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1 Der Urheber und Ursprung aller Dinge WER IST GOTT? Wie soll

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Der Urheber
und Ursprung aller Dinge
WER IST GOTT? Wie soll man Ihn nennen?
Untersuchen wir nun im Folgenden, wer dieses
einzigartige Wesen ist, das am Ursprung aller
Dinge steht. Wir werden in der Heiligen Schrift
Bilder suchen, die so aussagekräftig wie nur
möglich sind, um dieses Thema zu
veranschaulichen.
Freilich: woher Gott kommt und wie er
beschaffen ist, das können wir nicht sagen.
Auch die Bibel gibt uns darüber keine Auskunft.
Doch fühlen wir uns darum nicht beunruhigt.
Es gibt Grenzen für unser Forschungsbedürfnis,
die wir einfach nicht zu überschreiten
vermögen. Je eher wir das einsehen, umso
besser für uns. Wir glauben, dass Gott von
jeher existiert, daß er weder Anfang noch Ende
hat, und es genügt uns, ihn in seinen Werken
zu erkennen, in den geistigen wie in den
materiellen. Im übrigen macht die Bibel
deutlich, daß es Gott nicht so gibt, wie es die
Menschen und die Dinge gibt. Ihr
Grundzeugnis lautet: „Gott ist“. Und sie
bezeugt weiter: „Es gibt keinen Gott außer
ihm.“ -Jes. 45:21,22
„Wer Gott naht, muss glauben, daß er ist, und
denen, die ihn suchen, ein Belohner ist.“ (Heb.
11:6) Es gibt nur einen Gott, und dieses Sein
bezeugt die heilige Schrift, indem sie von der
Hinwendung Gottes zu uns Menschen spricht,
von seinem Handeln und Reden, das er
Menschen zukommen lässt. Einen Beweis für
Gottes Sein braucht sie nicht. Gott will nicht
unsere Logik befriedigen, sondern setzt durch
Offenbarung in Wort und Tat ein Verhältnis zu
uns Menschen. Damit stiftet er eine Beziehung,
und auf diese kommt es an.
Noch ein weiteres ist zu beachten. wenn von
Gott als Person gesprochen wird, von seinem
Willen, seinem Reden, seinem Handeln, seiner
Macht, so ist nicht zu vermeiden, daß
menschliche Vorstellungen assoziiert werden.
Man denkt sich Gott in Menschengestalt, etwa
wie ihn Michaelangelo auf den
Deckengemälden der Sixtinischen Kapelle im
Vatikan dargestellt hat. Doch muß betont
werden, daß keine solche Vorstellung der
1
Wirklichkeit Gottes entspricht. Jede gestaltmäßige Darstellung Gottes macht seine
Allmacht unmöglich und widerspricht auch der
Aussage Jesu: „Gott ist Geist.“ (Joh. 4:24) Wir
dürfen von ihm nur deshalb in
antropomorpher Weise reden, weil die Bibel es
tut und uns dadurch Gott nach seinem Willen
vertraut werden lassen will.
Der Schöpfer
Die Frage, wo wir uns Gott denken dürfen, wird
in der Bibel auf mehrfache Art beantwortet,
wobei jedoch auch hier das Geheimnis
bewahrt bleibt. Sie macht als erstes deutlich,
daß Gott da war, bevor er die Welt erschuf.
„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die
Erde.“ (1. Mos.1:1) Gott war da, bevor er die
Schöpfung nach seinem Plan vollbrachte - als
der Allmächtige, der allein etwas aus dem
Nichts zu erschaffen vermag. (Ps. 90:2)
Durch die Worte „Im Anfang“, läßt die Heilige
Schrift die Frage offen, wann dies geschah. Ihre
Erklärung ist daher unanfechtbar, ganz gleich,
welches Alter Wissenschaftler für das
Universum annehmen mögen. Die Erschaffung
der materiellen Himmel und der Erde mag
Milliarden Jahre zurück- liegen, doch die
Tatsache bleibt bestehen, daß das Sichtbare
einen Anfang hatte.
Trägt man alles zusammen, was uns die Bibel in
dieser Beziehung sagt, so ergibt sich folgende
Sicht: Außer der sichtbaren Welt (Makro- u.
