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HZ - 19.12.2013.pdf - Widmann-Mauz, Annette (MdB)

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HOHENZOLLERISCHE ZEITUNG
AUS DE M IN HALT
Christi Geburt
im Modell: in Boll,
St. Luzen und der
Seite 16
Unterstadt
40 Jahre im Dienste
der Fitness: Zwei
Leiterinnen in Stein
verabschiedet Seite 17
Erleichterung in
Bittelbronn: Kosten
für Ortsdurchfahrt
Seite 22
im Rahmen
Bauhof und Halle:
Grosselfinger
Vereine wollen
Kombilösung Seite 23
Filmdreh über
den Revoluzzer
Gottlieb Rau aus
Dürrwangen Seite 24
Oesterle übernimmt
Getränkevertrieb
Kurz in
Burladingen Seite 25
Widmann-Mauz
im neuen alten
Amt vereidigt
Die Tübinger/Hechinger CDUBundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz ist als
Parlamentarische Staatssekretärin vereidigt worden.
Hechingen. Nachdem Annette Widmann-Mauz bereits vier Jahre bei
den ehemaligen Gesundheitsministern Phillip Rösler und Daniel Bahr
(beide FDP) dieses zentrale ministeriale Amt inne hatte, freut sie sich
nun auf die Zusammenarbeit mit ihren langjährigen CDU-Kollegen Hermann Gröhe und der neuen Parlamentarischen Staatssekretärin Ingrid Fischbach.
Die feierliche Ernennung im Ministerium und die symbolische
Hausübergabe seien für sie wieder
Donnerstag, 19. Dezember 2013
15
In der Seele krank
Edith und John Oyakhilomen leben in Hechingen in ständiger Furcht und Sorge
Frau, sei sie von libyscher Soldateska vergewaltigt worden. Seither
leidet sie an Hepatitis B, einer unheilbaren, lebenslangen Krankheit.
Die später geborene gemeinsame
Tochter Favour, ist von dieser Krankheit – Gottlob – nicht belastet. Wenigstens das.
Favour! Man kann es sich einbilden, aber das goldige Mädchen
wirkt immer nachdenklich. Erklärbar wäre das durchaus: Denn obwohl die Eltern dem deutschen
Staat zutiefst dankbar sind, ist ihr
Aufenthalt hier bislang ein Dasein
auf Abruf. Jetzt, in genau diesem Augenblick, kann es an der Tür ihres
Zimmers in der „Aviona“ klopfen,
dann können Beamte mit einem
Ausweisungspapier
auf
der
Im Rahmen ihrer Weihnachtsaktion „Gute Taten“ besuchte die
Hohenzollerische Zeitung John,
Edith und Favour Oyakhilomen.
Gemeinsam lebt die kleine Familie im Hechinger Asylbewerberheim „Aviona“.
MATTHIAS BADURA
Hechingen. Befragt man John nach
seiner Geschichte, dann ist es, als
drehe man einen Wasserhahn auf.
Es drängt, es sprudelt aus ihm heraus. Der 21-Jährige möchte sich
mitteilen, möchte Dinge abschütteln, die ihm spürbar auf der Seele
lasten.
Im Gespräch im Hechinger Asylbewerberheim „Aviona“ lässt sich
freilich nicht überprüfen, ob sich
alle Details, die er aus seinem Leben erzählt, so abgespielt haben.
Andererseits kann man sich die
grauenvollen Dinge, die er schildert, nicht ausdenken. Und man
kann sie auch kaum in einer solchen Deutlichkeit darstellen, wenn
man sie nicht selbst durchlitten hat.
John kommt aus Nigeria, einem
der reichsten Ländern Afrikas. Jedermann könnte dort gut leben, doch
wird der Staat von einer Clique von
Militärs ausgebeutet, die wiederum
von ausländischen Konsortien, Ölgesellschaften, gestützt werden.
Korruption und Misswirtschaft regieren das Land seit Jahrzehnten.
