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Harry und Jürgen: Wie alles begann... - Mein OZ

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Harry und Jürgen: Wie alles begann...
Alles begann mit einem Praktikum bei der FESA, der Feuerwehrbehörde von Westaustralien.
Knapp drei Wochen waren Harry und ich bei den Feuerwehrkameraden in Perth auf den
Wachen in Canning Vale und Malaga zu Besuch, gemeinsam mit Mireille, einer lieben
Freundin und Feuerwehrkameradin aus der Schweiz, die auf der Wache Jondaloop
untergebracht war. Wir bauen freiwillige Feuerwehren in Griechenland mit auf, daher unser
Kontakt zur FESA. Harry und ich hatten zuvor in 2004 einen Kurs in USA mitmachen können
und sind seitdem Wildland Firefighter. Nun wollten wir die australische Praxis kennenlernen.
Bereits bei der Vorbereitung ließen uns die FESA Kameraden wissen, daß sie uns vor
Silvester einen Crashkurs in Buschbrandbekämpfung angedeihen lassen würden, dann sei
über Silvester Pause und danach dürften wir dann auf die Wachen, gierig mit whiiiuuuwhiiiuuuu fahren.
Tja, da stellte sich also die Frage, was machen wir an Silvester. Jürgi hatte natürlich sofort die
bekloppte Idee, mal eben rüberzufliegen nach Sydney. Also nach Flügen geguckt und
begriffen, daß die Idee ECHT bekloppt ist, alles schweineteuer. Woraufhin Harry die
bekloppte Idee hatte, man könne doch zum Uluru fliegen. Flüge geguckt, noch teurer, noch
bekloppter. Der Flug nach Yulara war schlicht unbezahlbar für die kurzen Tage vor Ort. Nur
der Vollständigkeit halber noch nach einem Flug nach Alice Springs geschaut und – strike!
Am 31.12. geht's morgens per Taxi zum Flughafen, dann ab in den Flieger und am frühen
Nachmittag schlagen wir in Alice Springs auf. Bei der Landung entgeht meinem wachsamen
Auge nicht, daß es hier eine Flughafenfeuerwehr gibt. Also den einzigen Polizisten am ganzen
Airport schüchtern gefragt, ob man die angucken könne oder ob das Sicherheitsbereich sei.
Sicherheitsbereich? Er schmeißt sich fast weg vor Lachen. Jungs, Ihr seid hier im
OUTBACK! HALLO?! Er kriegt sich gar nicht mehr ein, weist uns dann aber fröhlich den
Weg. Da hinten runter, dann auf der linken Seite, dann klingeln. Ihr müßt halt schauen, ob die
Jungs für Euch Zeit haben. Also in der sengenden Hitze hingekrochen (ist das heiß,
HIMMELHERRGOTT ist das heiß ) und geklingelt. Sch...ade, macht keiner auf. Also wieder
zurückgekrochen zum Terminal und festgestellt, daß mittlerweile alle anderen weg sind und
kein Taxi mehr weit und breit zu sehen ist. Aber da steht ein Telefon, also Taxi gerufen. Ja, es
käme dann jemand, das könnte aber einen Moment dauern. Nun, der Taxifahrer kommt aus
Alice. Wer das kennt, weiß wie lange das dauert. Wir also derweil inne Sonne vor uns hin
geröstet.
Der letzte lauwarme Tropfen Cola rinnt die verdörrte Kehle hinab, derweil Harry laut darüber
sinniert, wie die Jungs in dem Film "Der Flug des Phönix" Wasser gewonnen haben. Nur für
den Fall, daß doch keiner mehr käme, entschuldigt er sich. Und ist ganz enttäuscht, als das
Taxi schließlich um die Ecke biegt. Auf der Fahrt zum Crown Plaza Hotel (im Internet
gebucht, gut und preiswert, nur wie wir bald merken sollten, ein KLEIN WENIG außerhalb
gelegen) gibt uns der Taxifahrer den Tipp, heute Abend ins Bojangles zu gehen. Wir hatten
ihn gefragt, wo denn hier Silvesterparty sei. "Naja, so richtig Party nicht, die Leute treffen
sich da halt auf'n Bier..."
Aber erstmal kriechen wir in die Lobby, auch wenn wir dafür das herrlich kühle Taxi
verlassen müssen. "Ahhh, hier ist auch Klima. GROSSARTIG!". Das Mädel hinter'm Tresen
lacht nur. Sei doch ein schöner kühler Tag im Outback, lediglich 43°C heute.
Nach einer kalten Dusche ("Harry?" "Watt?" "Laß mich einfach hier unter meiner Dusche
zurück, was zählt ist die Mission!") zieht es uns dann doch inne City. Natürlich zu Fuß,
schließlich sind wir keine Weicheier. Denken wir zumindest. Mit letzter Kraft schleppen wir
uns zwei Kilometer später in den kleinen Supermarkt am Rande der Innenstadt und plündern
den Getränkekühlschrank. Anschließend geht's rüber in den "Internet Outpost", ein Mailchen
nach Deutschland absondern, daß wir gut angekommen sind. Dann ins Bojangles, Tisch
reservieren für nachher. Der Laden sieht gierig aus. Allerdings absolut nuller als nix los. Naja,
vielleicht wird das noch...
Hmm. Was jetzt? Jürgi gelüstet es nach einem leckeren Strawberry Sundae von Hungry Jack's
(Burger King). Eine meiner absoluten Leibspeisen in Oz. Also eben hin marschiert. Das sei da
vorne gleich um die Ecke. Aha. Um die Ecke in Oz gleich fünf Kilometer. Also, in
Wirklichkeit höchstens einer, aber bei der Schweinehitze fühlt sich's an wie fünf. Wir rechnen
unterwegs spaßeshalber hoch wie heiß das wohl morgen um die Mittagszeit so sein wird,
kommen dann aber zum Ergebnis, daß wir das eigentlich gar nicht wissen wollen. Ahhhh, da
vorne ist endlich Hungry Jack's! Quiiiiiiiieeetsch, huuuuuup! Hmm, richtig, da war noch was.
Bevor man in Oz über die Straße rennt nach rechts gucken, das ist das andere links.
Auf den kleinen Schreck erstmal ein leckeres Strawberry Sundae. Mit ausgedörrter Kehle und
gierigem Blick den Laden gestürmt. Aber:
"Sorry mate, die Maschine ist kaputt." wird mir beschieden.
Harry kann sich vor Lachkrampf nicht mehr halten.
Nach einer weiteren Wanderung durch den Glutofen des frühabendlichen Alice Springs
trudeln wir dann irgendwann gerade noch rechtzeitig im Bojangles ein. Mittlerweile ist der
Schuppen rappelvoll. Geniale Partystimmung! Erstmal lecker Fresschen. Wir entscheiden uns
für Burger, das Bigger Bugger Steak orte ich zwar auf der Karte, aber das traue ich mir
einfach nicht zu das zu schaffen. Zu später Stunde feiern wir fröhlich mit Anna, einer
Backpackerin aus Mainz, die hier arbeitet, ins neue Jahr. Was für eine Fete! Wahnsinn! Hier
steppt echt der Bär! "Die Leute treffen sich da nur auf'n Bier, keine große Fete". Ah ja. Mann,
ich möchte mal erleben, was hier bei einer RICHTIGEN Fete abgeht...
Leicht angedröselt geht's dann gegen halb zwei doch noch in Richtung Hotel, schließlich
haben wir morgen ein Stückchen zu fahren. Runde 500 Kilometerchen wollen abgespult sein
bis zum großen Stein. "SCHNÖÖÖÖÖRCH!" "Harry, Du Saufkopp, hör endlich auf zu
schnarchen!" "SCHNNUUUUUHHHHHUUUUUURCH, SÄÄÄHHHÄÄG!" Himmel, wo
sind nur meine Ohrenstopfen.
ein paar Tips zu Coober Pedy:
Ihr solltet auf jeden Fall bei Radeka's Backpackers übernachten, und zwar underground. Das
ist vor allem für die Kids mit Sicherheit absolut genial. Es handelt sich hier um eine
ehemalige Opalmine, die zu einem Motel erweitert worden ist. KULT!
Radeka's bietet auch eine tolle Tour von Coober Pedy und Umgebung an, startet mittags um
13.00 Uhr und dauert ca. vier bis viereinhalb Stunden. Geht u.a. raus zu den Breakaways und
auch zum Golfplatz und zu Crocodile Harry's Home. Absolut empfehlenswert.
Radeka's bietet auch eine sehr schöne "Sternengucktour" an, bei der raus in die Wüste
gefahren wird. Wirklich tolle Ausblicke in den südlichen Sternenhimmel.
Die Old Timers Mine ist ein weiteres Highlight in Coober Pedy, mit Vorführung von
Arbeitsgerät wie z.B. einem Blower.
Ein MUST SEE ist auch der Underground Bookshop. wo's sehr schöne Bücher zur Umgebung
gibt (z.B. über die wilden Zeiten des Birdsville Tracks).
Falls Ihr einen 4WD habt, fahrt auf jeden Fall von Coober Pedy aus über die Painted Desert
nach Oodnadatta und dann von dort aus den Oodnadatta Track hoch nach Marla, wo Ihr
wieder auf den Stuart Highway trefft. Gute Outbackpisten, problemlos zu fahren, aber man
bekommt dort einen Eindruck vom ECHTEN Outback abseits der Haupttouristenpfade.
Wenn Ihr keinen 4WD habt, dann könnt Ihr von Coober Pedy aus den sogenannten Mail Run
buchen. Mehrmals die Woche können Touristen mit dem Post-Truck mitfahren und entlegene
Farmen besuchen und in Oodnadatta vorbeischauen (das Pink Roadhouse ist KULT!). Lohnt
sich auf jeden Fall! Buchung geht glaube ich über den Underground Bookshop.
Bild 1: Himmel, watt is datt heiß hier!
Bild 2: Internet Outpost
Bild 3: Bojangles Saloon
Bild 4: Bo und Jangles (die beiden Schlangen im Terrarium im Bojangles)
1.1.2006, lausig zeitig am Morgen (8.00 Uhr)
Nach längerer Mühe ist es gelungen, den armen Harry zu reanimieren. Während er sich
knurrend ankleidet und sein Zeug packt, drehe ich erstmal ein paar Runden im Pool. Ist
schließlich jetzt schon ca. 32°C heiß, also ideales Poolwetter.
Anschließend geht's per Taxi zur Europcar Niederlassung. Oh wie schön. Zu. Harry schaut
irgendwie drein, als würde er gleich einen Schreikrampf kriegen.
Aber nach zaghaftem Klopfen kriecht doch eine mildtätige Seele aus den Eingeweiden des
Gebäudes zur Tür. Erste Regel in Oz: Nicht zu schnell aufgeben! Die Karre ist schnell
übernommen, nun gilt es einzukaufen. Bei Fahrten durch's Outback muß man ja zumindest
einen großen Kanister Trinkwasser dabei haben. Also Trinkwasser gebunkert, dazu noch ein
paar Getränke in Dosen und leckere Kekse (keine TimTams, diese Köstlichkeit haben wir erst
im folgenden Urlaub für uns entdeckt), Coles sei Dank. In Deutschland findet man am
Neujahrsmorgen kaum einen Supermarkt der offen hat...
Ab geht die Fahrt auf dem Stuart Highway. Und endet am Flughafen. Wir lernen: Vorher
rechts abbiegen auf den Stuart Highway.
Doch wo wir schon am Airport sind habe ich die glorreiche Idee, daß wir doch noch mal bei
der Flughafenfeuerwehr klingeln könnten. Gesagt, getan. Und siehe da: Es macht jemand auf!
Und ruck-zuck sind wir mitten drin in einer typisch australischen FeuerwehrGastfreundschafts-Erfahrung. Es gibt nicht nur eine Führung durch die Feuerwache mit
ausgiebiger Besichtigung der Fahrzeuge, sondern außerdem noch eine Vorführung eines der
riesigen Flugfeldlöschfahrzeuge. Und anschließend bekommen wir sogar noch eine
Flughafenrundfahrt an Bord dieses roten Giganten. Zum Schluß tauschen wir noch ein paar
Abzeichen (sowas hat man als Feuerwehrmann natürlich immer dabei, nur für den Fall der
Fälle...) und bekommen jeder noch ein tolles Basecap geschenkt. Der Tag ist jetzt schon so
schön und perfekt, besser geht's kaum noch!
Nu aber los zum Stuart Highway. Mittlerweile ist es nämlich halb zwölf, und es sei ja doch
ein Stückchen zu fahren bis zum großen Stein meint der Feuerwehrhäuptling. Also fröhlich
Kurs genommen gen Süden. Ziemlich eintönig hier die Fahrerei. Nach kurzer Zeit macht sich
der fehlende Schlaf der
letzten Nacht bemerkbar. Bei Harry schon länger, der schläft auf dem Beifahrersitz den Schlaf
des Gerechten und ist not amused über die Aussicht, mich jetzt schon ablösen zu müssen. Ah,
endlich schnurpseln, großartig.
"Aufwachen, wir sind anne Tanke!". Kann doch gar nicht sein, daß wir schon in Erldunda
sind. Bin immer noch todmüde. Aber Harry ist unerbittlich, und eine leckere Sausage Roll
später sitze ich wieder am Steuer. Na, der Lasseter Highway wird ja wohl nicht sooo eintönig
sein wie der Stuart Highway. Schönen roten Sand hat's hier am Wegesrand. Aber am
Aussichtspunkt zum Mt. Connor ist für mich Schluß mit lustig. Bringt ja nix, wenn ich am
Steuer einpenne. Und stöhnend übernimmt Harry wieder das Ruder der Fuhre, während wir
uns Kilometer um Kilometer näher rankämpfen an den großen Stein. Schließlich, gegen 16.00
Uhr, passieren wir Yulara und sehen das Objekt unserer Begierde. Doch wie schon auf dem
ganzen Weg hierher, so türmen sich auch jetzt unheilvolle Regenwolken um und über dem
Berg, so daß wir schnell begreifen, daß es Essig sein wird mit unseren
Sonnenuntergangsbildern. Schnell nix wie hin, so lange auch nur noch ein kleiner Rest Sonne
drauf scheint. Als wir gerade unsere Umrundung beginnen, sehen wir weiter vorne etwas, das
aussieht wie Rauch. "Na toll", denken wir uns. Unser erstes Buschfeuer und keine Ausrüstung
dabei zum Löschen.
Aber dann stellt sich heraus, daß der auffrischende Wind bloß jede Menge roten Sand
aufgewirbelt hat, und kurz darauf beginnt es zu schütten wie aus Kübeln. Wir müssen
kurzzeitig sogar links ranfahren und anhalten, weil man kaum noch die Straße erkennen kann
im Regen.
"Na toll", grummelt Harry. Den "Jürgen-Effekt" kennt er schon aus unseren
Feuerwehrurlauben in Griechenland und USA. Wo Jürgi hinkommt, dort gießt es wie aus
Eimern, und dann brennt nix mehr.
Der Berg ist wunderschön, aber mit dem Regen, das hätt's ja nun echt nicht gebraucht. Wir
sind beide enttäuscht wie nur was, bis Harry plötzlich die ersten Wasserfälle bemerkt. Die
Wolken verziehen sich wieder, und wir sind in unserem Element, als wir begreifen, daß wir
zu den ganz, ganz wenigen Leuten gehören, denen es vergönnt ist, den großen Stein mit
Wasserfällen abzulichten. Ergo schießen wir mit unseren Kameras auf den Armen ein, was
das Zeug hält. Noch ein Gutes hat der Regen: War es heute nachmittag in Erldunda beim
Aussteigen noch unerträglich heiß und schwül, so ist es nun mit nur noch wenig über 30°C
vergleichsweise angenehm. Zur Dämmerung kommt dann doch noch ein halber Sonnenstrahl
raus, das ist doch schonmal was. Fröhlich schiggern wir zurück nach Yulara, erstmal zur
Pioneer Outback Lodge, um unser Quartier zu beziehen, jeder ein Etagenbett in einem VierBett-Backpackerzimmer. Nicht ganz so bequem wie ein richtiges Hotelzimmer, aber mit AUD
42,- pro Nacht und Nase noch einigermaßen bezahlbar. Kaum im Raum angekommen fällt
unser kritischer Blick auf eine gefährlich aussehende Spinne oben in der rechten Ecke. Sieht
aus wie eine Funnel Web Spider. Die gibt's hier zwar angeblich nicht, aber sie sieht so aus.
