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Das Holzhaus lebt mindestens so lang wie der Mensch

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Redaktionsbüro Lutz Schulmann
Karl-Meister-Str. 4 · 65232 Taunusstein
29. KW 2002
Das Holzhaus lebt mindestens
so lang wie der Mensch
Zukunftsorientierte Neubauten in Hightech-Qualität / Verlässliche
Gütesicherung / Wertbeständigkeit / Kreativität ohne Grenzen
(LS) „Ein gemauertes Haus – da weiß man,
was man hat!“ Besser noch: „Ein festes, gemauertes Haus ...“ Derlei Aussagen sind an den
Stammtischen nach wie vor zu hören. Und da
gehören sie auch hin. Für sich genommen, mögen sie ihre Berechtigung haben, nicht jedoch,
wenn sie bewusst einen Gegensatz zum Holzhausbau ausdrücken sollen. In Holzbauweise
errichtete Häuser stehen Häusern aus Mauer-
Experten empfehlen den
Kreditinstituten inzwischen,
bei der Beleihungswert-Ermittlung moderner, hochgedämmter und qualitätsgesicherter Holzgebäude die selben Abschläge wie für vergleichbare Massivbauten zu
verwenden. Lediglich bei Sonderkonstruktionen wie Blockhäusern könnten andere Abschläge, zum Beispiel wegen
der stark eingeschränkten Interessentengruppe im Verkaufsfall, angebracht sein.
Grundsätzlich solle ein Umdenken stattfinden, zumal der
Verkehrswert von Holzhäusern großenteils noch immer
werk und Beton heutzutage in nichts mehr nach
– weder in der technischen Lebensdauer, der
Gesamtnutzungsdauer noch in der Wertbeständigkeit. 80 bis 100 Jahre lang hält ein nach
1985 errichtetes Holzhaus mühelos. Voraussetzung dafür ist eine minutiöse Gütesicherung, die nicht zuletzt auf den enormen Fortschritten der Baustoffqualität seit Mitte der
Achtzigerjahre beruht.
viel zu niedrig angesetzt werde. Die Herstellungskosten
von Holzhäusern und vergleichbaren gemauerten Häusern sind im Übrigen mittlerweile praktisch identisch.
Moderne Holzhäuser haben
mit den Behelfsbauten aus der
Zeit nach 1945 oder Billigbauten der Sechziger- und Siebzigerjahre nichts mehr gemein.
Sie sind innovative, energieeffiziente Gebäude – das
Niedrigenergiehaus ist beim
Holzbau bereits Standard –
und verfügen über hervorragenden winterlichen/sommerlichen Wärmeschutz, Feuchteund Schallschutz. Durch ihren
individuellen Zuschnitt vermitteln Holzhäuser ein besonderes Lebensgefühl; für die
kreativen
Gestaltungsmöglichkeiten beim Holzhausbau
gibt es (fast) keine Grenzen.
Der Marktanteil von Holzhäusern bei den Neubauten ist
seit 1995 enorm gestiegen, von
rund 7,5 Prozent damals auf
zurzeit knapp 20 Prozent. In
Bayern beträgt die jährliche
„Holzquote“ schon weit über
30 Prozent. Führende Techniken beim Holzhausbau sind
der Holztafel- und der Holzrahmenbau, die zusammen bei
etwa 85 Prozent der Bauprojekte zum Einsatz kommen.
Seit jeher
ganz schön
robust
Skandinavische Anklänge, die auch gut nach Mitteleuropa passen.
Von Nutzungsdauer
und Skelettbau
Dass Holzhäuser seit jeher eine lange Haltbarkeit
haben, belegt eine weltweite Analyse von 745 Gebäuden mit einem Alter von
mindestens 55 Jahren. 99
Prozent aller Gebäude zeigten einen guten bis sehr
guten Erhaltungszustand.
Alle überprüften Holzhäuser waren vor 1945 in industrieller Holzbauweise
als Einfamilien- oder Doppel- beziehungsweise Reihenhäuser errichtet worden, davon jedes zweite im
Holztafelbau, jedes fünfte
im Gerippe- oder Blockhausbau. Zum Prüfzeitpunkt war über ein Drittel
der Häuser älter als 60 Jahre, ein weiteres Drittel
stand seit 70 Jahren, fast jedes fünfte hatte mehr als 80
Jahre „auf dem Buckel“.
Die Kreativität beim Holzhausbau kennt praktisch keine Grenzen.
