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6. Wie schreibe ich eine Seminararbeit? A. Themenfindung B. Der

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6. Wie schreibe ich eine Seminararbeit?
Eine Handreichung zur Erstellung von schriftlichen Arbeiten und Referaten
Grundlegende Literatur:
Raffelt, Albert: Proseminar Theologie. Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und in die theologische
Bücherkund, Freiburg 1992 (5. völlig. neubearb. Aufl.)
Krämer, Walter: Wie schreibe ich eine Seminar-, Examens- und Diplomarbeit, Frankfurt/M 19954 (UTB 1633).
Stary, Joachim; Kretschmer, Horst: Umgang mit wissenschaftlicher Literatur. Eine Arbeitshilfe für das sozialund geisteswissenschaftliche Studium, Frankfurt /M 1994.
A. Themenfindung
Die Themen für Seminararbeit und Referate sind meist durch die Seminarplanung vorgegeben. Das Thema für
die Zulassungsarbeit wird in Absprache mit einem der Professorinnen / Professoren formuliert.
Wichtig!
• Sicherstellen, ob sich das Thema im Rahmen einer Hausarbeit vernünftig bearbeiten lässt.
• Im Katalog der Bibliothek nachsehen, ob in letzter Zeit ein ähnliches Thema bereits bearbeitet worden ist
(ggf. das Thema entsprechend modifizieren).
• Das Thema einer Zulassungsarbeit im Fach Theologie / Religionspädagogik muss immer einen Bezug zur
Religionspädagogik oder zum schulischen Religionsunterricht aufweisen.
B. Der Gang der Bearbeitung
1.
Literaturfindung:
Literatur: Raffelt (s. o.)
Schwinge, G.: Wie finde ich theol. Literatur?, Berlin 1994 ( 3. völlig neu bearb. Aufl.)
Für die sachgemäße Bearbeitung einer Thematik ist es erforderlich, die bereits vorhandene Literatur zum Thema
zu sichten und einzuarbeiten. Wie komme ich an die einschlägige Literatur heran?
Folgende Vorgehensweise, die flexibel gehandhabt werden kann, hat sich bewährt:
1. Der Seminarleiter / die Seminarleiterin kann Hinweise auf wichtige Literatur geben.
2. Neuere Bücher oder Aufsätze enthalten meist Hinweise auf weiterführende Literatur oder sogar eine
Spezialbibliografie zur Thematik.
3. Suche nach einschlägigen Artikeln in Fachlexika. Hier erhalte ich bereits erste inhaltliche Informationen
und zugleich Hinweise auf wichtige Literatur. (Eine Aufstellung der wichtigsten Lexika, Nachschlagewerke,
Handbücher und Quelleneditionen findet sich bei Raffelt a. a. O.).
4. Suche in Handbüchern zu den entsprechenden Fachgebieten (wie z. B. Handbuch der Religionspädagogik,
Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, Handbuch kirchlicher Jugendarbeit etc.
5. Suche im Bestand der PH-Bibliothek und der UB über den EDV-Katalog oder den “Systematischen
Katalog” (Zettelkatalog); unter den entsprechenden Stichworten nachschauen!
6. In der Bibliothek nicht vorhandene Bücher sowie Aufsätze zur Thematik in Fachzeitschriften oder
Sammelwerken lassen sich über sogenannte “Bibliografien” ausfindig machen. Die wichtigsten sind bei
Raffelt S. 137f aufgeführt.
An der PH-Bibliothek stehen zum Fachgebiet Theologie / Religionspädagogik folgende laufenden
Bibliografien auf CD-ROM zur Verfügung (Arbeitsplatz “Datenbanken” / Symbol
“Religionspädagogik/Theologie” anklicken):
Religionspädagogische Bibliographie des Comenius-Instituts
CD-Bildung
Caritas- Literaturdatenbank
ZID (Zeitschrifteninhaltsdienst Theologie)
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
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2. Lesen und Exzerpieren
Literatur: Naef, Regula D.: Rationeller Lernen lernen. Ratschläge und Übungen für alle Wissbegierigen,
Weinheim und Basel 19779
a) Überblick verschaffen
Bevor man mit der Lektüre eines Buches oder eines Aufsatzes beginnt, ist es ratsam, sich zunächst anhand des
Titels, des Klappentextes und des Inhaltsverzeichnisses zu orientieren. Sinnvoll ist es auch, anschließend Fragen
zu formulieren, die einen dann bei der Lektüre begleiten und so die eigene Aufmerksamkeit steigern.
b) Lesen “mit Bleistift”
Fachbücher liest man grundsätzlich mit dem Bleistift in der Hand. Beim ersten Durchlesen brauchen Sie sich die
Inhalte noch gar nicht einzuprägen, sondern Sie sollen das Gelesene für eine ökonomische und effektive
Wiederholung vorbereiten.
