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Karsai gelobt dem Westen Besserung Betrug mit Kreditkarten: Wie

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Betrug mit Kreditkarten: Wie man sich schützen kann / Wirtschaft
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DEFGH
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
DEUTSCHLAND-AUSGABE
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München, Freitag, 20. November 2009
65. Jahrgang / 47. Woche / Nr. 268 / 2,10 Euro
HEUTE MIT
(SZ) Ob das Märchen vom guten Kartoffelkönig wohl noch in den Schulbüchern
steht? Es handelte von einer ganz, ganz
großen Kartoffel, die nicht verzehrt werden wollte und darum davonrannte. Sie
entwischte der Großmutter, dem Igel Stachelfell, dem Wildschwein Grunznickel
und dem Hasen Langohr, doch als ihr im
Wald zwei arme, hungrige Kinder begegneten, sprang sie ihnen eins, zwei, drei
ins Körbchen, und zu Mittag gab es vom
Kartoffelkönig einen riesigen Reiberdatschi. Ja, damals dachten die Lebensmittel noch mit, aber heutzutage müssen sie
geschickt gelenkt, um nicht zu sagen lanciert werden, und zu dem Zweck hat man
sogenannte Produktkönige beziehungsweise -königinnen erfunden. Anders als
der Kartoffelkönig bestehen sie nicht aus
dem von ihnen repräsentierten Lebensmittel, doch wissen sie allerhand darüber und verfügen meist auch über den
Charme, um verkaufsfördernde CharmeOffensiven zu „fahren“.
Eben ist die 27-jährige Franziska Sirtl
aus Olching zur ersten bayerischen Bierkönigin gewählt worden, ein insofern erstaunliches Ereignis, als es den Eindruck
erweckt, das Bierland Bayern, dieser Kosmos aus Hopfen und Malz, habe sich bis
dahin unregiert dahingeschleppt. Ein falscher Eindruck, weil der bayerische Ministerpräsident „qua Amt“ immer auch
bayerischer Bierkönig ist – das läuft mit,
so wie früher beim österreichischen Kaiser der Titel Großwojwode der Wojwodschaft Serbien. Sodann ist aber, ohne der
Olchinger Königin nahezutreten, daran
zu erinnern, dass es an Bierköniginnen
auch bisher schon keinen Mangel hatte.
Man denke nur an Kathrin III., die Bierkönigin von Rettenberg, an die Spalter
Bierkönigin Carolin oder an die von einer Erlanger Brauerei auf den Thron gehobene Isabella I., nicht zu reden von Majestäten wie Bianca I. vom Saarland oder
Constanze I. von Westfalen, die über das
bayerische Bier aushilfsweise die Regentschaft hätten übernehmen können.
Wollte man diese Produktkönigreiche
kartographisch erfassen, ergäbe das einen Fleckerlteppich wie den vom Deutschen Reich zur Zeit des Dreißigjährigen
Krieges: Kleinstaat an Kleinstaat und regiert von Leuten wie der Glücksburger
Rosenkönigin, der Heidekönigin Undeloh, der Bördekönigin Oschersleben und
dem Bad Schlembaer Brunnenmädchen.
Es fällt auf, wie sehr die Frauen dieses
Gewerbe an sich gerissen haben, selbst
bei der Kartoffel, die doch, wenn wir das
Märchen richtig deuten, in einem knollig
gewachsenen Mann ihren adäquaten Repräsentanten hätte. So wird der Grundsatz, wonach Regieren Männersache ist,
auf diesem Feld nur von einigen wenigen
aufrechterhalten, vom Thüringer Bratwurstkönig Andreas I. etwa und vom Hemauer Dupferlkönig Andy I. Dieser muss
im Dupferln gut sein, einer Disziplin, die
übrigens nicht annähernd so unanständig ist, wie sie klingt.
Heute in der SZ
Deutsches Theater
Die Band Rammstein steht bei uns auf
dem Index – gleichzeitig füllt sie weltweit die größten Stadien.
