahrhunderts
um + 0,6°C an, in der Schweiz gar um
+1,4°C (MeteoSchweiz 2007).
Die Vegetation und die Ozeane nehmen Kohlenstoff im Umfang von nahezu
zwei Dritteln der Emissionen auf und
«entlasten» dadurch die Atmosphäre.
Das Kyoto-Protokoll, das bedeutendste
internationale Abkommen zum Klimaschutz, verpflichtet die Industriestaaten,
ihre Treibhausgas-Emissionen zu redu­
zieren. Es erlaubt ihnen ausserdem, den
durch Wälder, Böden und landwirtschaftliche Grünflächen gebundenen Kohlenstoff als Senken mit den Reduktionsverpflichtungen zu verrechnen.
Wie sinnvoll ist Anrechnen?
Der Vorschlag, die Kohlenstoff-Senken
mit den Emissionen zu verrechnen, war
einer der Hauptstreitpunkte in den internationalen Verhandlungen über die KyotoRegeln und ist es bis heute geblieben. Die
Senken seien Schlupflöcher, welche die
Reduktionsverpflichtungen verwässerten,
meinen viele Kritiker. Befürchtet wird
zudem, dass der Entscheid ökologisch
und sozial falsche Anreize setze, indem er
artenarme Baum-Plantagen fördere und
Konflikte um die Landnutzung schüre.
Dass Senken nicht nachhaltig zum Klimaschutz beitragen, da sie im Lauf der Zeit
wieder zu Quellen werden können, ist
ebenfalls problematisch.
Dennoch ist Klimaschutz erst erfolgreich, wenn Wald- und Landnutzung mit
berücksichtigt werden. Wälder, Böden
und landwirtschaftliche Nutzflächen sind
Kohlenstoffspeicher und regulieren den
globalen Kohlenstoffkreislauf mit. Diese
einzubeziehen wirkt auch der Übernutzung von Wäldern entgegen, denn weltweit ist – im Gegensatz zur Schweiz – die
Waldfläche abnehmend.
In den internationalen Verhandlungen
wurde entschieden, dass Senken an die
Kyoto-Ziele anrechenbar sind. Für die
erste Verpflichtungsperiode von 2008 bis
2012 kann jede Nation selbst entscheiden, ob sie dies umsetzen will.
Die Schweiz deklariert Senken
Die eidgenössischen Räte haben entschieden, dass die Schweiz die Senken
in ihrer Bilanz anrechnen wird. In den
Debatten im Parlament wurde von der
­
Befürworter-Seite vorgebracht, dass dies
den Stellenwert des Waldes in der GesellW A L D U N D H O L Z 2/0841
Foto: Frank Krumm, SLF
FORSCHUNG
In Europa haben sich unter anderen auch
Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien,
Portugal, Dänemark und die skandina­
vischen Länder für die Anrechnung der
Senken entschieden. Dagegen entschlos­
sen haben sich zum Beispiel Österreich,
Holland und Belgien.
schaft verbessere. Man habe sich die umweltgerechte Pflege des Waldes in der
Vergangenheit etwas kosten lassen. Diese
Investition sei nun in Wert zu setzen. Die
Gegner argumentierten demgegenüber,
dass die Senken als Massnahme im Klima­
schutz nicht nachhaltig seien, dass
man mit buchhalterischen Tricks eine
CO2-­Reduktion zu erreichen suche, und
dass ein «gigantischer» Verwaltungsaufwand entstehe.
Der Bundesrat anerkannte, dass Senken zu einem verlangsamten Anstieg der
Treibhausgaskonzentrationen beitragen
können. Er stellte aber auch fest, dass
Senken nur vorübergehenden Charakter
haben. Er stellte sich dem Anrechnen der
Senkenaktivitäten nicht grundsätzlich
entgegen, solange nicht das Gemeininteresse und die längerfristigen Ziele von
Klima­
politik, Waldbewirtschaftung und
Landwirtschaft kompromittiert würden.
Laut den Detailregelungen über Senken im Wald dürfen in der Schweiz maximal 1,8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen über Senken kompensiert werden.
Das entspricht knapp der Hälfte der
­Reduktion an Treibhausgasen, zu der sich
die Schweiz im Kyoto-Protokoll verpflichtet hat. Das bedeutet, dass sie gegenüber
1990 die Emissionen nur noch um 4,5%
anstatt um 8% reduzieren muss.
Im Jahr 2011 wird die erste Bilanz über
die Vorratsveränderungen des Waldes im
Jahr 2008 genehmigt sein. Die Schweiz
erhält dann das Recht, die bilanzierten
Senkenzertifikate für 2008 auszustellen.
Bis 2015 werden dann in jährlichem Abstand die Inventare der folgenden Jahre
genehmigt und die entsprechenden Zertifikate vorliegen. 2015 sind alle Zertifikate ausgestellt. Ein Staat muss dann
über genügend Emissionsrechte verfügen.
Falls die Emissionen höher sind als die
1000
Emissionsrechte 2008–2012
«Assigned Amount»
Wie bewirtschaften?
Der Entscheid, die Senken anzurechnen, erscheint aus internationaler Sicht
grundsätzlich sinnvoll. Er wirft jedoch
eine Menge Fragen auf, die mit der Umsetzung des Entscheids verbunden sind.
So bleibt zu definieren, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein
Wald als Senke «zählt». Auch ist noch
unklar, wie ein Senkenwald bewirtschaftet werden soll, und ob Waldbesitzende
für die Senken entschädigt werden. Bei
weit verbreiteter Senkenbewirtschaftung
stellt sich auch die Frage, wie strukturiert
und vielfältig Wälder und Waldökosysteme sein werden. Eine rechtliche Grundlage zur Regelung dieser Fragen ist in der
Revisionsvorlage zum Waldgesetz formuliert, das in der parlamentarischen Beratung jedoch bisher ablehnend behandelt
wurde.
Die wohl bedeutendsten offenen Fragen betreffen die Holznutzung. So zeichnet sich ab, dass beim derzeitigen Boom
der Holzverkäufe der Holzvorrat im Wald
in Zukunft nicht weiter zunimmt und der
Wald somit auch keine Senke mehr darstellt. Gleichzeitig gilt geschlagenes Holz
laut Kyoto als Emission. Dass im verbauten Holz der Kohlenstoff über Jahrzehnte
bis Jahrhunderte gebunden bleibt, wird
nicht berücksichtigt.
Auf internationalem Parkett geht das
Verhandeln um die optimalen Instru-
Jährliche Netto-Senkeneffekt im Wald, 1990–2005
0
Rechte aus ausländischen
Projekten
Rechte aus Senken
–1000
–2000
Gg CO2
1990 Emissionen
– 8%
Emissionsrechte hat er drei Monate Zeit,
zusätzliche Zertifikate zu kaufen.
–3000
–4000
–5000
–6000
–7000
–8000
Emissionsrechte für die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-­
Protokolls. Jedes Land erhält, ausgehend von den Emissionen
1990, einen Grundstock an Emissionsrechten, den so genannten
«Assigned Amount». Dazu kann es zusätzliche Emissionsrechte
erwerben, beispielsweise indem es Emissionsrechte aus Senken­
leistungen im eigenen Land erzeugt. Dank dieser zusätzlichen
Rechte muss ein Land seine Emissionen weniger stark reduzieren.
42
W A L D U N D H O L Z 2/08
90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05
CO2-Bilanz des Waldes 1990 bis 2005 gemäss Treibhausgasinven­
tar (in Gg CO2; 1 Gg = 1000 Tonnen). Stürme wie «Vivian» und
«Lothar» sowie trockene und heisse Jahre wie 2003 reduzieren die
Senken erheblich. (Grafiken: BAFU)
FORSCHUNG
Literatur
IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change),
2007: Climate Change 2007 - The Physical Science
Basis. Contribution of Working Group I to the
Fourth Assessment Report of the IPCC.
U. Siegenthaler; T. F. Stocker; E. Monnin; D. Lüthi;
J. Schwander; B. Stauffer; D. Raynaud; J. M. Barnola; H. Fischer; V. Masson-Delmotte; J. Jouzel,
2005: Stable Carbon Cycle–Climate Relationship
During the Late Pleistocene. Science 25 November
Vol. 310. no. 5752, pp. 1313 –1317.
