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Januar 2011 - Becker Büttner Held

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Informationsbrief Schwerpunkt Steuern für den Monat Januar 2011 sowie Sonderausgabe zum Jahressteuergesetz 2010
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eränderungen für den Monat Januar 2011 sowie eine Sonderausgabe zum
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Lüninghöner-Glöckner , RA · Dr. Annika Hörster, RA · Thomas Sarosy, RA · Katrin Hoffmann, RA, Fachanwältin für Steuerrecht · Dr. Philipp Bacher, RA, Fachanwalt für Steuerrecht · Martin Hilleprandt, RA · Jochen
Haats, RA · Dr. Jens Thomas Füller, RA, Privatdozent · Nils Langeloh, LL.M., RA · Steffen Lux, RA · Jörn Rathjen, Dipl.-Bw. (FH), StB · Jochen Heise, RA · Niklas Richter, RA, StB · Dr. Veit Schmelzle, RA · Anja
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* haftende Partner
Becker Büttner Held · Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater · Partnerschaft · Sitz: München · AG München PR 627
Inhaltsverzeichnis
§
Pflichtangaben im elektronischen Geschäftsverkehr
§
Termine Januar 2011
§
Zahlungsverzug: Höhe der Verzugszinsen
§
Kündigungsschutz: Klagefrist bei befristetem Arbeitsverhältnis ohne Kündigungsvorbehalt
§
Neuer Entgeltfortzahlungsanspruch bei zwischenzeitlicher Arbeitsfähigkeit
§
Zeugniserteilungspflicht des ehemaligen Arbeitgebers
§
Finanzämter dürfen ohne Bodenrichtwert der Gutachterausschüsse nicht schätzen
§
Anspruch des Jugendhilfeträgers auf Erstattung von Kindergeld wegen
Jugendhilfeleistungen
§
Bei der Berechnung nichtabzugsfähiger Schuldzinsen sind auch Überentnahmen der
Vorjahre zu berücksichtigen
§
Bei erstmaliger Wahl der getrennten Veranlagung nach Ergehen eines
Änderungsbescheides kann Gestaltungsmissbrauch vorliegen
§
Bücher als Arbeitsmittel eines Lehrers
§
Buchwertermittlung des Milchlieferrechts bei Abspaltung vom Grund und Boden
§
Dänische Altersrenten unterliegen dem Progressionsvorbehalt mit dem Besteuerungsanteil
für gesetzliche Renten
§
Die Günstigerprüfung zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag ist für jedes Kind
gesondert durchzuführen
§
Einkünfte aus Gewerbebetrieb bei Teilnahme eines Sportlers an Werbeveranstaltungen
und PR-Auftritten für den nationalen Sportbund
§
Geldwerter Vorteil aus der Veräußerung von Wandelanleihen bei erst späterer Begründung
eines Arbeitsverhältnisses
§
Kein Anspruch auf Pauschalen für Übernachtungen im Ausland bei vollständiger
Übernahme der Kosten durch Arbeitgeber
§
Kindergeldanspruch eines türkischen Staatsbürgers nach dem vorläufigen Europäischen
Abkommen über soziale Sicherheit
§
Nachweis der Bedürftigkeit bei Unterhaltszahlungen an im Ausland lebende Angehörige
§
Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen
§
Steuerfalle bei der Übertragung des selbst genutzten Einfamilienhauses auf den
Ehepartner
§
Verzicht auf verfallbare Pensionsansprüche
§
Voraussetzung für eine Zusammenveranlagung bei Beendigung der ehelichen
Lebensgemeinschaft
§
Wiederaufnahme der doppelten Haushaltsführung am früheren Beschäftigungsort auch
ohne Wohnsitzwechsel möglich
§
Zeitliche Begrenzung des Abzugs von Verpflegungsmehraufwendungen bei doppelter
Haushaltsführung verfassungsgemäß
§
Zeitpunkt der Gewinnrealisierung für ausscheidenden Mitunternehmer einer
Mitunternehmerschaft mit abweichendem Wirtschaftsjahr
§
Zusammenveranlagung von eingetragenen Lebenspartnern ist nicht möglich
§
Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld können steuerpflichtiger Arbeitslohn sein
§
Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung
§
Gewerbesteuer auf Gewinne aus der Veräußerung von Personengesellschaftsanteilen
durch nicht natürliche Personen ist verfassungsgemäß
§
Amtsniederlegungserklärung eines GmbH-Geschäftsführers
§
Erläuterungen zur Betriebskostenabrechnung können auch außerhalb der Abrechnung
erteilt werden
§
Vermieter muss Kostenanteile für leerstehende Wohnungen tragen
§
Freie Unterkunft oder freie Wohnung als Sachbezug ab 1.1.2011
§
Freie Verpflegung als Sachbezug ab 1.1.2011
§
Neue Beitragsbemessungsgrenzen ab 1. Januar 2011
§
Bundesfinanzhof legt die Frage nach den Anforderungen an eine Geschäftsveräußerung im
Ganzen dem Europäischen Gerichtshof vor
§
Dauerfristverlängerung für Umsatzsteuer 2011 beantragen
§
Die 1 %-Regelung zur Ermittlung der Umsatzsteuer auf die nichtunternehmerische Nutzung
eines Fahrzeugs kann nur einheitlich in Anspruch genommen werden
§
Geldumtausch durch Wechselstube ist umsatzsteuerlich eine Dienstleistung und keine
Lieferung von Geld
§
Geschäftsführender Komplementär einer Kommanditgesellschaft kann umsatzsteuerlich
nicht selbstständig tätig sein
§
Keine Geschäftsveräußerung bei Übertragung eines Grundstücks an den Organträger
zwecks Verpachtung an die Organgesellschaft
§
Vom Auftraggeber aufgrund gesetzlicher Verpflichtung gezahlter Zuschuss zur
Krankenversicherung des Auftragnehmers unterliegt nicht der Umsatzsteuer
§
Kostenverteilungsschlüssel einer Gemeinschaftsordnung kann nur aus gewichtigen
Gründen geändert werden
§
Darlehen zum Erwerb eines GmbH-Anteils unterliegt Vorschriften für Verbraucherdarlehen
§
Sorgfaltspflichten beim Ausparken aus gegenüberliegenden Parktaschen
§
Häusliches Arbeitszimmer
§
Abschreibungsvolumen nach Einlage
§
Gesetzliche Regelung der Theorie der finalen Betriebsaufgabe
§
Steuerpflicht von Erstattungszinsen
§
Übergang Anrechnungs- zu Halbeinkünfteverfahren: Keine Umgliederung mehr
§
Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist Verzicht auf Erwerbsschwelle
§
Abschaffung des "Seeling-Modells"
§
Änderungen beim Ort der Dienstleistung
§
Gesetzliche Pflichten für Einfuhren
§
Ausweitung der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers
§
Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Versorgungsausgleichszahlungen
§
Verpflichtende elektronische Übermittlung der Umsatzsteuer-Jahreserklärung
§
Erleichterung der Buchführung im Ausland
§
Durchbrechung des Steuergeheimnisses bei Geldwäscheordnungswidrigkeiten
§
Neue Ordnungswidrigkeit: Verletzung der Pflicht zur Aufzeichnung des Warenausgangs
§
Gleichstellung von Lebenspartnern bei Erbschaft-, Schenkung- und Grunderwerbsteuer
§
Halb-/Teilabzugsverbot bei Liquidationsverlusten
§
Gesonderte Feststellung des Verlustvortrags
§
Änderungen bei Kapitaleinkünften
§
Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs nicht steuerbar
§
Handwerkerleistungen: Keine Steuerermäßigung bei öffentlicher Förderung
§
Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale
§
Bagatellgrenze für Pflichtveranlagung
§
Änderungen bei Riester
Pflichtangaben im elektronischen Geschäftsverkehr
Seit 01. Januar 2007 ist das „Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das
Unternehmensregister“ (EHUG) in Kraft. Dieses setzt in Nebenbestimmungen die EG-Änderungs-Richtlinie
2003/58/EG über die Offenlegungspflichten von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen in deutsches Recht um.
Die Neuregelungen beziehen sich unter anderem auch auf die Anforderungen im E-Mail-Verkehr.
Die Gesetzesänderungen betreffen Einzelkaufleute, Offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Aktiengesellschaften und Genossenschaften. Ausgenommen sind lediglich
Freiberufler sowie Zusammenschlüsse von Freiberuflern zur gemeinsamen Berufsausübung in Form von Gesellschaften bürgerlichen Rechts und Partnerschaftsgesellschaften.
Die Gesetzesänderungen erfolgen im Wesentlichen durch Erweiterung der Anforderungen an herkömmliche Geschäftsbriefe, die an einen bestimmten Empfänger gerichtet werden, auf jeden geschäftlichen Schriftverkehr „gleichviel welcher Form“. Betroffen ist in erster Linie der E-Mail-Verkehr, darüber hinaus gelten die formalen Anforderungen
aber auch für Telefaxe und beschränken sich nicht nur auf Angebote, Bestellungen oder Kündigungen, sondern auch
für den laufenden Geschäftsverkehr.
Stets müssen E-Mails neben der Firma und der Rechtsform des Unternehmens auch Angaben über den Sitz der
Gesellschaft, das Registergericht sowie die Registernummer enthalten.
Bei Kapitalgesellschaften müssen ferner sämtliche Geschäftsführer oder Vorstände und gegebenenfalls der Vorsitzende des Aufsichtsrats mit Vor- und Nachnamen angegeben werden.
Nur bei Personengesellschaften, bei denen kein Gesellschafter eine natürliche Person ist, müssen zusätzlich alle
Firmen der persönlich haftenden Gesellschafter nebst den vertretungsberechtigten Personen genannt werden. Dies
bedeutet beispielsweise im Falle einer GmbH & Co. KG, dass neben den Angaben für die Kommanditgesellschaft
selbst, auch die oben genannten Informationen für eine GmbH anzugeben sind, während Kommanditisten nicht besonders anzuführen sind.
Ein bloßer Verweis (Hyperlink) in der E-Mail auf das Impressum der Unternehmenswebsite genügt den Anforderungen nicht.
Bei Missachtung der neuen Regelungen drohen empfindliche Bußgelder und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen
von Mitbewerbern.
Termine Januar 2011
Bitte beachten Sie die folgenden Termine, zu denen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden:
Steuerart
Fälligkeit
Ende der Schonfrist bei Zahlung durch
Überweisung
Lohnsteuer, Kirchensteuer,
3
Solidaritätszuschlag
Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag
4
Umsatzsteuer
Sozialversicherung
1
2
5
10.1.2011
13.1.2011
1
Scheck
2
7.1.2011
Seit dem 1.1.2005 ist die Kapitalertragsteuer sowie der darauf entfallende
Solidaritätszuschlag zeitgleich mit einer erfolgten Gewinnausschüttung an
den Anteilseigner an das zuständige Finanzamt abzuführen.
10.1.2011
13.1.2011
7.1.2011
27.1.2011
entfällt
entfällt
Umsatzsteuervoranmeldungen und Lohnsteueranmeldungen müssen grundsätzlich bis zum 10. des dem Anmeldungszeitraum folgenden Monats (auf elektronischem Weg) abgegeben werden. Fällt der 10. auf einen Samstag,
Sonntag oder Feiertag, ist der nächste Werktag der Stichtag. Es muss so frühzeitig überwiesen werden, dass die
Wertstellung auf dem Konto des Finanzamts am Tag der Fälligkeit erfolgt. Bei einer Säumnis der Zahlung bis zu
drei Tagen werden keine Säumniszuschläge erhoben.
Bei Zahlung durch Scheck ist zu beachten, dass die Zahlung erst drei Tage nach Eingang des Schecks beim
Finanzamt als erfolgt gilt. Es sollte stattdessen eine Einzugsermächtigung erteilt werden.
3
Für den abgelaufenen Monat; bei Vierteljahreszahlern für das abgelaufene Kalendervierteljahr; bei Jahreszahlern
für das abgelaufene Kalenderjahr.
