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Geschichten, die deutlich machen, wie wir interkulturelle Pädagogik

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Fach: Pädagogik
Interkuturelle Pädagogik in praktischen Geschichten
LK 13
Baha: „Naja, ich würde ja auch gerne mitkommen aber ich habe
ihnen ja erklärt dass meine Eltern das nicht wollen.“
13-PA-L1-13
Geschichten, die deutlich machen, wie wir
interkulturelle Pädagogik erfolgreich wirken
sehen.
Thomas, Mara, Milena, Selina
Fr. Sager: „Ja ich verstehe ja auch warum deine Eltern da Beden65 ken haben, aber Herr Hassmann war da sehr deutlich. (überlegt)
So kommen wir nicht weiter, wie wäre es wenn sich deine Eltern,
du und Herr Hassmann mal zusammen setzten und das im direkten Austauschklären?“
Baha: (nickt) „Ja, das klingt gut, danke.“
1.Scene 1. Act:
Baha kam am Mittwoch aufgeregt von der Schule nach Hause.
Die Lehrerin Frau Sager hatte angekündigt dass die Klasse für 1
Woche auf Klassenfahrt fahren würde und ihnen allen einen In5 formationszettel und einen Anmeldebogen mit gegeben. Beim Mittagessen will sie mit ihrer Mutter darüber reden.
Mutter: „Und, Baha, ist heute etwas interessantes in der Schule
passiert?“
Baha: „ Ja, wir werden für eine ganze Woche nach Aachen auf
10 Klassenfahrt fahren! Das wird bestimmt total toll! Hier sind ein Informationszettel und der Anmeldebogen. (reicht der Mutter die
Zettel)
Mutter: (überfliegt die Zettel kurz) „Hier steht ihr übernachtet in einer Jugendherberge, heißt das, dass ihr Zimmer an Zimmer mit
15 den Jungs schlaft? (klingt nicht begeistert)
Baha: (zuckt mit den Schultern) „Ja, ich denke schon, zumindest
werden sie nicht weit weg sein.“
Mutter: „Ich glaube nicht dass ich das gut finde, wer weiß was da
passiert. Wenn dein Vater nach Hause kommt werden wir mit ihm
20 darüber reden und dann sehen wir ob du mitfahren darfst!“
Baha: (fassungslos) „Was, wieso denn? Ich meine, was soll da
schon passieren? Außerdem sind da ja auch die Lehrer und passen auf uns auf.“
Mutter: (bestimmt) „ Schluss jetzt, wir reden da später mit Papa
25 drüber.“
1.Scene, 2. Act:
70 2.Scene, 2.Act:
Bahas Eltern waren mit dem Vorschlag, sich zu einem Gespräch
zu treffen einverstanden und haben einen Termin ausgemacht.
Jetzt sitzen Baha, ihre Mutter und der Direktor Herr Hassmann
zusammen um zu überlegen wie sie das Problem lösen könnten.
75 Hr. Hassmann: „Also zählen wir nochmal die Fakten auf. Baha
würde gerne mit auf Klassenfahrt kommen und sie muss ja auch
teilnehmen da das Ganze eine Pflichtveranstaltung der Schule ist.
Jedoch wollen Sie als auch ihr Mann nicht das sie mitfährt wegen
den Jungen, richtig?“
80 Mutter: „Genau. Mein Mann und ich haben im Prinzip ja kein Prob-
lem damit das Baha weg fährt. Es ist nur so, dass wir uns sorgen
machen, das etwas passieren könnte.“
Hr. Hassmann: „Das verstehe ich auch, wirklich. Aber Herr Meißner und Frau Sager passen ja auf die Kinder auf. Sie fahren doch
85 schon seit Jahren auf Klassenfahrten und es ist nie etwas ernsthaft Schlimmes passiert.“
Mutter: „Mag sein und ich will hier auch ihre Kompetenz anzweifeln nicht, jedoch gibt es für alles ein erstes Mal und vor allem haben sie genug Kinder zu beaufsichtigen, da können sie sich nicht
90 auf alle gleichzeitig konzentrieren.“
Hr. Hassmann: „Das stimmt aber das ist ja auch nicht nötig, immerhin sind die Kinder alle 13 bis 114 Jahre alt und können ihre
kleinen Streitigkeiten schon alleine klären und wenn doch mal was
ernsthaftes sein sollte sind die Kollegen sofort zur Stelle.“
95 Mutter: „Ja in der Theorie, aber was wenn praktisch mehrere Kri-
Der Vater ist von der Arbeit nach Hause gekommen und die Mutter hat ihm gerade von der anstehenden Klassenfahrt und ihren
bedenken berichtet.
30 Vater: „Nein, ich möchte nicht das du mit auf diese Klassenfahrt
sen auftreten? Die Lehrer Können nicht überall gleichzeitig sein
und am Ende passiert ihr trotz allem was. Kann sie in der Zeit
nicht einfach hier bleiben und bei der Nachbarklasse mit in den
Unterricht gehen?“
100 Hr. Hassmann: „Jetzt malen sie doch nicht den Teufel an die
fährst, Baha!“
Baha: „Was, aber warum denn ?“
Vater: „Da kann sonst was passieren. Wer weiß am Ende kommen die Jungen nachts in euer Zimmer und wer weiß was dann
35 passiert und am Ende wirst du Schwanger und dafür bist du viel
zu jung!
Baha: „Aber Papa, so etwas würde ich doch nie machen, du
kennst mich doch. Oder vertraust du mir etwa nicht?“
Vater: „Doch, dir vertraue ich schon aber den Jungen aus deiner
40 Klasse nicht. In eurem alter spielen die Hormone verrückt und wer
weiß auf was für Ideen die kommen!“
Baha: „Naja aber ich bin ja nicht alleine, die anderen Mädchen
sind ja auch noch da und Frau Sager und Herr Meißner passen ja
auf uns auf.“
45 Vater: „Trotzdem, die können ihre Augen ja auch nicht immer
überall haben. Nein, ich will nicht das du da mitfährst, punkt!“
Baha: „Aber-“ (sieht flehend zu ihrer Mutter) „Mama, sag doch
auch mal was!“
Mutter: „Ich habe dir doch von Anfang an gesagt dass ich das
50 auch nicht gut finden würde wenn du mit fährst. Tut mir leid aber
ich bin hier absolut der Meinung deines Vaters. Du fährst da nicht
mit!“
Baha: (lässt resignierend den Kopf hängen) „Na gut.“
2.Scene, 1.Act:
Wand, gute Frau, das ist ja schon fast paranoid! Und hierbleiben
kann sie auf keinen Fall. Das ist eine Schulveranstaltung und sie
muss teilnehmen!“
Mutter: „Was heißt hier paranoid? Als ob so was nie vorkommen
105 würde, das hört man doch immer wieder das etwas in die Rich-
tung vorgekommen sein soll. Außerdem wenn sie in einen anderen Unterricht gehen würde, wäre sie ja trotzdem in der Schule.
