close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

K5205•094•pla?ne/wie sag ich•ms - Kienecker Coaching

EinbettenHerunterladen
PLÄNE
überhört
der Gedanke, nicht kompetent zu sein? So
aufgesplittet, lassen sich Befürchtungen
besser bekämpfen. Angst vor vielen fremden Zuhörern kann man etwa mit gut im
Raum platzierten Freunden begegnen.
Perfektionisten müssen lernen, realistisch zu sein: Wer beim Uni-Referat so
lässig wirken will wie ein TV-Moderator,
scheitert schnell an seinen zu hohen
Ansprüchen.
Jetzt
dich keiner mehr
Referate halten, in Assessment-Centern
diskutieren, mit Kunden sprechen:
So bringst du deine Ideen gut rüber
rer beim Referat aus dem Fenster? Fällt
man dir oft ins Wort? Nimmt der Chef deine Einwände nicht ernst? Dann überlege,
woran das liegen könnte. Beschränk dich
nicht darauf zu denken: „Die haben wohl
kein Interesse“ oder „Der tickt halt anders
als ich“. Das ist zu einseitig. Analysiere
lieber dein Verhalten: Wie wirke ich auf
andere? Strahle ich Ruhe und Souveränität aus? Bemühe ich mich, meine Themen so spannend wie möglich vorzutragen? Versuch, dich selbst von außen zu
sehen, und frag Freunde oder Kollegen.
Nimm ihre Einschätzung nicht als destruktive Kritik, sondern als Anregung,
etwas zu verbessern.
PLANUNG Ob Präsentation beim Kunden, Sprechstunde beim Prof oder Gehaltsverhandlung – jedes Gespräch wird
mit einer Strategie erfolgreicher. Mach
dir klar: Was will ich erreichen? Welche
Argumente sprechen dafür? Welche Fragen und Einwände könnten kommen?
Was kann ich darauf erwidern? Spiel die
Situation in Gedanken durch und probe
sie ruhig mehrere Male mit einer Freundin. Je öfter man etwas erzählt, desto flüssiger wird es. Wichtig ist auch der Zeitpunkt: Die Kollegin zwischen zwei Meetings um Hilfe bei einem Projekt zu bitten bringt wenig. Mach besser einen Termin mit ihr aus. Monologe ermüden, also rede nicht zu lange. Bei einem gelungenen Gespräch sagen beide un94
young miss #10 2003
gefähr gleich viel. Ein guter Vortrag dauert nicht länger als dreißig Minuten. Reden sollten immer frei gehalten werden,
Ablesen ist für Zuhörer unglaublich langweilig. Hilfreich sind Karteikarten als
Spickzettel, die man zum Beispiel durch
Farben nach Themen ordnen kann. Zur
Vorbereitung gehört auch, sich den Ort
(Hörsaal, Konferenzraum o. Ä.) anzugucken und technische Hilfsmittel zu
überprüfen.
ROLLE FINDEN
Überlege, mit welcher Haltung du in ein Gespräch gehst.
Denkst du, der Chef ist sowieso immer
unzufrieden mit dir? Fürchtest du dich
beim Referat vor den Zwischenfragen einer vermeintlich superschlauen Kommilitonin? Glaubst du bei einer Präsentation, dass du die Ansprüche des
Kunden ohnehin nicht erfüllen kannst?
In den meisten Situationen, in denen
man sich klein fühlt, kommt man auch so
rüber. Versuch deshalb, deine Haltung zu
ändern. Zum Beispiel beim Referat: Hast
du nicht drei Monate lang daran gearbeitet und weißt nun mehr über das Thema
als alle anderen? Du bist eine kluge und
kompetente Frau – hör auf, dich selbst
zum Mäuschen oder zur Bittstellerin zu
machen.
EIGENWERBUNG
Viele Frauen
neigen dazu, Aussagen abzuschwächen.
Lass das! Sag: „Ich habe folgenden Vorschlag“ (statt: „Das ist nur so eine
Idee von mir“). „Ich habe ein tolles Konzept“ (statt „Ich weiß nicht, ob das so gut
ist, aber…“). „So weit meine Überlegungen zu diesem Punkt“ (statt: „Mehr
fällt mir dazu nicht ein“). Vermeide den
Konjunktiv. „Ich finde es besser“ klingt
souveräner als „Ich fände es besser.“ Außerdem wichtig: Rede über das, was du
tust, mit Kollegen und Vorgesetzten.
Anerkennung gibt’s in der Regel nicht
einfach nur, weil man seinen Job gut
macht, sondern vor allem weil man anderen davon erzählt.
VERSPRECHER & BLACKOUTS
RHETORISCHE MITTEL
Die Aufmerksamkeit des Publikums behältst du
mit ein paar Tricks: Ändere dein Sprechtempo, trag entscheidende Passagen
langsam und mit Nachdruck vor. Lass
wichtige Aussagen oder Fragen wirken,
indem du kurze Pausen anschließt. Auch
die Lautstärke kann man ruhig variieren.
