close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Geocatching und Segelquiz statt Kolonnenlaatsch oder: Wie war die

EinbettenHerunterladen
Geocatching und Segelquiz statt Kolonnenlaatsch
oder:
Wie war die Grünkohlwanderung? Antwort: jedenfalls nicht wie immer, aber
dafür umso besser!
Gut gelaunt und bei trockener Kälte trafen wir uns im Club und wurden zunächst
einmal auf die moderne Art der Schnitzeljagd upgedatet. Dann galt es, die erste von
vielen, nicht immer ganz ernst gemeinten, aber auch nicht immer ganz einfachen
Fragen aus dem Seglerlatein zu beantworten, um die ersten Koordinaten zu
erfahren. Wir wanderten dann los und für jeden weiteren Wendepunkt galt es erneut
eine Frage zu beantworten.
Hier erwiesen sich Eugen und Klaus mit ihrem Schulungswissen als sehr hilfreich,
aber auch die pantomimischen Einlagen waren durchaus sehenswert! Jedenfalls
kamen wir gut voran und auf dem Uelhof machten wir Rast mit Glühwein, Stuckis und
kleinen Leckereien. Derart gestärkt ging es munter weiter und nach insgesamt zwei
Stunden Frischluft gab es endlich lecker, lecker Grünkohl und natürlich ein (?)
frisches Pils.
Anders als sonst wurde anonym gewogen, aber wie immer wurde natürlich der
Grünkohlkönig und die Grünkohlkönigin gekrönt. Eure Hoheiten Peter Kramer und
Angie Matthea liessen sich nicht lange bitte und bedankten sich mit einem
Schnäpschen bei ihrem Volk für diese Ehre! Wie es sich gehört, endete der schöne
Abend mit ein bis zwei, drei letzten Bieren an der Theke. Gerne wieder !
von Katrin Heitmann
weitere Bilder findet Ihr unter Galerien
Warum eigentlich nicht?
SEGELN (LERNEN) AUF DEM BIGGESEE –
E I N FA N TA S T I S C H E S R E V I E R D I R E K T VO R D E R H AU S T Ü R
VON BIRGIT EN GEL
S
egeln, das wollte ich schon immer. Das Zeitalter der
Entdeckungen fasziniert mich. Die Reisen von Vasco da
Gama, Batolomeu Diaz, Ferdinand Magellan, Henry Hudson,
John Franklin, Mungo Park … Die „Meuterei auf der Bounty“
gehört ungeschlagen zu meinen Lieblingsfilmen, „Wassermusik“
von T. C. Boyle zu meinen Lieblingsbüchern.
Nun werde ich sicher nie über die Weltmeere segeln. Aber mit
dem Wind über das glitzernde Wasser unserer Seen und Küsten
ist eine mehr als schöne Vorstellung. Dass ich direkt am
Biggesee wohne und man auch hier Segeln lernen kann, darauf
bin ich nie gekommen. Warum eigentlich nicht?
Seit einigen Jahren schon hat der Yacht-Club Lister am Biggesee
(YCL) seine Türen geöffnet und bietet auch Nichtmitgliedern
eine entsprechende Ausbildung an. In diesem Jahr sogar kostenlos. Natürlich fallen Prüfungsgebühren an und auch Bücher,
Karten und anderweitige Navigationsutensilien müssen besorgt
werden. Die Unterrichtsstunden aber gibt es gratis.
Wenn Sie diese Ausgabe des W.O.L.L.-Magazins in der Hand
halten, sind über 20 Menschen im Alter von 17 bis über 60
Jahren aus der Region stolze und ganz frische Besitzer des
Sportbootführerscheins See, kurz SBF, dem amtlich vorgeschriebenen Schein, um auf See zu fahren. Seit März haben sie
sich jeden Mittwochabend im YCL-Clubhaus getroffen und
mit jeder Menge Lernstoff rumgeschlagen. Das Pensum ist
enorm: Schifffahrtsrecht und Gesetzeskunde, Meteorologie,
Umweltschutz und Schiffsführung. Insgesamt 340 Fragen
müssen sitzen.
1.000 Boote liegen im Sommer
“
auf und am See“
Im Juni war es dann soweit. Eine Stunde Zeit, um trockene
Aufgaben zu lösen und sich mit Zirkel, Kursdreieck und
Seekarte in der Kunst der Navigation zu beweisen. Dazu die
praktische Prüfung auf dem Motorboot im Düsseldorfer
Hafen: Manöver fahren und Knotenkunde.
Trost während der grauen Theoriestunden gab nicht nur das
Wirtsehepaar Jochen und Gaby Sommer mit frischem, in diesem
Fall alkoholfreiem Pils, sondern auch der wunderschöne Blick
auf den Biggesee sowie Klaus Schulte – oder sagen wir einfach
Klaus, denn unter Seglern duzt man sich –, der ausbildete und
alles organisierte. Keine leichte Aufgabe, aber als alter Seebär hat
er schon ganz andere Stürme überstanden. Und manchmal, und
das ist das Schöne, schweift er auch ab. Dann bekommt man was
von längst verlorengeglaubter Seefahrerromantik zu hören.
Seit 50 Jahren segelt er, angefangen hat er mit 13. Natürlich im
YCL und, na klar, auf dem Listerstausee. Sein Vater war ein
8
– W.O.L.L. Sommer 2013
AUS DER REGION
Amalfiküste, Côte d´Azur, Cornwall? Das Seglerparadies im Sauerland heißt Biggesee.
alter Marinesoldat, der die Liebe zum Wasser an seine Kinder
weitergab. Als Mitte der 1960er-Jahre der Biggesee gestaut
wurde, zog der 1959 gegründete YCL an den heutigen Standort
um. Seitdem trägt der Club auch die Bigge im Namen. Heute
gibt es hier fünf Segelclubs, die größten davon – neben dem
YCL – der Wassersportverein Biggesee in Olpe an der Sonderner
Talbrücke und der Yacht- und Ruderclub Attendorn an der
Waldenburger Bucht. Zusammen organisieren sie Regatten
und engagieren sich in der Jugendarbeit.
