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(Wie) Ist ökologische Nachhaltigkeit umsetzbar?

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(Wie) Ist ökologische Nachhaltigkeit umsetzbar?
Eines der acht UN Millenniumsziele ist die Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit.
Inhalte sind einerseits Implementierung von nachhaltigen politischen Rahmenprogrammen,
regional, national und international sowie achtsamer Umgang mit Ressourcen, wie Wasser,
Energie, Böden, Biodiversität und Luft.
Besonders in den letzten Jahren wurde der Begriff Nachhaltigkeit so oft und in zu vielen
verschiedenen Zusammenhängen verwendet, dass er beinahe zum sinnentleerten Wort
geworden ist. Und doch ist Nachhaltigkeit, wie es scheint, eine der größten
Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Zunehmend stellt sich die Frage: ist diese
Herausforderung überhaupt bewältigbar? Viele Anstrengungen, viele Frustrationen. Einige
Erfolge, aber viele Versäumnisse. In den nächsten Zeilen, werde ich einige dieser Erfolge und
Versäumnisse skizzieren, so wie Aufgaben die noch vor uns liegen.
Eine geschichtliche Perspektive zeigt, dass Umweltthemen erst in den letzten 30 Jahren
aktuell wurden. Die erste internationale Konferenz, die sich diesem Thema annahm war 1972.
Aus dem umweltpolitischen Anliegen der Bevölkerung in den 70er Jahre wurden
institutionelle Rahmen entwickelt, wie Ministerien, die UNEP als Teilorganisation der UNO,
so wie NGOs die wichtige Arbeit leisten. Bereits zwanzig Jahre nach dieser Konferenz wurde
Umweltschutz in einen größeren Zusammenhang gestellt und mit dem Begriff Nachhaltigkeit
die Wichtigkeit des Zusammenspiel von ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren
erkannt. Es wurden Konventionen zu Klima, Artenvielfalt und Wäldererhaltung
verabschiedet. Natürlich gibt es viele Kritiken, dass nicht genug in der Umsetzung erreicht
wurde, zu Recht und doch wurde vieles geleistet. Ein Erfolgbeispiel für eine gelungene und
umgesetzte Konvention ist das Montreal Protokoll zum Schutz der Ozonschicht. Innerhalb
von kurzer Zeit wurden durch Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und
KonsumentInnen FCKW in Alltagsprodukten wie Spraydosen verboten. Man/frau sieht: es
GEHT, wenn alle wollen.
Im Bereich Klima drängt die Zeit besonders. Im 1997 verabschiedeten Kyoto-Protokoll
verpflichteten sich die Länder zu einer weltweiten Emissionseinsparung von mindestens 5 %,
was angesichts der Notwendigkeiten, 75% für eine Stabilisierung des
Treibhausgaskonzentration, nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist.
Heute, sieben Jahre später, zeigen die Daten vom Umweltbundesamt, dass Österreich, seither
aber nicht eingespart hat, sondern im Gegenteil: die Treibhausgasemissionen sind seit 1990
um 4,8% gestiegen: Zwar gibt es durchaus positive Teilerfolge: nämlich Einsparungen im
Energiebereich (Heizung, Dämmung, Industrie), die werden von Emissionssteigerung im
Verkehr (hier ein Plus von 8%) aber zunichte gemacht.
Das Thema Wasser war vor kurzem noch unscheinbar im öffentlichen Diskurs, hat
inzwischen aber Eingang gefunden in viele Diskussionen. In den Ländern des Südens leben
mehr als ein Milliarde Menschen ohne Zugang zu sauberem und ausreichendem Wasser,
sowie zu sanitären Einrichtungen. Bis zum Jahr 2015 soll laut den Millenniumszielen die
Anzahl halbiert werden. Besonders in Afrika und Asien wird das Ziel der Reduzierung um die
Hälfte laut UNICEF und WHO wohl nicht erreicht werden. Neben der Schwierigkeit eine
Milliarde Menschen mit Wasser zu versorgen, steht die Tatsache, dass sich seit 1940 der
weltweite Wasserverbrauch versechsfacht hat. Heute braucht die weltweiter Landwirtschaft
ungefähr 70% des Wasserangebotes. Als zusätzlich erschwerender Faktor für die Erreichung
der Millenniumszeile zählen die GATS und WTO Verhandlungen zur Privatisierung von
Wasser.