Und inzwischen flammt an allen
Ecken und Enden auch noch der Islamismus auf, der hier, in der desparaten Situation, einen vorzüglichen
Nährboden findet. John ist Christ.
Seinen Onkel, erzählt er, hätten die
Nur einen
einzigen Wunsch
fürs Weihnachtsfest
John, Edith und die kleine Favour. Richtig glücklich sehen sie nicht unbedingt aus. Sie können es auch nicht sein. Ihr Leben ist
Foto: Matthias Badura
von Sorgen und Furcht überschattet.
Fanatiker erschossen, ihn wollten
sie in ihre Reihen pressen. Er floh
und steht seither in seiner Heimat
auf einer schwarzen Liste – sagt er.
In Libyen, wohin es ihn zunächst
verschlug, geriet er in die Wirren
des Gaddafi-Umsturzes. Er floh erneut, fuhr anderthalb Tage in einem
offenen Boot übers Meer und landete in Lampedusa, Italien. Die Zustände in den dortigen Aufnahmelagern, behauptet der junge Mann,
seien schrecklich: Schmutz, Verachtung und Feindseligkeit, die einem
auf Schritt und Tritt entgegen
schlage.
Hatte die Flucht übers Meer auch
ein Gutes? Ja, John lernte Edith ken-
nen. Wie er stammt sie aus Nigeria
und kam über Libyen nach Italien.
Auch sie sagt, sie könne nicht zurück. Schlepper und Menschen-
händler würden daheim auf sie
„warten“, weil sie sich nicht in die
Prostitution zwingen ließ. Auf der
Flucht, auch das berichtet die junge
Der Weg zu den Guten Taten
Um Menschen wie Edith,
Favour und John Oyakhilomen kümmert sich im Verbreitungsgebiet der HZ der
Arbeitskreis Asyl.
Wer den Arbeitskreis
Asyl in seinem ehrenamtlichen Engagement unterstüt-
zen möchte, kann das mit
einer Spende für die HZWeihnachtsaktion „Gute
Taten“ tun. Die Kontonummer lautet 770 400 00; die
Bankleitzahl ist 653 51260;
als Verwendungszweck gibt
man „Arbeitskreis Asyl“
an. Wer eine Spendenbe-
scheinigung benötigt, sollte
seinen Namen und seine
vollständige Adresse auf
dem Formular angeben.
Vermerkt werden sollte
auch, ob die HZ die gute
Tat namentlich veröffentlichen darf – oder nicht.
Schwelle stehen. Rausgeworfen zu
werden, zurück nach Italien zu müssen – das sind die Ängste, die John
und Edith tagsüber belasten, nachts
drängen die Schemen der Vergangenheit hinzu: Gewalt, Armut, Schikane.
So ist das Leben der Familie von
Furcht, Unsicherheit und ständigen
Grübeleien überschattet. Die Eltern
versuchen ihren Gedanken zu entkommen, indem sie sich in der
„Aviona“ nützlich machen. Edith
wäscht die Wäsche, John geht dem
Hausmeister zur Hand wann immer
sich Gelegenheit bietet. Er möchte
arbeiten, hatte sogar schon einen
400-Euro-Job in Aussicht. Aber weil
Asylbewerber eine Stelle erst nach
einer Wartezeit von sechs Monaten
annehmen dürfen, hat sich der Arbeitgeber verständlicherweise für jemand anderen entschieden.
Bald ist Weihnachten, da haben
Edith und John drei Wünsche frei.
Sie äußern jedoch nur einen: Dass
Töchterchen Favour einmal ein besseres Leben leben kann, als sie es
bisher hatten.
Hechingen erfüllt die Quote für die unter Dreijährigen
Die beiden neuen Krippengruppen in Sickingen und im Johanneskindergarten machen es ab dem neuen Jahr möglich möglich
Hechingen. Zwei Neubauten in Sickingen und im Johanneskindergarten machen es möglich: Hechingen
erfüllt jetzt die geforderte Betreuungsquote für ein- und zweijährige
Kinder von 35 Prozent. Das heißt,
dass für 35 Prozent der Kinder in diesem Alter Plätze vorhanden sind.