MeteoSchweiz, 2007. http://www.meteoschweiz.ch
Foto: Veronika Stöckli, SLF
mente und die Rolle des Waldes im Klima­
schutz weiter. Die Schweizer Delegation
hat von den eidgenössischen Räten den
Auftrag erhalten, sich dafür einzusetzen,
dass der Effekt der Kohlenstoff-Speicherung in Holzprodukten in der CO2-Bilanzierung mit berücksichtigt wird. Dies wird
jedoch frühestens ab dem Jahr 2013 der
Fall sein.
Das BAFU, die Forschung und Private
gehen derzeit den offenen Fragen nach
und suchen nach praktikablen Lösungen
für die Umsetzung des «neuen» Waldwertes «Kohlenstoff-Senke» und seiner
Anrechnung in der Schweiz. Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL wird
sich im Rahmen eines Forschungsprogramms mit dem Thema befassen.
Verbautes Holz ist ein «langlebiger» Kohlenstoff-Speicher und ersetzt gleichzeitig die Ver­
wendung von Materialien mit hohen CO2-Emissionen wie beispielsweise Zement.
W A L D U N D H O L Z 2/0843
44
W A L D U N D H O L Z 2/08
ERHOLUNGSFUNKTION
Können benutzergerechte Feuerstellen das Entstehen «wilder» Feuerstellen reduzieren?
Manche feuern lieber wild
So genannte «wilde» Feuerstel­
len führen in stadtnahen Wäl­
dern zu einer Verdichtung des
Bodens und verhindern die na­
türliche Verjüngung. In Basel­
land wurde untersucht, weshalb
Besucher diese Feuerstellen an­
legen. Anhand der erfragten Vor­
lieben von Feuerstellenbenutzern
wurden vom Forstdienst neue,
naturnahe Feuerstellen ange­
legt. Diese Massnahme kann das
weitere Entstehen von «wilden»
Feuerstellen eindämmen.
Für die städtische Bevölkerung bilden
Wälder in Siedlungsnähe wichtige Erholungsgebiete. Wälder in grossen Agglomerationen werden während des Sommerhalbjahres vor allem zum Spazieren,
K. Tessa Hegetschweiler,
Hans-Peter Rusterholz und Bruno Baur*
Joggen und Picknicken oder Grillieren
aufgesucht (Hegetschweiler et al. 2007a).
Dabei werden häufig nicht die offiziellen,
vom Forstdienst zur Verfügung gestellten Feuerstellen benutzt. Vielmehr werden auf bisher ungestörten Waldflächen
eigene Feuerstellen, umgrenzt von wenigen losen Steinen, errichtet.
Durch die Tritteinwirkung der Wald­
besucher wird der Boden um die Feuerstellen verdichtet und die Bodenvegetation geschädigt, so dass weder Pflanzen
der Krautschicht noch junge Bäume
und Sträucher nachwachsen können.
Die Pflanzenvielfalt nimmt ab, und die
typi­
schen Waldpflanzen werden durch
wenige trittresistente Arten ersetzt (Baur
1999, Baur 2003). In Waldgebieten mit
einer hohen Dichte an «wilden» Feuerstellen breiten sich diese Schäden flächendeckend aus, da «übernutzte» Feuerstellen weniger attraktiv sind und zum
Erstellen neuer Feuerstellen verleiten
(Abb. 1).
Bei einem nachhaltigen Management
von Erholungswäldern sollten die negativen Auswirkungen von «wilden» Feuerstellen reduziert oder sogar verhindert
*Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz, Universität Basel, St. Johanns-Vorstadt 10,
4056 Basel.
Abbildung 1: Eine häufig benutzte «wilde» Feuerstelle. Die Kraut- und Strauchschicht um
die Feuerstelle ist stark reduziert.
Abbildung 2:
Naturnah gestaltete
Versuchs­feuerstelle im
­Allschwiler Wald.
Die Ausstattung ent­
spricht den Vorlieben
der Wald­besucher.
werden. Eine Möglichkeit besteht darin,
mit geeigneter Besucherlenkung die Anzahl «wilder» Feuerstellen einzudämmen.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig
zu wissen, warum «wilde» Feuerstellen
entstehen und welche Vorlieben die
Waldbesucher in Bezug auf Feuerstellen
haben. Im ersten Teil dieser Arbeit wird
eine Studie vorgestellt, welche die Beweggründe der Waldbesucher für das
Erstellen von «wilden» Feuerstellen erfasste. Anhand der erfragten Vorlieben
wurden vom Forstdienst neue, besucher-
gerechte Feuerstellen eingerichtet. Im
zweiten Teil wird gezeigt, in welchem
Ausmass diese neuen, naturnah gestalteten Feuerstellen von den Waldbesuchern
akzeptiert wurden.
Warum «wilde» Feuerstellen?
Im Sommer 2004 wurde im Allschwiler
Wald und auf dem Schönmattplateau zwischen Pratteln, Arlesheim und Liestal (beides Kanton BL) eine Umfrage bei ­Benutzern
von festen (offiziellen) und «wilden»
W A L D U N D H O L Z 2/0845
ERHOLUNGSFUNKTION
Feuer­stellen durchgeführt (Heget­schweiler
et al. 2007b). 214 Personen wurden nacheinem vorgegebenen Protokoll über ihre
Vorlieben bezüglich Feuerstellen befragt.
Benutzer von festen Feuerstellen zeigten sich mehrheitlich mit dem Angebot
zufrieden. Sie schätzten die gut ausgebauten Grillplätze, zu denen immer eine
Feuerstelle mit gemauerter Umrandung
und Sitzbänke, manchmal auch ein Tisch
und ein Brunnen gehören. Benutzer
von «wilden» Feuerstellen gaben hin­
gegen ganz andere Bedürfnisse an. Sie
bevorzugten naturnah gestaltete Feuerstellen ohne gemauerte Umrandung.
Mehrfach wurde der Wunsch nach liegenden Baumstämmen zum Sitzen ge­
äussert. Die vorhandenen festen Feuerstellen können aber diese Bedürfnisse
nicht erfüllen. Die Umfrage zeigte, dass
das Errichten von «wilden» Feuerstellen
nur teilweise auf ein zu kleines Angebot
an festen Feuer­stellen zurückzuführen ist.
Vielmehr entsprechen die festen Feuer­
stellen nur den Bedürfnissen eines Teils
der Wald­
besucher. Besucher, die eine
natur­nahe Ausstattung bevorzugen, weichen auf bereits existierende «wilde»
46
W A L D U N D H O L Z 2/08
Feuerstellen aus oder errichten eine
­eigene.
Neue naturnahe Feuerstellen
Auf den Ergebnissen dieser Umfrage
aufbauend, wurden im Sommer 2006 im
Allschwiler Wald vier Versuchsfeuer­stellen
gebaut (Abb. 2). Die Feuerstellen wurden
mit einem Ring aus grossen, losen Steinen
und Baumstämmen zum Sitzen sowie
einer Mülltonne ausgestattet. In der
Nähe wurde Astmaterial von Holzschlägen deponiert, um Waldbesuchern das
Holzsuchen zu ermöglichen. Alle vier Versuchsfeuerstellen lagen in der Nähe von
häufig benutzten festen oder schon bestehenden «wilden» Feuerstellen.
Im Verlaufe des Sommers wurden
200 Personen an festen (88), «wilden»
(77) und an den neuen, naturnahen
Feuer­
stellen (35) über die Gründe für
die Wahl der jeweils besuchten Feuerstelle befragt. Durch Vorlegen von Fotos
mit verschiedenen Varianten wurden die
Picknicker zudem gefragt, wie ihre
­ideale Feuer­stelle ausgestattet sein sollte
(Abb. 3).
Von den sechs gezeigten FeuerstellenVarianten wurden a und f am häufigsten
gewählt (Abb. 4). Interessanterweise
wählten die meisten Benutzer von festen
Feuerstellen (43%) Bild a, während 46%
der Benutzer von «wilden» Feuerstellen
und 51% der Benutzer von Versuchs­
feuerstellen Bild f bevorzugten. Die Waldbesucher wählten also grösstenteils eine
Feuerstellen-Variante, welche derjenigen
Feuerstelle am ähnlichsten war, die sie gerade benutzten. Benutzer von «wilden»
Feuerstellen zeigten dabei ähnliche Prä­
ferenzen wie Benutzer von Versuchs­
feuerstellen. Die Ausstattung der neuen
Versuchsfeuerstellen scheint also tatsächlich die Bedürfnisse der Besucher von
«wilden» Feuerstellen abzudecken. Feuer­
stellen-Varianten, bei denen Einrichtungen von festen und «wilden» Feuerstellen
gemischt vorkamen, stiessen bei den Besuchern auf geringes Interesse.
