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- 11 - Wie Lehrer und Lehrerinnen in Finnland ihre - GGG NRW

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Heide Koehler
Wie Lehrer und Lehrerinnen in Finnland ihre Schüler und Schülerinnen unterstützen
Heide Koehler
Wie Lehrer und Lehrerinnen in Finnland ihre Schüler und
Schülerinnen unterstützen
Ein Erfahrungsbericht im Auftrag des COMENIUS-2.1-Projekts EUMAIL
Wie können Lehrerinnen und Lehrer individualisierendes Lernen in heterogenen
Gruppen fördern?
Mit dieser Frage befasst sich ein dreijähriges COMENIUS-2.1-Projekt, das von
FESCH (FORUM ELTERN UND SCHULE –
einer Weiterbildungseinrichtung der GGG
NRW) organisiert und getragen wird. Das
Projekt wird von der europäischen Kommission in Brüssel - Generaldirektion
Bildung und Kultur - gefördert. Beteiligt
sind insgesamt 14 Partnerinstitutionen und
-organisationen aus Finnland, Großbritannien, Norwegen, Schweden und
Deutschland (hier nur aus Nordrhein-Westfalen). Die Partner sind Lehrerausbildungsinstitute, Lehrerfortbildungseinrichtungen, Universitäten, Schulen und
Schulaufsichtsbehörden.
Der Name des Projektes „EUMAIL“ steht für
EUropean Mixed Ability Individualised Learning -
Individualisierendes Lernen in heterogenen Lerngruppen in Europa.
Die beiden Aspekte
Lernen des Einzelnen und
Heterogenität der Lerngruppen
werden in allen beteiligten Ländern als sehr relevant
• für die bildungspolitische Diskussion,
• für die alltägliche Praxis in der Schule sowie
• in Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung
angesehen.
Neueste Ergebnisse der Lernforschung sowie internationale Untersuchungen
zeigen, dass viele Lehrer noch nicht ausreichend qualifiziert sind, um individuelle Lernprozesse in heterogenen Lerngruppen zu fördern und professionell zu
begleiten.
Das breite Spektrum von Fähigkeiten und Lernvoraussetzungen bei Jungen und
Mädchen, Angehörigen unterschiedlicher Ethnien, Kindern unterschiedlicher
sozialer Herkunft verlangt, dass es verschiedene Wege zu qualifizierten Bildungsabschlüssen und zur Befähigung zu selbstständigem und lebenslangen
Lernen gibt.
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Gesamtschule
in Nordrhein-Westfalen
III/2004
Aus den Gesamtschulen
Zu diesem Zweck haben sich die genannten Partner aus den fünf Ländern zusammen gefunden, um drei Jahre lang
• an der systematischen Erforschung förderlicher Faktoren für erfolgreiche
individualisierende Lernprozesse und
• an der Entwicklung von Modulen für die Ausbildung und Fortbildung von
LehrerInnen und ggf. für SchulleiterInnen zu arbeiten.
Ziel des EUMAIL-Projektes
Bildung und die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen sind zur zentralen Voraussetzung für die Entwicklungsfähigkeit des Einzelnen wie der Gesamtgesellschaft
geworden. Die europaweit beachteten Ergebnisse der PISA-Studie zeigen, dass
Lernergebnisse deutlich gefördert werden können, wenn es den Lehrerinnen und
Lehrern gelingt, in ihren Lerngruppen auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Schüler und Schülerinnen möglichst gezielt einzugehen und deren individuelle Lernprozesse zu begleiten.
Die Partner im Projekt wollen
Optimale Herangehensweisen (best practice) durch systematische und wissenschaftlich fundierte Unterrichtsbeobachtungen und Befragungen von
Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern in den Partnerländern
kennen lernen, miteinander vergleichen und auswerten.
Ausgangsbasis ist eine Erhebungsphase von Februar 2004 bis Januar 2005.
