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Literatur – aber wie?

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Bild: Mona Eicher
Literatur – aber wie?
Was Literatur darf und soll und warum Schweizer
Autoren nicht genug stören.
von Melanie Küng
Diesen Fragen stellten sich
gestern, unter Anleitung des
DIE ZEIT Redakteurs Peer
Teuwsen, Kulturjournalist
Julian Schütt, Schriftsteller
Urs Widmer und Jungautorin Stefanie Sourlier.
EU-Krise, Occupy-Bewegung, Armut – Probleme,
die sich international aber
eben auch national geradezu zur kritischen Reflexion und Debatte anbieten.
Schütt vermisst Schweizer
Autoren, die sich vor Intellektualität nicht scheuen,
die, wie damals Frisch und
Dürrenmatt, sich einmischen und den Status quo
herausfordern. Die Welt sei
zu undurchschaubar und
konfus geworden, will er dabei als Ausrede nicht gelten
lassen. Trotz der Tatsache,
dass er sich selbst immer
wieder eingemischt hat in
die öffentliche Debatte, hält
Widmer dagegen, dass man
einem Schriftsteller nichts
abverlangen dürfe. Auch
Sourlier betont, dass Literatur eher indirekt Stellung
beziehe.
Widmer hebt hervor, dass
die Macht sich heutzutage nicht in der Politk und
schon gar nicht im Volk
konzentriere, sondern in
der Wirtschaft. Ob die von
Schütt propagierte realistische Literatur das richtige
Mittel ist, Phänomene wie
Finanzblasen und Kapitalflucht kritisch zu beschreiben, ist fraglich. Widmer
bringt es im Hinblick auf
den imminenten EU-Zusammenbruch treffend auf den
Punkt: „Kein Schwein weiss,
was zu tun ist“. Vielleicht
muss die Literatur erst noch
ihre ideale Form finden,
den heutigen Missständen
Rechnung zu tragen.
Das Lesebett
von Claudia Piwecki
Wo liest sich ein gutes Buch
am besten? Einen Vorschlag bietet das Lesebett:
Wieso in die Weite schweifen, wenn man auch im Bett
liegen bleiben kann. Von
Hand verstellbar ist das Aufund Abrichten wunderbar
einfach – man muss nicht
einmal die Augen abwenden
von der Lektüre.
Weitere Informationen:
www.lesebett.ch
Frühchinesisch
von Melanie Küng
Die neue Kolumnensammlung von Peter Schneider,
voll beissender Ironie.
Im Themenforum gesteht
Schneider: „Austeilen macht
mir eigentlich keinen Spass.
Ich muss auf gewisse
Dinge einfach zwanghaft
reagieren. Das ist vielleicht
peinlich, aber ich kann
manchmal meine Klappe
nicht halten.“ Gut so!
WebDichtung
von Veronika Henschel
Willst du `nen bisschen
Lyrik machen, und dabei
noch herzhaft lachen,
bist du richtig, juppijee
bei dieLyriker.de
IMPRESSUM
© 2011, BuchBasel, MesseZeitung zur BuchBasel 2011
Redaktion: Veronika Henschel, Daniela Horn, Melanie Küng, Claudia Piwecki, Linda Schünhoff,
Carlo Clivio, Jonas Küng
Mit freundlicher Unterstützung der MedienFalle Basel. Druck: Basler Zeitung
BuchBasel aktuell
Nette Leute, lustig, frisch
dichten dort am runden
Tisch;
tauschen aus, beraten
gern
von ganz nah und auch
von fern.
www.buchbasel.ch
BuchBasel aktuell
MesseZeitung
Sonntag, 20. November 2011
Sieger sind die Liebe, ...
Seite 1
Eine Frau - ein Lied
Seite 2
Ai Weiwei ...
Seite 3
Literatur - aber wie?
Seite 4
Schenken
von Jonas
Küng <Name>
orname>
Bild: Daniela Horn
Sieger sind die Liebe, das Leben
und die Worte dazwischen
Schweizer Buchpreisverleihung 2011 an der BuchBasel
von Daniela Horn
Unruhe und Bewegung
– eines der Schwerpunktthemen an der diesjährigen
BuchBasel - waren auch im
Publikum zu spüren beim
Warten auf den Sieger des
Schweizer Buchpreises
2011. Wer wird dieses
Jahr den Preis bekommen,
welches Buch sticht hervor
und berührt? Die Jury
hatte es sehr schwer. Zur
Auswahl standen Monica
Cantienis Grünschnabel,
Catalin Dorian Florescu mit
Jacob beschliesst zu lieben,
Felix Philip Ingold mit
Alias, Charles Lewinskys
Gerron und Peter Stamms
Seerücken. Es ist schade,
dass man nur eines wählen
kann, so die Meinung eines
passionierten Lesers aus
dem Publikum. Und er hat
Recht behalten. Alle 5 sind
hochkarätige Werke, in
denen sehr viel Herzblut
steckt und die sich durch
ihre Vielseitigkeit ausgezeichnet haben, wie der
Jurysprecher Ulrich Probst
dem Publikum mitteilte.