Das Einrichten der neuen, naturnahen
Versuchsfeuerstellen wurde von 81% der
befragten Picknicker positiv bewertet. Als
Gründe gaben 36% der Personen an, die
Ausstattung gefalle ihnen gut, 26% begrüssten das erhöhte Angebot an offiziel-
ERHOLUNGSFUNKTION
a
b
c
d
e
f
Abbildungen 3a–f (von links nach rechts): Fotos mit verschiedenen Feuerstellen-Varianten zur Ermittlung der Besuchervorlieben. Diese
Bilder wurden den Besuchern zur Auswahl vorgelegt. Auf jedem Bild sind die einzelnen Elemente unterschiedlich zusammengesetzt.
feste Feuerstelle
«wilde» Feuerstelle
Versuchsfeuerstelle
Art der Feuerstelle, an der befragt wurde
Abbildung 4: Prozentuale Verteilung der von Benutzern bevorzugten Feuerstellen-Varian­
ten. Die Buchstaben bezeichnen die sechs Fotos, die zur Auswahl standen. Die Zahlen
über den Balken bezeichnen die Anzahl der antwortenden Personen.
len Feuerstellen, weitere 26% verstanden
die neuen Feuerstellen als Massnahme,
die Zahl der «wilden» Feuerstellen einzudämmen, 8% fanden die Lage der neuen
Feuerstellen gut und 4% gaben weitere
Gründe an.
Die Umfrage zeigte, dass die Ausstattung der neuen Feuerstellen besonders
bei Leuten Gefallen fand, die ansonsten
«wilde» bevorzugen. Eine der vier neuen
Versuchsfeuerstellen wurde deutlich häufiger benutzt als die anderen drei. Diese
liegt direkt an einem Bach. Die Umfrage
lieferte eine mögliche Erklärung: Bei der
Frage nach den Auswahlkriterien gaben
44% aller Personen an, sie hätten die
Feuerstelle aufgrund ihrer Lage ausgewählt. Bevorzugt wurden offene Flächen,
Waldränder und Stellen am Rande eines
Gewässers, zum Beispiel an einem Bach.
Die Ausstattung der Feuerstelle hingegen
war nur bei 19% der Befragten ausschlaggebend. Die Lage scheint also bei
der Wahl einer Feuerstelle wichtiger zu
sein als ihre Ausstattung.
Die Umfragen zeigten, dass «wilde»
Feuerstellen nicht ausschliesslich wegen
der ungenügenden Anzahl von Grill­
plätzen angelegt werden, sondern dass
die Ansprüche und Vorlieben der Pick­
nicker eine wichtige Rolle spielen. Es gibt
zwei Gruppen von Benutzern: die einen
bevorzugen fest eingerichtete, die anderen «wilde» Feuerstellen. Ein Angebot an
natur­
nah gestalteten Feuerstellen an
attrak­tiver Lage könnte dazu beitragen,
die Zahl der «wilden» Feuerstellen zu
redu­zieren.
Literatur
Baur, B. (Red.). 1999. Der Allschwiler Wald. Allschwiler Schriften zur Geschichte, Kultur und Wirtschaft. Verkehrs- und Kulturverein, Allschwil. 154 S.
Baur, B. (Red.). 2003. Freizeitaktivitäten im Baselbieter
Wald. Ökologische Auswirkungen und ökonomische
Folgen. Verlag des Kantons Baselland, Liestal. 180 S.
Hegetschweiler, K. T., Skorupinski, A., Rusterholz, H.-P.
und Baur, B. 2007a. Die Bedeutung der Erholungsnutzung des Waldes am Beispiel von Picknicken
und Grillieren: Ergebnisse einer gesamtschweizerischen Umfrage bei Forstfachleuten und Wald­
eigentümern. Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 158: 39–49
Hegetschweiler, K. T., Rusterholz, H.-P. und Baur, B.
2007b. Fire place preferences of forest visitors in
northwestern Switzerland: Implications for the
management of picnic sites. Urban Forestry and
Urban Greening 6: 73–81
W A L D U N D H O L Z 2/0847
FORSTBETRIEB
Erholungskonzept Allschwiler Wald
Weniger Schäden im Wald
und besseres Erholungsangebot
Der Allschwiler Wald ist ein
­typischer Erholungswald in der
Agglome­ration Basel. Örtlich ist
er auf v­erschiedene Nutzer­
typen zugeschnitten. Die nach­
haltige Eichen­bewirtschaftung
im ganzen Wald liefert zudem
Wertholz und erfüllt Natur­
schutzziele von nationaler Be­
deutung. Mit einem neuen
­Er­holungskonzept ist es gelun­
gen, das Freizeitangebot besser
zu koordinieren und die Schä­
den zu verringern – dies ohne
Zunahme der laufenden Kos­
ten.
Differenzierte Erholungs­
angebote
Die gesamte Waldfläche wurde deshalb einer der drei Kategorien A–C zugeordnet, mit denen verschiedenen Erholungsbedürfnissen Rechnung getragen
wird.
Das Erholungsangebot A dient vor
allem Erholung in Gruppen, soziale Kontakte sind wichtig. Es finden Aktivitäten
und Sport an stationären Anlagen statt.
Das Angebot B ist vor allem auf Wandern, Spazieren und Sport auf Wegen
aus­gerichtet.
Angebot C dient der Naturbeobachtung und ist Ort der Ruhe, des Ausgleichs
und des Sich-Zurückziehens.
Die folgende Tabelle zeigt, welche
Gestal­tungs- und Unterhaltsmassnahmen
vorgesehen sind.
Die gewählte Lösung ist einfach und
pragmatisch, sie fokussiert auf wenigen
Kriterien und Massnahmen. Sie wurde
am Objekt Allschwiler Wald entwickelt
und kann nicht ohne weiteres verall­
gemeinert werden.
Das Konzept muss offen sein für zukünftige Bedürfnisse und Entwicklungen.
Besondere Vorhaben und Infrastrukturen
wie Waldkindergarten, Waldlehrpfad und
andere liegen im Bereich A. Es ist damit
zu rechnen, dass neue Anliegen und
Ideen an die Gemeinden und Waldeigentümer herangetragen werden. Diese werden anhand oben stehender Umschreibung beurteilt und platziert.
Der Allschwiler Wald ist ein beliebtes
Naherholungsgebiet. Er ist gleichzeitig
ein wert­volles Naturschutzgebiet und ein
Holzproduk­tionsbetrieb mit hohem Wertholzanteil. Aufbauend auf Forschungs­
Beate Hasspacher*
arbeiten der Universität Basel über die
Freizeitnutzung des Waldes, auf dem
­aktuellen Wald­entwicklungsplan und dem
Naturschutzkonzept wurde ein Erholungskonzept für den Allschwiler Wald
entwickelt.
Das Konzept wurde im Auftrag der
Einwohnergemeinden Allschwil und Binningen erarbeitet und von der kommunalen Arbeitsgruppe «Freizeit im Allschwiler
Wald» begleitet, in der die Gemeinderäte, die Bürgerräte, der Revierförster, der
Kreisforstingenieur sowie das Institut für
Natur-, Landschafts- und Umweltschutz
(NLU) der Universität Basel vertreten
sind.
Teile des Waldes werden von über
40 Personen pro Stunde aufgesucht. Eine
Hochrechnung der Besucherzahlen ergab,
dass im Jahr etwa eine halbe Million Besucher diesen Wald aufsuchen.
*Hasspacher & Iseli GmbH, Oberer Graben 9,
4600 Olten, www.hasspacher-iseli.ch
Der Text ist die überarbeitete und gekürzte Fassung
eines Artikels, der in der Schweizerischen Zeitschrift
für Forstwesen vom Juli 2007 erschienen ist.
48
W A L D U N D H O L Z 2/08
Erholung im Allschwiler Wald.
Wege
Die Bedürfnisse der Erholungsuchenden sind individuell und unterschiedlich.
Während für die Einen soziale Kontakte
und Aktivitäten in Gruppen im Vordergrund stehen (Familien, Pfadi, Wandergruppen u. a.), wollen andere primär Bewegung und Sport betreiben (Biken,
Walken, Reiten u. a.), eventuell mit Ge­
räten oder Fahrzeugen; für eine dritte
Gruppe sind Naturbeobachtungen, Ausgleich und Ruhe, das Sich-Zurückziehen,
der Wald als Gegenwelt zur Zivilisation
wichtig. Dies bedingt unterschiedliche
Gestaltungs- und Unterhaltsmassnahmen,
örtlich werden Schwerpunkte gesetzt.