Also nix wie ab nache Rezeption, erstmal eine Dose Mortein besorgt und aus sicherer
Entfernung den Feind unter Beschuß genommen. Das Motto lautet frei nach "Starship
Troopers": "LEGT ALLES UM, WAS MEHR ALS VIER BEINE HAT!". Kaum ist das erste
Spray aufgebracht, verfangen sich die Tropen im Netz, das eindeutig trichterförmig ist,
genauso wie die Trichternetzspinnennetze im Zoo in Sydney.
Eine halbe Dose später liegt das Viech am Boden und rührt sich nicht mehr, noch einmal
beherzt Schuhgröße 45 und geschafft. Puh! Wenn einen dieser Krabbler heute nacht im Schlaf
gebissen hätte, das wäre nicht lustig gewesen. Jetzt kommt auch unser Bettnachbar an, ein
junger Backpacker aus Norwegen, der sich über unsere Gesichter und die Mortein-Dose
wundert. Ob er denn die Hütte nicht nach Spinnen abgesucht hätte. "Nach Spinnen? Wieso?"
"Ey, weil die ver....ten ..... Spinnen hier ....... GIFTIG sind, DU HIRN!" Harry kann soviel
Ignoranz nur schwer ertragen, obwohl er ja wegen mir eigentlich gut im Training ist. Den
Slang hat er auf jeden Fall schonmal gut drauf für die nächste Woche auf der Feuerwache.
Nachdem wir über das Einräumen unserer Bleibe die Zeit versäumt haben, bis zu der man hier
noch Fleisch zum Selbergrillen kaufen kann, müssen wir zum Abendessen rüber nach Yulara
und erschlagen mit Mühe und Not noch eine mittelprächtige Pizza, die ungefähr so teuer ist
wie drei Pizzen in Deutschland. Wir lernen: Der große Stein hat seinen Preis!
Anschließend geht's ans Diskutieren. Harry will partout nicht einsehen, daß man die
Klimaanlage anmachen muß, nur weil 35°C in der Hütte herrschen. Das Ding täte ihn direkt
anpusten und dann wäre er krank am nächsten Tag und das geht nicht und bla. Woraufhin ich
darlege, daß ich ohne Klima ersticke und am nächsten Tag tot wäre und bla. Schließlich
überzeuge ich ihn dann doch noch, und der geruhsamen Nachtruhe steht nix mehr im Wege.
Begleitet von den wüsten Flüchen des Norwegers ob Harrys Schnarcherei stecke ich meine
Stöpselchen ins Ohr und drösele weg.
Bild 1: Flughafenfeuerwehr Alice Springs
Bild 2: Tyrannei der Distanz
Bild 3: Ein letzer Sonnenstrahl (aufgenommen aus der Distanz, weil wir dachten, daß wir's
vor'm Regen nicht mehr bis nah ran schaffen; unser Eindruck sollte uns nicht trügen...)
Bild 4: Uluru Wasserfall
Bild 1: Uluru Waterfalls
Bild 2: Uluru Rain Dreaming
Bild 3: Uluru Rain Aftermath
Bild 4: Clouds over Uluru
2.1.2006, mitten inne Nacht
"Aufstehen!" wispere ich Harry ins Ohr, was mit einem wütenden Knurren quittiert wird. "Na
schön, fahr ich halt alleine zum Sonnenaufganggucken am großen Stein, wennze lieber
pennen willst...". Selten sah man Harry so geschwind aus der Koje springen. In Rekordzeit ist
das Geraffel in der Karre verstaut und vorsichtig geht's durch die Finsternis in Richtung
Sonnenaufgangglotzplatz. Gut, daß wir so zeitig dran sind, denn an der Einfahrt zum
Nationalpark hat's EIN KLEIN WENIG Stau.
Aber rechtzeitig zur großen Show treffen wir ein. Doof bloß, daß auch so viele andere Leute
hier sind zum Gucken. Kaum noch ein Platz in der ersten Reihe zu finden, von dem aus man
den Berg ohne irgendwelche blöden Touris im Bild ablichten kann. Also einfach über ein
flaches Zäunchen weggestiegen und idealer Blickwinkel. "Hey Mate, so geht das nicht, sonst
trampeln hier gleich alle hinter der Absperrung rum!". Hmm, der wachsame Ranger hat im
Gebüsch nur auf Leute wie mich gelauert, der kennt seine Pappenheimer.
Begleitet von lautem Oh! und Ah! wechselt der Berg binnen weniger Minuten seine Farbe
von einem tiefen Lila über ein spektakulär leuchtendes rot (letzteres leider nur gaaaanz kurz)
hin zu seinem üblichen hellen Rotbraun. Anschließend steht noch eine weitere Umfahrung des
Uluru an, damit der große Stein auch bei Sonnenlicht hinreichend gewürdigt werden kann.
Einen Speicherchip pro Nase später geht's dann gaaanz kurz in den schönen Shop im Visitor
Centre. Erstmal ein paar Postkarten und Poster kaufen. Nett. Aber die Zeit drängt, denn bevor
wir heute Mittag zurücktuckern müssen nach Alice Springs stehen ja noch die Kata Tjuta auf
dem Programm. Also ab nach draußen. "Harry?" "Watt?" "Datt is ja doch schon wieder watt
lecker waaam heute, woll?" "Normal ja...". Aber das kann uns natürlich nicht schrecken,
starten wir doch wohlvorbereitet mit unseren Wasserrucksäcken zur Wanderung ins Valley of
the Winds. Vorher unterwegs noch mit dem Rest der Pizza von gestern Abend gestärkt, wir
wollen ja nix verkommen lassen, gell!
So, nu aber los mit Wanderung. Das Valley of the Winds ist unglaublich schön. Aber
irgendwie auch SCHWEINEHEISS! Unglaublich. Zutzelnuckelschlürf. Gut, daß mein
Wasserrucksack fast vier Liter faßt. Ein paar Schrittchen weiter marschiert. Stop, wieder
Fotopause. Schlürpschlürpschlürp. Etliche Fotos und 37 Trinkpausen später erreichen wir das
erste Hinweisschild. Nach halb elf darf man hier heute nicht mehr weiter marschieren,
verheißt die Ansage, weil zu heiß. Ah ja. Die Uhr zeigt zehn, wir werden von ein paar
lachenden Japanerinnen in Jesuslatschen überholt. Immerhin haben sie Wasser dabei - jede
ein bereits halb leeres Fläschchen mit 0,5 Litern. Wie machen die das bloß. Schlabberschlürf.
Sieht schön aus da vorne, ein Stückchen könne man ja wohl noch machen, meint Harry und
schreitet voran, den sehr unebenen Weg hinab. Nach 200 Metern knicke ich um und lege mein
Veto ein. Wenn wir uns hier jetzt verletzen, dann ist es nächste Woche auf der Wache essig
mit Whiiiuuu-whhhiiuuuu-Fahren. Das sieht auch Harry ein, zumal es ja rückwärts auch
bergauf geht, ein dezenter Hinweis von mir. Oben angekommen erstmal hechelnd am Schild
festgehalten und *vorsichtigzutzelweilandenlangenRückwegdenk*. Sind zwar nur
zweieinhalb Kilometerchen oder so, aber die werden in der Hitze seeeerh, sehr lang. Ein
fröhlicher Aussie ohne Kopfbedeckung und Wasser marschiert achtlos am Schild vorbei. Auf
unseren kurzen Hinweis hin belächelt er uns nur sanftmütig und tut kund, daß ER ja
schließlich waschechter Aussie sei und nicht irgendein Touri-Weichei und daß dies hier SEIN
Land sei und daß ER an die Sonne gewöhnt sei und was wir denn wollten, das seien doch nur
43°C und überhaupt. Wir quittieren soviel Dummheit mit einem kurzen Kopfschütteln und
nehmen den Rückweg in Angriff. Gemächlich kriechen wir in Richtung Parkplatz. Schon
VERDAMMT heiß, aber alles kein echtes Problem. Nur für Harry. Trotz sparsamer
Einteilung ist der letzte Tropfen seiner zwei Literchen die verdörrte Kehle hinab geronnen,
und nun winselt er um eine mildtätige Gabe. Knurrend mache ich das eine oder andere
Schlückchen locker, und gerade als das erfrischende Naß alle ist, erreichen wir den Schatten
am Parkplatz und den dortigen Wassertank. Erstmal einen Liter in den Rucksack nachgefüllt
und SCHLÜRPSCHLÜRPSCHLÜRP.
Und dann völlig fertig auf die Bank gesunken. Irgendwie wird mir ganz komisch. Harry ist
ziemlich rot im Gesicht und auch ganz fertig. Nach zehn Minuten Pause machen wir uns
durch die glühende Hitze auf den Weg zur Karre, die gerade mal 150 Meter entfernt geparkt
ist. Harry, sonst kein Freund von Klimaanlagen, startet den Motor, bringt ihn gnadenlos auf
Touren und schaltet die Klimaanlage erstmal auf "WAHNSINNIGE KÜHLLEISTUNG".
Japsend recken wir unsere Köpfe dem kühlenden Luftstrom entgegen. Wie kann einen diese
Hitze nur so fertigmachen, trotz Sonnenschutzhut und Sonnencreme und jeder Menge Wasser.
Schon beängstigend. Schließlich tuckern wir wieder in Richtung Yulara. Man könne ja vorher
noch kurz am Visitor Centre vorbeischauen, ein paar Mineraldrinks kaufen meint Harry.
Keine sooo schlechte Idee irgendwie. Also ab nachm Visitor Centre. Dort angekommen sind
wir noch keine zwanzig Schritte von unserer Karre entfernt, in Gedanken bereits bei einer
groooßen kühlen Flasche Powerade, als hinter uns mit quietschenden Reifen ein Landcruiser
hält. Eine nette junge Frau springt heraus und ruft nur "Help me! Help!". Also zum Cruiser
gesprungen und den Typ vom Beifahrersitz gerade noch aufgefangen, bevor er auf den
Asphalt klatscht. Gemeinsam schleppen wir ihn in den Schatten und legen ihn erstmal auf
einen der Picknick-Tische. Es sind nette Italiener, wie sich herausstellt, waren nach den Kata
Tjuta auf dem Weg zum Kings Canyon und dann ging's ihm plötzlich nicht so gut und sie
mußte weiter fahren. Das alles sprudelt in holprigem Englisch aus ihr heraus, während ich
versuche, den Typ zu beruhigen und Harry mit unserem Notfallwasser herbeieilt. Jetzt macht
sich der große 15-Liter-Kanister bezahlt. Vorsichtig kühlen wir den Oberkörper und geben
ihm schlückchenweise Trinkwasser, das aber nicht kalt ist. Gleichzeitig eilt Signorina in das
Visitor Centre, um die Rangers zu alarmieren. Schließlich erscheint eine etwas gelangweilte
Rangerin mit einem Erste-Hilfe-Köfferchen und verabreicht angerührtes Elektrolytpulver. Nö,
die Ambulance müsse man nicht holen, das ginge auch so, der wird schon wieder. Ich
trichtere der Italienerin trotzdem ein, erstmal den RFDS in Yulara aufzusuchen, bevor's
weitergeht zum Kings Canyon. Denn unterwegs Hilfe holen? Fehlanzeige! Auf über 200
Kilometern kein Handyempfang, kein Notfalltelefon, nix!
Nach dem kleinen Schreck entern wir - begleitet von einem abfälligen Blick der Rangerin
(watt macht Ihr hier so'n Alarm? sagt der Blick) - das Visitor Centre und fallen über den
Kühlschrank mit den Getränken her. Die Kassiererin reibt sich die Hände. Das Wetter ist gut
für's Geschäft. Hier wird nicht mehr groß gefragt, muß ich das teure Zeug jetzt kaufen oder
nicht.
Eine Einkaufssession und einen kleinen Mittagsimbiß später kriechen wir stöhnend wieder
hinaus in die Hitze.
Anschließend gibt's noch ein paar Distanzbilder vom Berg, bevor es zurück nach Yulara geht,
die Karre auftanken. Auf dem Rückweg von der Tanke kommen wir an der Feuerwache
vorbei, mal schauen, ob jetzt jemand aufmacht. Und siehe da, der einzige
Berufsfeuerwehrmann von Yulara ist zu Hause, und wir bekommen eine prima Führung zu
den Fahrzeugen. So ein Abzeichen für das Patchbord der Wache ist immer ein prima
Gastgeschenk und wird strahlend entgegengenommen. Direkt nebenan ist die freiwillige
Ambulance Station, und gerade als wir den Rettungswagen abgelichtet haben, kommt der
Italiener samt Verlobter aus der RFDS-Station, begleitet von Ärztin Deb, die ihn erstmal an
den Tropf gehängt hatte. Sie hat deutlich mehr Lob für uns über als die Rangerin und erzählt
uns ein paar verdammt heftige Stories, was sie hier in Yulara mit den Touris alles so erlebt,
vor allem in der Sommerhitze. Am schlimmsten seien die Japaner, meint sie. Nicht umsonst
lägen quite a few von denen auf dem hiesigen Gottesacker begraben. "Naja, die klettern halt
auf den Berg. Und dann fallen sie tot um und dann runter. Oder sie fallen nur runter. Oder sie
kriegen einen Herzinfarkt und sterben während der Rettungsaktion, weil ich als Notärztin
nunmal nicht in acht Minuten oben auf dem Berg sein kann." Wirklich interessant, was sie so
schildert, aber nachdem wir ein Abzeichen für ihren freiwilligen Fahrer dagelassen haben, der
begieriger Sammler sei, wird's dann doch Zeit für den Rückweg. Dummerweise ergattert
Harry noch eine Doppel-CD für's Autoradio und so sind BEIDE Sorten Musik angesagt auf
der langen Rückfahrt, Country UND Western.
Die Kilometer ziehen sich, und uns wird klar, daß wir hier mal eben München-Dortmund
zurücklegen müssen. Mit fliegendem Wechsel geht's an Erldunda vorbei, nur nicht in der
Nacht fahren müssen. Die Leihkarre hat keinen Roo-Bar. Wieder kommt uns ein Troopy
entgegen und Harry beklagt zum wiederholten Male, daß diese Tour
a) ausführlicher wiederholt werden müsse (war schon eine Schande, nicht mehr beim Kings
Canyon vorbeizuschauen und den Sonnenuntergang an den Kata Tjtuta zu verpassen)
und
b) das Ganze aber mit einer ordentlichen Karre.
Die letzte Viertelstunde vor Alice Springs holt uns die Dämmerung ein, und wie auf rohen
Eiern schaukeln wir die Fuhre nach Hause, immer auf der Hut vor einem suizidal veranlagten
Roo. Beim Reinrollen nach Alice fällt uns die einladend erleuchtete Remise der
Berufsfeuerwehr auf, also schnell mal rangerollt zu einer kleinen Fotosession. Morgen früh
sei der Kamerad da, der die T-Shirts für wohltätige Zwecke verkauft, heißt es. Klingt gut!
Zum Abschied drücken wir dem Captain erstmal ein Abzeichen für das große Patchboard in
die Hand. Schockiert hatten wir festgestellt, daß unter den Abzeichen aus aller Herren Länder
bereits eins aus Schalke hängt, aber noch keins aus Dortmund. Sowas kann natürlich nicht
sein!
Nach einem leckeren Abendbrot sinken wir schließlich ermattet in unsere weichen
Hotelbetten. So eine Allradtour, DAS wäre mal was, sind meine letzten Gedanken vor dem
Einschlafen.
Bild 1: Deppen vor Berch
Bild 2: Expeditionsvorbereitungen (schon ein klein wenig skeptisch wegen der Hitze)
Bild 3: SCHLÜRPSCHLÜRPSCHLÜRP
Bild 4: Kata Tjuta
Bild 1: Valley of the Winds
Bild 2: Nicht mehr so völlig begeistert am Dransein
Bild 3: Wüstenblume (irre, daß das Blümchen bei 45°C noch so blühen kann...)
Bild 4: Uluru Cloud Dreaming
3.1.2006, morgens um 7.30 Uhr
Hach watt is datt schön, so ein morgendliches Plantscherchen im Pool, den ich fast ganz für
mich alleine habe. Harry wollte sich erst ermannen, ebenfalls ein Schwimmerchen zu machen,
kam dann aber zu der Einsicht, daß er dafür ja BALD aufstehen müßte.