Mikrokosmos), daß einen Anfang hatte, gibt es
eine unsichtbare Welt, das mit Gott ewiglich
existiert, zu dem wir Menschen keinen Zugang
haben, von der wir aber wissen dürfen und an
die wir uns im Glauben halten sollen. Der
Apostel Paulus schreibt in 2. Kor. 4:18: „Indem
wir nicht das anschauen, was man sieht,
sondern das, was man nicht sieht; denn das,
was man sieht, ist zeitlich, das aber, was man
nicht sieht, ewig.“
Gottes Wohnstätte - der unsichtbare Himmel
Der Stoff aus dem das Unsichtbare besteht ist
uns Menschen unvorstellbar. Dies Unsichtbare
ist die dem Menschen nicht sichtbare
2
Wirklichkeit, in der Gott lebt; sie ist - wie Gott ungeschaffen und ewig. Daß wir auf etwas
Unsichtbares sehen sollen, ist biblisches
Paradoxon. Es läßt uns erkennen, daß
menschliche Sprache Gottes Geheimnisse nicht
immer veranschaulichen kann. Doch hilft uns
hier wiederum die Bibel mit ihrer
Bildersymbolik weiter, um in etwa eine
Vorstellung zu bekommen. Sie spricht von
einem „unzugänglichen Licht“ das ER
„bewohnt, den keiner der Menschen gesehen
hat noch sehen kann.“ -1. Tim. 6:16; 2. Mos.
33:20
Die heilige Schrift zeigt uns deutlich, daß sich
im Unsichtbaren das Reich des Lichts, der
Himmel, befindet, in dem mit Gott auch Jesus
Christus, der Auferstandene, und die
Myriarden von Engeln als die guten Geister
sind. Im Unsichtbaren ist auch das Reich der
Finsternis mit Satan dem Teufel und den
Dämonen als den bösen Geistwesen. -Ps.
115:3; Luk. 24:51; Matth. 18:10; Hiob 1:6
Meist wird die sogenannte Sockwerksvorstellung - Himmel, Erde und Hölle
übereinander liegend - als Weltbild der Bibel
bezeichnet. Das ist aber nicht richtig. Der
Allmächtige, der die Welt geschaffen hat, weiß,
wie die Welt aussieht, und gibt uns in seiner
Offenbarung keine Sicht, die von der
Wissenschaft widerlegt werden konnte. Sein
Wort ist wahr. Es ist weder ein Übereinander
noch ein Umeinander, wie Menschen sich das
oft in Weltbildern vorgestellt haben. Die
Weltsicht der biblischen Offenbarung für das
Ganze der Wirklichkeit, auf die wir Menschen
bezogen sind, ist vielmehr ein I n e i n a n d e r
der beiden Wirklichkeiten. Die unsichtbare
Welt durchdringt die sichtbare überall. (1. Kön.
8:27; Ps 139:7,8) Auch die Berichte von der
Erscheinung der Engel (1. Mo. 18:2; Jos. 5:13)
und des Auferstandenen (Joh. 20:19,26)
vermitteln den Eindruck, daß der Himmel
Gottes unmittelbar in unsere Wirklichkeit
hineinreicht. Das ist anschaulich nicht mehr zu
vollziehen. Beide Wirklichkeiten lassen sich
unterscheiden, aber n i c h t scheiden. Sie
liegen ungetrennt und unvermischt ineinander.
Ungetrennt bedeutet: völlig miteinander
verwoben: Unvermischt besagt: völlig
3
voneinander geschieden. Nur so ist das
wirkliche Weltbild der Bibel zu beschreiben.
Man erhält diese Sicht bereits zu Beginn der
Bibel als etwas Selbstverständliches, wenn man
bedenkt, daß Gott in das immer vorhandene
(ewige) Unsichtbare hinein durch die
Schöpfung das Sichtbare, das Weltall, setzt.
Denn das Geschaffene hat zweifellos nicht die
Fähigkeit, das ewige Unsichtbare zu
verdrängen. Es wird vielmehr vom
Unsichtbaren, das unendlich weit über das
endlich ausgedehnte Sichtbare hinausreicht,
durchdrungen. Das ist die Sicht, die in
verborgener Weise der Offenbarung Gottes
innewohnt und die die Bibel immer wieder
bezeugt.
Von dieser, seiner alles überragenden Stellung
aus schaut Gott gewissermaßen auf den
pyhisischen Himmel und auf die Erde herab.
„Von der Stätte seiner Wohnung schaut er auf
alle Bewohner der Erde“ (Ps. 33:14; 103:19-21;
Jes. 63:15), erklären uns die Psalmen und, „er
sieht a l l e Menschenkinder.“ -Ps.33:13
Sein Name
Dem regelmäßigen Leser der Heiligen Schrift
fällt sicher irgendeinmal auf, daß in biblischer
Zeit der Namengebung weit mehr Bedeutung
zukam, als dies heute der Fall ist. Die meisten
von uns tragen einen Namen, der ganz zufällig
ihren Eltern am besten gefallen hat, ohne daß
sie sich um dessen Bedeutung gekümmert
hätten. Weit bedeutungsvoller aber war in
früheren Zeiten der I n h a l t des Namens, in
dem die Eltern ihre Gemütsbewegung
ausdrückten oder Erwartungen und
Hoffnungen, die sie in das Kind setzten, zum
Ausdruck brachten. Ein Beispiel sei kurz
herausgegriffen.
