close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

DataMatrix-Codes bewähren sich nach wie vor - von Dr. Helge Moritz

EinbettenHerunterladen
DataMatrix-Codes
Bild 1: Durch den Vergleich der Barcodes auf
dem Artikeletikett mit dem
Versandetikett werden
Fehllieferungen vermieden.
DataMatrix-Codes
bewähren sich nach wie vor
Der 2D- oder Matrixcode, eine Weiterentwicklung des Bar- oder Strichcodes, ist die bewährteste Möglichkeit der Kennzeichnung von Waren oder anderen Objekten. Einen kurzfristigen Hype hatte RFID (Radio Frequency Identification) ausgelöst. In speziellen Bereichen liefert die Bildverarbeitung (BV) eine Lösung. Im
Folgenden werden die verschiedenen Identfikations-Techniken vor- und gegenübergestellt.
A
Bild 2: Die Verwendung von 2D-Codes ermöglicht eine lückenlose Verfolgung von Gasflaschen.
104
SPS-Magazin Ausgabe 8/2010
m Anfang war der 1D-, Baroder Strichcode. Er ist inzwischen auf jedem Handelsprodukt zu finden. Jeder Discounter oder
Baumarkt nutzt daher Kassen-Scanner,
um schnell und sicher die Kundschaft
abzukassieren und das Warenwirtschaftssystem über den Verkauf zu informieren. Eine Weiterentwicklung ist
der 2D- oder Matrix-Code, der mehr Informationen enthalten kann und dessen
Lesbarkeit sicherer ist. Er wird z.B. bei
Eintritts- oder Fahrkarten aber auch zur
Organisation von Lagern eingesetzt. Die
Fülle von Anwendungen nimmt hier
weiterhin zu. Von allen Codes gibt es
verschiedene Ausführungen. Beispielsweise ist der DataMatrix-Code einer von
etwa drei Dutzend verschiedenen 2DCodes, wenn auch der gängigste. Einen
Überblick über die verschiedenen Codes
liefert die ‘2D-Code-Fibel’, die bei der
Barcodat GmbH aus Dornstetten kostenlos erhältlich ist. RFID-Systeme beste-
hen aus Datenspeichern inkl. Antenne
(Transponder), mit denen Objekte gekennzeichnet werden können, und einer
meist stationären Schreib-/Leseeinheit.
Über Radiowellen können Informationen
auf die Transponder geschrieben oder
von ihnen ausgelesen werden. Eine flexible Datenhandhabung ist hiermit möglich. Nachteilig sind der relativ zu Etiketten und Code-Scannern hohe Preis und
eine geringe Kommunikationsreichweite.
Zur Identifikation beliebig komplizierter
Objekte eignet sich die Bildverarbeitung.
Aus einem Digitalbild werden spezifische
Informationen segmentiert und interpretiert. Beispiele sind die Erkennung oder
Positionsbestimmung von Objekten
sowie Nummernschild- aber auch Gesichtserkennung. Nachteile sind hier der
hohe Entwicklungs- und Testaufwand,
der zu hohen Preisen führt, sowie die
eingeschränkte Prozesssicherheit bei sich
ändernden Umgebungsbedingungen
(z.B. bei Beleuchtungsschwankungen).
DataMatrix-Codes
Vorzüge von 2D-Codes
Obwohl der Strichcode in den 80erund die 2D-Codes in den 90er-Jahren
entwickelt wurden, sind sie noch lange
nicht ‘in die Jahre gekommen’ und
können sich gegen neue Technologien
durchsetzen. Folgende Vorteile führen
dazu:
• hohe Datenkapazität (bis zu kompletten
A4-Seiten oder Formularen)
• geringer Platzbedarf
• Verschlüsselung der Daten möglich
• Fehlerkorrektur sichert Dateninhalte
• weit verbreitet und akzeptiert
• alle digitalisierbaren Daten können codiert
werden
• preiswert (Etiketten, Scanner, Drucker)
• einfach zu handhaben
Einfache Anwendungen
In vielen Fällen kommen die Anwender selbst mit der Installation und Inbetriebnahme von Etiketten-Druckern
und Scannern zurecht. Falls nicht: Barcodat hilft gerne. Aber was sind einfache Anwendungen und was beinhalten sie? Im einfachsten Fall wird
ein kleiner Etikettendrucker benötigt
sowie eine Rolle mit Etiketten. Die
Software zur Erstellung eines Codes
wird mit dem Drucker gratis ausgeliefert. Für aufwendigere Drucke mit
grafischen Elementen kann eine separate Software bezogen werden. Die
Etikettierung erfolgt dann meist per
Hand. Lesegräte stehen heute in vielen Varianten zur Verfügung. Vom
einfachen Handscanner bis zum komplexen mobilen Gerät gibt es für alle
Ansprüche die richtige Wahl. Der
Scanner arbeitet nicht anders als andere Eingabegeräte, z.B. eine Tastatur.