Praktischerweise können wir unsere treue japanische Mietschüssel (nix gegen so einen braven
Kombi, aber nächstes Mal muß es ein 4WD sein, das steht mal fest...) am Flughafen abgeben,
und so steht einem kurzen Abstecher zur Feuerwache nix im Wege. In Windeseile sind
Abzeichen getauscht (nicht ohne die Kameraden bezüglich der Verbrennung des Schalker
Abzeichens zu instruieren...), die Wache nebst Fahrzeugen bei Tageslicht besichtigt und
abgelichtet und gierige T-Shirts gekauft (irgendwie bringen wir die in unseren Rucksäcken
schon noch unter), dann geht's auch schon in den Flieger. Wehmütig blicken wir auf die rote
Landschaft unter uns, und es steht absolut fest: Hier MÜSSENMÜSSENMÜSSEN wir wieder
hin! Man kann vom Flugzeug aus Yulara erkennen, dann geht es über die Kata Tjuta, und wir
bilden uns ein, den Anfang der Great Central Road zu erkennen. Vor deren Anfang haben wir
gestern ehrfürchtig kurz gehalten und gedacht, was es doch wohl für ein unglaubliches
Abenteuer wäre, auf dieser unasphaltierten Piste in Richtung Perth zu schiggern. Tja, im
Rückhinein lachen wir uns darüber auch kaputt...
Wir kommen mit einem Deutschen ins Gespräch, der viel Zeit im Outback verbringt. Er
erzählt uns unter anderem, wie er beim Campen von einer Redback gebissen wurde und erst
nach einem halben Jahr allmählich wieder Gefühl in das betroffene Bein zurückkam.
Ergo beschließen wir, die Augen in Zukunft noch besser nach unseren achtbeinigen Freunden
offen zu halten.
Die paar Stündchen nach Perth vergehen wie im Flug, ich döse abwechselnd ein und schaue
immer wieder fasziniert auf die rote Weite unter uns. Wäre irgendwie ungünstig, wenn das
Ding hier abstürzen täte...
In Perth angekommen ist es gerade erst elf Uhr, der Zeitverschiebung sei Dank. Bereits im
Flieger waren wir diverse Alternativen durchgegangen, was man mit dem angebrochenen Tag
noch anfangen könnte. Mal eben rüber zu den Pinnacles? Verdammt weit zu fahren. Wir
erkundigen uns am Flughafen nach einem Mietwagen und verwerfen die Idee sofort wieder.
Viel zu teuer. Die einzige noch zu bekommende Karre kostet ein Vermögen. Also per Taxi
zurück in unsere Unterkunft im Alderney on Hay, und von dort aus per Pedes und per Fähre
losgezogen zum Zoo. Der Zoo ist zwar ganz nett, aber nicht sooo der Brüller. Es gibt massig
Roos zum Streicheln, aber die Ausbeute an Koalas und vor allem Wombats ist doch eher
mäßig. Anschließend geht's wieder rüber nach Perth, wo wir uns Richtung Northbridge
bewegen von wegen lecker Freßchen. Zurück im Alderney on Hay wird nochmal die
Einsatzkluft anprobiert und für morgen rausgelegt, denn dann geht's für Harry auf die Wache
nach Malaga, und für mich nach Canning Vale. Vor Aufregung kann ich kaum einschlafen.
Bloß gut, daß wir ein Apartment mit zwei Zimmern haben und mich nicht noch zusätzlich die
Schnarchorgien von nebenan vom Pennen abhalten...
Schließlich dann doch noch
4.1.2006
Irgendwann ist dann doch endlich Mittwoch, und endlich stehe ich vor der Feuerwache von
Canning Vale, nachdem mich ein höherer FESA-Offizier dort abgeliefert hat. Supernetter
Empfang durch die Jungs auf der Wache. Echt der Wahnsinn. Die haben uns in ihre Teams
aufgenommen, als wäre das das selbstverständlichste von der Welt, daß jemand aus
Deutschland nach Perth kommt, um hier bloody bush fire mit zu löschen. Ich werde in die
Fahrzeuge eingewiesen und lege meine Ausrüstung bereit. Schnell noch die Videokamera
gecheckt, frische Kassette drin, frischer Akku, die Feuersbrunst kann kommen! Doch rein gar
nichts passiert, und so vergeht der Tag fröhlich mit Autos waschen, Wache putzen und
Abwasch machen, unterbrochen von einem netten kleinen Mittagessen und anschließender
Siesta in einem der superbequemen Fernsehsessel. Die Jungs bringen mir derweil perfektes
Feuerwachen-Australisch bei. Jedes mindestens dritte Wort ist durch das F-Wort zu ersetzen.
Harry meinte später, daß diese einfache Regel die Verständigung doch sehr erleichtert hätte,
wobei er mindestens so gut Englisch spricht wie ich.
Und so vergeht die Zeit, bis schließlich ein verheißungsvolles Knacken im Lautsprecher zum
Einsatz ruft. In Rekordeile sitze ich auf der Heavy Pump, nicht daß die Jungs noch ohne mich
losfahren. Der Captain bietet mir erstmal seinen Platz vorne neben dem Fahrer an, da könne
man besser filmen. Zumal wir zu einem Mulch Fire fahren würden, das sei wahrscheinlich
echt spektakulär, eine üble, üble Sache, so ein Mulch Fire. Woraufhin der Maschinist nur
brummelt "oioioi, ein Mulch Fire. Da hast Du aber direkt beim ersten Einsatz sofort eine
GANZ heiße Kiste erwischt!" Er ruft kurz zum Light Attack Pumper (ein kleiner
Tanklöschwagen, aufgebaut auf einem Troopy-Fahrgestell) rüber, daß es zu einem Mulch Fire
ginge, da müssten sie echt Kitt geben. "OH F...! Ein MULCH FIRE! Mannomann, jetzt aber
schnell!" Und mit wehenden Fahnen und heulenden Sirenen geht es ab ins Feierabendgewühl
von Canning Vale. Naja, ein bißchen leise, die Sirenen, verglichen mit den guten
amerikanischen, die ich aus Kalifornien kenne. Das wäre noch verbesserungswürdig. Aber die
Bull-Hörner (große Preßlufttröten) machen dieses Manko hinreichend wieder wett, und ich
genieße die Fahrt in vollen Zügen. Wie heißt es so schön: Du kannst nicht Feuerwehrmann
UND erwachsen sein...
Der Captain fragt, ob ich bereit sei. Schutzausrüstung anlegen, gleich geht's richtig zur Sache.
Erwartungsvoll setze ich die Schutzbrille auf, rücke die Filtermaske und den Helm zurecht
und greife nach den Handschuhen.
"Da vorne ist es!" brüllt der Captain. Vor uns erstreckt sich eine Feuersbrunst von ca. vier
Quadratmetern qualmendem Mulch neben der Schnellstraße. Die Jungs sterben fast vor
Lachen, als sie mein Gesicht sehen.
Es folgt eine Einweisung in die korrekte Taktik des Löschens eines solchen Feuers (mit
Vollstrahl in kreisförmigen Bewegungen in den Mulch schießen und die Glutnester ersäufen),
wobei ich die neuen Einsatzklamotten direkt würdig einweihe (von oben bis unten mit
stinkendem Mulch eingesaut). Wir haben alle einen Heidenspaß.
Abends komme ich - ob des Einsatzgeschehens etwas ernüchtert - wieder zurück ins
Alderney, kann Harry aber berichten, daß ich echte Flämmchen gelöscht habe, während bei
ihm NICHTS los war, hihi...
Wir haben uns eine leckere Pizza bei unserem Italiener Capriccio in Northbridge verdient.
Wenn's von dort nur nicht so weit wäre zu Fuß zum Alderney...
5.1.
"Och Harry, nun guck doch nicht so grimmig. Vielleicht hast Du ja heute auch ein Mulch
Fire!" Mit diesen Worten verabschiede ich das Harrylein, als Roger, ein FESA Offizier, ihn
aufsammelt, um ihn nach Malaga zu kutschieren, während ich zu Craig, einem anderen
Offizier in die Karre springe. Verdammt heiß heute, meint er. Und ein bißchen Wind dabei,
das könnte was geben. Hmmm. Besser nicht, denke ich mir. Der Tag beginnt mit einem
Alarm zu einem Mulch Fire. Das Desaster von gestern Abend ist an gleicher Stelle wieder
losgebrochen, und ich muß mir ein paar nette Sprüche anhören, daß es mit der deutschen
Gründlichkeit wohl doch nicht so weit her sei beim Löschen. Eine beherzte Anwohnerin hat
dem Roten Hahn in Form von drei qualmenden Quadratmeterchen bereits mit ihrem
Gartenschlauch Einhalt geboten, so daß wir mit dem Light Attack Vehicle direkt wieder
abdrehen können.
Doch gegen 13.30 Uhr, mitten in der Siesta, ist es so weit, das erste richtige Feuer ist
losgebrochen, direkt neben einem Wohngebiet. Es gibt hier überall noch kleinere
Buschgebiete zwischen den Wohngebieten, das ist nicht ungefährlich. Mehrere hundert
Quadratmeter Buschland stehen in Flammen. Während das Light Attack Vehicle direkt
vorstößt, rückt der 2.4 (ein spezielles geländegängiges Tanklöschfahrzeug mit 2000 Litern)
von der anderen Seite vor. Wir suchen derweil mit der Heavy Pump nach einem Hydranten
neben einem Wohnhaus, das direkt in der Ausbreitungsrichtung des Feuers liegt. Mit dem
Schnellangriffsschlauch in der Hand stehe ich vor dem bedrohten Haus, ungefähr 150 Meter
vor mir die Rauchfront. Der Hydrant führt kein Wasser, wir haben nur die 1000 Liter in
unserem Tank. Hmmm. Keine Situation zum Wohlfühlen. Hinter mir zetert die Dame des
Hauses, daß ihr 14jähriger Sohn vom Dach kommen solle. Der hat zuviel TV gesehen und
will das Haus partout mit dem Gartenschlauch nass halten, und brüllt sie an, ER sei der Herr
im Haus, so lange der Alte nicht da sei und jetzt endlich Wasser aufdrehen und wenn das
Funkenflug gibt und überhaupt. Besser als jede Comedy-Show im Fernsehen! Der Captain
pflückt ihn schließlich vom Dach, peilt von ebendiesem kurz die Lage und schickt mich dann
gemeinsam mit einem anderen Captain nach vorne an die Feuerfront. Der Wind hat gedreht,
alles unter Kontrolle. Jetzt knattern auch die alarmierten Helitacs heran - zwei kleine
Löschhubschrauber, die direkt über unseren Köpfen die Feuerlinie attackieren. Eine Stunde
später lehne ich mit rußgeschwärztem Gesicht am Tanker. Geschafft! Abends frage ich das
Harrylein scheinheilig, was denn bei ihm so los war. Also, erst ein Mulchfire, aber ein richtig
großes mit 10 m2, und danach eine Brandmeldeanlage, also falscher Alarm, aber eine gierige
Alarmfahrt. Und fragt mich scheinheilig, wie's bei mir war. Och, naja, richtig was los. Halt so
mit Hubschraubern und speziellen Wasseranhängern und noch so ein paar Kleinigkeiten.
Bild 1: Morgenstund hat Gold im Mund!
Bild 2: Yulara von ziemlich weit oben
Bild 3: Kata Tjuta ausse Ferne
Bild 4: Mittlerweile wach (im Zoo von Perth)
Bild 1: Anne Fireline
Bild 2: Wasser marsch!
Bild 3: Helitac beim Abwurf
Bild 4: Bisschen warm hier...
Ich möchte Euch nicht mit der ausführlichen Schilderung der folgenden Tage auf den Wachen
langweilen. Harry hatte zwischendrin ein Grasfeuer im Whiteman Park, so daß er nicht mehr
ganz so unleidlich war. An unserem letzten Tag auf den Wachen hat er dann an einem Tag
gleich drei Buschfeuer gehabt, darunter ein ziemlich großes. Da ich an jenem Tag keinen
Einsatz hatte, durfte ich mir das dann bis zu unserem nächsten Feuerwehrurlaub ein Jahr
später regelmäßig in epischer Breite anhören...
Naja, so ging das Ganze also los mit unseren 4WD-Touren. Mit einer ganz normalen, doch
mehr als langweiligen 2WD Tour und dem Vorsatz, im nächsten Jahr wiederzukommen zum
großen Stein, dann aber mit Allrad. Und so machten sich die beiden Helden aus Dortmund
dann Ende Januar 2007 wieder auf nach Oz, um den Mulchfeuern von Perth Einhalt zu
gebieten.
Allerdings hatte Harry diesmal eine knallharte Bedingung gestellt: Neben zwei Wochen
Feuerwehr sollte dieses Mal auch eine komplette Woche "Touri-Kram" auf dem Programm
stehen, natürlich mit 4WD.
Nach einigen erlebnisreichen Tagen auf den Wachen in Malaga und Canningvale (diesmal
waren wir gemeinsam erst auf der einen, dann auf der anderen Wache mit im Einsatz) ging's
am 9.2. mit dem Flieger in Richtung Alice Springs.
9.2.2007, nachmittags
Wir stellen begeistert fest, daß es in Alice Springs nicht wesentlich wärmer ist als in Perth.
Ein schöner kühler Tag im Outback, mit nur 38°C geradezu erfrischend. Nix wie raus und
schnell ein Taxi shanghait, bevor die wieder alle weg sind. Da war noch was im letzten Jahr...
Die Fuhre rollt durch den Gap und endlich sind wir wieder in Alice Springs!
Der Taxifahrer landet uns direkt bei Britz an, wo wir das passende Vehikel für unseren
Abenteuertrip (heute schmunzeln wir über dieses Wort, wenn es im Zusammenhang mit
Mereenie Loop und Oodnadatta Track erwähnt wird...) übernehmen, einen Landcruiser 100
Series. Harrys sehnsüchtiger Blick fällt auf einen reichlich verdreckten Troopcarrier mit PopTop-Roof, der in der Ecke steht. Während ich mich für den Papierkrieg anstelle, verschwindet
er mit den Worten "will nur mal eben gucken" und ward nicht mehr gesehen. Widerwillig
reißt er sich von der ausführlichen Inspektion des Backpackercampervans Pop-Top-Troopies
los, als es darum geht, unseren eigenen Landcruiser zu übernehmen. Ah so, so wird der 4WD
eingelegt. Und dafür die Hubs einlegen an den Vorderrädern. Hmmhmm, soso. Naja, ist ja
alles ganz easy. Harry besteht darauf, sich die Ausrüstung zum Reifenwechsel in allen
Einzelteilen vorzählen zu lassen, was die arme Frau von Britz ein wenig nervt. Seinem
wachsamen Auge entgeht nicht, daß die Verbindungsschraube fehlt, mit der man die beiden
Teile für die Radwinde zusammenschraubt. Die Beteuerung, daß man das Ding eh nicht
brauchen täte, fruchtet bei Harry natürlich überhaupt nicht, und ein genervter Mechaniker
sucht zehn Minuten in der Werkstatt nach dem besagten Schräubchen.
Hmm, was ist denn das hier mit dem Reserverad? Mir fällt auf, daß da ein Schloß dran ist.
Schlüssel her zum Ausprobieren! Hakelt, geht nicht auf. Gibt's doch gar nicht, meint Miss
Britz, kriegt es aber auch nicht auf. Es folgt die erneute Intervention des Mechanikers, der es
nach fünf Minuten Arbeit auf bekommt und meint, das ginge doch problemlos, außerdem
bräuchten wir das Reserverad doch eh nicht... *lol*
Nix da, eine normale Radmutter her, das ver....te Schloß wandert ins Handschuhfach.
Schließlich tuckern wir vom Hof, was von der versammelten Britz-Mannschaft mit einem
kollektiven Seufzer der Erleichterung gewürdigt wird.
Nachdem wir die Klamotten im Crowne Plaza Hotel angelandet haben, widerstehen wir der
Versuchung eines erfrischenden Plantscherchens im Pool und widmen uns direkt den
Erfordernissen. Es gibt erstmal ein ausgedehntes Andenkenshopping in der Fußgängerzone.
Mönsch, schau mal, Oz-Schlipse! Und ein weiteres Wombat für den heimatlichen
australischen (Plüsch-)Zoo. Undundund. Die nächsten zwei Stunden vergehen wie im Flug.