Für den abgelaufenen Monat; bei Dauerfristverlängerung für den vorletzten Monat; bei Vierteljahreszahlern (ohne
Dauerfristverlängerung) für das abgelaufene Kalendervierteljahr.
Die Fälligkeitsregelungen der Sozialversicherungsbeiträge sind einheitlich auf den drittletzten Bankarbeitstag des
laufenden Monats vorgezogen worden. Um Säumniszuschläge zu vermeiden, empfiehlt sich das Lastschriftverfahren. Bei allen Krankenkassen gilt ein einheitlicher Abgabetermin für die Beitragsnachweise. Diese müssen
dann bis spätestens zwei Arbeitstage vor Fälligkeit (d. h. am 25.1.2011) an die jeweilige Einzugsstelle übermittelt
werden. Wird die Lohnbuchführung durch extern Beauftragte erledigt, sollten die Lohn- und Gehaltsdaten etwa
10 Tage vor dem Fälligkeitstermin an den Beauftragten übermittelt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Fälligkeit auf einen Montag oder auf einen Tag nach Feiertagen fällt.
4
5
Zahlungsverzug: Höhe der Verzugszinsen
Der Gläubiger kann nach dem Eintritt der Fälligkeit seines Anspruchs den Schuldner durch eine Mahnung in Verzug
setzen. Der Mahnung gleichgestellt sind die Klageerhebung sowie der Mahnbescheid.
Einer Mahnung bedarf es nicht, wenn
·
für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,
·
die Leistung an ein vorausgehendes Ereignis anknüpft,
·
der Schuldner die Leistung verweigert,
· besondere Gründe den sofortigen Eintritt des Verzugs rechtfertigen.
Bei Entgeltforderungen tritt Verzug spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung ein; dies gilt
gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, allerdings nur, wenn hierauf in der Rechnung besonders hingewiesen wurde.
Im Streitfall muss allerdings der Gläubiger den Zugang der Rechnung (nötigenfalls auch den darauf enthaltenen
Verbraucherhinweis) bzw. den Zugang der Mahnung beweisen.
Während des Verzugs ist eine Geldschuld zu verzinsen. Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte
bzw. für Rechtsgeschäfte, an denen Verbraucher nicht beteiligt sind, acht Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
Der Basiszinssatz verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche die
Bezugsgröße seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgröße ist der
Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag
des betreffenden Halbjahres.
Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze ab 1.7.2008:
Zeitraum
Basiszinssatz
Verzugszinssatz
Verzugszinssatz für
Rechtsgeschäfte ohne
Verbraucherbeteiligung
1.7. bis 31.12.2008
3,19 %
8,19 %
11,19 %
1.1. bis 30.6.2009
1,62 %
6,62 %
9,62 %
1.7. bis 31.12.2009
0,12 %
5,12 %
8,12 %
1.1. bis 30.6.2010
0,12 %
5,12 %
8,12 %
1.7. bis 31.12.2010
0,12 %
5,12 %
8,12 %
Kündigungsschutz: Klagefrist bei befristetem Arbeitsverhältnis ohne Kündigungsvorbehalt
Wenn ein Arbeitsverhältnis befristet ist und keine Kündigungsmöglichkeit vorsieht, ist eine ordentliche Kündigung
normalerweise ausgeschlossen. Kündigt der Arbeitgeber trotzdem, muss sich der Arbeitnehmer innerhalb der dreiwöchigen Kündigungsfrist des § 4 KSchG dagegen wehren. Sonst verfällt sein Rechtsschutz.
So geschah es einem Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis bis zum 30. April 2008 befristet war. Sein Arbeitgeber
kündigte das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von sechs Werktagen zum 29. März 2008. Der Arbeitnehmer bot zwar
seine Arbeitskraft bis zum 30. April 2008 an, erhob aber keine Kündigungsschutzklage. Später verlangte er für die
Zeit vom 30. März bis zum 30. April 2008 Bezahlung von dem Arbeitgeber. Er machte geltend, die Nichteinhaltung
der Kündigungsfrist könne er auch nach Ablauf von drei Wochen noch geltend machen.
Dem hat jetzt das Bundesarbeitsgericht in letzter Instanz widersprochen und damit Entgeltansprüche für die fragliche
Zeit verneint. Die dreiwöchige Klagefrist sei auch dann einzuhalten, wenn die ordentliche Kündigung rechtswidrig ist,
weil der befristete Vertrag weder die Möglichkeit vorsieht, das Arbeitsverhältnis ordentlich zu kündigen noch die Anwendbarkeit eines Tarifvertrages vereinbart ist, der ein solches Kündigungsrecht enthält. Dies ergebe sich aus dem
Wortlaut und der Entstehungsgeschichte des Gesetzes. Der Gesetzgeber habe im Interesse einer raschen Klärung
der Frage, ob eine Kündigung das Arbeitsverhältnis beendet hat oder nicht, für die Geltendmachung aller Unwirksamkeitsgründe eine einheitliche Klagefrist von drei Wochen vorgesehen. Entgegen der Auffassung des Arbeitnehmers handele es sich vorliegend auch nicht nur um einen Streit um die Dauer der Kündigungsfrist. Vielmehr mache
er geltend, dass die Kündigung des befristeten Arbeitsverhältnisses als solche unwirksam sei.
Im Ergebnis müssen Arbeitnehmer darauf achten, auch in Fällen der beschriebenen Art rechtzeitig Kündigungsschutzklage zu erheben, wenn sie keine Rechtsverluste hinnehmen wollen.
Neuer Entgeltfortzahlungsanspruch bei zwischenzeitlicher Arbeitsfähigkeit
Die Arbeitsfähigkeit eines Arbeitnehmers zwischen zwei unterschiedlichen Krankheiten führt zum Vorliegen zweier
selbstständiger Verhinderungsfälle mit der Folge, dass ein erneuter Entgeltfortzahlungsanspruch entsteht. Dies hat
das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschieden.
Wenn während des Bestehens einer Krankheit eine weitere Krankheit hinzutritt, die ebenfalls zur Arbeitsunfähigkeit
führt, ist der Anspruch eines Arbeitnehmers auf Entgeltfortzahlung auf sechs Wochen seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit begrenzt. In einem solchen Fall kann der Arbeitnehmer bei entsprechender Dauer der durch beide Erkrankungen
verursachten Arbeitsverhinderung die Sechswochenfrist nur einmal in Anspruch nehmen.
Anders ist es nach Auffassung des Gerichts aber, wenn ein Arbeitnehmer zwischen zwei Krankheiten tatsächlich
arbeitet oder wenn er zwischen den beiden Krankheiten zwar arbeitsfähig war, tatsächlich aber nicht arbeiten konnte,
weil er nur für wenige, außerhalb der Arbeitszeit liegende Stunden arbeitsfähig war. Auch in diesen Fällen entstehe
ein neuer Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
Zeugniserteilungspflicht des ehemaligen Arbeitgebers
Eine Beschäftigte und ihre ehemalige Arbeitgeberin hatten einen Vergleich geschlossen, in dem sich die Arbeitgeberin verpflichtete, der Arbeitnehmerin ein wohlwollendes qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erteilen. In dem Vergleich
hieß es weiter: „Die Parteien sind sich darüber einig, dass die abschließende Leistung und die abschließende Führungsbewertung der Klägerin mit befriedigend bewertet werden wird. Die Klägerin darf der Beklagten dabei einen
Vorschlag unterbreiten.“
In der Folgezeit kam es zum Streit über das betreffende Zeugnis. Schließlich beantragte die Arbeitnehmerin gegen
ihre ehemalige Arbeitgeberin die Festsetzung von Zwangsmitteln, da diese ihrer Verpflichtung zur Erteilung eines
dem Vergleich entsprechenden Arbeitszeugnisses nicht nachgekommen sei. Zwar erwähne das Zeugnis die volle
Zufriedenheit der Arbeitgeberin bei der Leistungsbeurteilung. Dem schließe sich aber der Satz an: „Die übertragenen
Arbeiten führte Frau … mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit der erforderlichen Terminüberwachung zu meiner
vollen Zufriedenheit durch.“ Letzteres schränke die vorherige Aussage ein.
Die Arbeitgeberin wehrte sich mit dem Hinweis darauf, dass sie von der Arbeitnehmerin keinen Vorschlag zu dem
Zeugnis erhalten habe. Auch habe die Arbeitnehmerin Aufforderungen ignoriert, ihr das Arbeitszeugnis des vorhergehenden Arbeitgebers vorzulegen. Zudem bestünden gegen die Arbeitnehmerin noch Schadensersatzansprüche.
Das Landesarbeitsgericht Hamm gab der Arbeitnehmerin recht. Dabei widersprach es zunächst dem Einwand der
Arbeitgeberin, die Zeugniserteilung von der Übersendung eines Zeugnisvorschlags abhängig machen zu dürfen. In
dem Vergleich sei der Arbeitnehmerin nur die Möglichkeit eingeräumt worden, einen Vorschlag zu machen, eine
entsprechende Pflicht bestehe indessen nicht. Ebenso wenig könne die Arbeitgeberin verlangen, dass ihr frühere
Zeugnisse vorgelegt werden. Erst recht sei die Zeugniserteilungspflicht nicht daran gekoppelt, ob gegebenenfalls
noch Schadensersatzansprüche gegen die Arbeitnehmerin bestehen.
Sodann setzte sich das Gericht auch inhaltlich mit den Formulierungen des Zeugnisses auseinander und betonte,
dass die Arbeitgeberin mit diesen ihrer in dem Vergleich eingegangenen Verpflichtung nicht nachgekommen sei. Der
von der Arbeitnehmerin beanstandete Satz lasse nur die Interpretation zu, dass sie im Zusammenhang mit den ihr
übertragenen Aufgaben nur die Terminüberwachung äußerst sorgfältig und genau und damit zur vollen Zufriedenheit
der Arbeitgeberin durchgeführt hat. Damit werde die Beurteilung „zur vollen Zufriedenheit“ im Sinne einer umfassenden Bewertung der von ihr erledigten Aufgaben entwertet und entspreche das Zeugnis keinesfalls mehr der Notenstufe befriedigend. Da sich die Arbeitgeberin aber zur Erteilung eines Zeugnisses mit der Gesamtbewertung befriedigend verpflichtet habe, sei ihre Zeugniserteilungspflicht bisher nicht erfüllt, weshalb die Festsetzung von Zwangsmitteln gegen sie gerechtfertigt sei.
Finanzämter dürfen ohne Bodenrichtwert der Gutachterausschüsse nicht schätzen
Fehlt ein vom Gutachterausschuss ermittelter Bodenrichtwert für ein zu bewertendes Grundstück, kann kein niedrigerer gemeiner Wert durch den Eigentümer nachgewiesen werden. Das darf nicht zu dessen Lasten berücksichtigt
werden. Ebenso scheidet der Ansatz eines vom Finanzamt ermittelten gemeinen Werts aus.
Ein Krankenhaus war samt Grund und Boden als Sacheinlage in eine GmbH eingebracht worden. Zur Ermittlung der
Grunderwerbsteuer musste das Finanzamt den anzusetzenden Grundstückswert für das zum Krankenhausgelände
gehörende bebaute Grundstück ermitteln. Das Finanzamt forderte beim Gutachterausschuss für Grundstückswerte
eine ergänzende Bodenrichtwertermittlung zum 1.1.1996 an. Der Ausschuss lehnte ab, da es an einem gewöhnlichen Geschäftsverkehr fehle. Erneut beantragte das Finanzamt beim Gutachterausschuss die Ermittlung eines Bodenrichtwerts für das Krankenhausgelände. Erneut lehnte der Ausschuss ab. Diesmal mit der Begründung, er sei zur
Ermittlung weder verpflichtet noch in der Lage.