1.000 Boote liegen im Sommer auf und am See, schätzt Klaus.
Sie kommen nicht nur aus der unmittelbaren Region, das
Einzugsgebiet reicht von Hessen über das Siegerland bis ins
Rheinland und den Pott. Jeder kennt das Bild von weißen
Segeln auf blauem Wasser vor grüner Kulisse. Wenn man
Sommertags zwischen den Autokolonnen erholungssuchender
Touristen gezwungenermaßen am See entlang schleicht, ist
dieser Blick Balsam für die gestresste Seele. Du schönes
Sauerland!
Kein Zweifel, Segeln auf dem Biggesee ist alles andere als langweilig. Unter den hiesigen Talsperren hat er die größte zusammenhängende besegelbare Wasserfläche und ist bei den sich
ständig ändernden Winden, Böen und Drehern eine echte
W.O.L.L. Sommer 2013 –
9
zum Beispiel einer Eignergemeinschaft
anschließen. Ansonsten gibt es immer
jemanden, der sich über eine Begleitung
freut. Für die Jugend haben die Clubs
vereinseigene Boote, sogenannte Optimisten, am Steg.
Dass mit dem alten Seebären ist übrigens ernst gemeint. Klaus hat den
Atlantik durchsegelt, die Karibik, die
Küsten Brasiliens und Thailands …
Bald bricht er zu einer Pazifiküberquerung auf. 3.000 Seemeilen ohne
Land in Sicht. Astronomische Navigation hat er auch gelernt. Die Träume
ziehen indes in den Norden: die Lofoten
und höher. „Das wäre ein WahnMit Seekarte, Navigationsdreieck und Zirkel sind Fabian (29) und Timo (60) auf dem Weg zum SKS. Ausbilsinnstraum.“ Sein eigentliches Revier
der Klaus hilft beim Kurs halten (v.l.).
aber ist der Biggesee.
Herausforderung. „Seit 35 Jahren fahre ich Regatten und versteZurück zu den glücklichen SBFlern. Für acht von ihnen geht
he ihn immer noch nicht“, sagt Klaus, der sich hier wie in seiner
die Reise weiter. Sie wollen im Herbst den Sportküsteneigenen Westentasche auskennt und jeden Baum hat wachsen
schifferschein, kurz SKS, ablegen, um bis zwölf Seemeilen vor
sehen. Natur, Sport und Technik – Segeln verbindet. Das völliden Küsten aller Meere segeln zu dürfen. Das heißt, noch einge Abschalten auf dem Wasser. Mit Wind, Wasser und Können
mal viel graue Theorie. Und dann geht es zum Ausbildungstörn.
sportlichen Erfolg erleben. Ein Hobby für die ganze Familie, für
Ziel ist Split und die Adriaküste. Vor der Prüfung – auf dem
jedes Alter von acht bis 80, vielseitig von Olympia – siehe YCLMeer – sind 300 Seemeilen abzusegeln. Nun ja, es gibt
Eigengewächs Johannes Polgar – bis zum Kaffeesegeln.
Schlimmeres. Am 28. September geht´s los. Das W.O.L.L.Segeln kann man sein Leben lang. Und dazu braucht es auf
Magazin ist dabei und berichtet in der Dezember-Ausgabe. Ist
dem Biggesee noch nicht mal ein eigenes Boot. Man kann sich
klar, woll!
10
– W.O.L.L. Sommer 2013
Mitgliederversammlung im Herbst am 17. November 2013
Wieder in großer Runde kamen die Mitglieder aus nah und fern zusammen, um
sich über Neues, Aktuelles und Vergangenes des ablaufenden Jahres zu
informieren. An dieser Stelle möchte ich alle, die nicht anwesend sein
konnten, darüber informieren, was sich im nächsten Jahr ändern wird.
Wir haben einige neue Mitglieder, die hier noch einmal aufs Herzlichste
willkommen geheißen seien.
Für 2014 sind einige Vorhaben geplant. Dies sind im Einzelnen:
Neuer Clubflyer
Neuplanung des Eingangsbereiches (die Vorstellung dieses Projektes ist
für die Frühjahrsversammlung geplant)
Verbesserte Lagerung der Optis
Für die Mitteilungen des Ruhrverbandes (RV) möchte unseren Clubvorsitzenden
zitieren:
Wie bereits bekannt, wurde die Planung für die Absenkung des Wasserstandes
des Biggesees zu notwendigen Arbeiten an der Hauptstaumauer konkretisiert.
Ab Juni 2015 wird der Wasserstand auf ca. 292 m Stauhöhe abgesenkt.
Dies entspricht ungefähr dem Wasserstand vom Spätherbst diesen Jahres und
liegt somit ca. 3 m über dem Herbststand des trockenen Jahres 2003.
Die Arbeiten sollen bis September 2015 beendet werden.
Zur Aufrechterhaltung des Pegels soll der Stauinhalt des Listersees
herangezogen werden.
Herr Stötzel, der Nachfolger von Herrn Dickel, hat versichert, dass der RV
bemüht sein wird, den Einfluss dieser Baumaßnahme auf den Segelsport so
gering als möglich zu halten.
Wir werden also den Segelsport, wenn auch etwas eingeschränkt ausüben
können.
Hoffen wir hier das Beste, eine weitere Möglichkeit der Einflussnahme sehen
wir nicht.
Außerdem berichtet der RV von mehreren Vorfällen zwischen Seglern und
Anglern, bei denen der RV jedoch im Wesentlichen die Angler als Verursacher
sieht.
