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1 Wenn jemand körperlicher oder psychischer Gewalt - RBB

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rbb PRAXIS sucht Ihre Krankengeschichte!
Sie haben gesundheitliche Beschwerden? Sie sind schon bei verschiedenen Ärzten gewesen und haben
immer noch keine klare Diagnose? Sie wären bereit, sich einer Live-Diagnose im Studio zu unterziehen? Sie
wohnen in Berlin oder Brandenburg? Wir können Ihnen vielleicht helfen.
Dann bitten wir Sie, uns kurz Ihre Krankengeschichte zu schildern und Kopien Ihrer Arztbefunde zu
schicken. Wenn möglich, legen Sie bitte ein Foto von sich bei.
Wir arbeiten mit einer Reihe von Ärzten zusammen, die zur Live-Diagnose zu uns ins Studio kommen.
Vielleicht finden wir Ärzte, die Ihnen helfen könnten.
Schreiben Sie uns eine E-Mail und schicken Sie Arztbefunde als Anhang an:
praxis@rbb-online.de
oder schicken Sie uns alles per Post an:
Redaktion rbb PRAXIS
Masurenallee 8-14, 14057 Berlin
rbb Praxis – Das Gesundheitsmagazin
09.10.2013, 20.15 – 21.00 Uhr
Die Themen:
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Traumaambulanz - schnelle Hilfe für verletzte Seelen
Für einen Winter ohne Grippe – die Impfsaison ist eröffnet
Live-Diagnose – Gefäßcheck und Therapie von Gefäßschäden
Probleme nach Grauer Star OP
Medikamentenfehlgebrauch im Freizeitsport
Thymian – wohltuend und heilsam
Traumaambulanz – schnelle Hilfe für verletzte Seelen
Wenn jemand körperlicher oder psychischer Gewalt ausgesetzt war, sind Symptome wie
Ängste, Unruhe oder Albträume Zeichen einer normalen Stressreaktion. Bei manchen
Opfern halten diese Symptome länger an und es kann zu Folgeerkrankungen wie
Depressionen und Panikattacken kommen. In der Psychiatrischen Universitätsklinik der
Charité im St. Hedwig-Krankenhaus finden Betroffene Hilfe. Die dortige
Traumaambulanz bietet zeitnah erste psychotherapeutische Unterstützung, während in
der Tagesklinik ein intensiveres Therapieangebot besteht. Eine Patientin, die sich dort
Hilfe gesucht hat, weil sie auf ihrer Arbeitsstelle überfallen wurde, hat der rbb Praxis
ihre Geschichte erzählt.
Ganz gleich, ob der Auslöser ein Unfall, ein Überfall, eine Gewalterfahrung, eine
Naturkatastrophe oder ein sexueller Missbrauch ist – wenn Menschen Ereignisse
erfahren, die außerhalb ihrer normalen Erlebniswelt liegen, kann das zu einem Trauma
mit starken körperlichen und psychischen Folgen führen. Häufig sind dann immer
wiederkehrende plötzliche Erinnerungen, Albträume, Bedrohungsgefühle und
Angstzustände. Die Ängste äußern sich in eigentlich völlig gefahrlosen Situationen.
Ausgelöst werden sie anfangs häufig durch Farben, Formen, Töne, Gerüche,
Körperempfindungen, die mit dem Trauma in Zusammenhang stehen.
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Patienten versuchen dabei häufig, dieses Wiedererleben des Traumas zu vermeiden,
indem sie die auslösenden Situationen meiden – das mündet oft in sozialer Isolation bis
hin zur Arbeitsunfähigkeit. Mit der Zeit stellt sich eine erhöhte Schreckhaftigkeit und
Ängstlichkeit ein, sowie eine zunehmende emotionale Abgestumpftheit und
Perspektivlosigkeit. Manchmal zeigen sich die Beschwerden des Traumas aber auch erst
Wochen, Monate oder manchmal sogar Jahre nach dem belastenden Ereignis.
Traumapatienten finden spezielle Hilfe beispielsweise in der Traumaambulanz der
Charité im Sankt Hedwig-Krankenhaus. Sie bietet ihren Patienten ein exklusives Angebot
an wissenschaftlich evaluierter psychotherapeutischer Behandlung und Beratung.
Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten bringen die Patienten dazu, die Angst
auslösenden Erinnerungen zu verarbeiten. So lernen sie, sich ein Leben ohne Ängste
wieder zurückzuerobern.
Oft wenden Psychotherapeuten die sogenannte Konfrontationstherapie an. Dabei
nähern sich die Patienten stückweise den angstbesetzten Situationen. War der Auslöser
also beispielsweise ein Überfall, begeben sich die Betroffenen wieder an den Ort des
Geschehens oder bewegen sich draußen im Dunkeln. Sie konfrontieren sich also im
geschützten Rahmen der Therapie erneut und behutsam mit dem Trauma – und arbeiten
noch einmal intensiv die Erinnerungen an das Erlebte durch. Zusätzlich stärken
Therapeuten ihre Patienten in der Körpertherapie in ihrem Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen. Und sie zeigen ihnen Methoden, um sich abzugrenzen oder selbstsicher
alltägliche Situationen zu bewältigen.