Lässt sich für bebaute Grundstücke die übliche Miete nicht ermitteln, bestimmt sich der Wert nach der Summe des
Werts des Grund und Bodens und des Werts der Gebäude. Dies gilt insbesondere, wenn die Gebäude zur Durchführung bestimmter Fertigungsverfahren, zu Spezialnutzungen oder zur Aufnahme bestimmter technischer Einrichtungen errichtet wurden und nicht oder nur mit erheblichem Aufwand für andere Zwecke nutzbar gemacht werden kön-
nen. Zu den Spezialnutzungen gehört auch die Verwendung als Klinik. Der Wert des Grund und Bodens ist, wie bei
unbebauten Grundstücken, aber mit der Maßgabe zu ermitteln, dass ein Abschlag von 30 % vorzunehmen ist. Der
Wert unbebauter Grundstücke bestimmt sich nach ihrer Fläche und den um 20 % ermäßigten Bodenrichtwerten, die
die Gutachterausschüsse auf den 1.1.1996 ermittelt und den Finanzämtern mitgeteilt haben.
Unterlässt der Gutachterausschuss eine Ermittlung, darf bei der Feststellung des Grundstückswerts kein Bodenwert,
sondern nur der Gebäudewert berücksichtigt werden.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Anspruch des Jugendhilfeträgers auf Erstattung von Kindergeld wegen Jugendhilfeleistungen
Der Anspruch des Jugendhilfeträgers auf Erstattung von Kindergeld wegen erbrachter Jugendhilfeleistungen ist begrenzt auf den Betrag, der gegenüber dem Kindergeldberechtigten durch Bescheid als Kostenbeitrag festgesetzt
worden ist.
Dazu folgender Fall: Eine alleinstehende Mutter erhielt für ihre vier Kinder dreimal 154 € = 462 € und einmal 179 €,
also insgesamt 641 € Kindergeld. Das Kindergeld für das älteste (volljährige) Kind wurde mit einem Betrag von monatlich 160,25 € an dieses Kind abgezweigt, sodass der Mutter noch 480,75 € verblieben. Für die drei jüngeren Kinder wurden Jugendhilfeleistungen erbracht. Der Jugendhilfeträger machte einen Erstattungsanspruch für diese Kinder geltend und zwar mit zweimal 154 € = 308 € und einmal 179 €, insgesamt 487 €.
Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs errechnet sich ein solcher Erstattungsanspruch je Kind aus der
Gesamtsumme des Kindergeldes geteilt durch die Anzahl der Kinder. In diesem Fall wären das
641 : 4 x 3 = 480,75 €. Die Behörde konnte in diesem konkreten Fall höchstens den dem Kindergeldberechtigten
verbleibenden Betrag von 480,75 € verlangen.
Bei der Berechnung nichtabzugsfähiger Schuldzinsen sind auch Überentnahmen
der Vorjahre zu berücksichtigen
Sind in den Betriebsausgaben von Personenunternehmen Schuldzinsen enthalten, die nicht auf Investitionen beruhen, sind diese in Höhe von 6 % der sog. Überentnahmen steuerlich nicht abzugsfähig. Dabei kann ein Freibetrag
von 2.050 € abgezogen werden. Eine Überentnahme ergibt sich, wenn die Entnahmen höher als die Summe des
Gewinns und der Einlagen in einem Wirtschaftsjahr sind. Zu den Überentnahmen gehören auch solche aus den Vorjahren. Auf die Summe aller Überentnahmen ist der Zinssatz von 6 % anzuwenden.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Bei erstmaliger Wahl der getrennten Veranlagung nach Ergehen eines Änderungsbescheides kann Gestaltungsmissbrauch vorliegen
Ehegatten, die beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können zwischen Zusammenveranlagung und getrennter Veranlagung wählen. Die besondere Veranlagung ist für den Veranlagungszeitraum der Eheschließung möglich. Das Veranlagungswahlrecht kann bis zur Unanfechtbarkeit eines Einkommensteuerbescheides (auch Änderungsbescheides) ausgeübt werden. Eine einmal getroffene Wahl der Veranlagungsart kann bis zur Unanfechtbarkeit des Bescheides widerrufen werden. Es sei denn, es liegt eine rechtsmissbräuchliche oder willkürliche Antragstellung vor.
Wird mit der Wahl der getrennten Veranlagung ausschließlich das Ziel verfolgt, die Anrechnung der hälftigen von den
Eheleuten geleisteten Steuerzahlungen zu erreichen und um gleichzeitig die Erhebung der auf den verstorbenen
Ehepartner entfallenden Steuer bei den Erben durch Haftungsbeschränkung zu vermeiden, liegt nach einem Urteil
des Finanzgerichts Baden-Württemberg Gestaltungsmissbrauch vor.
Im Urteilsfall hatte der die getrennte Veranlagung beantragende Ehegatte zuvor als Erbe das Nachlasskonkursverfahren über das Vermögen des anderen Ehegatten beantragt. Die sich durch die getrennte Veranlagung ergebende
Nachzahlung des verstorbenen Ehegatten wäre vom Finanzamt nicht realisierbar gewesen.
Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.
Hinweis: Gestaltungsmissbrauch liegt grundsätzlich vor, wenn eine unangemessene Gestaltung gewählt wird, die im
Vergleich zu einer angemessenen Gestaltung zu einem gesetzlich nicht vorgesehenen Steuervorteil führt und durch
beachtliche außersteuerliche Gründe nicht gerechtfertigt werden kann.
Bücher als Arbeitsmittel eines Lehrers
Lehrer können Ausgaben für Bücher und Zeitschriften als Werbungskosten abziehen, wenn die Literatur unmittelbar
der Erledigung ihrer dienstlichen Aufgaben dient und ausschließlich oder zumindest weitaus überwiegend beruflich
verwendet wird.
Dafür muss für jedes einzelne Buch konkret dargelegt werden, wann, in welcher Klasse, in welchem Fach, zu welchem Thema und in welchem Umfang welcher konkrete Teil des jeweiligen Schriftwerks Eingang in den Unterricht
gefunden hat. Insbesondere bei Büchern gesellschaftspolitischer und allgemeinbildender Art muss ausgeschlossen
werden, dass die Bücher und Zeitschriften nicht auch aus privaten Gründen erworben wurden. Dabei darf nicht allein
auf die Verwendung der Schriftwerke im Unterricht abgestellt werden. Denn auch der Gebrauch der Literatur zur
Unterrichtsvor- und -nachbereitung oder die Anschaffung von Büchern und Zeitschriften für eine Unterrichtseinheit,
die nicht abgehalten worden ist, kann eine ausschließliche oder zumindest weitaus überwiegende berufliche Nutzung
begründen.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Buchwertermittlung des Milchlieferrechts bei Abspaltung vom Grund und Boden
Seit Einführung der Milchgarantieverordnung (MGV) wird die Milchreferenzmenge (Milchlieferrecht) als ein vom
Grund und Boden abgespaltenes immaterielles Wirtschaftsgut behandelt. Sein Buchwert ist nach Maßgabe der Gesamtwertmethode vom festgestellten Wert des Grund und Bodens abzuspalten. Die Aufteilung ist zum Zeitpunkt des
Inkrafttretens der MGV am 2. April 1984, aber bezogen auf das Wertverhältnis zum Stichtag 1. Juli 1970 vorzunehmen. Der auf diesen Stichtag festgestellte Wert des Grund und Bodens ist im selben Verhältnis aufzuteilen, in dem
sich die Marktpreise für die Milchlieferrechte und der isoliert bewertete Grund und Boden nach der Entstehung des
Wirtschaftsguts Milchlieferrecht gegenüberstehen.
Der Wert des Grund und Bodens ergibt sich aus den Bodenrichtwerten oder dem Wert aus Kaufpreissammlungen
zum letzten vor der Einführung der MGV liegenden Stichtag. Der Wert des Milchlieferrechts soll zum Stichtag
2. April 1984 mit 0,80 DM/kg angenommen werden. Danach ist formelhaft eine flurstücksbezogene Berechnung der
Buchwertabspaltung nach der Gesamtwertmethode durchzuführen.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Dänische Altersrenten unterliegen dem Progressionsvorbehalt mit dem Besteuerungsanteil für gesetzliche Renten
In Dänemark gibt es zwei verschiedene Renten. Die DSS-Rente wird ausschließlich aus Steuern finanziert und hängt
von der Dauer des Wohnsitzes in Dänemark ab. Außerdem wird noch die beitragsabhängige ATP-Rente gezahlt.
Ein im Inland wohnender Rentner bezog 2005 neben dem deutschen Einkommen auch die beiden Renten aus Dänemark. Diese Renten sind aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit Dänemark im Inland nicht steuerpflichtig, unterliegen aber dem sog. Progressionsvorbehalt. Dieser führt dazu, dass das inländische Einkommen mit
dem Steuersatz belastet wird, der sich unter Hinzurechnung des ausländischen Einkommens ergibt. Streitig war, mit
welchem Besteuerungsanteil die dänischen Renten hinzuzurechnen waren.
Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die dänischen Renten mit dem Besteuerungsanteil für gesetzliche Renten anzusetzen sind. Für 2005 betrug dieser 50 %.
Die Günstigerprüfung zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag ist für jedes
Kind gesondert durchzuführen
Im Rahmen der Steuerveranlagung wird überprüft, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu einer größeren
Entlastung der Steuerpflichtigen führt (sog. Günstigerprüfung). Dabei zieht man vom zu versteuernden Einkommen
den Kinderfreibetrag ab, ermittelt die hierauf entfallende Steuerminderung und vergleicht sie mit dem gezahlten Kindergeld. Bei mehreren Kindern können wegen des progressiven Steuertarifs die Kürzung und der Vergleich aller
Kinderfreibeträge in einer Summe günstiger sein, als wenn diese Überprüfung für jedes Kind gesondert vorgenommen wird.
Der Bundesfinanzhof hat jetzt entschieden, dass die Günstigerprüfung für jedes Kind gesondert durchzuführen ist.
Dadurch kann für ein Kind der Kinderfreibetrag, für ein anderes das Kindergeld günstiger sein.
Einkünfte aus Gewerbebetrieb bei Teilnahme eines Sportlers an Werbeveranstaltungen und PR-Auftritten für den nationalen Sportbund
Ein Berufssportler übt eine Werbetätigkeit im Rahmen eines Gewerbebetriebs aus, wenn er selbstständig und nachhaltig sowie mit Gewinnerzielungsabsicht tätig wird und sich die Werbetätigkeit als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt. Auch Spitzensportler (z. B. Fußballnationalspieler), die Mannschaftssport betreiben,
können, wenn sie Werbeleistungen erbringen, die außerhalb der nichtselbstständigen Tätigkeit für ihren Verein vermarktet werden, einer gewerblichen (Neben-)Tätigkeit nachgehen.
Das Finanzgericht Münster entschied, dass ein Fußballnationalspieler Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt, wenn er
für den Deutschen-Fußballbund an Werbeveranstaltungen und PR-Auftritten der Nationalmannschaft teilnimmt.
Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.
Hinweis: Ein Berufssportler wird als Arbeitnehmer tätig, wenn er auf Grundlage seines Arbeitsvertrags verpflichtet
ist, an entsprechenden Veranstaltungen teilzunehmen oder für den Sponsor des Vereins wirbt.
Geldwerter Vorteil aus der Veräußerung von Wandelanleihen bei erst späterer
Begründung eines Arbeitsverhältnisses
Der Gewinn aus der Veräußerung eines Wandeldarlehens kann zu Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit führen.
Wird das Dienstverhältnis dazu erst später begründet, muss jedoch ein eindeutiger Zusammenhang mit diesem Arbeitsverhältnis feststellbar sein.
Das Besondere an diesem vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall war, dass der später als Arbeitnehmer Tätige
zunächst Kommanditist einer nachfolgend in eine GmbH umgewandelten Kommanditgesellschaft war. Die Verträge
über ein Wandeldarlehen mit Wandlungsrecht wurden noch vor der Umwandlung abgeschlossen.
Der Gläubiger veräußerte die Hälfte des Wandeldarlehens nach Ablauf der vereinbarten Sperrfrist. Zu diesem Zeitpunkt war er Arbeitnehmer der GmbH. Das Finanzamt erfasste die dabei erzielten erheblichen Gewinne zunächst als
Einkünfte aus Kapitalvermögen, später ging man jedoch von steuerpflichtigem Arbeitslohn aus.