Das “Lesen mit Bleistift” wird in einem eigenen Buch anders aussehen als in einem geliehenen. In einem
geliehenen Buch können Sie lediglich mit einem weichen Bleistift bestimmte Markierungen am Rand anbringen
(einfacher oder doppelter Strich, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Wellenlinie, Pfeil ...), die Sie vor Rückgabe des
Buches wieder ausradieren. Handelt es sich allerdings um wichtige Inhalte, auf die Sie später zurückgreifen
müssen, dann sollten Sie das Wichtigste herausschreiben (Exzerpieren).
Bei der Arbeit in eigenen Büchern haben Sie natürlich mehr Möglichkeiten. Zunächst empfiehlt es sich, mit
verschiedenen Farben zu arbeiten; man kann z.B. nach folgendem Schema vorgehen (nur ein Vorschlag, man
kann es natürlich auch ganz anders machen!):
•
•
•
rot unterstrichen: Kern- bzw. Merksätze
schwarz unterstrichen: andere wichtige Sätze
grün: Reihenfolgen und Abfolgen markieren (z.B. Durchnumerieren, Zwischenüberschriften, Unterstreichen
solcher über die Abfolge orientierender Begriffe wie - einerseits – andererseits / vier wichtige
Gesichtspunkte / im folgenden -)
Unterstreichen sollten Sie übrigens grundsätzlich mit Lineal, da freihändig hingezitterte Linien nicht gerade gut
aussehen. Sie können zum Anstreichen allerdings auch einen breiten gelben Filzschreiber verwenden; damit
werden die wichtigsten Worte oder Sätze überstrichen. dies lässt sich auch freihändig durchführen, da hier eine
ungenaue Linienführung nicht stört.
Am Rand von Büchern lassen sich nicht nur, wie oben erwähnt, bestimmte Zeichen und Markierungen anbringen,
sondern auch Hinweise, Ergänzungen, Kommentare: Zus.fass., Def., Ziel, vgl. S. x, Unsinn!, falsch, gut, wichtig,
Widerspruch ....
Längere Bemerkungen können auf den oberen oder unteren Rand geschrieben werden. Wichtige Worte, Zahlen,
Formeln heben Sie durch Einkreisen oder Einkästeln hervor. Pfeile über Abschnitte hinweg weisen auf
Zusammenhänge und Gegensätze hin. Unverstandene Fach- und Fremdwörter werden nachgeschlagen und die
Erklärung an der entsprechenden Stelle des Buches eingefügt.
c) Repetieren, anwenden
Haben Sie auf diese Weise ein ganzes Kapitel durchgearbeitet, so wiederholen Sie zunächst durch Überfliegen
der angestrichenen Stellen, dann durch Rekapitulieren der Hauptgedanken bei geschlossenem Buch das Gelesene.
Verschaffen Sie sich noch einmal den Zusammenhang mit dem vorausgehenden und nachfolgenden Kapitel.
Handelt es sich bei dem gelesenen Buch, wie dies bei dem gerade vorliegenden der Fall ist, um praktische
Anregungen, so sollten Sie das Gelesene auch möglichst gleich anwenden. Nur durch Wiederholen und
Anwenden können Sie dem Prozess des Vergessens entgegenwirken.
Wenn Sie einen Text auf die beschriebene Weise durcharbeiten, dann hat dies kurzfristig den Vorteil, dass Sie
mit mehr Spaß und Konzentration lesen, und einen höheren Lernerfolg erzielen. Langfristig gesehen können Sie
sich durch Ihre Unterstreichungen und Anmerkungen erheblich schneller zurückliegenden Stoff wieder auffrischen (Prüfungen!). Ein Buch erhält deshalb durch die Bearbeitung für das Lernen einen unschätzbaren Wert,
der den Buchpreis bei weitem übersteigt: Es wird zu einem persönlichen Arbeitsmittel, das das Lernen auf ganz
individuelle Weise erleichtert und zugleich Zeugnis ablegt von der eigenen Lernarbeit.