Schnell noch zu Coles, schließlich müssen wir hinreichend Proviant bunkern für die nächsten
Tage. Da wir einen ganz normalen Landcruiser 100 Series gebucht haben (kein Camper, JA,
es handelt sich um einen dieser ABENTEUERTRIPS mit FESTEN UNTERKÜNFTEN...),
fällt der Einkauf noch vergleichsweise moderat aus, hauptsächlich Wasser und andere
Getränke, dazu diverse Kekse und ähnliches. Ich nehme mal eine Packung TimTams mit, die
sollen ganz lecker sein, noch nie probiert. So, nun aber hurtig-spurtig auf den Anzac Hill zum
Sonnenunterganggucken, gerade noch rechtzeitig. Geht doch nix über ein leckeres Strawberry
Sundae von Hungry Jack's, während das Abendrot sich über die bildschöne Szenerie senkt.
Anschließend führt uns unser Weg zum Bojangles. Es gilt, einen Vorsatz in die Tat
umzusetzen. Diesmal soll es das Bigger Bugger Steak sein! Nach einem fröhlichen Abend ist
dieses Monster dann auch tatsächlich erfolgreich vertilgt, und Harry rollt mich zurück zum
Auto. Beim Einschlafen fällt mir ein, daß wir ja noch das Permit für den Mereenie Loop
brauchen, das haben wir bei der nachmittäglichen Einkaufsorgie glatt vergessen zu besorgen.
Bild 1: Abendstimmung auf dem Anzac Hill
Bild 2: Alice Springs Abendstimmung
Bild 3: Sundown Magic
Bild 4: Bigger Bugger!
Bild 5: Platte geputzt!
10.2.2007, 7.30 Uhr morgens
"GIIIIIEEEEEEGGAAAAACK! Station 51, Engine 27, Structure Fire...!" tönt es aus Harrys
Handy, und es dauert wie üblich einen Augenblick - die Füße schlupfen gerade in die Hose zu realisieren, daß wir nicht mehr in Kalifornien beim L.A. County Fire Department zu Gast
sind, sondern nur der morgendliche Weckruf in Oz ertönt.
Harry ist für ungefähr eine Sekunde hellwach, fällt aber sofort zurück in komatösen Schlaf,
als er merkt, daß er nicht an die Feuerfront muß. Ich rüttele ihn kurz wach und verschwinde
dann im Bad. Wieder rütteln. Badehose anziehen und in die Schlappen, Richtung Pool.
Vorher wieder Harry wachrütteln. Kopf in den Nacken halten, Eiskaffe eintrichtern. Hilft
manchmal. Jaja, er sei jetzt wach, er zieht sich an und packt alles, jaja, ich solle endlich
abhauen zum Schwimmen.
Ein halbes Stündchen später ist es an der Zeit zum Aufbruch. Schade eigentlich, so ein
frühmorgendliches Schwimmerchen hat was. Zumindest dann, wenn bereits an die 30°C
herrschen. Also zurück auf's Zimmer. Bereits auf dem Flur vernehme ich unheilvolle
Geräusche. "SCHNÖÖÖRCH!" dröhnt es aus der Bude. Harry hat sich wieder umgedreht und
weiter gepennt.
Naja, man muß ihm zu Gute halten, daß es jetzt aber auch relativ schnell klappt mit dem
Aufstehen und Packen, begleitet von einer kleinen "Motivation speech" à la "Full Metal
Jacket":
"BEWEGUNG, BEWEGUNG, BEWEGUNG, DU MADE! DAS MUSS SCHNELLER
GEHEN! WO KEIN GLATTEIS IST DARF GELAUFEN WERDEN, DU ..... !"
Schließlich haben wir heute ein Stückchen zu fahren bis zum Kings Canyon, das sieht auch
Harry ein. Und gegen halb neun rollt die Fuhre schließlich in Richtung Innenstadt. Zum
Frühstück könne man ja mal so ein TimTam probieren meint Harry. Also die TimTams
aufgerissen und jeder eins probiert. CrunchCrunch, gar nicht so übel. Nach nur einem
TimTam kann man sich natürlich keine abschließende Meinung bilden, also jeder noch eins.
JAMPF, lecker! Es entbrennt ein wilder Kampf um die restlichen TimTams, schlingernd rollt
die Karre beim Bäcker vor. Wir wollen frisches Weißbrot kaufen für unterwegs. Hmm, kein
französisches Weißbrot zu bekommen, nur dieses Ekel-Klitsch-Toastbrot. Das ist
inakzeptabel, trotz Zeitnot, und so geht's erstmal zu Coles. Nicht ohne den Hintergedanken,
daß man auch für das Frühstück an den folgenden Tagen ein gerütteltes Maß an TimTams
haben sollte. Auch die frische Pizza zum Mittagbrot ist nicht verkehrt, und mit
überquellendem Kühlschrank rollen wir los. Stop, erstmal zur Touri-Info, von wegen dat
Permit. Hmm, schöne Karten haben die hier. Direkt erstmal eingedeckt mit Alice to Uluru und
Alice to Oodnadatta und Oodnadatta-Track von Westprint.
"Guck mal da drüben, netter Souvenirladen. Haben wir noch fünf Minuten?"
Naja, aber nur gaaaanz kurz! Eine halbe Stunde später verlassen wir hoch beladen die
Spinifex-Gallery und stellen fest, daß mittlerweile sogar das Royal Flying Doctor Service
Museum offen haben könnte. Da wollten wir beim vorigen Mal schon rein. Also ab zum
RFDS. Sehr interessant und äußerst empfehlenswert, insbesondere der Souvenir Shop.
Irgendwann
steuere ich die Fuhre dann doch noch in Richtung Namatjirja Drive.
Zunächst gibt's natürlich einen Fotostop an John Flynns Grab. Schließlich haben wir gerade
einiges über sein Leben und sein Werk gehört (er gründete den RFDS). Dann geht's direkt
weiter zur Standley Chasm. Eine sehr schöne Wanderung, wir sichten sogar ein paar Rock
Wallabys. Leider sind so spät dran, daß die Mittagssonne nicht mehr bis auf den Boden der
Schlucht scheint (das ist nur ganz kurz der Fall, genau mittags), aber das tut der Sache keinen
Abbruch, und etliche Fotos später mahne ich dann doch zur Weiterfahrt. Trotz der bedrohlich
fortschreitenden Zeit gibt's auch noch einen Abstecher zur Ormiston Gorge, wo wir allerdings
nur ganz kurz bis ans Wasser gehen, denn wir wollen ja heute noch bis zum Kings Canyon.
Bei Glen Helen halten wir kurz auf ein Eis am Stiel an, dann geht's ans Eingemachte: Vor uns
erstreckt sich eine PISTE. Ohne Asphalt. ABENTEUER PUR! (Wie niedlich, ich lache mich
). Wir also erstmal den 4WD eingelegt. Das Ding geht
im Hinthinein wirklich scheckig...
nicht rein. Mit ein bißchen anrollen und nochmal probieren dann doch, und los geht's. Aber
bereits nach kürzester Zeit sind irrsinnige Wellen auf der Piste. Alles rüttelt und wackelt, daß
das Auto bald auseinander fällt. "Wir müssen schneller fahren", meine ich zu Harry, "hab ich
mal irgendwo im Forum gelesen." Momentan hoppeln wir mit nicht ganz überzeugenden 30
km/h über die Wellen. "Wennze meinst", brummelt Harry und beschleunigt langsam auf
atemberaubende 60 km/h. Das Krachen an allen Ecken und Enden des Autos wird jetzt
ohrenbetäubend. Das geht so UNMÖGLICH, ist unser Tenor, also Speed wieder runter auf 40
km/h und die nächsten eineinhalb Stunden beibehalten. Daß in so einer Situation 80 bis 90
km/h das Idealtempo sind, hatten wir da noch nicht gelernt...
Doch das Glück ist mit den Tapferen ("You know the other word for "brave"? "Stupid"!), und
ab dem Abzweig in Richtung Mereenie Loop ist die Piste frisch gegradet. Eine Erholung, hier
mit 80 km/h lang zu schiggern. Aber doch noch verdammt weit bis Kings Canyon.
Mittlerweile sitzt Jürgi wieder am Steuer. Jetzt, wo's nicht mehr so rüttelt, kann ich ja auch
mal wieder fahren, denke ich mir.
Hmm, Kurve. Mal schön langsam rum, man sieht nicht so viel, und -
!!!
Mitten in der Kurve steht plötzlich ein ausgewachsenes Kamel auffe Piste!
*BREEEEEHHHHEEEEEMMMS, Ankerschmeiß*
Wie gesagt, das Glück ist mit den Tapferen. Außerdem hat man uns ja vorher genug erzählt
über sicheres Reisen im Outback. Und Schißhäschen, die wir nunmal sind, halten wir uns ja
immer brav an die Regeln. Also bringe ich die Fuhre gaaaanz souverän vor dem Kamel zum
Stehen, welches nach einem indignierten Seitenblick in unsere Richtung von der Piste trottet.
Harry ist jetzt auch wieder wach, und fröhlich die Lage erörternd schiggern wir ins Abendrot.
"Watt haste auch kein ...... Zelt gemietet, Du ....!" "Wiewatt? Wer wollte denn noch nache
Doktors? Außerdem is' Zelten hier voll watt für'n ....., schomma watt von Schlangen gehört?"
Mangels Alternative werden die letzten Kilometer bis Kings Canyon Resort dann in
stockfinsterer Nacht zurückgelegt, und wir lernen: BALD losfahren hilft, solch überflüssigen
Leichtsinn zu vermeiden. Immerhin ist die Straße hier schon wieder asphaltiert, und
erleichternd aufatmend erreichen wir das Resort. Aufgrund eines Angebotes haben wir hier
sogar ein richtiges Motelzimmer, kann man nicht meckern. Und nach einem leckeren
Abendbrot können wir sogar über die Geschichte mit dem Kamel lachen. Schnell noch die
Akkus anne Ladung gehängt und dann nix wie ab inne Heia, morgen früh müssen wir BALD
aufstehen zur Wanderung rund um den Kings Canyon.
"SCHNNUUUUUUHHHHUUUUUURRRCH!"
Hmmel, wo ist bloß dieser Ohrenstöpsel hin? Bin aufgewacht, Harry schnarcht zum
Gotterbarmen.
Irgendwann dann doch wieder
Licht. Warum ist hier Licht an, watt soll datt?
Ach so, Harry sucht jetzt seinen Ohrenstöpsel. Und beklagt sich wortreich über meine
Schnarchorgie...
Bild 1: John Flynn's Grave
Bild 2: Weg in die Standley Chasm
Bild 3: Immer noch Weg in die Standley Chasm, eigentlich mit Rock Wallaby, aber das Viech
war blitzschnell weg...
Bild 4: Standley Chasm
Bild 5: Bild raus aus der Standley Chasm mit Baum
Bild 1: Ormiston Gorge
Bild 2: Auch Ormiston Gorge
Bild 3: Harry mit Rettungsring (also der Ring NEBEN ihm, nicht der um seinen Bauch, aber
vielleicht sollte ich das besser nicht schreiben, von wegen der Sache mit dem Stein und dem
Glashaus...)
Bild 4: Mereenie Loop
Bild 5: Gieriges Held-des-Outback Bild. Peinlicher geht's nimmer...
11.2.2007
Heute müssen wir BALD aufstehen, versuche ich den armen Harry um 5.00 Uhr zu
überzeugen. Schließlich steht der Canyon Rim Walk auf dem Programm. Harry kann das gar
nicht einsehen und schnurpselt fröhlich weiter.
Ergo muß ich um 5.10 Uhr mal ein Machtwort sprechen: "Getz paßma auf Du Häschen,
wennze getz nich inne Gänge kommst, dann is dat SCH.... heiß auffem Berch, und da hab ich
KEIN Bock auf!"
Grummelnd stimmt er zu, und ich verschwinde im Bad. Nur um hernach von fröhlichen
Schnarchgeräuschen erfreut zu werden. So geht datt nich.
"AAAAAUUUUUFFFSTEEEEEEHHHN, SONST KRIECHSTE INNE FRESSE
GEZIMMERT, DASSE RÄDCHEN SCHLÄCHST!"
Na also, GEHT doch. Man muß ihm halt nur liebevoll gut zureden, dem Harry. Das Geraffel
schnell auf die Karre geschmissen, den Schlüssel vorne an der Rezeption in den Kasten
geworfen und auf geht's in Richtung Kings Canyon. Die ersten Sonnenstrahlen sind schon
lange über den Horizont gekrochen, aber noch liegt die Wand, die wir hoch müssen,
angenehm im Schatten. Also direkt fröhlich ans Werk.
Jürgi: "F..K!"
Harry:"F..K?"
Jürgi:"Datt is ja wie in dem Lied, über 1000 Stufen musse gehn..."
Harry: "Getz beweis aba mal'n bissken Rückgrat Alter..."
Jürgi: "GENAU! Ich bin zu alt für diesen SCH....! *Vernehmlichstöhn*"
Harry: "Du bist nicht zu ALT, Du bist zu FETT!"
Jürgi: ".....!"
Derlei gepflegte Konversation führend geht's (nicht allzu) fröhlich bergan. Puuuh, erstmal'n
Päusken. *Keuchschnauf*
Und weiter. *Hechelkeuch* Noch weiter. Päusken.*SCHNAUFELSCHNAUF*.
"Na, wird's denn gehen?" fragt Harry scheinheilig von deutlich weiter oben. Geht doch nix
über richtig gute Kumpels, gell? Doch schließlich sind wir relativ fix oben. Das Bergfest
feiere ich erstmal mit einem Fläschen Powerade. Wie sagt der Dortmunder? "Datt Pülleken
ham wa uns getz aba verdient, woll!"
Wirklich nett ist es hier oben. Und immer noch angenehm kühl, noch keine 30°C. Das wird
nicht mehr allzu lange so bleiben, also fix los marschiert zum Rim Walk. Tolle Bilder kann
man von hier oben machen. Naja, zumindest KÖNNTE man, wenn die Lichtverhältnisse nicht
so wären, daß die blöde Ixus ständig überbelichtet. Weiter und weiter marschieren wir, bis wir
an die Holztreppe kommen, längs der es runter zum "Garden of Eden" geht, einem
permanenten Wasserloch. Hier wachsen ganz seltene Palmen, Überbleibsel aus einem
Erdzeitalter, als hier noch feuchtes Klima herrschte, so ähnlich wie im Palm Valley. Beim
Hochklettern auf der anderen Seite, die bereits tüchtig von der Sonne beschienen wird stellen
wir endgültig fest, daß es sich jetzt erledigt hat mit kühlen Temperaturen. Die
Rückwanderung längs der anderen Seite des Canyon wird erst anstrengend und dann zur
Qual. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, und es geht über eine weite Hochebene
ohne auch nur das geringste Fleckchen Schatten.
Endlich kommen die ersten Stufen in Sicht, irgendwo dort unten parkt die Karre mit
Klimaanlage. Nur noch ins Kühle. *RÖCHELJAPPS* Geht aber nicht nur mir so, sondern
auch allen anderen, die wir beim Wandern sehen. Nur die älteren Holländer (bestimmt über
70) in ihren Jesuslatschen schluffen durch die Gegend, als wenn ihnen das alles nix
ausmachen täte. Gegen 10.30 Uhr sind wir dann endlich die letzten Stufen runter gestolpert,
und auf geht's zum Endspurt zur Karre. Was so ein bißchen kühle Luft aus der Klimaanlage,
zwei Fläschchen leckeres Powerade und ein gesundes Frühstück, bestehend aus einer Packung
TimTams doch ausmachen. Erstaunlich schnell kehren die Lebensgeister zurück, und ab geht
die Fahrt zum Uluru Kata Tjuta Nationalpark.
Bild 1: Über 1000 Stufen musse gehn...
Bild 2: Blick von oben in Richtung Parkplatz
Bild 3: Gipfelglück
Bild 4: Felswand am Anfang des Rim Walk
Bild 5: Schön hier oben!
Bild 1: Kings Canyon Steilwand
Bild 2: Kings Canyon überbelichtet (Fotograf unterbelichtet)
Bild 3: Garden of Eden
Bild 4: Blick zur anderen Seite
Bild 5: Kings Canyon unterbelichtet (Fotograf ebenso)
11.2.2007, nachmittags
Vom Kings Canyon aus geht's erstmal kurz zurück zum Resort. Schließlich gilt es,
a) die Vorräte an kalten Getränken zu ergänzen (nicht rechtzeitig Getränke nachgelegt in die
Kühlbox...),
b) eine leckere Sausage Roll zu erschlagen (nur von TimTams kann man schließlich nicht
leben, zumindest dann nicht, wenn unser bescheidener Vorrat von neun Packungen auch an
den kommenden Tagen ein gesundes Frühstück ermöglichen soll...)
und
c) die Fahrzeuge der örtlichen Retter zu fotografieren, so es denn hier welche gibt.