Sie soll ja nicht zuhause bleiben.“
Hr. Hassmann: „Ja, aber das sind Ausnahme fälle! In der Regel
110 passiert nichts in der Richtung. Mal davon abgesehen freut sich
ihre Tochter doch auch auf die Klassenfahrt und zwar zu Recht.
So was tut den Kindern gut und stärkt den Zusammenhalt der
Klasse. Alle lernen sich nochmal näher und auf einer ganz neuen
Ebene kennen. Wenn sie nicht mit fährt könnte sie wichtige sozia115 le Dinge verpassen und im schlimmsten Fall ausgegrenzt werden.“
Mutter: „Jetzt übertreiben sie aber. Sie wird vielleicht ein zwei Mal
nicht mitreden können, aber das wird sie überstehen im Gegensatz zu sexueller Belästigung oder einer Schwangerschaft. Das
120 sind für mich die weitaus schlimmeren übel.“
Hr. Hassmann: „Das wird nicht passieren! Das sind Kinder keine
vorbestraften Triebtäter!“
Mutter: „Trotzdem wer weiß ob diese Kinder ihre Hormone im Griff
haben.“
125 Hr. Hassmann: „Ich bitte sie das wird langsam albern. Bis zu ei-
55 Baha hat ihrer Lehrerin am nächsten Tag in der Schule erklärt,
das sie nicht mitfahren kann und warum. Die Lehrerin hat sich daraufhin mit der Schulleitung besprochen und spricht jetzt mit Baha
über das Ergebnis.
Fr. Sager: „Also Baha, ich habe mit Direktor Hassmann gespro60 chen und muss dir mitteilen das du verpflichtet bist mit zu fahren,
nem gewissen Grad kann ich ihre Bedenken verstehen aber das
kann doch nicht wirklich ihr ernst sein?“
Baha: „Warum kannst du denn nicht einfach darauf vertrauen
dass alles gut wird, Mama? Du würdest wohl am liebsten selbst
130 mitfahren um mich zu beaufsichtigen was?“
Mutter: „Ach sei rede doch keinen Unsinn, Baha!“
da die Klassenfahrt eine Schulveranstaltung ist.“
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So kann interkulturelle Pädagogik vom Kind her gedacht praktisch funktionieren
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Fach: Pädagogik
Interkuturelle Pädagogik in praktischen Geschichten
Hr. Hassmann: „Nein, warten sie mal. Die Idee ist gar nicht
schlecht. Es kam immer mal wieder vor das Eltern mit auf Klassenfahrt fuhren. Das wäre doch die Lösung. Wenn sie oder ihr
135 Mann mitfahren würden, dann könnten sie sich selbst versichern
das es Baha gut geht und ihr nichts passiert.“
Mutter: „Aber mein Mann muss doch arbeiten und für Baha ist es
doch bestimmt auch blöd wenn einer von uns dabei ist, oder?“
Baha: „Nein warum denn, wenn ich so mitfahren darf ist das okay.
140 Naja vorausgesetzt ich werde nicht belagert. Und außerdem bist
du doch Hausfrau, da kannst doch sicher eine Woche mit mir mitfahren oder?“
Mutter: „Na warum eigentlich nicht. Ich rede nochmal mit meinem
Mann und wir sagen ihnen dann bescheid, in Ordnung Herr
145 Hassmann?“
Hr. Hassmann: (nickt) „Gut, ich halte auch nochmal Rücksprache
mit Frau Sager und hoffe dann auf eine positive Rückmeldung ihrerseits.“
Bahas Vater und auch Frau Sager waren mit der Lösung einver150 standen. Bahas Mutter hat auf der Klassenfahrt gesehen dass
sowohl die Lehrer als auch Baha selbst gut auf Baha aufpassen
können, dass die Jungs in Bahas Klasse auch nichts Bedenkliches oder bedrohliches an sich haben und das ihre Bedenken völlig unbegründet waren. Sie und ihr Mann haben sich daraufhin
155 entschlossen Baha mehr Freiheiten zu zugestehen.
+++++++++++++++++++++++++++
LK 13
auf und geht ih ihr Zimmer, um ihren Eltern nicht widersprechen
zu müssen.
200 Ihr Vater kann Defne nicht wiedererkennen. So hatte er sie nicht
erzogen.
Seine Wut ließ er zunächst an seiner Frau heraus und schrie sie
wegen dem angeblich versalzenem Essen an. Er wollte zu Defne
und mit ihr darüber reden, doch ihre Tür war abgeschlossen und
205 er forderte sie auf diese aufzuschließen. Defne ließ ihn vor Angst
2 Stunden vor der Tür warten, jedoch trieb sie ihm damit zur
Weißglut.
Ohne zu zögern schlug er seine Tochter aus dem Affekt heraus.
Defne war geschockt und fing an zu weinen. Er versuchte ihr zu
210 erklären, dass es sich für ein anständiges Mädchen nicht gehört
mit fremden Jungs unter einem Dach zu Leben, auch wenn es nur
5 Tage sind. Auch wenn er ihr vertraue, könne man das Verhalten
und Handeln der Jungs nicht einschätzen.
Defne: „Aber Papa, wieso schmeißt du jetzt alle Jungs in einen
215 Topf? Ich übernachte auch immer bei Jana. Das erlaubst du mir
doch auch obwohl sie 2 Brüder hat. Außerdem ist Martin in meiner
Klasse. Du hattest ihn sogar kennengelernt und sehr gemocht. Er
fährt auch mit. Am Anfang wolltest du auch nicht, dass ich bei ihr
übernachte, doch als du Janas Familie kennengelernt hasst und
220 ihre Mutter dir gezeigt hat wie sie leben warst du damit einverstanden.
Vater: „Ich werde mir das anschauen, doch weiß ich noch nicht ob
sich meine Meinung ändern wird.“
Ezgi, Enes
Tag der offenen Tür...