Des Weiteren erhöht der Ruhrverband die Preise für die Lizenzen:
Lizenz Segeln: Erhöhung von 80,- auf 90,- Euro
Außerdem soll es die Möglichkeit geben, eine Kombi-Lizenz Segeln + E-Motor
zu erwerben. Diese wird voraussichtlich 145,- Euro kosten.
Die Situation in der Gastronomie stellt sich aktuell wie folgt dar. Wie die
meisten sicherlich bereits wissen, haben Gaby und Jochen Sommer den
Pachtvertrag zum 31.3.2014 gekündigt. Dies wird allseits bedauert, da das Essen von
sehr guter Qualität war und die Gastronomie den Mitgliedern während der Saison und
zum Teil darüber hinaus an 6 von 7 Tagen zur Verfügung stand. Der Vorstand steht aber
bereits mit einem neuen Interessenten in Kontakt, so dass wir positiv gestimmt sind,
die Gastronomie kontinuierlich aufrecht erhalten zu können. Genaueres wird
sich zeigen.
Hinweisen möchte ich außerdem noch auf 3 besondere Termine.
Fahrtensegeln im Herbst: Der Törn wird in der letzten September-Woche
stattfinden, also voraussichtlich vom 27.9. - 4.10.2014
Das See-Segeln für die fortgeschrittene Segel-Jugend wird wieder über
Fronleichnam, also vom 18. - 22.6.2014 in Holland (De Kuilart)
durchgeführt. Hier sind auch Eltern herzlich willkommen.
Die Optiwoche wird vom 9. - 16.8.2014 an der Bigge stattfinden. Für die
Optiwoche können die Anmeldeunterlagen bereits herunter geladen werden (s.
Downloads).
Clubmeisterschaft der Jugendboote des YCL
Traditionell beendete die Jugend des Yacht-Club Lister (YCL) die Saison mit
der Clubmeisterschaft der Jugendboote. An den Start gingen insgesamt 10
Boote in den Klassen 420er, O‘pen BIC und Optimist, von denen nur die
beiden zuletzt genannten Ein-Mann-Boote sind. Bei den 420ern gab es ein
Feld aus 3 Booten, der O‘pen BIC fuhr ohne Konkurrenten und wurde daher mit
dem Yardstickverfahren den Optimisten zugerechnet und auch dort gewertet.
Somit bekam er ein Konkurrentenfeld von 6 Booten.
Die Wettfahrt ging über einen Dreiecks-Kurs, der pro Wettfahrt zwei Mal zu
absolvieren war. Insgesamt gab es zwei Wettfahrten, die beide ins
Endergebnis eingingen. Es wurden die Platzierungen und die gesegelten
Zeiten mit eingerechnet.
Bei den 420ern siegte überlegen, mit großem Abstand und sehr souverän die
Mannschaft Thomas und Michael Knust, die bei beiden Wettfahrten mit
deutlichem Vorsprung den ersten Platz belegten. Wir erwarten mit Spannung,
was wir von den Brüdern im nächsten Jahr sehen werden. Den zweiten Platz
ersegelten sich Vivien Schneider und Charlotte Binder, über einen guten
dritten Platz freuten sich Frederick van Vegten und Florian Pohle.
Bei den Einmann-Booten überzeugte Isabel Mathea, die den ersten Platz
erreichte. Eine weitere besonders gute Leistung zeigt Johanna Fabricius,
die den zweiten Platz für sich ersegelte. Sie lieferte sich ein sehr
spannendes Rennen mit Finn Bickert, der am Ende mit Platz 3 zufrieden war.
Beide Kinder erreichten in jeweils einem Rennen den zweiten und im anderen
den dritten Platz. Da Johanna jedoch beim zweiten Rennen die bessere
Platzierung erreichte, hatte sie auf Grund der Wettkampfbestimmungen am
Ende die Nase ganz knapp vorn.
Eine weitere erwähnenswerte Begebenheit trug sich am Rande der
Clubmeisterschaften zu. Eine Teilnehmerin wusste in der Schule mit viel
Begeisterung und Charisma ihre Lehrerin so zu überzeugen, dass diese
mitsamt dem Schulleiter zum YCL kam, um sich den Segelsport näher
anzusehen. Dieses Engagement seitens der Lehrerschaft ist ausgesprochen
begrüßenswert, so dass wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür
aussprechen möchten.
Damit ist die Saison für die meisten Jugendlichen des YCL beendet. Offen
ist jedoch noch eine Regatta für die O pen BICs, die beim YCL ausgetragen
wird. Es handelt sich dabei um die Landesjugendmeisterschaft
Nordrhein-Westfalen, die am ersten Ferienwochenende zum Beginn der
Herbstferien auf dem Biggesee stattfinden wird. Es gibt bereits ein ca.
20-köpfiges Teilnehmerfeld, so dass man spannende Wettfahrten erwarten darf.
IDM 2013
IDM Travemünde 2013
Vom 02.10.2013 bis zum 06.10.2013 fand die
Internationale Deutsche Meisterschaft der
420er in Travemünde beim Lübecker
Yachtclub statt, der auch die Weltmeisterschaft
2014 ausrichten wird.
Nach einer schnellen und reibungslosen
Vermessung nutzten wir den Mittwoch noch für
eine lange Trainingseinheit. Abends fand die
Uniqua-Versammlung statt, bei der wir Jan
Borbet als neuen Jugendsprecher und Anna
Halle als Vertreterin wählten.