Die Wege sind von herausragender
Bedeu­tung für die Erholung im Wald,
die meisten Besucher bewegen sich auf
diesen. Sie sollen in gutem Zustand zur
Verfügung stehen, sollen attraktive
Routen und Verbindungen bieten und
an abwechslungs­
reichen und interes­
santen Waldbildern vorbeiführen.
Da der Allschwiler Wald trittempfind­
liche Lössböden hat, ist der Wegunterhalt besonders wichtig. Schlecht unterhaltene Waldstrassen und unbefestigte
Trampelwege werden sehr schnell nass
und ­matschig, die Umgehung führt zu
einem feinmaschigen Netz an Trampel-
FORSTBETRIEB
Erholungskonzept Allschwiler Wald, Karten Erholungsangebot, Wegnetz.
pfaden oder zu immer breiteren Pfaden
mit flächenhaft hohen Bodenverdichtungen.
Das Wegnetz wurde überprüft und
klassiert in
a)Waldwege/befahrbare Waldstrassen
mit intensivem Unterhalt (14 km);
b)Waldwege mit normalem Unterhalt
(6 km) und
c) Fusspfade (9 m).
Fusspfade sind schmale Fusswege, die
nach Bedarf mit Holzschnitzeln belegt
und freigeschnitten werden. Sie werden
mit einfachen Abschrankungen vor Zweckentfremdung geschützt. Meist haben sie
sich durch den Gebrauch, oft auf Wildwechseln, gebildet und wurden nun in
das planmässige Wegnetz aufgenommen. An einigen Stellen wurden sinnvolle
Fusswegverbindungen ergänzt (z. B. entlang einer viel befahrenen Stras­se). Nicht
in den Plan aufgenommene Wege werden geschlossen.
Erholungsinfrastruktur
Feuerstellen und Rastplätze sind sehr
beliebt und es entstehen ständig neue
wilde Feuerstellen. Um den Bedürfnissen
Rechnung zu tragen, werden unterschiedliche Feuerstellen für verschiedene
Nutzertypen zur Verfügung gestellt.
• Die herkömmlichen, gut ausgebauten,
festen Feuerstellen werden beibehal-
Erholungsangebot A
ten: Typ 1 mit gemauertem Ring mit
Rost, Tischen und Bänken, Brennholz,
Abfalleimer.
• Neu werden zusätzlich Feuerstellen mit
Material zum Selbergestalten angeboten: Typ 2 mit losen Steinen, Stämmen
zum Sitzen, Mülltonnen, Holz und Astmaterial (siehe auch Hegetschweiler
2006).
Wilde Feuerstellen werden entfernt
und eventuell durch Lenkungsmass­
nahmen (Dornbüsche, Astmaterial o. ä.)
weni­ger attraktiv gemacht.
Zur Erholungsinfrastruktur gehören
ferner Parkplätze, Bänke, Brunnen, Mülltonnen, Robidogs usw., die regelmässig
unterhalten werden müssen.
Erholungsangebot B
Erholungsangebot C
Zugang
gute Anbindung öV
Parkplatz-Angebot
keine Parkplätze am Wald
Wege
bestehendes Waldstrassennetz in gutem Zustand, attraktive Fusspfade in gutem Zustand bestehendes Waldstrassennetz
in gutem Zustand,
wenige Fusspfade
Infrastrukturen
Feuerstellen Typ 1 und 2, wenige Feuerstellen Typ 1
Spielplätze für Familien,
mit Bach/Waldrand
Platz zum Feuern und Feiern bestehendes Waldstrassennetz
in gutem Zustand,
Fusspfade, die Routen und Wegver-
bindungen schaffen, in gutem Zustand
1 Feuerstelle
UnterhaltWegunterhalt
Wegunterhalt
Trampelwege, wilde Feuerstellen: Trampelwege aufheben,
«Legalisierung» prüfen, übrige wilde Feuerstellen und Müll entfernen
wilde Feuerstellen und Müll entfernen
Wegunterhalt
Trampelwege aufheben,
wilde Feuerstellen und Müll entfernen
Waldbau aufgelockerte Bestände (stufige Be-
nach Kriterien Nutz- und Schutzkonzept,
stände, Eichen-Überhälter, Mittelwald),
entlang der Wege Förderung der Strauch-
Beachtung Sicherheit! und Krautschicht sowie der Sicherheit
Bodenregeneration im Zaun (Turnus) nach Kriterien Nutz- und Schutzkonzept,
entlang der Wege Förderung der Strauchund Krautschicht sowie der Sicherheit
Fläche
51 ha (siedlungsnah)
80 ha (siedlungsfern)
114 ha
Vorrangfunktionen Erholung
übriger Wald, Holzproduktion
im WEP
Naturschutz, inklusive Wildruhezonen
Übersicht Erholungsangebote A, B, C
W A L D U N D H O L Z 2/0849
FORSTBETRIEB
Fusspfade: a) matschiger, verbreiterter Fusspfad; b) gut begehbarer Fusspfad mit Wegunterhalt; c) ehemaliger Fusspfad, der durch Ast­
material schlecht begehbar wurde – heute praktisch verschwunden.
Abschrankungen: a) Abschrankung an Parkplatz zur Verhinderung von Entsorgung im Wald; b) Abschrankung am Eingang eines Fuss­
pfades; c) Brücke und Handlauf an Feuchtstandort.
Waldbau, Waldstrukturen
Waldbauliche Massnahmen spielen eine
wichtige Rolle im Erholungskonzept.
Sie wurden in Abstimmung mit den
Naturschutz­
zielen und dem besonderen Charak­ter des mittelwald-ähnlichen,
artenreichen Eichenwaldes entsprechend
entwickelt.
Besucherlenkung mittels Waldstrukturen
Entlang von Wegen und Fusspfaden
wird auf ca. 20 bis 30 m Breite der Be-
stand so gelockert, dass ein mittelwald­
artiger Bestand entsteht. Damit können
Eichen und andere Bäume in der Oberschicht freigestellt und zur Bildung gros­
ser, gut besonnter Kronen angeregt werden (dieses Vorgehen deckt sich mit den
naturschützerischen Zielen). In der Unterschicht werden sich Naturverjüngung und/
oder Stockausschläge, eventuell Brombeerteppiche, entwickeln, die mit der Zeit
einen dichten, fast undurchdringlichen
Bestand bilden können. Dieser schützt
den Boden, hält die Waldbesucher auf
den Wegen und ist wenig empfindlich
auf Beschädigungen (hohe Stammzahlen). Zu gegebener Zeit kann der Unterwuchs auf den Stock gesetzt werden.
Bis sich die Unterschicht entwickelt
hat, wird wo nötig Astmaterial als Abschrankung ausgelegt.
Wo bestehende Fusswege und Bodenverdichtungen aufgehoben werden sollen, wird mit gezielten Lichtungen die
Strauch- und Krautschicht gefördert. Astmaterial wird ausgelegt, um Zugänge zu
schliessen. Erfahrungsgemäss überwachsen nicht mehr begangene Pfade in absehbarer Zeit.
Erholungsinfrastruktur: a) gut ausgebaute Feuerstelle (Typ I); b) Feuerstelle zum Selbergestalten (Typ II); c) Spielplatz.
50
W A L D U N D H O L Z 2/08
FORSTBETRIEEB
Waldstrukturen: a) Mittelwaldeingriff 2005, Unterwuchs bildet sich schnell; b) Asthaufen als vorübergehende Lenkungsmassnahme an
Wegen; c) Naturverjüngung mit Eichenüberhälter, im Vordergrund die überwachsenen Lenkungsasthaufen am Weg.
Im Bereich der intensiven Erholungsnutzung (A) ist der Boden auf Teilflächen
stark verdichtet, es fehlt praktisch jede
Bodenvegetation. Hier werden Boden
und Vegetation periodisch durch Einzäunungen regeneriert. Dieses Vorgehen
wurde von der Uni Basel in Versuchs­
flächen entwickelt. Testeinzäunungen im
Dorenbachgebiet haben ergeben, dass
sich selbst stark belastete Waldböden in
sechs bis sieben Jahren regenerieren. Eine
Bodenauflockerung verkürzt die Regenerationszeit um etwa zwei Jahre.