Daher ist es lohnend, sich wichtige Grundlagenliteratur (s. Grundlagenliteraturliste!) anzuschaffen.
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
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Sofern Sie es nicht ohnehin schon gemacht haben: Arbeiten Sie jetzt diese Seiten in der vorgeschlagenen Weise
durch! Dabei können Sie folgende “Vorschläge für Randmarkierungen” benutzen: selbstverständlich können Sie
auch noch eigene Markierungen ergänzen.
Vorschläge für Randmarkierungen:
Markierung
I
II
#
!
?
+
>
Σ
bedeutet
wichtig
sehr wichtig
zweifelhafte Aussage oder Formulierung
Nun sieh mal einer an!
Ob das wohl stimmt?
Gut
Schlecht
Wíchtiges Stichwort in dieser Zeile
Zusammenfassung
d) Exzerpieren
Damit das so Gelesene nicht wieder aus dem Gedächtnis verschwindet, ist es sinnvoll, den Inhalt des
Buches/Aufsatzes (bzw. wichtige Teile daraus) kurz zusammenzufassen (wichtigste Thesen, methodisches
Vorgehen, Begründungen, wichtige Zitate). Das so entstandene Exzerpt kann dann in ein Ordnungssystem
(Ordner, Karteikasten, Datenbank – Näheres bei Raffelt a. a. O.) abgelegt werden. Wichtig ist, daß das Exzerpt
die genaue Literaturangabe und – vor allem bei wörtlichen Zitaten – die Seitenangabe enthält.
C. Gestaltung und Aufbau einer schriftlichen Arbeit
1. Allgemeine Bemerkungen zur Gestaltung
Arbeiten dürfen nicht von Hand geschrieben sein. Die Manuskriptblätter werden nur einseitig und in
anderthalbfachem Zeilenabstand beschriftet.
Ausnahmen: Einzeilig bei - längeren Zitaten (länger als 4 Zeilen)
- Fußnoten und im Inhaltsverzeichnis, wenn eine Eintragung mehr als eine Zeile hat.
Die Seitenzahlen werden ohne jeden Zusatz zentriert und ca. 2 cm unter den oberen Blattrand gesetzt.
Der Gesamtabstand vom oberen Blattrand bis zur ersten Zeile beträgt 4 cm, von unten bleiben 3 cm Platz. Für
Korrekturen und Bemerkungen sollen bis zum rechten Blattrand etwa 2-3 cm frei bleiben, auf der linken Seite ist
ein Abstand von 2,5-3,5 cm zu halten.
Natürlich kann auch eine Standard-Formatvorlage des PC-Textverarbeitungsprogramms (Schriftgröße 12 P)
verwendet werden. Wichtig ist nur, dass der linke Seitenrand so gewählt ist, dass die Arbeit auch in gebundener
Form gut lesbar ist.
2. Der Aufbau
Eine vollständige schriftliche Arbeit setzt sich zusammen aus
1
Titelblatt
Vorwort (evetuell Danksagung)
2
Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
3
Einleitung
4
Hauptteil
Teil/Kapitel/Abschnitt
5
Schluss
Ergebnisse, Zusammenfassung,
Ausblick
6
Literaturverzeichnis (verwendete Literatur)
Anhang z. B. Anmerkungen, Bilder, Tabellen, Pläne, Materialien
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
Rahmenteil I
eigentlicher
Textteil
Rahmenteil II
14
Zu
1
Titelblatt
Auf das Titelblatt einer Seminararbeit gehören:
* Eigener Name mit Adresse
* Studiensemester
* vollständiges Thema der Arbeit
* Zweck / Funktion der Arbeit (z. B. Seminararbeit)
* Art/Name der Veranstaltung, innerhalb der die
Arbeit angefertigt wurde
* Semester
* Name des/der Lehrenden (mit akademischem Titel)
* Bezeichnung und Ort der Institution
* Datum der Abgabe der Arbeit.
Für das Titelblatt einer Zulassungsarbeit gibt es eine
eigene Formvorlage (Prüfungsamt!)