Ob in einem solchen Fall Arbeitslohn vorliegt, hängt von einem „eindeutigen Veranlassungszusammenhang“ mit
einem Arbeitsverhältnis ab. Die Tatsache, dass der Begünstigte zum Zeitpunkt der Ausübung des Optionsrechts
Arbeitnehmer war, genügt alleine nicht für die Annahme von steuerpflichtigen Sachbezügen.
Kein Anspruch auf Pauschalen für Übernachtungen im Ausland bei vollständiger
Übernahme der Kosten durch Arbeitgeber
Sind bei Übernachtungen eines Arbeitnehmers im Ausland die tatsächlichen Kosten niedriger als die Übernachtungspauschalen nach den Lohnsteuer-Richtlinien, können die Differenzbeträge nicht als Werbungskosten geltend
gemacht werden, wenn der Arbeitgeber die tatsächlichen Kosten in voller Höhe erstattet.
Der Bundesfinanzhof weist darauf hin, dass der Arbeitnehmer in solchen Fällen gar nicht belastet sei und der Ansatz
von Pauschalen zu einer unzutreffenden Besteuerung führen würde.
Kindergeldanspruch eines türkischen Staatsbürgers nach dem vorläufigen Europäischen Abkommen über soziale Sicherheit
Ein türkischer Staatsbürger hat Anspruch auf Kindergeld ab sechs Monaten Aufenthalt im Bundesgebiet. Die Leistungen für ihn werden im Übrigen unter den gleichen Voraussetzungen wie für einen deutschen Staatsbürger gewährt.
Die Grundlage für einen solchen Kindergeldanspruch bildet das vorläufige Europäische Abkommen über soziale
Sicherheit (VEA) vom 11. Dezember 1953. Dieses Abkommen ist englisch- und französischsprachig verfasst, so dass
sich bei der Übersetzung Zweifel ergeben haben. Hier ging es insbesondere um die Begriffe „reside“ oder „résider“,
die mit „wohnen“ in der deutschen Fassung übersetzt wurden. Mit „wohnen“ ist nicht nur der Aufenthalt in einer eigenen Wohnung gemeint. Vielmehr bedeutet dies auch „gewöhnlicher Aufenthalt“ und gilt z. B. für die Unterbringung in
einem Übergangswohnheim.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Nachweis der Bedürftigkeit bei Unterhaltszahlungen an im Ausland lebende Angehörige
Voraussetzung für den Abzug von Unterhaltsaufwendungen an unterhaltsberechtigte Personen ist deren Bedürftigkeit. Eine solche kann nicht unbedingt unterstellt werden. Es besteht die widerlegbare Vermutung, dass unter bestimmten Voraussetzungen keine Bedürftigkeit vorliegt.
Dieses Problem wird deutlich bei Angehörigen im Ausland, die im Bereich der Landwirtschaft tätig sind. Die Einkünfte
aus einer land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit in anderen Staaten werden nach anderen Grundsätzen ermittelt als
in der Bundesrepublik. Damit sind die Angaben in einer Unterhaltsbescheinigung einer ausländischen Behörde nicht
unbedingt geeignet, um eine Bedürftigkeit nachzuweisen. Es bedarf weiterer Ermittlungen und Nachweise, um die
Höhe der tatsächlichen Einkünfte beurteilen zu können.
Der Bundesfinanzhof stellt klar, dass Unterhaltszahlungen nicht auf die Monate vor ihrer Zahlung zurückbezogen
werden können. Eine für solche Fälle vorgesehene zeitanteilige Kürzung des Unterhaltshöchstbetrags erfolgt nur
dann nicht, wenn eine erste Zahlung bereits am Jahresanfang erfolgt.
Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen
Die tarifliche Einkommensteuer vermindert sich durch Aufwendungen für Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen um 20 %, höchstens jedoch 1.200 € der angefallenen Lohnkosten. Eine Voraussetzung ist,
dass es sich bei den Aufwendungen dem Grunde nach nicht um Betriebsausgaben oder Werbungskosten handelt.
Der Abzugsbetrag wird haushaltsbezogen gewährt. Entscheidend ist auf die Lebensführung am Ort der Dienstleistung abzustellen, der Familienstand ist unerheblich. Dieser Betrachtungsweise folgend ist der Singlehaushalt genauso begünstigt wie der Familienhaushalt. Alleinstehende, die in zwei Wohnungen gemeinsam wirtschaften, haben die
Steuerermäßigung wie getrennt veranlagte Ehegatten unter sich aufzuteilen. Verfügen Ehegatten über
zwei verschiedene Wohnsitze, kommt auch für sie der Abzug nur einmalig in Betracht.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Steuerfalle bei der Übertragung des selbst genutzten Einfamilienhauses auf den
Ehepartner
Der Ehemann war Eigentümer des von ihm und seiner Ehefrau zu eigenen Wohnzwecken genutzten Einfamilienhauses. Er übertrug dieses Grundstück gegen Zahlung einer lebenslangen Rente auf seine Ehefrau. Im Rahmen der
Einkommensteuerveranlagung beantragten die Eheleute den Abzug des Ertragsanteils der von der Ehefrau an ihren
Ehemann geleisteten Rentenzahlungen als Sonderausgaben. Das Finanzamt lehnte nicht nur den Sonderausgabenabzug ab, sondern versteuerte auch noch den Ertragsanteil der von der Ehefrau gezahlten Rente als Einnahme aus
wiederkehrenden Leistungen des Ehemanns. Der Bundesfinanzhof bestätigte die Richtigkeit der Sichtweise des
Finanzamts.
Werden im Zuge einer privaten Vermögensumschichtung gleichbleibende wiederkehrende Zahlungen als Gegenleistung vereinbart, ist der darin enthaltene Ertragsanteil nicht als Sonderausgabe abzugsfähig. Gleiches gilt für Unterhaltsleistungen oder private Unterhaltsrenten.
Abzugsfähig sind lediglich auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhende Renten und dauernde Lasten, die nicht
mit Einkünften in einem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen. Sonst würde es sich dem Grunde nach um Betriebsausgaben oder Werbungskosten handeln. Die Aufwendungen müssen außerdem zu einer wirtschaftlichen Belastung bei der die Rente oder dauernde Last zahlenden Person führen, dürfen aber nicht den Charakter einer Gegenleistung haben.
Zu den Einkünften aus wiederkehrenden Bezügen gehören auch die Ertragsanteile einer Veräußerungsrente. Bei
dieser Vertragsart ist der Kaufpreis in einen Tilgungs- und einen Zinsanteil zu zerlegen. Der Ertragsanteil unterliegt
der Besteuerung. Dies erfolgt unabhängig von der Frage, ob der Betrag beim Zahlenden steuerlich geltend gemacht
werden kann.
Verzicht auf verfallbare Pensionsansprüche
Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, die nicht unwesentlich beteiligt sind und zusammen mit anderen Gesellschafter-Geschäftsführern über die Mehrheit der Stimmrechte verfügen, fallen nicht unter die Schutzwirkung des
Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG). Deshalb findet das BetrAVG und somit
auch die dort verankerten gesetzlichen Vorschriften zur Unverfallbarkeit bei beherrschenden GesellschafterGeschäftsführern keine unmittelbare Anwendung. Es bedarf bei diesem Personenkreis zur Regelung der Unverfallbarkeit des Pensionsanspruchs einzelvertraglicher Abreden im Dienstvertrag bzw. in der Pensionsvereinbarung.
Fehlt eine vertragliche Regelung zur Frage der Unverfallbarkeit, so wird eine Pensionszusage an einen beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer nie unverfallbar. Sollen bei vorzeitigem Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft nicht sämtliche Pensionsansprüche des Mehrheitsgesellschafter-Geschäftsführers verfallen, so ist eine
vertragliche Regelung über die Unverfallbarkeit unerlässlich.
Liegen lediglich verfallbare Pensionsansprüche vor, ist nach einem Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf Folgendes
zu beachten:
·
Werden mit dem Verzicht auf bisher nicht unverfallbare Ansprüche aus Pensionszusagen gleichzeitig die Dienstverhältnisse der Pensionsberechtigten beendet, ist die damit verbundene Einlage mangels Werthaltigkeit der
Pensionsanwartschaften mit einem Teilwert von 0 Euro zu bewerten.
· Der Gewinn der Gesellschaft ist in Höhe der Pensionsrückstellungen zu erhöhen.
Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.
Voraussetzung für eine Zusammenveranlagung bei Beendigung der ehelichen
Lebensgemeinschaft
Für eine Zusammenveranlagung von Ehegatten ist Voraussetzung, dass diese nicht dauernd getrennt leben. Ein
Ende dieser ehelichen Lebensgemeinschaft muss auf Grund äußerer Umstände erkennbar sein. Nur die Ankündigung einer Trennung alleine genügt nicht. Dies macht der nachfolgend geschilderte Fall deutlich:
Ein Ehepaar lebte bis Dezember 2000 in einer gemeinsamen Wohnung. Anfang Dezember trat der Ehemann eine
Kur an. Seine Frau hatte ihm noch vor Kurantritt mitgeteilt, dass sie sich von ihm trennen wolle. Die Kur war im Januar 2001 beendet. Der Ehemann holte nach seiner Rückkehr den größten Teil seiner persönlichen Gegenstände in
der ehelichen Wohnung ab und bezog eine andere Wohnung.
Es stellte sich hier die Frage, ob für 2001 die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung vorlagen. Dies ist zu
bejahen, weil die Trennung erst im Januar 2001 vollzogen wurde, die Kur-Abwesenheit des Ehemannes war in dem
Zusammenhang nicht ausschlaggebend.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Wiederaufnahme der doppelten Haushaltsführung am früheren Beschäftigungsort
auch ohne Wohnsitzwechsel möglich
Ein Arbeitnehmer unterhielt in A einen eigenen Hausstand und berufsbedingt am Beschäftigungsort B eine Eigentumswohnung. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten
an. Zwischendurch beurlaubte der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer für einen Zeitraum von zehn Monaten, damit er
einen Lehrauftrag in der Stadt C erfüllen konnte. Dort mietete der Arbeitnehmer eine Wohnung an. Die Eigentumswohnung in B stand während dieser Zeit leer. Für die ersten drei Monate nach seiner Rückkehr zum ursprünglichen
Beschäftigungsort beantragte der Arbeitnehmer die Anerkennung von Mehraufwendungen für Verpflegung. Dies
wurde vom Finanzamt abgelehnt.
Der zur Entscheidung angerufene Bundesfinanzhof bestätigte aber die von dem Arbeitnehmer vertretene Auffassung.
Die eigene Haushaltsführung am Beschäftigungsort B wurde für die Zeit der Erfüllung des Lehrauftrags in C aufgegeben. Sie musste nach Rückkehr aus C neu aufgenommen werden. Dabei ist es unerheblich, dass die Eigentumswohnung in B nicht veräußert, sondern im Hinblick auf die spätere Rückkehr beibehalten wurde. Die erneute Begründung einer doppelten Haushaltsführung am früheren Beschäftigungsort setzt nicht voraus, dass dort eine neue Wohnung bezogen wird. Auch der Umstand, dass die Verpflegungssituation an diesem Ort bekannt ist, führt zu keiner
anderen Beurteilung.
Zeitliche Begrenzung des Abzugs von Verpflegungsmehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung verfassungsgemäß
Das Gesetz lässt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen für
jeden Tag der Abwesenheit vom eigenen Hausstand zu, weil die Mehraufwendungen bei Beköstigung nur in einem
Haushalt nicht anfallen würden. Allerdings ist die Abzugsfähigkeit auf einen Zeitraum von drei Monaten beschränkt.
Diese Beschränkung sieht der Bundesfinanzhof als verfassungsgemäß an. Der Gesetzgeber habe typisierend unterstellt, dass nach einem Zeitraum von drei Monaten eine Verpflegungssituation vorzufinden sei, die keinen beruflich
veranlassten Mehraufwand mehr nach sich ziehe. Aufgrund dieser im Gestaltungsermessen liegenden Typisierung
einer Übergangszeit scheide ein Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz aus.