Die Daten werden einfach per USB in
das entsprechende Feld übertragen.
Der Vorteil: Durch die automatisierte
Eingabe ist ein Vertippen unmöglich.
Barcodes sind sicher. Die berechnete
theoretische Wahrscheinlichkeit einer
Fehleingabe beträgt 0,00045%.
Durch einen einfachen Barcode-Vergleich können fehlerhafte Lieferungen
vermieden werden. Hierbei werden
das Etikett des Artikels mit Kommissionierlisten oder Versandetiketten
verglichen. Ein kleines mobiles Gerät
zeigt dann an, ob die Inhalte übereinstimmen. Auch das Herausfiltern beispielsweise einer Chargennummer aus
einem GS1-Code ist möglich. So wird
gewährleistet, dass in der Umverpackung nur eine Charge ausgeliefert
Bild 3: Barcodes ermöglichen eine genaue Verfolgung der Brieflaufzeiten und Retouren.
wird. Durch den automatisierten Vergleich wird die Qualitätssicherung realisiert. Es mag erstaunlich klingen,
aber diese Anwendungen amortisieren sich meist innerhalb von 24 Stunden. Da in GS1-Codes noch weitere
Informationen gespeichert werden
können, ist die Sortierung nach verschiedenen Kriterien, wie beispielsweise Mindesthaltbarkeitsdatum, Produktionsdatum, Seriennummer usw.
möglich. Diese Daten können extern
auf einer Datenbank abgelegt werden, um eine lückenlose Rückverfolgung der Produkte zu gewährleisten.
Viele Organisationen und Verbände
haben inzwischen Richtlinien entwickelt, die Vorschläge zur genauen
Realisierung der Rückverfolgung von
Produkten empfehlen. Der meist verwendete Codetyp ist der Data Matrix.
In ihm können die so festgelegten
Strukturen abgelegt werden. Die Informationen stehen den Nutzern entweder sofort oder nach dem Abgleich
mit der Datenbank zur Verfügung.
Lösungen mit Systemintegration
Besonders Lösungen im Bereich Logistik und Lagerverwaltung benötigen
komplexere Ansätze. Auch hier ist
von der einfachen Lösung bis zur umfangreichen WLAN-Anbindung alles
möglich. Ein Warenwirtschaftssystem
(ERP-System) lebt von der Aktualität
seiner Daten. Ein exakter Wareneingang und -ausgang bilden die Grundlage jeder Warenwirtschaft. Die genaue und fehlerlose Eingabe der Arti-
kel, Mengen und anderer relevanter
Daten ermöglichen eine transparente
Warenwirtschaft. Ein 2D-Code bietet
eine fehlerfreie und weitestgehend
automatisierte Möglichkeit, die Daten
zu erfassen und dem ERP-System zur
Verfügung zu stellen. Die Daten werden im einfachsten Fall mit einem
Handscanner gescannt und direkt an
das System übergeben. Komfortabler
ist die Möglichkeit, die Daten gleich
den entsprechenden Lagerplätzen zuzuordnen. Diese sind mit einem Code
gekennzeichnet, sodass die Artikel/Seriennummern und die Menge mit
dem Lagerplatz ‘verheiratet’ werden.
Auch eine chaotische Lagerhaltung ist
so möglich. Bei der Abbuchung werden die Artikeldaten wieder vom Lagerplatz ‘geschieden’. Je nach Dringlichkeit der Aktualität der Bestände
kann die Übertragung der Daten an
das System in bestimmten Zyklen
über eine Dockingstation erfolgen
oder die Daten werden zeitgleich
über WLAN an das System gesendet.