Defnes Klassenfahrt
Defne ist 13 Jahre alt. Sie besucht das Heinrich-HeineGymnasium in Dortmund. Auf die 5-tägige Klassenfahrt mit ihren
160 besten Freundinnen freut sie sich besonders, jedoch befürchtet
sie auch von vornherein, dass ihre Eltern sie ohnehin nicht mitfahren lassen werden.
Mit ihrer Befürchtung lag sie richtig, jedoch wusste sie zu dem
Zeitpunkt noch nicht wie weit die Sache noch gehen wird.
165 Zunächst zögerte Defne ihren Eltern die Klassenfahrt zu beichten,
bei der auch Jungs mitfahren.
Daraufhin meldete sich die Schulleiterin bei den Eltern, um sich
aufgrund organisatorischer Zusammenhänge zu informieren, ob
Defne nun mitfährt.
170 Schulleiterin: „Guten Tag, Herr Kaplan. Hier spricht die Schulleite-
rin von ihrer Tochter Defne, Frau Jansen.“
Herr Kaplan: „Guten Tag Frau Jansen“
Schulleiterin: „Es geht um die bevorstehende Klassenfahrt. Wir
haben ihrer Tochter Infoblätter für Sie mitgegeben, haben aber
175 noch keine Rückmeldung erhalten. Eine Einverständnis von Ihnen
wäre Pflicht.“
Herr Kaplan: „Klassenfahrt? Ich weiß nichts davon.“
Schulleiterin: „ Oh. Das hatte ich jetzt nicht vermutet. Die Klassenfahrt geht vom 4.11-9.11 und ist eine Schulveranstaltung, daher
180 Pflicht. Ich bitte Sie ihre Tochter anzusprechen und ihr die unterschriebenen Infoblätter wieder mitzugeben.“
Herr Kaplan: „ Vielen Danke. Ich werde mit Defne reden.“
Schulleiterin: „ Ich Danke Ihnen. Schönen Tag noch.“
225 Defne stellt ihrem Vater bewusst die Jungs aus ihrer Klasse vor,
daraufhin sprechen ihn auch die Eltern der Kinder an.
Am Ende des Tages steht der Vater und Druck. Einerseits will er
seine Meinung nicht ändern, aber andererseits traut er jetzt einigermaßen den Jungs aus ihrer Klasse vorallem auch weil türki230 sche Jungs dabei sind. Der wichtigste Faktor ist der Druck und die
Pflicht, die die Schulleiterin übermittelt. Er muss akzeptieren das
nur sein Wunschdenken nicht immer durchgesetzt werden kann.
Nach der Klassenfahrt...
Der Vater war gespannt auf den Bericht und die Erfahrungen sei235 ner Tochter.
Defne erzählte von den tollen Sehenswürdigkeit4en und Ausflügen
die sie gemacht haben. Mit den Jungs habe sie auch keine Probleme gehabt.
++++++++++++++
Büsra, Askin, Yasemin
240 Klassenfahrt
Problematik:
Die 13-Jährige Esra steht im Zwiespalt zwischen ihren Eltern und
ihrer Schule aufgrund der anstehenden Klassenfahrt. Ihre Eltern
sind besorgt um sie, da auch Jungs dabei sind. Jedoch muss Es245 ra laut der Schulleitung teilnehmen, da es eine Pflichtveranstaltung ist.
Im Klassenraum
Frau Müller: Esra, könntest du bitte ein paar Minuten bleiben? Ich
muss mit dir reden.
250 Esra: Natürlich Frau Müller.
Abends am Esstisch...
rauf, dass seine Tochter ihm von der Situation erzählt.
Frau Müller: Esra du hast als einzige immer noch nicht die Zustimmung deiner Eltern für die Klassenfahrt abgegeben.
Nach langem warten spricht er sie darauf an und erzählt vom Telefongespräch mit der Schulleiterin.
Esra: Ja, ich weiß, ich muss das noch mit meinen Eltern klären.
Sie kriegen den Zettel Morgen. Versprochen.
185 Defnes Vater lässt sich zunächst nicht anmerken und wartet da-
Auf die weitere Frage ihres Vaters, ob Jungs mitfahren, konnte
190 und wollte Defne nicht antworten.
Esra: Tschüs. Bis Morgen.
Ihr Vater konnte daraus erschließen, dass Jungs mitfahren und
sagte ihr, dass sie nicht mitfahren wird, da er den Jungs nicht
traut.
Defne kann die Reaktion ihres Vaters zwar nachvollziehen und will
195 ihrem Vater nicht widersprechen, aber will auch mitfahren. Vom
Esstisch einfach aufzustehen und zu gehen ist für ihren Vater respektlos, jedoch kann Defne ihre Meinung nicht äußern und springt
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255 Frau Müller: Okay, dann bis Morgen Esra.
Am Abend zu Hause bei Esra
Esra: Papa, ich muss mit dir reden.
Vater: Was ist los?
260 Esra: Jaaa, ich muss doch den Zettel für die Klassenfahrt abge-
ben und Frau Müller hat heute wieder danach gefragt.
So kann interkulturelle Pädagogik vom Kind her gedacht praktisch funktionieren
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Fach: Pädagogik
Interkuturelle Pädagogik in praktischen Geschichten
Vater: Esra, wir haben uns doch schon über dieses Thema unterhalten.
Esra: Ich weiß ja, Papa ich will aber mit. Alle meine Freunde fah265 ren doch auch, sogar Dilan darf mitfahren.
Vater: Es ist mir egal was deine Freunde machen. Ich habe nein
gesagt und es bleibt auch dabei. Keine Diskussion mehr.
Esra: Aber wieso denn?
Vater: Guck mein Schatz, ich will dir eigentlich nichts verbieten,
270 aber ich muss an dich denken und dich beschützen. Da sind
LK 13
Fr. Müller: Wir machen eine Ausnahme für Esra. Esra darf mit ihrer Freundin aus der parallel Klasse in ein Zimmer. Und dieses
Zimmer der Mädchen wird direkt neben meinem sein. So brau330 chen sie sich keine Bedenken um die Jungs machen.
Vater: Ich weiß nicht so ganz.
Esra: Papa, bitte es ist doch ein guter Vorschlag, nimm ihn doch
an.
Vater: Lassen sie mich mit meiner Frau darüber reden. Esra wird
335 ihnen Morgen bescheid geben.