Wohntest mit Bravour bestanden
Anlagen in Holzbauweise erhielten Notendurchschnitt von 2,2
(LS) Die Bewohner von Häusern, die in Holzbauweise errichtet
wurden, sind mit ihrer Wohnung und dem optischen Wohnumfeld offensichtlich sehr zufrieden. Dies belegt eine aktuelle Studie, die von der Obersten Baubehörde des Bayerischen Innenministeriums herausgegeben wurde. Das beauftragte Institut für
Stadtplanung und Sozialforschung aus Stuttgart untersuchte
zehn Wohnanlagen in verschiedenen Städten Bayerns, befragte
die Bewohner und die Wohnungsbaugesellschaften nach ihren
Erfahrungen. Ein wesentliches Ergebnis lautet: Fast zwei Drittel
der Bewohner finden ihre Wohnung sehr gut oder gut. Im Durchschnitt werden die Wohnungen mit der Gesamtnote 2,2 bewertet.
Finanziell gefördert wurde die Studie von den Verbänden des
Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes (VBZH; www.
zimmerer-bayern.com).
Bei sämtlichen untersuchten Wohnanlagen handelt es
sich um im Jahr 1992 von der
Obersten Baubehörde initiierte Modellvorhaben für den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Im Rahmen dieser
Projekte entstanden circa 900
Wohnungen, die anno 2000
fast alle seit mehreren Jahren
bezogen waren. Die Untersuchung des Stuttgarter Instituts hat insofern Pilotcharakter, als erstmals eine breite
Gruppe von Holzhaus-Bewohnern systematisch befragt
wurde. Bisher hatte es zum
Thema meist nur Einzelaussagen von Bauherren gegeben.
So wie die Bewohner beurteil-
Kleines Glossar für Bauherren
und solche, die es werden wollen
werkstoffplatten. Die Beplankung wird durch Nägel, Klammern oder Schrauben befestigt. Im Holztafel- und Holzrahmenbau, die sich in Methodik und Verarbeitung sehr
ähneln, werden vorgefertigte
Elemente eingesetzt, die kurze
Richtzeiten und damit den
schnellen Witterungsschutz
des Rohbaus gewährleisten.
Beide Bauweisen sind prädestiniert für die Errichtung
von Ein- und Zweifamilienhäusern.
Für den Holzskelettbau charakteristisch ist die stabförmige Tragstruktur aus senkrechten Stützen und waagrechten
Trägern. Diese Bauweise unterscheidet sich von den anderen Konstruktionsprinzipien
durch den großen Stützenabstand von bis zu 5 Metern und
die Trennung der tragenden
von der raumbildenden Struktur.
Im Holzmassivbau werden
als tragende und raumabschließende Bauteile Brettstapel- (genagelt), Brettlagenoder Brettschichtholzelemente (geleimt) verwendet.
ten auch die Wohnungsbaugesellschaften den Gesamteindruck der Anlagen als „durchweg positiv“. Es gab lediglich
einen negativen Ausreißer
aufgrund von Konstruktionsmängeln in Nürnberg.
Absolute Spitzenwerte wurden für die Wohnungen in
Holzbauweise unter anderem
in diesen Punkten erreicht:
Raumklima und Behaglichkeit bewerteten die Bewohner
der Anlagen in Schweinfurt
(1,7), Ingolstadt (1,8), Erlangen (1,8) und Regensburg (1,9)
besser als 2, für die Holzbauweise – inklusive der Aspekte
Wärme, Gesundheit, Wohlfühlen – sowie für „Aussehen,
Farbe und Image“ wurden je
einmal die Noten 1,8 und 1,9
vergeben.
Zehn greifbare
Vorteile für
den Bauherrn
(LS) Wer baut oder beabsichtigt, eines Tages zu bauen, sollte
sich zuvor über verschiedene Dinge kundig machen. Hier ein
kleines Glossar, das besonders für Familien interessant ist, die
zum Bau eines Holzhauses tendieren:
Die technische Lebensdauer
ist der Zeitraum von der Errichtung bis zum Abriss eines
Gebäudes. Ihr Ende ist erreicht, wenn mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand
die statischen und bauphysikalischen Eigenschaften des
Gebäudes den Anforderungen
nicht mehr angepasst werden
können.
Die Gesamtnutzungsdauer
ist der Zeitraum, in dem ein
Gebäude bei normaler Instandhaltung wirtschaftlich
genutzt werden kann und den
Ansprüchen der Nutzer gerecht wird.
Die Restnutzungsdauer ist
der verbleibende Zeitraum
zwischen
WertermittlungsStichtag und Ablauf der Gesamtnutzungsdauer, das heißt
die Gesamtnutzungsdauer abzüglich dem Lebensalter des
Gebäudes.