Der Donnerstag begann mit Eröffnung und
Steuermannsbesprechung. Wir freuten uns, da
ein starker Wind wehte. Pünktlich um 13 Uhr
fiel der erste Startschuss. Schon auf dem Weg
zur Regattabahn aber auch während des
Rennens kam es zu vielen Kenterungen. Bei
uns lief es bestens und so bemerkten wir gar
nicht, dass die Wettfahrtleitung das Rennen
wegen Starkwind abgebrochen hatte, als wir
an dritter Stelle liegend das Luvfasszum 2. Mal
rundeten und raumschots unter Spinnaker
Richtung Tonne 2 rasten. Natürlich waren wir
enttäuscht über den Abbruch, denn jedenfalls
die vorne segelnden Teams konnten den Wind
gut bewältigen. An diesem Tag fanden keine
Wettfahrten mehr statt. Leider gab es einen
Unfall undwir hoffen sehr, dass der Segler
inzwischen wieder topfit ist. Zurück an Land
gekommen, bekamen wir wie nach jedem
Einlaufen eine leckere heiße Suppe. In der
Nacht von Donnerstag auf Freitag wehte es
weiterhin heftig.
Die Wettfahrtleitung setzte den Start am
Freitag erst für 12 Uhr an, da der Wind am
Nachmittag abnehmen sollte. Sie behielt Recht
und so konnten wir drei schöne Wettfahrten
segeln. Viele Teams hätten gerne noch einen
vierten Lauf gesegelt, auch wir, denn an diesem Tag lief es für uns besonders gut.
Am Samstag starteten wir um 11 Uhr. Zum
Glück war es nicht mehr so kalt wie an den
Vortagen, aber leider war auch der schöne
Wind verschwunden. Wir schafften mit Mühe
und Not eine Wettfahrt, bevor der Wind in der
zweiten Wettfahrt ganz einschlief und diese
abgebrochen werden musste.
Auch am Sonntag zeigte sich Travemünde
von seiner sonnigen Seite. Mit leichter Brise
fuhren wir raus. Doch der Wind ging vor dem
Start wieder weg und nach einem Startversuch
warteten wir auf der spiegelglatten Ostsee auf
Wind, bis uns der Wettfahrtleiter um ca. 13 Uhr
erlöste und in den Hafen schickte. Um 14:45
Uhr fand die Siegerehrung statt. Die ersten 25
Teams wurden geehrt.
Unsere neuen Deutschen-Meister sind
Maximilian Hibler und Madlen Geißler,
Vizemeister wurden Jan und Lea Borbet und
wir freuten uns riesig über unseren dritten
Platz.
Zum Abschluss möchten wir dem LYC für die
gute Organisation auf dem Wasser und an
Land und ganz besonders unserem Trainer
Gerd Eiermann danken, der uns zu diesem
Erfolg geführt hat.
Nils-Henning Hofmann & Til Fernholz
O'pen Bic Lister Cup und LJM NRW
Die letzte Regatta der Saison steht an. Mit der Landesjugendmeisterschaft NRW der
O'pen BICs wird am 19.10.2013 beim YCL am Biggesee die Saison beendet und
gleichzeitig werden die Herbstferien NRW eingeläutet. Vorausgesagt sind TopBedingungen: Sonne, trocken und Wind. In den vergangenen Tagen wurde die
Vorhersage von Tag zu Tag besser und das gesamte Orga-Team hoffte, dass das Wetter
sich an die Absprache halten würde.
1. Tag
Während auf dem Clubgelände die üblichen Arbeiten für die Überwinterung fortschreiten,
trudeln nach und nach die Segler aus allen Teilen der Republik ein, unter ihnen auch der
deutsche Meister, der aus Kassel anreiste. Mit 7 Stunden Anfahrt kam sogar ein
Teilnehmer vom Yacht-Club Radolfzell am Bodensee ganz aus dem Süden Deutschlands.
Aus dem hohen Norden reiste ein Teilnehmer aus Niendorf an.
Die Slipbahn füllt sich schnell mit den kleinen Booten, die ruck-zuck aufgebaut sind und
bis zum Start unten am Wasser abgestellt werden. Die Segler begrüßen sich, ziehen sich
um und erscheinen dann pünktich um 10 Uhr zur Steuermannsbesprechung.
Ausgelegt ist ein Up-And-Down-Kurs, der je Wettfahrt ein Mal zu absolvieren ist. Der Kurs
ist so konzipiert, dass der Erste ihn nach ca. 30 Minuten beenden kann. Dies ist ein
besonderes Merkmal dieser Bootsklasse: kleine Runden, dafür mehr Wettfahrten.
Ausgeschrieben ist außerdem ein Streicher je vier Wettfahrten. Gewertet wird nach dem
Low-Point-Verfahren.
Nach der Steuermannsbesprechung machen sich die Teilnehmer segelfertig, besteigen
ihre Boote und es geht los. Es herrscht das übliche Gewimmel vor dem Start, wenn sich
30 Boote auf der kurzen Startlinie drängeln, weil jeder als Erster drüber will. Endlich fällt
der Startschuss zur ersten Wettfahrt. Das ganze Teilnehmerfeld schießt los, um möglichst
schnell den Kurs zu bezwingen. Schnell werden die Unterschiede in den seglerischen
Fähigkeiten deutlich. Es gibt eine Führungsgruppe von 3 Booten, dahinter zwei größere
Felder und noch ein paar Nachzügler. Die erste Wettfahrt kann Anton Meyer (der deutsche
Meister) für sich entscheiden. Die beste YCL-Platzierung erreicht Wilhelm Ruppert mit
Platz 6. Nachdem alle durch's Ziel gekommen sind, kann kurz darauf die zweite Wettfahrt
starten. Je später es wird, desto mehr frischt der Wind auf. Zwischendurch liegen gute 3
Beaufort an, und es ist unglaublich, wie schnell die Ersten durch's Wasser schießen. Es
macht auch den Zuschauern Spaß, auf der Sonnenterrasse bei einem leckeren Latte
Macchiato aus der Club-Gastronomie zu sitzen, und den Booten zuzusehen, wie sie auf
dem in der Sonne glitzernden See um den Sieg ringen.
