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Fast wie in einer Stadt - Lindner Group

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„The Squaire“ vereint verschiedene Lebensbereiche unter einem Dach
Über dem ICE-Fernbahnhof am
Frankfurter Flughafen entstand
mit „The Squaire“ ein Bau, der in
dieser Dimension seinesgleichen
sucht. Das Konzept: Arbeiten,
übernachten, tagen, einkaufen
und speisen lässt es sich an
einem einzigen Ort.
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An wenigen hiesigen Verkehrsknotenpunkten wimmelt es so wie am Frankfurter Flughafen. Menschen aller Erdteile
passieren das größte deutsche Drehkreuz
für interkontinentale Flüge. Wer von dort
innerhalb Deutschlands und in Nachbarländer weiter will, dem stehen zusätzliche
Verkehrsmittel und -wege zur Verfügung:
ICE-Fern- und Regionalbahnhof sowie eine schnelle Anbindung an die Autobahn.
Touristen und Geschäftsleute eilen durch
die Gänge oder nutzen die Wartezeit, um
sich einen Kaffee zu genehmigen oder an
kleinen Läden vorbei zu bummeln. Damit
differieren die Anlaufpunkte nicht von denen anderer Flughäfen oder Bahnhöfe.
Mensch&Büro 6/2011
Foto: Alexandra Vosding
Fast wie in einer Stadt
BÜROPROJEKTE
So scheint es aber nur auf den ersten
Blick. Denn seit kurzem ist der Frankfurter
Flughafen um eine Attraktion reicher, die
als wegweisend gelten kann. Sie heißt
„The Squaire“. Das Kunstwort setzt sich
aus „square“, englisch für Platz, und „air“
als Verweis auf die Luftfahrt zusammen.
Und wie ein gläsernes Luftkissen schwebt
das neue Gebäude – das arbeiten, tagen,
einkaufen und Gastronomieangebote vereint – über dem Fernbahnhof. Der Zugang
zum Neubau eröffnet sich von den Gleisen
des Fernbahnhofs und vom Verbindungsstück zum Terminal 1 des Flughafens. Das
Gebäude liegt zwischen Autobahn und
Bundesstraße. „Das Dach des Fernbahnhofs, das wir mit Ebene 3 bezeichnen, ist
quasi das Baugrundstück. Die sieben Meter darüber liegende Ebene 5 entspricht
somit dem Erdgeschoss“, bietet Architekt
Michael Felka von JSK Architekten Orientierungshilfe. Die Zwischenebene 4 wird
als Parkfläche genutzt.
Als Projektleiter betreute er das Entstehen
des 660 Meter langen, 65 Meter breiten
und insgesamt 45 Meter hohen Gebäudes. Es kommt mit nur 86 Stützengruppen
aus. Eine Herausforderung für die Statiker
des Fernbahnhofs, die seine spätere Überbauung von Anfang an eingeplant hatten.
Wer die Rolltreppe vom Fernbahnhof hinauffährt, stellt sofort fest: Die seit Jahren
vorhandene, mit einer Glaskuppel überdachte Betonplatte, auf der sich ein Serviceschalter der Deutschen Bahn und ein
paar Stände und Shops befanden, hat Zuwachs bekommen. Links und rechts der
Halle führen zwei weitere Rolltreppen zum
oberen Geschoss des Ost- beziehungsweise Westflügels des „Squaire“.
Die dortigen Atrien wiederum eröffnen Zugänge zu weiteren Gebäudeteilen. Während der 100 Meter kürzer ausgefallene
Ostteil hauptsächlich von den Hotels Hilton und Hilton Garden Inn sowie einem
Friseur, Geschäften und Bars belegt ist,
dominieren im Westteil Büro- und Konferenzräume. „Anfangs war noch nicht
klar, welche Nutzungsbereiche in welchem Flügel angesiedelt werden sollten“,
blickt Architekt Felka zurück.
Von außen nach innen geplant
Er verweist auf die Flexibilität des Gebäudes. Die äußere, homogene Form mit ihrer
aerodynamischen, gläsernen Haut sei so
gewählt, dass man die Nutzung im Inneren verschieben könne. Anders gesagt:
Das Gebäude wurde von außen nach innen entwickelt. Dadurch blieb die Außenhülle durch die weitere Planung von Statik
und Innenausbau optisch unberührt.
Im Ostteil des Neubaus zeugen emsig umher laufende Handwerker davon, dass die
kurz vor der Eröffnung stehenden Hotelräume noch den letzten Schliff erhalten.