Zu 2 Inhaltsverzeichnis (Gliederung)
Alpha-numerische Gliederung
Dekadische Klassifikation
Beispiel:
A
Einleitung
B
Die Schriftliche Form
I. Das Referat
1. Schreibtechnische Vorbemerkungen
a)Die Manuskriptseite
aa) Der Zeilenabstand
bb) Die Schriftgröße
b) Die Materialsammlung
2. Inhaltliche Gesichtspunkte
II. Formale Grundsätze
C
Abschließende Bemerkungen
D
Bibliographie
Beispiel:
1
Einleitung
2
Die schriftliche Form
2.1
Das Referat
2.1.1
Schreibtechn. Vorbemerkungen
2.1.1.1
Die Manuskriptseite
2.1.1.1.1 Der Zeilenabstand
2.1.1.1.1 Die Schriftgröße
2.1.1.2
Die Materialsammlung
2.1.2
Inhaltliche Gesichtspunkte
2.2
Formale Grundsätze
3
Abschließende Bemerkungen
4
Bibliographie
-
Die Gliederung soll den Aufbau der Arbeit möglichst übersichtlich spiegeln
Die Gliederungspunkte sollen den Überschriften entsprechen, aussagekräftig und inhaltlich bezeichnend
sein;
Grundsatz: Wer A sagt, muss mindestens auch B sagen, bzw. wer3.1. sagt, muss mindestens auch 3.2. sagen
etc.
Seitenzahlen angeben!
Bei der Gliederung werden Titelblatt und Inhaltsverzeichnis nicht aufgeführt.
Zu 3 Einleitung
Aufgabe der Einleitung ist
- Hinführung zur Problemstellung und zum Thema
- Ausgehend vom Allgemeinen (Forschungsstand, Voraussetzungen, Situationsbeschreibung)
- Eingrenzung der Fragestellung
- Schwierigkeiten beim Verfassen der Arbeit angeben
- Reihenfolge des Vorgehens darlegen
Die Einleitung soll bruchlos in den Hauptteil übergehen.
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
15
Zu 4 Hauptteil
Man kann drei Arbeitsschritte unterscheiden, die sich in drei Teile niederschlagen:
a) Darstellung
Möglichst in eigenen Worten die wichtigsten Informationen zum gestellten Thema bzw. die Thesen des
Autors oder des zu behandelnden Buches wiedergeben und erläutern. Dazu als Belege Textstellen zitieren,
die das Gesagte bestätigen oder zusammenfassen.
Bei komplexeren Themen auf logische Anordnung achten.
b) Auseinandersetzung und Würdigung
Die korrekte Darstellung bzw. die Thesen des Autors werden nun kurz kritisch erörtert: Was ist plausibel und
leuchtet ein? Wo ist die Argumentation nicht überzeugend oder irrig? Gibt es alternative Sichtweisen und
Ansätze?
Die eigene Beurteilung wird gestützt und ergänzt durch andere Veröffentlichungen. Gegebenenfalls
Gegenpositionen ausführlich darstellen und erörtern.
Urteile sollen sachlich begründet und ausgewogen sein. Lange bei der Sache verharren und argumentieren.
Die eigene Meinung soll nicht versteckt werden, aber im Vordergrund sollen die Argumente stehen. Alles,
was auf “ich meine”, “ich glaube” und anderen subjektiven Empfindungen beruht, soll zurückgestellt werden
für den Teil
c) Eigene Stellungnahme
Hier kann das subjektive Erleben im Umgang mit dem Thema oder mit dem Autor eingebracht werden. Man
kann auch den persönlichen Gewinn, den die Auseinandersetzung mit der Thematik gebracht hat, aber auch
bleibende Vorbehalte anführen.
Folgende Fragestellungen sollte man beim Erstellen des Hauptteils im Blick behalten:
- Sind die Gedanken themenbezogen oder schweifen sie ab?
- Verfolge ich noch meine Leitfrage?
- Kann man seine Gedankenführung verdeutlichen (durch Zitate, Tabellen, Bilder ...)?
- Entsprechen die Inhalte den Überschriften?
- Bildet die Abfolge der Kapitel eine logische Kette?
Zu achten ist ferner auf einheitlichen Stil, durchgängige Verwendung der Präsensform und
allgemeinverständliche Sprache.
Zu 5 Schlussteil
Der Schlussteil hat folgende Funktionen zu erfüllen:
- kurzes Zusammenfassen der Ergebnisse
- abschließendes Aufgreifen der Fragestellung aus der Einleitung
- persönliche Stellungnahme
- Ausblick - weitere Forschungsnotwendigkeiten
- Hinweise auf weiterführende Literatur
Keine neuen Erkenntnisse mehr aufführen!