Experte im Studio:
PD Dr. Olaf Schulte-Herbrüggen
Leiter der Psychotraumatologie
Psychiatrische Universitätsklinik
St. Hedwig-Krankenhaus
Große Hamburger Straße 5 – 11
10115 Berlin
Tel. 030 / 23 11-0
E-Mail: seelische.gesundheit@alexius.de
st.hedwig@alexius.de
Notaufnahme, 24 Stunden geöffnet, Tel. (030 / 23 11 – 22 67)
Trauma-Ambulanz für Kinder und Jugendliche
Charité Campus Virchow
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel. 030 / 450 566 229
Mo- Mi 8-17 Uhr
Do & Fr 8-15 Uhr
Expertin im Beitrag:
Verena Suchowski
Dipl.-Psychologin
Arkonaplatz 5
2
10435 Berlin
Telefon: 030 / 81798643
E-Mail: info@praxis-suchowski.de
Verein Opferhilfe Land Brandenburg e.V.
http://www.opferhilfe-brandenburg.de/opferhilfe.htm
Der Verein bietet Unterstützung und Beratung für Opfer von Gewalttaten an
verschiedenen Standorten:
·
Jägerstraße 36
14467 Potsdam
(Leitung und Geschäftsstelle)
Tel.: 0331 / 280 27 25
potsdam@opferhilfe-brandenburg.de
Mo 12.00 - 16.00 Uhr
Mi 15.00 - 19.00 Uhr
·
Bilderbogenpassage
Karl-Marx-Str. 33/34
16816 Neuruppin
Tel. 03391 / 51 23 00
neuruppin@opferhilfe-brandenburg.de
Di 14.00 - 18.00 Uhr
Do 09.00 - 13.00 Uhr
·
Steinstr. 12
Zugang: Toreinfahrt Nr. 11
14776 Brandenburg
Tel. 03381 / 22 48 55
brandenburg@opferhilfe-brandenburg.de
Di 14.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 14.00 Uhr
·
Rosa-Luxemburg-Str. 24
15230 Frankfurt (Oder)
Tel 0335 / 665 92 67
frankfurt@opferhilfe-brandenburg.de
Di 14.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 14.00 Uhr
·
Ärztehaus Cottbus Nord
Gerhart-Hauptmann-Str.15
03044 Cottbus
Tel. 0355 / 729 60 52
cottbus@opferhilfe-brandenburg.de
Mo 12.00 - 16.00 Uhr
Do 14.00- 18.00 Uhr
3
·
Ernst-Thälmann-Str. 66
01968 Senftenberg
Tel. 03573 / 140334
senftenberg@opferhilfe-brandenburg.de
Di. 14.00 - 18.00 Uhr
Fr. 10.00- 14.00 Uhr
In Potsdam bietet der Verein zudem eine Traumaambulanz, in der neben der
Opferhilfeberatung auch eine schnellere und unbürokratischere Akuttherapie möglich
ist.
Alle Angebote sind kostenlos.
Für einen Winter ohne Grippe – die Impfsaison ist eröffnet
Seit ein paar Tagen ist es wieder soweit: Der aktuelle Impfstoff gegen die Grippe ist beim
Arzt verfügbar. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Chargen von mehr als 13,4
Millionen Dosen des Influenza-Impfstoffs freigegeben. Zwar bricht die alljährliche
Grippewelle in Deutschland meist erst nach dem Jahreswechsel aus. Jetzt aber ist die
beste Zeit, um sich gegen Influenza impfen zu lassen – und sich bestmöglich vor der
„echten“ Grippe zu schützen. Die rbb Praxis informiert.
Das vergangene Jahr haben Experten wie Betroffene sicher noch gut in Erinnerung:
Insgesamt 19 Wochen hielt die Grippewelle an. Geschätzt 7,7 Millionen Menschen
gingen wegen einer Infektion mit Influenzaviren zum Arzt, nur 2004/2005 war diese
Zahl höher. Jugendliche und Erwachsene waren ungewöhnlich stark betroffen: 3,4
Millionen Personen zwischen 15 und 59 Jahren mussten wegen der „echten“ Grippe
krankgeschrieben werden – so viele wie nie zuvor in den letzten zehn Jahren.
Was ist die „echte“ Grippe?
Jedes Jahr kommt es meist im Januar und Februar in Deutschland zu einer starken
Häufung an Influenza-Infektionen. Diese “echte Grippe“ ist keine harmlose Erkältung. Es
handelt sich um eine schwere Erkrankung, die durch plötzlich auftretendes hohes Fieber
über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine
Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und trockenen Reizhusten gekennzeichnet
ist. Grippeviren werden als Tröpfcheninfektion übertragen, gerade für ältere Menschen
können sie sehr gefährlich werden. Wenn beispielsweise Probleme im HerzKreislaufsystem vorliegen, ist eine Lungenentzündung nicht weit.
Was löst die Influenza aus?
Die „echte“ Grippe wird durch Influenzaviren verursacht, die Experten in zwei große
Gruppen einteilen: Influenza A und B Viren. Innerhalb der Gruppen werden verschiedene
Virenstämme anhand der Eiweiße auf ihrer Außenseite unterschieden. Jeder
Grippevirusstamm trägt eine bestimmte Kombination der Eiweiße und wird
entsprechend benannt. Internationale Organisation wie die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) gehen davon aus, dass das Virus A (H1N1) wie in den vorhergehenden Saisons
auch in der kommenden Zeit hierzulande auftauchen wird. Bekannt geworden ist es als
das „Schweinegrippe“-Virus. Beim Influenza-B-Virus rechnen die Experten hingegen mit
neuen Varianten. Der aktuelle Impfstoff bietet gegen alle diese Typen Schutz.
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Der beste Zeitraum für die Grippeimpfung ist Oktober und November. Dann ist genug
Zeit, bis der Körper bis zum Start der Grippewelle einen ausreichenden Impfschutz
aufgebaut hat. Keine Impfung kann einen hundertprozentigen Schutz bieten. Der
Impfstoff bereitet die Immunabwehr aber in etwa zehn bis 14 Tagen so auf eine
Infektion vor, dass sie einen schweren Verlauf vermeiden kann.
