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Marktkommentar, 23. Juli 2013 Yoga vor dem Sprint – Wie die Fed

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Marktkommentar, 23. Juli 2013
Hannes Zipfel, Edelmetallexperte der Solit Kapital GmbH
Yoga vor dem Sprint – Wie die Fed übermütige Marktakteure einfängt
Die US-Notenbank (Fed) hatte ihre „Finte“ ausgelegt. Im Juni verängstigte Fed-Chef Ben
Bernanke die Marktteilnehmer mit der Aussage, die ultralaxe US-Geldpolitik zurückzufahren.
Vielleicht werde das systematische Ankaufprogramm von Wertpapieren, englisch
„Quantitative Easing“ (kurz: QE), Mitte 2014 sogar ganz enden, so der US-Währungshüter.
Vorausgesetzt, zwei Bedingungen seien bis dahin de facto erfüllt: Vollbeschäftigung und
dynamisches Wirtschaftswachstum aus sich selbst heraus, also ohne Stimulus. Natürlich hat
die Fed in der Vergangenheit mehrfach solche Exit-Strategien vorgestellt – ihre Taktik
ähnelte dabei einem Prinzip des Leistungssports: Kurz vor dem Wettkampf die Trainingsintensität zurückfahren, um dann erst richtig Gas zu geben. Ein solches sportliches
„Tapering“ – quasi Yoga vor dem Sprint – hat die Fed bereits in der Vergangenheit
angewendet. Denn aussteigen wollte man schon öfter, nur geklappt hat es nie: auf QE 1
folgte QE 2, dann QE 3.
Rückblickend war die Verängstigung der Marktteilnehmer vor dem Entzug der reichlichen
Liquidität völlig unbegründet. Die genannten Bedingungen ließen schnell erkennen, dass die
„Drohung mit der Rute“ nicht ernst gemeint war. Vielmehr zielte sie darauf ab, übermütige
Marktteilnehmer an den Aktienmärkten zur Raison zu bringen. Das Risikobewusstsein der
Marktakteure war zuvor in dem Vertrauen auf die unendliche Güte der Zentralbank und ihre
milden Gaben in beängstigendem Ausmaß zurückgegangen. Das war deutlich an den
historischen Tiefstständen des Risikoindikators Volatilität (VIX) abzulesen. Das Vorhaben der
Zentralbank ist unter dem Strich geglückt: Das Risikobewusstsein der Spekulanten ist wieder
angestiegen und der Aktienmarkt hat eine gesunde Korrektur vollzogen.
Sinkende Förderraten – Goldminen machen derzeit Minusgeschäfte
Der Goldpreis allerdings gab infolge des Statements über die geplante Kürzung nochmals
nach. Auch wenn sich die Notierungen kürzlich stabilisiert haben, beträgt der Preisrücksetzer
seit Jahresbeginn auf Eurobasis 21,6 Prozent. Aktuell notiert die Unze Gold (31,1 Gramm)
bei 988,75 EUR, also bereits wieder 53,67 EUR fester (Datenstand: 11. Juli 2013). Wie bei
allen Rohstoffen sind auch bei den Edelmetallen die Förderkosten ein wichtiger Faktor bei
der Preisbildung. Sinkt der erzielbare Verkaufspreis deutlich unter diese Kosten, werden die
Fördermenge und die Investitionen verringert. Bleibt die Produktion länger als sechs Monate
defizitär, werden Minen geschlossen oder schwach finanzierte Bergbauunternehmen
scheiden aus dem Markt aus. Infolge sinkt das Angebot deutlich. Bei Gold lagen die
durchschnittlichen Gesamtproduktionskosten im ersten Quartal 2013 bei 1.553 US-Dollar pro
Feinunze. Zu den aktuellen Notierungen von um die 1.250 Dollar produzieren viele Minen
stark defizitär. Und das Goldangebot aus der Minenförderung sinkt bereits: von 710 Tonnen
Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 11. Juli 2013)
im ersten Quartal 2012 auf nur noch 685 Tonnen im Vergleichsquartal 2013. Grund dafür
sind die Kostenexplosion speziell bei Energiekosten, abnehmende Erzgehalte und sinkende
Verkaufspreise. Doch warum gab der Goldpreis auch im zweiten Quartal 2013 deutlich nach
– trotz des rückläufigen Angebots und der sehr robusten Nachfrage nach physischem Metall,
vor allem aus den Emerging Markets?