Zu 6 Literaturverzeichnis
Funktion:
- Kontrolle der benutzten Literatur
- Spezialbibliographie
Was gehört ins Literaturverzeichnis? Neben der in der Arbeit zitierten Literatur enthält das Literaturverzeichnis
- gelesene Literatur
- in Auszügen gelesene Literatur
- statistisches Material
- mündliche Informationen (am Ende des Verzeichnisses)
Nicht aufgeführt zu werden braucht Handwerkszeug (Atlanten, Wörterbücher, Konkordanzen etc.)
Auf keinem Fall darf ungelesene Literatur angegeben werden. Es kommt nicht auf die Quantität, sondern auf die
Qualität des Literaturverzeichnisses an!
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
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D. Formale Konventionen
1. Abkürzungen
Eine Liste der gebräuchlichen allgemeinen Abkürzungen findet sich bei Raffelt, a. a. O., S. 183 f.
Die für das Gebiet der Theologie maßgeblichen Abkürzungen (für Zeitschriften, Reihen Standardwerke etc.)
sind zu finden bei:
Siegfried Schwertner: Internationales Abkürzungsverzeichnis für Theologie und Grenzgebiete. Zeitschriften,
Serien, Lexika, Quellenwerke mit bibliographischen Angaben, Berlin - New York 1974 (auch Ergänzungsband
der “Theologischen Realenzyklopädie”)
Eine Auswahl gebräuchlicher Abkürzungen und Sigel bietet auch Raffelt, a. a. O., S. 185.
2. Literaturverzeichnis (formale Gestaltung)
Ordnung: 1. Quellen (Primärliteratur): Chronologische Reihenfolge
2. Sekundärliteratur: Alphabetische Reihenfolge (nach Verfasser oder Herausgeber; bei anonymen
Sachtiteln: natürliche Wortfolge)
Gegebenenfalls Kenntlichmachung der Zitierweise!
Folgende Möglichkeiten sind gegeben:
Gestaltung:
- Auswerfen d. Verfassernamens:
Adorno, Theodor W.:
Stichworte. Kritische Modelle 2. Frankfurt am Main 1966
(edition suhrkamp 347).
- Einrücken der ersten Zeile:
Adorno, Theodor W.: Stichworte. Kritische Modelle 2. Frankfurt
am Main 1966 (edition suhrkamp 347).
- Hervorheben d. Nachnamens:
Adorno, Theodor W.: Stichworte. Kritische Modelle 2. Frankfurt
am Main 1966 (edition suhrkamp 347).
Grundschema der Literaturangabe
Oft unterscheiden sich die Titel des äußeren Buchdeckels (oder des Inhaltsverzeichnisses in Zeitschriften und
Sammelwerken) von denen der Innenseite.
Deshalb: Maßgeblich für die Angaben sind stets die im Buchinneren befindlichen Angaben (falls vorhanden:
CIP Kurztitelangabe der Deutschen Bibliothek). Die Titelangaben müssen im Literaturverzeichnis vollständig
sein (im Gegensatz zu den Fußnoten bzw. zum Anmerkungsteil).
Die folgenden Beispiele sind dem Buch von Raffelt entnommen. Der Autor folgt in der Zitierweise der CIPNorm. Da man natürlich auch andere Formen wählen kann, schlagen wir zwischen Titel und Untertitel Punkt statt
versetzter Doppelpunkt vor und zwischen Titel und Erscheinungsort Komma statt Punkt; auch die Verlagsangabe
lassen wir weg. Man kann hinter Namen und Vornamen auch Komma statt - wie wir es tun - Doppelpunkt setzen.
Wichtig ist nur, dass die Zitierweise einheitlich erfolgt (also: Vornamen entweder immer abkürzen oder
immer ausschreiben; Verlag entweder immer angeben oder nie etc.)!
a) Selbständige bibliographische Einheiten
Beispiele:
LEHMANN, Karl: Auferweckt am dritten Tag nach der Schrift. Früheste Christologie, Bekenntnisbildung
und Schriftauslegung im Lichte von 1 Kor. 15, 3-5, Freiburg i. Br. 19692 (Quaestiones disputatae 38)
WOLFF, Hans Walter (Hrsg.): Probleme biblischer Theologie. Gerhard von Rad zum 70. Geburtstag,
München 1971
BAUS, Karl: Von der Urgemeinde zur frühchristlichen Großkirche, Freiburg i. Br. 19733 (Handbuch der
Kirchengeschichte. Bd. 1, hg. v. H. JEDIN)
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
17
GRESHAKE, Gisbert; LOHFINK, Gerhard: Naherwartung, Auferstehung, Unsterblichkeit.
