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9.1 Wie die 50%-Grenze bei der betrieblichen Nutzung zu ermitteln ist

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Private Nutzung eines Firmen-PKW
9.1 Wie die 50%-Grenze bei der betrieblichen Nutzung
zu ermitteln ist
Die pauschale 1%-Methode kann gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG nur dann
angewendet werden, wenn die betriebliche Nutzung in jedem Jahr
mehr als 50% beträgt. Nach dem BMF-Schreiben vom 18.11.2009 (IV C
6 – S 2177/07/10004; DOK 2009/0725394), reicht es aus, wenn der Unternehmer den betrieblichen Nutzungsumfang nur einmal über einen
repräsentativen Zeitraum von 3 Monaten darlegt.
Prüfungschema: Private PKW-Nutzung
PKW im Betriebsvermögen
→ Umfang der betrieblichen
Nutzung
mehr als 50%
Aufzeichnung der Fahrten oder
Glaubhaftmachung
ja
Fahrtenbuch oder 1%-Methode
ja
1%-Methode darf nicht angewendet
werden
ja
Abrechnung der tatsächlichen Kosten,
die auf die Privatfahrten entfallen
ja
Jahresfahrleistung abzüglich betriebliche Fahrten = Anteil der Privatfahrten,
die mit den tatsächlichen Kosten anzusetzen sind (ggf. auch repräsentativer
3-Monats-Zeitraum)
ja
Schätzung der betrieblichen bzw. der
privaten Fahrten nach den persönlichen Verhältnissen
nein
50% oder weniger
Varianten
Es liegt ein ordnungsgemäßes
Fahrtenbuch vor
nein
Kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch, aber Aufzeichnung der betrieblichen Fahrten (ohne Privatfahrten)
nein
keinerlei Aufzeichnungen
Eine erneute Ermittlung des betrieblichen Nutzungsumfangs ist erst dann
wieder erforderlich, wenn sich wesentliche Veränderungen ergeben, z.B.
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Private Nutzung eines Firmen-PKW
in der Art oder dem Umfang der unternehmerischen Tätigkeit, bei den
Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb oder beim Erwerb eines neuen
Fahrzeugs einer anderen Fahrzeugklasse.
9.2 Berücksichtigung von Fahrten zum Betrieb
Als betriebliche Fahrten sind alle Fahrten einzubeziehen, die betrieblich
veranlasst sind, die also in einem tatsächlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Betrieb stehen. Zu den betrieblichen Fahrten gehören gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG auch die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb und Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten
Haushaltsführung. Maßgebend sind die gefahrenen Kilometer und nicht
die Entfernungs-Kilometer.
Praxis-Beispiel:
Der Unternehmer nutzt seinen Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb. Die Entfernung zwischen Betrieb und
Wohnung, die der Unternehmer an 218 Tagen zurücklegt, beträgt 25
km. Die Fahrten zum Betrieb sind daher wie folgt anzusetzen:
25 Entfernungskilometer x 2 = 50 gefahrene Kilometer x 218 Tage =
10.900 km
Bei einer jährlichen Gesamtfahrleistung von weniger als 21.800 km
liegt allein wegen der Fahrten zum Betrieb eine überwiegende betriebliche Nutzung vor.
9.3 Wie eine mehr als 50%ige betriebliche Nutzung
nachzuweisen bzw. glaubhaft zu machen ist
Die Überlassung eines Firmenwagens an seinen Arbeitnehmer stellt für
den Arbeitgeber eine 100%ige betriebliche Nutzung dar, auch wenn der
Arbeitnehmer den Firmenwagen für private Fahrten nutzen darf und der
Umfang seiner privaten Fahrten über 50% liegt.
Wenn der Unternehmer den Firmenwagen jedoch selber nutzt und die
1%-Methode anwenden will, muss er zuerst nachweisen oder glaubhaft
machen, dass der Umfang seiner betrieblichen Fahrten mehr als 50%
beträgt. Nach dem BMF-Schreiben vom 18.11.2009 (IV C 6 – S
2177/07/10004; DOK 2009/07253947) kann der Nachweis in jeder geeigneten Form erbracht werden.
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Private Nutzung eines Firmen-PKW
Es ist nicht erforderlich, ein Fahrtenbuch zu führen, nur um die überwiegende betriebliche Nutzung nachzuweisen. Unternehmer können den
Umfang ihrer betrieblichen Fahrten glaubhaft machen, z.B. durch Eintragungen im Terminkalender, Abrechnungen über gefahrene Kilometer
gegenüber Auftraggebern, Reisekostenaufstellungen, Reisekostenabrechnungen oder andere Abrechnungsunterlagen, aus denen sich der
Umfang der betrieblichen Fahrten ergibt.
Unternehmer müssen zur Anwendung der 1%-Methode nachweisen
bzw. glaubhaft machen, dass der Umfang ihrer betrieblichen Fahrten
mehr als 50% beträgt. Liegt der Anteil niedriger, kann die 1%-Methode
nicht angewendet werden. In diesem Zusammenhang reicht es aus, allein die betrieblichen Fahrten aufzuzeichnen. Anzugeben ist der jeweilige
Anlass und die jeweils zurückgelegte Strecke sowie die Kilometerstände
zu Beginn und Ende des Aufzeichnungszeitraums.
Praxis-Tipp
Wenn die betriebliche Nutzung knapp über oder unter der 50%-Grenze
liegt, hat der Unternehmer die Möglichkeit durch ein nachweisbar verändertes Fahrverhalten das gewünschte Ergebnis zu erhalten, z.B.
mehr als 50% oder weniger.
Die sicherste Variante ist, ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch zu führen.
Damit hält sich der Unternehmer alle Möglichkeiten offen. Er erfasst als
Privatanteil den Prozentsatz, der sich lt. Fahrtenbuch ergibt. Bei einer
überwiegend betrieblichen Nutzung darf er alternativ auch die pauschale
1%-Methode anwenden. Erst bei der Erstellung des Jahresabschlusses
ist die endgültige Entscheidung zu treffen.
Viele haben die 1%-Methode gewählt, um den Aufwand zu vermeiden,
der mit einem Fahrtenbuch verbunden ist. Wer diesen Vereinfachungseffekt weitestgehend beibehalten will, sollte eine der folgenden Varianten
umsetzen.
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Gesundheitswesen
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