Jungs dabei, ich weiß nicht wie die sich verhalten werden. Versteh
mich doch.
Fr. Müller: Okay, ich hoffe wir finden eine Entscheidung zum Wohle von Esra.
Esra: Ja Papa, ich versteh dich ja, aber ich muss mit, es ist eine
Pflichtveranstaltung.
Am Abend bei Familie Kaya
275 Vater: Du bist meine Tochter, ich darf über dich entscheiden nicht
deine Schule.
Esra: Okay Papa, dann komm Morgen in die Schule und kläre das
mit Frau Müller.
Herr Kaya hat sich mit seiner Frau über den Vorschlag von Frau
340 Müller unterhalten. Seine Frau fand diesen Vorschlag von Frau
Müller angepasst und sieht diesen als eine gute Lösung zur Situation. Herr Kaya hat zwar immer noch seine Bedenken, aber bejaht
den Vorschlag von Frau Müller zur liebe seiner Tochter.
Am nächsten Tag in der Schule
Am nächsten Tag
280 Fr. Müller: Esra, was ist mit dem Zettel, hast du den dabei?
Esra: Nein Frau Müller, ich darf nicht mit. Mein Vater kommt heute
zur Schule, um mit ihnen darüber zu reden.
Fr. Müller: Okay Esra.
345 Esra: Frau Müller meine Eltern haben zugestimmt, ich darf jetzt
mitfahren.
Fr. Müller: Echt, wie schön, freut mich sehr zu hören, dass deine
Eltern zugestimmt haben.
Esra: Ja mich auch, danke Frau Müller.
Nach der Schule
350 +++++++++++++++++++++++++++++
285 Vater: Guten Tag Frau Müller.
Fr. Müller: Hallo Herr Kaya. Ich würde gerne mit ihnen übe die anstehende Klassenfahrt reden.
Vater: Ja, das möchte ich auch.
Fr. Müller: Also, Esta hat mir vorhin mitgeteilt, dass sie nicht mit290 fahren darf. Stimmt das?
Farina, Alina, Julia, Laura
Elif Baddak ist 13 Jahre alt und geht in die 8. Klasse einer Gesamtschule. In der Schule hat sie viele Freundinnen mit denen sie
sich auch Nachmittags trifft. Eine Woche vor den Ferien, steht die
erste große Klassenfahrt mit der gesamten Stufe an.
355 Als Elif und Ihre Freundinnen im Unterricht über die Klassenfahrt
Vater: Ja, das stimmt. Ich möchte nicht das Esra mitfährt.
Fr. Müller: Und warum möchten sie das nicht Herr Kaya?
Vater: Weil ich mich um meine Tochter Sorgen mache und bedenken habe.
295 Fr. Müller: Warum die Sorgen? Es sind Lehrer dabei, ihre Freun-
dinnen sind dabei. Soweit ich mich erinnere auch ihre beste
Freundin aus der parallel Klasse. Und außerdem, Herr Kaya, sind
wir immer noch innerhalb Deutschland. Wozu ihre Bedenken?
Vater: Ja, das weiß ich ja alles schon. Aber trotzdem, sie ist mei300 ne Tochter und ich muss mich um sie kümmern.
Fr. Müller: Ich weiß, dass sie sich um ihre Tochter kümmern wollen und sich um sie sorgen machen aber ihre Bedenken sind umsonst.
Vater: Gucken sie, die Mädchen aus unserer Familie sind bis jetzt
305 noch nie auf Klassenfahrt mitgefahren, weil wir es einfach nicht
wollen, dass unsere Töchter mitfahren. Und das wird sich jetzt
auch nicht bei Esra ändern.
Fr. Müller: Aber Herr Kaya, Esra möchte doch mit. Zeigen sie
doch etwas Toleranz. Esra, was sagst du dazu?
310 Esra: Ja, ich verstehe meinen Vater und seine Sorgen um mich,
ich respektiere ihn ja auch voll und ganz, aber ich möchte so gerne mitfahren.
Vater: Esra, du kennst meine Meinung. Ich möchte nicht dass du
mitfährst, weil die Jungs mir bedenken machen.
315 Esra: Aber Papa es sind doch Lehrer dabei, ich bin ja nicht alleine
mit den Jungs. Guck Dilan
ist auch da und meine ganzen anderen Freunde.
Vater: Esra, ich vertraue dir ja, aber ich habe meinen eigenen
bedenken darüber.
320 Fr. Müller: So wie sie sich schildern Herr Kaya, verstehe ich sie ja,
aber sie müssen mich auch verstehen. Es ist eine Pflichtveranstaltung und jeder hat daran teilzunehmen, auch ihre Tochter.
Meine Aufgabe ist es auf Esra und die anders Kinder aufzupassen.
325 Also bitte lassen sie uns doch eine Mitte finden und uns einigen.
informiert werden, schmieden sie Pläne über die Zimmeraufteilung.
Direkt nach der Schule läuft Elif zu ihrem Vater in die türkische
Bäckerei, um ihm von der Klassenfahrt zu berichten. Sie erzählt
360 ihm von der schönen Umgebung und den tollen Freizeitmöglichkeiten, die sie und ihre Freundinnen nutzen können.
Als sie ihren Vater endlich zu Wort kommen lässt, ist dieser total
erschrocken und besorgt. Elif wird durch die Reaktion ihres Vaters, in ihrer Euphorie gebremst, weil sie merkt, dass er nicht ein365 verstanden und besorgt ist.
Ihr Vater Tayfon nimmt ihre Hände, schaut ihr in die Augen und
gibt ihr zu verstehen, dass er sich große Sorgen um sie macht,
wegen der Jungen aus ihrer Stufe. Mit einem strickten „Nein“ seitens des Vaters verlässt sie den Laden.
370 Vor dem Laden fängt Elif an zu weinen. Sie würde so gerne mit ih-
ren Freundinnen auf Klassenfahrt fahren, allerdings liebt sie auch
ihren Vater, den sie nicht enttäuschen möchte. Sofort wird ihr klar,
dass auch ihre Mutter gegen die Klassenfahrt sein wird.
Am Abend wird Elif von einer Freundin angerufen, die sich darü375 ber erkundigen möchte ob sie mit zur Klassenfahrt darf.