Wie heftig die Grippewelle in diesem Winter wird, kann niemand vorhersagen. Ebenso
unklar ist, ob sie Deutschland vielleicht auch schon eher als angenommen überrollt. Für
Risikogruppe gibt es dennoch genug Grund, sich rechtzeitig impfen zu lassen: Auch bei
moderaten Verläufen sterben jährlich tausende Menschen an den Folgen der Infektion.
Wer sollte sich impfen lassen?
Das Robert-Koch-Institut rät vor allem folgenden Gruppen zur Grippeschutzimpfung:
Ältere Menschen ab 60 Jahre, Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes, oder
Asthma, Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, oder HIVInfektion, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Schwangere ab dem zweiten
Schwangerschaftsdrittel, medizinisches Personal, Menschen in Einrichtungen mit viel
Publikumsverkehr (z.B. Busfahrer, Lehrer), Betreuer von Risikopatienten. Eine Impfung
wird darüber hinaus auch Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln
empfohlen. Dadurch soll verhindert werden, dass sich die Erreger der „Vogelgrippe“ mit
im Menschen zirkulierenden Viren mischen (siehe unten).
Wer die Impfsaison jetzt verpasst, kann den „Piks“ aber auch später nachholen.
Zusätzlich zur Impfung kann jeder das Risiko einer Infektion mit Influenzaviren
verringern, wenn er überfüllte Orte meidet und zu Menschen Abstand hält, die einen
akuten Atemwegsinfekt, oder Husten haben. Auch das regelmäßige gründliche
Händewaschen gehört zu einer wirksamen Infektionsprophylaxe.
Personen, die gegen Bestandteile des Impfstoffs, wie zum Beispiel Hühnereiweiß,
allergisch sind, sollten mit den üblichen Impfstoffen nicht geimpft werden. Denn diese
enthalten produktionsbedingt Spuren von Hühnereiweiß. Eiweiß-Allergiker werden
hingegen mit einem hühnereiweißfreien Impfstoff geschützt, der in Zellkulturen und
nicht in Bruteiern hergestellt wird. Für ältere Personen über 65 Jahre ist zudem ein
inaktivierter, adjuvantierter Impfstoff verfügbar.
Auch kranken Kindern und Jugendlichen mit chronischen Krankheiten der
Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten,
Diabetes, oder neurologischen Krankheiten, wie Multiple Sklerose, raten Experten zur
Impfung. Seit Jahren wird zudem in Fachkreisen diskutiert, ob es sinnvoll ist, auch
gesunde Kinder und Jugendlichen gegen Influenza zu impfen. Diese sogenannte
Herdenimmunität könnte dann gefährdete Gruppen wie zum Beispiel Ältere indirekt
schützen. Denn mit der Grippeimpfung wird bei kranken älteren Menschen oft nur ein
Schutz von 30 bis 50 Prozent erzielt. Werden also alle gesunden Kinder geimpft, senkt
man auch die Ansteckungsgefahr für andere.
In Großbritannien ist man von der Strategie der Herdenimmunität überzeugt: Hier
werden dieses Jahr die ersten gesunden Kinder geimpft. Spätestens ab 2015 soll allen
zwei bis 17-Jährigen jährlich die nasale Influenzaimpfung angeboten werden. In den
USA besteht schon länger eine generelle Impfempfehlung, und zwar bereits ab sechs
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Monaten. Gleiches gilt für Kanada. Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland
hält dagegen an den geltenden Empfehlungen zur saisonalen Grippeimpfung fest.
Danach sollen lediglich Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Erkrankung
geimpft werden. Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren sollen zudem vorzugsweise mit dem
neuen nasalen Impfstoff geimpft werden.
Dieser sogenannte Lebendimpfstoff steht neben den inaktivierten saisonalen
Impfstoffen seit neuestem zur Verfügung. Er eignet sich für Kinder ab zwei Jahren und
Jugendliche bis 18 Jahren. Die neue Substanz wird nicht wie üblich über eine Spritze
verabreicht, sondern als Nasenspray. Sie zeigt laut Studien zumindest bei jüngeren
Kindern eine bessere Schutzwirkung. Für das Nasenspray gibt es jedoch ein paar
Einschränkungen: Kinder mit einer Immunschwäche, schwerem Asthma, oder unter
einer Salicylat- Therapie sollten es nicht bekommen.
Wer bezahlt die Kosten der Impfung?
Für über 60-Jährige und weitere Risikogruppen, für die eine Impfempfehlung der STIKO
gilt, übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten in jedem Fall. Für privat
Krankenversicherte gelten ähnliche Kostenübernahmeregelungen. Etwa 100 gesetzliche
Krankenkassen zahlen auch für alle anderen Impfwilligen – ganz gleich, wie alt sie sind,
oder welche Vorerkrankungen sie haben. Wer selbst zahlen muss, muss mit Kosten
zwischen 20 und 30 Euro rechnen.
Wo wird geimpft?
Grundsätzlich kann jede Ärztin, oder jeder Arzt die Impfung durchführen. In der Regel
findet die Impfung in allgemeinmedizinischen, internistischen, kinder- und
frauenärztlichen Praxen statt. Auch einzelne Gesundheitsämter impfen gegen Grippe.
Ebenso bieten einige Arbeitgeber eine Impfung im Betrieb an.
Besteht auch Vogelgrippe-Gefahr?
Immer wieder verändern Influenzaviren ihr Erbgut so, dass sie sich weiter verbreiten
können. So kam es kürzlich in China zu der weltweit ersten Ansteckung mit dem
Vogelgrippevirus vom Typ H7N9 von Mensch zu Mensch. Zuvor kursierte das Virus nur
zwischen Tieren. Mit dem Erreger H7N9 haben sich nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit März dieses Jahres 135 Menschen angesteckt,
43 Infizierte starben. Beruhigend ist allerdings, dass der Virustransfer wohl weiterhin
sehr schwierig ist. Wenn es in Einzelfällen zu Übertragungen zwischen Menschen kommt,
dann vor allem durch den engen Kontakt mit Sekreten und Ausscheidungen Infizierter,
und nicht, weil das Virus plötzlich leichter übertragbare Varianten bildet. Seit Ende Mai
scheint das Virus weitgehend verschwunden. Nur noch vereinzelt werden in China
Neuinfektionen beobachtet. Hierzulande besteht derzeit keine Gefahr für eine Infektion
mit einem Vogelgrippevirus – und daher auch kein Bedarf für eine Impfung.
