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Gitschberg Jochtal AG: Wie gestaltet sich das Subventionskarrussell?

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An den Herrn
Präsidenten des
Südtiroler Landtags
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung
Gitschberg Jochtal AG: Wie gestaltet
sich das Subventionskarrussell?
Nach einsetzendem Abbau der hohen Verschuldung, die Ende 2006 noch knapp 15
Mio. € (Gitschberg AG) und gut 8,5 Mio. € betrug (Jochtal AG) sind die
Gesellschaften um Gitschberg und Jochtal nunmehr neu gestartet und haben die
Skigesellschaft Gitschberg-Jochtal gebildet, die beide Skigebiete demnächst
miteinander verknüpfen wird. Die Skigebiete Gitschberg und Jochtal erhalten anstelle
der bisherigen Schlepplifte Schilling und Schwand eine neue Kabinenbahn auf die
„Tanne“, wo über eine weitere Verbindung, die Gaisjochbahn, der Zusammenschluss
der beiden Gebiete zu einem Skikarussell mit 44 Pistenkilometern erfolgt. Dies
freilich zu einem hohen landschaftlichen Preis, der etwa dem reizvollen Altfasstal
massive Beeinträchtigungen auferlegt. Auch die Frage eines bereits 2001
genehmigten, den Wasserhaushalt entlastenden Speicherbeckens wie von der UVP
vorgesehen, erscheint noch offen.
Begleitet wird das Projekt ferner von hohen wirtschaftlichen Risiken, die trotz allem
Optimismus nicht voll abschätzbar sind, zumal die Altlasten der bisherigen
Gesellschaften gleichfalls zu berücksichtigen sind.
Dem Neustart gingen bereits seit geraumer Zeit erhebliche Landes-Subventionen
voraus:
Für die Gitschberg AG wurden zwischen 2001 und 2009 gem. Landesgesetz 6/1996
3.725.887 Mio. € (63% der Kosten) für die Nesselbahn, für die Bergbahn hingegen
3.935.692 Mio. € (63% der Kosten) an Landesbeiträgen flüssig gemacht, also
insgesamt über 7,5 Mio. €, zuzüglich kleinerer Betriebsbeiträge von ca. 500.000 €.
Für die Skikarussell Jochtal AG flossen zwischen 2001 und 2009 gemäß LG 6/1996
für die Sesselbahn Hinterberg 2.659.443 € (75% der Kosten), für die Sesselbahn
Steinermandl 1.217.485 € (75% der Kosten) an Zuschüssen. Hinzu kamen kleinere
Beitrags-Posten für die Schlepplifte Restaurantlift, Schilling und Tasa mit insgesamt
gut 155.000 €.
Überdies wurden für neu zu errichtende Anlagen bzw. für Revisionen i. S. des
Landesgesetzes 6/1996 bis 2006 an Investitionszuschüssen genehmigt, aber bis
Mitte 2010 nicht ausbezahlt:
• Für das Skikarussell Jochtal AG, Kabinenbahn-Schwandt € 2.657.797 €
(45% der Kosten, beschl. 2004/05)
•
Für die Gitschberg AG, die Gaisjoch Verbindungsbahn € 3,757.500 € (45%
der Kosten, beschl. 2004 und 2006).
Insgesamt wurden zwischen 2001 und 2009 zwischen bezahlten Förderungen
und Guthaben für die Gitschberg AG und Jochtal AG aus Landesmitteln über
18,5 Mio. € bereit gestellt.
Zudem hat sich die Gemeinde Mühlbach verpflichtet, jährlich auf 12 Jahre
Aktien der Gesellschaft im Wert von 166.667 € zu zeichnen (Gesamt: 2.000.004
€); auch der Tourismusverein Jochtal will für 15 Jahre lang einen Beitrag von
330.000 € pro Jahr [Gesamt: 4.950.000 €) stellen.
Darüber hinaus sind für die nähere Zukunft vor allem auf Meransner Seite neue
Sessellifte (Serger- und Mitterwiese) sowie eine neue Beschneiungsanlage geplant.
Ein enormer finanzieller Kraftakt also seitens der Gesellschaft, der Gemeinde und
des Tourismusvereins, dem nur dann Erfolg beschieden ist, wenn namhafte
Landeszuschüsse weiter fließen und falls der Wintertourismus trotz drohender
Wirtschaftskrise weiterhin auf Touren bleibt. Schließlich sind das strategische Design
der Gesamtplanung und die zeitliche Abstimmung mit dem Ausbau von
Kronplatz/Ried bzw. der Sextner Dolomiten AG evident. Dies zeigt sich auch daran,
dass mit der Bestellung von Dieter Schramm zum Präsident des Aufsichtsrates der
Gitschberg Jochtal AG eine auch politisch genehme Schlüsselfigur der anderen
Zentren und der Schiregion Pustertal in eine strategische Position gehievt wurde.
Mittelfristig könnte aus den Schiregionen unter bestimmten Umständen ein einziger
Anbieter entstehen, mit unabsehbaren Folgen.
Daher richten wir folgende Fragen an die Südtiroler Landesregierung:
•
•
•
Wurden die bis Mitte 2010 offenen Beiträge für die Funifor Gaisjoch (€
3.757.500), die 3. Rate für die Sesselbahn Hinterberg (€ 353.455), die 3. Rate
für die Sesselbahn Steinermandl (€ 162.331), die Beiträge für die
Kabinenbahn Schwandt (€ 2.657.797), die Kabinenbahn Hinterberg (€
218.700), den Schlepplift Restaurant (€ 17.500) inzwischen ausbezahlt?
Welche neuen Beiträge wurden seit Mitte 2010 an die Gitschberg AG, die
Jochtal AG und die neue Gitschberg Jochtal AG zugesagt, wie viele
ausbezahlt?
Wird zur Entlastung des Wasserhaushalts ein adäquater Wasserspeicher
errichtet, wie etwa bereits 2001 am Hinterberg mit einem Fassungsvermögen
von über 40.000 m3 laut UVP vorgesehen?
Bozen, den 22. September 2011
Hans Heiss
Riccardo Dello Sbarba
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Seele and Geist
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