Eva gab ihrem dritten Sohn den Namen „Seth“,
was „Ersatz“ bedeutet. „Denn Gott hat mir
einen anderen Samen gesetzt anstelle Abels,
weil Kain ihn erschlagen hat.“ - 1. Mos. 4:25
Häufig begegnen wir auch Namen, die in einer
Beziehung zu Gott (hebr.: el, eloah, elohim)
stehen, wie etwa „Elisa“, was bedeutet: „Mein
4
Gott ist Heil“; oder „Samuel“ das heißt „Von
Gott erhört“. Aus diesen Beispielen, die ja
beliebig vermehrt werden könnten, ersehen
wir übrigens deutlich die Eigenart der
hebräischen Sprache, die wohl in einem Maße
wie keine andere Möglichkeiten zu
Wortzusammensetzungen bietet, die etwas
ausdrücken, wofür wir in unserer Sprache
ganze Sätze benötigen.
Ohne Zweifel kommt jenen Namen besondere
Bedeutung zu, die Gott einem Menschen
zugedacht hatte - sei es durch Bestimmung bei
oder vor der Geburt, wie z. B. bei „Ismael“ (1.
Mos. 16:11), was verdeutscht heißt: „Gott
hört“. Eine prophetische Bedeutung wohnt
neben der Namensgebung auch der durch Gott
angebotenen Namensänderung inne. „Abram“
wurde zu „Abraham“; „Sarai“ zu „Sara“;
„Jakob“ zu „Israel“. Abraham z. B. bedeutet:
„Zum Vater einer Menge sollst du werden.“
Der Name Israel (Gotteskämpfer) wird für
Jakob, den „Fersenhalter“, sogar zu einer ganz
offensichtlichen Anerkennung von seiten
Gottes.
Es scheint hier wichtig zu sein, darauf
hinzuweisen, daß hier der Name und dessen
Träger zu einer unlösbaren Verbindung
verschmelzen. Der Name einer Person wird zu
einem B e g r i f f d e s W e s e n s oder
Charakters mit allen seinen Größen und
Schwächen, mit allen seinen positiven und
negativen Eigenschaften.
So müssen wir wohl dem Umstand, daß Gott,
der Schöpfer des Universums, sich selbst einen
Namen zugelegt hat, größte Bedeutung
beimessen.
Als Gott sich Mose zu erkennen gab, wie stellte
er sich vor? Wir lesen in 2. Mos. 3:13- 15: „Und
Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den
Kindern Israel komme und zu ihnen spreche:
der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt,
und sie zu mir sagen werden: Wie ist sein
Name? Was soll ich ihnen sagen?“
„Da sprach Gott zu Mose: So sollst du zu den
Kindern Israel sagen: Ich werde dasein, als der
ich dasein werde. Und er sprach: Also sollst du
5
zu den Kindern Israel sagen. Ich werde da sein
hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach
weiter zu Mose: So sollst du zu den Kindern
Israels sagen: Jhwh, der Gott eurer Väter, der
Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott
Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein
Name in Ewigkeit und das ist mein Gedenken
von Geschlecht zu Geschlecht.“
Es ist bekannt, daß die hebräische Schrift keine
Vokale (Selbstlaute a, e, i, o u) hat.
Geschrieben werden nur die Konsonanten,
indessen der Leser die Vokale einfügt. Die
Sprache selbst steht in keiner Beziehung zu den
europäischen Sprachen. Ursprünglich den
Lauten der Natur nachempfunden, ist sie
zudem eine Sprache der Intuition, des
Einfühlungsvermögens, der tiefen Sinngebung
und des guten Gehörs. Keine Sprache des
starren Buchstabens also, wenn man dies recht
verstehen will.
In 2. Mos. 3:15 begegnen wir nun den vier
stummen Buchstaben Jhwh , in denen sich der
Name Gottes verbirgt, mit dem ER sich Mose
und Israel offenbarte und sich schließlich der
ganzen Welt offenbaren wird. (Jer. 16:21, Hes.
39:7, Sach. 14:9) Diese vier Buchstaben geben
aus der Hand Gottes Seinen Namen - Jhwh dem Volk Israel und allen Völkerschaften
bekannt. Sie werden das Tetragramm (od.