Klappt alles wunderbar. Der Troopy mit Buschfeuerwehraufbau ist schnell gesichtet und
gerade noch abgelichtet, bevor ein Resortangestellter damit abhaut, danach gibt's ein paar
Fotos von einem schönen Ambulanz-Troopy und zur Belohnung hinterher noch zwei Sausage
Rolls (ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die Sausage Roll jetzt essen soll oder später,
ergo eine jetzt UND eine später...). Danach rollt die Fuhre bequem über Asphalt (noch sind
wir nicht so richtig infiziert mit dem 4WD Virus...) in Richtung Lasseter Highway, wo wir
rechts abbiegen in Richtung Yulara. Erstmal eine Runde schnurpseln und von den Strapazen
erholen.
Blöd nur, daß Harry der gleichen Meinung ist und beim Abzweig zum Lasseter Highway
wechseln möchte.
Am Aussichtspunkt für den Mt. Connor machen wir Halt und bekommen mit, daß man hier
nicht nur den Mt. Connor angucken kann, sondern von der Spitze der gegenüberliegenden
großen Düne aus auch eine schöne Aussicht auf einen großen Salzsee hat. Harry entdeckt an
einem Gebüsch einige Raupen und testet erstmal ausgiebig die Makrofunktionen seiner
Kamera, hält allerdings genügend Sicherheitsabstand. Meinen Spruch, daß diese Raupen
garantiert SAUGIFTIG sind, schließlich sind wir hier ja in Oz, nimmt er nicht auf die leichte
Schulter...
Weiter geht's in Richtung Yulara, das wir links liegen lassen. Ein kritischer Blick auf die Uhr
zeigt, daß noch massig Zeit ist vor der geplanten Wanderung durch die Walpa Gorge an den
Kata Tjuta, also geht's erst nochmal ein Ründchen um den großen Stein, ist ja auch nie
verkehrt. Anschließend noch ganz, ganz kurz in den Shop im Visitor Centre (noch ein schönes
Poster und ein paar Postkarten für die Daheimgebliebenen und einen schönen Schlips und ein
nettes Buch über das Überleben im Outback erschlagen; letzteres hat Harry gesichtet und
meint, es könne sich im weiteren Verlauf der Fahrt noch als nützlich erweisen...).
Anschließend ab zu den Kata Tjuta. Wird jetzt vielleicht ein bißchen eng mit der Wanderung
in der Walpa Gorge, bevor die Sonne untergeht. Aber alles paßt zeitlich super, und wir
können die schöne Wanderung genießen (naja, insofern man bei 42°C noch irgendetwas
genießen kann...), bevor wir vom Sonnenuntergangguckplatz neben dem Parkplatz den
spektakulären Farbwechsel der Olgas bewundern. Nur die sektschlürfenden Franzosen aus
dem frisch angelandeten Reisebus nerven ein wenig. Mein höflicher Hinweis, mir doch bitte
nicht ständig ins Bild zu hüpfen wird mit einem französischen Wortschwall bedacht, in dem
ich nur "le Bosche" verstehe (ein Schimpfwort für "die Deutschen"). Ebenso höflich und
wortgewandt erwidere ich, was ich von lieben Froschfressern halte, die mir ins Bild stapfen
und was wir in Dortmund in so einem Fall üblicherweise machen.
Und siehe da: GEHT doch! Unsere lieben europäischen Nachbarn sind plötzlich sichtlich
bemüht, nicht weiter den Unmut der Barbaren zu erregen (diese Vokabel kann ich mit meinen
bescheidenen Französischkenntnissen ihrem Getuschel entnehmen) und hauen nach einiger
Zeit auch dankenswerterweise ab. Haben vermutlich Angst, nicht rechtzeitig zum gegrillten
Froschschenkel im Edelrestaurant im Luxustempel in Yulara zu sein. Und so haben Harry und
ich den Rest des Sonnenuntergangs fast für uns alleine. Doch dann wird's auch für uns
höchste Zeit, damit wir noch ein paar Outback Penne im Desert Parks Cafe mampfen können,
bevor's in unser angestammtes Quartier (Vier-Bett-Backpackerraum) in der Pioneer Outback
Lodge geht (sozusagen von Penne zu Penne...).
Hier erwartet uns eine positive Überraschung: Die Räume sind offensichtlich frisch gemalert,
ein wenig freundlicher als zuvor eingerichtet, und unser Quartier ist vor allem spinnenfrei.
Nach dem Todeskampf mit der Funnel Web Spider vor etwas über einem Jahr wird diesmal
penibel mit der Stirnleuchte jeder Winkel unter den Betten abgesucht. Besser ist das!
Ich bedaure noch kurz das japanische Backpackerpärchen im anderen Etagenbett ob der zu
erwartenden Stereo-Schallbeaufschlagung, aber nach kurzer Zeit macht sich die viel zu kurze
vorige Nacht bemerkbar.
Bild 1: Salzsee
Bild 2: Extrem gefährliche supergiftige Killer-Raupe
Bild 3: Tyrannei des Asphalts
Bild 4: Endlich wieder am großen Stein!
Bild 5: Großer Stein, diesmal ohne Wölkchen
Bild 1: Diesmal ohne Wasserfälle...
Bild 2: Good to be here again, mate!
Bild 3: Landeanflug auf die Walpa Gorge
Bild 4: Walpa Gorge
Bild 5: Nochmal Walpa Gorge
Bild 1: Shadows over Walpa Gorge
Bild 2: Walpa Gorge Abendstimmung
Bild 3: Suchbild: Wo ist das Tier? Stand da plötzlich ganz desinteressiert in der Pampa rum...
Bild 4: Kata Tjuta Sundown Magic
Bild 5: Kata Tjua Sundown Magic, die zweite
12.2.2007 Elend zeitig morgens
Heute geht's wieder verdammt zeitig raus ausse Heia. Aber nicht Sonnenaufganggucken am
großen Stein steht auf dem Programm, sondern wir wollen alternativ die ersten Schimmer
Tageslicht über den Kata Tjuta erscheinen sehen. Dort - so unsere Berechnung - dürfte
deutlich weniger los sein an Menschengetümmel. Und so geht die Fahrt durch stockdustere
Nacht über scheinbar endlose Kilometer, bis wir am Parkplatz an der Walpa Gorge eintreffen.
Immer noch stockduster, GROSSARTIG! Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, meint Harry.
Seltene Worte aus seinem Mund...
Wir werden dadurch belohnt, daß wir die einzigen weit und breit sind, die sich hier einfinden,
um die einmalige Morgenstimmung in sich aufzunehmen.
Hier kann man - im Gegensatz zum Uluru - allerdings nur Kontrastbilder schießen, da die
Sonne nicht vor, sondern hinter den Kata Tjuta aufgeht. Aber wir sind der Meinung, daß das
der Sache keinen Abbruch tut und genießen die außergewöhnliche Stille um uns herum.
Sagenhaft.
Eine Stunde nach Sonnenaufgang geht's dann doch so langsam wieder in Richtung Yulara, für
heute steht ja noch eine mörderlange Verbindungsetappe auf dem Programm. Aber erstmal
wird ein längerer Halt am Abzweig zur Great Central Road eingelegt und man ist sich
generell einig, daß das eigentlich der standesgemäße Pfad für die Pilgerfahrt in Richtung
großer Stein sei. Träumend erörtern wir, wie gierig es wohl wäre, dort lang in Richtung Perth
zu schiggern. Das gleiche wie auf dem Mereenie Loop, aber für deutlich mehr als 1000
Kilometer. Was für ein Abenteuer! Es kommt gar der Gedanke auf, IRGENDWANN
EINMAL, wenn man GANZ, GANZ viel Erfahrung hat, vielleicht auch mal den Gunbarrel
Highway unter die Räder zu nehmen.
Tja, so ist das mit den wirklich guten Ideen. Eben noch eine Idee, dann eine richtig gute Idee,
die sich dann binnen kürzester Zeit zu einem MUST DO verdichtet. Denn schon ca. vier
Monate später sollten wir nach befahrenem Gunbarrel wieder hier stehen, aus der anderen
Richtung kommend...
Anmerkung: Siehe "Zurück vom Gunbarrel Highway" hier im Forum unter Bilder+Berichte.
Sorry, bin einfach zu doof zum Verlinken...
Weiter tuckern wir gen Yulara, aber dann reizt uns doch der kleine Abstecher zum
Aussichtspunkt, der ein Stückchen links ab von der Straße liegt, und von hier aus sind die
Kata Tjuta im Morgenlicht eine echte Augenweide. Aber die Zeit drängt, und so reißen wir
uns nach einer halben Stunde von diesem wunderschönen Anblick los und schiggern weiter,
Kurs Yulara. Angesichts der weiten vor uns liegenden Strecke wird erstmal die Karre getankt
und audiomäßig aufgerüstet. Wir haben in unserem Landcruiser nur ein Kassettenteil, aber
keine Kassetten. Ein Zustand, dem Harry mit "Songs for my Rig" (Reichlich Country, etwas
Western) abhilft. Wogegen ich natürlich mit AC/DC kontern muß ("Highway to Hell" ist ja
auch recht passend, hihi...). Wogegen Harry mit Slim Dusty kontert. Wogegen ich mit
Midnight Oil kontere. Wogegen Harry John Williamson auffährt. Das ist ok, der hat einige
wirklich schöne Songs im Repertoire. Rasch noch den Vorrat an Sausage Rolls ergänzt, und
lecker Frühstück mampfend (so eine Sausage Roll läßt sich traumhaft mit ein paar TimTams
kombinieren...) geht die Fahrt ab in Richtung Erldunda. Mannomann, das zieht sich aber mal
wieder. Und so richtig fit sind wir nach der kurzen Nacht nicht. Entsprechend kurz die
Wechselintervalle, weil: Drousy Drivers die!
Eingedenk dieser Mahnung rüttelt Harry mich unsanft wach: "Stunde ist um, Du bist dran!"
*Knurr*. Also zähneknirschend das Steuer übernommen, während Harry schon fröhlich am
Schnarchen ist. Nach kurzer Zeit Harry wachgerüttelt: "So, Du bist dran!". "Kann ja gar nicht
sein!" Aber widerstandslos ergibt er sich in sein Schicksal. Eine Stunde später rüttelt er mich
wieder wach, ich solle fahren. Und wie das sein könne, daß wir noch nicht in Erldunda sind
nach drei Stunden. Tja, spricht's und schaut auf die Uhr.
"WAAAAAS? Ich habe FÜNF MINUTEN geschlafen und Du ..... ZWEI STUNDEN?"
Woraufhin ich ihm erstmal erkläre, daß Minutenschlaf ja eh viel gesünder und erholsamer sei.
*Ganzschnellduck*
Naja, in Erldunda gebe ich einen frühmittäglichen Burger aus, das besänftigt ihn wieder ein
wenig. Das endlose Band des Stuart Highway hat uns wieder, und Harry stößt beim Blick auf
die Karte nur ein entsetztes Quieken aus, wie weit wir heute noch wollen/müssen. Und so
schaukeln wir jetzt ohne Zeitverlust zügig weiter nach Kulgera. Dort gibt's den
obligatorischen Boxenstopp - wenn man keine Uhr dabei hat, ist Harrys Blase ein prima
Ersatz, zeigt ziemlich genau einstündige Intervalle an... - und nachdenkliche Blicke auf ein
Autowrack, das hier ausgestellt wird. Ein typischer Mietwagen für Touris, völlig
zerknautscht. Am Steuer eingepennt seien die guten Leute. Sie hätten überlebt, aber das sei
bei solchen Unfällen auf dem Stuart Highway eher die Ausnahme.
*Schluck*. Rasch noch das schöne Schild fotografiert, handgemalt von Adam vom Pink
Roadhouse, dann geht's weiter, immer Kurs Süd. Gegen 17.00 Uhr sind wir dann in Marla.
Beim Tanken ergibt sich eine tolle Fotogelegenheit für das Knipsen der örtlichen Ambulance.
Der freiwillige Ambulanzfahrer meint, er hätte jetzt erstmal ein paar Kilometerchen vor sich.
"Let's get some fuel, before we take the poor bastard to Coober Pedy Hospital" meint er mit
breitem Grinsen. Und warum wir uns so für seine Karre interessieren täten. Naja, wir seien
halt Firies from bloody Germany.
"Na, dann sprecht doch Deutsch!", kommt's mit noch breiterem Grinsen zurück. Er sei vor
etlichen Jahren hier in der Gegend unterwegs gewesen auf einem längeren Trip und dann
irgendwie hier hängen geblieben. Und wir sollten doch mal an der örtlichen Feuerwache
vorbeischauen. Die Jungs und Mädels müßten noch da sein, die seien bei der Rettungsaktion
auch mit ausgerückt. Also nix wie ab nache Wache und erstmal ein paar schöne Fotos
gemacht, während das arme Opfer mit seinem gebrochenen Bein mit blitzendem Rotlicht und
theatralisch aufheulender Sirene gen Coober Pedy entschwindet.
Einen - natürlich gaaaanz kurzen - Smalltalk und ein paar getauschte Abzeichen später liegt er
dann vor uns, der legendäre Oodnadatta Track. Unser Tagesziel ist das berühmte Pink Road
House in Oodnadatta. Das sei vor der Dämmerung locker zu schaffen, meinen die
Feuerwehrkameraden. Gar kein Problem. Ein Schild lädt dazu ein, den Oodnadatta Track zu
genießen. Dieser Aufforderung leisten wir natürlich unverzüglich Folge.
Aber verdammt huppelig ist's auf dem Oodnadatta Track. Wellen und mördermäßige
Corrugations (über die wir uns heute natürlich kaputtlachen würden) zwingen uns, so meinen
wir in unserer Unwissenheit, zu gemäßigtem Tempo, und so schaukeln wir mit 60 bis
maximal 70 km/h dahin, während bedrohlich die Dämmerung heraufzieht.
Jürgen: "F..K!"
Harry: "F..K?"
Jürgen: "Wie in dem Lied!"
Harry: "Welchem Lied?"
Jürgen: "Im Troopie in Zeitnot schiggern wir ins Abendrot, ein Troopy der zu sinken droht".
Harry: "Wieso sinken?"
Jürgen: "Na, im Dunkel der Nacht versinken."
Harry: "F..K!"
Werden die völlig bekloppten Outbackneulinge doch noch die rettende Oase erreichen? Wird
man ihnen dort noch ein Nachtquartier bereiten?
Bild 1: Walpa Gorge Sunrise (mitten inne Nacht)
Bild 2: Walpa Gorge Sunrise (watt später)
Bild 3: Walpa Gorge Sunrise (nochma watt später)
Bild 4: Sunrise Tree
Bild 5: Deutlich watt später, schon wieder lecker warm am Dransein...
Bild 1: Road Ends
Bild 2: It's a BLOODY long way to Perth...
Bild 3: Kata Tjuta Morning Glory
Bild 4: Drousy Drivers die!
Bild 5: Kulgera Pub Road Sign (hat Adam vom Pink Road House gemalt)
12.2.2007, schon leicht inne Dämmerung
Jau, der zieht sich, der Oodnadatta-Track. Irgendwann gegen halb neun fahren wir dann am
Pink Roadhouse vor, nachdem wir das letzte Stück wieder in stockfinsterer Nacht hinter uns
bringen mußten.
Dooferweise haben wir keinen 4WD Camper, sondern nur einen normalen Landcruiser, sonst
wären wir unterwegs einfach irgendwo ein kleines Stück in die Pampa reingefahren.
Aber nun sind wir ja hier. Sieht allerdings, hmmm, irgendwie ZU aus. Aber hinten in der
Werkstatt ist noch Licht. Ist nur keiner dort. Ein paar Mal laut gerufen, es kommt keine
Antwort. Puhhh, das ist jetzt aber doof. Kann doch nicht sein, daß die hier um diese Zeit
schon pennen, verdorri nochmal. An der Tür zum Roadhouse hängt ein Zettel mit einer 24-hRufnummer. Also erstmal Kleingeld checken für die Telefonzelle an der Ecke. Hmm,
Schwein gehabt, das langt gerade noch für ein Ortsgespräch. Fröhlich gewählt, nicht mehr
allzu fröhlich gewartet und zunehmend unfröhlich realisiert, daß dort keiner abnimmt.
