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DIABETES – wie Sie sich jetzt davor schützen können DIABETES

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MEDIZIN
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MAGENTA
YELLOW
Frau von Heute Nr.  - W - Seite 
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DRAMATISCHE ZAHLEN: IMMER MEHR
DIABETES – wie Sie
davor schützen
len bei dieser Art Diabetes eine
große Rolle. Ein Grund ist aber
auch unsere höhere Lebenserwartung, denn das Risiko steigt mit
dem Alter an. Nicht erklären können Mediziner,
warum auch die
Anzahl der an
Diabetiker müssen abspecken. Aber wie
Typ-1-Erkrankten
geht das am besten? Besonders Erfolg ver- steigt. Diese Form
sprechend ist eine Ernährung nach dem
ist angeboren.
LOGI-Modell, wie eine Studie jetzt
gezeigt hat. Bei mehr als der Hälfte der
Patienten, die sich nach diesem Prin- Gibt es eine
erbliche Vorzip (viel Gemüse, fettarmes Fleisch,
kaum Weißmehl, wenig Vollkornbelastung?
produkte) ernährt haben, konnJa, selbst beim
ten die Diabetesmedikamente
Typ-2-Diabetes. Exreduziert werden. Die LOGIperten schätzen,
Kost setzt auf einen niedridass die Gene zu
gen glykämischen Index.
einem Drittel mit
Dieser misst, wie schnell
darüber entscheidie Kohlenhydrate
den, ob wir erabgebaut werden.
kranken. Eben-
Das Glyx-Geheimnis
falls vorbelastend:
wenn die Mutter während der
Schwangerschaft an Diabetes erkrankte (siehe Kasten unten).
Wie kann ich mein Risiko
sinnvoll senken?
VORBEUGEN
Frisches
Gemüse und
Obst – am
besten fünf
Portionen
täglich
Experten sprechen bereits von einer
weltweiten EPIDEMIE. Bedenklich, denn
Zucker ist eine schwere Krankheit
R
und zehn Millionen
Menschen in Deutschland leiden an Typ-2Diabetes, früher auch
Alterszucker genannt.
Sieben Millionen von ihnen sind
in Behandlung, aber drei Millionen ahnen wahrscheinlich gar
nicht, dass sie die Krankheit haben. Denn Diabetes schmerzt lange nicht, und die Symptome sind
schleichend. Darunter: Müdigkeit,
Heißhunger und starker Durst.
Doch wer länger unbehandelt
 Frau von Heute
bleibt, geht ein hohes Risiko
ein. Folgeschäden können Schlaganfall, Herzinfarkt, schwere Augen- oder Nierenleiden oder der
Verlust von Gliedmaßen sein.
Warum sind so viele
Menschen betroffen?
Der Typ-2-Diabetes steigt vor allem in den Industrienationen wie
Amerika und Deutschland an.
Mangelnde Bewegung, falsche
Ernährung und Übergewicht spie-
Mit einer gesunden Lebensweise
kann man am besten vorbeugen.
Vermeiden Sie starkes Übergewicht. Auch Bluthochdruck fördert die Krankheit. Also runter
mit den Kilos. Allerdings sollte
man keine strikten Diäten halten,
sondern vor allem für Ausgewogenheit im Ernährungsplan sorgen und die Mahlzeiten genießen.
Denn Stress und Unzufriedenheit
lassen den Blutzuckerwert bei Diabetikern in die Höhe schnellen,
wie neue Studien zeigen.
Was bewahrt mich
außerdem vor Zucker?
Regelmäßige Bewegung. Optimale
Formel: 30 Minuten an fünf Tagen die Woche. Dabei darf man
ruhig etwas ins Schwitzen geraten.
Außerdem gilt es, im Alltag aktiv
zu bleiben. Steigen Sie eine Busstation früher aus, und gehen Sie
zu Fuß, benutzen Sie die Treppen
statt den Lift. Wichtig: die Früherkennung beim Arzt, denn in
den Vorstadien von Diabetes kann
man viel zum Guten verändern.
„Endlich
wieder ohne
das lästige
Spritzen“
Mehr als jeder zweite
Typ-2-Diabetiker muss
sich täglich Insulin
spritzen. So auch Renate
Glaser. Dank eines neuen
WIRKSTOFFS und einer
Ernährungsumstellung
ist das nun überf lüssig
E
igentlich hatte ich mich mit
der mühseligen Pikserei
schon abgefunden“, sagt
Renate Glaser (63) aus Würselen.
Seit zehn Jahren leidet die Mutter
von drei Kindern unter Diabetes.