Sprich in Bildern statt in Zahlen und abstrakten Begriffen: Ein Fußballfeld ist anschaulicher als 7500 qm, Bus und Bahn
greifbarer als öffentliche Verkehrsmittel.
Verzichte auf Fremdwörter und auf lange
Sätze. Eine gute Gesprächsstimmung
entsteht, indem man Gemeinsamkeiten
betont und die Zuhörer bestätigt. Das
geht ganz einfach, etwa durch eine Einleitung wie: „Wir haben schon viele interessante Referate gehört, und ich möchte
jetzt gern den yx-Aspekt behandeln.“
KÖRPERSPRACHE Dein Körper redet immer mit. Krallst du dich am Tisch
FOTO: Getty; TEXT: Silke Kienecker, Britta Schunck
SELBSTCHECK Starren deine Zuhö-
KRITIK Du hast prima Argumente.
Aber was sind die schon gegen die von
Kant und Hegel, die dein Gesprächspartner bringt? Lass dich nicht verunsichern. Wer dauernd andere zitiert, hat
meist keine eigene Meinung. Hake nach:
„Und was meinst du?“ Lass dich nicht mit
Scheinkomplimenten wie „vollkommen
richtig, aber ...“ ködern. Geh auf den Widerspruch ein: „Was ist deiner Meinung
nach vollkommen richtig?“ Und wenn im
Meeting deine Vorschläge abgelehnt werden, weil du angeblich zu jung bist? Dreh
den Vorwurf ins Positive: „Gerade weil ich
so jung bin ...“
fest oder hockst verkrampft auf dem
Stuhl, sagt er deutlich: Ich fühle mich unwohl. Also sitz oder steh entspannt. Wohldosierte Handbewegungen bringen Aufmerksamkeit und vermitteln Souveränität, ein Lächeln schafft Sympathie.
Setz es aber nur ein, wenn dir danach ist,
sonst wirkt’s gekünstelt. Schau deine Gesprächspartner immer mal wieder an, damit zeigst du Interesse. In Vorträgen und
Diskussionen Blickkontakt mit mehreren
Personen suchen, um alle einzubeziehen. Aber Vorsicht: Niemanden fixieren,
das irritiert. Verschränkte Arme halten
andere auf Abstand, Haare zwirbeln wirkt
unsicher, und gehobene Zeigefinger ner-
➝ ym-Buchtipps
ven, weil sie deutlich machen, dass man
sich überlegen fühlt.
ANGST BESIEGEN Feuchte Finger,
Herzklopfen, Zittern – diese Symptome
kennen alle, die sich vor einem Publikum
präsentieren. An sich nichts Schlechtes:
Unser Körper zeigt damit nur, dass er sich
in Alarmbereitschaft befindet – was wiederum die Voraussetzung für besondere
Leistung ist. Wenn man sich dadurch
aber stark gehemmt fühlt, muss man
herausfinden, wovor man sich genau
fürchtet: Ist es die Angst, nicht perfekt zu
sein, oder eher die vorm Publikum? Verunsichert die unbekannte Situation oder
Kaum machst du den Mund auf, verhaspelst du dich. Geh einfach darüber
hinweg, oft fällt es nicht einmal auf. Wird
die Aussage entstellt, korrigiere ohne
Entschuldigung: „Ich meine natürlich
Hose, nicht Dose.“ Und falls du rot wirst?
Akzeptiere es! Wenn dir gelingt, das Rotwerden nicht so wichtig zu nehmen, hört
es meist schnell wieder auf. Selbst für
Blackouts gibt es Hilfsmittel: Das Zauberwort heißt Visualisierung, denn an Bilder
erinnern wir uns unter Stress besser als
an Worte. Sei kreativ: Verwende Diagramme, Symbole oder male deinen Vortrag als Straße mit verschiedenen Themen-Häusern auf. Wenn trotzdem ein
Vortrag nicht gut lief, tröste dich damit,
dass man als Redner nicht geboren wird,
es aber lernen kann. Und dazu gehört nun
mal üben.
Püttjer & Schnierda: „Reden ohne Angst“; Campus, Buch 20 Euro, CDs 23,90 Euro. Anja von Kanitz: „Gesprächstechniken“; Haufe, 7 Euro. Vera Birkenbihl: „Rhetorik“; Goldmann, 8 Euro. Oliver Geisselhart: „Souverän freie Reden halten“; Gabal, 21 Euro. Peter Heigl: „30 Minuten für gute Rhetorik“; Gabal, Buch 6 Euro, Kassette 13 Euro
young miss #3 2005
95
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
2
Dateigröße
163 KB
Tags
1/--Seiten
melden