Ihre Freundin Lea kann die Entscheidung der Eltern nicht verstehen. Elif erklärt ihr traurig, dass sie wegen der Jungen nicht mit
kommen darf, da ihre Religion vorschreibt, im jungen Alter keinen
Kontakt zu männlichem Geschlecht zu haben. Aufgrund der Wert380 und Normkonflikte zwischen türkischer und deutscher Kulturversucht sie Lea darzustellen, dass ihre Situation schwierig ist. Elif
stößt bei Lea auf Unverständnis und beendet das Gespräch.
Am nächsten Tag geht Lea zur Lehrerin Frau Schulte und berichtet ihr von Elifs Situation woraufhin diese das Problem in Angriff
385 nehmen will und Elifs Eltern zu einem Gespräch bittet.
Nach der Schule erwarten Elifs Eltern sie bereits vor dem Schulgelände. Als Elif auf sie zu kommt werden ihre Knie weich da ihre
Eltern nicht sehr erfreut aussehen und der blick ihres Vaters verdeutlicht das es ein Problem gibt. Ihre Eltern informieren sie über
390 das Gespräch mit der Lehrerin und treten den weg zum Schulbüro
an.
Die Lehrerin erkundigt sich zuerst über die Probleme der Familie,
woraufhin der Vater die Situation schildert. Er erklärt seine Sorge
Vater: Und die wäre?
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Fach: Pädagogik
Interkuturelle Pädagogik in praktischen Geschichten
dass seine Tochter mit den Jungen aus ihrer Stufe in unsittlichen
395 Kontakt kommen könnte.
Daraufhin erklärt Elifs Lehrerin, dass Jungen und Mädchen in getrennten Zimmern sowie Fluren untergebracht sind und das es eine Nachtwache gibt. Außerdem macht die Lehrerin deutlich, das
die Jungs aus Elifs Klasse nicht an Mädchen interessiert sind und
400 sich eher in ihrer Jungen Gruppen aufhalten.
Aus ihren eigenen Erfahrungen kann sie sagen, dass die Jungen
in dem alter auf keinen Fall sexuell an Mädchen interessiert sind.
Sie bietet Elif an das sie sofort zu ihr kommen kann wenn etwas
auf der Klassenfahrt vorfallen sollte.
470
475
405 Elifs Vater sorgt sich trotz der Argumente der Lehrerein immer
noch um seine Tochter. Daraufhin schildert Frau Schulte ihre Idee
eines gemeinsamen Stufen Essens zusammen mit den Eltern um
dafür zu sorgen, das sich die Familien kennen lernen können. die
Eltern von Elif nehmen das Angebot mit ihrem Zuspruch schließ410 lich an.
Elif hat nun Hoffnungen die Meinung ihrer Eltern umzustimmen.
480
485
Eine Woche später findet im Park ein großes Grillfest statt bei
dem sich alle kräftig amüsieren. Auch Elifs Eltern gesellen sich zu
der bunten Gemeinschaft, behalten dabei aber immer ihre Tochter
415 im Auge. Sie unterhalten sich mit vielen Eltern anderer Schüler
und dabei fällt ihnen auf das die Gemeinschaft sehr nett und zuvorkommend ist.
Das Beobachten ihrer Tochter hat ihnen bewiesen das diese sich
ausschließlich mit ihren Freundinnen beschäftigt und das die jun420 gen unter sich bleiben.
Als die Familie zuhause ankommt, nehmen die Eltern ihre Tochter
in den arm und erklären ihr, dass sie doch mit auf klassenfahr fahren darf. die einzige Bedingung für die Teilnahme ist das sie sich
täglich per Telefon meldet. Elif ist sehr erleichtert und kann sich
425 nun ohne schlechtes gewissen auf die Klassenfahrt freuen.
Julian, Christopher
Szene 1 – Klassenfahrt Im Klassenraum. Die Klassenlehrerin Frau
490 Peters teilt die Teilnahmeunterlagen für die bevorstehende Klas-
495
500
Die 13-jährige Özlem kommt von der Schule nach Hause und berichtet ihren Eltern von der bevorstehenden Klassenfahrt. Der Vater lehnt sofort ab und ist nicht zu einem Gespräch bereit und
430 auch die Mutter hält sich zunächst zurück. Özlem zieht sich enttäuscht in ihr Zimmer zurück. Einige Zeit später klopft die Mutter
an ihrer Zimmertür und sucht das Gespräch mit ihrer Tochter. Sie
versucht ihre Tochter dazu zu überreden am nächsten Tag in der
Schule das Gespräch mit ihrer Klassenlehrerin zu suchen, denn
435 sie weiß genau, dass ihr Mann sich nicht von seiner Meinung abbringen lassen wird und sich auch nicht von seiner Frau und seiner Tochter reinreden lässt.
Am nächsten Tag sucht Özlem das Gespräch mit ihrer Klassenlehrerin Frau Mustermann. Sie schildert das Problem, welches ihr
440 Vater mit ihrer Teilnahme an der Klassenfahrt hat. Er ist der Auffassung, dass seine Tochter nicht über einen längeren Zeitraum
mit mehreren Jungen ohne seine Aufsicht auf engstem Raum
verbringen solle. Frau Mustermann ist von dieser Einstellung des
Vaters geschockt und entgegnet, dass die Klassenfahrt eine
445 Pflichtveranstaltung sei und sie daran teilzunehmen habe. Özlem
weiß darauf nichts zu erwidern, woraufhin die Lehrerin einen Gesprächstermin mit Özlems Eltern wünscht. Özlem stimmt diesem
Vorschlag widerwillig zu, da sie genau weiß, dass das Gespräch
keinen Ausgang haben wird, welcher in ihrem Interesse ist, dass
450 sie gerne mitfahren wollen würde.
Nach der Schule kommt Özlem mit einem mulmigen Gefühl nach
Hause und vertraut sich zunächst ihrer Mutter an, diese verspricht
mit ihrem Mann zu reden und ihn davon zu überzeugen, zu diesem Termin zu gehen, da es ihrer Tochter am Herzen liegt. Als
455 der Vater am Abend nach Hause kommt, sucht die Mutter das
Gespräch mit ihrem Mann. Dieser ist zunächst nicht sehr begeistert von der Bitte der Lehrerin um einen Gesprächstermin nachzugehen. Nach einiger Überredungskunst der Mutter ist er bereit an
dem Termin teilzunehmen.