Untersuchungen zur christlichen Eschatologie, Freiburg i. Br. 19824 (QD 71)
b) Artikel in Sammelwerken
Zitiert man nicht ein selbständig erschienenes Werk sondern in einem solchen enthaltene Teilveröffent-lichungen,
z.B. Lexikonartikel, so verändert sich das oben angeführte Schema. Man nennt den Verfasser des Artikels
oder Aufsatzes, dessen Sachtitel und schließt mit “in:” die notwendigen Angaben nach dem oben
genannten Schema an. Die Angabe schließt mit den genauen Seitenzahlen, ggf. mit der Seitenzahl des Zitats,
das man im Text gebracht hat oder auf das man verweisen will (eingeleitet mit ,,hier").
Beispiele:
KASPER, Walter: Das Petrusamt in ökumenischer Perspektive, in: LEHMANN, Karl (Hg.): In der
Nachfolge Jesu Christi, Freiburg i.Br. 1980, S.93-122.
POWELL, Douglas: Arkandisziplin, in: Theologische Realenzyklopädie. Bd. 4, Berlin 1979, S.1-8, hier
S. 5.
c) Zeitschriftenaufsätze
Bei Zeitschriftenaufsätzen wird üblicherweise insofern von dem allgemeinen Schema abgewichen, als Ort und
Verlag nicht genannt werden. Dem Titel der Zeitschrift (kann auch nach Schwertner abgekürzt werden) folgt die
Jahrgangszahl, das Erscheinungsjahr (in Klammer) und die Seitenzahl. Wenn die Zeitschrift Heft für Heft eine
neue Seitenzählung hat, muss man selbstverständlich auch die Heftnummer hinzufügen (Beispiel: LEHMANN;
hier ist zudem keine Jahrgangszählung vorhanden).
Beispiele:
RAHNER, Karl: Über das Beten, in: Geist und Leben 45 (1972), S. 84-98
LEHMANN, Karl: Zum Problem einer Konzentration der Glaubensaussagen, in: Lebendiges Zeugnis
(1970), H. 3/4, S.l5-44.
3. Zitate und Anmerkungen
a) Zitate
Funktion und Zweck
- Rhetorische Zitate
- Beleg (dokumentierende Funktion)
- Unterstützung einer geäußerten Auffassung (ggf. “Autoritätsbeweis”)
- Kennzeichnung gegensätzlicher Auffassungen
Was kann zitiert werden?
Quellen, Sekundärliteratur, Dokumentationen, persönliche Gespräche, Briefe (Vorsicht!).
Allgemeine Regeln des Zitierens
Regel 1: Zitate sind immer als solche zu kennzeichnen!
Wörtliche Zitate
werden durch Ein- und Ausführungszeichen gekennzeichnet.
Wird eine fremde Aussage zitiert, innerhalb deren ein weiteres Zitat steht, so ist dieses Zitat
in Apostrophe zu setzen.
Beispiel: “Goethe lässt Götz von Berlichingen sagen: ‘Sag ihm, er kann mich ...!’”
Nicht-wörtliche (sinngemäße) Zitate werden nicht in Ein- und Ausführungszeichen gesetzt.
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
18
Längere Zitate:
Sind Zitate länger als vier Textzeilen, werden sie um fünf Anschläge eingerückt und einzeilig
getippt. Mehr als vier Textzeilen umfassende Zitate sind durch einen Abstand von zwei
Zeilen vom ‘normalen’ Text abgesetzt. Sie werden nicht in doppelte Anführungszeichen
eingeschlossen.
Regel 2: Zitate müssen immer belegt sein !
Jedes Zitat muss durch Anmerkung (Klammereinschub, Fußnote oder Endnote) belegt werden (s. unter Punkt
“b) Anmerkungen” den Abschnitt “Regeln für belegende Anmerkungen”).
Regel 3: Zitate müssen genau sein !
Form
In der Form bedeutet Genauigkeit: Immer wörtlich zitieren, d. h. einen Text in seiner Orthographie
und Interpunktion genau wiedergeben.
Ausnahme: Der Anfangsbuchstabe eines Satzes darf klein geschrieben werden. Der Schlusspunkt
darf weggelassen oder ersetzt werden.
Offensichtliche (Druck-)Fehler werden übernommen und mit dem Vermerk (sic!) versehen.