Tetragrammaton) genannt und sind seit mehr
als 3500 Jahre bis zum heutigen Tage im
hebräischen Teil der Bibel unverändert
geblieben.
Aussprache des Namens Gottes
Im Gegensatz zu der unantastbaren
Schreibweise des Tetragramms, ist die
Aussprache desselben nicht mehr eindeutig zu
bestimmen. In dem folgenden Abschnitt wird
auf die Ursache dieses Mangels eingegangen.
Auch die im 6.-7. Jahrhundert n. Chr. den
Konsonanten der hebräischen Bibel mittels
Zeichen, über, zwischen oder unter den
Konsonanten beigefügten Vokale konnten
diesen Mangel nicht beseitigen. Doch sei
dankbar festgestellt, daß durch diese weise Art
der Zufügung von Vokalen die Grundform des
Tetragramms JHWH unangetastet blieb.
6
Die uneinheitliche Aussprache von JHWH
spiegelt auch die Ausgabe der hebräischen
Bibel von R. Kittel (Biblia Hebräica) wieder.
Beim mehrfachen Durchblättern fanden sich in
der Biblia Hebräica für den Namen Gottes
folgende Lesearten: Vorwiegend „JeHWaH“,
recht oft in Verbindung mit Adonai (hebr.:
Herr), die Lesart „JeHoWiH“, aber auch öfter,
besonders in den Psalmen, die Lesart:
„JeHoWaH“. Nach Auffassung der meisten
Gelehrten soll der Name Gottes mit „JaHWeH“
ausgesprochen werden. Man hat sich heute im
allgemeinen zur Wahl auf zwei Lesarten
beschränkt. „Jehovah“ und „Jahwe“. Wir
möchten hier die Lesart „Jehovah“ aus
bestimmten Gründen auf die wir später noch
genauer eingehen werden, den Vorzug geben.
Im Übrigen überlassen wir es dem Leser
welche Leseart er bevorzugen will.
Manch einer könnte jetzt geneigt sein zu
glauben: „Wenn die Aussprache des
Gottesnamens nicht sicher ist, dann will ich ihn
doch lieber „Gott“ nennen.“ Doch nirgends in
der heiligen Schrift liest man eine Aussage des
allmächtigen Gottes, daß Sein Name „Gott“ sei.
Begriffe wie „Gott“, „Herr“, „Schöpfer“,
„Allmächtiger“ usw. sind nichts weiter als
verschiedene Titel die IHN begreiflich machen.
Doch „Jhwh“ ist der Eigenname des großen
Gottes, den ER sich für alle Ewigkeiten selbst
gegeben hat. Im Vergleich zu den Titeln Gottes
erscheint der heilige Name Jhwh bei weitem
am meisten in der Bibel, und zwar etwa 6900
mal im Alten Testament einschließlich der
Kurzform Jah, die etwa 50 mal zu finden ist; z.
B. in Ps. 89:8 „Jhwh, Gott der Heerscharen, wer
ist mächtig wie du, o Jah?“. Wenn der göttliche
Name so oft in der Heiligen Schrift vorkommt
und erwähnt wird, sollten wir ihn dann nicht
auch kennen und ihn in ehrfurchtsvoller Weise
gebrauchen dürfen?
Hätte der allweise Gott es nicht verhindern
können, daß sich Gelehrte seit Jahrhunderten
mit der Frage der Aussprache des Namens
Gottes beschäftigten? Gewiß hätte Gott es tun
können! Im Folgenden aber wird deutlich, wie
auch Menschen am Werk waren, ja wie selbst
religiöse Gefühle ob der Heiligkeit des
7
hochheiligen Namens Gottes Jhwh mit in die
Waagschale geworfen wurden.
In biblischer Zeit war den Knechten Gottes und
dem Volk Israel die Aussprache des Namens
Gottes von Anbeginn wohl bekannt. Sie
vernahmen ja den Namen selbst aus dem
Munde Gottes (1. Mos. 15:7; 28:13). Auch
Mose hörte, wie Gott Seinen Namen
aussprach. Mehr als tausendmal sprach Gott
vor den Ohren der Propheten: „So spricht
Jhwh“, damit sie sich mit diesem Ausspuch an
das Volk wandten, um demselben dann den
Willen Gottes kund zu tun. Damit war die
Aussprache in den Jahrhunderten nicht nur
mündlich überliefert, sondern stets wieder aus
dem Munde Gottes bestätigt, so daß die
Aussprache des Namens Gottes - Jhwh - ein
fest verankertes Gut des Volkes Israel wurde.