Jeweils zwei Experten aus jedem der beteiligten Länder beobachten im Unterricht die Lernsituationen und vergleichen die jeweilige Lehrerausbildung in
fünftägigen Besuchen in jedem Land. Der erste Besuch fand im Mai statt und
führte die Leiterin des Studienseminars Essen und mich nach Finnland. Es folgen
Besuche im September in Großbritannien, im Oktober in Schweden und im
Januar 2005 in Nordrhein-Westfalen (in Düsseldorf, Essen, Hagen und Wuppertal).
Die Beobachtungen werden durch Videodokumentationen begleitet und veranschaulicht.
In der Konzeptionsphase (Februar bis August 2005) werden aus den Ergebnissen der Erhebungsphase Module für die Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung und für die Fortbildung von Schulleitungen entwickelt, die in der Umsetzungsphase (September 2005 bis März 2006) erprobt und evaluiert werden
sollen. Eine Dokumentation ist für August 2006 vorgesehen.
Meine Erfahrungen in Finnland.
Vom 1. bis zum 8. Mai 2004 weilte ich in Jyväskylä, einer Universitätsstadt
inmitten der finnischen Seenplatte in Mittelfinnland, 270 km nördlich von
Helsinki.
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Heide Koehler
Wie Lehrer und Lehrerinnen in Finnland ihre Schüler und Schülerinnen unterstützen
Seit der Veröffentlichung der PISA-Studie ist Finnland zum Ziel zahlreicher
Delegationen aus aller Welt, insbesondere aus Deutschland, geworden. Sie
wollen sich ein Bild vom finnischen Schulsystem machen. Als Gründe für das
glänzende Abschneiden der finnischen Schüler in der PISA-Studie werden u.a.
genannt:
• das finnische Gesamtschulsystem,
• die Dezentralisierung der Schulverwaltung und die damit einhergehende
methodische Eigenverantwortlichkeit der Schulen bei der Erreichung zentral vorgegebener Lernziele,
• das vergleichsweise hohe gesellschaftliche Ansehen der Lehrer und
• die individuelle Förderung schwächerer Schüler innerhalb der Schulen.
Was fand ich davon in den beiden von mir gemeinsam mit einem schwedischen
Professor besuchten Schulen wieder?
Bei beiden Schulen handelt es sich um Gesamtschulen, die auch von Schülern
und Schülerinnen mit verschiedenartigen Behinderungen besucht werden. Das ist
Standard.
Die neunjährige Gesamtschule stellt seit Beginn der 70er Jahre durch eine
radikale Reform das Kernstück der Grundbildung in Finnland dar und ist
Pflichtschule. Dabei wurde im Laufe der Zeit bewusst auf Leistungsdifferenzierung verzichtet, um Chancengleichheit auf Bildung für alle zu gewähren. Man
geht davon aus, dass in einer modernen Gesellschaft jeder für etwas wichtig und
jeder in irgendeinem Bereich gut ist. Diese Grundeinstellung, die nach über 30
Jahren Praxis in der gesamten finnischen Bevölkerung tief verwurzelt ist, findet
die Zustimmung aller politischen Parteien.
Die Klassenstärken variieren zwischen 20 und 28 Schülern und Schülerinnen.
Behinderte haben ihren festen Platz in diesen Klassen, haben allerdings häufig
eine mehr oder weniger ausgebildete Assistentin zu ihrer Unterstützung zur
Verfügung. Diese greift nur ein, wenn diese Kinder konkrete Hilfe brauchen.
Kinder mit schweren Lernbehinderungen werden über Stunden in einem gesonderten Raum zum Lernen angeleitet. Dieser Raum ist ihr Zuhause in der Schule.
Von hier aus besuchen sie aber auch unterschiedliche Unterrichtsstunden einer
ihnen zugeordneten Klasse.
In einer 7. Klasse erlebte ich, wie drei von ihnen am naturwissenschaftlichen
Unterricht teilnahmen. Sie erschienen zu Unterrichtsbeginn, nahmen ihre Plätze
ein und wurden sowohl vom Lehrer wie von den Mitschülern im Rahmen ihrer
Möglichkeiten in das Unterrichtsgeschehen einbezogen. Offensichtlich konnte
die Klasse selbst beurteilen, wer von diesen drei lesen kann, wer beim Sammeln
und Ordnen von Materialien helfen kann. Dieser unvoreingenommene Umgang
miteinander hat mich sehr beeindruckt. In Deutschland sind wir davon weit
entfernt.