Zeitpunkt der Gewinnrealisierung für ausscheidenden Mitunternehmer einer Mitunternehmerschaft mit abweichendem Wirtschaftsjahr
Gewerbetreibende mit einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr haben ihren Gewinn in dem Kalenderjahr zu versteuern, in dem ihr Wirtschaftsjahr endet. Das gilt auch für gewerblich tätige Mitunternehmerschaften, hat
aber keine Bedeutung für im Laufe des Wirtschaftsjahrs ausscheidende Mitunternehmer. Deren Gewinn ist im Jahr
ihres Ausscheidens aus der Gesellschaft zu erfassen.
Das Wirtschaftsjahr einer Mitunternehmerschaft bleibt im Fall des zwischenzeitlichen Ausscheidens eines Gesellschafters unverändert bestehen. Es entsteht kein Rumpfwirtschaftsjahr. Etwas anderes gilt nur, wenn die Gesellschaft selbst aufgelöst wird. Für den ausscheidenden Mitunternehmer endet demgegenüber der Gewinnermittlungszeitraum mit seinem Ausscheiden. Dies gilt unabhängig von der Frage, ob Einzelheiten der Gewinnermittlung erst
nach seinem Ausscheiden vereinbart werden.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Zusammenveranlagung von eingetragenen Lebenspartnern ist nicht möglich
Nur Ehegatten haben die Möglichkeit zwischen den im Einkommensteuergesetz genannten Veranlagungsarten (Zusammenveranlagung, getrennte Veranlagung, besondere Veranlagung für den Veranlagungszeitraum der Eheschließung) zu wählen.
Das Niedersächsische Finanzgericht entschied, dass für eingetragene Lebenspartner kein Anspruch auf Zusammenveranlagung besteht. Der Ausschluss einer eingetragenen Lebenspartnerschaft von der Anwendung der Regelungen
über das Ehegattensplitting ist nach Auffassung des Gerichts nicht verfassungswidrig und verstößt auch nicht gegen
europarechtliche Bestimmungen.
Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.
Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld können steuerpflichtiger Arbeitslohn sein
Monatliche Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld sind keine steuerfreie Abfindungen, wenn sie zum Ausgleich der durch
die Kurzarbeit entstehenden Nachteile gezahlt werden. An dieser Beurteilung ändert sich auch nichts, wenn ein Arbeitsverhältnis aufgelöst wird und der Arbeitnehmer nach Aufhebung in ein Arbeitsverhältnis mit einer externen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft eintritt.
Bis einschließlich 2005 waren Abfindungen wegen einer durch den Arbeitgeber veranlassten oder gerichtlich ausgesprochenen Auflösung des Dienstverhältnisses im Rahmen bestimmter Höchstbeträge steuerfrei. Grund für die Abfindungszahlung muss also die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sein. Werden solche Zahlungen als Ausgleich für
die Nachteile des Kurzarbeitergelds gewährt, liegt keine steuerbegünstigte Abfindung vor. Die Zuschüsse sind laufender steuerpflichtiger Arbeitslohn.
Freibeträge für Abfindungszahlungen werden seit dem Veranlagungszeitraum 2006 nicht mehr gewährt.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung
Seit 2004 sind Verluste im Rahmen des Verlustvortrags nur noch begrenzt verrechnungsfähig. Über einen Sockelbetrag von 1 Mio. € hinaus können nur noch 60 % des Gesamtbetrags der Einkünfte, die 1 Mio. € übersteigen, mit alten
Verlusten ausgeglichen werden. Die restlichen Einkünfte werden unabhängig von den Verlusten der Vorjahre der
Besteuerung unterworfen (sog. Mindestbesteuerung).
Beispiel: Eine GmbH hat einen bestehenden Verlustvortrag von 3 Mio. € und erzielt im aktuellen Veranlagungszeitraum vor Verlustausgleich ein zu versteuerndes Einkommen von 2 Mio. €. Verluste von 1,6 Mio. € können ausgeglichen werden. Für 400.000 € fallen Steuern an.
Nicht ausgeglichene Verlustvorträge können erst in den Folgejahren abgezogen werden, sodass es zu einer zeitlichen Streckung des Verlustabzugs kommt. Treten jedoch Umstände ein, durch die ein Verlustausgleich in den Folgejahren nicht mehr möglich ist (Umstrukturierungen, Gesellschafterwechsel, Liquidation), wird aus der zeitlichen Streckung eine Definitivbelastung. Für solche Fälle hat der Bundesfinanzhof in einem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung geäußert. Die Entscheidung in der Hauptsache bleibt abzuwarten.
Gewerbesteuer auf Gewinne aus der Veräußerung von Personengesellschaftsanteilen durch nicht natürliche Personen ist verfassungsgemäß
Veräußert eine natürliche Person, die an einer gewerblichen Personengesellschaft (Mitunternehmerschaft) unmittelbar beteiligt ist, Anteile dieser Mitunternehmerschaft, unterliegt der Gewinn nicht der Gewerbesteuer. Anders ist es
hingegen, wenn eine Kapital- oder Personengesellschaft ihren Mitunternehmeranteil veräußert. Der Gewinn wird mit
Gewerbesteuer belastet. Diese unterschiedliche Behandlung verstößt nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz
des Grundgesetzes, da die Ungleichbehandlung durch die Unterschiede in der Rechtsform bzw. als Maßnahme zur
Verhinderung von Steuerumgehungen gerechtfertigt ist.
Auch durfte der Gesetzgeber aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung festlegen, dass bei Veräußerungen nur
unmittelbare Beteiligungen von natürlichen Personen an Mitunternehmerschaften zur Gewerbesteuerfreiheit führen.
Bei mehrstufigen Personengesellschaften sei es für das Betriebsfinanzamt nicht oder nur unter unverhältnismäßigen
Schwierigkeiten feststellbar, ob und in welchem Umfang eine natürliche Person mittelbar an dem Veräußerungsgewinn einer Personengesellschaft beteiligt ist.
Beispiel: Gesellschafter G ist unmittelbar an der A GmbH und Co. KG (Obergesellschaft) beteiligt. Diese veräußert
ihre Anteile an der B OHG (Untergesellschaft). Der Gewinn aus der Veräußerung unterliegt bei der Obergesellschaft
auch insoweit der Gewerbesteuer, als er auf den G entfällt.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Amtsniederlegungserklärung eines GmbH-Geschäftsführers
Erklärungsadressat einer Niederlegungserklärung des GmbH-Geschäftsführers ist grundsätzlich das Bestellungsorgan, mithin die Gesellschafter. Die Erklärung ist aber auch dann wirksam, wenn sie zwar an die Gesellschaft adressiert ist, jedoch einer Person zugeht, die zugleich weiterer Geschäftsführer und Mitgesellschafter der GmbH ist.
(Quelle: Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm)
Erläuterungen zur Betriebskostenabrechnung können auch außerhalb der Abrechnung erteilt werden
Ein Mieter verweigerte die Zahlung aus einer Betriebskostenabrechnung mit der Begründung, diese entspräche nicht
den vom Gesetzgeber geforderten formellen Anforderungen.
Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs ist eine Betriebskostenabrechnung formell ordnungsgemäß, wenn sie eine
geordnete Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben enthält. Sofern keine besonderen Abreden zwischen
den Parteien getroffen werden, sind in die Abrechnung die Erläuterung des Verteilerschlüssels, die Berechnung des
Mieteranteils und die Berücksichtigung der Vorauszahlungen als Mindestangaben aufzunehmen. Dabei sind auch
Erläuterungen zu berücksichtigen, die der Vermieter dem Mieter außerhalb der Abrechung mitgeteilt hat, zum Beispiel im Mietvertrag, anlässlich einer vorherigen Abrechnung oder auf eine Nachfrage des Mieters hin. Es ist lediglich
erforderlich, dass dies vor Ablauf der Abrechnung geschieht. Im entschiedenen Fall hatte der Vermieter dem Mieter
in einem vorherigen Rechtsstreit über eine andere Nebenkostenabrechnung die Aufteilung bestimmter Kosten in
einem Schreiben erläutert. Dies sah das Gericht als ausreichend an.
Vermieter muss Kostenanteile für leerstehende Wohnungen tragen
Ein Vermieter hat bei der Verteilung der Betriebskosten im Regelfall den auf leerstehende Wohnungen entfallenden
Kostenanteil zu tragen.
Das Kammergericht Berlin hat in einer Entscheidung dem Vermieter das Vermietungsrisiko zugewiesen. Im entschiedenen Fall hatte dieser die Kosten der Hausbeleuchtung auf die Mieter umgelegt und eine leerstehende Wohnung
bei der Betriebskostenabrechnung unberücksichtigt gelassen. Nach Auffassung des Gerichts kann der Vermieter das
Risiko eines Wohnungsleerstands nicht auf die Mieter abwälzen, sondern hat es selbst zu tragen.
Freie Unterkunft oder freie Wohnung als Sachbezug ab 1.1.2011
Die Gewährung freier Unterkunft oder freier Wohnung ist bei der Berechnung der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsbeiträge zu berücksichtigen.
Dabei ist zu unterscheiden zwischen
·
·
freier Wohnung:
·
Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Wohnung unentgeltlich zur Verfügung, ist der ortsübliche Mietpreis zu berücksichtigen. Für Nebenkosten ist der Endpreis am Abgabeort anzusetzen.
·
Unter einer Wohnung ist eine geschlossene Einheit von Räumen zu verstehen, in denen ein selbstständiger
Haushalt geführt werden kann.
freier Unterkunft:
·
·
Werden Räume überlassen, die keine Wohnung sind, handelt es sich um eine Unterkunft.
Ab dem 1.1.2011 gelten folgende Sachbezugswerte:
Sachbezugswert freie Unterkunft
Monat
€
Kalendertag
€
Alte und Neue Bundesländer
206,00
6,87
·
Heizung und Beleuchtung sind in diesen Werten enthalten.
·
Ist der Arbeitnehmer in den Haushalt des Arbeitgebers aufgenommen oder ist die Unterkunft mit mehreren
Beschäftigten belegt, vermindern sich die Werte.
Freie Verpflegung als Sachbezug ab 1.1.2011
Erhalten Arbeitnehmer als Arbeitsentgelt Sachbezüge in Form von Verpflegung, richtet sich der Wert nach der Sachbezugsverordnung.
Die sich aus der Sachbezugsverordnung ergebenden Werte werden in die Berechnung der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsbeiträge einbezogen.
Die freie Verpflegung umfasst die Mahlzeiten Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Stellt der Arbeitgeber nicht
alle Mahlzeiten zur Verfügung, ist der anteilige Sachbezugswert nur für die gewährte Mahlzeit anzusetzen. Für Jugendliche und Auszubildende gibt es keinen Abschlag mehr. Für Familienangehörige sind geringere Werte anzusetzen.
Ab dem 1.1.2011 gelten folgende Werte:
Monat
€
Kalendertag
€
217,00
7,24
Frühstück
47,00
1,57
Mittag- u. Abendessen je
85,00
2,83
Werte für freie Verpflegung
alle Mahlzeiten
Werte für teilweise Gewährung freier Verpflegung
Bei der Gewährung von unentgeltlichen oder verbilligten Mahlzeiten im Betrieb sind für sämtliche Arbeitnehmer einheitlich anzusetzen:
·
1,57 € für das Frühstück
·
2,83 € für Mittag-/Abendessen.
Neue Beitragsbemessungsgrenzen ab 1. Januar 2011
Ab 1. Januar 2011 gelten folgende Werte in der Sozialversicherung:
2011
jährlich
€
2010
jährlich
€
Krankenversicherung
44.550,00
Pflegeversicherung
44.550,00
Rentenversicherung
Arbeitslosenversicherung
2011
monatlich
€
2010
monatlich
€
45.000,00
3.712,50
3.750,00
45.000,00
3.712,50
3.750,00
66.000,00
66.000,00
5.500,00
5.500,00
66.000,00
66.000,00
5.500,00
5.500,00
Krankenversicherung
44.550,00
45.000,00
3.712,50
3.750,00
Pflegeversicherung
44.550,00
45.000,00
3.712,50
3.750,00
Rentenversicherung
57.600,00
55.800,00
4.800,00
4.650,00
Arbeitslosenversicherung
57.600,00
55.800,00
4.800,00
4.650,00
West
Ost
Die für die Beurteilung der Krankenversicherungspflicht geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenzen betragen für die bei
einer gesetzlichen Krankenkasse versicherten Arbeitnehmer 49.500 €. Für die bereits am 31.12.2002 in der Privaten
Krankenversicherung versicherten Beschäftigten beträgt die Grenze 44.550 €.