An dieser dem ganzen Volk so vertrauten
Aussprache des Namens Gottes Jhwh änderte
sich nichts, bis nach der Teilung des Reiches
das Volk Juda in die babylonische
Gefangenschaft kam. Von dem Heimweh des
Volkes dortselbst, von seiner Unterdrückung
und der Aufforderung der Unterdrücker, ihnen
ein Lied von Zion zu singen, aber auch von der
standhaften Weigerung, dort ein Lied Jhwh´s
zu singen, berichtet eindrucksvoll Psalm 137.
Wie sollten fremde unbeschnittene Hörer auch
den heiligen Namen Gottes aus dem Munde
des Volkes Gottes hören dürfen? So kam es
nach Meinung von Geschichtsforschern dazu,
daß Priester und Volk den Namen Jhwh weder
beim Lesen der Schriftrollen noch beim Anruf
Gottes mehr aussprachen. Desweiteren kam
noch, daß in überängstlicher Befolgung des
dritten Gebotes (2. Mos. 20:7) die
Konsonanten zwar geschrieben wurden, aber
der Name nicht mehr ausgesprochen werden
durfte. Sie ersetzten nun die Aussprache von
„Jhwh“ durch „Adonai“ (hebr.: Herr). Dieser
Brauch wurde dann durch die Schriftgelehrten
zum Gesetz erhoben, das bis zum heutigen Tag
bei den Juden ihre Gültigkeit hat. Bis zur Zeit
der Zerstörung des Tempels in Jerusalem
sprach allein noch der Hohepriester dort
einmal im Jahr den heiligen Namen Gottes aus.
Dann aber hörte auch dieses auf. So war es
unvermeidlich, daß die Aussprache des
8
Namens im Wandel der Zeit verblasste und
unsicher wurde.
Seine Bedeutung
Wenn nun schon im allgemeinen die
hebräischen Namen in der Bibel so
bedeutungsreich sind, wieviel mehr wird dann
erst die Bedeutung des Namens Jhwh
aufleuchten, den der allmächtige Schöpfer sich
selbst gab.
In der Aussprache - Jehovah - selbst sind nun
drei Zeitformen des hebräischen Verbes „sein“
zu finden:
JE = erste Silbe von Jehi = ER WIRD SEIN
HOV = erste Silbe von hoveh = ER IST
AH = letzte Silbe von hajah = ER WAR
So läßt sich die Bedeutung des Namens Gottes
schon erahnen. Die hebräische Übersetzung
des Wortes Jhwh ist: „DER EWIG DA SEIENDE“.
Diese Wiedergabe gibt dem in 2. Mos. 3:14,15,
geoffenbarten Namen Gottes die Tiefe des
Inhaltlichen, die Ahnung des lebendigen, des
stets da seienden, doch in keine menschliche
Begriffsform einzäunbaren Gottes.
Gottes Aussprüche bleiben nie an der
Oberfläche, vielmehr führen sie in die Tiefen
seines für Menschen nicht erfaßbaren Wesens.
Wie könnte bei all den Versuchen, in die Tiefe
der Bedeutung des Namens Jhwh
einzudringen, es anders geschehen, als nur in
Beugung und im Bewußtsein menschlicher
Unzulänglichkeit. In Jes. 55:9 sagt es Jhwh auch
für unsere Ohren: „Denn wie der Himmel
höher ist als die Erde, so sind meine Wege
höher als eure Wege und meine Gedanken als
eure Gedanken.“
Es sei hier darauf noch hingewiesen, daß in der
Lesart - Jahwe - ebenfalls Teile der Zeitformen
des hebräischen Verbes „sein“ zu finden sind,
und zwar: ER WAR und ER IST. Es fehlt aber die
Zeitform der Zukunft, wie sie in „Jehovah“ und
in Jes. 41:4, 44:6, 48:12 zu finden ist.
Aber wie schon weiter oben angeführt,
überlassen wir es dem Leser wie er das
Tetragramm aussprechen möchte.
9
„Du sollst dir kein Bildnis machen“
Es liegt im Wesen des unsichtbaren Gottes,
daß der Mensch Ihm nur auf gedanklichen
Wege nahen kann. Und hier liegt die Ursache
dafür, daß der unsichtbare Gott dem
natürlichen Wesen des Menschen von jeher
ferner gestanden hat als die sichtbaren
„Götter“, die Mächtigen dieser Erde, alle Arten
von Machtrepräsentanten (Könige, Fürsten,
Diktatoren, Staat usw.). Hier liegt auch die
Ursache, warum der Mensch sichtbare Bilder
als Gegenstände der Anbetung forderte:
Götzen aus Holz, Stein und Metall in Tier und
Menschengestalt, denen er die übermenschlichen Kräfte zuschrieb, die ihm im
Leben als meist feindliche zuweilen freundliche
Einflüsse und Schicksalswendungen
begegneten.