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Gesamtschule
in Nordrhein-Westfalen
III/2004
Aus den Gesamtschulen
Eine dieser Schülerinnen ist mit 12 Jahren auf dem Lernstand einer Zweitklässlerin. Sie konnte einen Text aus dem Biologiebuch der 7. Klasse flüssig und - wie
mir mein finnischer Begleiter (ein Student als Übersetzer) versicherte - fehlerfrei
vorlesen. Immer wieder erfuhr ich, dass alle Kinder nach vier bis fünf Monaten
in der ersten Klasse bereits kleine Bücher lesen können.
Lesen ist eine hoch gepflegte Fähigkeit in Finnland. Jede Schule verfügt über
eine meist frei zugängliche Bibliothek und hat darüber hinaus eine öffentliche
Bibliothek in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Jyväskylä - eine Stadt mit
80 000 Einwohnern - hat eine Bibliothek über drei Etagen mit einem enormen
Angebot und Leseecken vor jeder Sparte. Neben finnischsprachigen Büchern
gibt es ein breites Angebot in englischer und französischer Sprache, Zeitungen
und Zeitschriften aus aller Welt und selbstverständlich freie Internetzugänge, die
jeweils für 15 Minuten zur Verfügung stehen. Die Bibliothek war mitten in der
Woche nachmittags gegen 16:00 Uhr mit Menschen aller Altersgruppen und
jeden Alters gefüllt. In der Schule ist es selbstverständlich, dass die Schüler und
Schülerinnen neben den reichhaltigen Hausaufgaben sechs bis acht Lektüren pro
Jahr lesen.
Ein Unterrichtstag beginnt in Finnland normalerweise um 8:00 Uhr und endet
gestaffelt nach Alter spätestens um 15. 00 Uhr. Dienstags ist regelmäßig an allen
Schule um 14:00 Uhr Schluss, da dann wöchentlich eine Konferenz für die
Lehrer stattfindet. Diese Konferenzen unterschiedlichen Inhalts sind Pflicht für
alle Lehrer. Außerdem muss jeder Lehrer jährlich an zwei bis drei Fortbildungstagen teilnehmen, dabei bevorzugen sie fachbezogene Themen vor methodischen.
In den finnischen Schulen gibt es kein Klingelzeichen, keinen Gong. Dennoch
ist jeder pünktlich im Unterricht. In jeder von mir besuchten Stunde wurden zwei
bis drei Minuten vor Unterrichtsende die Hausaufgabe gestellt und von den
Schülern und Schülerinnen notiert.
Die Eltern werden meist schriftlich bereits bei Eintritt in die Schule verpflichtet,
darauf zu achten, dass die Hausaufgaben erledigt werden. In dem Hausaufgabenheft wird auch ggf. vom Lehrer eine Rückmeldung an die Eltern notiert.
Die Schüler erhalten wie bei uns nach jedem Halbjahr ein Zeugnis, aber erst ab
der 7. Klasse mit Zensuren. Darüber hinaus gibt es mitten im Halbjahr eine
Lernstandsbeschreibung, die von Schule zu Schule unterschiedlich gehandhabt
wird. Am beeindruckendsten fand ich folgende Art: Der Schüler erhält ein
Formular mit allen seinen Fächer und markiert durch einen waagerechten,
steigenden oder fallenden Pfeil, ob er sich seines Erachtens gebessert, verschlechtert oder auf gleichem Niveau gehalten hat. Erst dann markieren die
Lehrer in gleicher Weise ihre Einschätzung und fügen auf der Rückseite eventuell noch Bemerkungen hinzu. Dieses Formular geht dann an die Eltern zur
Kenntnisnahme und Unterschrift. In dringenden Fällen erhalten die Eltern mit
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Heide Koehler
Wie Lehrer und Lehrerinnen in Finnland ihre Schüler und Schülerinnen unterstützen
der Benachrichtigung die Aufforderung zur Rücksprache in der Schule. Ansonsten gibt es pro Halbjahr einen Elternsprechtag und pädagogische Elternabende
nach Bedarf.