Waldbilder
Der Allschwiler Wald ist standörtlich
und landschaftlich relativ homogen, der
Eichenwald ist jedoch in sich reich strukturiert und artenreich. Wald und Feld
sind sehr vielfältig und abwechslungsreich miteinander verzahnt. Schon dadurch sind viele attraktive Waldbilder
vorhanden. Die nachhaltige Eichen­
bewirtschaftung, die bereits im Naturschutzkonzept festgeschrieben wurde,
kommt auch den Bedürfnissen der Erholungsuchenden entgegen. Die lokal­
typischen Eichenbestände können von
den Wegen und Fusspfaden aus erlebt
werden. Bei den Eingriffen entlang der
Wege und Fusspfade werden ästhetische Aspekte einbezogen, indem markante Altbäume freigestellt, Aus- und
Einblicke sowie Wechsel von geschlossenen und offenen Waldpartien geschaffen werden.
Die Schlagräumung wird nach ästhe­
tischen Anforderungen gemacht. Der
Schlagabraum wird für Lenkungsmassnahmen und als Brennholz an Feuer­
stellen verbraucht.
Sicherheit der Waldbesuchenden
Durch die Lichtungen entlang der
Wege können offensichtlich gefährliche
Bäume oder Kronenteile periodisch entfernt werden. Die Frage nach Haftung
der Waldeigentümer scheint jedoch
noch nicht ausreichend geklärt zu sein
(s. auch Merkblatt «Sicherheit von Waldbäumen» BL sowie Keller und Bernas­
coni, 2005).
Information, Öffentlichkeitsarbeit, Bildung
Eine gute, proaktive Information der
Bevölkerung schafft Vertrauen, erhöht
die Akzeptanz der Lenkungsmassnahmen
und verbessert die Einhaltung der Regeln.
Regelmässige Öffentlichkeitsarbeit ist
deshalb Bestandteil des Massnahmen­
paketes: feste Infotafeln an den Waldeingängen, temporäre Infotafeln bei Bedarf
am Ort, attraktive Waldkarte mit dem
Erholungs­angebot und Wald-Informationen, Waldanlässe und Exkursionen, regel­
mässige Presseinformation, Betrieb der
Website www.forst-revier.ch.
Öffentlichkeitsarbeit: a) temporäre Informationstafel bei aktuellen Massnahmen; b) feste Informationstafel am Waldeingang; c) Exkursionen.
W A L D U N D H O L Z 2/0851
FORSTBETRIEB
Teilbereich
Kosten im Jahr, Fr.
bisher
in Zukunft
  1. Wege (inkl. Signalisation, Flurpolizei)
231 000.–
206 000.–
  2. Erholungsinfrastrukturen
247 000.–
247 000.–
 3.Waldbau
 13 000.–
  4. Besondere Objekte, Projekte  5.Öffentlichkeitsarbeit 31 000.– 31 000.–
 6.Mehraufwand Holzproduktion  58 000.– 58 000.–
 7.Mindererlöse 18 000.– 18 000.–
Total
585 000.–
573 000.–
Waldfläche in ha 243   243
Kosten pro Jahr und ha
2400.–
2360.–
Tabelle 3: Kosten der Erholungsnutzung (Fr. pro Jahr).
Kosten und Nutzen
In der folgenden Zusammenstellung
sind die laufenden Kosten für die Erholungs- und Freizeitnutzung des Waldes
dargestellt, die bereits seit Jahren getragen werden.
Der Wegunterhalt soll neu aufgrund
der Klassierung des Wegnetzes im Erholungskonzept leistungsbezogen geplant
und durchgeführt werden (bisher nach
Stundenaufwand). Wir nehmen an, dass
52
W A L D U N D H O L Z 2/08
hier ein gewisses Rationalisierungspotenzial besteht.
Die Zahlen zeigen, dass der Unterhalt
des Allschwiler Waldes als Erholungs­gebiet
in Zukunft etwa mit denselben Mitteln wie
heute weitergeführt werden kann.
Die vorstehend genannten Kosten sind
hoch. Die dahinterstehenden Leistungen
entsprechen aber dem politischen Willen
und stehen in einem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen, der mit den Leistungen generiert wird.
Die Kosten für den Erholungswald
werden von den Einwohnergemeinden
getragen. Die Ausführung der Massnahmen wird teils von den Einwohner­
gemeinden, teils vom Revierforstbetrieb
übernommen.
Der Massnahmenkatalog aus dem
Erholungs­
konzept dient als Grundlage
für eine Leistungsvereinbarung, mit der
die Aufgabenteilung, die Organisation
und das Controlling festgelegt werden.
Die Leistungsvereinbarung ist in Bearbeitung.
Der Wert des Erholungsgebietes für
die Bevölkerung ist kein Marktpreis, er
kann nur annähernd über ökono­mische
Modelle geschätzt werden. Unter der
­Annahme, dass der Wert der Er­holung
im Wald pro Person und Jahr Fr. 100.–
beträgt (Baur 2003), und dass etwa 50%
der Bevölkerung regelmässig in den Wald
gehen, ergibt sich für die Standort­
gemeinden Allschwil und Binningen ein
Wert von Fr. 1,6 Mio. im Jahr. Darin sind
die auswärtigen Besucher (z. B. BaselStadt) noch nicht enthalten.
WALDBAU
Genetische Komponente nicht unterschätzen
Warum dreht sich die Rotbuche?
Traditionsgemäss werden die meis­
ten Rotbuchenbestände natürlich
verjüngt. Diese Form der Verjün­
gung sollte aber nicht unabhängig
von der Qualität des Altbestan­
des erfolgen. Viele qualititätsbe­
stimmende Merkmale, und damit
die Wertschöpfung, werden nicht
ausschliesslich durch die Stand­
ortbedingungen verursacht.
D
ie Rotbuche ist in der Wertschätzung
der Forstwirtschaft stark gestiegen,
ihr Bestockungsanteil wurde merklich erhöht. Wo diese Baumart im Vorbestand
fehlt, kann sie nur durch eine künstliche
Von Thomas Geburek*
Begründung eingebracht werden. Relativ
hohe Pflanzenanzahl (>10 000 Stück/ha)
und eine gute Herkunft sind zwei wichtige
Voraussetzungen für eine Wertholzproduktion.
Ein in der Rotbuchenwirtschaft sehr
wichtiges Merkmal ist der Drehwuchs.
Darunter versteht man die Abweichung
des Faserverlaufs von der Parallelität zur
Stammachse, das heisst die Holzfasern
sind spiralförmig um die Stammachse
gewachsen. Äusserlich ist der Drehwuchs
bei relativ alten Buchen leicht erkennbar.
Links- und rechtsdrehende Buchen können
in unterschiedlichen Häufigkeiten an einem
Standort angetroffen werden (Richter 1999).
Einseitige Stammbelastungen durch eine
asymmetrische Kronenform, Windeinwirkung sowie die Umleitung des Saftstromes
durch den Ausfall von Teilen der Wurzel oder
der Kronen können als Umweltfaktoren
diesen Holzfehler verursachen (Mattheck
und Kubler 1995).
Wie Richter (1999) aus seinen Unter­
suchung in norddeutschen Rotbuchen­
beständen ableitet, nimmt der Drehwuchs
mit steigendem BHD beziehungsweise
Alter merklich zu (Tab. 1). Weiter zeigen
seine Untersuchungen, dass sich mit
zunehmender Hangneigung auch der
Anteil drehwüchsiger Rotbuchen erhöht
*Uni-Dozent Dr. Thomas Geburek, Institut für
Genetik, Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, Seckendorff-Gudent-Weg 8, 1131 Wien.
Drehwuchs ist bei Buche oft erst in höherem Alter erkennbar.
(Tab. 2). Die Exposition scheint die Drehrichtung nicht zu beeinflussen.
BHD (cm)
Anz. der %-Anteil
BeständeDrehwuchs
Genetische Ursachen nicht
unterschätzen
bis 40 4
9,0
grösser 40–45
10
13,2
Aus waldbaulicher Sicht ist es wichtig,
für dieses Merkmal das Ausmass an genetischen Ursachen zu kennen. Steuert direkt
oder indirekt keines der rund 50 000 Gene
der Rotbuche dieses Merkmal, so wird das
Merkmal ausschliesslich durch Umweltbedingungen bestimmt. Unterliegt das Merkmal hingegen ausschliesslich oder zumindest zum Teil den genetischen Ursachen, so
kann der Praktiker durch eine entsprechende
Auswahl an Beständen oder von Einzelindi­
viduen die Wertholzproduktion erhöhen.
Daher ist es für den forstlichen Praktiker
wichtig zu wissen, in welchem Ausmass der
Drehwuchs genetisch bedingt ist.