Hinter allem Götzendienst aber stehen dürftige
Gottesvorstellungen, denen keine Wahrheit
innewohnt. Über die Vorstellung eines
mächtigen Menschen kommt man kaum
hinaus. Gott wird ins Menschliche
herabgezogen, wenn es weit geht. Nun ist Gott
aber keine Erfindung des Menschengeistes Gott ist eine Erfahrung. Die Kenntnis des
wahren Gottes Jhwh, des Schöpfers Himmels
und der Erde, ist lange v o r den Zeiten der
Nation Israel vorhanden gewesen. Diese
Kenntnis ist so alt wie die Menschheit selbst.
Durch das Gesetz der zehn Gebote und das
damit verbundene feierliche Bündnis mit Gott,
schob einer Entartung der wahren
Gotteserkenntnis den Riegel vor. Denn das
erste Gebot lautete: „Du sollst keine anderen
Götter haben neben mir“ und ein anderes: „Du
sollst dir kein geschnitztes Bild machen,
irgendein Gleichnis dessen, was oben im
Himmel und was unten auf der Erde und was in
den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich
nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht
dienen; denn ich, Jhwh, dein Gott, bin ein
eifender Gott, der die Ungerechtigkeit der
Väter heimsucht an den Kindern, ja am dritten
und vierten Gliede derer, die mich hassen; und
der Güte erweist auf Tausende hin an denen,
die mich lieben und meine Gebote
beobachten.“ -5. Mos. 5:7-10
10
Wenn auch diese Barriere des Gesetzes oft
durch-brochen worden ist, so hat Gott doch
immer Getreue gehabt, die sich dem völligen
Abgleiten in Götzendienst tapfer widersetzt
und den Untergang der Wahrheit auf Erden mit
Gottes Hilfe aufgehalten haben.
Geistige Symbole des unsichtbaren Gottes
haben aber die Israeliten schon immer gehabt,
und solche waren ja auch gar nicht verboten.
Das Gefährliche liegt in dem
vermaterialisierten Gottesbegriff. Der Prophet
Jesaja gibt uns eine bildhafte Vision Gottes und
Seines Thrones in Jesaja 6:1-7: „Ich sah den
Jhwh sitzen auf hohem und erhabenem
Throne, und seine Schleppen erfüllten den
Tempel. Seraphim standen über ihm; ein jeder
von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien
bedeckte er sein angesicht, mit zweien
bedeckte er seine Füße und mit zweien flog er.
Und einer rief dem anderen zu und sprach:
„Heilig, heilig, heilig ist Jhwh der Heerscharen,
die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit! Und
es erbebten die Grundfesten der Schwellen
von der Stimme der Rufenden und das Haus
wurde mit Rauch erfüllt.“
In viel breiterer Ausführung kehrt dieses Bild
des göttlichen Thrones wieder beim Propheten
Hesekiel. Wir erblicken hier den mit Rädern
versehenen Thron Gottes. Die vier Räder
laufen kreuzweise nach den vier
Himmelsrichtungen, so daß sich der Thron
ohne Achsdrehung nach vorn und rückwärts
und nach beiden Seiten bewegen kann, aber
auch in die Höhe und wieder in die Tiefe. -Hes.
1:4-28
Bei oder über diesen Rädern schweben vier
Engel, die als „lebendige Wesen“ bezeichnet
werden. Sie sehen im ganzen wie Menschen
aus, doch haben sie Rinderfüße und vier
Gesichter. Wenn man den Thron von vorne
betrachtete, so sah man bei jedem lebendigen
Wesen ein Menschenangesicht, von der
rechten Seite her erblickte man bei allen ein
Löwenangesicht, von der Linken her bei jedem
einen Stierkopf, von hinten her bei jedem
einen Adlerkopf. Nach jeder Himmelsrichtung
hin blickt dasselbe Angesicht. Darum wird auch
11
in der Offenbarung nichts davon gesagt, daß
jedes lebendige Wesen vier Angesichter habe,
weil von einunddemselben Standpunkte aus
bei allen vier dasselbe Angesicht gesehen wird,
und nur bei Wechsel des Standpunktes vier
verschiedene Angesichter erblickt werden.