Paul-Ehrlich-Institut (PEI):
www.pei.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
www.bzga.de
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www.impfen-info.de
www.infektionsschutz.de
www.kindergesundheit-info.de
Robert-Koch-Institut:
www.rki.de
Impfbrief - Newsletter zu aktuellen Impfthemen :
www.impfbrief.de
Gefäßcheck und Therapie von Gefäßschäden
Live-Diagnose im Studio: Gefäß-Check
Wer schon einmal Probleme mit dem Herzen hatte, der weiß: Kranke Gefäße können das
eigene Leben bedrohen. Besonders tückisch ist, dass Betroffene nicht spüren können,
wie es den eigenen Gefäßen geht. Gewissheit bringt nur ein Gefäß-Check beim
Spezialisten.
Arteriosklerotische Gefäßschäden tragen Millionen Menschen in Deutschland mit sich
herum - nur ein Bruchteil weiß davon. Bei der Systemerkrankung Arteriosklerose
verkalken die Gefäße wichtiger Organe wie Gehirn, Herz und Niere. Die Arterienwände
verdicken, Blutzellen werden vermehrt angeschwemmt, Cholesterine lagern sich ab.
Irgendwann ist der Gefäßdurchmesser so stark eingeschränkt, dass das Blut schlechter
durch die Adern fließt.
Die Folge: Organe werden nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt.
Die Ablagerungen an den Gefäßwänden sind typische Erscheinungen unserer modernen
Zivilisation. Bis sich die Arteriosklerose mit Beschwerden bemerkbar macht, vergehen
jedoch häufig Jahre und Jahrzehnte. Je nach betroffenem Versorgungsgebiet treten
dann unterschiedliche Symptome auf: Es drohen die arterielle Verschlusskrankheit
(pAVK), das Bauchaortenaneurysma, also die sackartige Erweiterung der
Bauchschlagader, mit dem Risiko der plötzlichen lebensbedrohlichen Blutung sowie der
Herzinfarkt und der Schlaganfall.
Wer schon einmal beispielsweise einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hat, gehört
zur sogenannten Risikogruppe. Diesen Patienten empfehlen Ärzte, in regelmäßigen
Abständen einen Gefäß-Check beim Gefäßspezialisten durchführen zu lassen. Viele
niedergelassene Ärzte bieten die Vorsorgeuntersuchung an, in den meisten Fällen
übernehmen die Kassen die Kosten aber nicht. Auch Rauchern und Patienten mit hohen
Blutfetten oder einer familiären Häufung von Schlaganfall, Herzinfarkt, oder
Thrombosen wird zu einem Gefäß-Check geraten. Noch sinnvoller ist für alle diese
Patienten, die Risikofaktoren für weitere Gefäßschäden zu minimieren. Dazu gehört, sich
das Rauchen abzugewöhnen, sich gesund zu ernähren und einen gesunden Lebensstil
mit wenig Alkohol, ausreichend Schlaf und viel Bewegung zu pflegen.
Beim Gefäß-Check begutachtet der sogenannte Angiologe mit der FarbduplexSonographie zunächst die Halsschlagader, genannt Karotisarterie. Mit diesem speziellen
Gefäß-Ultraschall kann er die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen messen,
krankhafte Strömungsveränderungen entdecken und Gefäßverengungen sehen. Zudem
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misst er die Pulswellengeschwindigkeit. Denn mit zunehmender Verkalkung nimmt die
Elastizität der Gefäße ab. Aktuelle Studien zeigen zudem: Wenn Ärzte die Wanddicke der
Halsschlagadern sowie die der Beingefäße bestimmen, können sie auch eine
zuverlässige Aussage über das Herzinfarktrisiko treffen. Denn ähnliche Verkalkungen
liegen bei diesen Patienten meist auch im Bereich der Herzkranzgefäße vor.
An der großen Halsschlagader, die Karotis, entstehen Kalkablagerungen häufig an der
Verzweigung in die innere und äußere Halsschlagader. Ist die innere Halsschlagader
durch Ablagerungen verengt, fließt das Blut nur noch vermindert zum Gehirn. Zusätzlich
können Gerinnsel aus der verkalkten Gefäßwand in das Gehirn verschleppt werden und
ein Gehirngefäß verstopfen. Bei rund 30.000 Patienten in Deutschland folgt auf eine
solche Karotisstenose ein Schlaganfall.
Insgesamt macht die Karotisstenose 15 Prozent aller Schlaganfallursachen aus. Die
überwiegende Zahl an Schlaganfällen wird allerdings durch verengte Gefäße verursacht,
die im Gehirn liegen.
Wichtig ist, dass der Gefäß-Check in einer Facharztpraxis erfolgt. Denn
Ultraschallergebnisse zu interpretieren hängt maßgeblich auch von der Erfahrung und
der Interpretation des jeweiligen Arztes ab. Nicht selten kommt es auch zu
Fehleinschätzungen, man spricht vom „subjektiven Faktor“ beim Ultraschall. Vor einer
Operation sollte zudem eine weitere Kontrolluntersuchung stattfinden, die sogenannte
Angiographie. Sie gilt als ,,Goldstandard“ in der Diagnostik und gibt Auskunft zur
Beschaffenheit und Ausdehnung der Stenose. Mithilfe der Angiographie wird der
Stenosgrad bestimmt – davon hängt ab, ob eine Karotisstenose operiert wird oder nicht.
