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Man muß die Feste feiern, wie sie fallen - Boehringer Ingelheim Fonds

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B.I.F. INTERNAL
B.I.F. FUTURA Vol. 22 (2007)
Man muß die Feste
feiern, wie sie fallen
• Kaum sind Weihnachten und Neujahr vorüber,
da steht ein weiterer festlicher Anlaß vor der Tür:
Am 12. Januar 2008 sind auf den Tag 25 Jahre ins
Land gegangen, seit C. H. Boehringer Sohn und
Boehringer Ingelheim International die Satzung
des Boehringer Ingelheim Fonds unterzeichneten
und die Stiftung damit ins Leben riefen. Am 4. Februar 1983 genehmigte die Bezirksregierung
Rheinhessen/Pfalz die Gründung.
Hasso Schroeder, erster Geschäftsführer des
B.I.F., rekrutierte die Kerntruppe der Geschäftsstelle im Stuttgarter Wissenschaftlichen Büro der
Dr. Karl Thomae GmbH, das er bis dahin geleitet
hatte. Von dort folgten Ingeborg Wernicke und
Norbert Frommann ihm in die Degerlocher Löffelstraße, wo die Stiftung sich in einem ziemlich trostlosen Betonbau einrichtete. Wenige Monate später
kam Monika Beutelspacher zum B.I.F. Die Büros
waren so groß wie Hasenställe. Das änderte sich
erst 1988 mit dem Umzug in die Stuttgarter Stafflenbergstraße. Seit dem Jahr 2000 ist der B.I.F in
der Heidesheimer Schlossmühle zuhause.
Bei der Auswahl der ersten Kuratoren konnte
Hasso Schroeder die Verbindungen nutzen, die er
im Wissenschaftlichen Büro zu Universitäten und
Universitätskliniken aufgebaut hatte und pflegte.
Aus der Academia gewann er Wolfgang Forth,
Wolfgang Gerok, Wolfgang Schaper und Peter
Sitte. Aus dem Unternehmensverband Boehringer
Ingelheim kamen Franz Waldeck und Werner Deckers. Carl-Heinz Schiel steuerte die juristischen
und administrativen Erfahrungen der Deutschen
Forschungsgemeinschaft bei.
Als sich die Kuratoren am 11. Juli 1983 zu ihrer
ersten Sitzung trafen, verfügte der B.I.F. über ein
Jahresbudget von € 650.000. Sieben Anträge lagen
vor, von denen vier bewilligt wurden. Monika Beutelspacher hielt das Ergebnis handschriftlich in einem Schulheft fest. Im Anfang konnten die Kuratoren viel Zeit auf grundsätzliche Erörterungen verwenden. Deswegen gelang es ihnen vergleichsweise rasch, dem B.I.F. ein eigenes Profil zu geben.
Langzeit- und Kurzzeit-Stipendien für Doktoranden und Postdoktoranden, Vortragsreisen und
Internationale Titisee Konferenzen. So umschreibt
die Satzung das Förderangebot der Stiftung. Es traf
den Bedarf der Forscher und bewährte sich in den
folgenden 25 Jahren. Nur hier und da erwies sich
Hermann Fröhlich
Managing Director
eine Schönheitskorrektur als sinnvoll. So kamen
die Langzeit-Stipendien für Nachwuchswissenschaftler, die ihre Doktorarbeit in der Industrie anfertigten, nie so recht aus den Startlöchern. 1995
trennte sich die Stiftung in Anbetracht der steigenden Antragsflut von den Langzeit-Stipendien für
Postdoktoranden – ein Schritt, der nicht nur die Betroffenen schmerzte.
Bald nach 1990 mußten wir uns eingestehen, daß
für Vortragsreisen kein wirklicher Bedarf bestand.
Der Forschungspreis für Postdoktoranden – ein
höchst sinnvolles und gelungenes Programm – mit
dem der B.I.F. von 1997 bis 2000 europäische Nachwuchswissenschaftler zur Rückkehr aus den USA
in die Heimat bewegte, wurde von potenteren Fördereinrichtungen in den Schatten gestellt und deswegen beendet.
Dem allgemeinen Zug der Zeit folgend hat sich
auch der B.I.F. über die Jahre auf seine Kernkompetenzen besonnen. Dabei hat er seine Aktivitäten
keineswegs nur eingeschränkt, sondern zugleich
auch erweitert. So war es ein Kraftakt, der sich über
die gesamten 1990er Jahre hinzog, die Stipendien
so zu dotieren, daß sie auch finanziell für die besten Doktoranden attraktiv sind. Seit 2002 unterstützt die Stiftung Europäer in Europa und Übersee
und Staatsbürger aus Übersee, die es für eine Doktorarbeit nach Europa zieht. Zwar arbeitete der
B.I.F. schon kurz nach seiner Gründung international, doch bis zu diesem Zeitpunkt förderte er deutsche Doktoranden, die in Deutschland und im Ausland, und Ausländer, die außerhalb ihres Heimatlandes arbeiteten.