505
510
515
520
525
530
535
460 Einige Tage später findet das Gespräch statt, bei welchem Özlem
auch anwesend ist. Nach einer kurzen Begrüßung beginnt die
Lehrerin ohne Umschweife mit dem Gespräch über die Klassenfahrt. Der Vater bringt erneut sein Argument ein, dass er seine
Tochter nicht unbeaufsichtigt über mehrere Tage mit mehreren
465 Jungen verbringen lässt. Die Lehrerin entkräftet sein Argument inGeschichten-13.docx
dem sie sagt, dass Jungen und Mädchen in getrennten Zimmern
und sogar auf unterschiedlichen Etagen untergebracht sind. Zu
dem fahren zwei weitere Lehrer mit, die ein Auge auf die Kinder
werfen und sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Die Mutter sagt
kleinlaut, dass sie der Lehrerin recht gibt und es für ein gutes Argument hält, ihre Tochter mitfahren zu lassen. Der Vater blockt
aber weiterhin ab und ist nicht kompromissbereit. Özlem fühlt sich
sichtlich unwohl und bittet kleinlaut ihren Vater und verspricht ihm
sich während der Klassenfahrt an die Mädchen zu halten. Kompromisssuchend macht die Lehrerin den Vorschlag, dass ein Elternteil von Özlem als Betreuer mitfahren könnte. Der Vater sagt,
dass er berufstätig ist und für so einen Quatsch keinen Urlaub
nehmen wird. Die Mutter hingegen sieht diesen Kompromiss als
eine gute Alternative, dafür, dass ihre Tochter mitfahren und der
Vater Gewissheit hat und sich somit sicher fühlen kann, dass
nichts passiert, was nicht in seinem Sinne ist. Sie schlägt vor
selbst mitzufahren, worauf der Vater nach kurzer Überlegungszeit
widerwillig zustimmt. Özlem fällt ihrem Vater freudig in die Arme
und sagt ihm, dass er sich nun keine Sorgen machen müsse und
sie glücklich ist, dass er es ihr doch noch erlaubt hat mitzufahren.
Die Lehrerin ist zufrieden mit dem Kompromiss und freut sich für
Özlem, dass sie doch noch mitfahren kann.
++++++++++++++++++++++++
+++++++++++++++++++++++++++++
Julia P., Pia B.
LK 13
540
senfahrt aus. Während dessen sprechen die meisten Schüler über
ihre Erwartungen. Fr. Peters: Das Geld für Klassenfahrt zum
Schwarzwald, die in 4 Monaten stattfindet, sollte bis zum 1 Februar überwiesen worden sein. Gebt diese Zettel einfach an eure Eltern weiter, dort stehen alle Informationen über die Finanzierung,
die Herberge und die Gestaltung. Während dessen spricht Dilan
mit ihren Freundinnen Vanessa und Sara. Vanessa: Ich freu mich
ja schon so auf die Klassenfahrt, das wird bestimmt toll! Dilan: Ja
ich auch! Ich hab mir sogar schon Bilder von der gegend angeguckt. Sara: Du fährst mit? Dilan: Ja klar. Das ganze ist ja schließlich auch Pflicht, oder? Willst du etwa nicht mit? Sara: Es geht mir
gar nicht ums wollen. Meine Eltern erlauben es mir nicht. Sie meinen das da zu viel passieren könnte. Vanessa: Aber ist das Ganze den nicht Pflicht? Sara: Mein Vater meinte der regelt das
schon. Er kennt da so einen Arzt, der Verständnis für so was hat.
Ich lass mich die Woche krankschreiben und wir besuchen unsere
Verwandten in der Türkei. Das ist auch immer schön, deswegen
stört mich das eigentlich nicht. Aber was ist mit dir Dilan? Hast du
eigentlich schon mit deinen Eltern darüber gesprochen? Gerade
dein Vater ist doch auch sehr streng oder? Dilan: Ne hab ich noch
nicht, aber mein Bruder durfte letztes Jahr auch mit seiner Klasse
nach London, deswegen mach ich mir da keine großen Sorgen.
Szene 2 – Mensagespräch Während der Pause überhört Dilan in
der Mensa wie 2 ihrer Mitschüler darüber reden, das ihre Freundin
Sara nicht mitfahren darf. Toni: Sara ist echt komisch. Nicht nur
das ihre Eltern ihr verbieten mit zu fahren, ihr scheint es auch egal
zu sein. Lena: Das liegt bestimmt alles an ihren Eltern! Wären die
nicht so Streng und gemein, dann würde Sara bestimmt auch mit
uns besser zu Recht kommen! Toni: Ich hab auch gehört das die
echt böse sind. Die zwingen die bestimmt auch das Kopftuch zu
tragen und lassen sie gar nichts selbst entscheiden. Das war
Dilan zu viel. Immerhin kennt sie sowohl Sara, als auch ihre Eltern
sehr gut. Außerdem weiß sie, dass wenn Sara etwas unbedingt
will, ihre Eltern meist Nachgeben damit sie es nicht so schwer hat
Kontakte zu knüpfen. Dilan geht also zu Ihren Mitschülern.
Dilan(laut): Was seid ihr denn überhaupt für Spinner? Sara’s Eltern wollen bestimmt immer nur das Beste für sie, und wenn sie
mitfahren wollen würde, würden ihre Eltern ihr das bestimmt auch
erlauben, wenn sie wissen das auch wirklich nichts passieren
kann! Aber vorschnell über andere urteilen, das könnt ihr! Idioten!
Szene 3 – Gespräch mit Eltern Dilan und ihre Mutter sitzen im
Wohnzimmer und warten, das Dilans Vater von der Arbeit kommt.
Hierbei spricht Dilan die Klassenfahrt an. Mutter: Wie war den die
Schule heute? Dilan: Eigentlich total doof. Wir haben zwar endlich
eine Klassenfahrt geplant, aber Sara fährt nicht mit. Und alle anderen denken ihre Eltern wären richtige Monster weil sie es ihr
verbieten würden, aber sie fährt ja mit ihrer Familie weg. Mutter:
Das hört sich wirklich doof an. Ihr macht also eine Klassenfahrt?
Dilan: Ja, in so 4 Monaten. Ich freu mich da schon total drauf! Der
Vater kommt nach Hause und setzt sich dazu. Dilan: Hier ist auch
der Zettel wo alles drauf steht. Oh, Hallo Papa. Vater: Hallo! Worüber redet ihr? Dilan: Über die Klassenfahrt die wir bald machen.