Ist der Durchmesser der Karotis um mehr als 70 Prozent eingeengt oder hat der Patient
bereits neurologische Symptome wie kurzzeitige Durchblutungsstörung des Gehirns
(TIA), sollte die Stenose der Halsschlagader behandelt werden. Ist das Gefäß jedoch
noch nicht so weit verengt oder der Patient noch beschwerdefrei, raten die Angiologen
eher von einem operativen Eingriff ab. Studien weisen zwar zweifelfrei nach, dass die
Beseitigung von hochgradigen Verengungen dem Schlaganfall am besten vorbeugt. Im
Vergleich erleiden operierte Patienten nur etwa halb so viele Schlaganfälle wie solche
ohne Operation. Sind die arteriosklerotischen Zeichen jedoch noch nicht extrem
ausgeprägt oder gibt es noch keine typischen neurologischen Frühwarnzeichen,
profitieren die Patienten nicht unbedingt. Denn auch der Eingriff selbst kann das Risiko
für einen Schlaganfall erhöhen.
Ist die Entscheidung für einen Operation gefallen, stehen dem Gefäßspezialisten zwei
Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. Beide Behandlungsoptionen haben das Ziel, bei
Patienten mit verengter Halsschlagader die Gefahr eines Schlaganfalls zu
minimieren. Die klassische Entfernung der Kalkablagerungen (Endarteriektomie) führen
Ärzte seit fast 60 Jahren durch. In Deutschland werden jährlich mehr als 25.000
Menschen mit einer verengten Halsschlagader operiert. Dabei wird über einen Schnitt
am Hals der betroffene Gefäßabschnitt freigelegt, anschließend klemmt der Operateur
den Blutstrom ab. Dann schält er die Ablagerungen aus, verschließt das Gefäß wieder
und öffnet den Blutstrom.
Bei dem sogenannten Stenting, dehnt der Operateur das verengte Gefäß mit einem
dünnen Ballonkatheter auf und legt dann eine Gefäßstütze aus feinstem Draht ein, ein
sogenannter Stent. Während die Endarteriektomie in Vollnarkose erfolgt, kann der Stent
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auch in örtlicher Betäubung verlegt werden. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist, dass
der Blutstrom nicht unterbrochen wird und kein Schnitt am Hals notwendig ist. Der
Nachteil: Bei dem Katheterverfahren können sich Plaques lösen und an anderer Stelle
einen Gefäßverschluss und damit einen Schlaganfall verursachen. Die Operateure legen
als Schutz davor kleine Filter oder Ballons ein, die das gelöste Material auffangen.
Zahlreiche Studien belegen, dass die Einlage eines Stents ebenso effektiv eine
Verengung der Halsschlagader beheben kann wie die konventionelle Operation. Die
Komplikationsraten des Stenting (Schlaganfallrate, Sterberate etc.) sind mit denen der
klassischen Karotisoperation vergleichbar. Muss der Arzt sich für die eine oder andere
Methode entscheiden, wird er Faktoren wie den Grad der Verengung, die Beschaffenheit
des Kalkmaterials und die Begleiterkrankungen des Patienten mit berücksichtigen.
Sowohl für den direkten Erfolg als auch für die Langzeitergebnisse ist das wichtig. Ältere
Patienten scheinen jedoch eher von einer konventionellen Operation zu profitieren.
Patienten mit verengten Halsschlagadern, die (noch) keinen Eingriff brauchen, erhalten
meist eine medikamentöse Therapie. Sie nehmen Arzneimittel, die das Blut verdünnen
oder die Blutfettwerte reduzieren. Unerlässlich ist zudem der Verzicht auf Zigaretten,
allzu üppige Mahlzeiten und die regelmäßige Kontrolle beim Internisten oder
Kardiologen.
Experte im Studio:
Dr. Clemens Fahrig
Internist und Gefäßspezialist
Ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses Hubertus
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin
Leiter des Gefäßzentrums Berlin-Brandenburg
Klinik für Innere Medizin
Spanische Allee 10-14
14129 Berlin
Sekretariat: Ines Fengler
Tel: 030 / 81008-223
Mail: innere@ekh-berlin.de
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstr. 58/59
10117 Berlin
Tel.: 030 / 28004390
E-Mail: sekretariat@gefaesschirurgie.de
Zertifiziertes Gefäßzentrum Berlin-Südwest
im HELIOS Klinikum Emil von Behring
Walterhöferstraße 11
14165 Berlin
Telefon: 030 / 81 02-0
Chefarzt Dr. Ingo Flessenkämper
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Gefäßchirurg
E-Mail (Sekretariat): elvira.ruehle-schulz@helios-kliniken.de
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Gefäßchirurgie
PD Dr. Hans Scholz
Chefarzt
Herzbergstr. 79
10365 Berlin
E-Mail: (Sekretariat) c.wiedl@keh-berlin.de
Tel.: 030 / 54 72 - 47 01
Fax: 030 / 54 72 - 29 96 12
Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Reinhardtstr. 27C
D-10117 Berlin
E-Mail:info@dsg-berlin.org
www.schlaganfall-hilfe.de
Trockene Augen, Schwindel, trüber Blick - Probleme nach Grauer Star- OP
Die Operation des Grauen Star zählt zu den häufigsten Operationen überhaupt:
Pro Jahr werden in Deutschland rund 600 000 solcher Eingriffe durchgeführt. Dabei
wird die getrübte Linse aus dem Auge entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt.