Zum Einsatz kommen hier dann tragbare Computer, die über eine Windows-Oberfläche verfügen. Bei vielen
Empfangspunkten in einem großen
oder verbauten Gelände insbesondere
im Freien wird ein W-LAN-Controller
genutzt, der vor der Datenübergabe
prüft, ob das Gerät auch zur zugelassenen Infrastruktur gehört. BarcodeLösungen dieser Größenordnung
rechnen sich meist nach ca. sechs
Monaten. Größere Lösungen mit viel
Software innerhalb eines Jahres. Die
Vorteile sind sehr umfangreich:
SPS-Magazin Ausgabe 8/2010
105
DataMatrix-Codes
Bild 4: Die schnelle und
fehlerfreie Inventur wird
erst durch die Verwendung
von Barcodes realisierbar.
Bild 5: Moderne Lagerwirtschaft ist ohne Barcodes nicht möglich.
•
•
•
•
•
•
•
•
automatisierte, das heißt fehlerfreie Eingabe
erhebliche Zeitersparnis
Aktualität und Transparenz der Bestände
Nutzung der Daten für weitere Aufgabenstellungen (Rückverfolgung, Bestellwesen,
Bestandskontrolle, Rechnungslegung, Garantieansprüche, Lebenszyklen, Wartungsintervalle usw.)
Einhaltung der Qualitätsparameter entsprechender Normen
Einhaltung zentraler Standards von Institutionen (z.B. EU) und Verbänden (VDA, ZVEI)
Optimierung logistischer Prozesse
Produktionssteuerung
Die von Barcodat entwickelten Lösungen fahren grundsätzlich unter Unterdrückung des Windows-Desktops
hoch. Dadurch ist gesichert, dass die
Geräte nur für die entsprechende Applikation genutzt werden können.
Durch den Einsatz weiterer Module
wie Kommissionierung, Wegoptimierung, Bestandsprüfung oder Rechnungslegung und -prüfung kann das
System ständig erweitert werden.
Die Betriebsabläufe werden analysiert
und sind Voraussetzung für das Festlegen ihrer Verbesserung sowie das
Erstellen eines Pflichtenheftes. Die
Kosten-/Nutzen-Analyse dient der Abschätzung der zu erwartenden Ergebnisse und der dazu aufzuwendenden
Mittel. Die für ein Funknetz nötigen
Messungen der Örtlichkeiten werden
durchgeführt und in einem Messprotokoll dokumentiert. Für jedes Projekt
wird eine anwendungsspezifische Applikations-Software erstellt. Datenbanken werden angebunden oder
Datenbanksysteme erstellt. Bei bereits
vorhandenen Warenwirtschaftssystemen wird die Software dazu passend
gemacht. Teams von Barcodat schulen
die Mitarbeiter zu dieser Software vor
Ort. Der planungssichere Einsatz und
die Inbetriebnahme aller Komponenten wird durch die Installationsbetreuung gesichert. Die Testphase wird
durch Barcodat betreut.
■
www.barcodat.de
Autor: Uwe Renn, Marketing, Barcodat GmbH
Autor: Dr. Helge Moritz,
Geschäftsführer, Barcodat
GmbH
Analyse der Aufgabenstellung
Aus der Vielfalt der Barcode-Scanner,
Etikettendrucker und Etiketten (Kleber, Material, Beständigkeit usw.)
schlägt Barcodat die optimale Lösung
für die jeweilige Aufgabe vor. Häufig
werden über die kostenfreie Beratung
hinaus gerne zusätzliche Leistungen
in Anspruch genommen, z.B. Systemanbindungen (Herstellung der Kommunikation, Installation und Inbetriebnahme) sowie applikationsspezifische Softwarelösungen. Die Grundlagen der Lösung werden durch eine
telefonische und eine Vorklärung vor
Ort über das Ziel des Projekts gelegt.
106
SPS-Magazin Ausgabe 8/2010
Bild 6: 2D-Codes automatisieren die wichtigste Schnittstelle im Lager – den Wareneingang und den Warenausgang.
Document
Kategorie
Technik
Seitenansichten
4
Dateigröße
320 KB
Tags
1/--Seiten
melden