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Architektonische Gestaltung der Zahnarztpraxis – gewußt wie! - greb

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Praxisführung
Architektonische Gestaltung der
Zahnarztpraxis – gewußt wie!
Tips und „To Do‘s und Dont‘s“
Eine ausgefeilte, wohlüberlegte architektonische Gesamtgestaltung einer Zahnarztpraxis vermittelt deren Leistungsfähigkeit und fördert die Akzeptanz beim
Patienten. Dieser will sich wohlfühlen und
seine Bedürfnisse erfüllt finden. Dabei gilt
es nicht, irgendwelchen Modetrends zu
folgen, um „in“ zu sein, vielmehr muß
das Gestaltungskonzept zum Praxisinhaber und seinem Team passen, es muß eine stimmige Corporate Identity entstehen
lassen und einen „Mehr-Wert“ gegenüber
anderen Praxen bieten. Ein Architektenbüro gibt Anregungen.
E
in architektonisches Gestaltungskonzept soll Behandlungsabläufe unterstützen, funktionalen wie ästhetischen
Maßstäben gerecht werden – kurz: für die
Beziehung zwischen Zahnarzt und Patienten
den funktionalen und atmosphärischen Rahmen schaffen. Architektur soll versuchen,
durch offene, für den Patienten einfach nachvollziehbare Raum- und Materialkonzeptionen eine freundliche und unaufdringliche
Atmosphäre zu schaffen, um die Verweildauer in der Praxis so angenehm wie möglich zu
gestalten. Für den Zahnarzt, der für sich und
sein Praxisteam ein individuelles und maßgeschneidertes Arbeitsumfeld gestalten läßt,
soll ein unverwechselbarer Charakter, eine
ganz eigene Praxis-Identität geschafften werden, die zum Marketing-Faktor wird.
aus der Sicht des Patienten, zum anderen aus
der Sicht des Praxisinhabers nachgegangen
werden. Das A und O ist daher das zu Beginn
stehende Planungsgespräch zwischen Arzt
und Architekten. Hier gilt es, die Individualität des Auftraggebers , dessen Praxisabläufe und die Art dessen Patientenklientels auszuloten. Ziel einer ganzheitlichen Einrichtungsplanung ist es, die Praxis so zu gestalten, daß der Mensch Wohlbefinden erlebt.
Dabei gilt es zum einen, den Patienten im
Auge zu haben, bei dem Lust auf den Arztbesuch – bei weitem kein Paradoxon – geweckt werden soll, der aber auch in seinem
Bedürfnis nach Diskretion und Ruhe Beachtung finden soll; zum anderen den Zahnarzt
und sein Team, für den die Räume, Inventar,
medizinische Apparaturen, Accessoires, Wege
etc. praktikabel, rationell und die Behandlungsabläufe erleichternd angeordnet und
ausgerichtet werden müssen.
Die Entwicklung einen passenden Idee
Für all dies ist eine gründliche Zielbestimmung zuallererst notwendig. Die Planung
einer Zahnarztpraxis ist immer als Ausdruck
der Individualität des Arztes zu sehen. Hierzu muß der Architekt, neben den vielfältigen
Belangen, wie Grundrißvorgaben, Bau-,
Hygiene- u. Sicherheitsvorschriften, etc., eine
BZB/April/03/BLZK&KZVB
Skizze: Greb
„Lust auf den Arztbesuch“
Nun macht es einen Unterschied, ob man in
einen Neubau einzieht oder Räume übernimmt mit zum Teil schwierigen Grundrißvorgaben. Standard-Planungen „von der
Stange“ können bei der Lösung dieser vielschichtigen Probleme nicht als Grundlage
dienen. Vielmehr ist die Frage, was individuell entwickelte Architektur/Innenarchitektur in der medizinischen Versorgung zu leisten vermag. Dieser Frage muß zum einen
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Foto: Greb
Praxisführung
passende Idee
erarbeiten, die
einen Entwicklungsprozeß in
Gang setzt. Im
Idealfall spiegelt
das architektonische Konzept,
die Persönlichkeit des Zahnarztes und seine
Arbeitsweise wiZwei Leuchtsäulen als gestalterisches Element
der. „Mein Arzt“ –
für den einen oder anderen Patienten ist die
Wahl seiner Zahnarztpraxis letztendlich
auch eine Image- und Statusfrage.