Tja, das sieht jetzt bitter nach inne Karre pennen aus. Noch einmal rüber in die Werkstatt und
gerufen. Keine Antwort. Kurz an der Tür geschaut, wann die morgen früh aufmachen wegen
Frühstück und - plötzlich kommt Adam hinten aus der Werkstatt.
Was wir denn wollten. Naja, hier übernachten, wir haben ja reserviert. Wie, reserviert? Weiß
er gar nix von. Dochdoch, alles per Email. Er fröhlich wieder rein, Lynnie geweckt, die im
Schlafrock die Tür aufsperrt. Aha, die Urlaubsvertretung hat die Reservierung falsch
eingetragen. Ja, nee, ist klar.
Sorry, aber sie seien gerade aus dem ersten Urlaub seit ewig zurück, sechs Wochen lang die
liebe Verwandtschaft anne Ostküste abgeklappert. Aber wenn wir mit einem Budget-Room
zufrieden seien, den könnten wir auf jeden Fall kriegen. Klingt gut!
Naja, besser gesagt, klänge gut, wenn die kanadische Backpackerin, die hier aushilft, die
Schlüssel nicht weiß der Geier wo vergraben hätte. So vertraut uns dann Lynnie den definitiv
allerallerletzten Reserveschlüssel an (anscheinend hat man hier aus gutem Grund mehrere
Reserveschlüssel), und wir beziehen überglücklich unser zwar schlichtes, aber wunderbar
sauberes und vor allem schön kühles Quartier (dank Klimaanlage). Kann man echt nicht
meckern!
Den beiden noch eine gute Nacht gewünscht und gefragt, ob die hier immer so zeitig pennen
gehen, sei doch noch früh am Abend.
FRÜH AM ABEND?! Mitten in der Nacht, wird uns beschieden. Moment mal, gerade mal
neun Uhr.
Oh Weia! Wir sind ja hier in Südaustralien! Da hat's mal eben eineinhalb Stündchen
Zeitverschiebung...
Ein weiteres Kapitel in unserem Buch "Die lustigsten Outback-Anfängerfehler".
Aber anscheinend passiert das hier nicht zum ersten Mal, und geschafft von der langen Reise
schnurpseln wir fröhlich weg.
Bild 1: Let's take the poor bastard to Coober Pedy hospital
Bild 2: Oodnadatta Track open!
Bild 3: Oodnadatta Track
Bild 4: Im Troopy in Zeitnot schiggern wir ins Abendrot...
An alle Klugscheißer: Ja, ich weiß, daß das kein Troopy ist, sondern ein LC 100 Series. Nur
wußten wir das damals noch nicht...
Bild 5: Oodnadatta Track Abendstimmung
13.2.
Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, und die Strapazen des vergangenen Abends sind
so gut wie vergessen. Wir holen erstmal in aller Ruhe den gestern Abend verpaßten
Oodnaburger nach. Watte muss, datt musse, schließlich geht nix über ein richtig gutes
gesundes Frühstück.
Anschließend jeder schnell ein paar Kärtchen gekauft und Postkarten aus Oodnadatta
geschickt, das Postamt befindet sich nämlich direkt im Roadhouse. Lynnie versucht noch
Mick anzurufen, den einzigen Polizisten in 200 km Umkreis, der ist nämlich zugleich Chef
der Freiwilligen Feuerwehr von Oodnadatta, deren Auto wir gerne angucken würden, aber
leider ist Mick dienstlich in Coober Pedy. Naja, dann halt beim nächsten Mal, schnüff...
Nachdem die Karre mit unserem Gepäck und ein paar zusätzlichen Andenken beladen ist
(nicht ans Übergepäck denken, niiiiiicht dran denken) und wir uns bei Lynnie abgemeldet
haben, tuckern wir in Richtung Painted Desert. Die Piste in Richtung Coober Pedy verlassen
wir in der Nähe der Arckaringa Hills und fahren auf eine gut gewartete Farmpiste. Da diese
aber selten befahren wird, haben wir uns sicherheitshalber abgemeldet. Lynnie hat uns den
Tip gegeben, daß wir doch unterwegs die Painted Desert anschauen könnten. Ein wirklich
wunderschöner Anblick! Die Hügel schimmern und schillern in allerlei Weiß- und
Brauntönen. Und weit und breit kein anderer Mensch. Wir wissen zwar, daß es gerade mal 12
km weiter ein Farmgebäude mit Wasser gibt, aber trotzdem kommt uns dieser mulmige
Gedanke "was, wenn jetzt die Karre nicht mehr anspringt". Aber treu springt der Landcruiser
an, auch wenn's kein Troopy ist, und weiter schiggern wir, an der Arckaringa Homestation
vorbei in Richtung Kreuzung, bei der es nach weiteren 42 Kilometern durch diese
faszinierende Halbwüstenlandschaft wieder auf die Piste nach Coober Pedy geht.
Vorbei an Patsies Car, das hier irgendwann mal in der Hitze aufgegeben hat und seitdem vor
sich hin rottet schiggern wir gen Moon Plain. Hier gibt es über viele Kilometer hin wirklich
NICHTS mehr, außer kleinen schwarzen Steinchen und sehr, sehr viel Gegend mit sehr, sehr
wenig darin. Diese Gegend als etwas karg zu beschreiben hieße euphorisch zu übertreiben...
Man braucht hier nicht allzu viel Phantasie, um sich zu fühlen wie auf dem Mars.
Der Nachmittag ist schon ein gutes Stück angebrochen, als wir zum ersten Mal in eine meiner
(mittlerweile!) Lieblingsstädte in Oz rollen, ins legendäre Outbacknest Coober Pedy. Schilder
warnen eindringlich vor ungesicherten Minenschächten. Ich möchte unbedingt zum
Underground Bookshop, der aber zu meiner Enttäuschung leider zu hat. Also geht's erstmal
an der Old Timer's Mine vorbei hoch in Richtung Big Winch und First Tree. Früher gab's
keine Bäume in Coober Pedy, weil das Wasser extrem knapp und kostbar war, daher konnte
man keins auf das Anpflanzen von Bäumen verschwenden. Stattdessen hat irgendein Typ aus
den ausgebrannten Überresten eines der ersten Lastwagen, die Coober Pedy erreichten, einen
"Baum" zusammengeschweißt. Nett anzuschauen. Direkt neben der Big Winch ist das
Gelände des "verrückten Ungarn". Dieser etwas schrullige Einwohner von Coober Pedy (naja,
wer ist das hier nicht...) schafft Kunst aus Schrott - witzig anzuschauen. Auf der Fahrt runter
zu Radeka's Backpackers ist leider auch die Old Timers Mine schon zu, aber beim nächsten
Mal wollen wir hier eh ausführlicher Sightseeing machen. Also erstmal ab zu Radeka's. Was
für eine GIERIGE Unterkunft! Es handelt sich um ein Original Dugout, in dem man
underground pennen kann. Großartig! Ist seitdem mein absolutes Lieblingshotel.
Wir besichtigen im Laufschritt die kleine Kirche neben Radeka's (natürlich underground...),
gehen im Laufschritt Griechisch essen (lecker, aber leider nicht underground...), um
rechtzeitig zur Sternengucktour wieder bei Radeka's zu sein. Raus geht's in die Halbwüste
jenseits des Stuart Highway, wo kein Streulicht mehr die Aussicht auf den phantastischen
Sternenhimmel stört. Einen so schönen Sternenhimmel habe ich wirklich nie zuvor gesehen.
Dazu gibt's tolle Erklärungen und viele, viele Blicke durch das Teleskop. Ein klasse Abend,
und auf den bequemen Betten in den angenehm kühlen Katakomben pennen wir wie die
Murmeltiere.
Kleine "Werbepause" zum Thema Übernachtung im ex-Dugout in Coober Pedy:
Wer in der heissen Jahreszeit in einem (im Gegensatz zu Radeka's) NICHT ausgebauten,
sondern originalbelassenen Dugout übernachten will (Schlafsack auf Plane, Swag oder Zelt)
kann dies im "Riba's Underground Camping" erleben. http://www.camp-underground.com.au/
Ausgebaute Budget Rooms hat's ebenfalls.
Dabei handelt es sich um eine schräg-interessante Mischung aus Caravan Park, Hostel und
Ex-Mine, wo abends für auch für externe Gäste eine sehr persönliche Minen-Tour angeboten
wird. Der Preis für die Tour schliesst eine kostenlose Übernachtung ein, ausserdem kann man
die ersten Erfahrungen mit Wünschelruten bzw. Pendeln machen.
Sehr empfehlenswert, insbesondere für Reisende in Zeitnot welche auf der Durchreise bloss
eine Nacht in Coober Pedy verbringen wollen und am nächsten Tag gleich wieder eine 650km
Etappe vorhaben, d.h. keinen weiteren halben Tag mehr in eine andere Minentour tagsüber
investieren wollen.
Bild 1: Pink Roadhouse Oodnadatta
Bild 2: Oodnadatta Post Office
Bild 3: Painted Desert
Bild 4: Nochma Painted Desert
Bild 5: Painted Desert zum Dritten
Bild 1: Autobahndreieck Arckaringa
Bild 2: Patsies Car
Bild 3: Beim verrückten Ungarn
Bild 4: No through road
Bild 5: The big winch
Bild 6: Der erste Baum von Coober Pedy
Bild 7: Catholic underground church
Bild 8: Minidrache
Kurze Ergänzung zum Bericht: Beim Einchecken lag dieser Gummidrache auf dem Tresen
rum. Wow, der sieht ja richtig echt aus, wo's die wohl zu kaufen gibt? frage ich mich gerade,
als das Tierchen einen Satz auf meine Hand zu macht.
Ja, natürlich sei der echt, schmunzelt der Aussie hinter'm Tresen. Die täten sie eigens selber
züchten. Ideal für die Ungezieferbekämpfung. Keine Ameisen, keine Käfer, kein nichts, da
ständig ein paar von denen auf Patrouille seien. Mittlerweile hätte sich das in ganz Coober
Pedy rumgesprochen, und die Leute täten Schlange stehen, um einen für ihr eigenes
Underground-Home zu kaufen.
Nach dem Einchecken bewundere ich noch die schönen Zebrasteine in der Vitrine. Und so ein
kleiner mit Opalsplitterchen beladener Modell-Truck wäre eigentlich auch nicht verkehrt...
Aber dann geht's erstmal zum Griechen, schnell noch Chappi-Chappi, bevor die
Sternengucktour losgeht.
Bild 9: Radeka's Emergency Exit. Cool, ne? Bin den ganzen Abend aus Prinzip nur noch dort
raus gegangen, weil viel spannender als vorne über die große Treppe.
14.2.2007
Mal wieder steht uns heute eine laaaaange Etappe bevor. Mal wieder heißt es daher BALD
aufstehen, und mal wieder erfordert es einige Kraft, den armen Harry aus Morpheus' Armen
zu reißen.
Anmerkung: Morpheus ist der Gott des Schlafes, nicht daß hier ein falscher Eindruck
entsteht...
Der einhellige Tenor lautet, daß eine lausige Nacht in Coober Pedy natürlich viiiiiieeel zu
wenig ist, und es ist bereits beschlossene Sache, möglichst bald wieder hier hin zu kommen.
Ruck-zuck ist das Geraffel im Cruiser verstaut (gestern Abend wurden wir endgültig darüber
aufgeklärt, daß das "nur" ein Cruiser sei, ein Troopy hingegen sei nochmal was deutlich
besseres; eine Einschätzung, die wir mittlerweile voll und ganz teilen...) und der Schlüssel
abgegeben. Nur Souvenirs kann man um diese Tageszeit leider noch nicht kaufen, das hätte
man gestern Abend erledigen müssen. Wenn man denn noch dran gedacht hätte.
Und so fahren wir ohne Zebrasteine und Opalsplitterchen-Modellauto zur 24 Stunden
geöffneten Tanke, bevor der erste Schimmer der Dämmerung genau zur rechten Zeit kommt,
um den Blower, das Wahrzeichen von Coober Pedy abzulichten.
Danach geht's auf die William Creek Road, dem Sonnenaufgang entgegen. Just als wir den
Dog fence erreichen, kriecht die Sonne über den Horizont, um alsbald mit brachialer Kraft
vom Himmel zu knallen. Dank Klimaanlage können wir das recht gelassen sehen und spulen
die immerhin rund 180 Kilometer nach William Creek fröhlich runter. Mittlerweile haben wir
uns an die Pisten gewöhnt, so daß wir nicht mehr ganz so zaghaft unterwegs sind (fahren jetzt
immerhin 80 km/h, und viel schneller sollte man auf solchen Pisten auch nicht fahren).
Gegen 9.00 Uhr erreichen wir nach einigen Foto- und sonstigen Stops (Harrys Blase, man
darf ihm echt keine Cola zu trinken geben...) das legendäre William Creek, die kleinste
Gemeinde von Südaustralien, bestehend aus nicht allzu viel mehr als dem William Creek
Hotel und einer Landepiste. Hier parkt ab und an auch schon mal eine Cessna vor dem Pub,
aber nicht zu dieser Tageszeit. Wir besichtigen erstmal das Freilichtmuseum, alte
Landmaschinen und Raketentrümmer von den Tests der 50er und 60er Jahre. Puhhh, ist das
heiß! Und das um gerade mal halb zehn. Also erstmal auf 'ne kühle Coke in den Pub
eingekehrt.
Staunend bewundern wir das Innere des William Creek Hotels. Unzählige Reisende haben
hier irgendwas hinterlassen, Visitenkarten, Käppis, eine Borussia Dortmund Fahne, etc. pp.
Also erstmal flugs wieder raus zur Karre und ein Dortmunder Feuerwehrabzeichen geholt.
Das erhält einen Ehrenplatz zwischen den anderen Feuerwehr- und Polizeiabzeichen. Man
staunt, wieviele Leute aus Deutschland hier anscheinend durchkommen. Während wir an
unserer Coke zutzeln, entert eine Schweizer Familie den Pub, Vater, Mutter, kleiner Sohn.
Was sie denn trinken möchten fragt der Wirt, daraufhin sie: "Do you have Cappuccino?"
Daraufhin er völlig ernst:
"No Mam, but you may have a beer...". Wir haben Tränen in den Augen vor Lachen. Auch
wenn Harry gerne noch bleiben möchte (ein Schild am Eingang weist darauf hin, daß hier
morgen Abend Mädels "oben ohne" auftreten): Die Zeit mahnt zum Aufbruch, es ist schon
kurz vor halb elf. Schnell noch Souvenirs gekauft. Ein Kamel aus William Creek ist natürlich
Pflicht für den heimischen Zoo, dann geht's wieder auf den Oodnadatta Track in Richtung
Maree.
Bild 1: Coober Pedy Blower im Morgengrauen
Bild 2: Nochma Blower im Morgengrauen
Bild 3: Dog Fence Morgenstimmung
Bild 4: You are at William Creek!
Bild 5: Australiens einsamste Parkuhr (made in Germany!)
Bild 6: William Creek Hotel (leider ohne Cessna, schnüff...)
Bild 7: Topless Girls Tomorrow!
Bild 8: William Creek Pub Eingang
Schaut mal auf das Schild oben über dem Eingang. Unter "Room". Erkennt Ihr sie?!
Bild 9: Ja genau, Jan Cux und Cuxie, diese völlig peinlichen Maskottchen aus Cuxhaven. Sie
sind wirklich ÜBERALL!
Aber im Gegensatz zur Heimat, hier im so ziemlich hintersten Winkel von Oz hat das
wirklich was!
Bild 10: William Creek Pub von innen. Das linke Kamel, das so belämmert drein schaut,
bereichert jetzt den heimatlichen Zoo. Weil: Wenn schon ein Kamel, dann auf jeden Fall aus
William Creek!
14.2.2007, gegen Mittag
Fröhlich schiggern wir auf dem Oodnadatta Track gen Süden. Die Landschaft ist
atemberaubend. Weite rote Ebenen mit ein paar kümmerlichen Sträuchern wechseln sich
gleich wieder ab mit kargen ockerfarbenen Tönen.
Wir legen ein Päuschen ein und machen einen Abstecher zum Bubbler, einer kleinen
artesischen Quelle. Blubbert wirklich lustig vor sich hin und macht seinem Namen alle Ehre.