Feldversuche in Frankreich und Deutschland (Teissier du Cros et al. 1980) haben
gezeigt, dass der Erblichkeitsgrad (Heritabilität) bei diesem Merkmal nahezu 70%
beträgt (Abb. 1). Da die Nachkommen dreh-
grösser 45–50
8
27,5
grösser 50–55
12
21,8
grösser 55
14
30,1
Tabelle 1: Zusammenhang zwischen Dreh­
wuchs und Brusthöhendurchmesser (BHD)
(Richter 1999).
Hang-
neigung
bis zu 10%
Anz. der
%-Anteil
BeständeDrehwuchs
20
15,2
10–30%2421,9
über 30%
24
25,8
Tabelle 2: Zusammenhang zwischen Dreh­
wuchs und Hangneigung (aus Richter
1999).
W A L D U N D H O L Z 2/0853
WALDBAU
wüchsiger Saatgutbäume ausschliesslich
dieselbe Drehrichtung aufwiesen, kann
für die Drehrichtung ebenfalls ein hoher
genetischer Anteil der Merkmalausprägung erwartet werden.
Empfehlungen
Welche Empfehlungen ergeben sich für
die forstliche Praxis, wenn die Holzqualität
verbessert werden soll?
1. Keine Naturverjüngung von drehwüchsigen Rotbuchenbeständen: Eine Verjüngung von drehwüchsigen Rotbuchenbeständen ist meist nicht sinnvoll.
Ausnahmen sollten nur dann zugelassen werden, wenn eine Kunstverjüngung unverhältnismässig hohe Kosten
verursachen würde.
2.Bei der Naturverjüngung auf Nachbarbestände achten: Sollen drehwuchsfreie
Rotbuchenbestände natürlich verjüngt
werden, so sollten die Nachbarbestände in einer Distanz von zirka 500 m
ebenfalls frei von Drehwuchs sein. Die
Pollenverbreitung bei dieser Baumart
ist sehr effektiv.
3. Drehwüchsige Rotbuchen möglichst früh
aus dem Bestand entnehmen: Weisen
Bestände zu einem gewissen Anteil dreh-
54
W A L D U N D H O L Z 2/08
Abbildung 1: Der Drehwuchs bei der Rot­
buche ist vorwiegend genetisch bedingt.
Der forstliche Praktiker kann dieses Merk­
mal durch eine entsprechende Auslese
steuern und die Wertschöpfung seines
Bestandes erhöhen.
wüchsige Bäume auf, so sind diese zur
Gänze oder zumindest bevorzugt aus
dem Vorbestand im Zuge der Vorbereitungshiebe zu entnehmen. Drehwüchsige Bäume sollten im Idealfall weder
über ihre Pollen noch über Samen ihre
Erbfaktoren an die nächste Generation
weitergeben.
4.Frühe Z-Baumauslese vermeiden: Da
der Drehwuchs teilweise erst mit zunehmendem Alter und Stammdurchmesser auftritt, ist eine frühe Z-Baumauslese zu vermeiden.
5.Keine Wildlinge nutzen: In drehwüchsigen Beständen oder in unmittelbarer
Nähe von drehwüchsigen Bäumen sollen
keine Wildlinge gewonnen werden.
6.Hangneigung beachten: Je stärker die
Hangneigung ist, desto grösser ist vermutlich der Umwelteinfluss. Obige
Empfehlungen gelten zwar auch dann,
aber ein Erfolg zur Reduktion drehwüchsiger Buchen in der Folgegeneration ist vermutlich geringer.
Erstveröffentlichung in:
BFW-Praxisinformation 12
«Die Rotbuche». Heft als Download
unter: http://bfw.ac.at/rz/bfwcms.
web?dok=5931
Literatur
C.Mattheck und H. Kubler (1995): Wood – The internal optimization of trees. Springer Verlag.
J. Richter (1999): In wie weit sind Kronenform und
Schaftqualität bei der Rotbuche genetisch bedingt?
Forst und Holz 54, 460–462.
E. Teissier du Cros, J. Kleinschmit, P. Azoeuf, R. Hoslin
(1980): Spiral grain in beech, variability and heridity. Silvae Genetica 29, 5–13.
P O R T R ÄT
Betriebsleiterporträt: Meinrad Lüthi – Forstbetrieb Büren a. A.
«Ich liebe meinen Beruf, weil er so
vielseitig ist»
Man sieht ihm an, was er frei­
mütig bekennt: Am liebsten ist
er im Wald. Meinrad Lüthi führt
seinen Forstbetrieb pragmatisch
und direkt. Die Büroarbeit redu­
ziert er auf das Notwendige.
Von bisher fünf besuchten Betriebs­
leitern war Meinrad Lüthi der erste, der
den Schreibenden in «seinen» Wald mitnahm. Damit illustriert Lüthi die intensive
Beziehung zum Wald, seine Naturverbun-
denheit, seine praktische Art und die
Faszina­
tion an der Vielseitigkeit seines
Berufes. Meinrad Lüthi sagt: «Bei meinem Amtsantritt habe ich als erstes das
Forstamt zum Forstbetrieb umbenannt.»
Damit gibt er einen weiteren Blick frei auf
sein Verständnis der Aufgabe. Büren a. A.
hat einen Macher mit Bodenhaftung an
der Spitze des Forstbetriebes. Dies, obgleich sich die eigenhändige Waldarbeit
auf einen Viertel seiner Arbeitszeit beschränkt.
Meinrad Lüthi versteht sich als Leiter
eines nach privatwirtschaftlichen Grund- Meinrad Lüthis grosser Stolz: Mit den Einwohnern angepflanztes Nest von eigenen
sätzen geführten Betriebs, unternehme­ Eichenwildlingen.
rische Risiken inklusive: «Wir, die Region unteres Seeland, errichteten nach mit durchschnittlich 1200 bis 1600 FestMeinrad Lüthi – zur Person
­‹Lothar› in Leuzigen das mit 30 000 m3 metern Einzel­stämmen durchgeführt.»
Holz grösste Nassholzlager des Kantons
Risikobereitschaft bedingt aber auch
Als Meinrad Lüthi vor zehn Jahren die
forstliche Verantwortung in Büren a. A.
Bern.» Er sieht im damaligen dosierten Handlungsspielraum. Den bekommt Lüthi
übernahm, fand er eine schwierige
Verkauf zu vernünftigen Preisen
nach eigener Aussage von seiSitua­
tion vor. Personelle Turbulenzen
die ­Bestätigung des eigenstännem Arbeitgeber, dem Burgerrat
«Durch
und
wirtschaftliche
Probleme machten
digen Denkens: «Es war aber
der
Burgergemeinde
Büren
a. A.,
meine
eine Schliessung des damaligen Forstnicht ­sicher, dass uns das gelinaufs
grosszügigste
zugemessen.
teilweise
amts zum Thema.
gen würde.» Risikobereitschaft
Mit­arbeit Der Förster selbst ist nicht MitAufgewachsen in Horriwil im solothurmacht nicht immer beliebt. Die
im Burgerrat, ist aber pro
bleibe ich glied
nischen Wasseramt hatte er seine GrundÜbung mit dem Nasslager habe
Monat einmal an der Burgerratsbeim
ausbildung in Deitingen gemacht. Vier
manchen kritischen Kommentar
sitzung anwesend und rapporJahre im Dienste der Bürgergemeinde
Arbeiten
abgesetzt. «Auch bei unserem
tiert über das Erledigte und das
Solothurn vermittelten praktische Erfahauf dem
Edelholzverkauf in der Region,
Geplante. Auch über den Holzrung. Es folgten die Försterschule Lyss
aktuellen verkauf und die Holzpreise wird
der heutigen Aareholz AG, den
und 13 Jahre Förstertätigkeit in BettStand.»
wir – drei Förster aus der
jedes Mal i­nformiert.
lach. Im Kanton Solothurn war Lüthi
­Region – vor elf Jahren ins Leben
Im Umgang mit seinen Mitarwährend 15 Jahren LAP-Experte und
gerufen haben, war der Erfolg nicht beitenden – einem Lehrling und zwei
25 Jahre Kursleiter und Instruktor beim
­sicher. Heute wird unser Edelholzverkauf Forst­
warten – setzt Meinrad Lüthi auf
WVS. Seit Jahrzehnten ist er im Forstjeweils im Dezem­ber auf drei Lagerplät- klare, unkomplizierte und gut dokumenpersonalverband der Region Solothurn
zen (Selzach, Büren a. A. und Grafenried) tierte Arbeitsaufträge. «Wenn ich das
aktiv. Meinrad Lüthi ist verheiratet und
Gefühl habe, dass die Arbeitsqualität
hat drei Söhne.