* inkl. Förderaufwand, Explorationskosten, Finanzierungskosten, Investitionsaufwand, Verwaltungskosten
Quelle: Earth Resource Investment Group | Grafik: SOLIT Kapital GmbH
Ein wichtiger Grund dafür ist eine neue Angebotsquelle: physisch gedeckte Gold ETFs
(Exchange Traded Funds), die seit Dezember 2012 hunderte von Tonnen Gold zum globalen
Gesamtangebot beisteuern. Anders als die preissensitiven Goldkäufer in China, Indien, der
Türkei oder Russland, handeln die hauptsächlich via ETFs investierten Portfoliomanager teils
sehr prozyklisch. Fundamentale Überlegungen oder systemische Risiken spielen bei der
Anlageentscheidung keine Rolle. Vor allem Trendindikatoren und die Empfehlungen der
automatisierten Risikomanagementsysteme geben den Ausschlag für den Kauf oder den
Verkauf. Insofern ist Gold für viele der institutionellen Investoren ein beliebig austauschbarer
Vermögenswert. Da sich Aktienmärkte im Vergleich zu Gold aktuell deutlich besser
entwickeln, wird in diese Anlageklasse umgeschichtet.
Perspektivisch betrachtet ergibt sich aus der Konstellation rückläufiger, da unprofitabler
Minenproduktion einerseits, und dem Ausverkauf bei den ETFs andererseits ein explosives
Gemisch. Eine Mine wieder in Betrieb zu nehmen dauert mehrere Monate bis Quartale.
Bleibt die Goldnachfrage dann auch nur ansatzweise stabil und die ETF-Abflüsse schwächen
sich ab, kommt es schnell zu einem Ungleichgewicht zwischen stabiler Nachfrage und
deutlich verringertem Angebot – mit entsprechend dynamischen Preisanstiegen.
Steigende Silbernotierung nach Sommerloch erwartet
Auch der Silberpreis gab nach der Fed-Androhung weiter nach. Inzwischen hat sich das
weiße Edelmetall wieder leicht stabilisiert. Im Vergleich zum Vorjahr verbilligte sich Silber um
30 Prozent. Aktuell notiert eine Unze bei 15,47 Euro, also bereits 1,09 Euro vom JuniTiefststand mit 14,38 Euro/ Unze entfernt (Datenstand: 11. Juli 2013).
Da die saisonal schwache Phase beendet und die Situation sowohl fundamental als auch
terminmarkttechnisch extrem bereinigt ist, stehen die Chancen für einen Trendwechsel hin
zu signifikant steigenden Notierungen Richtung Spätsommer und Herbst sehr günstig.
Über die SOLIT-Gruppe
Die Solit Kapital GmbH wurde 2008 mit Sitz in Hamburg gegründet und hat sich seitdem auf realwertbasierte
Kapitalanlagelösungen spezialisiert. Hierzu zählen Edelmetallinvestments sowie Anlagen in werthaltigen
Grundbesitz. Nachdem Privatanleger und institutionelle Investoren mit dem Beteiligungsangebot SOLIT 2. Gold &
Silber sowie dem SOLIT PP Gold und dem SOLIT PP Silber bereits in physisches Gold und Silber investieren
konnten, erweiterte die Solit-Gruppe für Anleger im März 2011 mit dem FS Gold & Silver Reserve Fund die
Anlagemöglichkeiten in den Silbermarkt. Seit August 2012 können Anleger auf www.goldsilbershop.de darüber
hinaus einzelne Gold- und Silbermünzen und -barren zu günstigen Konditionen erwerben. Darüber hinaus hat das
Hamburger Emissionshaus seine Produktsparte für Vermögenswerte mit intrinsischem Wert im April 2013 um das
Beteiligungsangebot SOLIT Grund & Boden Kanada GmbH & Co. KG aufgestockt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.solit-kapital.de.
Kontakt: Sandra Landsfried / Juliane Lungershausen
public imaging • Finanz-PR & Vertriebs GmbH
Goldbekplatz 3 • D-22303 Hamburg • www.publicimaging.de
Tel.: +49 (0)40 / 401 999 - 16 / -25 • Fax: +49 (0)40 / 401 999 - 10
E-Mail: landsfried@publicimaging.de / lungershausen@publicimaging.de
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