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Die Festschrift zum Jubiläum Backen wie einst im alten Rom

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Donnerstag, 18. Mai 1995
38.5
Nr. 59
VEREINE
Akkordeongruppe Oberbaselbiet
Akkordeonklänge im Reich der Mitte
Mitte
Kürzlich reiste die Akkordeongruppe
Oberbaselbiet
Gelterkinden nach Peking und
bereichterte mit ihren Musikklängen ein internationales
Kulturaustauschprojekt zwischen Jugendlichen aus Peking
und der Regio Basiliensis. Initiert wurde dieses Projekt
«Marco Polo 2000» von einem
elsässischen Lehrer und seinen
Freunden in der Schweiz.
Zusammen mit Teilnehmern aus dem Elsass und dem
süddeutschen Raum nahm die
Akkordeongruppe Oberbaselbiet an einem Kulturaustauschprojekt zwischen Europa
und China teil. Ziel dieses Projektes «Marco Polo 2000» ist es,
einerseits die internationale
Völkerverständigung zu fördern und anderseits vor allem
die jungen Leute aus unserer
Region und aus China zusammenzuführen. Als langfristiges
Ziel will «Marco Polo 2000» am
31. Dezember 1999 in China die
Olympischen Spiele der Kultur
eröffnen, an der 2000 Kinder
aus der ganzen Welt teilnehmen
werden. Mit jährlich stattfindenden Teilschritten soll dieses
Ziel erreicht werden.
Erstes grösseres Ziel dieser
einwöchigen Reise war der
Auftritt im Konservatorium
von Peking, wo ein erstes Austauschen von schweizerischen
und chinesischen Musiktraditionen stattfand. Weiter wurde
im Pekinger Swissôtel eine
Tessinerwoche
musikalisch
eröffnet. Ausserdem fanden an
zwei Galaabenden Auftritte
statt, an einem war die Vizepräsidentin der chinesischen
Regierung anwesend.
Nebst dem musikalischen
Teil liessen sich die Teilnehmer
auch von der Kultur des einstigen glanzvollen Kaiserreiches
näherbringen, die sich in ver-
schiedenen prunkvollen, gut
erhaltenen Palästen und Tempeln widerspiegelt. Mit einem
musikalischen Auftritt verbunden war der Besuch der Chinesischen Mauer, einem der imposantesten Bauwerke, das die
Menschheit geschaffen hat. Erstellt wurde die Mauer im
14./15. Jahrhundert. Damit
wollte die damals herrschende
Ming-Dynastie ihr Reich von
den Eroberungen der Mongolen
schützen. Die Mauer zieht sich
über etwa 6000 Kilometer Länge hin. Bis heute zirkulieren
rund um dieses Bauwerk die
spektakulärsten Legenden: So
soll die Chinesische Mauer als
einziges menschlichens Bauwerk vom Mond aus mit blossem Auge ersichtlich sein. Der
Dirigent Markus Schüpbach,
Brislach, schwärmte nach diesem Besuch: «Nebst dem Auftritt im Konservatorium war
für mich das Aufspielen am
Fusse der Chinesischen Mauer
sehr beeindruckend.»
Peking ist eine Stadt voller
Gegensätze: Einfache Arbeiter- und Wohnquartiere neben
Hochhäusern, die wie Pilze aus
dem Boden schiessen. Den
ständig anschwellenden Touristenströmen können knapp die
nötigen Hotels zur Verfügung
gestellt werden.
Zurück in der Schweiz,
meinte Marianne Oetiker, Präsidentin der Akkordeongruppe
Oberbaselbiet: «Diese Woche
ist uns gelungen. Wir lernten die
Chinesen mit ihrer Lebensweise und ihrer Kultur vor Ort in
ihrem Alltag besser kennen
und respektieren. Gleichzeitig
durften wir einen kleinen Teil
unserer Schweiz mit Musikklängen weitergeben. Ein unvergessliches, eindrückliches
Erlebnis.»
Gabi Oetiker
SMUV-Delegiertenversammlung in Muttenz
Zuversicht trotz Rezession
An der SMUV-Delegiertenversammlung forderte Volkswirtschaftsdirektor Eduard Belser
eine Überprüfung des Ausbildungskonzeptes und eine Neuorientierung bei der Wirtschaftsförderung. Daneben votierte er für Leistung und Einsatz.