*Andreas Grünholz ist freier Journalist.
oder die Arbeitsquantität bei meinen MitW A L D U N D H O L Z 2/0857
Fotos: Andreas Grünholz
Andreas Grünholz*
P O R T R ÄT
Lüthi hat eine eigene Finnenkerze ent­
wickelt (oben). Er verkauft aber auch
­«normales» Brennholz (links).
arbeitern nicht so richtig stimmt, nehme bei der Holzanzeichnung, ob der jeweiich mir ein, zwei Tage Zeit und arbeite – lige Baum gesägt werden könne und
mit dem Einverständnis meiner
bezeichne ihn danach. Beim
­
«In der
Mitarbeiter – mit. Ich will dabei
Nadel­holz entscheide vor allem
prüfen, ob mein ­
Gefühl richtig optimalen die Dimension das Sortiment.
war. Falls ja, ver­bessern wir mit­ SortimentsDas Edelholz werde ebeneinander unter Anwendung andefalls separat markiert (Kreis mit
auswahl
rer Methoden und Techniken
liegt auch einem Punkt in der Mitte).
Qualität oder Quan­
tität.» Beiheute noch Diese Bäume würden während
spielsweise will Lüthi verhindern,
Holzanzeichnung laufend
viel Geld der
dass sich seine Mitarbeiter bei der
auf einem Waldplan eingedrin.»
Einteilung eines Laubholzstammes
zeichnet, damit man sie später
ständig fragen müssen, ob es aus
auch wieder finde. «Diese
diesem Baum noch einen Sagstamm gibt Bäume fälle ich mit einem meiner Mitaroder nicht. Deshalb bestimme er bereits beiter s­elber, kurz vor dem Edelholzverkauf der Aareholz AG. Damit pflücken
wir innert drei bis vier Tagen die wertvolAufgefallen
len Stämme aus den diversen geplanten
–natur- und waldverbundener BetriebsHolzschlägen.» In den geplanten Holzleiter, der gerne selbst mit anpackt;
schlägen zeichne man ja immer wieder
–reduziert die Büroarbeit auf das Notextreme Spezialfälle (besonders schwierig
wendige;
zu fällende Bäume) an. Diese würden
– direkte Art, klare wirtschaftliche Orien­
ebenfalls vermerkt und zu Beginn der
tierung;
Holzerei­
saison in einem eintägigen be–
Macher-Typ mit gutem Selbstvertriebsinternen Auffrischungskurs aufgetrauen;
arbeitet.
–erachtet ausserbetriebliche gemeinDas Verhältnis von Einwohner- und
same Aktionen als wichtig;
Burgergemeinde in Büren sei nicht immer
–führt selbst aus, was immer möglich
ganz einfach, sagt Lüthi: «Wir bekomist;
men jede Menge Forderungen von der
– strebt die Verrechnung aller erbrachten
Einwohnergemeinde, die aber bis jetzt
Leistungen aktiv an.
kaum verrechnet werden können.» Dem
58
W A L D U N D H O L Z 2/08
stellt er die Erfahrung bei einem früheren
Arbeitgeber aus dem Kanton Solothurn
gegenüber: «Dort wurde der Wald-Fünf­
liber eingeführt – eine jährliche Pro-KopfAbgabe für die Waldbewirtschaftung.»
Auf das Erfolgsrezept seines Betriebs angesprochen sinniert Lüthi: «Man muss im
Betrieb eine Linie durchziehen – das fängt
Selbst eine Eiche pflanzen
Die Eichenbestände in Büren sind wertvoll und, nach Aussage von Meinrad
Lüthi, weit herum einzigartig – und sie
sind sein grosser Stolz. Die Verjüngung
und die Pflege der Eiche sind im betrieblichen Leitbild festgeschrieben. Der Forstbetrieb Büren lädt die Einwohner jährlich ein, betriebseigene Eichenwildlinge
zu pflanzen. «Wir kombinieren das mit
einem währschaften Mittag­
essen im
Forstwerkhof. Viele Menschen bekommen damit eine besondere Beziehung
zum Wald, zum Forstbetrieb und natürlich zu den Bäumen, die sie gesetzt
haben.» Der Mythos der Eiche als langlebiger, sagenumwobener und äusserst
zäher Baum macht diese Gemeinschaftsaktion besonders attraktiv. Der Eichwaldpfad bietet Gelegenheit, sich auch
über die gemeinschaftliche Pflanzung
hinaus mit dem Wald zu befassen.
P O R T R ÄT
Der Forst Büren a. A.
«Die Wälder von Büren a. A. und Diessbach werden von uns vollumfänglich
und jene von Dotzigen zum Teil bewirtschaftet. Von 804 ha sind nur 50 ha Privatwald – Gott sei Dank», sagt Lüthi
lachend. «Ich muss eine Waldfläche
haben, auf der ich meine Ideen umsetzen kann, deshalb bin ich eher kein
Privat­waldförster.» Die Topografie lässt
grösstenteils eine rationelle Nutzung zu,
Probleme geben bei milden Wintern die
sehr nassen Böden. Der Hiebsatz liegt
bei 8000 m3, der Laubholzanteil ist mit
60% recht hoch.
Als Kunden hat Lüthi im Inland gut ein
halbes Dutzend Käufer für Nadel- und
Laubholz. Zusätzlich wird Holz ins benachbarte Ausland exportiert. «60 bis
70% meines Holzes werden durch die
re­gionale Holzvermarktungsorganisation Aareholz vermarktet, für die ich im
Teilzeitpensum pro Jahr gut 7000 Fest­
meter Holz verkaufe. Meine Sortimente
sind das Franzosenholz, das Fensterholz
und ein Teil des Laubholzes. Zudem bin
ich für den gemeinsamen Einkauf von
Sonder­
kraftstoff, Kettenöl und Spritzmittel zuständig.» Brennholz für lokale
Kunden ist ein weiteres Angebot des
Forstbetriebs Büren a. A., wie auch die
Garten- und Spezialholzerei. Aus Sicht
von Meinrad Lüthi wäre eine Revier­
vergrösserung erstrebenswert.
schon bei der Arbeitsplanung an.» Ein
flexibler Arbeitgeber, der ihm Freiheiten
lässt, Vertrauen entgegenbringt und
offen kommuniziert, ist für ihn unab­
dingbar. Dasselbe Vertrauen müsse man
den Mitarbeitern entgegenbringen. «Wir
unter­
stützen ihre Weiterbildungsbestrebungen vollumfänglich, wenn sie zum
Nutzen unseres Betriebs sind.»
Das Kundenvertrauen gewinnt Lüthi
durch Zuverlässigkeit sowie durch die
absolute Priorisierung des Kundenwun­
sches. Er spricht von beidseitiger lang­
fristiger «Treue» und belohnt diese auch
mal mit einer Finnenkerze. Ansonsten ist
er mit Kundengeschenken zurückhaltend. Vertrauen ist auch in der Zusammenarbeit mit Forstunternehmern ein
zentraler Wert. «Wir produzieren mit
unserem kleinen Forstteam eine für
­
­unsere Verhältnisse grosse Menge Holz.
Das beruht auf der eingespielten Zu­
sammenarbeit zwischen Forstbetrieb und
Forstunternehmer.»
Lüthi pflegt enge Kontakte zum lokalen Journalisten in Büren, der als
­ehemaliger Burgerratspräsident immer
ein offenes Ohr für den Wald hat: «Wir
Der Eichwaldpfad informiert über die Eiche als eine der Besonderheiten des Bürener
Waldes.
sind zwei- bis dreimal pro Jahr mit
Auf die betriebliche Standortbestim­Themen in unserer Regionalzeitung, die mung und Strategie angesprochen sagt
unsere Bevölkerung interessieLüthi, sein Betrieb sehe von exren.» Der Brennholzverkauf wird «Kurz nach ternen Beratungen ab: «Wenn
per Flyer angeheizt, ebenso der Beginn einer mir Leute von aussen sagen
Christbaumverkauf. Jeder Burger
müssen wie es geht, dann bin
neuen
bekommt seinen Weihnachts- Arbeit wird ich als Betriebsleiter wohl fehl
baum geschenkt: «In diesem die Technik am Platz.» Diese Aussage –
Jahr machen wir aus dem Christ- hinterfragt wie auch die ganze Art der Bebaumverkauf erstmals einen
und wenn triebsführung in Büren a. A. –
Event. Glühwein und Guetzli
an einen, der Grosses
nötig abge- erinnert
sollen die Gespräche rund um
­
in wenige Worte zu fassen verändert.»