Oftmals ist es auch sinnvoll und verspricht
eine höhere Wirtschaftlichkeit und Effizienz,
wenn über die allgemeine Planung hinaus,
Raumgestaltung, Innenarchitektur, Flächenzuordnung und Arbeitsprozesse einer grundsätzlichen Analyse und Bewertung unterzogen werden.
Design spielt nicht die alleinige Rolle
Einrichtungen wie „ziviles“ und medizintechnisches Mobiliar gehören zu den „Werkzeugen“ einer jeden Praxis. Daher kann
deren Auswahl nicht nur primär Design,
Ästhetik, Qualität und individuellem Geschmack folgen. Was nützt die schönste Praxis, wenn sie unpraktisch konzipiert ist; auch
rationelle Eigenschaften spielen bei der Entscheidung der Anschaffung eine wichtige
Rolle – wie organisatorische, ergonomische
und flächenökonomische Qualität, technische Ausstattung und vor allem langfristige
Bewirtschaftungskosten.
Man vergesse auch nicht die Interessen der
Mitarbeiter. Motivierte und leistungsfähige
Mitarbeiter sind schließlich für den Erfolg der
Praxis ein wesentlicher Faktor – jeder sollte in
seinem Verantwortungsbereich so gefördert
werden, daß er zu optimalen Leistungen
fähig ist. Dazu gehört die praktische, ästhetische, den Erfordernissen seiner jeweiligen Tätigkeit – Rezeption, Hygieneraum, Stuhlassistenz – angepaßte Gestaltung seines Arbeitsumfeldes. Unabdingbar etwa ein ergonomischer Stuhl oder ein Teambesprechungsraum.
Am besten bezieht man seine Mitarbeiter in
die Gestaltungsüberlegungen mit ein.
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Dont‘s – To Do‘s
Sterile, cleane weiße Räume in einer Arztpraxis, die vor Jahren noch der Inbegriff ärztlicher Kompetenz waren, entsprechen nicht
mehr den Anforderungen der zunehmend
kritischen Patienten. Zeitgeist und Geschmack haben sich geändert. Vorbei die
Zeiten cooler Sachlichkeit, die erschauern
lassen. Doch Vorsicht, so verlockend zeitgeistige Gestaltungskonzepte sein mögen, allzu
Modisches hat nur eine kurze Halbwertszeit,
und nicht alles, was chic aussieht, ist auch
praktisch oder zum Praxisinhaber bzw. seiner Klientel und dem räumlichen Umfeld
passend. Was heute immer mehr zählt, ist
individueller Service und menschliche Zuwendung. So kommt beim Patienten z. B.
eine Mineralwasser-Trinkgelegenheit im
Wartezimmer sehr gut an. Überlegenswert ist
auch der Gedanke, ob das Ausfüllen des
Anamnesebogens, das Konzentration und
Ungestörtheit erfordert, das erste Kennenlern- und Diagnosegespräch mit dem
Patienten sowie Beratungsgespräche über
Therapiemöglichkeiten und -kosten nicht in
einem extra Beratungszimmer geführt werden sollten, in dem der Patient nicht im Behandlungsstuhl liegen muß, sondern „pari“
und auf Augenhöhe dem Zahnarzt gegenübersitzt. Nicht umsonst boomen ganzheitliche, auf Harmonie ausgerichtete Gestaltungskonzepte wie Feng Shui aus Fernost.
Doch Vorsicht, nicht blind irgendwelchen
Modetrends nacheifern! Das Praxiserscheinungsbild muß maßgeschneidert entwickelt
werden und zur Persönlichkeit des Praxisinhabers stimmig und glaubwürdig sein. Diese
umfassenden Gestaltungsaufgaben sollten
deshalb vom räumlichen Konzept über die
Innenarchitektur bis hin zum Praxislogo,
Briefpapier und Visitenkarte reichen. Zu diesem Zwecke ist es sinnvoll, sich fachmännischen Rat einzuholen und sich eines spezialisierten Architekten, mit entsprechenden
Netzwerkpartnern, zu bedienen.
„Ganzheitliche Medizin“ hat eine erweiterte
Bedeutung bekommen, indem man sich der
„rezeptfreien Nebenwirkungen“ der Baukunst bedient. Risiken sind bislang nicht
bekannt. Fragen Sie ihren Architekten und
Innenarchitekten.
Redaktion
BZB/April/03/BLZK&KZVB
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Kunst und Fotos
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