Jedes Zitat, das in einen neuen Kontext aufgenommen wird, muss seinen ursprünglichen Sinn
behalten. Alle Veränderungen sind besonders zu kennzeichnen:
- Auslassungen (Ellipsen):
Auslassungen innerhalb von Zitaten müssen durch drei Punkte - möglichst in
eckigen Klammern - kenntlich gemacht werden.
Inhalt
- Zusätze (Interpolationen):
Beispiel: “Bunt sind schon die Wälder [...], und der Herbst beginnt.”
Oft sind für das Verständnis eines Zitats Zusätze notwendig. Diese sollen in
eckigen Klammern stehen bzw. mit sc. (=scilicet) eingeleitet werden.
Beispiel: “Sein (sc. Peter Müllers) Erziehungsprinzip lautet: ‘Kinder wachsen von selbst’.” - Oder: “Sein [Peter
Müllers] Erziehungsprinzip ...”
- Anpassungen:
Die Anpassung wird in runde Klammern eingefügt.
Beispiel: Zeitweise führte die Politik der Sozialdemokraten, die in Preußen
“jenen Kultusminister (stellten), unter dem der Nationalsozialismus im
Bildungswesen üppig gedeihen konnte”, zu fatalen Folgen.
- Hervorhebungen:
Man kann innerhalb eines Zitats selbst einzelne Wörter oder Textpassagen
besonders hervorheben (durch Untersteichung, Kursivschrift o. Ä.).
Allerdings muss man dann diese Hervorhebungen im Text bzw. in der
Anmerkung durch den Zusatz “(Hervorh. von N.N.)” kenntlich machen.
Beispiel: “Edel sei der Mensch, milchreich (Hervorh. von N. N.) die Kuh.”²
Oder: Kenntlichmachung in der Anmerkung:
² Ackermann, R.: Landwirtschaftliche Ethik, S. 39 (Hervorh. von N. N.).
Regel 4: Zitate müssen unmittelbar sein !
Zitate sollte man nach Möglichkeit nicht aus zweiter Hand übernehmen, sondern im Original aufsuchen und
überprüfen. Wenn das nicht möglich ist, muss dieses Zitat in der Anmerkung durch den Hinweis “zit. n.”
(=zitiert nach) kenntlich gemacht werden.
Beispiel: H. Cox: Stadt ohne Gott?. Stuttgart; Berlin ²1976, S. 265 (zit. n. J. Ratzinger: Einführung in das
Christentum. München 1968, S. 17).
Regel 5: Zitate müssen aktuell sein
Grundsätzlich soll aus der letzten vom Autor selbst besorgten Auflage zitiert werden.
Wenn “Gesammelte Werke” vorliegen, ist daraus zu zitieren.
Ausnahme: Eine frühere Auflage soll dokumentiert werden.
Also: Keine Taschenbuchausgaben oder gekürzten Ausgaben zitieren!
Bei mehrfach erschienen Artikeln ist die erste Ausgabe maßgebend (ggf. Verweis auf 1. Ausgabe).
Bei Reprints (unveränderten Nachdrucken) ist das ursprüngliche Erscheinungsjahr anzugeben.
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
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b) Anmerkungen
Funktion von Anmerkungen
- “belegende” Anmerkungen dienen dem Nachweis des Ursprungs von Zitaten (zur Nachprüfbarkeit
fremden Gedankenguts)
- “bibliographische” Anmerkungen verweisen auf weiterführende Literatur (vgl., vgl. auch, s. dagegen,
ähnlich, genauso etc.)
- Querverweise innerhalb der Arbeit , z. B.: “vgl. oben (unten) S. 53 ...”
- Erläuterungen: Eingehen auf nebengeordnete Gesichtspunkte: Gedanken, die den Fluss des laufenden Textes
stören, die aber dennoch für wichtig erachtet werden - gegebenenfalls auch kleine Exkurse ferner Modifikationen; Auseinandersetzungen mit anderen Positionen.
Grundsätzlich sollen Anmerkungen nichts enthalten, was wichtiger ist als der Haupttext. Sie haben ergänzende
Funktion. Der Text soll auch ohne Anmerkungen lesbar sein.
Regeln für “belegende Anmerkungen”:
Erstbeleg:
Wird ein direktes oder indirektes Zitat aus einer bestimmten Quelle belegt, oder erfolgt ein
Verweis auf Literatur, so erscheint die entsprechende Quelle das erste Mal in der Fußnote
oder im Anmerkungsteil mit vollständiger bibliographischer Angabe.