Im Westteil ist mehr Leben zu spüren. Viele Herren im Anzug und Damen im Kostüm steuern zur Mittagszeit die von der
Halle aus zugänglichen Restaurants, Bistros und Cafés mit ihren vorgelagerten
Außenbereichen an.
Auf einer der Brücken, die Nord- und Südteil des Gebäudes verbinden, deutet ein
kaum übersehbarer Schriftzug auf den
Flexibles Medien-Center,
mobiles Mini-Bistro,
modulares Raumwunder
– Callidus ist alles das,
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Wählen Sie neben
Größe und Farbe auch
die Ausstattung ganz
nach Ihren Wünschen,
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Steckdosenleisten
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Spüle
Details im Internet unter:
callidus-funktionsmoebel.de
Austausch ist im „The Squaire“ erwünscht –
hier die 360° Bar, in der auch After-WorkParties stattfinden.
Foto: Martin Joppen
Mensch&Büro 6/2011
Wünsche GmbH
Hornisterstr. 6
57647 Nistertal
Tel. +49.[0]2661.9863-0
Der Blick aus der Rotunde lässt erahnen, wie sich
die Lebensbereiche verzahnen. Foto: Martin Joppen
Nutzen hin: „The Squaire – Welcome to
New Work City“. Dass hier gearbeitet
wird, lässt sich beim Gang durch die
Atrien – insgesamt fünf an der Zahl und
durch Brücken optisch gegliedert – erkennen. Durch Glasfenster fällt der Blick in
Tagungsräume, in denen Referenten ihr
aufmerksames Publikum über technische
Neuheiten informieren.
Vielfache Orientierungshilfen
Würfel aus anthrazitfarben beschichtetem
Glas links und rechts des Atriums dienen
als Eingang zu den Bürotrakten. Wer dort
Flächen gemietet hat, ist auf einem Display abzulesen. Das ist in die farblich unterschiedlich gestalteten Innenseiten der
Kuben eingelassen. Beleuchtete „Haus-
nummern“, auf der Nordseite mit ungeraden, auf der Südseite mit geraden Zahlen,
erleichtern zusätzlich die Orientierung.
Vor einem dieser Eingangswürfel steht ein
weißer Empfangstresen mit integrierter
Bar und grünen Barhockern. Hier können
sich Gäste und Mieter anmelden, die das
„The Squaire Business- und ConferenceCenter“ nutzen wollen.
Am Ende des öffentlich zugänglichen Bereichs ist der Durchgang bis zum Ende
des Atriums durch eine Glaswand versperrt. Dahinter befinden sich die Büros
der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, die ihre Europazentrale hierher verlegt und 40 000 Quadratmeter bezogen hat.
„Mit Arbeitsplätzen für mehr als 2 000
Mitarbeiter gehört sie neben Hilton und
der Lufthansa, die hier demnächst 1000
Beschäftigte ansiedelt, zu unseren Ankermietern“, sagt Ann-Kristin Kehl. Sie arbeitet als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
bei der Betreiber- und Vermarktungsgesellschaft The Squaire GmbH & Co. KG,
die wiederum ein Tochterunternehmen
der Bonner IVG Immobilien AG und damit
des Eigentümers und Bauherren ist.
Die Atrien, die wie eine überdachte Straße
wirken, sollen bald durch verschieden gestaltete Plätze aufgelockert werden. Demnach soll ein Platz Kunsterlebnisse bieten,
eine zweiter mit begrünten Wänden und
Pflanzen parkähnlich wirken und ein dritter, nahe der Gastronomiezone, mit Kommunikationsinseln ausgestattet werden.
Bisher sind noch nicht alle Flächen im
„Squaire“ vermietet. Für kleinere Bürozonen suchen die Betreiber weitere Nutzer.
Dabei kommt ihnen das variable Raumkonzept zugute. Den Rahmen dafür liefert
die auf höchstmögliche Flexibilität ausgelegte Architektur.
Verschiedene Raumtiefen
Die Eingangswürfel zu
den Bürotrakten weisen
verschiedene Farben auf.
Foto: Alexandra Vosding
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Das lässt sich Felka zufolge etwa an den
Brücken ablesen: „Während im östlich gelegenen Hoteltrakt die Brücken zwischen
Nord- und Südseite nur eine verbindende
Funktion haben, dienen sie im Westteil
auch als Büroflächen.“ Sie umfassen zwischen drei und fünf Stockwerken. Die für
Büros vorgesehenen Gebäudeteile haben
verschiedene Raumtiefen.