Es folgen bis zur Mittagspause noch die Wettfahrten drei und vier. Während die Ersten
danach bereits ihre Mittagspause mit Würstchen, Fladenbrot, Kuchen und Getränken
genießen, werden die Letzten noch auf dem Wasser abgehupt. Auch beim Segeln gilt wie
in allen anderen Sportarten: Wer schneller segelt, hat länger Pause! Zur Mittagspause
führt Phil Kirchhoff vom YRCA das Gesamtklassement mit 7 Punkten an. Punktgleich folgt
Maximilian Rosengarten von der Seglergemeinschaft Kassel und mit nur einem Punkt
mehr Anton Meyer vom Segelclub Eickhoepen Dümmer. Bester YCL-Teilnehmer ist
weiterhin Wilhelm Ruppert mit 18 Punkten auf Platz 6.
Der nachmittägliche Teil der Regatta beginnt gegen 14 Uhr. Die Bigge zeigt sich von ihrer
absoluten Schokoladenseite. Es sollen noch einmal vier Wettfahrten folgen. Wieder lässt
sich die Boote-Verteilung vom Vormittag beobachten, allerdings sind aus den zwei großen
Mittelfeldern ein weit auseinander gezogenes geworden. Die schnellsten Segler liefern
sich auch am Nachmittag wieder spannende und knappe Rennen.
Für die Zuschauer gilt auch weiterhin: Es gibt schlimmeres als in der Sonne zu sitzen und
auf den See zu schauen. Dabei ist es auch relativ egal, ob man etwas von dem versteht,
was unten los ist oder nicht.
Nach der ersten Wettfahrt muss einer der Teilnehmer leider aufgeben. Er ist gekentert und
nun total durchgefroren. Auch wenn die Sonne uns anderes glauben machen will, das
Wasser und auch die Luft sind doch schon sehr kalt. Trotz des vorzeitigen Regatta-Endes
ist er guter Laune, denn Segeln bei so tollen Bedingungen ist einfach toll! Es ist seine
erste O'pen BIC-Regatta und da zählt zunächst der olympische Gedanke: Dabeisein ist
alles! Derweil wird die Stimmung in der Elternschaft auch immer besser, erste Biere und
Weinschorlen werden geordert und alle stehen mit Ferngläsern bewaffnet vor dem
Clubhaus um die Regatta zu verfolgen.
Nach fünf Wettfahrten führt in der Wertung der Altersklassen in der Gruppe U13 Wilhelm
Ruppert (YCL) mit 6 Punkten, gefolgt von Elena Kirchhoff (YWA) mit 7 Punkten und Lasse
Lemmer (EFKV) mit 10 Punkten. In der Gruppe U16 führt Phil Kirchhoff (YRCA) mit 8
Punkten vor Anton Meyer (SCED) mit 9 Punkten und Maximilian Rosengarten (SGK) mit
10 Punkten.
So schreitet der Nachmittag fort, das Teilnehmerfeld greift die Spitzengruppe immer mehr
an, die Boote rücken weiter zusammen. Gegen 17 Uhr ist der erste Regatta-Tag beendet.
Die Teilnehmer kehren ans Ufer zurück und der erste Blick gilt der Ergebnisliste – sofern
die Eltern nicht bereits mit diesen Infos aufwarten können. Zum schönen Ende einer tollen
Regatta gehört natürlich noch ein leckeres Abendessen, das in der gewohnt guten Qualität
von Jochen Sommer gekocht wird.
Zum Ende des ersten Tages gibt es folgende Ergebnisse:
U13: 1. Platz: Wilhelm Ruppert (YCL) mit 8 Punkten, 2. Platz: Elena Kirchhoff (YCWA) mit
9 Punkten, 3. Platz: Lasse Lemmer (EFKV) mit 18 Punkten.
U16: 1. Platz: Phil Kirchhoff (YRCA) mit 14 Punkten, 2. Platz: Maximilian Rosengarten
(SGK) mit 14 Punkten, 3. Platz: Jouri Clephas (EFKV) mit 15 Punkten.
Die vorderen Ränge liegen alle sehr dicht beisammen, so dass wir uns auf morgen freuen
können und auf weitere spannende Wettfahrten hoffen dürfen.
Auch die Arbeiten auf dem Clubgelände kommen zum Ende. Die Anzahl der Trailer auf
dem Parkplatz hat sich unterdessen halbiert, es konnten heute viele Boote geslipt werden.
Die Arbeiten an den Eisenbahnschienen konnten auch ein gutes Stück fortschreiten.
2. Tag
Das Wetter hat über Nacht stark nachgelassen, zumindest ist es aber noch einigermaßen
warm und windig. Was wollen wir mehr? Regen wird erst für den Nachmittag
prognostiziert.
Um 9 Uhr ist das Club-Gelände noch recht leer, dafür herrscht in der Gastronomie schon
reges Treiben. Die Regatta-Teilnehmer frühstücken in trauter Runde und diskutieren die
Ereignisse des gestrigen Tages. Es herrscht allenthalben gute Stimmung.
Gute Laune auch wieder bei unserem treuen DLRG-Trupp, die uns mit drei Leuten zur
Seite standen. Vielen Dank an Euch an dieser Stelle!
Um 10:30 Uhr sollen die Segler startklar auf dem See sein, damit zügig der erste Start
über die Bühne gehen kann. Eine Steuermannsbesprechung ist nicht mehr vorgesehen,
für die Teilnehmer sollte alles klar sein. Für heute sind weitere vier Wettfahrten geplant.
Und da knallt auch schon der Startschuss und der erste Lauf des heutigen Tages beginnt.
Gespannt beobachten die Eltern wie sich die Führenden gegenseitig das Feld streitig
machen und jeder versucht, zuerst die Luv-Tonne zu erreichen. Wie gestern ergeben sich
wieder Führungsgruppe, Feld und Nachzügler-Trupp. Die Führungsgruppe ist jedoch von
drei auf sechs Boote gewachsen.