Die vier lebendigen Wesen haben je vier Flügel;
mit je zwei bedecken sie den Leib, wie mit
einem Gewand, mit den beiden anderen
schweben sie über einem der vier Räder. Ihr
Geist ist in den Rädern, d.h. daß die Räder sich
immer in der Richtung bewegen, nach der das
Vorderantlitz des Engels blickt. Es bewegt sich
immer stracks geradeaus. Aber auch aufwärts
und abwärts, wie der Cherub es will. Die
Spitzen der ausgespannten Flügel berühren
sich mit den Spitzen der beiden benachbarten
Engel, so daß die acht Flügel ein Quadrat
umschließen. Über diesem Viereck befindet
sich eine durchsichtige Ebene, auf der der
Thron Gottes steht.
Der Allmächtige ist in dieser Vision ein
strahlendes Wesen von menschlicher Gestalt.
Die von Gott ausgehenden Starhlen bilden
einen prächtig leuchtenden Regenbogen. (Vs.
26-28) Die Felgen der Räder sind überall mit
Augen besetzt. Nach dem Bild der Offenbarung
befinden sich diese Augen an den Sechs
Flügeln der lebendigen Wesen. (Off. 4:6)
Unaufhörlich rufen die vier Cherube (so
werden sie in Hes. 10:20 genannt): „Heilig,
heilig, heilig, HERR Gott, Allmächtiger, der da
war und der da ist und der da kommt“ (Off.
4:8), wodurch sie offenbar mit den Seraphim
des Bildes von Jesaja Kap. 6 identifiziert
werden.
Wir sehen also, daß sich die Propheten doch
Bilder von Gott machten, aber eben rein
geistige Bilder, die der Erhabenheit des
Allmächtigen niemals Abbruch tun können,
sondern die höchste geistige und seelische
Erhebung des anbetenden Menschen
voraussetzen, um überhaupt vorgestellt
werden zu können. Nicht ohne die Hilfe des
heiligen Geistes Gottes vermag der Sterbliche
sich zu solcher Schau zu erheben oder gar die
tiefe Symbolik der einzelnen Züge zu
verstehen. Die Einzigkeit Gottes, Geistigkeit
12
und Unsichtbarkeit werden b e t o n t durch
solche Vergägenwärtigung des Allerhöchsten.
Wie eine geheimnisvolle Bilderschrift ältester
Zeit muten uns diese prophetischen Visionen
an. Sie vertiefen unsere Ehrfurcht vor dem
Allmächtigen, statt sie zu banalisieren, wie es
Götzenbilder tun. Andererseits überzeugen sie
uns mehr als bloße Worte und Namen von der
W i r k l i c h k e i t Gottes.
Auch der Prophet Daniel gibt uns ein Bild von
der himmlischen Wirklichkeit, indem er uns
eine himmlische Gerichtsszene beschreibt: Auf
dem himmlischen Thron erblicken wir einen
„Alten an Tagen“. „Sein Gewand war weiß wie
Schnee, und das Haar seines Hauptes wie reine
Wolle; sein Thron Feuerflammen, dessen Räder
wie loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer floß
und ging von ihm aus.“ -Dan. 7:9,10
Gottes Eigenschaften
Nach all diesem ist Gott eine Person. Er gleicht
dem Menschen, der ja nach Gottes Bild
erschaffen worden ist. Sein Wesen ist Energie,
Kraft, Licht, verzehrendes Feuer, rasende
Bewegung, in ständiger Wirkung begriffen, wie
durch die von dem Throne ausgehenden Blitze
veranschaulicht wird. Seine Geistnatur wird
durch strahlende Edelsteine und glühendes
Metall gezeigt, Seine autoritative, machtvolle
Stimme durch das Rauschen tosender
Wassermengen oder durch rollenden Donner
vergegenwärtigt. Seine Allwissenheit beweisen
die zahlreichen Augen an den Rädern des
Thrones und an den Flügeln der „lebendigen
Wesen“. Seine Allgegenwart wird durch die
nach allen Richtungen hin und nach oben und
unten beweglichen Räder des Thrones
verständlich gemacht.
Dicht um den Thron herum stehen die vier
„lebendigen Wesen“. Sie hören Tag und Nacht
nicht auf, den Ewiglebenden, „der da war, der
da ist und der da sein wird“ (oder „kommt“), zu
preisen. Wer sind sie? Sie sind Gottes
Eigenschaften oder Tugenden: Die Liebe (das
Menschengesicht), die Allmacht (der
Stierkopf), die Gerechtigkeit (der Löwenkopf)
und die Allweisheit Gottes (der Adlerkopf).
Jhwh Gott wird unablässig verherrlicht durch
13
seine Tugenden.
