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HC-Blättli 2014/2015 - HC-Waldshut

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Pressemitteilung
Berlin 6. November 2014
Blow Up
Antonionis Filmklassiker und die Fotografie
C/O Berlin präsentiert vom 24. Januar bis 5. April 2015 die Ausstellung
Blow Up . Antonionis Filmklassiker und die Fotografie. Die Eröffnung findet
am Freitag, den 23. Januar 2015, um 19 Uhr im Amerika Haus in der Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, statt.
„Eine Wahrheit, die lediglich meine Wahrheit ist, ist somit nicht die Wahrheit.“
Julio Florencio Cortázar
Swinging London, Mitte der 1960er Jahre, Popkultur und cooler Hedonismus. In einer Welt von hektisch-schriller Oberflächlichkeit meint der Modefotograf Thomas,
zufällig etwas Unfassbares mit seiner Kamera festgehalten zu haben – einen Mord
im Park am hellichten Tag. Jedoch verschwindet erst die Leiche, dann seine vermeintlichen Beweisfotos. Ist das Verbrechen letztendlich nur Ergebnis seiner Einbildung? Seine fotografischen Bilder funktionieren nicht als Beleg für Realität, nur als
Indiz. Wie nutzlos ist aber das Wissen des Fotografen, wenn er es nicht mit anderen
teilen kann? So erweist sich Michelangelo Antonionis filmisches Meisterwerk als
Kriminalfall ohne Beweise, als Puzzle ohne Lösung.
Oft als milieukritischer Popfilm interpretiert, ist „Blow Up“ jedoch weit mehr als ein
soziokulturelles Dokument, in dem die Bilder die sich entfaltende Handlung stützen.
Er ist eine vielschichtige visuelle Reflexion über die mechanisch abbildenden Medien Fotografie und Film. Hier gibt die Kamera nicht nur die Realität wieder, sondern
lässt in ihrer Anwendung selbst eine neue Welt entstehen – subjektiv, nicht allgemein verortbar. Was ist Abbild, was Trugbild? Erst durch seine Perzeption konstituiert sich eigentlich alles Sein. Michelangelo Antonioni entlarvt Realität und Wahrheit
als Produkt von Irrtum und Einigung – also einer grandiosen gemeinschaftlichen Illusion und Manipulation. Wir sehen nur das, was wir sehen wollen.
Michelangelo Antonioni hat „Blow Up“ 1966 produziert; sein Befund über die
menschliche Wahrnehmung und sein Verhältnis zur Realität jedoch ist auch in der
heutigen Welt der Massenmedien und digitalen Distribution von größter Aktualität.
Inhaltlich und formal bietet der Film zahlreiche neue Ansatzpunkte und Themen, die
in der Ausstellung analysiert und durch unterschiedliche Medien verdeutlicht werden. Erstmals werden in Form von sieben thematischen Schwerpunkten Fotografien, Filme und Videoinstallationen gezeigt, die sich in verschiedener Hinsicht als
charakteristisch für Michelangelo Antonionis Film erweisen und darüber hinaus wesentliche künstlerische Positionen der Foto- und Kunstgeschichte verdeutlichen –
von Voyeurismus über Sozialreportage und Modefotografie bis hin zu Medienreflexion. Unter den ausgestellten Fotografen finden sich dementsprechend so
wesentliche Künstler wie David Bailey, Ron Galella, Terence Donovan, Richard Hamilton, John Hilliard, Hiroshi Sugimoto, Don McCullin, Cecil Beaton, Ian Stephenson, John Stezaker, Arthur Ewans, Alicia Kwade u.v.m.
/O Berlin Foundation . Amerika Haus . Hardenbergstraße 22–24 . 10623 Berlin
C
Tel +49.30.284 44 16-0 . Fax +49.30.284 44 16-19 . info@co-berlin.org . www.co-berlin.org
Auch wird anhand ausgewählter Werke das Verhältnis von bewegtem Film und statischer Fotografie und und deren unterschiedliche Wirkungsweisen dargestellt.
Denn Michelangelo Antonioni bricht mit den vertrauten narrativen Mustern des
Films, die Handlung von „Blow Up“ scheint sich fragmentarisch zu entwickeln – wie
bei einer Dia-Show. So setzt sie sich fast assoziativ zusammen und offenbart die
Prinzipien medialer Selbstreflexivität und Gleichzeitigkeit. Zudem verzichtet der Regisseur auf eine eindeutige inhaltliche Gewichtung – ohne klare semantische Verbindung folgt Triviliales unmittelbar Spektakulärem. Insgesamt ist nicht der Plot
wichtig, sondern jedes einzelne Detail. In dieser antizipierten Postmodernität muss
der Betrachter Bedeutung und Sinnhaftigkeit, also Relevanz, selbst konstruieren.
In „Blow Up“ kommuniziert Michelangelo Antonioni stark über Referenzen, Zitate,
Sympole, Bild-Kompositionen und Anspielungen. Zahlreiche Werke der Ausstellung
ermöglichen einen pointierten Querschnitt durch unterschiedliche künstlerische
Strömungen der 1950er- und 1960er Jahre und dokumentieren die Wechselwirkung von Film und damaliger Kunst und Gesellschaft. Zusätzlich werden auch zeitgenössische Arbeiten präsentiert, die die Zeitlosigkeit und Modernität von Michelangelo Antonionis Bildsprache demonstrieren.
Die Ausstellung wurde von C/O Berlin, der Albertina Wien und dem Fotomuseum
Winterthur gemeinsam entwickelte und produziert. C/O Berlin zeigt sie als einzige
Station in Deutschland. Die Ausstellung umfasst ca. 250 Fotografien und Ausschnitte aus „Blow Up“ sowie ergänzende Film- und Videoinstallationen. Begleitet
wird die Ausstellungen durch ein Filmprogramm sowie einen Katalog, der im Verlag
Hatje Cantz erschienen ist. Im Februar 2015 veranstaltet C/O Berlin ein umfangreiches Symposium.
/O Berlin Foundation . Amerika Haus . Hardenbergstraße 22–24 . 10623 Berlin
C
Tel +49.30.284 44 16-0 . Fax +49.30.284 44 16-19 . info@co-berlin.org . www.co-berlin.org
Blow Up
Antonionis Filmklassiker und die Fotografie
Ausstellung
Eröffnung Künstler
24. Januar bis 5. April 2015
Freitag, den 23. Januar 2015 . 19 Uhr
David Bailey, Ron Galella, Terence Donovan,
Richard Hamilton, John Hilliard, Hiroshi Sugimoto,
Don McCullin, Ian Stephenson, John Stezaker,
Alicia Kwade, Arthur Ewans, Cecil Beaton u.a.
Presseführung
Freitag, den 23. Januar 2015 . 11 Uhr
Öffnungszeiten Eintritt täglich . 11 bis 20 Uhr
10 Euro . ermäßigt 5 Euro
Ort C/O Berlin im Amerika Haus
Hardenbergstraße 22-24 . 10623 Berlin
Veranstalter C/O Berlin Foundation www.co-berlin.org
Pressekontakt Mirko Nowak
Telefon 030.28 44 41 60
nowak@co-berlin.org
Partner
Förderer
/O Berlin Foundation . Amerika Haus . Hardenbergstraße 22–24 . 10623 Berlin
C
Tel +49.30.284 44 16-0 . Fax +49.30.284 44 16-19 . info@co-berlin.org . www.co-berlin.org
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Kunst und Fotos
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