Die Eltern sind also – bezogen auf ihre eigenen Kinder - deutlich eingebunden in
das schulische Geschehen, zumal die Lehrer und die Schulleiter engen telefonischen Kontakt zu ihnen halten.
Die besuchten Unterrichtsstunden waren keine Vorführstunden, zeichneten
sich nicht durch besonderen Einfallsreichtum der Unterrichtenden aus. Auffällig
war aber das Zurücktreten der Lehreraktivität hinter die der Schülerarbeit und die
hohe Kunst der Lehrer, die Schüler durch Blickkontakt an der Arbeit zu halten.
Ergänzt sei, dass ich auch bei zwei Rundgängen, an denen uns zwei Schülerinnen (school-guides) führten, unangekündigt im Unterricht erschien.
• Es herrschte stets eine hohe Arbeitsdisziplin. Unterrichtsstörungen gab es
nicht.
• Der Unterricht verlief in kurzen Intervallen und mit der klaren Konzentration auf ein deutlich gestecktes und angekündigtes Ziel. Dabei nahmen die
Lehrenden durchaus eine Reduktion von anhängigen Teilaspekten in Kauf,
um diese ein folgenden Stunden aufzugreifen.
• Die Lehrer führten die Schüler und Schülerinnen jeweils in ganz kurzer Zeit
auf den Kern des Unterrichtsthemas, um sie dann sehr selbständig daran arbeiten zu lassen.
• Schüler und Schülerinnen arbeiteten zunächst zu zweit (pair work) um
daran anschließend in einer veränderten Zuordnung ihre erreichten Ergebnisse zu überprüfen oder zu ergänzen (pair check). Dazu konnten sie ausgelegte Hilfen, u.a. auch Lösungsbögen heranziehen oder den Lehrer an den
Tisch bitten. Ein Vergleich der Ergebnisse im Klassenverband fand nicht
statt. Als Kontrolle diente die Hausaufgabe, die ebenfalls vorwiegend von
den Schülern eigenverantwortlich verglichen und ausgewertet wurde.
Dieses soll zweierlei verdeutlichen: Lernen hat nichts von Bedrohung, nichts von
Zwangsveranstaltung, ist aber eine so große Selbstverständlichkeit, dass sich
keiner entzieht. Wie schon in dem pünktlichen Erscheinen zum Unterricht zeigen
sich m.E. hier hohe Eigenverantwortung und großes Vertrauen in der Schule.
Wie in Deutschland wird auch in Finnland sehr viel über Bildungsqualität und
Qualitätsentwicklung gesprochen. Diskussionen über Evaluation und Bildungsstandards sind im finnischen System selbstverständlich.
Anders als in Deutschland haben die Finnen die Ergebnisse der PISA-Studie
dazu genutzt, eigene Konsequenzen zu ziehen und konkrete Lösungen zu entwickeln. Sie arbeiten an den durch Pisa aufgedeckten Schwachstellen. Dies sind für
sie die großen Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Regionen und
Schulen und die unterschiedliche Lesekompetenz von Jungen und Mädchen.
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Gesamtschule
in Nordrhein-Westfalen
III/2004
Aus den Gesamtschulen
Dies wird deshalb als Herausforderung angesehen, damit man der Verpflichtung
nach Chancengleichheit nachkommt.
Für das Abitur, das heutzutage von etwa 60 % abgelegt wird (übrigens wie in
Deutschland mehr Mädchen als Jungen) ist ein Zentralabitur. Darin soll ermittelt
werden, ob sich die Schüler und Schülerinnen die im Lehrplan für die gymnasiale Oberstufe aufgeführten Kenntnisse und Fertigkeiten angeeignet haben und ob
sie über genügende Reife im Sinne der Ziele der Oberstufe verfügen. (Die
Aufgaben werden übrigens am darauf folgenden Tag in der Zeitung veröffentlicht.)