Von Andrian Kreye............................... 3
Planspiele in Kiew
Die Ukraine hat aus ihren Krisen gelernt. Leitartikel von Thomas Urban .. 4
„Ohne Gewinn ist alles nichts“
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
und seine umstrittene Idee eines Rettungsfonds für Geldhäuser. ................ 18
An den Ohren gezogen
Vor dem wichtigen Duell mit Tabellenführer Leverkusen verstärkt der FC Bayern die Kritik an Trainer van Gaal. .. 27
TV- und Radioprogramm .................. 32
Forum /Leserbriefe ............................ 31
Rätsel .................................................... 15
München · Bayern .............................. 30
Familienanzeigen ............................... 20
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Das Buch der Woche
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stellt Band Nr. 10 vor
Feuilleton, Seite 13
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51047
4 190655 802107
Der afghanische
Präsident Hamid
Karsai küsst bei
seiner Vereidigung
zur zweiten Amtszeit den Koran.
Zahlreiche westliche Politiker, unter ihnen US-Außenministerin Hillary Clinton und
Bundesaußenminister Guido Westerwelle, nahmen
an der Zeremonie
im Präsidentenpalast von Kabul teil.
Unterwegs mit Uli Hoeneß: seine letzten
Monate als Manager des FC Bayern, beobachtet aus nächster Nähe. Unterwegs mit
jeder Menge Daten: Wie der USB-Stick
zum Wahrzeichen der Nullerjahre wurde. Unterwegs ohne Plan: Die Grünen
versuchen so sehr, zur Volkspartei zu
werden, dass sie vergessen, was sie einst
ausmachte. Unterwegs in die Berge: Wir
haben für Sie ein paar wunderbare
Hütten reserviert.
Liegt nicht der gesamten Auslandsauflage bei
16 Seiten Immobilien,
Kauf- und Mietmarkt
Foto: AFP
Bis zuletzt Streit
um EU-Ämter
Bei der Vereidigung zur zweiten Amtszeit
Karsai gelobt dem Westen Besserung
Afghanistans Präsident will Korruption bekämpfen und binnen fünf Jahren mit eigenen Truppen für Sicherheit sorgen
K a b u l – Der afghanische Präsident
Hamid Karsai hat mit einer Reihe von
Versprechen bei den westlichen Truppenstellern Hoffnung auf einen baldigen Abzug geweckt. Karsai kündigte
bei der Eideszeremonie zu Beginn seiner zweiten Amtszeit am Donnerstag
in Kabul an, er wolle die Korruption
bekämpfen und bis in fünf Jahren die
Sicherheit in Afghanistan durch eigene Truppen gewährleisten. Außerdem
möchte er in einer großen Ratsversammlung die Versöhnung verfeindeter Gruppen vorantreiben.
Die Zeremonie im Präsidentenpalast
markierte den Beginn der neuen Amtszeit Karsais und wurde von zahlreichen
Politikern aus den wichtigen Truppensteller-Nationen begleitet, unter ihnen
die Außenminister Hillary Clinton, Bernard Kouchner, David Miliband und Guido Westerwelle. Besondere Beachtung erregte die Anwesenheit des pakistani-
M
an muss das mögen: die betonfrisierten Nachrichtensprecher im Zahnspangenalter, die kritiklose Übertragung
ödester Politikerreden. Die schlechten
Serien. Den Pennäler-Humor. Die Gewaltdarstellungen. Das Blabla.
Michail Lesin mag das russische Fernsehen nicht nur, er hat es geschaffen. Lesin hat unabhängige Sender wie TW-6
oder TWS zum Schweigen gebracht und
den Coup gegen die mächtige „MediaMost“ des Oligarchen Wladimir Gussinskij geführt. Er ist die „graue Eminenz“
des gelenkten Bildschirms, oder, wie das
nationale Rundfunkforschungszentrum
im Jahr 2002 neutral festhielt, die „einflussreichste Persönlichkeit des russischen Rundfunks“. Fünf Jahre lang war
Michail Lesin Presseminister, zuvor Generaldirektor der staatlichen Agentur
Ria, danach Berater Präsident Wladimir
Putins, zuletzt Dmitrij Medwedjews.
Dieser hat ihn nun entlassen. Lesin,
der Anfang der Neunziger die erfolgreiche Werbe-Firma „Video International“
schen Präsidenten Asif Ali Zadari. Die
Afghanen geben Pakistan und seinem Geheimdienst immer wieder die Schuld für
die Instabilität im Land. Bei Beobachtern besteht Einigkeit, dass die Aufstandsbewegung der Taliban nur von beiden Ländern gemeinsam unter Kontrolle
gebracht werden kann.