Bundesfinanzhof legt die Frage nach den Anforderungen an eine Geschäftsveräußerung im Ganzen dem Europäischen Gerichtshof vor
Veräußert ein Unternehmer sein gesamtes Unternehmen, unterliegt dieser Vorgang nicht der Umsatzsteuer. Bisher
gehen Rechtsprechung und Finanzverwaltung davon aus, dass eine sog. Geschäftsveräußerung im Ganzen auch
vorliegt, wenn der Unternehmer wesentliche Betriebsgrundlagen (wie z. B. das Betriebsgrundstück) nicht an den
Erwerber veräußert (das heißt, das Eigentum überträgt), sondern nur langfristig an diesen verpachtet.
Der Bundesfinanzhof hat Bedenken, ob diese Auffassung mit dem Europäischen Gemeinschaftsrecht vereinbar ist
oder ob dieses nicht die Übertragung des Eigentums verlangt. Er hat die Frage nach den Anforderungen an eine
Geschäftsveräußerung im Ganzen deshalb dem Europäischen Gerichtshof zur Vorabentscheidung vorgelegt.
Liegt keine Geschäftsveräußerung im Ganzen vor, unterliegt die Veräußerung der einzelnen Gegenstände der normalen Umsatzbesteuerung.
Dauerfristverlängerung für Umsatzsteuer 2011 beantragen
Auf Grund der Abschaffung der so genannten Abgabe-Schonfrist für Umsatzsteuer-Voranmeldungen sowie der Verpflichtung, die Anmeldungen elektronisch zu übertragen, bietet sich ein Antrag auf Fristverlängerung ab 2011 auch
für diejenigen an, die ihre Voranmeldungen bisher monatlich oder vierteljährlich abgegeben haben.
Voranmeldungszeitraum für die Umsatzsteuer ist
·
·
das Kalendervierteljahr,
der Kalendermonat, wenn die Steuer (Summe der Vorauszahlungen) des Jahres 2010 mehr als 7.500 € betragen
hat.
Hat die Steuer im Vorjahr nicht mehr als 1.000 € betragen, kann das Finanzamt den Unternehmer von der Abgabe
von Voranmeldungen und von der Entrichtung von Vorauszahlungen befreien.
Wenn sich im Jahr 2010 ein Vorsteuer-Überschuss von mehr als 7.500 € ergeben hat, kann durch Abgabe der Voranmeldung Januar 2011 oder eines Antrags auf Dauerfristverlängerung für 2011 bis zum 10.2.2011 der monatliche
Voranmeldungszeitraum beibehalten werden.
Unternehmer, die ihre Umsatzsteuervoranmeldungen monatlich abgeben, können Fristverlängerung für 2011 in Anspruch nehmen, wenn sie bis zum 10.2.2011 einen Antrag beim Finanzamt stellen. Voranmeldungen und Vorauszahlungen sind dann jeweils einen Monat später fällig.
Die Fristverlängerung ist davon abhängig, dass eine Sondervorauszahlung in Höhe eines Elftels der Summe der
Vorauszahlungen für 2010 angemeldet und bis zum 10.2.2011 geleistet wird. Diese Sondervorauszahlung wird auf
die am 10.2.2012 fällige Vorauszahlung für Dezember 2011 angerechnet. Ob das so bleibt, ist abzuwarten.
Dies hat zur Folge, dass die o. a. Anmeldungen ab Voranmeldungszeitraum Januar 2011 grundsätzlich bis zum
10. des dem Anmeldungszeitpunkt folgenden Monats abgegeben werden müssen. Fällt der 10. auf einen Samstag,
Sonntag oder Feiertag, ist der nächste Werktag der Stichtag.
Vierteljahreszahler müssen keine Sondervorauszahlung entrichten. Für sie gilt die für ein Kalenderjahr genehmigte
Fristverlängerung auch für die folgenden Kalenderjahre weiter, wenn sich die Verhältnisse nicht geändert haben. Ein
erstmaliger Antrag ist in diesen Fällen bis zum 11.4.2011 zu stellen.
Ein einmal gestellter und genehmigter Antrag gilt so lange fort, bis der Unternehmer den Antrag zurücknimmt oder
das Finanzamt die Fristverlängerung widerruft.
Für Unternehmer, die ihre berufliche oder gewerbliche Tätigkeit neu begründen, ist im Jahr der Aufnahme der Tätigkeit und im folgenden Jahr grundsätzlich der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum.
Die 1 %-Regelung zur Ermittlung der Umsatzsteuer auf die nichtunternehmerische Nutzung eines Fahrzeugs kann nur einheitlich in Anspruch genommen werden
Nutzt ein Unternehmer ein betriebliches Fahrzeug auch für Privatfahrten, ist diese Privatnutzung umsatzsteuerpflichtig. Die Umsatzsteuer kann in einem vereinfachten Verfahren nach der sog. 1 %-Regelung ermittelt werden. Danach
ist Bemessungsgrundlage 1 % des Bruttolistenpreises des betreffenden Neuwagenpreises pro Monat. Von diesem
Wert ist für die nicht mit Vorsteuern belasteten Kosten ein pauschaler Abschlag von 20 % vorzunehmen.
Beispiel: Bruttolistenpreis des betreffenden Neufahrzeugs 50.000 €
1 % pro Monat sind 500 €, jährlich also 12 x 500 € = 6.000 €. Die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage beträgt
nach einem Abschlag von 20 % somit 4.800 €. Die Umsatzsteuer auf die Privatnutzung beträgt 19 % = 912 €.
Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs kann der Unternehmer die Vereinfachungsregelung nur insgesamt oder gar
nicht in Anspruch nehmen. Er kann nicht den Wert der Nutzungsentnahme nach der 1 %-Regelung ermitteln und den
prozentualen Abschlag für die nicht mit Vorsteuern belasteten Kosten anhand der tatsächlichen Kosten ermitteln,
wenn dies zu einem höheren Abschlag führen würde. Will der Unternehmer von der Vereinfachungsregelung keinen
Gebrauch machen, muss er den Anteil der Privatfahrten anhand eines Fahrtenbuchs ermitteln oder anhand seiner
betrieblichen Verhältnisse schätzen.
Geldumtausch durch Wechselstube ist umsatzsteuerlich eine Dienstleistung und
keine Lieferung von Geld
Eine Wechselstube, die in- und ausländische Banknoten und Münzen an- und verkauft, erbringt damit umsatzsteuerlich eine steuerfreie sonstige Leistung und nicht die Lieferung von Geld. Die Wechselstube kann, obwohl steuerfreie
Ausgangsleistungen im Regelfall den Vorsteuerabzug auf Eingangsleistungen ausschließen, die Umsatzsteuer auf
Eingangsleistungen abziehen, soweit sie diese Leistung an Personen erbringt, die außerhalb der Europäischen Union ansässig sind. Diesen Nachweis kann die Wechselstube in jeder beliebigen Form führen. Da es sich nicht um
Lieferungen handelt, gelten die strengen gesetzlichen Anforderungen an den Nachweis bei Ausfuhrlieferungen nicht.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Geschäftsführender Komplementär einer Kommanditgesellschaft kann umsatzsteuerlich nicht selbstständig tätig sein
Ob der geschäftsführende Komplementär einer Kommanditgesellschaft die Geschäftsführung selbstständig oder
nicht selbstständig ausführt, hängt maßgeblich von den getroffenen Vereinbarungen ab. Ergibt sich daraus, dass der
Komplementär im Innenverhältnis an die Weisungen der die Kommanditgesellschaft beherrschenden Personen gebunden ist, wird er regelmäßig nicht selbstständig tätig. Auf das selbstständige Auftreten des Komplementärs im
Außenverhältnis, das nicht eingeschränkt werden kann, kommt es nicht an. Wird der Komplementär nicht selbstständig tätig, unterliegt die von der Kommanditgesellschaft für die Geschäftsführung gezahlte Vergütung nicht der Umsatzsteuer.
(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)
Keine Geschäftsveräußerung bei Übertragung eines Grundstücks an den Organträger zwecks Verpachtung an die Organgesellschaft
Eine nicht steuerbare Geschäftsveräußerung liegt vor, wenn der Erwerber die wesentlichen Betriebsgrundlagen
übernimmt und u. a. die vom Veräußerer ausgeübte Unternehmenstätigkeit fortsetzt. Handelt es sich um ein Vermietungsunternehmen, muss die Vermietungstätigkeit fortgesetzt werden. Mit dieser Kernaussage hat der Bundesfinanzhof die familieninterne Grundstücksübertragung von der Ehefrau auf den Ehemann als zur Korrektur des Vorsteuerabzugs führende Entnahme gewertet. Dem lag der folgende Sachverhalt zugrunde:
Die Ehefrau hatte ein Grundstück mit einer Büro- und Werkhalle bebaut. Während der Bauphase beantragte sie den
Vorsteuerabzug für die entstandenen Baukosten. Zur Begründung trug sie vor, dass das Grundstück nach Fertigstellung der Bauten an eine GmbH verpachtet würde. Alleingesellschafter und Geschäftsführer dieser GmbH war ihr
Ehemann. Das Finanzamt gewährte den Vorsteuerabzug.
Unmittelbar nach Beginn der Verpachtung erklärte der Ehemann dem Finanzamt, dass er wirtschaftlicher Eigentümer
des Grundstücks sei. Er werde zukünftig auch rechtlicher Eigentümer. Ein auf ihn als Vermieter lautender Pachtvertrag wurde vorgelegt. Die Eigentumsumschreibung erfolgte acht Monate später, allerdings umsatzsteuerfrei. Das
Finanzamt und der Bundesfinanzhof folgten dieser Betrachtung mit fatalen Folgen für die Beteiligten.
Der Ehefrau wurde der Vorsteuerabzug zunächst im Hinblick auf ihre beabsichtigte steuerpflichtige Verpachtung des
Grundstücks gewährt. Es handelte sich um die beabsichtigte Gründung eines Vermietungsunternehmens. Die anfangs wirtschaftlich und später auch rechtlich vollzogene Grundstücksübertragung auf ihren Ehemann stellt allerdings
eine steuerfreie Entnahme und keine nichtsteuerbare Geschäftsveräußerung dar.
Der Ehemann hat die Vermietungstätigkeit nicht fortgesetzt. Als Folge seiner Grundstücksüberlassung an die GmbH
ist er als deren Organträger anzusehen. Die Organstellung führt dazu, dass die Umsätze zwischen dem Organträger
und der Organgesellschaft als sog. Innenumsätze zu beurteilen sind. Damit wird keine Vermietungstätigkeit fortgesetzt. Der erwerbende Organträger nutzt das Grundstück durch die Organgesellschaft als Teil seines eigenen Unternehmens.
Folge dieser Beurteilung war die Korrektur und der endgültige Verlust des Vorsteuerabzugs. Dieses Ergebnis wäre
allein durch eine Option zur Steuerpflicht für das Veräußerungsgeschäft zwischen den Ehegatten vermeidbar gewesen.
Vom Auftraggeber aufgrund gesetzlicher Verpflichtung gezahlter Zuschuss zur
Krankenversicherung des Auftragnehmers unterliegt nicht der Umsatzsteuer
Eine freie Journalistin war vorwiegend für eine Rundfunkanstalt selbstständig tätig und wurde jeweils kurzfristig für
einzelne Programmvorhaben verpflichtet. Nach dem Sozialgesetzbuch musste die Rundfunkanstalt ihr einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung zahlen, den sie nicht der Umsatzsteuer unterwarf. Der Bundesfinanzhof
sah das auch so, weil der Zuschuss aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung zu zahlen und unabdingbar war.