Den ersten Lauf entscheidet in der U13-Gruppe Wilhelm Ruppert (YCL) für sich, ihm
folgen Marco Maier (YRCA) und Lasse Lemmer (EFKV). Wilhelm's Mama freut sich oben
auf der Terrasse mit und für ihren Sohn. Elena Kirchhoff landet etwas abgeschlagen auf
dem sechsten Platz in dieser Gruppe.
In der U16-Gruppe siegt Pauline Strempel (EFKV) vor Anton Meyer (SCED) und
Maximilian Rosengarten (SGK). Phil Kirchhoff kann nur Platz 6, Jouri Clephas nur Platz 13
in diesem Lauf erreichen. Pauline lag am Ende des gestrigen Tages in der U16-Gruppe
auf Platz 4. Das macht die Situation für die Gesamtwertung weiterhin spannend. Auch sie
scheint auf den Titel zu schielen.
Nach einer kurzen Pause auf dem Wasser hatte man kurz den Eindruck, der BiggeDampfer wolle den Startenden Konkurrenz machen. Er fuhr dann aber doch mit seinen
Fahrgästen weiter Richtung Sondern.
Die zehnte Wettfahrt erleichtert die Spannung in den beiden Wertungsgruppen nicht
gerade. In der U13-Gruppe siegt diesmal Elena Kirchhoff vor Marco Maier, der sich heute
im Vergleich zu gestern noch ein wenig steigern konnte. Als dritter dieser Gruppe quert
Lasse Lemmer die Ziellinie. In der U16-Gruppe gewinnt Jouri Clephas vor Pauline
Strempel und Anton Meyer. Phil Kirchhoff erreicht Platz 6, vor Maximilian Rosengarten auf
Platz 7. Pauline hat sich seit gestern deutlich gesteigert und macht mit hervorragenden
Ziel-Ergebnissen auf sich aufmerksam. Sie muss heute auf jeden Fall in die Frage um den
Titel mit einbezogen werden.
Die letzten beiden Wettfahrten der Regatta schließen sich an und bringen weitere
Verschiebungen im Feld der vorne Liegenden. Pauline Strempel ist auf dem Weg nach
oben kaum noch aufzuhalten. Nach diesen zwölf spannenden Wettfahrten mit drei
Streichern erhalten wir zum Schluss folgendes Ergebnis:
U16-Gruppe:
Platz 1: Pauline Strempel (EFKV), 17 Punkte
Platz 2: Anton Meyer (SCED), 22 Punkte
Platz 3: Phil Kirchhoff (YRCA), 24 Punkte
Sehr ärgerlich für Maximilian Rosengarten, der ebenfalls 24 Punkte erreichte und damit in
Sachen Pokal das Nachsehen hatte.
Beste YCL-Platzierung: Platz 17: Paula Ruppert, 138 Punkte
U13-Gruppe:
Platz 1: Elena Kirchhoff (YCWA), 14 Punkte
Platz 2: Wilhelm Ruppert (YCL), 14 Punkte
Platz 3: Lasse Lemmer (EFKV), 26 Punkte
Zum ersten Mal seit Bestehen der O'pen BIC Klassenvereinigung konnte eine
Landesjüngstenmeisterschaft durchgeführt werden. Auf Grund dessen konnte auch hier
noch ein Pokal vergeben werden. Für die Bewertung der Boote in dieser Kategorie wurden
nun alle Boote aus NRW-Clubs gewertet. Es ergab sich folgende Rangfolge:
Platz 1 und erste Landesjüngstenmeisterin: Pauline Strempel
Platz 2: Phil Kirchhoff
Platz 3: Jouri Clephas
Allen Gewinnern gratulieren wir herzlich! Besonders freuen wir uns über das gute
Abschneiden unseres Club-Mitglieds Wilhelm Ruppert.
Mit der Siegerehrung und der Pokalübergabe endet dieser Regatta-Tag schon am frühen
Nachmittag, so dass alle Teilnehmer in Ruhe ihre Boote verpacken können und zeitig
nach Hause kommen.
Zum Ende der Saison 2013 wünschen wir allen Seglern eine gute Winterzeit. Bleibt fit und
dem Segeln treu! Wir sehen uns im Frühjahr 2014 wieder!
Um den Winter und die lange Segelpause etwas attraktiver zu gestalten,
traf sich die Jugend am zweiten Adventssamstag in Kreuztal auf dem
Weihnachtsmarkt. Kreuztal liegt in der Nähe von Siegen. Dieser
Weihnachtsmarkt wurde der Jugend von diversen Clubmitgliedern empfohlen.
Alle Teilnehmer mussten denn auch recht schnell feststellen, dass diese
Empfehlung absolut lohnenswert war.
Kurz die Fakten: Der Kreuztaler Weihnachtsmarkt steht unter dem Motto
“Lichterglanz im Park“ und ist immer von Donnerstag bis Sonntag am zweiten
Adventswochenende. Das Ganze findet in Dreslers Park in Kreuztal statt. In
diesem kleinen, wunderschön mit Lichtern dekorierten Park tummeln sich dann
ca. 60 Weihnachtsbuden mit einem sehr unterschiedlichen und interessanten
Angebot. Wer mehr wissen möchte, schaue unter
http://www.weihnachtsmarkt-kreuztal.de/.