Weitere Belege bei gleicher Quelle:
Bei unmittelbarer weiterer Nennung einer Quelle werden die Angaben durch die Abkürzung
“ebd.” (=ebenda”) ersetzt.
Beispiel:
² Maurer, B.: Einführung in die Theologie. Stuttgart 1987, S. 14.
³ Ebd., S. 28.
Bei nicht unmittelbar folgender gleicher Quelle wird der Nachname des Verfassers mit dem
Vermerk “a. a. O.” (= am angegebenen Ort) und der Seitenzahl aufgeführt. Sinnvoll ist auch,
direkt auf die Anmerkung, in der die Erstbelegung erfolgt, zu verweisen.
Beispiel:
Maurer, a. a. O. (s. Anm. 2), S. 34.
Abgekürzte Belegung:
Ist der entsprechende Titel im Literaturverzeichnis aufgeführt, kann in der Anmerkung auch
in abgekürzter Form belegt werden (Die Abkürzungsweise sollte aber vorher erläutert
werden):
Deutsche Form: Nachname des Verfassers: Kurztitel, Seitenzahl (als Fußnote am Seitenende
oder als Endnote im Anmerkungsteil am Ende der Arbeit)
Amerikanische Form: Nachname des Verfassers: Erscheinungsjahr, Seitenzahl (meist im Text
unmittelbar hinter dem Zitat positioniert! Weitergehende Erläuterungen und Querverweise
werden auch bei dieser Form in die Fußnote oder in den Anmerkungsteil gesetzt ) siehe
Beispiele im Anhang
Sinngemäße Übernahmen des Inhalts werden nicht in Anführungszeichen gesetzt, müssen aber belegt
werden. (Die Anmerkungsziffer steht im Text nach Ende des sinngemäß übernommenen
Gedankens) Die belegende Anmerkung wird wie folgt eingeleitet:
- Vgl. ...
- Ähnlich ...
- In Anlehnung an ...
- Angeregt durch ...
- Zum Folgenden vgl. ...
Formales:
Grundsätzliche Gestaltung: Anmerkungen können entweder im Text in Klammer hinter dem Bezugswort
(nicht ratsam, da den Textfluss störend – Ausnahme: Belegende Anmerkungen bei
“amerikanischer” Zitierweise), oder als Fußnoten, oder als Anmerkungsteil (Endnoten)
zwischen Text und Literaturverzeichnis positioniert werden. Belege für Bibelzitate kommen
direkt anschließend an das Zitat!
Die Anmerkungsziffer muß im Text um eine halbe Zeile hochgestellt sein. Nötigenfalls kann sie auch in
Klammern angegeben werden.
Schlenke/ Schramm/ Wunderlich
PH Freiburg
20
Bezieht sich die Anmerkungsziffer auf ein einzelnes Wort oder einen teilweise zitierten Satz,
so steht sie vor einem eventuell folgenden Satzzeichen (aber immer nach dem
Ausführungszeichen).
Beispiel:
“Bei der Verwirklichung von Zielen kommt es darauf an, Gesetzmäßigkeiten
zu suchen”², die ...
Bezieht sich die Ziffer auf einen vollständigen Satz, so steht sie hinter dem den Satz
abschließenden Punkt.
Beispiel:
“Besser ist es, sich voll zu konzentrieren.”²
Die Zählung von Anmerkungen erfolgt bei Verwendung von Fußnoten entweder für jede Manuskriptseite
jeweils gesondert (auf jeder Seite wieder mit 1 anfangen) oder fortlaufend.
Die Fußnoten werden wie folgt gestaltet:
- etwas vom Text abgesetzt (1-2 Leerzeilen) am unteren Ende des Blattes
- innerhalb der Fußnote mit einzeiligem Abstand
- bei mehreren Fußnoten nacheinander zwischen den einzelnen Anmerkungen 1 ½ zeilig.
(Die modernen Textverarbeitungsprogramme erledigen natürlich das alles ganz
selbständig!)
Anmerkungsapparat (Endnoten): Wird ein Anmerkungsapparat am Schluss der Arbeit verwendet, erfolgt
die Zählung der Anmerkungen im Text fortlaufend. Die Anmerkungen werden im
Anmerkungsteil untereinander getippt und zwischen Text und Literaturverzeichnis
eingegliedert. Ansonsten besteht formal und inhaltlich kein Unterschied zur Verwendung von
Fußnoten. Fußnoten sind aber aus Gründen der Lesbarkeit nach Möglichkeit vorzuziehen.
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