Kostenverteilungsschlüssel einer Gemeinschaftsordnung kann nur aus gewichtigen Gründen geändert werden
Die Gemeinschaftsordnung einer Wohnungseigentümergemeinschaft sah eine Umlage der Betriebs-, Instandhaltungs- und aller mit der Bewirtschaftung des Gemeinschaftseigentums zusammenhängenden Kosten im Verhältnis
der Miteigentumsanteile vor. Eine Änderung dieser Regelung war bei Vorliegen sachlicher Gründe mit einfacher
Mehrheit möglich, sofern einzelne Eigentümer dadurch gegenüber dem bisherigen Rechtszustand nicht unbillig benachteiligt würden. Nachdem ein Eigentümer den zu seinem Sondereigentum gehörenden Spitzboden zu Wohnraum
ausgebaut hatte, begehrte ein Miteigentümer einen neuen Kostenverteilungsschlüssel nach dem Verhältnis der
Wohnflächen.
Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs hat der Eigentümer keinen Anspruch auf Änderung des in der Gemeinschaftsordnung bestimmten Verteilungsschlüssels für die nicht verbrauchsabhängigen Kosten. Ein Wohnungseigentümer kann eine Änderung des Verteilungsschlüssels nur verlangen, wenn ein Festhalten an der geltenden Regelung
aus schwerwiegenden Gründen unbillig erscheint. Das Gericht hält einen Änderungsanspruch dann für gegeben,
wenn die Wohn- und Nutzfläche von dem für die Kostenverteilung maßgeblichen Miteigentumsanteil um mehr als
25 % abweicht. Für einen Änderungsanspruch ist allein die Kostenmehrbelastung desjenigen Wohnungseigentümers
maßgebend, der die Änderung des Kostenschlüssels verlangt. Ziel der im Wohnungseigentumsgesetz festgelegten
Regelung ist nicht die Vermeidung der durch den bisherigen Verteilungsschlüssel bei einem anderen Wohnungseigentümer entstehenden Vorteile, sondern die Beseitigung unbilliger Härten bei dem die Änderung verlangenden
Wohnungseigentümer. Im entschiedenen Fall hätte die geringere Belastung bei einer Kostenneuverteilung lediglich
13 % betragen und damit unterhalb des vom Gericht geforderten Schwellenwerts gelegen.
Darlehen zum Erwerb eines GmbH-Anteils unterliegt Vorschriften für Verbraucherdarlehen
Die Aufnahme eines Darlehens zum Erwerb der Gesellschaftsanteile einer GmbH durch deren späteren Alleingesellschafter und Geschäftsführer stellt keine gewerbliche Tätigkeit dar; vielmehr wird der Darlehensnehmer in solchen
Fällen als Verbraucher tätig. Die Verjährung der Ansprüche der kreditgebenden Bank - nach drei Jahren mit Schluss
des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist - ist deshalb bis zur gerichtlichen Geltendmachung, maximal für bis
zu zehn Jahre gehemmt.
(Quelle: Urteil des Oberlandesgerichts Celle)
Sorgfaltspflichten beim Ausparken aus gegenüberliegenden Parktaschen
Zwei Fahrzeugführer, die aus gegenüberliegenden Parktaschen herausfahren wollen, haben sich am Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme zu orientieren. Kommt es beim Ausparkvorgang zu einer Kollision, verstößt der eine
Fahrer gegen das Rücksichtnahmegebot, wenn er in das stehende Fahrzeug des Unfallgegners fährt. Beim anderen
Fahrer ist, wenn bei ihm kein Sorgfaltsverstoß festgestellt werden kann, lediglich die Betriebsgefahr anzurechnen,
was zu einer Haftungsminderung von 20 % führt.
(Quelle: Urteil des Landgerichts Saarbrücken)
Häusliches Arbeitszimmer
Steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, wird wieder ein Betriebsausgaben-/Werbungskostenabzug bis zu
1.250 € der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer zugelassen. Diese Änderung gilt rückwirkend ab dem
Veranlagungszeitraum 2007 in allen noch offenen Fällen.
Abschreibungsvolumen nach Einlage
Bei Wirtschaftsgütern, die nach Verwendung zur Einkunftserzielung im Privatvermögen in ein Betriebsvermögen
eingelegt wurden, mindert sich der Einlagewert um die Absetzungen, die bis zum Zeitpunkt der Einlage vorgenommen wurden, höchstens jedoch bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Ist der Einlagewert
niedriger als dieser Wert, bemisst sich die weitere Absetzung vom Einlagewert.
Gesetzliche Regelung der Theorie der finalen Betriebsaufgabe
Nachdem der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung zur Theorie der finalen Betriebsaufgabe aufgegeben hat, wird
gesetzlich geregelt, dass ein Unternehmer, der seinen bisher im Inland ansässigen Betrieb vollständig in einen ausländischen Staat verlegt und von dort aus fortführt, die im Betriebsvermögen angesammelten stillen Reserven sofort
aufdecken und versteuern muss. Die neue Regelung gilt rückwirkend.
Zusätzlich wurde eine Möglichkeit geschaffen, bei Verlegung des Betriebs in einen anderen EU- oder EWR-Staat die
auf den Aufgabegewinn und den durch den Wechsel der Gewinnermittlungsart erzielten Gewinn festgesetzte Steuer
auf Antrag zinslos in fünf gleichen Jahresraten zu entrichten. Diese Regelung ist auf alle offenen Fälle anzuwenden.
Steuerpflicht von Erstattungszinsen
Zinsen, die das Finanzamt an Steuerpflichtige etwa wegen verspäteter Einkommensteuererstattungen zahlt (sog.
Erstattungszinsen), sind steuerpflichtig. Dies hat der Gesetzgeber nach einer anderslautenden Entscheidung des
Bundesfinanzhofs zur bisherigen Rechtslage ausdrücklich ins Gesetz aufgenommen. Nachzahlungszinsen, die Steuerpflichtige an das Finanzamt zahlen müssen, können allerdings weiterhin nicht steuerlich geltend gemacht werden.
Übergang Anrechnungs- zu Halbeinkünfteverfahren: Keine Umgliederung mehr
Das Bundesverfassungsgericht hatte 2009 entschieden, dass die Übergangsregelungen vom Anrechnungsverfahren
zum Halbeinkünfteverfahren nicht mit dem Gleichheitsgrundsatz vereinbar sind, soweit sie KörperschaftsteuerMinderungspotenzial entfallen lassen. Daher wird rückwirkend auf die Umgliederung durch Erhöhung des belasteten
EK und Verringerung des unbelasteten EK verzichtet und es gibt eine Verrechnung: Das positive EK 45 mindert in
Höhe von 5/22 seines Bestands ein positives EK 02 bis zu dessen Verbrauch. Das EK 40 erhöht sich um 27/5 des
EK-02-Minderungsbetrags. Der beim EK 02 abgezogene Betrag erhöht das EK 45, der beim EK 40 hinzugerechnete
Betrag vermindert das EK 45.
Die Neuregelung gilt für alle nicht bestandskräftigen Fälle.
Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist Verzicht auf Erwerbsschwelle
Für Unternehmer, die nur den Vorsteuerabzug ausschließende steuerfreie Umsätze ausführen, Kleinunternehmer,
Land- und Forstwirte, die die Durchschnittssatzbesteuerung anwenden, und juristische Personen, die nicht Unternehmer sind oder die einen Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwerben, gilt zukünftig die Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gegenüber dem Lieferanten als Verzicht auf die Erwerbsschwelle. Der Erwerber
muss den Umsatz versteuern. Der Verzicht bindet den Erwerber wie bisher für zwei Jahre.
Abschaffung des „Seeling-Modells“
Zukünftig können Vorsteuern, die auf die private Nutzung des Grundstücks entfallen, nicht mehr abgezogen werden.
Dem Vorsteuerausschluss unterliegen auch die wesentlichen Bestandteile des Grundstücks, z. B. Gebäude, nicht
aber Gegenstände, die keine Bestandteile des Grundstücks oder Gebäudes sind (z. B. Photovoltaikanlage). Für eine
Aufteilung der Vorsteuerbeträge kommen nur solche in Betracht, die sowohl mit der unternehmerischen Nutzung als
auch mit der privaten Nutzung des Grundstücks zusammenhängen. Der Vorsteuerausschluss betrifft nicht die grundsätzliche Zuordnung zum Unternehmensvermögen.
Da zukünftig der Vorsteuerabzug für die privat genutzten Grundstücksteile ausgeschlossen ist, entfällt die Notwendigkeit, die Privatnutzung zu versteuern.
Die Änderungen gelten nicht für Grundstücke, die auf Grund eines vor dem 1. Januar 2011 rechtswirksam abgeschlossenen obligatorischen Vertrags angeschafft worden sind oder mit deren Herstellung vor dem 1. Januar 2011
begonnen worden ist.
Änderungen beim Ort der Dienstleistung
Bei kulturellen, künstlerischen, wissenschaftlichen, unterrichtenden, sportlichen, unterhaltenden oder ähnlichen Leistungen einschließlich der Leistungen der Veranstalter, sowie bei damit im Zusammenhang stehenden Leistungen, die
für die Ausübung der Leistungen unerlässlich sind, wird künftig unterschieden: Bei Leistungen an Nichtunternehmer
bleibt der Ort der tatsächlichen Leistungserbringung entscheidend. Bei Leistungen an Unternehmer für deren unternehmerischen Bereich und diesen gleichgestellte nicht unternehmerisch tätige juristische Personen, denen eine
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt worden ist, richtet sich der Leistungsort grundsätzlich nach dem Sitz oder
der Betriebsstätte des Leistungsempfängers, wenn die Leistung tatsächlich an diese erbracht wird. Ausgenommen
sind Eintrittsberechtigungen zu kulturellen, künstlerischen, wissenschaftlichen, unterrichtenden, sportlichen, unterhaltenden oder ähnlichen Veranstaltungen, wenn diese an einen Unternehmer oder an eine gleichgestellte nicht unternehmerisch tätige juristische Person, der eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt worden ist, erbracht werden: Die Leistungen werden am Ort der Veranstaltung besteuert.
Um Doppelbesteuerungen zu vermeiden, gelten Güterbeförderungsleistungen, im Zusammenhang mit einer Güterbeförderung stehende Leistungen wie Beladen, Entladen, Umschlagen, Arbeiten an und Begutachtungen von beweglichen körperlichen Gegenständen oder Reisevorleistungen an einen Unternehmer oder eine nichtunternehmerisch
tätige juristische Person, der eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt worden ist, als im Drittlandsgebiet ausgeführt, wenn die Leistung tatsächlich im Drittlandsgebiet genutzt oder ausgewertet wird.
Gleiches gilt für Leistungen auf dem Gebiet der Telekommunikation.
Gesetzliche Pflichten für Einfuhren
Die Einfuhr von Gegenständen ist steuerfrei, wenn der Gegenstand anschließend unmittelbar in einen anderen Mitgliedstaat steuerfrei an einen Steuerpflichtigen verbracht wird. Künftig muss der Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer
zum Zeitpunkt der Einfuhr seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie die im anderen Mitgliedstaat erteilte
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Abnehmers mitteilen und nachweisen, dass die Gegenstände zur Beförderung oder Versendung in das übrige Gemeinschaftsgebiet bestimmt sind.
Ausweitung der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers
Die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers wird erweitert auf steuerpflichtige Lieferungen von Industrieschrott, Altmetallen und sonstigen Abfallstoffen. Welche Gegenstände im Einzelnen erfasst sind, erläutert eine neue
Anlage 3 zum Umsatzsteuergesetz.
Die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers wird außerdem erweitert auf die steuerpflichtige Reinigung von
Gebäuden und Gebäudeteilen durch Subunternehmer. Unter die genannten Umsätze fällt insbesondere die Reinigung von Gebäuden einschließlich Hausfassadenreinigung, von Räumen und von Inventar, einschließlich Fensterreinigung.
Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Versorgungsausgleichszahlungen
Künftig können Ausgleichszahlungen im Rahmen des Versorgungsausgleichs auch als Sonderausgaben abgezogen
werden, wenn die ausgleichsberechtigte Person nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist, ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt jedoch im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Staates
hat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet.