In der Mitte des „Squaire“ sind die Büroflächen rechtwinklig angelegt. An den konisch zulaufenden Gebäudeenden werden
Mensch&Büro 6/2011
BÜROPROJEKTE
sie schmäler. „Die verschiedenen Raumtiefen und die zweibündige Gliederung erlauben Kombilösungen ebenso wie Einzelbüros“, sagt der Architekt. Raster mit 15
beziehungsweise 7,50 Metern Breite bieten Freiräume für diverse Nutzungen.
Das macht das Gebäude für Unternehmen
unterschiedlicher Größe interessant. Kehl
nennt Beispiele: „Vom Softwareberater
mit sechs Mitarbeitern über eine EventAgentur mit 20 Mitarbeitern bis hin zu den
Ankermietern KPMG und Lufthansa.“ Die
kleinste konventionell vermietbare Einheit
beträgt 250 Quadratmeter.
Die Erschließungskerne liegen 45 Meter
voneinander entfernt und bieten Zugang
BAUTAFEL
Projekt: „The Squaire“
Standort: The Squaire, Am Flughafen,
60600 Frankfurt am Main
Eigentümer und Bauherr: 97 Prozent
IVG Immobilien AG, Bonn; 3 Prozent
Fraport AG, Frankfurt am Main
Architekt: JSK Architekten, Frankfurt
am Main
Bruttogeschossfläche: 200 000 qm
Gesamtmietfläche: 143 000 qm, davon
Büros: 94 500 qm; Hotels: 34 500 qm;
Handel und Gastronomie: 5 900 qm;
Atrien: 13 000 qm; PKW-Stellplätze:
3 100, davon 600 im Gebäude und 2 500
im „The Squaire Parking“ (Eröffnung Anfang 2012);
Besonderheiten: Gewicht: 350 000
Tonnen, die auf 86 Stützengruppen lagern; gläserne Außenhaut mit einer Fläche von 145 000 Quadratmetern. Für die
Glasfassade wurden rund 20 000, teils
individuell geformte Scheiben hergestellt
und verbaut
Haustechnik: YIT, Deggendorf
Ausbau: ARGE Innenausbau: Partner:
Lindner AG, Frankfurt am Main (Tochterunternehmen der Lindner Group, Arnstorf), mit Heiz- und Kühltechnik, Türen
und Wandsystemen sowie m.Czapla
Naturstein GmbH, Nalbach, mit Böden,
Wandverkleidungen, WC-Wänden und
Waschtischen aus Granit Bianco Christal
Planungsbeginn: 2000
Fertigstellung (Fassadenschluss):
Juli 2010
Eröffnung: in mehren Phasen im Lauf
des Jahres 2011/Anfang 2012
Investitionssumme: 1 Milliarde Euro
Wie ein Raumschiff oder Luftkissen
schwebt der Neubau über dem ICEFernbahnhof.
Foto: Christian Gahl
zu jeweils drei Büroeinheiten. Durch Glastrennwände lassen sich die Mietbereiche
in einzelne Zonen unterteilen. Die Innenraumgestaltung ist den Mietern überlassen. Somit bilden die Raumzonen deren
Arbeitsabläufe und -anforderungen, individuellen Geschmack und das Budget ab.
Anregungen können sie sich in der „Marketing Lounge“ holen. In dieser hat der
Investor mithilfe des österreichischen Büromöbelherstellers Bene verschiedene
Einrichtungslösungen
installiert,
die
gleichwohl eine durchgehende Linie ergeben. Hier finden sich eine Empfangstheke,
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GROOVY
Design: Hans Thyge & Co.
www.labofa.com
Mensch&Büro 6/2011
Gestaltungsvarianten der Company Suites.
Renderings: Cadman GmbH (3x)
Einzel- und Doppelschreibtischlösungen,
Mittelzonengestaltungen, Lounge-Bereiche, Konferenzräume und Rückzugszonen
für konzentriertes Arbeiten. Büro- und Objektmöbel, akustisch wirksame Wandpaneele, Leuchten und Teppiche ergeben ein
stimmiges Ambiente.
Wer sich für die Räumlichkeiten im
„Squaire“ entscheidet, weiß um die Vorteile. Die Bereiche arbeiten, leben und präsentieren sind hier eng verzahnt an einem
Ort zu finden. Das schätzen zuallererst die
Firmen, die ihren Hauptsitz an den Flughafen verlegt haben.
Geradezu prädestiniert ist das Gebäude
für international agierende Unternehmen,
deren Mitarbeiter viel unterwegs sind. Die
kurzen Wege zu den Flughafenterminals
und den Bahnsteigen reduzieren Reisezei-
Musterbeispiele für Bürozonen.
