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Gartenmesse verschneit Blüten wie Schmetterlinge - LKSH

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Garten
■ BAUERNBLATT l 6. April 2013
Norgarflor auf dem Hamburger Blumengroßmarkt
Gartenmesse verschneit
Ob in Hamburg oder Stuttgart,
selbst in klimatisch eigentlich bevorzugten Städten wie Karlsruhe
oder Düsseldorf: Die Frühjahrsmessen auf den Blumengroßmärkten hatten in diesem Jahr unter
dem langen Winter zu leiden. Besonders hart getroffen war der
Norden. Zur Norgarflor in Hamburg war es bitterkalt bei heftigem
Ostwind, und für Schleswig-Holsteiner behinderten sogar Schneewehen die Anreise in die Hansestadt. Bei diesen widrigen Bedingungen war es kein Wunder, dass
die hohen Besucherzahlen vom
vergangenen Jahr nicht erreicht
wurden.
Auch die Landwirtschaftskammern von Hamburg und Schleswig-Hol- Viele Interessierte trotzten dem Winter drauWährend im Bedarfsbereich und
sogar bei den Baumschulanbietern
von zufriedenstellenden Bestellungen gesprochen wurde, sah man bei
den Pflanzenanbietern auf der Norgarflor viele lange Gesichter. Klar,
denn bei den Minustemperaturen
war die Nachfrage mäßig bis
schlecht. So recht zufrieden wollte
bei den Organisatoren der Norgarflor niemand sein. Dass dann doch
Besucher kamen, die – außer was
Pflanzen betraf – durchaus Kauf-
stein präsentierten sich auf der Norgarflor.
freude zeigten, stimmte aber die
meisten der fast 120 Aussteller versöhnlich.
In einer „Beratungsgasse“ informierten die Landwirtschaftskammern, der Gartenbauverband, Fachversicherungen und die Internationale Gartenschau Hamburg 2013
über ihre Arbeit und nutzen die Gelegenheit zur Kontaktpflege und
Gesprächsanbahnung. Das Gartenbauzentrum der Landwirtschafts-
Fotos: Cordula Kropke ßen und genossen die Blumenvielfalt drinnen.
kammer Schleswig-Holstein präsentierte sich gemeinsam mit den Hamburger Kollegen.
Das Messegeschehen war von einem attraktiven Rahmenprogramm
flankiert. Der gemeinsam mit dem
Fachverband Deutscher Floristen
Nord veranstaltete Wettbewerb für
Auszubildende war ein Publikumsmagnet. Die Nase vorn hatten Katharina Dehning (Moordamm Floristik, Rellingen), Runa Leo (Blumen
Hahn, Hamburg) und Orasa Henningsen (Kohn Floristik, Uelzen).
Ebenfalls viel Beachtung fand die
floristische Demonstration von Birgit
Farwick. Sie zeigte gestalterische
Ideen rund um die neue RegionalMarke „Ich bin von hier!“, die zur
diesjährigen IPM Essen von der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte erstmals vorgestellt worden
war.
pm BGM/Carsten Bock
Hülsen, Schoten und Knöllchen
Blüten wie Schmetterlinge
Im Frühling blühen Goldregen,
Blauregen, Akazien, Ginster, Akazien, allesamt Gehölze und allesamt Schmetterlingsblütler. Das ist
eine große, umfangreiche Pflanzenfamilie, ausgestattet mit übereinstimmender Blütenform, die an
die Gestalt von Schmetterlingen
erinnert.
Solche Blüte setzt sich aus fünf
Kronblättern zusammen. Das hintere steht aufrecht und heißt „Fahne“,
die beiden seitlichen „Flügel“, die
zwei vorderen, mehr oder weniger
verwachsenen „Schiffchen“. Da haben wir die Blütenschmetterlinge,
deutlich erkennbar eben beim Goldregen. Schmetterling heißt wissenschaftlich
papilio,
folgerichtig
Schmetterlingsblütler botanisch Papilionaceen. Das ist zugleich eine
von mehreren Unterordnungen der
Hülsenfrüchtler oder Leguminosae.
Der bekannteste, schönste Schmetterlingsblütler ist Goldregen, überaus
attraktiv in der Nähe blühender Rhododendren.
Foto: Ilse Jaehner
Auch etliche krautige Pflanzen
wie ein- und mehrjährige Lupinen,
Kleearten, Wicken, als Gemüse-
pflanzen Erbsen, Busch- und Stangenbohnen sowie Dicke Bohnen
gehören zu den Schmetterlingsblütlern. Alle geben sich mit ihren
Blüten zu erkennen und außerdem
mit dem besonderen Bau ihrer
Früchte. Da ist ein Irrtum aufzuklären. Wir ernten bei Erbsen nicht
Schoten, wie es landläufig heißt,
sondern Hülsen. Entsprechendes
gilt für Bohnenarten. Die Frucht
von Hülsenfrüchtlern entwickelt
sich aus einem Fruchtblatt und öffnet sich sowohl an der Bauchnaht
wie an der Rückennaht der Hülse
ohne Zwischenwand. Echte Schoten
beispielsweise von Rettich- oder
Kohlarten haben Scheidewände.
Schmetterlingsblütler als Unterordnung von Hülsenfrüchtlern haben eine besonders schätzenswerte
Eigenart, nämlich sich mit bestimmten Bodenbakterien zusammenzutun, die dazu fähig sind, Luftstick-
stoff zu binden. Diese Bakterien
dringen in die Wurzeln der Pflanzen ein und werden dort von den
Wirtspflanzen mit Kohlenhydraten
versorgt. Die Bakterien ihrerseits
binden freien Luftstickstoff, was
Pflanzen nicht können, und wandeln ihn in körpereigenes Eiweiß
um. Solche Lebensgemeinschaft
nennt man Symbiose, wobei in diesem Fall die Pflanzen den größeren
Nutzen haben, da sie vom Eiweiß
der Bakterien profitieren, nachdem
diese abgestorben sind. Einen noch
größeren Nutzen haben allerdings
Gartenbesitzer, wenn sie Stickstoff
sammelnde Pflanzen anbauen, etwa Lupinen zur Gründüngung, auf
die Arbeit von Knöllchenbakterien
setzend. Das Maß an von Bakterien
gesammeltem Stickstoff kann man
an Größe und Zahl gebildeter Knöllchen an den Wurzeln ablesen.
Ilse Jaehner
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