Diese Linsen können auch so gewählt werden, dass sie gleichzeitig die Sehschärfe
verbessern. Allerdings ist der Erfolg nicht garantiert und die Patienten sind dann
weiterhin auf eine Brille angewiesen. Da meist beide Augen betroffen sind, die in
zeitlichem Abstand operiert werden müssen, kann es in der Zeit zwischen den Eingriffen
vorübergehend zu Schwindel und anderen Störungen kommen. Bei ca. 30 – 50 Prozent
der Patienten entwickelt sich außerdem nach dem Austausch der Linsen ein
sogenannter „Nachstar“: ein hinter der Kunstlinse liegender Augen-Bereich trübt ein.
Dieser Nachstar kann mit einer Laserbehandlung beseitigt werden. rbb Praxis- Autor
Andreas Knaesche, der vor einem Jahr über seine erste Grauer Star OP berichtet hat,
zieht jetzt Bilanz, nachdem auch sein anderes Auge operiert wurde.
Alles liegt im Nebel, Umrisse verschwimmen, Licht blendet, Kontraste verblassen, die
Umwelt wirkt zunehmend grau, Farben verlieren ihre Leuchtkraft: Wenn die Augenlinse
eintrübt, verändert das die Sicht auf die Welt. Es scheint, als schaue man die ganze Zeit
durch eine beschlagene Fensterscheibe. Der Graue Star oder Katarakt, wie die
Linsentrübung fachsprachlich heißt, ist weit verbreitet.
Der Graue Star ist Folge des natürlichen Alterns. Einige Menschen haben schon mit 45
Jahren eine verschleierte Sicht, von den über 65-Jährigen blicken mehr als 90 Prozent
wie durch Milchglas. Selten lösen Entzündung der Netzhaut, Medikamente, Diabetes
oder Verletzungen den Grauen Star aus.
Die Linse sitzt im Auge direkt hinter der Regenbogenhaut. Der durchsichtige Körper
bündelt das durch die Pupille einfallende Licht, auf der Netzhaut entsteht ein scharfes
Bild – durch die hohe Elastizität der Linse sowohl in der Nähe und in der Ferne. Mit den
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Jahren verändert sich die Substanz der Augenlinse; sie wird dicker, trüber und starrer.
Abhilfe schafft nur eine Operation. Dabei wird die natürliche Linse gegen eine künstliche
Linse getauscht.
Immer häufiger wird die Katarakt-Operation mit dem Femtosekunden-Laser als
hochpräzises „Laserskalpell“ durchgeführt. Der Femto-Laser arbeitet mit ultrakurzen
Lichtimpulsen. Durch diese enorme Energiedichte entstehen im Gewebe Tausende kleine
Luftbläschen aus Wasser und Kohlendioxid. Sie trennen die Gewebeschicht sauber und
präzise an vorher genau berechneten Stellen, ohne dass Traumata oder thermische
Schädigung am Nachbargewebe entstehen. Mit dem Laser eröffnet der Experte die
Linsenkapsel und zertrümmert die trübe Linse. Anschließend saugt er die zertrümmerte
Eigenlinse ab und setzt eine künstliche Linse ein.
Lange Zeit setzten Augenchirurgen bei einer Katarakt-Operation standardmäßig
sogenannte Monofokallinsen ein. Da sie aber nicht so flexibel sind wie die natürlichen
Linsen, schärften sie die Sicht nur in der Ferne. Zum Lesen brauchte der Patient eine
zusätzliche Brille. Die Medizintechnik hat mittlerweile eine Reihe von modernen
Kunstlinsen mit mehreren Funktionen entwickelt: Die Multifokallinse soll beispielsweise
eine brillenfreie Sicht in der Nähe und der Ferne ermöglichen. Leider erfüllt sich diese
Hoffnung bei vielen Patienten nicht. Sie brauchen beispielsweise für die Fernsicht wie
beim Autofahren oder auch zum Lesen weiterhin eine (meist leichte) Brille. Und auch
Nebenwirkungen wie Blendeffekte, Lichthöfe, reduzierte Kontrastschärfe oder
Entzündungen kommen zwar selten vor. Experten können sie aber nie ganz
ausschließen.
Nicht selten müssen Patienten auch eine Zwischenlösung akzeptieren – wenn nämlich
das eine Auge bereits operiert ist, das andere aber noch nicht. Dann hilft eine
Kontaktlinse auf dem noch unbehandelten Auge. Ohne zusätzliche Sehhilfe muss das
Gehirn die unterschiedlichen Dioptrien ausgleichen. Ist der Unterschied zwischen beiden
Augen zu groß, werden unterschiedlich große Bilder auf die Netzhaut projiziert. Die
Folge sind Schwindel, Kopfschmerzen oder Probleme beim Laufen. Experten raten
daher, die beiden Augen möglichst kurz hintereinander operieren zu lassen.
Doch auch nach der Operation sind nicht alle Gefahren gebannt. Der Nachstar ist die
häufigste „Nebenwirkung“ der Grauen-Star-Operation. Er tritt bei mindestens jeder
dritten Katarakt-Operation auf, je nach Alter und Material. Je jünger der Patient ist,
desto eher muss er mit dieser Nebenwirkung rechnen.
Dabei handelt sich um erneute Eintrübungen an der noch im Auge belassenen
Hinterkapsel der herausoperierten Linse (Kapselfibrose). Da die Hinterkapsel der Linse
aus Stabilitätsgründen möglichst nicht mit herausgeholt wird, wächst dahinter oft eine
dünne Zelllage aus Linsenepithelzellen. Wachsen diese Zellen bis ins optische Zentrum
der Linse vor, verschlechtern sie die Sehschärfe trotz erfolgreicher Operation erneut.
Um die Diagnose zu stellen, führt der Augenarzt eine erneute fundierte Anamnese,
einen Sehtest sowie eine spezielle Untersuchung der Sehfähigkeit der Netzhaut durch.