Außerdem sind nun auch Ausgleichszahlungen in Form von Kapitalzahlungen begünstigt. Hierbei wird es sich meist
um betriebliche Anrechte handeln, die eine (Teil-)Kapitalisierung vorsehen, oder aber um Anrechte aus Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen, soweit eine Teil-Kapitalisierung vereinbart ist.
Auf Antrag können Leibrenten mit dem Ertragsanteil besteuert werden, soweit sie auf bis zum 31.12.2004 geleisteten
Beiträgen beruhen, die oberhalb des Betrags des Höchstbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden (Öffnungsklausel). Für den entsprechenden Nachweis gibt es ab 2011 ein entsprechendes Auskunftsrecht gegen
den Versorgungsträger.
Außerdem wird klargestellt, dass Einkünfte aus Versorgungsleistungen und aus Ausgleichszahlungen im Rahmen
des Versorgungsausgleichs unabhängig davon sonstige Einkünfte sind, ob sich der Abzug dieser Leistungen als
Sonderausgaben ausgewirkt hat. Andererseits kommt eine Besteuerung nur insoweit in Betracht, als die Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug beim Zahlungsverpflichteten gegeben sind.
Bei der Besteuerung von Leistungen aus Altersversorgungsverträgen, Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen erfolgt die Abgrenzung geförderter und nicht geförderter Beträge bei interner Teilung beim Ausgleichsberechtigten mit dem Verteilungsschlüssel, wie sie nur auf die Ehezeit bezogen beim Ausgleichspflichtigen im
Zeitpunkt der Übertragung erfolgt wäre, wenn die interne Teilung nicht stattgefunden hätte. Der Verteilungsschlüssel
ist auch auf die Erträge und Wertsteigerungen aus den übertragenen Anrechten anzuwenden.
Verpflichtende elektronische Übermittlung der Umsatzsteuer-Jahreserklärung
Ab 2011 wird die elektronische Übermittlung der Umsatzsteuer-Jahreserklärung verpflichtend.
Das Finanzamt kann gestatten, die Erklärung weiterhin nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck abzugeben: Zum
Beispiel, wenn dem Steuerpflichtigen nicht zuzumuten ist, die technischen Voraussetzungen für eine elektronische
Übermittlung zu schaffen, oder der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit im Kalenderjahr eingestellt hat.
Erleichterung der Buchführung im Ausland
Die Möglichkeit, elektronische Bücher und sonstige erforderliche elektronische Aufzeichnungen oder Teile davon im
Ausland zu führen und aufzubewahren, wird nicht mehr nur auf die Staaten der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums beschränkt, sondern auf alle anderen Staaten erweitert. Die Besteuerung darf weiterhin durch die Ver-
lagerung nicht beeinträchtigt werden. Möglich ist auch, nur einen Teil oder mehrere Teile der elektronischen Buchführung oder der elektronischen Aufzeichnungen zu verlagern. Außerdem wird auf die Zustimmung des ausländischen
Staates verzichtet.
Durchbrechung des Steuergeheimnisses bei Geldwäscheordnungswidrigkeiten
Zukünftig dürfen die Finanzämter den zuständigen Verwaltungsbehörden Tatsachen, die auf eine Ordnungswidrigkeit
nach dem Geldwäschegesetz schließen lassen, mitteilen. Die weitere Durchbrechung des Steuergeheimnisses wird
auf diejenigen Geldwäschegesetz-Verpflichteten beschränkt, die nach den bisherigen Erfahrungen besonders betroffen sind. Das sind Treuhänder, Immobilienmakler, Spielbanken und gewerbliche Händler (Groß- und Einzelhandel).
Neue Ordnungswidrigkeit: Verletzung der Pflicht zur Aufzeichnung des Warenausgangs
Gewerbliche Unternehmer und buchführungspflichtige Land- und Forstwirte, die Waren regelmäßig an andere gewerbliche Unternehmer zur Weiterveräußerung oder zum Verbrauch als Hilfsstoffe liefern, sind zum Führen gesonderter Aufzeichnungen für den Warenausgang verpflichtet. Wird künftig eine solche geforderte Aufzeichnung nicht,
nicht richtig oder nicht vollständig erfüllt, kann das Finanzamt dies als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis
zu 5.000 € ahnden.
Gleichstellung von Lebenspartnern bei Erbschaft-, Schenkung- und Grunderwerbsteuer
Lebenspartner werden wie Ehegatten der Steuerklasse I zugeordnet. Wurde die Lebenspartnerschaft aufgehoben,
gilt für den ehemaligen Lebenspartner die Steuerklasse II. Lebenspartner erhalten unverändert den gleichen Freibetrag wie Ehegatten. Die Änderungen gelten für Erwerbe, für die die Steuer nach dem Tag der Verkündung der Gesetzesänderung entsteht.
Überlebende Lebenspartner können ein Grundstück aus dem Nachlass steuerfrei erwerben. Grundstückserwerbe
unter Lebenspartnern sind grunderwerbsteuerfrei. Grundstückserwerbe durch den früheren Lebenspartner des Veräußerers im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach Aufhebung der Lebenspartnerschaft sind grunderwerbsteuerfrei. Lebenspartner werden den Ehegatten der begünstigten Teilnehmer an einer fortgesetzten Gütergemeinschaft gleichgestellt. Die geänderten Vorschriften des Grunderwerbsteuergesetzes sind erstmals auf Rechtsvorgänge anzuwenden, die ab dem Tag des Inkrafttretens dieses Gesetzes verwirklicht werden.
Halb-/Teilabzugsverbot bei Liquidationsverlusten
Nach Entscheidungen des Bundesfinanzhofs gilt das Halb-/Teilabzugsverbot nicht, wenn die entsprechenden Beteiligungseinkünfte fehlen. Dementsprechend können Betriebsvermögensminderungen, Anschaffungskosten oder Veräußerungskosten im Zusammenhang mit der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften nicht nur begrenzt,
sondern in voller Höhe geltend gemacht werden, sofern der Steuerpflichtige keinerlei durch seine Beteiligung vermittelte Einnahmen erzielt hat.
Auf die durch diese Rechtsprechung zu erwartenden Steuermindereinnahmen reagiert der Gesetzgeber mit einer
Klarstellung: Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 reicht für die Anwendung des Halb-/Teilabzugsverbots die Absicht
zur Erzielung von Einnahmen aus.
Gesonderte Feststellung des Verlustvortrags
Bei der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags werden die Besteuerungsgrundlagen grundsätzlich nur noch
in dem Umfang berücksichtigt, in dem sie bei der Steuerfestsetzung zu Grunde gelegt worden sind. Diese Klarstellung des Gesetzgebers gilt erstmals für Verluste, für die nach dem Tag der Verkündung des Gesetzes eine Erklärung
zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags abgegeben wird. Eine entsprechende Regelung wurde in das
Gewerbesteuergesetz aufgenommen.
Änderungen bei Kapitaleinkünften
·
Änderungen bei der Höhe der Kapitalerträge oder der zu erhebenden Kapitalertragsteuer wirken sich materiellrechtlich erst in dem Kalenderjahr aus, in dem das Kreditinstitut die Änderungen vornimmt. Mit dieser Regelung,
die erstmals für den Veranlagungszeitraum 2009 anzuwenden ist, soll eine Vielzahl ansonsten notwendiger Folgekorrekturen vermieden werden.
·
Die bislang auf Auslandsbeteiligungen beschränkte Steuerneutralität bei Kapitalmaßnahmen, bei denen die Erträge nicht als Geldzahlungen, sondern in Form von Anteilen an Kapitalgesellschaften zufließen, wird auf Inlandsbeteiligungen ausgeweitet.
·
Schon nach bisheriger Rechtslage wirkt sich bei Andienungsrechten, bei denen statt Rückgabe des Nominalbetrags Aktien oder andere Wertpapiere an den Inhaber der Anleihe geleistet werden, die Übertragung der Aktien
nicht steuerlich aus. Nunmehr wird der Anwendungsbereich insbesondere auf Vollrisikozertifikate mit Andienungsrecht, sofern die Regelungen zur Abgeltungsteuer bei ihnen Anwendung finden, ausgeweitet.
·
Bei Einkünften, die der Abgeltungsteuer unterliegen, kann die Einkommensteuer in vergleichbaren Fällen ebenso
teilweise vorläufig festgesetzt werden wie bei Einkünften, die bei der Einkommensteuerfestsetzung berücksichtigt
werden. Diese Änderung ist erstmals für Kapitelerträge anzuwenden, die dem Gläubiger nach dem 31.12.2008
zufließen.
·
Freistellungsaufträge, die ab dem 1.1.2011 gestellt werden, müssen die Identifikationsnummer des Gläubigers
der Kapitalerträge angeben. Bei gemeinsamen Freistellungsaufträgen von Ehepartnern ist auch die Identifikationsnummer des Ehegatten mitzuteilen.
·
Die Datenmitteilungen der Kreditinstitute an das Bundeszentralamt für Steuern müssen zukünftig bis zum 1. März
des Folgejahres erfolgen und auch die Identifikationsnummer des Steuerpflichtigen enthalten. Zukünftig sind auch
die Kapitalerträge mitzuteilen, die aufgrund einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung einer natürlichen Person vom
Steuerabzug freigestellt worden sind oder bei denen bereits gezahlte Kapitalertragsteuer erstattet wurde.
·
Der Sonderausgabenabzug für Kirchensteuer auf Kapitalerträge, die nicht dem Kapitalertragsteuerabzug unterlegen haben, wird ausgeschlossen.
·
Bei der Günstigerprüfung im Rahmen der Abgeltungsteuer wird ab dem Veranlagungszeitraum 2011 nicht allein
auf die festgesetzte Einkommensteuer, sondern auf die gesamte Steuerbelastung einschließlich Zuschlagsteuern
(z. B. Solidaritätszuschlag) abgestellt.
Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs nicht steuerbar
Die Veräußerung von Gebrauchsgütern, die ab dem Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2010 erworben werden,
innerhalb der Haltefrist von einem Jahr ist nicht steuerbar. Dies hat der Gesetzgeber als Reaktion auf ein anders
lautendes, zur bisherigen Rechtslage ergangenes Urteil des Bundesfinanzhofs klargestellt.
Handwerkerleistungen: Keine Steuerermäßigung bei öffentlicher Förderung
Die Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und
Modernisierungsmaßnahmen gilt zukünftig nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen
oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Die Änderung gilt erstmals für im Veranlagungszeitraum 2011 geleistete Aufwendungen, soweit die den Aufwendungen zu Grunde liegenden Leistungen nach 2010
erbracht worden sind.
Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale
Die Gemeinden stellen letztmals für das Kalenderjahr 2010 Lohnsteuerkarten aus. Zukünftig werden die Lohnsteuerkarten durch elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale ersetzt, die der Arbeitgeber bei der Finanzverwaltung abzurufen hat. Die Gemeinden sind verpflichtet, für den Steuerpflichtigen die notwendigen Daten unter Angabe der Identifikationsnummer an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale sind für
den Lohnsteuerabzug ab 2012 anzuwenden. Für das Kalenderjahr 2011 behält die Lohnsteuerkarte 2010 mit allen
Eintragungen ihre Gültigkeit. Für alle Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte, die ab dem Kalenderjahr 2011 Gültigkeit
erlangen, ist nicht mehr die Gemeinde, sondern das Finanzamt zuständig.
Bagatellgrenze für Pflichtveranlagung
Ab dem Veranlagungszeitraum 2009 wird trotz Eintrag eines Freibetrags auf eine Veranlagung verzichtet, wenn keine Einkommensteuerschuld entsteht. Dies gilt für alle Arbeitnehmer, die lediglich Arbeitslohn bis 10.200 € (Ehegatten
19.400 €) erzielt haben.
Änderungen bei Riester
Bei Verwendung des Kapitals aus einem Altersvorsorgevertrag für eine selbstgenutzte Wohnung sind ab dem Veranlagungszeitraum 2010 Änderungen insbesondere im Fall der Scheidung, der Aufgabe der Selbstnutzung, des Todes
des Zulageberechtigten und einer nicht wohnungswirtschaftlichen und damit schädlichen Verwendung des Darlehens
eingeführt worden.
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