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B UCH Wie die Welt ins Bild kommt - Ludwig Boltzmann Gesellschaft

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NR. 4 • 23. JÄNNER 2014 | 21
BUCH
BUCH
BUCH
BUCH
RAIFFEISENZEITUNG
Globale Anpassung
Menschliche Tragödien
Brandherd Nahost
E
er Eiserne Vorhang zwischen
Österreich und der Tschechoslowakei gehörte zu den härtesten Sperrzonen im Kalten Krieg. An Thaya
und March starben beinahe so viele Flüchtlinge wie an der Berliner Mauer. Spionage,
Verrat, Verschleppung oder Flucht standen
hinter den tödlichen Tragödien. Die Fäden im
Hintergrund zogen die tschechoslowakischen
Geheimdienste – über ihr dicht verwobenes
Netz in ganz Österreich, mit Zentralen in
Salzburg und Wien.
Stefan Karner und sein Forschungsteam des
Ludwig Boltzmann-Instituts haben mithilfe
der Archive und Institute in Prag, Brünn und
Pressburg erstmals Zugriff auf die bisher
unter Verschluss gehaltenen Geheimakten
bekommen. Zahlreiche Fallbeispiele erzählen
die Schicksale, über die das kommunistische
Regime der Tschechoslowakei für immer den
Mantel des Schweigens breiten wollte.
(Ecowin, 213 Seiten, 21,90 Euro)
D
W
s stimmt, die USA sind nicht mehr
das, was sie einmal waren. Die USA
mögen – als Volkswirtschaft – irgendwann im 21. Jahrhundert von China
eingeholt werden. Die Militärmaschine der
USA mag vieles von ihrer Überlegenheit
einbüßen. Jedoch: Die Propheten des
amerikanischen Untergangs sind Opfer ihres
eigenen Wunschdenkens. Die USA sind im
Wandel – sie sind aber nicht im Abstieg. Der
Rest der Welt verringert den wirtschaftlich
und militärisch gemessenen Abstand zur
„westlichen Hegemonialmacht“ tatsächlich
immer mehr. Dies gelingt ihr jedoch nur aus
einem Grund: weil sie den USA immer
ähnlicher wird. Wir sind also, argumentiert
Pelinka, alle Amerikaner – oder zumindest
auf dem besten Weg zu solchen zu werden.
Die USA brauchen die Welt nicht zu beherrschen – die Welt ist dabei, sich Amerika
immer mehr anzupassen.
(Braumüller, 192 Seiten, 22,90 Euro)
Übersichtlich, leicht
lesbar und zu keinem
Zeitpunkt langweilig ist
das Buch ein echter
Pageturner.“
(Wiener Zeitung)
eiterhin ist offen, wohin sich
die Aufstände in den arabischen Ländern entwickeln.
Gestern noch erlangten in
Ägypten und Tunesien die Muslimbrüder die
Macht, heute schon hat mehr oder weniger wieder das Militär das Sagen. In Syrien
leiden die Menschen unter einem grausamen
Bürgerkrieg und für den Palästinakonflikt
zeichnet sich nach wie vor keine Lösung ab.
Jörg Armbruster geht bei seinen Recherchen
weit über die tagesaktuelle Berichterstattung
hinaus und diesen Fragen nach: Welche
politischen Kräfte wirken auf die Konflikte
ein? Was denken und wollen die Menschen
vor Ort? Warum kommt die Region nun schon
seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe? Kann es eine
Lösung geben?
Wer die komplexen Probleme der einzelnen
Länder und Konflikte verstehen will, sollte
dieses Buch lesen.
(Westend Verlag, 256 Seiten, 18,50 Euro)
Wie die Welt ins Bild kommt
Die Internationale Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg
bietet wieder ein hochqualitatives Kursprogramm.
wie die Lehrenden aus aller Welt.
Aus Indien reist Sarnath Banerjee
an, der seine Graphic Novels (Comicromane) in seiner Heimat zum
Massenmedium gemacht hat. In
Salzburg zeigt er, wie sich durch
eine gelungene Kombination von
Text und Bild selbst Hochkomplexes
auf einfache Weise darstellen lässt.
Der deutsche Maler Norbert Bisky
lädt ein, sich mit den vielen Facetten der Wahrnehmung und deren
Niederschlag im Bild zu beschäftigen, während Cinéma copains –
Arne Hector und Minze Tummescheit sind erstmals in Salzburg –
filmisches Erzählen, genauer gesagt
die Arbeit mit analogem Filmmaterial in der eigenen Dunkelkammer,
in den Fokus rücken.