Karsai nutzte die große Aufmerksamkeit und reagierte mit einer Rede auf den
Druck, der in den vergangenen Wochen
gegen ihn aufgebaut worden war. Nachdem der Präsident monatelang auf keine
Forderung des Westens reagiert hatte,
sprach er nun alle Schlüsselprobleme an
und versprach Lösungen, die dem
Wunsch der Truppensteller entsprächen.
Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde registriert, dass Karsai erstmals ein
Datum nannte, zu dem afghanische Truppen die Verantwortung für die Sicherheit im Land übernehmen sollten. „In
den kommenden fünf Jahren“, so Karsai,
sollten afghanische Kräfte für Sicherheit
und Stabilität „im ganzen Land“ sorgen.
Der Zeitraum ist wichtig, weil die 42
truppenstellenden Nationen immer stärker auf einen konkreten Abzugstermin
dringen. Außerdem sollen private Sicherheitskräfte nur noch zwei Jahre lang ungehindert arbeiten können.
Karsai rief auch seine Widersacher, namentlich den Wahl-Konkurrenten Abdullah Abdullah auf, mit ihm zu arbeiten.
Als Stellvertreter Karsais wurde auch
Mohammed Fahim ins Amt eingeführt.
Fahim und seiner Miliz werden schwere
Kriegsverbrechen aus den Zeiten des Bürgerkriegs vorgeworfen. Als erste Geste
der Versöhnung kündigte Karsai die Einberufung einer Großen Ratsversammlung (Loja Dschirga) an, in der die Stämme und ethnischen Gruppen Afghanistans traditionell um Ausgleich und
Machtansprüche ringen. In diesem Gremium könnten auch Vertreter der Taliban gesichtswahrend um ihren Anteil ringen. Karsai bat Saudi-Arabien, auch wei-
Bildstörung im Kreml
Präsident Medwedjew entlässt Putins wichtigsten Medien-Lenker
gegründet hatte, habe gegen „die ethischen Regeln“ eines Staatsbeamten verstoßen, insinuiert eine Kreml-Quelle, er
habe Business und Amt nicht getrennt,
sondern sei „demonstrativ“ seinen Geschäftsinteressen nachgegangen, habe
zweifelhafte Geschäftsreisen unternommen und sei Monate nicht im Büro gewesen. Da sei dem Präsidenten der Kragen
geplatzt. Man habe Lesin – wie in MafiaKreisen üblich – „einen Rat gegeben, den
er nicht abschlagen konnte“. Russische
Medien sprechen von der „ersten wichtigen Personalentscheidung“ in Medwedjews Amtszeit. Ist das der erhoffte Befreiungsschlag? Für Medwedjew? Für das
Fernsehen? Nur: Warum Lesin?
Lesins plötzlicher Abgang fällt in eine
Zeit erhöhter politischer Spekulationsbereitschaft. Der Berater sei Putins
Mann gewesen, nun verjage Medwedjew
alte Maulwürfe, lautet die freundlichste
Lesart. Das Ganze habe mit Umstrukturierungen in der Medienbranche zu tun,
sagen andere. Zwei der letzten, zumindest gelegentlich kritischen Sender, der
winzige Kanal Ren-TV und der Petersburger Kanal „Pjatyj“, sollen umgebaut
werden und möglicherweise näher an
den englischsprachigen Staatssender
„Russia-Today“ rücken. Lesin könnte
diesen Umbau leiten, heißt es. Sein Abgang sei nur der Auftakt für eine Beförderung. „Video International“ schwört in
der Zeitung Wedomosti Stein und Bein,
dass Firmengründer Lesin sich längst
aus dem Geschäft verabschiedet habe. Er
plane Größeres, denke an Typographien,
Studios, Fernsehkanäle. Ist das der
Grund? Das Blatt bleibt skeptisch: „Selt-
ter mit den Taliban zu verhandeln. Zu geheimen Gesprächen in Drittländern
kommt es schon seit Monaten.
Karsai versprach schließlich neue Anstrengungen bei der Bekämpfung der
Korruption und bei der Zusammenstellung einer Regierungsmannschaft aus Experten. Justiz, Sozialwesen und Verwaltung sollten weiter reformiert werden.
„Korruption ist ein gefährlicher Staatsfeind“, so Karsai.