Wald und Weihnachten fördern.»
mochte. In seinem Faust lässt
Zudem ist der Bürener Wald auf
Goethe den Mephisto sinnieder Website der Burgergemeinde ver- ren: «Sobald du dir vertraust, sobald
treten.
weisst du zu leben.»
Erfolgreiche Forstreviere vorgestellt – eine Serie
Die Studie «Lernen von erfolgreichen Forstbetrieben»*, finanziert von holz21 und
Waldwirtschaft Schweiz, suchte nach den Erfolgsfaktoren, welche jene 25% der Schweizer Forstbetriebe auszeichnen, die 2003 schwarze Zahlen schrieben. Zu diesem Zweck
wurden die BAR-Zahlen von 14 ausgewählten Forstbetrieben detailliert untersucht. Die
Studie hat vor allem gezeigt, wie wichtig die Menschen in diesem Zusammenhang
sind.
«WALD und HOLZ» wirft deshalb einen genaueren Blick auf einige der 14 erfolgreichen
Betriebsleiter aus der Studie: Was sind das für Menschen, welche Ausbildung und
­welchen Werdegang haben sie, wie packen sie ihre Aufgabe an, was ist ihnen wichtig,
wie führen sie, wie gehen sie mit Kunden, Mitarbeitern und Vorgesetzten um, was
machen sie in ihrer Freizeit usw.? In einer losen Folge werden wir einige der erfolgreichen Betriebsleiter vorstellen.
Diese Artikelserie wird realisiert mit der Unterstützung von holz21 – einem Förderprogramm des Bundesamtes für Umwelt BAFU. red
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W A L D U N D H O L Z 2/0859
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In der neusten Thema-Nummer
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häufigsten Baumarten, die in
der Schweiz vorkommen, wie
Fichte, Lärche, Ahorn, Eiche
usw. eingegangen. Ebenfalls
werden die unterschiedlichsten
Eigenschaften von Holz aufgezeigt. Und weil die Bedeutung
dieses Rohstoffes in den kommenden Jahrzehnten noch
­zunehmen wird, erfährt der
­Lernende, wie das Holz im Wald
geerntet wird und anschliessend
zur Weiterverarbeitung in die
Sägerei gelangt. In jüngster
Vergangen­heit werden bestehende Ölheizungen immer
mehr durch Holzschnitzel- oder
Pellets­heizungen ersetzt. In
­diesem Heft werden natürlich
auch diese Themen anschaulich
aufgegriffen.
Es finden sich darin Aspekte aus
den Teilbereichen «Natur und
Technik», aber auch aus «Räume
und Zeiten». Im Lehrmittel­
kommentar werden didaktische
Hinweise für die Umsetzung im
Unterricht aufgezeigt. Ebenfalls
finden sich darin praktische
­Beispiele in Form von Arbeitsblättern, welche 1:1 im Unterricht eingesetzt werden können.
Das Arbeitsheft eignet sich für
den Unterricht an Klein- und
Primarklassen und ist daher
nicht nur für Lehrer, sondern
auch für den interessierten Förster geeignet.
«Rund um das Holz»
Lehrmittelverlag St. Gallen
Markus Stäheli
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89. Jahrgang
ISSN 1423-2456
Ein Naturstoff schreibt
Geschichte
«Ötzi», der Mann aus dem Eis,
konnte bei seiner Gletscher­
besteigung ebenso wenig
­darauf verzichten wie die Baumeister mittelalterlicher Kathe­
dralen oder die Energieunternehmen unserer Tage: Holz ist
als Werk-, Bau- und Brennstoff
unentbehrlich. Dieses Buch erzählt die wechselvolle Kultur­
geschichte des Holzes und gewährt überraschende Einblicke
in die Beziehung zwischen dem
Naturstoff Holz und seinem
Nutzniesser Mensch: Angefangen bei den Jägern der Steinzeit
bis zur globalisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, in
der das Holz eine vielfältige und
unerwartete Renaissance erlebt.
Der Autor Joachim Radkau,
­geboren 1943, ist Professor für
Neuere Geschichte an der
­Universität Bielefeld. Er ist einer
der Begründer der Umwelt­
geschichte in Deutschland und
Autor mehrerer Bücher und
Standardwerke zur Technik- und
Umweltgeschichte.
«Holz – Wie ein Naturstoff
Geschichte schreibt»
Joachim Radkau
344 Seiten
Eur 24.90
Oekom Verlag München
ISBN-13: 978-3-86581-049-6
www.oekom.de
WALD und HOLZ trägt
das Gütesiegel der Fachund Spezialpresse. Diese
Auszeichnung vergibt
der Verband SCHWEIZER PRESSE.
Ausgezeichnet mit dem Q-Award 2004
des Verbands Schweizer Presse in der
Kategorie Qualität.
WALD und HOLZ –
Zeitschrift für Wald, Waldwirtschaft,
Holzmarkt und Holzverwendung.
Erscheint 12-mal im Jahr
Auflage: 7257 Exemplare
(WEMF-beglaubigt 2007)
Herausgeber
Waldwirtschaft Schweiz
Max Binder, Präsident
Urs Amstutz, Direktor
Verlag und Redaktion
WALD und HOLZ
Rosenweg 14
4501 Solothurn
Telefon 032 625 88 00
Telefax 032 625 88 99
info@wvs.ch
www.wvs.ch
Roland Furrer (rf),
Bereichsleiter PR
Walter Tschannen (wt),
Redaktionsleiter
Urs Wegmann (uw)
Annemarie Tuma (at)
Eduard J. Belser (EJB),
freier Mitarbeiter Holzmarkt
François Fahrni, Seiten des VSF
Abdruck oder anderweitige Verbreitung
des Inhaltes (z. B. über Internet) nach
Genehmigung durch die Redaktion
unter Quellenangabe gestattet. Beleg­
exemplare erwünscht. Für unverlangt
eingegangene Beiträge wird jede
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Publimag AG, WALD und HOLZ,
Seilerstrasse 8, 3001 Bern,
Telefon 031 387 22 11,
Fax 031 387 21 00,
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Jahresabonnement :
(12 Ausgaben): Fr. 89.–
Ausland: Fr. 121.–
Lehrlinge, Studenten
und AHV-Rentner: Fr. 64.–
(nur gegen gültige Bescheinigung)
Einzelnummer: Fr. 9.–
Druck: W. Gassmann AG, Biel
Layout: Martin Bauder
W A L D U N D H O L Z 2/0861
AUSLESE
AGENDA
VERANSTALTUNGEN
Grosse Holzschläge
Heisse Themen
Der Holzmarkt hat derzeit
Hochkonjunktur. Im Zuge
­dieser Entwicklung wird der
Wald vielerorts wieder verstärkt genutzt und die einzelnen Eingriffe in den Wald
­werden grösser. Zudem stehen
heute moderne, effizient
­arbeitende Maschinen bereit,
welche die Bäume schnell und
unzimperlich fällen und transportieren. Die Öffentlichkeit
­reagiert jedoch zum Teil sehr
sensibel auf die verstärkte
Holznutzung und die moderne
Holzerntetechnik. An einem
«Runden Feldtisch» vor den
Toren Winterthurs möchten
wir (Arbeitsgemeinschaft für
den Wald AfW) gemein­sam
mit Stadtforst­meister Beat
Kunz das Thema aufgreifen
und diskutieren.
Die achte Ausgabe der Messe
«Fischen Jagen Schiessen» ist
reich an Höhepunkten und
­Attraktionen. Dank zahlreichen
Themenschwerpunkten und
Sonderschauen aus den Bereichen Natur, Tiere, Umwelt und
Freizeit ist ein Besuch der Fachmesse für begeisterte Fischer,
Jäger und Schützen ebenso
unter­haltsam und lehrreich wie
für allgemein interessierte Be­
sucherinnen und Besucher. Die
Fachmesse geht bewusst auch
heiss diskutierten Themen auf
den Grund, wobei auch gegenteilige Meinungen ihren Platz
haben. Dabei geht es zum Beispiel um Konflikte und Lösungen mit Grossraubtieren und
Fisch fressenden Vögeln. Ein
ebenfalls kontroverses Thema
sind Kugelfangsicherung und
Lärmschutz. Aber natürlich soll
auch Gelegenheit zur Geselligkeit sein.
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Die Säge für
den «Hausgebrauch».
62
W A L D U N D H O L Z 2/08
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Seele and Geist
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