Beide Gruppen starten im Januar.
„Ihr Kinderlein kommet“ ist
nicht nur der Titel eines bekannten
Weihnachtsliedes, sondern auch
die Devise des Kindergartens Sickingen. Am 13. Januar startet die neue
Krippengruppe für Ein- und Zweijährige in dem bislang eingruppigen Kindergarten. Pünktlich fertig
geworden ist der schmucke Neubau
hierfür. Dieser beherbergt drei
Räume für die Krippenkinder – Aufenthalts, Ess- und Schlafbereich –
sowie einen großzügigen Sanitärraum und einen Aufenthaltsraum
für die Mitarbeiter beider Gruppen.
Die Kosten für den Neubau liegen planmäßig bei 500 000 Euro. Da
von trägt die Stadt 190 000 Euro, das
Land schießt 120 000 Euro zu, und
aus dem Ausgleichsstock kommen
nochmal 190 000 Euro.
Derzeit wird die Einrichtung geliefert und installiert. Die älteren
Kinder helfen beim Auspacken und
Einräumen. Zehn Kinder unter drei
Jahren werden ab nächstem Jahr in
den neuen Räumen toben, essen
und schlafen können, und zwar von
7.30 bis 13.30 Uhr.
Beide Sickinger Gruppen haben
eine sechsstündige Öffnungszeit
am Stück. In der Sickinger Krippengruppe sind noch Plätze frei. Auskunft erteilt Kindergartenleiterin
Marie-Luise Buckenmayer unter
der Telefonnummer 07471/72452.
Wie schon Fröbel sagte: „Kinder sind wie Blumen“
Erweiterungsbau des evangelischen Johanneskindergartens offiziell eingeweiht und gesegnet
Parlamentarische Staatsekretärin Annette Widmann-Mauz mit Urkunde
und Gesundheitsminister Gröhe.
ein ganz besonderer Moment gewesen, sagte Annette Widmann-Mauz.
Neben der großen Freude werde
auch das besonders hohe Maß an
Verantwortung deutlich, das man
bei der Erarbeitung von Gesetzesentwürfen,
Rechtsverordnungen
und Verwaltungsvorschriften in
den kommenden vier Jahren habe.
Die Christdemokratin versicherte:
„Meine Arbeit werde ich stets am
Wohle der Patienten, Versicherten
sowie den Beschäftigten und Leistungsträgern im Gesundheitswesen
ausrichten und den Minister nach
bestem Wissen und Gewissen entlasten und unterstützen.“
Das Bundesgesundheitsministerium mit Dienstsitzen in Berlin und
Bonn hat gut 700 Mitarbeiter, die
sich in unterschiedliche Fachabteilungen und Referate untergliedern.
Zudem hat der Minister die Fachaufsicht über diverse Gesundheitsbehörden, darunter das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie das
Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe
und das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten.
Mit der Pflanzung eines Kugelahorns im Eingangsbereich und
der symbolischen Schlüsselübergabe wurde gestern der Anbau
an den Johanneskindergarten
im Beisein zahlreicher Eltern und
deren Nachwuchs eingeweiht.
SABINE HEGELE
Hechingen. Gerade mal fünfeinhalb Monate nach dem ersten Spatenstich wurde gestern Morgen der
Erweiterungsbau (am Standort der
ehemaligen Hausmeisterwohnung)
des Johanneskindergartens am
Schlossberg offiziell seiner Bestimmung übergeben – und von Pfarrer
Herbert Würth gesegnet. Damit
sind die Voraussetzungen für eine
Krippengruppe geschaffen; parallel
dazu wurden die bestehenden
Räumlichkeiten saniert. Allerdings:
Die Möbel fehlen noch.