Die ausländischen Gäste nahmen mit
ihrer Anwesenheit der gefälschten Wahl
die Illegitimität und erkannten Karsai
an. Gleichwohl machte etwa US-Außenministerin Clinton deutlich, dass „Ergebnisse im Leben der Afghanen gesehen
und gefühlt“ werden müssten. Der deutsche Außenminister Westerwelle meinte,
dass den richtigen Worten nun auch die
richtigen Taten folgen müssten. Überschattet wurde der Tag von neuen Anschlägen im Land mit mindestens einem
Dutzend Toten. (Seiten 2 und 4)
SZ
sam, dass der Kreml erst jetzt bemerkt,
dass seine Beamten nebenbei Geschäfte
machen.“
Dem Politologen Andrej Rjabow vom
Moskauer Carnegie-Zentrum ist das alles noch viel zu rosig gedacht: „Natürlich
versucht Medwedjews Team, jede winzige Entscheidung zum gewichtigen
Schritt hochzujubeln, der den Präsidenten angeblich stärker und unabhängiger
macht“, sagt er. „In Wahrheit ist es eher
ein schlechtes Zeichen, wenn ein so erfahrener Manager wie Lesin die KremlMannschaft verlässt.“ Mit seinen Modernisierungsappellen und visionären Internet-Botschaften habe Medwedjew so gigantische Erwartungen geweckt, dass
„nicht einmal ein Medienkünstler wie Lesin die Kluft zwischen Versprechen und
Wirklichkeit überbrücken kann“, sagt
Rjabow. Aber Lesin könnte wiederkommen: Kurz vor dem Ende von Medwedjews Amtszeit 2012, um die Kampagne
für die Rückkehr von Wladimir Putin zu
betreuen.
Sonja Zekri
Röttgen fordert Modernisierung der Wirtschaft
Der neue Bundesumweltminister verlangt einen radikalen Umbau der Energieversorgung
Von Michael Bauchmüller
und Stefan Braun
Berlin – Nach der Kabinettsklausur auf
Schloss Meseberg hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eine weitreichende Modernisierung der deutschen
Wirtschaft verlangt. In den nächsten
zehn Jahren werde es „eine ziemlich
grundlegende Änderung in der Wirtschaftsweise geben“ müssen, sagte Röttgen im Interview mit der Süddeutschen
Zeitung, „insbesondere in der Energiewirtschaft“. Grund dafür seien die Ziele,
die sich die schwarz-gelbe Koalition
beim Klimaschutz gesetzt habe. Union
und FDP hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2020
um 40 Prozent zu senken. Dies gelte auch
dann, wenn sich die Staatengemeinschaft nicht auf schärfere Klimaziele ei-
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nigt, betonte er. Das erfordere Änderungen sowohl bei der Erzeugung als auch
beim Verbrauch von Energie, sagte der
CDU-Politiker. Das deutsche Ziel ist derzeit die höchste Zusage, die ein Industriestaat für den Klimaschutz gemacht hat.
Vor allem die Förderung erneuerbarer
Energien könnte nach Auffassung Röttgens helfen, das deutsche Klimaziel zu erreichen. „Wir werden so unabhängiger
und sicherer in der Energieversorgung“,
sagte er. Die zusätzlichen Kosten für die
Verbraucher hielten sich gemessen am
Nutzen der Öko-Energien im Rahmen.
Denkbar seien auch neue Standards für
die effiziente Nutzung von Energie in
Haushalten. „Wir haben uns lange zu
sehr auf das Energieangebot konzentriert und zu wenig auf den Verbrauch“,
sagte er. Das solle sich ändern. Zwar gebe es auch in der Wirtschaft vereinzelte
Widerstände gegen einen solchen Um-
bau. Weite Teile der Industrie sähen aber
mittlerweile mehr Chancen als Risiken
in einer Modernisierung der Wirtschaft.
„Die alte Struktur verteidigt sich, aber
die neue ist auf der Gewinnerstraße.“
Was ein solcher Strukturwandel etwa
für die Kernkraft bedeutet, ließ Röttgen
offen. Bis zum nächsten Oktober würden
Wirtschafts- und Umweltministerium gemeinsam ein Energiekonzept vorlegen.