Holztafel-/Holzrahmenbau:
Kennzeichnend für diese
Holzbauweise ist ein tragender Rahmen aus stumpf gestoßenen Hölzern und aussteifenden Beplankungen aus
Holz- beziehungsweise Gips-
Fotos: Klaus-Reiner Klebe (3), ZDB (2)
Gütesicherung von der Herstellung bis zur Montage
Dafür, dass ein Haus nach den Regeln der
Technik errichtet wird und den bauaufsichtlichen Vorschriften entspricht, haben Bauherr
und Planer eigenverantwortlich Sorge zu tragen. Ihnen hilft dabei das Qualitätszeichen
Holzhausbau, das eine Sicherheitslücke erst
gar nicht aufkommen lässt. Dieses Siegel ist
beim Deutschen Patentamt als Waren- und
Dienstleistungs-Markenzeichen eingetragen.
Es wird von der Qualitätsgemeinschaft Holzbau und Ausbau e. V. (QHA) in Berlin an Her-
steller von Holzhäusern – hauptsächlich Zimmereibetriebe – verliehen, die die strengen Qualitäts- und Prüfbestimmungen der QHA erfüllen. Die Holzbauunternehmer unterliegen einer
Erstprüfung sowie der laufenden Eigenüberwachung durch die Qualitätsgemeinschaft. Optimiert wird dieses System durch die regelmäßige Fremdüberwachung der Produktion im
Betrieb und der Montage auf der Baustelle
durch unabhängige, amtlich anerkannte Fachinstitute.
Auf keinen Fall
Feuer und Flamme
Argument für die
Finanzierung
Viele Versicherungen gehen
noch immer davon aus, dass
Häuser mit tragenden Teilen
aus Holz wesentlich leichter
entflammbar seien als gemauerte Gebäude – und verfahren
bei der Prämienfestsetzung
entsprechend. Diese Auffassung gehört ins Reich der Sage.
Jedes hier zu Lande in Holzbauweise errichtete Ein- und
Zweifamilienhaus – erst recht
wenn es ab circa 1980 gebaut
wurde – entspricht ohne weiteren Aufwand den Brandschutzanforderungen der Landesbauordnungen. Höhere Brandschutzanforderungen, etwa in
mehrgeschossigen oder öffentlichen Gebäuden, sind mit einfachen zusätzlichen Maßnahmen zu erreichen.
Mittlerweile richten sich
Banken und Versicherungen
darauf ein, nur noch Holzhäuser mit dem Qualitätszeichen
Holzhausbau der QHA oder einem ähnlichen Gütenachweis
angemessen zu finanzieren beziehungsweise zu den üblichen
Konditionen zu versichern. Darüber hinaus kann das Gütezeichen bei der Baugenehmigung
eine Rolle spielen, und es stellt
ein gewichtiges Argument bei
öffentlichen Zuschussgebern
sowie beim Verkauf des Hauses
dar. In allererster Linie dient
das Qualitätszeichen Holzhausbau aber der Sicherheit
von Bauherr, Architekt und
Tragwerksplaner.
Funktional und extravagant zugleich: in Holz spielend möglich.
Das für den Verbraucher
sichtbare und Nutzen bringende Signum der Ende
1997 gegründeten Qualitätsgemeinschaft Holzbau
und Ausbau e. V. (QHA) ist
das Qualitätszeichen Holzhausbau, das es seit Dezember 1998 gibt. Es erfasst alle
Herstellungs- und Verarbeitungsbereiche des Holzrahmen- und Holztafelbaus, des Holzskelett- und
Massivholzbaus. Bauherren,
die einen Zimmereibetrieb
beauftragen, der autorisiert
ist, das Qualitätszeichen zu
tragen, kommen in den Genuss folgender zehn greifbaren Vorteile:
· Bauen mit einem erfahrenen Partner
· Alle Leistungen aus
einer Hand vom Ausbauhaus bis zum schlüsselfertigen Komplettbau
· Umweltbewusstes, Energie sparendes Bauen mit
dem Natur-Werkstoff Holz
· Kurze Bauzeiten: Von
der Planung bis zur Fertigstellung vergehen nur wenige Wochen
· Trockenes Bauen ohne
lästige Baufeuchte beim
Einzug
· Angenehmes und ausgeglichenes Wohnklima
· Nachhaltiges Sparpotenzial durch Minimierung der
Heizkosten
· Maximale Grundflächenausnutzung durch Platz
sparenden Wandaufbau
· Bauen und Wohnen in
rundum abgesicherter und
überwachter Qualität
· Solide Investition in ein
wertbeständiges Haus
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Seele and Geist
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