Neben einigen positiven Veränderungen sind noch viele, wenn nicht zu viele
Herausforderungen offen. Die Zeit drängt, aber die Geschwindigkeit unserer Aktivitäten ist zu
langsam. Wie sollen wir dazu Stellung nehmen? „Wir müssen uns leider mit einer
unsausweichlichen Realität konfrontieren: Die Herausforderungen von Nachhaltigkeit
überfordern uns. Mit einigen ehrenvollen Ausnahmen, sind unsere Antworten zu wenig, zu
klein und zu spät.“ stellt der UNO Millenniumsreport im Jahr 2000 fest. Das ist eine ehrliche
Antwort, die uns wahrscheinlich auch hilft, die nächste Schritte zu setzen. Es ist erleichternd
sich mit der Wahrheit zu konfrontieren. Es geht darum Wege zu finden, mit dieser Realität zu
sein, und trotzdem notwendiges tun, um weiterhin nach neuen Wegen zu suchen.
Das Bildungsprogramm von Südwind NÖ Süd bezieht auch diese Tatsachen mit ein: die
Ausstellung Klima Bewusstsein im Wandel für 15-20 jährige SchülerInnen, bietet die
Möglichkeit, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel zu beschäftigen, sich mit
eigenen Frustrationen auseinander zusetzen und trotzdem oder gerade deswegen
Handlungsalternativen erkennen zu können.
Bildunterschrift: In der Mediathek von Südwind NÖ Süd finden sich zu allen
Schwerpunktthemen der Millenniumsziele von der Armutsbekämpfung über die
Nachhaltigkeit bis hin zur Globalen Partnerschaft Fachbücher, CD-Roms und Videos.
Sämtliche Materialien können für einen geringen Unkostenbeitrag entlehnt werden. Für
Schulen gibt es die Möglichkeit einen Medienpaß zu lösen, wo für einen jährlichen
Pauschalbetrag von € 40,- alle LehrerInnen der Schule die Südwind Mediathek benützen
dürfen.
Karin Hirschmüller, Mag. Michaela Pichler und Dr. Ingrid Schwarz, die am Projekt „8 Ziele
für die Welt – Globalisierung gerecht, sozial, ökologisch“ arbeiten, laden in die Südwind
Mediathek ein.
Öffnungszeiten: MO, MI, DO jeweils 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr
Südwind NÖ Süd, Bahngasse 46
2700 Wiener Neustadt
Integration der Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in einzelstaatliche Politiken,
Umkehrung des Verlustes von Umweltressourcen und Halbierung des Anteils der Menschen,
die keinen Zugang zu hygienischem Trinkwasser haben bis 2015. Das ist der Inhalt des UN
Millenniumszieles zur Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit.
Nachhaltigkeit, ein viel verwendetes und oft inhaltentleertes Wort, ist in der Praxis die größte
Herausforderung des 21 Jh. auf globaler sowie lokaler Ebene. Ist sie überhaupt zu bewältigen?
Viele arbeiten dafür auf allen Ebenen, doch reichen die Anstrengungen aus? In den nächsten
Zeilen möchte ich kurz Versäumnisse und einige Erfolge skizzieren und Themen wie Klima
und Wasser als Beispiele der Nachhaltigkeitsdiskussion herausnehmen.