455
fs. Im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung
des
SMUV, der Region Nordwestschweiz in Muttenz, stand das
Referat von Regierungsrat
Eduard Belser, Vorsteher der
Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion zum Thema:
«Chancen und Grenzen der
Entwicklung in der Nordwestschweiz». Belser unterstrich,
dass es wenig sinnvoll wäre, die
Entwicklung in einzelnen Kantonen zu betrachten, man müsse den regionalen Rahmen sehen.
Schwerpunktmässig
rekrutierten sich die Arbeitnehmer in unserer Region aus Gewerbe, Industrie und Dienstleistung. Bedingt durch grosse
Investitionen und dank Leistungssteigerung liege die
Wertschöpfung in vielen Branchen über derjenigen von
1990. Verluste waren im Bauhauptgewerbe, beim Auto- und
Gastgewerbe zu verzeichnen,
sagte Belser. Es zeige sich
auch, dass der Rückgang vielfach die seit 1980 neugeschaffenen Arbeitsplätze betreffe.
Die Arbeitnehmer der Region
verfügten zwar über eine grosse fachliche Kompetenz. Unumgänglich sei aber eine Überprüfung des Ausbildungskonzeptes und der Richtlinien der
Writschaftsförderung. Belser
zeigte die Problematik zwischen Ausbauwünschen und
Opposition der dadurch betroffenen Bevölkerungskreise auf.
Belser: «Wir dürfen zuversichtlich in die Zukunft blicken,
wir sind aber gefordert und es
braucht Leistung und Einsatz.»
Rolf Frehner, SMUV-Regionalsekretär, betonte, dass
die Gewerkschaften mithelfen
möchten, in einem grösseren
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmen Lösungen zu erarbeiten, die soziale
und materielle Sicherheit garantiert und grösstmögliche
Freiheit in Verantwortung ermöglicht. Die Rahmenbedingungen für die Interessenwahrung waren 1994 nicht optimal.
In der Region Nordwestschweiz bestehe ein dichtes
und feines gewerbliches GAVNetz, so Frehner. Der SMUV unterhält mit 13 gewerblichen
Arbeitgeberverbänden
Gesamtarbeitsverträge.
BASELBIET
Volksstimme Sissach
Seite 5
100 Jahre katholischer Kirchenchor Sissach
38.5
Die Festschrift zum Jubiläum
Der katholische Kirchenchor Sissach kann auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken.
Morgen Freitag führt der katholische Kirchenchor seine
100.
Jahresversammlung
durch. Eine Festschrift soll einen kleinen Überblick über die
vergangenen Jahre gewähren.
em. «Der Chor war zuerst
da, noch bevor der erste Pfarrer kam», schreibt Pfarrer Josef Grüter im Vorwort zur Festschrift «100 Jahre katholischer
Kirchenchor Sissach 1895–
1995». «Wie würde der amtierende Pfarrer von damals sich
heute zurechtfinden», sinniert
Grüter weiter, «mit der Liturgie in der Muttersprache, statt
in Latein, mit den Frauen am
Altar?»
Am 12. August 1894 ist ein
erster Statutenentwurf des
neuen katholischen Kirchenchors Sissach erstellt worden.
Etwa ein Jahr später nehmen
13 Aktiv- und fünf Passivmitglieder an der ersten Generalversammlung teil. Ein Defizit
von 4,95 Franken in der damaligen Kasse wird vom Pfarrherr
mit einer Spende von 24 Fran-
ken gedeckt. Ein unentschuldigtes Singstunden-Versäumnis wird mit 90 Rappen gebüsst.
Am 28. Mai 1899, so lesen
wir in der Festschrift weiter,
wird die neue Kirche an der Felsenstrasse eingeweiht. Natürlich hat der Chor entsprechende Lieder für diesen Anlass eingeübt. Mit 14 Aktiven war der
Chor nicht gerade gross und so
konnten zu jener Zeit nur dreistimmige Werke gesungen
werden.
Kleinere
Reisen
und
gemütliche Hocks tragen zur
Gemeinschaft bei. Bis zum
Jahr 1916 ist in der Chronik immer wieder zu lesen: «Der Chor
ist immer noch sehr klein.»
Gottesdienste fielen aus
1918, es herrscht Krieg
und eine unheimliche Grippe
legt das halbe Vereinsleben
lahm. Sogar einzelne Gottesdienste mussten ausfallen, weil
niemand in die Kirche kam.