Die Jugendlichen und Eltern trafen sich um 15 Uhr am Eingang des
Weihnachtsmarktes. Von dort wurde zunächst eine Stand mit heißen Getränken
angesteuert, deren winterliche Genüsse sofort zu großer Begeisterung bei
den Erwachsenen führte. Die Kinder konnten sich an leckerem Punsch
erfreuen, während die Erwachsenen sich über alle möglichen Themen
austauschten. Danach wurden die vielen Buden in Augenschein genommen. Da
gab es Schmuckstände, selbst genähte Tisch-Deko, Holzarbeiten,
Köstlichkeiten aus Schokolade, Puppenkleider und noch vieles Weiteres, oft
Handgemachtes. Neben diesen toll anzusehenden Arbeiten gab es viele
interessante Dinge zum Essen, zum Beispiel sehr leckere Spinat-Feta-Brote,
einen köstlich gewürzten Riesen-Fleischspieß, süße oder herzhafte
Schupfnudeln, Poffertjes sowie Crêpes, Bratwürste, Pommes und noch vieles
mehr. So viele Leckereien konnte man gar nicht essen. Besonders lustig war
die Zubereitung der Kartoffelnester am I-Love-Potatoes-Stand. Dazu steckte
der Koch eine Kartoffel auf den Bohraufsatz eines Akkuschraubers. Diese
hielt er an ein Schneidebrett und gab Gas. Die Kartoffel wurde damit in
eine dünne, sehr lange Lage zerteilt. Diese dünne Lage wurde frittiert,
gesalzen und auf Wunsch mit Dip serviert. Sehr lecker!
Als es dunkler wurde, kam die Lichterdeko im Park noch besser zur Geltung.
Überall hingen Lichterketten, standen Metallfässer mit Feuern darin oder
offene Feuerschalen, an denen man sich zwischendurch wunderbar aufwärmen
konnte. Alles wurde vorschriftsmäßig von der Feuerwehr überwacht.
Je später der Nachmittag wurde, desto voller wurde es. Und umso schwieriger
wurde es auch die Gruppe von 4 Familien zusammen zu halten. Die Wege und
der Park waren so weitläufig, dass sich die doch relativ große Gruppe und
eine weitere Familie, die später ankam, nicht begegneten.
Zum Abschluss genossen die Eltern noch ein heißes Getränk vom Chateau (eine
eigene Mischung, die man leider nicht in Flaschen erwerben konnte) und die
Kinder einen Holunder-Punsch, der sehr süß und sehr nach Holunder
schmeckte.
Das Fazit aller Beteiligten: Der Weihnachtsmarkt in Kreuztal ist
uneingeschränkt empfehlenswert. Er wird voraussichtlich als regelmäßige
Veranstaltung der Jugend in den Jahresplan aufgenommen.
Der einzige Wermutstropfen an diesem schönen Nachmittag waren die vielen
Tropfen, die vom Himmel fielen.
Reise, Reise“
“
AC H T S KS - A N WÄ R T E R A N B O R D U N D 3 0 0 S E E M E I L E N I M K I E LWA S S E R :
D E R YA C H T - C L U B L I S T E R A U F S E G E L T Ö R N
VON BIRGIT EN GEL
42
– W.O.L.L. Winter 2013
TexT: BirgiT engel | FoTos: BirgiT engel, sTeFan schauB und Timo schmidT-schürmann
D
as kroatische Trogir ist
lich nichts mit der romanein schmuckes hafentischen schwärmerei um
städtchen. Von griechischen
augenklappe und holzbein,
seefahrern im 3. Jahrhundert
säbel, silber und segelschiff
v. chr. gegründet steht es seit
zu tun. dennoch können wir
1997 als Weltkulturerbe
uns einer gewissen mythiunter dem prominenten
schen Verklärung nicht entschutz der unesco. der
ziehen: Wir liegen mit unserer
historische Kern befindet
Flottille direkt an der mit
sich auf einer winzigen insel,
Palmen bepflanzten hafenbesticht durch seine Baupromenade mit Blick auf die
werke aus verschiedenen
Festung Kamerlengo.
Jahrhunderten und ein unende september charterte der
überschaubares gewirr von
Yacht-club lister in Kroatien
Ankern in der Kosirina Bucht auf der Insel Murter
marmornen gassen. Trogir
vier segelboote für insgesamt
diente in „Winnetou ii“ als santa Fe und war Filmkulisse für
30 männer und Frauen, die ihr heimatrevier am Biggesee haben.
die Piratenserie „Jack holborn“. überhaupt eignet sich die
mit an Bord: wir acht anwärter für den sportküstenzerklüftete dalmatinische Küste für Piratengeschichten aller
schifffahrtsschein. im märz dieses Jahres – W.o.l.l. berichtete
art. Bereits vor 3.000 Jahren wimmelte es hier von seeräubern,
in der Frühjahrsausgabe – hatten wir uns auf den Weg zu der
die ihr unwesen trieben. Zu einigem ruhm brachten es die
lizenz gemacht, die uns das Führen von Yachten in Küstenuskoken im 16. und 17. Jahrhundert. die realität hat natürgewässern aller meere erlaubt. und dazu gehört neben der theo-
AUS DER REGION
Ein unbedingtes Muss: Gruppenfoto des YCL-Segeltörns 2013
retischen ausbildung rund um navigation, seemannschaft,
schifffahrtsrecht und Wetterkunde auch eine praktische, bei der
der umgang mit einer Yacht auf see wie im hafen trainiert sowie
300 seemeilen zurückgelegt werden wollen.
ausgangspunkt des Törns ist die „marina Kremik“ bei
Primosten, eine kleine, dem Festland unmittelbar vorgelagerte
insel in der nähe von split. an die 400 liegeplätze gibt es in
der geschützten Bucht. die sanitären anlagen sind gut gepflegt,
auch wenn das warme Wasser schnell knapp wird. Wir segelazubis sind am nachmittag in dortmund gestartet, abends
gegen 20 uhr vor ort. im restaurant ist dann erste gelegenheit,
den großen rest der Besatzung kennenzulernen sowie aussicht
auf die kroatische speisekarte zu nehmen. en gros heißt das
wahlweise fangfrischer, unbesehen gut zubereiteter Fisch oder
„gemischte Fleischplatte“ – letztere für einige von uns die Basis
an allen sieben Tagen in dieser Woche und alleine schon deshalb eine ewige erinnerung.