Internationale Abkommen und Strukturen:
Im Jahr 1972 war die erste internationale Konferenz, die Umweltthemen behandelte. Danach
wurden die ersten Umweltministerien in vielen Ländern geschaffen, das UNO
Umweltprogramm UNEP wurde gegründet und Umweltorganisationen ins Leben gerufen.
Zwanzig Jahre später 1992 in Rio wurde das Fundament für Konventionen zum Weltklima,
zur Artenvielfalt und zu Wäldern gelegt. In kurzer Zeit wurde viel erreicht hinsichtlich
Absichten. Wo auch die Umsetzung fruchtete, war beim Montreal Protokoll zum Schutz der
Ozonschicht. Damit verpflichteten sich die Unterzeichnerstaaten zur Reduktion und
schließlich zur vollständigen Abschaffung der Emission von chlor- und bromhaltigen
Chemikalien, die stratosphärisches Ozon zerstören. Und das wurde auch erreicht.
Klima:
Im Klimabereich gibt es in Österreich Erfolge im Energiesektor, bereits 33% des
Energieverbrauchs sind aus erneuerbaren Quellen. Doch auch diese Anstrengungen sind
eindeutig nicht genug für die Aufgaben denen wir gegenüber stehen. Die aktuellen Daten des
Umweltbundesamtes zeigen für 2001 Emissionszuwächse von 4,8 Prozent, für den Verkehr
sogar von 8 Prozent. Österreich hat sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2012
(Berechnungszeitraum 2008-2012) um 13% zu senken. Ausgangsjahr ist hierbei 1990. Derzeit
sind wir weit von diesem Ziel entfernt. Um die Gefahr des Klimawandels zu bewältigen
müssen die CO2 Emissionen verringert werden. (www.klimabündnis.at).
Wasser:
Im Weltwasserbericht untersuchten UNICEF und Weltgesundheitsorganisation (WHO) die
Umsetzung der "Millenniumsziele" der Vereinten Nationen. 189 Staaten versprachen im Jahr
2000, den Anteil der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser und zu
Abwasserentsorgung, bis 2015 zu halbieren. Die Bestandsaufnahme lässt aber befürchten,
dass dieses Ziel besonders in Afrika und Asien nicht erreicht wird, so UNICEF und WHO.
Dazu müssten in den kommenden Jahren 1,2 Milliarden Menschen mit sauberem Wasser und
sanitären Einrichtungen versorgt werden und eine Milliarde Menschen mit Toiletten und
einer Abwasserentsorgung.
Weltweit ist allerdings laut UNICEF der Anteil der Menschen, die Zugang zu sauberem
Trinkwasser haben, gestiegen, von 77 Prozent (1990) auf 83 Prozent (2002). Auch der
Zugang zu Toiletten und einer Abwasserentsorgung verbesserte sich in diesen zwölf Jahren,
von 49 Prozent auf 58 Prozent.
Neben einigen positiven Veränderungen sind noch viele Hausaufgaben offen. Dazu stellte der
UNO Millenniumsreport im Jahr 2000 fest: „Wir müssen uns leider mit einer
unsausweichlichen Realität konfrontieren: Die Herausforderungen von Nachhaltigkeit
überfordern uns. Mit einigen ehrenvollen Ausnahmen, sind unsere Antworten zu wenig, zu
klein und zu spät.“
Die ökologischen Herausforderungen sind zu groß, die politisch und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen zu konträr, und das Reaktionsvermögen der Menschen zu langsam um
wirklich gezielte und wirksame Veräderungen herbeizuführen. Was bleibt ist die
Bescheidenheit, die Endlichkeit der Kräfte der einzelnen und die Akzeptanz für die Welt wie
sie ist, ohne unsere Bestrebungen aufzugeben und trotzdem alles zu tun, was getan werden
kann. Denn vielleicht schaffen wir es doch!
Michaela Pichler
Südwind NÖ Süd
Bahngasse 46
2700 Wiener Neustadt.
Tel:02622/24832
Fax: 02622/85321
suedwind.noesued@oneworld.at
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