Zudem beurteilt er die Linsenreste sowie den Augenhintergrund bei erweiterter Pupille
und bestimmt den Augendruck.
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Behandelt wird der Nachstar, wenn der Patient ihn als störend empfindet, oder die
Sehschärfe / Kontrastwahrnehmung deutlich reduziert ist. Experten beheben die
Sehminderung entweder mit der Laserung oder chirurgisch. Bei der herkömmlichen
Operation saugen sie die Zellen ab, die den Nachstar verursachen (sogenannte
Nachstarabsaugung).
Bei der Laserung wird die Pupille am jeweiligen Auge vor dem Lasern weitgestellt. Das
Auge wird betäubt und danach setzt der Augenarzt eine spezielle Lupe auf das Auge
auf, ein so genanntes Kontaktglas. Dann beschießt er die neu gebildeten Zellen an einem
Betrachtungsgerät mit Laseraufsatz (Neodym-YAG-Laser). So bildet sich ein Loch an der
Hinterkapsel, durch das der Patient wieder ungetrübt sehen kann. Der Vorgang muss
meist einige Male wiederholt werden. Die Behandlung dauert in aller Regel nicht länger
als einige Minuten.
Experte im Beitrag:
Ben Mehryar Mehrinfar
Augenarzt
Augenklinik am Wittenbergplatz
Kleiststraße 23-26
10787 Berlin Schöneberg
Telefon: 030 / 211 48 62
http://www.augenklinik-wittenbergplatz.de/
Medikamentenfehlgebrauch im Freizeitsport – Laufen um jeden Preis?
Um sich für Marathonläufe oder ähnliche Herausforderungen fit zu halten, greifen
immer mehr Hobbysportler zu Schmerzmitteln, oder anderen Medikamenten. Eine
aktuelle Studie belegt den falsch verstandenen Ehrgeiz der Freizeitathleten und warnt
vor möglichen Folgen.
2:03:23 Stunden auf 42,195 Kilometern: Mit diesem Ergebnis erzielte der Kenianer
Wilson Kipsang bei dem 40. BMW Berlin-Marathon am 29. September 2013 einen neuen
Weltrekord. Und noch einen zweiten Rekord konnten die Veranstalter nach dem
sonnigen Sonntag verkünden: Mit 36.601 Läufern erreichten noch nie zuvor so viele
Läufer das Ziel auf der weltweit schnellsten Marathonstrecke.
Bis auf etwa zweitausend Profisportler waren das vor allem Freizeitsportler. Also
Menschen, die tagsüber einer normalen Arbeit nachgehen und abends oder am
Wochenende zum Ausgleich Sport treiben und laufen gehen. Motivation für Freizeitsport
war jahrelang vor allem Fitness und Freude. In den letzten Jahren ist jedoch die Leistung
auch im Breitensport immer wichtiger geworden. Nicht nur der Spaß an der Bewegung
treibt die Menschen also auf die Straße, sondern sie wollen – ebenso wie Profiläufer –
(Höchst-) Leistungen „abrufen“.
Da jedoch die Teilnahme an Langstreckenläufen wie zum Beispiel einem Marathon, oder
einem Triathlon, nicht nur für Hochleistungsathleten sondern vor allem für
Freizeitsportler in eine wahre Schmerzodyssee ausarten kann, sorgen auch im
Laiensport immer mehr Menschen vor – und nehmen Medikamente. So gaben zum
Beispiel schon im Jahr 2009 mehr als 60 Prozent aller Teilnehmer des Bonner
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Marathons zu, bereits vor dem Start Schmerzmittel eingenommen zu haben. Aktuelle
anonyme Online-Befragungen von Freizeit-Marathonläufern zeigen ähnliche Ergebnisse:
Rund die Hälfte der Teilnehmer hat vor dem Wettkampf Schmerzmittel eingenommen.
Die „Train for Berlin“-Studie aus dem vergangenen Jahr bringt weitere konkrete Zahlen:
Von 7.500 befragten Teilnehmern des Berlin Marathon haben vor dem Lauf 214 ohne
ärztlichen Rat regelmäßig Schmerzmittel eingenommen – während des Laufes waren es
150. Jeder zwanzigste Starter lief demnach mit selbstverordneten Schmerzmitteln.
Die beim Berlin Marathon 2012 durchgeführte Studie sollte primär das
Trainingsverhalten der Läufer und das sportliche Gesamtverhalten analysieren. Als
Nebeneffekt konnten die Experten aber auch die Medikamenteneinnahme der
Freizeitsportler dokumentieren. Die Auswertung der Studie läuft noch. Einzig die Daten
für die Medikamenteneinnahme haben die Wissenschaftler exklusiv für die rbb Praxis
bereits vollständig ausgewertet.
Aus Fitness-Studios ist das Phänomen des Dopings bei Laien lange bekannt: Hier
nehmen Teilnehmer reihenweise Dopingsubstanzen, um in kurzerer Zeit mehr Muskeln
aufzubauen. In Internetforen, aber auch in Sportvereinen und Fitnessstudios geben die
Wissenden ihre Erfahrungen weiter. Heute hat sich der Arzneimittelgebrauch aber auch
auf Ausdauersportarten wie den Langstreckenlauf, Tennis oder Fußball ausgebreitet. Die
Sportler erhoffen sich damit, länger und intensiver trainieren zu können und so eher
persönliche Ziele zu erreichen. Die vorbeugende Einnahme soll zudem Schmerzen
verhindern oder ausschließen, dass sich Entzündungen verschlimmern. Was die Läufer
oft vergessen, oder nicht wissen: Mögliche Warnsignale des Körpers können durch die
Schmerzmittel kaschiert, also nicht mehr wahrgenommen werden. Lebensbedrohliche
Nebenwirkungen werden zudem nicht selten ignoriert und billigend in Kauf genommen.
