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Händehygiene – Warum, wie, mit welchem Erfolg?

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„Lebenslanges Lernen“ in der beruflichen Bildung
Nachhaltigkeit in der Berufsbildung,
auf dem Arbeitsmarkt und in der betrieblichen Praxis
Mittwoch, 14.11.2012,
Triesdorf
Prof. Dr. Gerald Preibisch
Ernährungswissenschaften, Biochemie
& Lebensmittel-Mikrobiologie
Haendehygiene 141112.pptx / 1
© G.Preibisch 2012
Händehygiene
Warum, wie, mit welchem Erfolg?
1.
Händehygiene - warum?
3- 6
2.
Definitionen und
Anwendungsbereiche
7 - 11
3.
Hände waschen - wie?
12 - 16
4.
Hände desinfizieren & arbeiten
mit Handschuhen
17 - 19
5.
Händehygiene - mit welchem Erfolg?
20
Haendehygiene 141112.pptx / 2
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Vorschau
Bedeutung der Hand
Hand
Feinmotorik
Stilles
Örtchen
Handnegativ, Höhle von Pech-Merle
Abb.: wikipedia.org
Gehirn
Esstisch
tägliche
Verrichtungen
Haendehygiene 141112.pptx / 3
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aufrechter
Gang
•
Epidermis (Oberhaut)
mehrere Schichten:
Keratinozyten
und abgestorbene Zellen (Corneozyten)
mit zwischengelagertem Fett (Triglyceriden)
•
Hornschicht (Stratum corneum)
mit Corneozyten
bildet lipophile
und hydrophile Grenzschicht
•
Hautleisten
griffige Oberfläche
Epidermis des Menschen
Abb.: wikipedia.org
auch Schmutz haftet gut (Adhäsion)
Haendehygiene 141112.pptx / 4
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Händeverschmutzung –
warum eigentlich?
Hände – ein Hygieneproblem?
•
Epidermis
ein Nährboden für residente Keime („Hautflora“)
Staphylococcus epidermidis (häufig: MRSA)
Staphylococcus hominis
Propionibacterium spp, Corynebacterium spp. etc.
Mittelwerte:
1*106 KbE/cm²
5*105 KbE/cm²
4*105 KbE/cm²
1*104 KbE/cm²
Kopfhaut
Achseln
Bauch
Unterarm
Verletzungen, Entzündungen, Hautunreinheiten
•
Raum unter den Fingernägeln
(Subungualregion)
•
Kontamination von außen
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•
Epidermis des Menschen
Abb.: wikipedia.org
Haendehygiene 141112.pptx / 5
Händehygiene - Vorschriften
CDC Guideline Hand Hygiene in Health-Care Settings
in: Morbidity and Mortality Weekly Report, Oct.25, 2002, Vol. 51, No. RR-16
Centers for Disease Control and Prevention
U.S. Department of Health and Human Services, Atlanta
WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care
WHO Library
World Health Organization (2009)
Empfehlung: Händehygiene
Bd. 43, S.230-33; Springer-Verlag 2000
Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des RKI
Haendehygiene 141112.pptx / 6
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in: Bundesgesundheitsbl -Gesundheitsforsch- Gesundheitsschutz 2000
Händehygiene
• Hände waschen
• anschl. evtl. Hautschutz
• Hände desinfizieren
• anschl. Hautschutz
• Schutzhandschuhe tragen
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• anschl. Hände waschen
und evtl. Hautschutz
Haendehygiene 141112.pptx / 7
Begriffsdefinitionen
• Waschen:
- mechanische Entfernung von Partikeln (Schmutz, Keime)
- Lösen und Verdünnen von Schadstoffen
• mit Wasser
• unterstützt durch Detergentien
• Desinfektion:
- teilweise Abtötung von Krankheitserregern
(Bakterien, Viren, Pilze)
- in einem Ausmaß, das vor Ansteckung weitgehend schützt
= Keimreduktion (technisch) um Faktor 105 bis 106
(bei Händehygiene auch ab 104)
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• Sterilisation:
- Abtötung aller Krankheitserreger
(Bakterien & -sporen, Viren, Pilze)
= Keimreduktion ≥ 1012
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Anwendungsbereiche Waschen
Hände waschen:
 nachträgliches
 teilweises Entfernen
von Schmutz, Schadstoffen & Keimen
Keimreduktion (stark variabel): ca. 2 – 3 Zehnerpotenzen
ca. 99 – 99,9%
• tägliches Leben („soziales Händewaschen“)
• Haushalt, Küche
auch: in medizinischen & pflegerischen Einrichtungen
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sowie in Laboratorien
jeweils zusätzlich zu anderen Maßnahmen
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Anwendungsbereiche Desinfizieren
Hände desinfizieren
 nachträgliches
 teilweises Abtöten
von Keimen
keine Entfernung von Schmutz, Chemikalien oder Keimen!!
• medizin. & pflegerische Einrichtungen
• Laboratorien bei entspr. Bedarf
• Sonderfälle:
im täglichen Leben,
in Haushalt & Küche
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(Selbstschutz bei hohem Kontaminationsrisiko)
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Anwendungsbereiche Handschuhe
Schutzhandschuhe tragen
 vorbeugender
 Schutz
vor Schmutz, Schadstoffen & Keimen
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in allen Bereichen
• mit grober Verschmutzung
• erhöhter Infektionsgefahr
• Kontakt mit Schadstoffen
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Hände waschen – wie?