Wieder ist Krieg ausgebro-
chen, auch das Vereinsleben
des katholischen Kirchenchors
leidet darunter. In den vergangenen Jahren ist immer wieder
von interessanten Ausflügen
und Vereinsreisen zu lesen.
Nun aber fallen sie aus.
Zu den darauffolgenden
Jahren sind keine besonderen
Höhepunkte in der Festschrift
enthalten. Der Chor verzeichnet
Hochs und Tiefs, hat etwelche
Spannungen, die sich wieder
ausbügeln. In gesanglicher
Hinsicht wird viel geprobt, es
werden interessante Werke
einstudiert, zum Beispiel die
Messe «Franz von Assisi» von
Hilber, im Jahr 1952 und das
«Locus iste» von Anton Bruckner.
Der Mitgliederbestand bewegt sich stets um durchschnittlich 20 Sängerinnen und
Sänger. Ehrenmitglieder werden gefeiert, der Chor nimmt teil
an kleinen Festen und geselligen Anlässen, neue Dirigenten
übernehmen den Taktstock
und neue Lieder und Messen
Bild zvg
werden eingeübt und diese
auch auswärts vorgetragen.
Mitgliedermangel
Im Jahr 1978 herrscht wieder chronischer Mitgliedermangel. Der Chor wird für ein
Jahr sistiert. Dann aber, am 23.
Mai 1980 beginnt der Chor mit
25 Aktivmitgliedern wieder zu
proben. «Es ist schwierig, neue
Mitglieder für den Chor zu finden», lesen wir im Jahr 1993.
«Niemand will sich gerne für einen kirchlichen Verein mit
Sonn- und Feiertagsverpflichtungen einsetzen.» Trotzdem
hofft der Chor, dass sich weiterhin Leute zusammenfinden
und sich mit Freuden dem Kirchengesang widmen. Dirigent
des Chores ist momentan Kurt
Häring.
Auf dem Programm der
100. Jahresversammlung ist zu
lesen: «Lassen Sie sich überraschen.» Aktiv- und Passivmitglieder sind zu diesem besonderen Ereignis ins Restaurant
Sonne in Sissach eingeladen.
Mitte
Backen wie einst im alten Rom
einen Einblick in die Arbeitsabläufe bei der Herstellung von
Römerbrot in der Backstube.
VS. Aus Anlass des Internationalen
Museumstages
eröffnet das Römermuseum
«Augusta Raurica» in Augst
am Donnerstag, den 18. Mai
1995, in der «Römischen Brotbackstube» eine neue Multimedia-Schau.
Die «Backstube» ist eine
museumsdidaktische Einrichtung, in der seit 15 Jahren über
1800 Schulklassen zu Gast waren. Hier kann man auf zwei originalrömischen Mühlsteinen
Korn mahlen und in einem originalgetreu
nachgebauten
Backofen Brot backen (Voranmeldung für Schulklassen: Telefon 061/811 26 81). In diesen
Tagen nun wurde eine alte
Diaschau durch eine Multimedia-Einrichtung ersetzt.
Zwei Programme in vier
Sprachen
Ab 18. Mai 1995 können die
Besucherinnen und Besucher
zwischen zwei verschiedenen
Das zweite Programm,
«Brot und Brei für die Menschen
Roms», richtet sich mehr an Erwachsene und erzählt von der
Geschichte der Getreidenahrung. Anhand archäologischer
und botanischer Untersuchungen kann auch viel Interessantes über den Getreideanbau
und die Verarbeitung von Korn
zu Brei und Brot in Augusta
Raurica ausgesagt werden.
«Römische Backstube»
Auf Voranmeldung können in der «Römischen Brotbackstube» Schulklassen Korn mahlen und Brot backen.
Bild zvg
Programmen wählen und sich
diese auf deutsch, französisch,
italienisch oder englisch vorführen lassen.
Die achtminütige Vorführung «Mahlen und Backen
wie die Römer» wendet sich vor
allem an Schulkinder und gibt
Die Multimedia-Schau, eine
Videoproduktion der Firma Polymedia-News in Zürich, ist in
der «Römischen Backstube»
täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr
zugänglich, der Eintritt ist frei.
Kopien der Produktion sind ab
Sommer im Römermuseum
auch auf Videokassette erhältlich.
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