Ihr Körper produziert zwar das
lebenswichtige Hormon Insulin,
doch das Gewebe spricht nicht
mehr darauf an.
„Anfangs kam ich mit Tabletten
aus, doch vor drei Jahren musste
ich dann mit dem Insulinspritzen
anfangen“, erzählt die frühere
Einzelhandelskauffrau. Den meisten Diabetikern in Deutschland
ergeht es ebenso. Im Juli vergangenen Jahres bekam sie von ihrem
Arzt ein neues Mittel verschrieben.
„Eigentlich ist das Medikament
mit dem Wirkstoff Sitagliptin nur
für Diabetiker zugelassen, die
noch kein Insulin spritzen müs-
VÖLLIG OKAY
Trotz
Babybauch
auch mal
naschen
CYAN
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DEUTSCHE BETROFFEN
sich jetzt
können
R
S
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sen“, sagt ihr beUnd es gibt
handelnder Arzt,
noch eine erder Diabeteologe
wünschte NebenDr. Helmut Hedwirkung. Denn
daeus (56) aus
anders als bei PaWürselen. „Aber
tienten, die sich
ich habe es ihr,
Insulin spritzen
wie einigen anmüssen, bleibt
deren Patienten
der Blutzuckerauch, versuchsweispiegel konstant.
se verschrieben.“
Es kommt nicht
Und das mit Erzu den gefürchtefolg: Schon nach
ten Heißhungerkurzer Zeit hatattacken. „Zehn
ten sich die BlutKilo habe ich in
zuckerwerte bei RENATE GLASER MIT
den letzten fünf
Renate Glaser so DR. HELMUT HEDDAEUS Monaten runterweit normalisiert, Gesunde Kost, gute Berabekommen.“
dass sie kein In- tung und das neue MediDie deutliche
sulin mehr sprit- kament haben ihr geholfen Gewichtsabnahzen musste. „Statt
me hat sie aber
fünfmal täglich muss ich jetzt nicht allein dem neuen Medikanur noch dreimal wöchentlich ment zu verdanken. „Mithilfe
meinen Blutzucker messen“, be- von Dr. Heddaeus habe ich auch
richtet sie sichtlich erleichtert.
meine Ernährung umgestellt“,
Bei dem neuen Medikament so die Rheinländerin. Die wichhandelt es sich um einen sogenannten Inkretinverstärker. InKeine Heißhungerkretine sind Hormone, die beim
attacken mehr
Essen im Dünndarm gebildet
werden. „Bei gesunden Men- tigste Regel: Nach 16 Uhr verschen regen sie die Bauchspei- zichtet sie völlig auf Kohlencheldrüse an, Insulin ins Blut hydrate. Stattdessen gibt es
abzugeben“, sagt Dr. Heddaeus. Gemüse- oder Rindf leischsup„Das ist wichtig, denn nur so pe, Salat und mageres Fleisch.
„Vor allem die Reduzierung des
Überraschend: Werte Bauchfetts ist sehr wichtig“, sagt
ihr Arzt Dr. Heddaeus. „Wer zu
normalisieren sich
viel davon mit sich herumträgt,
kann der Zucker in die Zel- produziert im Übermaß Horlen gelangen.“ Typ-2-Diabetiker mone und Entzündungsbotenproduzieren jedoch weniger In- stoffe, die Zellen gegen Insulin
kretine als Gesunde. Das gleicht unempfindlich machen und
der Wirkstoff dann aus.
Diabetes fördern.“
•
Diabetes in der Schwangerschaft
Das steckt dahinter: Beim
Gestationsdiabetes ist der Stoffwechsel bei der Kohlenhydratverarbeitung gestört. Jede zehnte Schwangere erkrankt daran.
P
P Testen lassen! Am besten zwischen der 24. und 28. Woche.
Dabei bekommt man eine zuckerhaltige Lösung zu trinken, und
danach wird der Blutzucker gemessen. Bleibt ein Schwangerschaftsdiabetes unbehandelt, besteht das Risiko, dass die Mutter
nach der Geburt dauerhaft an
Typ-2-Diabetes erkrankt. Auch
dem Kind kann es schaden. Zweibis dreimal häufiger als normal
entwickelt der Nachwuchs eine
Neigung zu Adipositas (starkes
Übergewicht).
P Gewicht am besten schon vor
der Schwangerschaft normalisieren. Denn sowohl Über- als auch
Untergewicht schaden dem Ungeborenen. Auch das Risiko einer
Fehlgeburt wird so gemindert.
Fotos: Yupik, Corbis, Jürgen Weyrich
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Seele and Geist
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