So kann interkulturelle Pädagogik vom Kind her gedacht praktisch funktionieren
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Interkuturelle Pädagogik in praktischen Geschichten
Vater: Klassenfahrt? Zeig mal den Zettel her…. (Liest) Nein da
kannst du nicht mitfahren. Dilan: Was, wieso den? Emre durfte
doch letztes jahr auch nach London. Vater: Er ist ja auch viel älter!
Ausserdem bist du ein mädchen, wie soll ich den auf dich aufpassen? Dilan: Das kann ich doch selb.. Vater: Kannst du noch nicht!
Und jetzt geh auf dein Zimmer Szene 4 – Gespräch mit der Lehrerin Nach dem Unterricht sucht Dilan das Gespräch mit Frau Peters um eine Lösung zu finden. Dilan: Kann ich vielleicht kurz mit
ihnen unter 4 Augen reden Frau Peters? Fr. Peters: Klar doch,
was ist denn los? Dilan: Mein Vater will mich nicht auf die Klassenfahrt lassen und ich weiß nicht wie ich ihm klar machen soll
das es dafür überhaupt keinen Grund gibt.F.Peters: Ich bin mir Sicher dein Vater hat seine Gründe , die Frage ist nur ob diese auch
Objektiv sind . Dilan : Ich verstehe nicht ganz … Fr. Peters : Du
musst das so sehen : Dein Vater ist bestimmt unter völlig anderen
Umständen aufgewachsen und macht sich darauf basierend sorgen . Auch sein Glauben spielt dabei bestimmt eine große Rolle.
Hast du ihn denn auch schon über die Umstände informiert ?
Weiß er das rund um die Uhr Lehrer auf euch aufpassen und das
Wir extra immer 1 muslimischen Lehrer mitschicken um sicher zu
gehen das wir den Glaubensansprüchen der Eltern gerecht werden ? Dilan : Das habe ich ja versucht aber er hat gar nicht erst
mit sich reden lassen .. Fr. Peters : Deine mutter ist doch auch
hier aufgewachsen oder ? Versuch ihr die Lage doch näher zu
bringen . Ich denke sie hat bestimmt ein offenes Gehör für sowas
und bestimmt redet sie nochmal mit deinem Vater wenn du sie bittest Noch am selben Tag überzeugt Dilan ihre Mutter sich der Sache anzunehmen Szene 5 – Gespräch zwischen Eltern Vor dem
Esseb spricht Dilans Mutter ihrem Vater noch einmal auf die Klassenfahrt an . Mutter : Denkst du wirklich das Verbot ist der richtige
Weg damit umzugehen ? Vater: Nein , der richtige Weg wäre
wenn sie es von alleine begreifen würde . Mutter: Ich glaube nicht
das du das so erreichst . Du weißt doch das meine Eltern auch
sehr Streng waren und mir anfangs viele Sachen aufzwingen wollten , irgendwann habe ich deswegen den Glauben regelrecht verflucht ! Erst als sie eingesehen haben das man den richtigen weg
selbst einschlagen muss konnte ich ihn auch wieder beschreiten .
Vater: Aber in solch einem Umfeld ? Wie kann man sich da sicher
sein das sie ihren Weg auch findet ? Mutter : Du wolltest deiner
Tochter nicht einmal zuhören , sonst hättest du erfahren das die
Schüler rund um die Ihr beaufsichtigt werden und sogar extra ein
Muslimischer Lehrer mitgeschickt wird um den Religiösen Ansprüchen gerecht zu werden . Vater : Mhhh .. Ich muss erst noch eine
Nacht drüber schlafen. Szene 6 – Erlaubnis Am nächsten Morgen
. Dilan will gerade das Haus verlassen um zur Schule zu gehen .
Vater : Hey Dilan komm bitte nochmal zurück bitte . Der Vater
guckt seine Tochter missmutig an und überreicht ihr den unterschrieben zettel . Vater : Hier bevor ich mir das anders überlege !
Dilan : Danke Baba ! Ich liebe dich Noch am selben Abend liegt
Dilan im bett und denkt über die Geschehnisse nach Dilan : Puh ,
ich bin wirklich froh das Vater verstanden hat . Aber hat er überhaupt verstanden ? Ich glaube nicht das er eingesehen hat das
seine Lebensweise nicht Allgemeingültig seien kann . Anderseits
scheinen viele andere unsere Lebensweise auch nicht zu
Aktzeptieren . Im Endeffekt kommt es wohl auf genau diese
Aktzeptanz an
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Caner, Mustafa, Lukas, Davina, Lisa
600 Bala ist ein 13 jähriges Mädchen. Sie geht in die 7. Klasse einer
Realschule. Sie fühlt sich wohl in ihrer Klasse und hat einige
Freunde. Am Ende dieses Jahres findet die Klassenfahrt nach
Xanten statt. Diese findet in einer netten in der nähe liegenden
Jugendherberge statt. Alle Kinder freuen sich schon auf diese 5
605 tägige Fahrt. Auch Bala freut sich, doch sie ist unsicher, denn ihre
Eltern sind streng. Als sie nach Hause kommt, wartet ihre Mutter
bereits am gedeckten Mittagstisch.
Mutter: Hallo Bala, na wie war dein Tag?
Bala:
Hi Mama, mein Tag war aufregend, wir haben heute
610 über unsere Klassenfahrt nach Xanten geredet.
Mutter: Hilf mir erstmal beim Essen und dann können wir in Ruhe
reden.
Bala :
Voll cool oder? Es geht nach Xanten mit allen Mama,
mit allen! Ich gehe mir Alexandra, Anna, Laura und Sarah auf ein
Zimmer. Und ich weiß noch gar nicht was ich packen soll, ist das
nicht aufregend ?!
620 Mutter: Beruhige dich erstmal Bala, du bist ja wirklich hibbelig.
Bala:
Aber Mama...
Mutter: Bala, lass und das doch gleich zusammen beim Essen
klären. Immerhin müssen wir mal schauen was Papa dazu sagt.
Am Essenstisch.
625 Die Familie hat sich zum Tisch versammelt. Der Vater kehrt hung-
rig von der Arbeit heim. Freundlich aber hastig grüßt er eine Familie, wirft sein Mantel bei Seite und gesellt sich an den Mittagstisch.
Papa:
Mhm das duftet aber weder prächtig mein Schatz.
Mutter: Danke, Bala hat mir natürlich wieder geholfen.
630 Die Familie beginnt freudig zu speißen.
Papa:
Was ist los Bala? Warum bist du heute so aufgeregt?