Darin würden nicht einzelne Atommeiler betrachtet, sondern die deutsche Energielandschaft als Ganzes. Entscheidend
für längere Laufzeiten für Reaktoren sei
letztlich, „ob und wie sie sich in das Konzept einbetten“. Langfristig allerdings
bleibe als Ziel der komplette Umstieg auf
erneuerbare Energien. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP)
forderte am Donnerstag in Berlin eine
„technologieoffene und marktorientierte
Energiepolitik“ als Antwort auf den Kli-
mawandel. In Deutschland zählt die
Energiewirtschaft zu den Hauptquellen
von Treibhausgasen. Vor allem Kohlekraftwerke stoßen hohe Mengen CO2 aus.
Für die Verhandlungen über ein neues
globales Klimaabkommen, die in gut
zwei Wochen in Kopenhagen beginnen,
zeigte sich Röttgen optimistisch. „Wir haben aus den Verhandlungen keinen Hinweis, dass wir scheitern werden“, sagte
Röttgen. Daran ändere auch die Absicht
nichts, ein Abkommen in zwei Stufen erreichen zu wollen, wie es insbesondere
die USA fordern. Nichtsdestotrotz müssten schon in Kopenhagen „konkrete Zahlen und Ziele“ vereinbart werden. So
müssten sich die Industriestaaten verpflichten, ihre Emissionen um 30 Prozent zu mindern. Gleichzeitig warnte er
die USA, ihren Führungsanspruch zu gefährden. „Führen wollen und bremsen zugleich geht nicht.“ (Seite 5)
Schwierige Verhandlungen
bei Brüsseler Sondergipfel
Brüssel – Zwischen Erfolg und Scheitern
schwankend hat am Donnerstagabend
der Sondergipfel der EU begonnen.
Selbst zu Beginn des Treffens gab es immer noch keine Klarheit darüber, wer zukünftig das Amt des Präsidenten des Europäischen Rates ausübt und wer als Hoher Vertreter für die Außen- und Sicherheitspolitik das internationale Auftreten
Europas prägt. Die britische Regierung
unternahm am Donnerstag eine letzte Anstrengung, den ehemaligen Premierminister Tony Blair für das Amt des Präsidenten durchzusetzen. Doch dagegen sind
vor allem Deutschland und Frankreich,
die den belgischen Ministerpräsidenten
Herman Van Rompuy befürworten. Der
Gipfel war zwar nur auf drei Stunden angesetzt. Aber es wurde damit gerechnet,
dass er bis in die Morgenstunden hinein
dauern könnte. (Seite 7)
wtr
Entschädigung
für verspätete Flüge
Luxemburg – Passagiere, deren Flug um
mehr als drei Stunden verspätet ist, haben künftig denselben Anspruch auf Entschädigung wie Passagiere, deren Flüge
ganz ausfallen. Das hat der Europäische
Gerichtshof in Luxemburg entschieden.
Ihnen stehen zwischen 250 und 600 Euro
Entschädigung zu. (Wirtschaft)
SZ
Trotz Wachstums
mehr Arbeitslose
München – Die Weltwirtschaft wird im
nächsten Jahr wieder wachsen, und
Deutschland könnte dank der starken Exportorientierung in Europa davon am
meisten profitieren. Die Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung prognostiziert Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,5
Prozent. Dennoch werde die Arbeitslosigkeit hierzulande steigen. (Wirtschaft) SZ
Staatsanwälte ermitteln
gegen Wettbetrüger
Bochum – Im europäischen Profi-Fußball bahnt sich ein neuer Wettskandal
mit den Schwerpunkt Türkei und Südosteuropa an. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen hundert Beschuldigte wegen Verdachts der Wett-Manipulation. Die Ermittler gehen auch dem Verdacht nach, dass möglicherweise das
Freundschaftsspiel zwischen dem SSV
Ulm und Fenerbahce Istanbul im Sommer manipuliert worden ist. (Sport) ley
Dax j
Dow j
Euro j
Xetra 17 Uhr
5699 Punkte
N.Y. 17 Uhr
10 265 Punkte
17 Uhr
1,4863 US-$
– 1,54 %
– 1,55 %
– 0,0096
Das Wetter
München – Örtlich längere Zeit Nebel,
sonst bei wechselnder Bewölkung verbreitet Sonnenschein und trocken. Temperaturen zwischen neun und 16 Grad.
In der Nacht Regen und Abkühlung auf
elf bis zwei Grad. (Seite 31)
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