Diese Eigenschaften Gottes werden als
lebendige Wesen dargestellt, weil es sich eben
nicht nur um Möglichkeiten der göttlichen
Natur handelt, sondern um ständige
Äußerungen des göttlichen Wesens. Nicht
einige der Handlungen Gottes sind gerecht,
sondern a l l e Seine Handlungen und
ungerecht ist gar keine; nicht zuweilen ist
Gottes Handeln weise, sondern i m m e r ist es
weise; a l l e m Tun Gottes liegt Liebe zu
Grunde, und allezeit ist Er machtvoll und
richtet Sein Wort aus, wozu es gesandt ist. -Jes.
55:11
Und immer wirken die Eigenschaften Gotes in
voller Harmonie miteinander in allem Seinem
Wollen und Tun. Was ist Gerechtigkeit, wenn
sie nicht mit Liebe gepaart ist? Was nützt
Macht, wenn sie nicht mit Weisheit verwaltet
wird? Was hilft Gerechtigkeit, wenn keine
Macht dahinter steht?
Die Bibel erwähnt noch viele weitere
Merkmale seiner Persönlichkeit. Aber Gottes
Haupteigenschaften bleiben, Liebe (1. Joh.
4:8), Weisheit (Spr. 2:6; Röm. 11:33),
Gerechtigkeit (5. Mos. 32:4; Röm. 1:17) und
Macht (Hiob 37:33; Off. 19:1). Und wenn sein
Wort von seiner Wohnstätte, seinem Thron im
Himmel spricht (1. Kön. 8:49; Joh. 16:28; Hebr.
9:24, Jes. 66:1), so ist seine Macht und sein
wissen so allumfassend, daß sie in jedes Teil
des Universums dringen. „Alles ist bloß und
aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir
es zu tun haben.“ (Hebr. 4:13) Und: Er ist der
Eine, der von Anbeginn an das Ende kennt.
(Jes. 46:1; siehe auch 1. Sam. 2:3)
Mögen wir beständig auf unseren Gott
hinschauen, der ein Gott der Güte ist, wie einst
Moses es tat, der ausrief:: „Jhwh, Jhwh, Gott,
barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und
groß an Güte und Wahrheit, der Güte bewahrt
auf Tausende hin, der Ungerechtigkeit,
Übertretung und Sünde vergibt.“ -2. Mos.
34:6,7
Die Mehrheit der Menschen ist noch nicht in
der glücklichen Lage, Jhwh in seiner wahren
14
Herrlichkeit zu erkennen. Doch zur bestimmten
Zeit wird der große Schöpfer des gesamten
Universums, in seiner liebenden Güte, in seiner
Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit offenbar
werden, wie Jeremia sagt: „Wer sich rühmt,
rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich
zu erkennen, daß ich Jhwh bin, der Güte, Recht
und Gerechtigkeit übt auf der Erde.“ (Jer. 9:24)
In unserer heutigen Welt sind die Menschen
weit davon entfernt, Gottes Weisheit und
Macht zu erkennen und vor allem, seine
Gerechtigkeit und Liebe zu preisen. Die
Menschen betrachten zwar das Universum,
unser Sonnensystem, die Erde selbst mit allem
darauf und auch das kleinste Atom mit einer
gewissen Bewunderung. Aber es sind dabei
sehr wenige, die darüber nachsinnen, daß alle
diese wunderbaren Schöpfungswerke die
große Erhabenheit Gottes, seine Weisheit,
Macht, Liebe und Gerechtigkeit, widerspiegeln.
Wie herrlich ist alles gemacht worden: In allen
Dingen finden wir überwältigende Beweise für
die Eigenschaften unseres Schöpfers. Alle seine
Werke zeigen seine Herrlichkeit und Majestät.
„Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes,
und die Ausdehnung verkündet seiner Hände
Werk.“ -Ps. 19:1 Gott zwingt niemals seinen
Willen auf. Er hat keinen Gefallen am
sklavischen Gehorsam. Er wünscht, daß die
Geschöpfe seiner Hände ihn lieben, weil er der
Liebe wert ist. Er will, daß sie ihm gehorchen,
weil sie seine Weisheit, Gerechtigkeit und
Großmut würdigen können. Wer eine richtige
Vorstellung von diesen Eigenschaften hat, wird
ihn lieben, weil er in Bewunderung seines
Charakters zu ihm gezogen wird.
Die Ehre des Namens Gottes sollte also unser
höchstes Ziel sein, was immer wir unserem
großen Gott vortragen möchten. Ob in
Gebeten, in Äußerungen oder Taten, des
Christen erstes Verlangen sollte es sein, die
Herrlichkeit Gottes zu bestätigen.
„Unser Vater, der du bist in den Himmeln,
geheiligt werde dein Name.“ -Matt. 6:9; Luk.
11:2
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Seele and Geist
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