Bala:
Papa, ich muss dir was erzählen. Heute in der Schule
haben wir über unsere Klassenfahrt nach Xanten gesprochen. Ich
darf doch mit oder?
635 Papa:
Klassenfahrt ?! Das geht mir alles ein wenig zu schnell.
Xanten? Mit Übernachtungen, und fahren da überhaupt Jungs
mit?
Mutter: Ergül, lass deine Tochter erstmal ausreden.
Bala:
Also, wir fahren für 5 Tage in eine Jugendherberge und
640 natürlich fahren Jungs mit, die gehören schließlich zur Klasse.
Die Stimmung ist etwas gereizt und dem Vater ist Empörung zu
zu sehen.
Papa:
Sack und Asche! Jungs ?! Das geht ja mal gar nicht!
Bala:
Aber Papa...
645 Papa:
Bala, das ist kein Thema worüber wir diskutieren müssen, das ist ein Prinzip!
Bala blickt verdutzt zu ihrem Vater. Fassungslos gebannt starrt sie
ihn an.
Bala:
Ist das dein Ernst? Jungs und Mädchen schlafen auf un-
650 terschiedlichen Zimmern und sogar auf unterschiedlichen Etagen.
Bitte Papa, bitte!
Papa:
Nein!
Mutter: Du musst das verstehen. Wir wollen nur dein Bestes, wir
machen uns wirklich Sorgen.
655 Bala verstummt und schmollt.
Papa: Ich kann mir vorstellen das du unbedingt mit willst und
das unser Verbot dich traurig macht, aber es ist halt so!
In der Schule, nach dem Unterricht such Bala das Gespräch mit
ihrem Lehrer Herr Müller.t
660 Bala:
Herr Müller, ich habe mit meinen Eltern gesprochen. Sie
wollen nicht, dass ich mit fahre.
Lehrer: Wo liegt denn das Problem? Gibt es finanzielle Schwierigkeiten? Wenn es daran liegt könnten wir eine Lösung finden.
Bala:
Nein, Nein. Daran liegt es nicht, sonder and den Jungs.
665 Lehrer: An den Jungs? Was ist denn mit denen?
Bala:
Meine Eltern machen sich wohl Sorgen. Sie wollen es
einfach nicht erlauben!
Lehrer: Mhm. -.. Eine schwierige Situation. Klassenfahrten gehören zur Schule dazu. Vielleicht haben deine Eltern eine falsche
670 Vorstellung von der Fahrt.
Bala:
Ja aber ich habe ihnen das erklärt. Sogar das mit den
getrennten Stockwerken. Das ist so gemein, sie wollen es nicht
erlauben!
Lehrer: Ja das kann ich mir vorstellen, aber jetzt sei nicht traurig.
675 Ich werde deine Eltern heute mal anrufen und zusammen machen
wir einen Termin für ein Gespräch aus.
Bala hilft bei der Essenszubereitung.
Mutter: Reich mir mal das Salz. Und was war jetzt eigentlich mit
615 der Klassenfahrt?
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LK 13
Das Gespräch: Nach einem langen Telefonat konnte der Klassenlehrer Herr Müller Balas Eltern überreden sich in der Schule zu einem Gespräch zu treffen.
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Interkuturelle Pädagogik in praktischen Geschichten
LK 13
680 Lehrer: Hallo Herr und Frau Kaya. Ich freue mich das die die Zeit
haben sich mit mir und Bala zu treffen. Wie Sie bereits wissen
wollte ich mit nochmal mit Ihnen Thema Klassenfahrt sprechen.
Vater: Ich wüsste nicht was es das zu bereden gäbe. Allerdings
hatten sie mich um das Gespräch gebeten.
685 Lehrer: Also wie ich von Bala bereits gehört habe, sehen Sie eine
Problematik mit den Jungs. Ich kann Ihre Sorgen verstehen. Doch
kann ich Ihnen auch versichern, dass Jungs und Mädchen getrennt schlafen und ich und meine Kollegin die volle Verantwortung und auch Aufsichtspflicht tragen werden.
690 Vater: Lieber Herr Müller, ich wurde genau so erzogen. Ich mei-
ner Kultur ist es nunmal Gang und Gebe, dass Mädchen und
Jungs nach Möglichkeit strikt getrennt werden. Eine Klassenfahrt
mit Übernachtungen ist so also nicht möglich.
Lehrer: Aber Herr Kaya, das ist ja alles schön und gut aber das
695 ist keine reine Spaßfahrt. So eine Klassenfahrt dient der Stärkung
des Klassenverbandes und um sich besser kennen zu lernen.
Vater: Kennen lernen und Unterricht machen kann man auch hier
in der Schulzeit. Außerdem sieht Bala die Jungs auch schon hier,
dass muss doch langsam mal reichen.
700 Grimmig erwartet er die Antwort des Lehrers.
Lehrer: Aber was sagen Sie denn dazu, Frau Kaya?
Mutter: Guck doch mal wie traurig Bala ist. Es doch echt unnötig,
dass sie das einzige Kind ist was nicht mitfahren darf.
Lehrer: Ich sehe, dass wir so keine Entscheidung treffen können.
705 Vater:
Richtig! Sie bleibt hier!
Bala:
Boah, Papa! Mama, ich möchte so gerne. Gibt es denn
keine Lösung?!
Lehrer: Wie wäre es denn mit einem Kompromiss?
Vater: Einem Kompromiss?
710 Lehrer: Da Sie nicht möchten das Bala in der Jugendherberge
übernachtet, könnte ich sie jeden Abend nach Hause fahren. Und
morgens bringen Sie sie dann wieder nach Xanten. Natürlich können Sie sich auch vor Ort ein Bild machen.
Bala:
Jaaaa! Das wäre echt toll !!
715 Mutter: Ergül, das ist doch ein super Kompromiss. So brauchen
wir uns keine Sorgen machen.
Bala:
Bitte Papa, bitte!
Vater: Mhm... Na gut, aber nur wenn dein Lehrer dich nach dem
Abendessen nach Hause fährt.
720 Lehrer: Ich freue mich sehr darüber, dass wir einen spitze klas-
sen Kompromiss schließen konnten.
Glücklich zufrieden und erleichtert kehrt Bala mit ihren Eltern zu
Hause ein. Sie kann es kaum erwarten ihre Koffer zu packen und
ist heil froh das sie auch für ihren Vater eine gute zufriedenstel725 lende Lösung finden konnte.
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