Ebene 08/Beispiel Grundriss.
Grafik: spectrum/Cadman
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Mensch&Büro 6/2011
BÜROPROJEKTE
ten. „Wer am späten Nachmittag oder frühen Abend am Frankfurt Airport ankommt, wird eher mal noch schnell in sein
Büro am Ort gehen als wenn er noch einige Kilometer dorthin fahren muss“, schildert Kehl eine typische Situation.
Ähnliches gilt für Treffen mit Geschäftskunden. Eine Besprechung zwischen zwei
Flügen oder am Morgen nach einer Übernachtung im Hilton lässt sich ohne großen
Aufwand arrangieren.
Full-Service-Büros
Das Gebäudekonzept – eine Stadt unter
einem Dach – beinhaltet aber mehr. Auch
Firmen, die ihren Hauptsitz am bisherigen
Ort belassen wollen, finden in den „Satellite Offices“ verschiedene, auf ihren Bedarf
hin zugeschnittene Räumlichkeiten. Das
sind Full-Service-Büros in Mieteinheiten
ab 150 Quadratmetern. Die Firmen können ihre Büro- und Projektarbeitsplätze
mit Besprechungs- und Kommunikationsbereichen im eigenen Corporate Design
einrichten. Den Mitarbeitern steht das
Servicepaket des Business- und Conference-Centers zur Verfügung.
Ein weiteres Angebot stellen die „Company Suites“ dar, die sich vom „Executive
Floor“ auf der 10. Etage aus erschließen
lassen. Sie richten sich an Unternehmen,
die ihre Kunden in eigenen, repräsentativen, individuell eingerichteten Räumen
treffen möchten.
Der Raum lässt sich auf vielfache Weise
nutzen – als exklusiver Besprechungs- und
Präsentationsraum, als Loge für vertrauli-
che Gespräche, als VIP-Lounge für wichtige Geschäftspartner oder als Showroom
für die eigenen Produkte. Die Größe der
Fläche ist flexibel und reicht von 40 bis
150 Quadratmeter. Alle Räume sind auf
Wunsch mit modernen audiovisuellen und
Kommunikations-Medien ausgestattet.
Die dort logierenden Unternehmen können das Full-Service-Paket nutzen. Es
umfasst Sekretariatsdienste und Cateringangebote der im Haus ansässigen Restaurants sowie Concierge-Services.
„So angenehm wie möglich“. So könnte
das Credo des „Squaire“ lauten. Das beAnzeige
Die neue ViewLite
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Mensch&Büro 6/2011
zieht sich nicht allein auf die büronahen
Angebote. Mindestens genauso profitieren die vielen hier arbeitenden Menschen
von der sie umgebenden Infrastruktur.
Wer lange arbeitet und häufig beruflich
unterwegs ist, hat wenig Zeit, sich um die
alltäglichen Dinge zu kümmern. Umso
mehr werden er oder sie die Einzelhandelsgeschäfte und den Supermarkt mit
langen Öffnungszeiten sowie die zahlreichen Cafés und Restaurants zu schätzen
wissen. Ebenso den Friseur und eine Reinigung. Weitere Angebote sind geplant,
sagt Kehl: „Bald wird es hier Ärzte, eine
Kindertagesstätte und verschiedene Fitness- und Wellnessmöglichkeiten geben.“
Ein offener Ort
Konventionell gestaltete Bürozonen.
Fotos: Martin Joppen (3x)
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Dabei will das „Squaire“ – mit einer Gesamtfläche von über 200 000 Quadratmetern das derzeit größte Bürohaus
Deutschlands – jedoch kein abgeschlossener Ort für Büronutzer, deren Besucher
und Hotelgäste sein. Vielmehr öffnet es
sich auch für die Reisenden.
Sie haben die Wahl zwischen einem
schnellen Snack oder einem ausgedehnten italienischen, asiatischen oder bayerischen Essen. Und wer noch ein exklusives
Mitbringsel für daheim sucht, wird womöglich in den Schmuck- oder Parfümeriegeschäften fündig. Somit wird die Stadt
unter einem Dach vielfältigen Interessen
gerecht. Architekt Felka fasst die Qualität
des Gebäudes in dem Satz zusammen:
„Wir haben eine Bühne für die Nutzer
geschaffen.“
be
Mensch&Büro 6/2011
Vorschau Kollektion 2012
Officity® is a brand of
www.officity.it - info@officity.it
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