Die meisten verwendeten Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich: Es handelt
sich um hochwirksame Arzneimittel mit Wirkungen und Nebenwirkungen. Besonders
beliebt sind verschreibungsfreie Medikamente wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure
(ASS), oder Ibuprofen. Paracetamol soll angeblich den Muskelaufbau unterstu tzen. Vor
allem aber belastet es die Leber und wird daher beispielsweise bei Sportverletzungen
prinzipiell nicht eingesetzt. ASS nehmen Patienten niedrig dosiert zur Blutverdu nnung
ein. Sportler erhoffen sich davon eine verbesserte Sauerstoffaufnahme. Treten
beispielsweise bei einer Sportverletzung unter ASS aber innere Blutungen auf, kann das
gefährlich werden.
Häufige Nebenwirkungen von Antirheumatika wie Ibuprofen, oder Acetylsalicylsäure
sind vor allem Magen-Darm- und Nierenprobleme: Übelkeit, Erbrechen sowie Blut im
Urin. Bestehen Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, kann es unter
Schmerzmitteln im schlimmsten Fall auch zu einem Herzinfarkt kommen.
Experten raten statt zu unüberlegtem Doping vor dem Sport eher zur Vernunft:
1. Wer schon vor dem Lauf unter starken Gelenkschmerzen leidet, sollte nicht
mitlaufen.
2. Schmerzmittel sollten, wenn überhaupt, erst nach dem Lauf eingenommen
werden und auch erst dann, wenn der Kreislauf zur Ruhe gekommen und der
Läufer ausreichend Flüssigkeit getrunken hat.
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3. Bei Schmerzen sind die Trainingsvorbereitungen unbedingt zu unterbrechen und
die Ursache abzuklären. Gegebenenfalls sollte man auf den Lauf verzichten.
4. Isotone Lösungen, die ein Gramm Kochsalz pro Liter enthalten, können Probleme
mit Herz, Kreislauf und Nieren vermeiden.
5. Wichtig ist eine gründliche Vorbereitung und ein guter sportmedizinischer Check.
Wer plant, an einem Marathon teilzunehmen, sollte sich darauf ein Jahr lang
vorbereiten und nicht einfach drauflos laufen. Regelmäßiges Training lässt die
Schmerzschwelle steigen.
Experte im Beitrag:
Prof. Dr. Lars Brechtel
Medizinischer Direktor des Berlin-Marathons
Abteilung Sportmedizin
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut Sportwissenschaft
Philipstraße 13, Haus 11
10115 Berlin
Sekretariat: Tel.: 030/ 2093 – 46055
http://www.spowi.hu-berlin.de/institut/sportdidaktik/mitarbeiter/kieslich
Thymian – wohltuend und heilsam
Thymian ist als Heilpflanze seit jeher bekannt. Und was lange nur als Erfahrungswissen
galt, ist inzwischen sogar pharmakologisch nachgewiesen: Seine ätherischen Öle
hemmen Entzündungen, entspannen verkrampfte Atemwege und beruhigen die
Schleimhäute. Bei leichten Erkältungen reicht Thymian allein. Wer jedoch auch Fieber
hat, sollte schulmedizinische Arznei dazunehmen.
Thymian kann als Kraut oder alternativ als Kapseln oder Pillen eingenommen werden.
Wichtig ist bei den verarbeiteten Produkten: Nur wenn sie eine möglichst hohe
Konzentration der Öle enthalten, kann die Wirkung gewährleistet werden. Vorzuziehen
sind zudem reine Thymian-Produkte, sie enthalten keine weiteren Zusätze oder fremde
Substanzen. Für alle Anwendungen beispielsweise bei Erkältungen eignet sich aber auch
unverarbeiteter frischer, oder getrockneter Thymian. Im Gegensatz zu vielen anderen
Kräutern verliert Thymian auch im getrockneten Zustand seine Wirkung nicht.
Thymian hat einen typischen Eigengeruch, aber nicht nur das. Das Kraut schmeckt auch
vorzüglich – beispielsweise in der italienischen Küche in Form eines frischen ThymianZweiges zwischen der Haut und dem Fleisch eines Hähnchenschenkels. Zusammen mit
gerösteten Haselnüssen kann Thymiankraut auch püriert werden. So entsteht ein
köstliches leicht bitteres Pesto, passend beispielsweise zu roter Beete als Vorspeise.
Thymian regt außerdem die Verdauung an, fettreiche Gerichte werden damit zudem
leichter bekömmlich.
Thymian gegen Erkältungen
Für einen Aufguss übergießt man einen gehäuften Esslöffel getrockneten Thymian mit
einem Viertel Liter Wasser und lässt den Sud zehn Minuten ziehen, bevor man ihn
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abseiht. Trinkt man davon drei bis vier Gläser pro Tag, hilft das gegen eine verstopfte
Nase und ein gereiztes Bronchialsystem.
Thymian-Erkältungsbad
100 Gramm Thymian mit einem Liter Wasser aufkochen. Den Aufguss 15 bis 20
Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb ins Badewasser geben. Atmet man den Dampf
tief ein, entspannen sich die verkrampften Atemwege und Kopfschmerzen werden
gelindert.
Experte im Beitrag:
Prof. Dr. Oliver Kaschke
Sankt Gertrauden-Krankenhaus
Abteilung Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Paretzer Str. 12, 10713 Berlin
Tel.: 030 / 8272 2331 (Sekretariat)
http://www.sankt-gertrauden.de/abteilungen-und-medizinische-bereiche/hals-nasenohrenheilkunde
Carola Doering
Bellwinkel - feine Kost und Zubehör
Güntzelstr. 46
10717 Berlin
www.bellwinkel-feinkost.de
RBB
„rbb Praxis“
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09.10.2013
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Seele and Geist
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