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Dieser Arbeitstext soll eine sprachliche Abhandlung, wie sie in einer

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Dieser Arbeitstext soll eine sprachliche Abhandlung, wie sie in einer Klassenarbeit durchzuführen ist, nicht veranschaulichen. Er
soll nur Möglichkeiten der Sprachbetrachtung aufzeigen.
Zur Kurzgeschichte „Saisonbeginn“ von Elisabeth Langgässer:
5
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Inhaltlich
Drei Gemeindearbeiter sind kurz vor Beginn der Frühjahrs-Fremdenverkehrssaison damit beschäftigt, ein Schild mit dem Aufdruck:
„In diesem Kurort sind Juden unerwünscht“ an der Ortszufahrt eines Kurortes aufzustellen. Nach einigen Überlegungen zur Auswahl des Standortes stellen sie das Schild neben ein Christus-Kreuz auf. Sie werden dabei von Feldarbeitern, zwei Nonnen und Kinder beobachtet.
Sprachbetrachtung
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20
25
Der Leser, durch die desillusionierende Aufschrift veranlasst, die Geschichte wiederholt zu lesen, entdeckt verschiedene Hinweise
auf die Kreuzigung Jesu. In Zeile nn wird das Christus-Kreuz sowie dessen Inschrift, INRI, beschrieben. Ab dieser Zeile wird es
mehrfach erwähnt:
Zeile nn:
Zeilen nn, nn, nn:
Zeilen nn, nn, nn:
Zeile nn:
Zeile nn:
Weitere Hinweise auf die Kreuzigung und auf den Leidensweg Christi:
Zeile nn:
Zeile nn:
Zeile nn:
30
Zeile nn:
Zeile nn:
35
Zeile nn:
Zeilen nn, nn:
Zeilen nn, nn:
Zeilen nn, nn:
40
Zeile nn:
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Holzkreuz
Wegekreuz
Kreuz
Herrenkreuz
der sterbende Christus
Ein Schild, das auf einen hölzernen Pfosten genagelt werden soll.
„… hoch in den Bergen …“; die Kreuzigung fand auf einem Berg statt.
„…, die Schneegrenze hatte sich … gezogen.“; Hinweis auf die Jahreszeit: Christus wurde im Frühjahr gekreuzigt.
„… zu dem Totenkopf, …“; Hinweis auf den Namen des Kreuzigungsortes, Golgatha – Schädelstätte
„… die Enttäuschung darüber, … eingebüßt.“; Hinweis auf Joh. 19.21 und somit auch Hinweis auf Jesu Verrat, vorder- und hintergründige Motive für die Anschuldigungen gegen ihn.
„Werkzeugkasten, Hammer, Zange und Nägel …“; Christus wurde mit Nägeln an ein Kreuz genagelt.
„…, der dritte nagelte rasch das Schild mit wuchtigen Schlägen auf; dann stellten sie den Pfosten gemeinsam in die Grube …“; Hinweis auf den Kreuzigungsakt
„… oder vom Acker kamen, …“ Hinweis auf den Feldarbeiter Simon von Kyrene, der Jesu Kreuz tragen musste
„… rechten Seite geneigt war, … bemühen …“; Hinweis auf das Gespräch zwischen den gleichzeitig
mit Jesus gekreuzigten Juden und Jesus
„Kreuzigungsort“; explizite Benennung
Dem Leser wird bewusst, dass er eine moderne Form der Kreuzigung liest. „Gekreuzigt“ werden Nächstenliebe, Toleranz, humanitäre und soziale Gesinnung und dergleichen. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch das gleichgültige bis schizophrene Verhalten der
Feld- und Holzarbeiter, der zwei Nonnen, der Bewohner des Kurortes, denen Gelderwerb wichtiger als humanitäre Gesinnung ist,
insgesamt zu deuten: Sie alle bewirken durch ihr Verhalten, ihre mangelhafte Auseinandersetzung und ihre Gleichgültigkeit die Abkehr von der Mitmenschlichkeit. Die auftretenden Personen könne als repräsentativer Querschnitt durch die Bevölkerung angesehen
werden.
Intentionen der Schriftstellerin brauchen nicht auf den Zeitraum der nationalsozialistischen Herrschaft reduziert gesehen werden.
Ausgrenzungen von Personengruppen können im Sinne der Textinterpretation gesehen werden.
E. Langgässers „Saisonbeginn“ ist allegorisch. Sie hat mit einer bildhaft belebten Darstellung einen abstrakten Begriff umschrieben.
Dieser Begriff oder diese Geisteshaltung lässt sich als Abkehr von der Mitmenschlichkeit zusammenfassen.
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Das beschriebene Mittel der Allegorie ist eine Technik, derer man sich in der Literatur, aber auch in anderen Bereichen, z. B. der
Werbung, bedient.
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Kategorie
Seele and Geist
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