VON SYLVIA ENGEL
G
anze Geschichten stecken hinter seinen Bildern. Paolo
Woods’ meisterliche Fotojournalismus-Arbeiten gehen regelmäßig um
die Welt. Seine Erfahrungen gibt er
auch heuer wieder im Rahmen der
Internationalen Sommerakademie
für bildende Kunst in Salzburg weiter. Voraussetzungen für die Teilnahme: Intuition, die technische
Beherrschung des Handwerks und
Sinn für gute Geschichten, von denen es laut Woods mehr als genug
gibt. Sie zu erkennen, mit der Kamera gleichsam zu übersetzen und
für den Betrachter verständlich zu
machen, will der Fotograf die Teilnehmer in seinem Kurs lehren –
und gibt damit zugleich ein Statement gegen „eine inflationäre,
nichtssagende Bilderflut“ ab, von
der man heute überschwemmt werde.
Literatur-Debüt
„Wie kommt die Welt ins Bild?“ lautet heuer das Motto der Sommerakademie, das die verbindende
Klammer zwischen den 21 Kursen
von 21. Juli bis 30. August darstellt.
Wie schon in den beiden Vorjahren
werden rund 300 Studenten, Künstler und begabte Laien erwartet –
wobei der Trend laut AkademieLeiterin Hildegund Amanshauser
immer mehr in Richtung Professionalisierung geht.
Schauplätze sind wieder die Festung Hohensalzburg, der Kiefer
Steinbruch Fürstenbrunn und – ergänzend – zwei noch nicht fixierte
Orte in der Stadt. Die Alte Saline ist
erstmals nicht mehr dabei. Amanshauser begründet es mit finanziellen und infrastrukturellen Überlegungen; von vielen Teilnehmern sei
das Pendeln zwischen Hallein und
Salzburg als zu mühsam empfunden worden.
Die Studenten kommen ebenso
RUTH EHRMANN; SOMMERAKADEMIE
Professionalisierung
KURSANMELDUNG
bis 15. Mai 2014, Tel. 0662/842113
www.summeracademy.at
Ihr Debüt an der Sommerakademie
feiert heuer auch die Literatur: mit
dem von Jennifer Allen geleiteten
Workshop zur „Kunst des Schreibens“; die Kunsthistorikerin und
Autorin will unter anderem Anleitung zur Überwindung von Schreibbarrieren geben.
Speziell an Kunstkuratoren richten sich Anders Kreuger und Nancy
Adajania mit ihrem Kursangebot.
Spannend verspricht auch Robert
Kusmirowskis Vorhaben zur „Kunst
im öffentlichen Raum“ zu werden.
Gemeinsam mit den Teilnehmern
und in direkter Kommunikation mit
Stadtbewohnern wird der Künstler
versuchen, Ungewöhnliches im traditionellen Salzburger Umfeld zu
realisieren. Abschließend will man
zur gemeinsamen Präsentation bitten.
Die Kurskosten belaufen sich –
je nach Dauer – auf 440 bis 1.160
Euro. Zudem werden rund 90 Stipendien vergeben, um die man sich
ausschließlich in elektronischer
Form bis 1. April bewerben kann
(www.summeracademy.at/stipendien).
TANZFESTIVAL
SETZT
IMPULSE
I
m heurigen Sommer wird
Wien wieder zur Bühne für
den zeitgenössischen Tanz.
Von 17. Juli bis 17. August
setzt das Festival „Impulstanz“
Akzente – mit internationalen
Stars, heimischen Größen und
herausragenden Newcomern.
Als zwei der zahlreichen
Höhepunkte im Performanceprogramm werden Ismael Ivo
und seine 30 Tänzer zählende
Grupo Biblioteca Do Corpo
sowie Lloyd Newson mit dem
legendären DV8 Physical
Theatre aus London je eine
Uraufführung nach Wien
bringen. Neben der englischen
Kulttruppe ist – ebenfalls aus
London – der vielfach ausgezeichnete Tanzpoet Akram
Khan im Duett mit FlamencoIkone Israel Galván in Planung.
Weiters zu erwarten sind
Stücke der US-Choreografin
Meg Stuart, wie auch von
Südafrikas „Rising Star“ Dada
Masilo. Die von der Zeitschrift
Tanz als „Newcomer des
Jahres“ gefeierte Tänzerin und
Choreografin begeisterte das
Publikum zuletzt in William
Kentridges Inszenierung
„Refuse the Hour“.
Die österreichische Tanzszene
präsentiert sich unter anderem
mit einer Weltpremiere des
renommierten Choreografen
Chris Haring und seiner
Company Liquid Loft; Enfant
Terrible Florentina Holzinger
zeigt ihre neueste Kreation und
An Kaler wird in einer mit dem
TQ Wien geplanten Kooperation für elektrisierende Tanzmomente sorgen.
Auch 2014 wird der mit 10.000
Euro dotierte „Prix Jardin
d’Europe“ als Kombination von
Jury- und Publikumspreis im
Rahmen der [8:tension] Young
Choreographers’ Series
verliehen. Prämiert werden
außergewöhnliche Arbeiten
junger Choreografen.
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Seele and Geist
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