Auftakt der Feierlichkeiten war
im Freien, im neu gestalteten, jetzt
barrierefreien Eingangsbereich des
Kindergartens – dort pflanzten Pfarrer Horst Jungbauer, Architekt, Planer und Bauleiter Daniel Jetter sowie Kindergartenleiterin Annette
Lang einen Kugelahorn. Zur symbolischen Schlüsselübergabe gesellten sich Pfarrer Herbert Würth und
Kirchengemeinderat Manfred Steger zu Daniel Jetter.
Fortgesetzt wurde die Einweihung im Warmen. Pfarrer Würth entbot den Gästen ein herzliches Will-
Bei der symbolischen Schlüsselübergabe – von links: Kirchengemeinderat Manfred
Steger, Pfarrer Herbert Würth und Architekt Daniel Jetter.
Zur Einweihung wurde ein Baum gepflanzt – von links: Planer Jetter, Pfarrer Horst
Fotos: Sabine Hegele
Jungbauer und Kindergartenleiterin Annette Lang.
kommen, gratulierte allen am Bau
Beteiligten zu ihrer Leistung und
dankte seinem Glaubensbruder
Jungbauer für dessen Koordination
auf der Baustelle.
Jungbauer seinerseits zitierte
den Reformpädagogen Friedrich
Wilhelm August Fröbel (1782
-1852), der da sagte: Kinder sind wie
Blumen, man muss sich zu ihnen hinunter beugen, wenn man sie erkennen will. Warum Fröbel? Weil er Begründer des „Kindergartens“ war –
der sich schon zu dieser Zeit ganz
grundlegend von der bereits existierenden „Kinderbewahranstalt“ unterschied. Heute, ergänzte der Geistliche, seien Kindergärten nicht
tig zu unserem Kindergarten gratulieren.“ Das nicht von ungefähr,
wurden der Erweiterungsbau und
die Sanierungsarbeiten doch mit
vereinter (finanzieller) Kraft geschultert. Wobei die Rathauschefin
die gewährten Zuschüsse und eingegangenen Spenden nicht unerwähnt ließ. Mit Freude erfülle sie,
Bachmann, dass die evangelische
Kirchengemeinde künftig mit zur Erfüllung der Betreuungsquote für unter Dreijährige beitragen könne.
Der Architekt und Planer Daniel
Jetter dankte der Bauherrschaft für
das ihm entgegengebrachte Vertrauen und den Handwerkern für
ihr großes Engagement – ohne das
mehr aus der Gesellschaft wegzudenken – und auch Krippengruppen nicht. Ebenso unabdingbar sei
ein qualifiziertes Kindergartenteam, das seinem pädagogischen
Auftrag gerecht werden könne – in
passenden Räumlichkeiten, wie sie
am Schlossberg jetzt geschaffen
worden seien. Dafür sei die evangelische Kirchengemeinde sehr dankbar.
Bürgermeisterin Dorothea Bachmann hatte ein Gedicht von Nicole
Pulver mitgebracht – „Mein Kindergarten“ ist es überschrieben. Im Folgenden richtete sie das Wort direkt
an die Vertreter der Kirchengemeinde: „Wir können uns gegensei-
heute nicht Einweihung gefeiert
werden könne. Den Baufortgang
seit dem Spatenstich im Juli dokumentierte Jetter mit Lichtbildern.
„Wir sind glücklich heute“, rief
die Kindergartenleiterin Annette
Lang den Gästen zu – und hielt in ihrer Rückschau fest: „Es hat sich gelohnt, dass wir schon 2005 mit der
Planung begonnen haben“ – sonst
könnte jetzt gewiss noch nicht Einweihung gefeiert werden. Über ihre
Schützlinge sagte sie, in Anlehnung
an Fröbels Kinder-Blumen-Vergleich: „Sie kommen klein und sie
gehen groß – in der Zeit dazwischen
werden sie von uns gehegt und
gepflegt.“
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