In der Pflichtschule, der neunjährigen Gesamtschule, gibt es bisher keine
verpflichtenden nationalen Tests. Es gibt jedoch freiwillige Tests, die den Lehrern zusätzlich zur eigenen Orientierung dienen und verdeutlichen, was der
einzelne Schüler oder die Altersstufe kann. Noten können dadurch verbessert,
aber nicht gesenkt werden. Tests werden nicht zur Disziplinierung eingesetzt.
Unumstritten ist der Notendurchschnitt am Ende der neunjährigen Gesamtschule;
er befähigt zur Aufnahme in die dreijährige gymnasiale Oberstufe oder zur
Ausbildung an einer Berufsschule.
Die Leistungen der finnischen Schüler und Schülerinnen werden nicht durch
verpflichtende Vorgaben erzwungen, sondern durch die Lernkultur in der finnischen Schule erreicht. Keine Schule und kein Lehrer kann Kinder oder Jugendliche in eine andere Schulform abschieben, weil sie nicht für diese oder jene
Schule geeignet wären. Gleichberechtigte Teilhabe an den Bildungschancen und
gemeinsam getragene Verantwortung für den Bildungsweg schaffen Vertrauen.
Die Akzeptanz der Heterogenität in Klassen und Lerngruppen als Chance für die
Förderung aller Kinder und ein allgemeiner Konsens über den richtigen Weg im
Bildungswesen verschaffen den Lehrern und Lehrerin hohen Respekt. Sie
wiederum zeichnen sich allesamt durch eine schülerzugewandte und schülerstärkende Haltung aus.
Welche Erkenntnisse hat mir der Besuch gebracht?
Meine vorrangige Erwartung, dass für den Erfolg eines Schulsystems besonders
wichtig ist, eine freundliche und schülerförderliche, eine angst- und aggressionsfreie Schule aufzubauen, wurde in vollem Umfange bestätigt und bestärkt.
Die Schulen waren sehr gut in engem Austausch von Schulleitung und Kollegium geführt. Dabei werden sie von den Eltern unterstützt. Die Elternmitarbeit
kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und ich bin froh, dass sie in
unsrer deutschen Schule fest verankert ist.
Die Kenntnisse und Fähigkeiten der Lerngruppen beeindruckten durch einen
hohen Standard. Die persönliche Selbsteinschätzung und das Selbstvertrauen der
Schüler und Schülerinnen war bemerkenswert. Partnerarbeit wie Gruppenarbeit
zeigten, dass sie an kooperatives Lernen gewöhnt sind, d.h. daran, sich gegenseitig zu helfen und relativ autonom zu arbeiten. Ihre Arbeitsdisziplin und Konzen-
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Heide Koehler
Wie Lehrer und Lehrerinnen in Finnland ihre Schüler und Schülerinnen unterstützen
tration war enorm. Ihre Grundhaltung ist: „it’s cool to learn“. Eine solche
Einstellung macht es leicht, gegenseitig Respekt und Rücksichtnahme zu üben.
Dem Lehrer kommt allerdings zu, ein großes Angebot an verschiedenen Übungsmaterialien und Übungen in einem sehr klar strukturierten Unterricht
anzubieten. Zusammen mit einem enormen Maß an positivem Feedback und
individueller Unterstützung erscheint mir dies besonders erstrebenswert für
unsere Schulen.
Ich hoffe, dass die auf deutsche Schulen zukommenden verschiedenen Tests
auch hier der Selbstevaluation dienen, nicht zu Disziplinmaßnahmen degradiert
und schon gar nicht zu einem Ranking missbraucht werden. Statt Bestenauslese
- so lehrt mich Finnland - versprechen ein freundliches Lernklima, gegenseitige
Wertschätzung und das Bemühen um individuelle Förderung aller mehr Lernund Lehrerfolg.
EUMAIL wird durch die Europäische Kommission unterstützt.
Die alleinige Verantwortung den vorstehenden Text liegt bei der
Autorin bzw. dem Projekt und seinen Partnern.
Ihr Inhalt repräsentiert in keiner Weise die Sicht der Kommission
oder ihrer Dienste.
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