So hat der B.I.F. sich in den 25 Jahren seines Bestehens von einer vorwiegend in Südwestdeutschland agierenden Fördereinrichtung zu einer Stiftung entwickelt, die weltweit auftritt. Heute arbeiten knapp zwei Drittel unserer Stipendiaten im
Ausland und rund ein Drittel sind nicht deutsche
Staatsbürger. Sie weiterhin zusammenzuschweißen und über die Zeit der Förderung hinaus als
Familie zusammenzuhalten, gleicht der Arbeit des
Sisyphus.
Mit der Beschaulichkeit der Anfänge ist es in Kuratorium und Geschäftsstelle denn auch längst vorbei. Das Jahresbudget ist dank der Großzügigkeit
unserer Stifter auf über € 4.3 Mio. gewachsen. Die
sieben Anträge der ersten Kuratoriumssitzung sind
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in den 1980er und 1990er Jahren allmählich auf
rund 60 Anträge dreimal pro Jahr angewachsen. In
den Jahren 2002 und 2005 schnellte ihre Zahl in
zwei Sprüngen auf heute bis zu 180 Bewerbungen
pro Stichtag empor. Ein Glück, daß inzwischen
elektronische Verfahren zur Verfügung stehen, die
es erlauben, solche Zahlen angemessen und sachgerecht zu handhaben. Die Kuratoren mußten sich
freilich zu einer Vorauswahl bereit finden, die dafür sorgt, dass nur ein Drittel der Bewerbungen den
zweiten Schritt der Auswahl mit Vorstellungsgespräch und Fachgutachten durchläuft.
Eine ganz ähnliche Entwicklung läßt sich bei den
Reisebeihilfen – früher Kurzzeit-Stipendien genannt – feststellen. Hier erreichten uns bis 2003
konstant rund 100 Anträge im Jahr. Seither ist die
Zahl der Bewerbungen von Jahr zu Jahr beständig
gestiegen und wird 2007 mit rund 180 einen neuen
Höchststand erreichen. Auch hier ist ein Ende der
Fahnenstange nicht abzusehen.
Gleichgeblieben ist über die Jahre und Jahrzehnte nur der organisatorische Aufwand, den uns
die Internationalen Titisee Konferenzen abverlangen. In einer Zeit, in welcher sich der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt in der Biomedizin
immer mehr beschleunigt, ist der Bedarf an einem
diskussionsintensiven Austausch im überschaubaren Kreis von hochkarätigen Fachkollegen größer
denn je. Für den Herbst 2009 steht die 100. Internationale Titisee Konferenz ins Haus. Ein weiteres
Fest, auf das wir uns freuen dürfen!
B.I.F. makes hay while the sun shines !
• This year, we are going to extend the
festive season beyond Christmas and
the New Year by celebrating the 25th
anniversary of the founding of the
Boehringer Ingelheim Fonds (B.I.F.) on
January 12, 2008.
The newly appointed staff first began work in rather cramped premises,
before moving to more pleasant surroundings in Stuttgart and, finally in
2000, to the Schlossmühle, in Heidesheim.
Hasso Schroeder was the first managing director of B.I.F. Thanks to his
scientific connections scientists of
high calibre dedicated themselves to
the work of the foundation from the
very first hour. These Trustees spent
much time and energy drawing up a
profile for B.I.F. that has required only
slight adaptation over the last 25
years. Our concessions to changes in
the scientific world were the discontinuation of our lecture tours, the post-
doctoral scholarships and the award
for postdoctoral fellows.
Since then, B.I.F. has focused on the
International Titisee Conferences,
travel grants and – by far its largest
programme – the Ph.D. scholarships.
Their value has increased significantly
to remain attractive for the very best
students and, as of the year 2002, they
were also made available to European
scientists working in Europe and overseas and scientists from overseas who
work in Europe.
B.I.F. set to work in 1983 with an annual budget of 650,000 € and as a
‘South-German’ endeavour. In 2007,
the budget amounted to 4.3 million €
p.a. and the Foundation has become
truly international: nearly two-thirds
of the current fellows work outside
Germany, one third is not German. The
number of applications for Ph.D. scholarships and travel grants has steeply
increased. While four of the seven ap-
plicants received a Ph.D. scholarship
at B.I.F.’s very first Board meeting in
1983, there are now up to 180 applications three times per year and the success rate has dropped to less than
10%. In 1983, Monika Beutelspacher
recorded the names of those very first
fellows in her own handwriting. Today,
B.I.F. could not cope without the technical progress of the last 25 years and
the Trustees’ pre-selection which some
30% of the applicants pass.
One thing has remained constant
throughout the years – the organization of the Titisee Conferences. Breakthroughs and milestones in the scientific world come thick and fast, detailed discussions have thus rightly remained one of the highest priorities.
The 100th International Titisee Conference is scheduled for autumn 2009.
So we shall be making hay once
more…
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