• Seifenlösung oder geeignete Detergentien
und Wasser
• auf die nasse Hand geben
• intensives Reiben
eventuell Vorreinigung
keine Bürste verwenden!
• der Finger und -zwischenräume
Handgelenke einbeziehen!
und der gesamten Hand (innen und außen)
• für mindestens 20 sec.
Raum unter Fingernägeln!
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• gründlich unter fließendem Wasser abspülen
dabei intensiv reiben
• anschließend gründlich abtrocknen
• Haut nachfetten
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Mechanismen beim Waschen
• mechanische Reinigung
= Abreiben und Abspülen lose anhaftender Partikel
unterstützt durch:
- Bürsten erhöht den mechanischen Effekt,
- greift aber die Haut stark an
 reduziert die Bereitschaft zu regelmäßigem Händewaschen
Haendehygiene 141112.pptx / 13
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• solubilisierende Wirkung der Detergentien
= Haftung auf der Haut vermindern
& Löslichkeit im Wasser erhöhen
•
Fingernägel
kurz & rund schneiden
Nagelfalz sauber halten
Subungual-Raum regelmäßig reinigen
gegebenenfalls weiche Bürste einsetzen
•
Ringe, Schmuck etc. ablegen
•
Verletzungen, Entzündungen
vermeiden, versorgen, abdecken
•
Handtücher:
Einmalhandtücher bevorzugen
im Haushalt:
regelmäßig wechseln
bei Infektionen (z.B. Durchfall):
individuelle Handtücher einsetzen
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Problemzonen
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Waschaktive Substanzen
• Detergentien:
Stoffe und Zubereitungen, welche ....
- die Grenzflächenspannung des Wassers herabsetzen
- die Ablösung von Feststoffen und ihre Dispersion in Wasser erleichtern
- „waschaktiv“ sind
in:
Waschmitteln (für Körperhygiene, Textilien)
Waschhilfsmitteln (u.a. Vorwäsche, ‚Weichspüler‘)
Reinigungsmitteln (z.B. für Geschirr, Böden etc.)
• Tenside:
- Grenzflächenspannung erniedrigende Stoffe
in Detergentien-Zubereitungen
- nichtionische, anionische, kationische, oder amphotere Verbindungen
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• Seifen:
- natürliche anionische Tenside
- Na+- oder K+-Salze der Fettsäuren (C12 bis C18)
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Wirkmechanismus der Tenside
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Micelle
Abb.: wikipedia.org
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Händedesinfektion
außerhalb medizinischer & pflegerischer Bereiche:
• bei erhöhter Infektionsgefahr
u.a. Behörden mit Publikumsverkehr
• Mittel dem jeweiligen Infektionserreger angepasst
Bakterien, umhüllte Viren (u.a. Influenza, HIV, HBV, HSV)
oder
nackte Viren (u.a. Rhino, Noro, HAV, Polio)
• auf trockene, möglichst schmutzfreie Hände aufbringen
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• in Finger, -zwischenräume, Handfläche & -rücken
einreiben
• entspr. Herstellerangaben einwirken lassen
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Hygienische Händedesinfektion
im Gegensatz zur chirurgischen Händedesinfektion
Fingeraußenseiten
mit Handfläche reiben
Handfläche auf Handrücken
und Fingerzwischenräume
reiben
Daumen in der Handfläche
reiben
Quelle: Musterhygieneplan d.Stadtgesundheitsamts Frankfurt a.M. 2007
Handfläche auf Handfläche
und Fingerzwischenräume
reiben
Fingerkuppen in der
Handfläche reiben
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Handfläche auf Handfläche
reiben
Handgelenke nicht vergessen
Tragen von Handschuhen
•
zum vorbeugenden Schutz
bei erhöhter Infektions- / Verschmutzungsgefahr
•
Handschuhmaterial angepasst an:
- mechanische & chemische Belastung
- Tragedauer
•
auf mechanische Unversehrtheit prüfen
vor, während und nach dem Einsatz
•
verschmutzte Handschuhe ausziehen; evtl. abspülen / waschen
•
Sinnhaftigkeit des Einsatzes prüfen
vor und wiederholt während des Einsatzes
keinesfalls reine Gegenstände anfassen
(Türklinke, Wasserhahn, Handy, ...) auch nicht die eigene Nase!
anschließend Hände waschen!
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außerhalb medizinischer & pflegerischer Bereiche:
Erfolg der Händehygiene
Hände waschen:
• 9fach geringeres Erkrankungsrisiko
durch Händewaschen vor dem Essen
• bei Campern mit
EHEC-Exposition über Bodenbelastung
Hände waschen & desinfizieren:
• zusätzl. zum Händewaschen
mind. 5mal tägl. Hände desinfizieren (bes. nach Kundenkontakt)
• reduziert signifikant Erkrankungsrate
(Erkältungen > Durchfall > Husten; nicht: Virusgrippe)
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(A.Kramer, Uni Greifswald, 2010; zit. in aerztezeitung.de)
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