Nach den kurzen Einführungen von Vinzent Leitersdorf
hätte man auch selbst nicht
mit in der Jury sitzen und
die bittere Pille den anderen
vier Autoren verschreiben
wollen, wie es die Moderatorin Marianne Sachs schön
formuliert hat. Die Bücher
berührten, und brachten
einen in den wenigen
Minuten zum Schmunzeln
und Nachdenken, machten
gar Gänsehaut. Der Sieger
war Catalin Dorian Florescu
mit Jacob beschliesst zu
lieben. Er stellte sich selbst
sehr symphatisch als Autor
mit leichtem Akzent vor und
war trotz seiner sonst knapp
zweistündigen Lesungen
nun fast sprachlos. Florescu
wurde 1967 in Rumänien
geboren und freut sich nun
sehr nach fast 30 Jahren
physischer Ankunft auch
literarisch in der Schweiz
angekommen zu sein.
Auch ein Buchpreisgewinner
ist vor dem Gesetz nicht gefeit
- sein Auto wurde während der
Verleihung abgeschleppt. Wir
plädieren auf Gnade vor Recht.
Sinnvolle Geschenke, die
weiterhelfen. Mit diesem
Werbeslogan macht das
Hilfswerk SWISSAID
mit
, sed diam
einem Stand auf ihre
Projekte aufmerksam.
Wenn Ihnen die Weihnachtsgeschenk-Ideen
für Nichte oder Enkel
ausgegangen sind, könnte SWISSAID weiterhelfen. Im reichhaltigen Angebot stehen eine Arche
Noah mit schön gestalteten Holztier-Figuren und
Schreibetuis. Alle Produkte werden sozialverträglich in Entwicklungsländern produziert, der
Erlös geht direkt wieder
in die Selbsthilfeprojekte
At vero eos et
des Südens. Bei diesen
Selbsthilfeprojekten ist es
SWISSAID dabei wichtig,
dass die Bewohner selber mit Anträgen zu den
Anlaufstellen kommen
und beispielsweise bei
Wasserleitungs-Projek, sed diam
ten selber den Graben
dazu freischaufeln und
die Rohre verschweissen. Damit wird dafür
gesorgt, dass Spenden
nachhaltig wirksam sind.
Mehr Informationen zu
den Geschenkideen und
Projekten finden Sie auf
der Internetseite
www.swissaid.ch.
Eine Frau – ein Lied
Oder eher mehrere Lieder und Geschichten...
von Linda Schünhoff
Bild: Jonas Küng
Sie ist da und dort und
überall: Sie lichtet Anker,
setzt Segel und nimmt so
das Publikum mit auf eine
spannende und abenteuerliche Reise durch Musik
und Text. Ein musikalisches
Erlebnis für Gross und nicht
ganz so gross, für Jung und
nicht mehr ganz so jung.
Die von ihr geschaffene
Seifenblase wächst und
wächst, sie schwebt davon
– mal rasant, dann wieder in
gemächlichem Tempo. Die
Stimmung während Brigitte
Schär ihre Geschichtenlieder vorstellt, wechselt
genauso schnell. Wie die
Verliebtheit einer Ameise
in einen Schokoladenkuchen. Am Anfang noch
himmelhoch jauchzend und
plötzlich doch eher ein Gefühl des Überfressen-Seins.
Sie erschafft einen weissen
Elefanten, der die Freiheit
der Fantasie verkörpert und
wenn die Zuhörer sich auf
ihn einlassen, können sie
„unendlich, unendlich …
glücklich“ sein. Diese CD
entführt in eine entfernte
Welt, die doch innerhalb
der eigenen vier Wände
stattfindet!
.
Ein Muss
Ein Rückblick mit Beat von Wartburg, dem Leiter der
Abteilung Kultur der Christian Merian Stiftung, einem
Hauptsponsor der BuchBasel 2011.
von Veronika Henschel
V.H.: Was ist Ihr Gesamteindruck der BuchBasel
2011?