Das Wasser ist extrem salzhaltig, daher wächst hier auch nix um die Quellen drum herum
außer einem bißchen Gras, das sich irgendwie angepaßt hat.
Weiter im Süden verzichten wir auf den Abstecher zum Lake Eyre Nord, denn
a) würde das Zeit kosten, die wir diesmal leider nicht haben
b) hätte man sich dafür abmelden müssen und
c) sind wir dafür nicht ausgerüstet (nicht genug Trinkwasser, kein Kompressor etc.).
Eine junge Österreicherin, Caroline Grossmüller, ist hier vor ein paar Jahren auf tragische
Weise ums Leben gekommen. Sie war mit ihrem Freund unterwegs, als sich die beiden kurz
vor dem Aussichtspunkt zu Lake Eyre Nord, also knapp 70 km auf einem kleinen Track, der
vom Oodnadatta Track abzweigt, in tiefem Sand festgefahren haben. Nach mehreren Tagen
Warterei wurde das Wasser knapp. Das Paar zerstritt sich, Caroline wanderte bei über 40°C
zu Fuß los in Richtung Oodnadatta Track um Hilfe zu holen und ist unterwegs elendiglich
verdurstet. Ihr Freund, der beim Auto geblieben war, wurde hingegen gerettet. Die Polizei, die
das Auto bergen wollte, hat lediglich den Reifendruck deutlich reduziert und das Fahrzeug auf
diese Weise ohne den Einsatz weiterer Hilfsmittel herausfahren können.
Wir beschränken uns auf ein paar Bilder von einem Ausläufer des Lake Eyre und ötteln weiter
in Richtung Maree, über uns wunderschöne malerische Schäfchenwolken. In Maree
angekommen ist erstmal kurze Mittagspause. Danach haben wir den Einfall, mal bei der
örtlichen Gesundheitsstation vorbeizuschauen. Vielleicht gibt's ja auch hier einen AmbulanceTroopy zu knipsen. Es gibt! Und wie sich herausstellt, sind hier gerade die Flying Doctors im
Einsatz. Sie laden uns ein, ihnen zum Airstrip zu folgen, dann könnten wir ihren Start filmen.
Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Anschließend folgen wir dem Ambulance
Troopy zurück zur Clinic, um uns bei der netten Nurse mit einem Abzeichen zu bedanken.
Hierbei stellt sich heraus, daß sie zugleich Captain (und tagsüber so ziemlich einziges
Mitglied) der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr ist. Der Shed der FF ist direkt nebenan, und so
können wir dann gleich noch den schönen alten Tanklöschwagen fotografieren.
Naja, mit der Retterei, das sei hier schon nicht so einfach, meint die Nurse. Wenn's auf dem
Oodnadatta-Track kracht oder noch schlimmer auf dem Birdsville Track, dann müsse sie
häufig genug entscheiden, mit welchem der beiden Einsatzfahrzeuge sie los düst (Fire Truck
oder Ambulance), zu wenig Freiwillige in Maree, die meisten arbeiten außerhalb. Dazu
kommen die extrem langen Anfahrtwege. Der Birdsville Track ist 480 km lang, beginnt in
Maree und endet in Birdsville. Birdsville ist gleichzeitig die einzig andere Stelle längs des
Birdsville Tracks mit organisierten freiwilligen Rettern.
Also Jungs und Mädels: Wer dort unterwegs ist, der sollte schön vorsichtig fahren! Denn
unter drei Stunden tut sich da nix mit Eintreffen der Retter, und darin ist der Meldeweg noch
nicht enthalten (falls man kein Iridium Satphone hat).
Unter stark bewölktem Himmel geht die Tour weiter über Lyndhurst nach Copley. Dort rasch
nochmal aufgetankt, dann biegen wir ab in Richtung Arkaroola. Sind nochmal so um die 200
Kilometerchen, die wir bis zum Abend abgespult haben müssen. Aber es geht über eine
schöne Piste, die richtig Laune macht. Berg- und Talfahrtmäßig. Und hinter einer kleinen
Aboriginal-Siedlung liegt sie plötzlich vor uns: Die erste (und einzige) Wasserdurchfahrt auf
dem gesamten Trip. Sieht ja mal nicht so wild und tief aus. Dann machen wir das doch so wie
die ganzen anderen Deppen auch. Kurz zurück gesetzt, den Cruiser ordentlich auf Touren
gebracht und mit Knallgas durch, daß das Wasser fröhlich zur Seite weg spritzt. Jauchz!
Was ein Spaß!
Harry bannt das Ganze auf Video.
Jetzt ordentlich wieder hoch beschleunigen, aber was ist das? Irgendwie zieht die Karre nicht
richtig. Kann doch gar nicht sein. Motor läuft rund. Kann doch kein Wasser reingekommen
sein? Wir haben doch einen Schnorchel. Und so tief war's nicht. Vielleicht liegt's an der
Steigung. Komisch. Beschleunigt echt kaum noch. Tssstsss. *Runterschalt*
Kommt trotz Runterschalten immer noch nicht aus dem Kreuz. Könnte natürlich auch sein,
daß vielleicht was mit einem der Reifen ist. Mal langsam machen und anhalten. Ich werfe
einen Blick in den Rückspiegel und!
Jürgen: "F..K!"
Harry: "F..K?"
Jürgen: "DIE KARRE BRENNT! DEN FEUERLÖSCHER, SCHNEEEEELLL!!
Harry: "Wiewatt, die Karre brennt?"
Jürgen: "DER REIFEN! UND GETZ MACH HINNE MIT DEM LÖSCHER!"
Harry: "OH F..K!" (hektisch nach dem Feuerlöscher wühl...)
Bild 1: The Bubbler
Bild 2: Lake Eyre Ausläufer
Bild 3: Clouds over Oodnadatta Track
Bild 4: Oodnadatta Track Cloud Dreaming
Bild 5: RFDS Take off Maree
14.2.2007, spät am Nachmittag
Hastig ausgebootet. Harry kommt von der anderen Seite des Autos gespurtet, Feuerlöscher in
der linken, die immer noch laufende Videokamera in der rechten Hand.
Jürgi: "Puuuuhhh, Schwein gehabt. Brennt doch nicht, der qualmt nur."
*Angstschweißabwisch*
Harry: "Schwein gehabt? SCHWEIN GEHABT?! Sachma, bissu völlich doof? Guck Dir mal
den Reifen an, komplett zerfetzt!"
Jürgen: "Uuupps..."
Harry: "Ja, UUUPPPPSSS!"
Nach kurzer Diskussion vermerken wir unter "Lessons learnt":
1. Man fährt nicht wie die wilde Sau durch Wasser, obwohl das auf dem Titelblatt des BritzAtlas so gezeigt wird. Wasserdurchfahrten IMMER schön langsam, normalerweise in L4, 2.
Gang.
2. Wenn man glaubt, daß irgendwas irgendwie nicht stimmt (Auto zieht nicht), dann fährt
man nicht erst noch 1427 Kilometer weiter, sondern hält DIREKT und AUF DER STELLE
an.
Nachdem wir das geklärt haben folgt eine fröhliche Reifenwechselaktion. Zunächst mal gilt
es, so ziemlich alles auszuladen, um an das Reifenwechselwerkzeug heranzukommen. Danach
müssen die einzelnen Teile der Winde zusammengeschraubt und das Reserverad
heruntergewinscht werden (SCH..SS Cruiser, bei einem Troopy würde man jetzt einfach das
Rad vom Heckträger schrauben und fertig). Doch irgendwann hat Harry das Ding runter
gewinscht und platziert im Dreck robbend und wüste Flüche ausstoßend den Bottle Jack
unter'm Auto. Plötzlich kommt ein freundlicher Aussie des Weges und fragt, ob er mit seinem
High-Lift-Jack helfen solle. "Thanks for stopping mate, aber wir komm' schon klaa...". Stolz
darauf, daß wir ja keine technischen Deppen sind, die Hilfe bei sowas Selbstverständlichem
wie einem Reifenwechsel brauchen, machen wir weiter und stellen beim Hochpumpen erfreut
fest, daß wir ein gaaaanz tolles Auto mit Old Man Emu Suspension haben (ordentlich watt
höher gelehcht, so muß datt!), aber leider immer noch den original Wagenheber an Bord (datt
müßte getz aba anders...).
Mangels Unterlegholz (weil Britz...) und nach längerer erfolgloser Suche nach einem ideal
abgeflachten Stein, während der wir ausgiebig diskutieren, warum ich unbedingt meinte, den
netten Aussie mit dem Highliftjack wegschicken zu müssen, weil logo, daß jetzt kein anderer
mehr des Weges kommt, geht's schließlich weiter. Die Brettchen der Gepäckabdeckung
müssen dran glauben, wir haben den Braten auf.
Während des Radwechsels schnell noch ein paar Bilder vom traumhaften Sonnenuntergang
gemacht, bevor wir die gastliche Italowie Gorge dann doch noch aus eigener Kraft wieder
verlassen können. Wir hatten uns zwischenzeitlich ob der herannahenden Dämmerung bereits
auf eine Übernachtung an Ort und Stelle eingestellt. Doof nur, daß wir jetzt KEIN weiteres
Reserverad mehr an Bord haben, natürlich auch keine Ersatzschläuche und Werkzeug zum
Wechseln. Entsprechend schiggern wir die verbleibenden zig Kilometer bis Arkaroola wie auf
rohen Eiern über die Schotterpiste, um in stockdunkler Nacht gegen 21.00 Uhr doch noch in
Arkaroola einzutreffen. Welch ein Glück, es ist noch jemand im Restaurant und wir können
noch ein Zimmer für die Nacht bekommen (nächstes Mal Camper, nächstes Mal AUF JEDEN
FALL Camper, schwören wir uns) und tragen uns direkt in die Ridgetop Tour für den
nächsten Morgen ein.
Ja, die hätten hier eine Werkstatt. Ja, ein Reifen für einen Landcruiser dürfte kein Problem
sein. Klingt gut!
Nur zu Essen gäb's leider nix mehr. Sorry mate, ist schließlich schon 21.00 Uhr durch, die
Küche schließt um 20.30 Uhr.
Und so gibt's dann zur gerechten Strafe nur ein paar kalte Bohnen aus der Dose, gepaart mit
den letzten Scheibchen Scheiblettenkäse und Schinken und jeder einen Kanten trockenes
Weißbrot.
Wir notieren in unser Buch "Tausend lustige Anfängerfehler im Outback und wie man sie
beim nächsten Mal vermeidet":
An Bord gehört:
1. GENUG zu Fressen
2. Ein kleiner Kocher, und wenn's nur einer für Esbitsteinchen ist.
Aber die warme Dusche und das weiche Bett sind nach den Mühen des Tages eigentlich
Belohnung genug, und erschöpft schnurpseln wir weg.
Bild 1: Das Personal bei der Arbeit.
Anmerkung: Ich wäre ja auch drunter gerobbt, aber Harry meinte, ich sei zu fett dafür. Wenn
er davon überzeugt ist, warum sollte ich ihm da widersprechen?!
Bild 2: Enjoy your stay at Italowie Gorge!
Bild 3: Wolken über Italowie Gorge
Bild 4: Italowie Gorge at dawn
Bild 5: Italowie Gorge Abenddämmerung
15.2.2007, ziemlich früh am Morgen
Um 6.30 Uhr geht's raus ausse Heia, denn vor der schönen Ridgetop-Tour müssen wir noch
unser kaputtes Rad verarzten lassen. Hoffentlich geht das hier überhaupt. Ab 7.30 Uhr sei an
der Werkstatt jemand da hieß es. Ich bin gespannt. Aber erstmal müssen wir Kleingeld
wechseln und Britz anrufen. Zunächst schlägt deren Mitarbeiter vor, daß wir in Hawker einen
neuen Reifen aufziehen lassen sollen. Dort gibt's eine Vertragswerkstatt, wo Britz günstige
Konditionen hat. Nach einer kurzen Debatte, in deren Verlauf ich klarstelle, daß wir nicht
vorhaben "bloody somewhat 200 k's of track" ohne bloody spare tyre zu fahren lenkt der Typ
aber freundlicherweise ein. Wir bekommen einen Gutscheincode und Kontaktdaten genannt,
die wir an die Werkstatt weiterleiten sollen. Damit wird unser Reifen gewechselt, ohne daß
wir auch nur einen Cent auslegen müssen. Prima Service! Wenn jetzt noch ordentliches
Werkzeug und Unterlegholz an Bord gewesen wäre, dann hätte man echt nicht meckern
können...
Tatsächlich können wir das Rad um kurz nach halb acht abgeben (na klar sei das heute Mittag
fertig, no worries mate) und noch schnell jeder eine Sausage Roll runterschlingen, bevor unser
Guide für die Ridgetop Tour erscheint. Er ist zunächst nicht sonderlich begeistert, weil wir
last minute erst heute morgen gemeldet worden sind. Aber nachdem wir unser Malheur mit
der Panne erklärt haben (*schäm*) hellt sich seine Laune auf und wir sitzen hinten auf dem
offenen Troopy auf. Da Nebensaison ist, sind wir die einzigen Gäste, gierig!
Die Ridgetop Tour ist absolut faszinierend und supergenial. Sie führt über kleine, teilweise
sehr steile Tracks über das weitläufige Gelände von Arkaroola, das einst als Farm von
Reginald Sprigg erworben wurde, einem der bekanntesten Geologen Australiens. Lange bevor
der Begriff Ökotourismus überhaupt geprägt wurde, hat Reginald Sprigg dieses Prinzip in
Arkaroola schon umgesetzt. Muß ein cooler Typ gewesen sein. Er hat einst als Familienurlaub
mit Frau und kleinen Kindern! mit einem ollen Landrover die Simpson von Süden aus
durchquert und Poeppel Corner neu vermessen - das war, bevor man dort bequem über Tracks
hin schiggern konnte. Wer die Bücher von Len Beadell gelesen hat, der weiß um die
Schwächen der alten Landrover. Das war ergo ein ECHTER Abenteuerurlaub...
Dies und vieles mehr erzählt uns unser Guide, während er den Troopy die atemberaubend
steilen Tracks hoch und wieder runter quält. Unter anderem ist hier früher mal eine Zeitlang
Uran abgebaut worden. Gibt immer noch ziemliche Vorkommen, aber aufgrund der extrem
schweren Zugänglichkeit lohnt sich der Abbau nicht mehr.
Aus den tief hängenden Wolken gibt's einen erfrischenden Schauer, endlich ist es nicht mehr
ganz so drückend heiß. Wir begrüßen die Abkühlung und verzichten auf das Schließen des
Verdecks. Mehrere sehr schöne Aussichtspunkte werden angefahren, die faszinierende
Ausblicke auf die wunderschöne Berglandschaft ringsum gewähren, und schließlich nähern
wir uns dem unbestrittenen Höhepunkt der Tour, dem Siller's Lookout. Normalerweise
stapeln sich hier oben auf dem kleinen Aussichtsplateau bis zu drei Troopies (jeder mit bis zu
zwölf Touris beladen), aber heute sind wir die einzigen und haben die Stille und majestätische
Erhabenheit dieses Platzes ganz für uns. Es gibt leckeren Kuchen und eine Tasse Tee, bevor
wir uns - jeder eine Speicherkarte später - wieder auf den Rückweg machen. Unser Guide
merkt, wie sehr wir die Tour genießen, so daß wir ein bißchen länger unterwegs sind als
üblich. Gegen 12.45 Uhr treffen wir wieder im Arkaroola Wilderness Resort ein, wo wir uns
nach dem abenteuerlichen Trip jeder erstmal einen Burger with the Lot gönnen. So ein
Burgerchen in Ehren kann schließlich niemand verwehren. Anschließend geht's noch in den
Souvenir Shop, das Roadsign-Schild "I survived the Ridgetop-Tour" ist natürlich Pflicht.
Bild 1: Arkaroola Morning Glory
Bild 2: Uuuppps, Reifen kaputt
Wer schon immer wissen wollte, was einen kaputten Reifen von einem GANZ kaputten
Reifen unterscheidet, hier ist die Antwort!
Bild 3: Arkaroola Rainbow
Bild 4: Ridgetoptour Regen (weil: ohne Regen kein Bogen...)