die erste nacht ist erwartungsgemäß kurz. Viel gibt es bei landestypischem Tischwein und dem kroatischen Bier Karlovačko
zu erzählen. und dann müssen noch die Kojen aufgeteilt werden. „Jeanne“, „gabriela“, „Paris“ und „amourette“ heißen
unsere Fahrtenyachten, die in der länge 13,75 meter und in
der Breite 4,37 meter messen und über je zwei Kabinen in
heck und Bug verfügen. Verdammt eng! auf der „Jeanne“ hau-
sen nur männer, allesamt große Kerle. nach einigem hin und
her entschließen sich zwei, im salon zu schlafen. der absenkbare Tisch ergibt zusammen mit der gepolsterten sitzbank ein
vergleichsweise annehmbares Bett.
unsere skipper sind heiner Prinz (68), im übrigen Vorsitzender
des Prüfungsausschusses, hans-Werner Faulenbach (72),
eckard Follmann (56) und Klaus schulte (63), der uns als
ausbilder seit märz dieses Jahres überhaupt erst bis Kroatien
brachte. die vier sind sozusagen altgediente seebären, betreiben den sport seit ihrer Jugend, waren auf der nord- und
ostsee und in Teilen der Weltmeere unterwegs und haben
zusammen mehr als einmal den globus umrundet.
die östliche adria mit den etwa 150 inseln und inselchen der
Kornaten ist ein beliebtes segelrevier. Bizarre steilklippen und
kahle Felswüsten bestimmen das Panorama. das meer ist tief,
stellenweise über 90 meter, hat aber einige untiefen, und zwischen der Vielzahl von landformationen kann man schnell die
orientierung verlieren, was beim navigieren zur Vorsicht rät.
dazu kommen verschiedene Winde, so der maestral, der Jugo
und die gefürchtete Bora. ansonsten gibt es freie auswahl: kurze
strecken zwischen den inseln oder längere schläge, romantische
ankerbuchten und kleine häfen neben gut ausgestatteten größeren marinas. in der route ist man so variabel, dass eine Woche
segeln eine rundum gelungene sache wird.
W.O.L.L. Winter 2013 –
43
„reise, reise“, ertönt es
morgens um sieben auf der
„amourette“. heiner ruft
zum aufstehen. und der
Kapitän hat immer und
jederzeit das uneingeschränkte sagen. also raus
aus den Federn und ein
erstes seemannsfrühstück
an deck. die Bordkasse ist
angelegt, Proviant an Bord,
die crew eingewiesen, der
Törn beginnt. leinen los
für ein abenteuer unter
südlicher sonne! die
Tagesetappen werden in
Nicht der Wind, sondern das
Segel bestimmt die Richtung.
fachkundiger Beratung
unserer skipper bestimmt. der Wind kommt an diesem ersten
morgen aus südost. die entscheidung steht: mit achterlichem
Wind, großsegel und Fock im schmetterlingsstand, um die
volle Fläche auszunutzen, nehmen wir Kurs nordwest. unsere
Boote schaukeln schwer, von mediterranen Temperaturen ist
nichts zu spüren, es ist kalt und regnerisch und wir haben den
ersten seekranken an Bord – schachmatt für einige stunden.
nach 38 seemeilen erreichen wir am nachmittag Biograd. das
anleger-Bier ist obligatorisch.
in den folgenden Tagen erleben wir bei wechselndem Wetter
das breite spektrum des segelns: wenden, halsen, kreuzen, wir
gehen über an- und ablegemanöver bis hin zu mensch-über-
44
– W.O.L.L. Winter 2013
Bord-manövern, nehmen neun Knoten Fahrt bei Windstärke
sieben auf, fahren unter maschine bei Flaute und erfahren die
praktischen wie menschlichen aspekte an Bord. Kein Zweifel:
segeln ist ein erlebnis in jeglicher hinsicht. es reduziert den
menschen auf seine sinne, lässt den Weg zum Ziel werden und
erschöpft sich längst nicht darin, die naturkräfte zu nutzen,
sich mit Wetter, Wind und Wellen auseinanderzusetzen und
am gefühl der Freiheit zu riechen. es geht auch um Vertrauen
in sich selbst und den anderen, um soziales miteinander,
menschlichen umgang und Wertschätzung. „auf einem
segelboot lernt man sich besser kennen als manchen Freund in
langen Jahren“, resümierte ein Kollege auf dem rückflug. „das
Wichtigste ist eine funktionierende und kameradschaftliche
seemannschaft“, sagt heiner, unser Kapitän auf der „amourette“.
am ende der Woche sind wir uns einig: es war ein ebenso
schöner wie lehrreicher Törn, die östliche adria ein lohnendes
revier. und Kroatien ist ein land im aufbruch, dass seine
sozialistische Vergangenheit und die schrecken des jüngsten
Krieges vergessen (lassen) möchte. an der Küste lebt man
vorrangig vom Tourismus. die menschen geben sich offen
und freundlich, viele sprechen deutsch. so wie Boris. ein
mann wie ein Baum. über 20 Jahre hat er in deutschland
gelebt. seit einigen Jahren ist er wieder in seiner heimat,
betreibt in Jezera, einem Fischerdorf auf der insel murter, sein
eigenes restaurant. „alles kein Problem“, verspricht er uns
mit weltumspannender gestik einen deftigen eintopf aus
„mamuschkas“ Küche. übersetzen könnte man das auch mit
einem sprichwort: „nicht der Wind, sondern das segel
bestimmt die richtung.“
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
14
Dateigröße
2 208 KB
Tags
1/--Seiten
melden