B.v.W.: Wir hatten mehr
Aussteller, was sehr schön
war. Und wieder einmal ist
mir klar geworden, dass wir
die BuchBasel als Plattform
für Schweizer Verlage brauchen. Leider wird die Buchbranche, der Schnittpunkt
von Kultur und Wirtschaft,
sehr knapp gehalten und
bekommt nicht die finanzielle Unterstützung, die nötig
wäre, um genügend Werbung machen zu können.
V.H.: Was war Ihr persönliches Highlight?
B.v.W.: Ganz klar, dass wir
den Schweizer Buchpreis
2011 zu Gast hatten. Ihn
im Rahmen der Messe verleihen zu können, hat mich
sehr gefreut.
V.H.: Welches Buch liegt
auf Ihrem Nachttisch?
B.v.W.: Das ist „Der Mann,
der Hunde liebte“ von dem
kubanischen Autor Leonardo Padura. Aber leider
komme ich nicht oft zum
Lesen.
Bild: Veronika Henschel
BuchBasel aktuell
www.buchbasel.ch
Buchkunst
von Veronika Henschel
Am Stand vom Forum
Künstlerbuch gibt es nur
Originale. Man findet Textfragmente, aufgewickelt auf
einem Band. Metergrosse
Bücher mit eingearbeiteten
Stoffstücken, winzig kleine
Alben, bestehend aus Notizzettelchen, Bücher, die vom
Boden bis zur Decke gehen.
Wer das Besondere liebt,
braucht ein Künstlerbuch.
Lateinamerika, Afrika,
Asien
von Jonas Küng
Bild: http://blog.aiweiwei.com/
Ai Weiwei – Unterdrückter Kampf
Zum Glück gibt es in Basel keine Zensur, sonst wäre die Buchmesse geschlossen
worden. Eine Diskussion über Ai Weiwei und seinen verbotenen Blog.
von Claudia Piwecki
Die moderne Technik
verhalf ihm zu weltweitem
Gehör. Seine freie Meinungsäusserung – bei uns
eines der Grundrechte des
Menschen - passen so gar
nicht zur Vorstellung eines
Landes, in dem die individuelle Selbstentfaltung
dem Regime untergeordnet
ist. Ai Weiwei ist der am
kontroversesten diskutierte
Künstler diesen Jahres.
Beim Themenforum sprach
sein Freund und Projektpartner Simon Hartmann
über einen Mann, der zum
Inbegriff der Meinungsfreiheit im 21. Jahrhundert
wurde.
www.buchbasel.ch
Wenn Moderne auf Unterdrückung trifft: Während fast
vier Jahren dokumentiert er
in seinem Blog das Leben
in China aus der Sicht eines
Menschen, der sein Land
liebt, es aber kritisch in
Frage zu stellen vermag.
Am 28.5.2009 wird die Seite
gesperrt. Ai Wei Wei macht
weiter über Twitter. 2011
wird er verhaftet, angeblich
wegen Steuerhinterziehung.
Neue Vorwürfe kommen
hinzu.
Kunst und Politik lassen
sich für Ai Weiwei nicht
trennen: wer sich mit Kunst
beschäftigt, beschäftigt sich
immer auch mit der Gesellschaft. Auch wenn durch die
Einsperrung sein künstlerisches Schaffen unterbrochen ist, der Blog besteht
weiterhin.
Der Künstler schreibt aus
dem Gefängnis weiter, die
Behörden löschen unermüdlich. Als Buch wurden
die Blogeinträge erstmals
in den USA veröffentlicht.
2011 sind sie auf Deutsch
erschienen unter dem Titel:
„Der verbotene Blog von Ai
Weiwei“. Eine Dokumentation wie Auflehnung entsteht,
die die Welt bewegt.
Interessieren Sie sich
für Literatur aus diesen
Kontinenten? „Der andere
Literaturklub“ wäre dann
genau das Richtige für Sie.
Mit vier auserwählten Neuerscheinungen pro Jahr und
einer Zeitschrift bekommen
Sie regelmässig Zugang zu
neuen Horizonten. Weitere
Informationen dazu auf:
www.artlink.ch.
Arbeit hier...
von Linda Schünhoff
… Familie dort: Bin kaum
da, muss schon fort. Ein
Pilot fliegt und fliegt, mit
jedem Kilometer weiter
von der Familie weg.
Eine getroffene Entscheidung beeinflusst
das ganze Leben. Wieso
sonst heisst Biene nicht
Honigvogel, obwohl sie
fliegt und Honig macht?
Oliver Züger: Honigvogel (Spiegelberg Verlag)
BuchBasel aktuell
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