Bild 5: Ridgetoptour watt später, gerade mal kein Regen
Bild 6: Ridgetop-Tour kurz vor Sillers Lookout
Bild 7: Sillers Lookout
Bild 8: Rundblick vom Sillers Lookout
Bild 9: Rundblick vom Sillers Lookout inne andere Richtung
Der kleine Track, den man unten im Bild erkennt, diente einst zur Exploration der dortigen
Uranvorkommen. Es stellte sich dann zwar heraus, daß es dort durchaus Uran gibt, daß es
aber ein klein wenig zu mühsam wäre, es im großen Stil abzubauen (Ääätschiibääätschiii!)
Bild 10: Nochma Rundblick vom Sillers Lookout.
15.2.2007, nachmittags
Im Tageslicht macht die Piste von/nach Arkaroola deutlich mehr Spaß, stellen wir fest.
Also direkt mal den schönen neuen Reifen ordentlich einfahren. Und auf halbem Weg zur
Brachina Gorge ordentlich die Bremsen testen, weil ein paar völlig verstrahlte Emus vor die
Karre rennen.
Das ist natürlich DIE Sensation schlechthin, handelt es sich hierbei doch um die allerersten
wild lebenden Emus, die uns über den Weg laufen. Also gibt's erstmal eine ausführliche
Fotosession, bevor wir einige Zeit später die Grenze in die Flinders Ranges überqueren.
Bevor's zum Wilpena Pound Resort geht, wollen wir unbedingt noch zur Brachina Gorge.
Die Fahrt durch diese Schlucht führt zum Teil durch's Schotterbett eines einigermaßen
trockenen Flußlaufes, für den Cruiser ist das aber kein Problem. Das versuche ich Harry
zumindest weis zu machen, der davon noch nicht so völlig überzeugt ist. Vor allem der
Regenhimmel läßt ihn zögern. Was, wenn eine Flashflood die Brachina Gorge runterkäme?
Es erfordert einiges an Überredungskunst, aber schließlich lenkt er ein, nicht ohne hin und
wieder einen besorgten Blick in den Rückspiegel zu werfen.
Die wenigen größeren Pfützen werden ehrfürchtig mit äußerster Vorsicht im Schrittempo
durchfahren, eingedenk der Erfahrung vom gestrigen Tag.
Harry hat zuvor in schillernden Farben geschildert, was er mir alles zufügen würde, wenn er
nochmal unter die Karre robben müsste.
Die Brachina Gorge ist faszinierend. Kilometer um Kilometer tuckern wir durch die Gorge,
hin und weg von den vielen verschiedenen Felsformationen, die hier wie kaum irgendwo
sonst auf der Welt Einblick in verschiedene Stadien der Erdgeschichte bieten. An einer
besonders schönen Felswand bleiben wir stehen. Ein paar Fotos später ist es dann so weit:
Jürgen: "F..K!"
Harry: "F..K?"
Jürgen: "Getz isset passiert. Getz habbichet auch!"
Harry: "Watt hasse?"
Jürgen: "Dat Outbackvirus, wovonse im Forum immer erzählt haben!"
Harry: "F..K, ich auch!"
Wir könnten beide ewig durch diese Schlucht fahren, die leider irgendwann doch zu Ende ist.
Am anderen Ende geht's über eine Piste bis zur Teerstraße, dann ein kurzes Stück nach Süden,
dann fahren wir links rein, parallel zur Brachina Gorge wieder zurück nach Osten. Dieser
Scenic Drive besticht durch seinen Tierreichtum. Neben etlichen Schafen sichten wir ein paar
Roos und noch ein Roo und ein paar Emus und dann immer nur noch mehr Emus. Wahnsinn!
Schließlich erreichen wir wieder die Asphaltpiste und tuckern mit dem letzten Hauch
Dämmerung am Horizont ins Wilpena Pound Resort, wo wir nicht nur ein Zimmer, sondern
sogar noch was zu Beißen bekommen. Perfekt!
Ein Plakat verheißt preisgünstige Rundflüge über den Wilpena Pound. Das lassen wir uns bis
morgen mal durch den Kopf gehen.
Bild 1: Piste in Richtung Flinders Ranges
Bild 2: Unsere ersten Emus!
Bild 3: Lachendes Wolkengesicht
Bild 4: Am Scheideweg
Bild 5-9: Brachina Gorge 1
Bild 10: Scenic Drive
Bild 11: Schafe
Bild 12: Wilpena Sundown Magic
Bild 13: Wilpena Sundown Magic 2
Bild 14: Im letzten Büchsenlicht nach Wilpena
16.2.2007, morgens
Morgenstund hat - Kissen in der Fresse.
Man muß halt vorsichtig sein, wenn man das Harrylein wachrüttelt. Der Gute reagiert darauf
auch schonmal etwas ungnädig.
Nachdem diese allmorgendliche, nicht unanstrengende Prozedur dann diverse Male
Wachrütteln plus einen Eiskaffee (natürlich ein gerüttelt Maß...) später vollbracht ist, räumen
wir die Karre wieder ein, damit wir den Schlüssel abgeben können. Dabei fällt das
fachkundige Auge auf das malerische Wrack eines schönen alten Feuerwehrautos, das in einer
Ecke des Resorts vor sich hin dümpelt. Also erstmal hin und Fotos gemacht. Plötzlich kommt
einer der Rangers vom Resort um die Ecke und fragt, ob er uns beide mit der Karre
fotografieren soll. Sagen wir natürlich nicht nein. Schnell stellt sich heraus, daß er auch zur
Brotherhood gehört (also ebenfalls freiwilliger Feuerwehrmann ist). Was wir denn davon
halten täten mit ihm runter zu düsen zur Rangerstation, dort stünden die anderen Fire Trucks.
Er müsse den Hobel eh wöchentlich mindestens einmal bewegen, damit die Batterie geladen
wird. Wiewatt, datt Ding fährt noch und ist noch aktiv im Einsatz?!
Dochdoch, na klar, meint er ein wenig gekränkt. Aber das gibt sich schnell wieder, als Harry
und ich ihm ein paar schöne Abzeichen von unserer griechischen freiwilligen
Feuerwehrorganisation vermachen, die wir mit aufbauen.
Tatsächlich, der alte International erwacht hustend zum Leben, und ab geht die fröhliche Fahrt
zur Rangerstation. Himmel, das ist mal eine wirklich gierige Karre! Geile Schiggerei!
Bei der Rangerstation angekommen stoßen wir helle Schreie des Entzückens aus, ein alter
Rundhauber-Benz aus good old Germany. In weiß, was für ein bildschönes Feuerwehrauto.
Wir kriegen uns gar nicht mehr wieder ein. Eine halbe Stunde und etliche Dutzend Fotos
später schlagen wir wieder am Resort auf. Gestern Abend fiel noch die Entscheidung, wenn
möglich einen Rundflug zu machen, und so buchen wir für 10.30 Uhr die Tour mit Wilpena
Air. Vorher noch in den Souvenir Shop, und eine halbe Stunde später berghoch beladen mit
ein paar weiteren Kleinigkeiten und ein leckeres Eis schleckend wieder raus. Schon wieder
lecker warm, verdammte Tat! Wir tuckern zum Wilpena Airfield und begucken uns die
Cessna von außen. Harry stellt besorgte Vermutungen hinsichtlich des maximal zulässigen
Startgewichtes an. Der Pilot trifft ein, und nach kurzem Briefing geht's ab in die Lüfte. "Sie
kommt nicht hoch", meint Harry grimmig, aber die Cessna packt's dann doch noch. Fliegt
irgendwie rechtslastig, frötzelt das Harrylein weiter, weil ich auf der rechten Seite sitze.
Eine wirklich tolle Sicht hat man von hier oben auf den Wilpena Pound. Zu selbigem gibt's
übrigens nur einen Eingang, und man darf ihn nur zu Fuß durchwandern und nicht mit
Fahrzeugen befahren. Wir genießen den Flug in vollen Zügen. In weitem Bogen geht's über
den Pound und dann rüber in Richtung Brachina Gorge. Faszinierend, das Gewirr der
Schluchten unter uns.
Bild 1: Wilpena Pound Resort
Bild 2: DAS ist mal ein Feuerwehrauto!
Bild 3: Und DAS erst!!!
Bild 4: Fertig aufgetankt steht sie da, wartet auf den Start, alles klaa...
Bild 5: Wilpena Pound von oben
Kaum zu glauben, daß heute unser letzter Tag ist, schnüff...
Dennoch genießen wir den rund halbstündigen Flug in vollen Zügen, und etwas blaß um die
Nase steige ich nach erfolgreicher Landung wieder aus dem Flieger. Ging am Schluß ziemlich
in die Kurve, was Harry einen wonnigen Jauchzer entlockte. Mir hingegen entlockte das
Manöver um ein Haar die guten TimTams, die's zum Frühstück gab und das leckere Eis nebst
Getränken.
Zum Glück nochmal gut gegangen. Das hätte alles unmöglich in diese viel zu kleine Tüte
gepaßt...
Wir gönnen uns noch einen Abstecher links ein Stückchen in den Flinders Ranges NP und
genießen die tollen Aussichten, bevor wir uns auch noch das Solarkraftwerk des Wilpena
Pound Resorts anschauen. Das Resort ist eine der ganz, ganz wenigen Touri-Einrichtungen,
die bereits auf Solarkraft setzen, obwohl's vonne Solarkraft ja wirklich mehr als genug gibt in
Oz, wie wir stöhnend und schwitzend feststellen. Wenigstens gibt's am Aussichtspunkt
Schatten. Den nutzt auch ein ganzes Rudel putziger Roos, und mit viel Geduld gelingen Harry
ein paar nette Nahaufnahmen, bevor ich zum Aufbruch mahne. Schließlich müssen wir heute
Abend in Adelaide sein.
Nicht allzu fröhlich tuckern wir in Richtung Hawker. Plötzlich kommen wir an die Stelle, wo
wohl neulich die Straßensperrung gewesen sein muß. Schon beeindruckend, was so ein
bißchen Regen mit so einer Teerstraße so anstellen kann.
Und weiter schiggern wir in Richtung Hawker, wo wir ein paar Häppchen auf die Faust für
ein reichlich verspätetes Mittagsmahl erstehen. Und nebenbei im örtlichen Post-Office (kurz
erkundigt, ob hier nicht zufällig irgendwo ein paar fotogene Feuerwehrautos rumoxidieren)
noch ein paar wirklich schöne billige Kalender gefunden.
Lange halten wir uns allerdings nicht auf in Hawker, denn es ist doch noch eine ziemliche
Strecke bis Adelaide. Die Laune bessert sich jedoch im Laufe des späten Nachmittags und
frühen Abends zusehends, denn wir diskutieren während der langen Fahrt
a.) die aufgrund des frisch eingefangenen Virus' nun ja unausweichlich gegebene
Notwendigkeit, zwecks Milderung desselben im Mai wieder nach Oz zu kommen
b.) mögliche Routen (Gunbarrel oder Kimberleys oder doch Gunbarrel oder nicht doch lieber
Kimberleys), bevor schließlich
c) ein vernünftiger Kompromiß gefunden wird (Gunbarrel im Mai UND Kimberleys im
September). Das macht das Konto zwar deutlich schlanker, den Abschiedsschmerz dafür aber
ein wenig erträglicher.
Die Fahrt zu unserem gebuchten Hotel, das am nördlichen Rand der Innenstadt liegt, wird
zum Geduldsspiel. Nachdem wir's endlich gefunden haben, sind wir aus Versehen direkt dran
vorbei, die Straße ist aber ein Oneway. Also nochmal komplett um den Pudding fahren, nebst
Umleitung aufgrund einer Baustelle.
Doch schließlich steht die Karre auf dem gesicherten, im Innenhof liegenden Hotelparkplatz,
und dem Entladen steht nix mehr im Wege.
Bild 1: Über den Wolken...
Bild 2: ... da muß die Übelkeit grenzenlos sein! Würg...
Bild 3: Aber da kann er schon wieder tapfer lächeln!
Bild 4: Wilpena Pound Panorama
Bild 5: Im Schatten läßt sich's aushalten
Bild 1: Verjag mich nich aussem Schatten, sonst kriechste tüchtich inne
Fresse!
Bild 2: Ein letzter Blick in Richtung Wilpena Pound
Bild 3: Uuuups, Straße weg!
Bild 4: Was so ein bißchen Regen alles anrichten kann...
16.2.2007, abends
Ratz-fatz das ganze Geraffel in die Zwei-Zimmer-Suite geschleppt (*KEUCH*), dann ins
nächstbeste Taxi gehüpft und ab in Richtung Stadtzentrum von Adelaide. Im Australia Hotel
soll's sehr gierige Steaks geben, meinte unsere Rezeptionistin. Und da das Bigger Bugger ja
mittlerweile ein paar Tage zurückliegt könnten wir uns ja mal wieder eine Kleinigkeit gönnen.
Doch leider gewährt man uns keinen Einlaß. Sorry mate, alles voll, meint der Türsteher. Ich
habe allerdings eher den Eindruck, daß es an unserem Outfit liegen könnte, obwohl dieses
durchaus als sauber zu bezeichnen ist (ein wenig zu martialisch vielleicht...). Also gibt's eine
fröhliche Wanderung die Hauptstraße hoch und runter. Wird ja wohl irgendwo noch ein
weiteres Steakhouse geben. Schließlich stranden wir in einer Pizzeria in der Nähe des
Australia Hotels und ergeben uns in unser Schicksal (Pizza statt Steak).
Deutlich watt später dann wieder am Hotel aufgeschlagen muß das ganze Geraffel irgendwie
in den beiden Reisegepäckstücken verschwinden. Ich meistere die Aufgabe überraschen
schnell und stelle meine Expertise anschließend dem armen Harry zur Verfügung, dessen
Seesack kleiner ist als meiner.
Harry flucht Zeter und Mordio. Warum ich ihn noch zum RFDS geschleppt hätte. Wo er mit
den ganzen Sachen denn hin solle etc.pp., aber irgendwann ist dann doch alles fertig gepackt.
Bild 1: Sundown Magic near Adelaide
Bild 2: Abschiedsschmerz
Bild 3: Schluuuuhhuuuucccchhhzz...
17.2.2007, morgens
In reichlich gedrückter Stimmung geht's durch das morgendliche Verkehrsgewühl von
Adelaide in Richtung Flughafen. Das nächste Mal doch besser direkt in Glenelg eine
Unterkunft suchen, schwören wir uns.
Schließlich finden wir dann doch noch zu Britz. Die Dame, die unseren Landcruiser
entgegennimmt ist super nett und empfiehlt uns, die Karre noch bei einer nahe gelegenen
Waschstraße reinigen zu lassen, da sie uns sonst die Reinigungsgebühr in Rechnung stellen
müsse. Aber die Zeit drängt, wir wollen lieber etwas eher am Flieger sein. Wieder was gelernt
für's nächste Mal.
Am Flughafen warten wir trübsinnig auf den Flieger nach Melbourne. Nur von dort war ein
Rückflug mit Emirates nach Düsseldoof zu bekommen. Und Harry hatte rumgejankt, daß es
zeitlich EIN WENIG knapp werden könnte, unterwegs noch zumindest die Great Ocean Road
mitzunehmen, wenn's schon nicht mehr für Kangaroo Island, die Grampians und Wilsons
Prom NP reicht.
Ereignislos jetten wir nach Melbourne, von dort nach Singapore, dann weiter nach Dubai.
Dort ist ausnahmsweise mal etwas weniger Gewühl, noch nie so einen hektischen Airport
erlebt wie in Dubai auf dem Hinflug.
Irgendwann hat uns dann Düsseldoof Airport wieder, würg...
Wenigstens haben die besten Eltern von allen einen netten Renterausflug gemacht, um die
Helden des Feuers (UND des Outbacks!) ins heimatliche Dortmund zu chauffieren, das spart
uns die überaus nervige Bahnfahrt mit unseren Gepäckbergen, die nur mühsam in Papas
Mittelklasseauto Platz finden.
Tja, das war sie, die allererste "richtige" Outbacktour. Knapp über sieben Tage, und doch so
viel mehr gesehen und erlebt als auf vielen anderen Reisen.
Wer's noch nicht gelesen hat, weiter geht's im Mai 2007 mit "Zurück vom Gunbarrel
Highway".
Kurzer Hinweis noch an die Fangemeinde:
Nächste Woche habe ich fest vor mit "Harry und Jürgen - Kimberley Adventure Trip"
anzufangen.
Aber jetzt muß ich erstmal ganz schnell zur Feuerwehr. Übungsabend, außerdem gewittert es.
Nicht, daß die anderen noch ohne mich Kellerpumpen fahren...
Tatütata!
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