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Investieren wie die Großen - BVT

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Ausgabe 2 | November 2011 www.bvt.de
Extra blatt
D A S
B V T
M A G A Z I N
THEMENAUSGABE
Portfoliofonds
Investieren wie
die Großen
Performance:
Die schlechteste Altersvorsorge der Welt?
Profile:
Im Gespräch mit Dr. Werner Bauer
Arena:
Vorschau auf 2012
Editorial
Extrablatt 02/11
Rubrik
Liebe Leserinnen
und Leser,
auf der diesjährigen DKM, zu der ich als Teilnehmer an der Podiumsdiskussion zum Thema „Portfoliofonds als Gebot der Stunde“ eingeladen wurde,
sagte ein Kollege: „Portfoliofonds brauchen die vielen bunten Bilder in den
Prospekten eigentlich nicht. Diese Produkte müssen nicht über die Story verkauft werden.“ Stimmt genau. Wir erleben eine echte Zäsur. Die derzeitigen
Verwerfungen an den Kapitalmärkten sind in dieser Form noch nie da gewesen. Portfoliofonds, die in solide Sachwerte investieren, also Sicherheit
bieten, womit auch Kleinanleger breit diversifizieren können und die zudem
anständige Renditen anbieten, sind DIE Antwort auf die Krise. Das Einzige, was mich bei Portfoliofonds vielleicht etwas stört: der Name. Denn ein
Name wie Multi-Asset-Fonds oder auch Vermögensstrukturfonds macht es
sicherlich für viele Anleger leichter, das Konzept zu verstehen. Aber weil
diese Portfoliofonds die Antwort auf die Krise sind, haben wir dieses BVTExtrablatt ganz dieser spannenden Assetklasse gewidmet. Lesen Sie in unserer Titelgeschichte, wie auch kleine Anleger mittels Portfoliofonds wie die
Großen investieren können.
Oder schauen Sie auf Seite 14 und 15, welche beiden konträren Meinungen man zum Thema Ansparmodelle bei geschlossenen Fonds haben
kann. Portfoliofonds ist nicht gleich Portfoliofonds. Die Unterschiede in den
Modellen erläutern wir auf den Seiten 16 bis 17. Sicherlich kennen Sie auch
das Credo der Verbraucherschützer und bestimmter Medien, warum geschlossene Fonds nicht für die Altersvorsorge geeignet sind. Wir setzen dahinter
zumindest ein Fragezeichen, wie Sie auf Seite 18 sehen können. Außerdem
finden Sie in dieser Ausgabe ein Interview mit Dr. Werner Bauer, Geschäftsführer der Top Select Management GmbH, der die Merkmale der Top-SelectFonds en detail erklärt, eine Darstellung der Unternehmen, in deren Zielfonds
die bisherigen BVT-Portfoliofonds investiert haben, und zu guter Letzt einen
anregenden Ausblick einiger unserer Vertriebspartner aufs Jahr 2012.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre
Robert List
Geschäftsführer
2
Extrablatt 02/11
8
6
22
Impressum
5
Inhalt
Extrablatt
Das BVT Magazin
Herausgeber:
BVT Beratungs-, Verwaltungs- und
Treuhandgesellschaft für internationale
Vermögensanlagen mbH,
Leopoldstraße 7, 80802 München
Redaktion:
Robert List (verantwortlich)
E-Mail: rl@bvt.de
Verlag & Redaktion:
Alsterspree Verlag GmbH
Schumannstraße 17, 10117 Berlin
info@alsterspree-verlag.de
Hinweis:
Daten bzw. Informationen können sich
trotz sorgfältiger Recherche als nicht richtig
herausstellen oder kurzfristig verändern.
Die Redaktion kann daher weder Haftung
noch Garantie für die Aktualität, Richtigkeit
und Vollständigkeit von veröffentlichten
Informationen übernehmen. Auch haftet
die Redaktion nicht für Beiträge Dritter.
Bildnachweis:
Cover und Seite 6: sharply_done/istockphoto
Seite 4/5: Dream-Emotion/olly/Fotolia
Seite 12/13: Marina Lohrbach/Fotolia
Seite 22/23: by-studio/Fotolia
Seite 24/25: ullrich/Fotolia
Konzept und Gestaltung:
Ruth Schmidthammer, Graphik & Design
Layout: Jörn Salberg, Niels Flender
Druck:
Möller Druck und Verlag GmbH
Zeppelinstraße 6
16356 Ahrensfelde OT Blumberg
www.moellerdruck.de
Abdruck in Abstimmung mit der
Redaktion gestattet.
Editorial
2
Inhaltsverzeichnis/Impressum
3
Nachrichten
4
Titelstory
6
Portfoliofonds – investieren wie die Großen
Recht und Politik
12
Gewerblich oder vermögensverwaltend? Worauf Anleger und
Vermittler achten sollten
Performance
14
Pro und Contra Ansparfonds
Andreas Pilmes: Schnäppchenjäger versus Resterampe
Robert Krüger-Kassissa: Die schlechteste Altersvorsorge der Welt?
Profile
20
Dr. Werner Bauer, Geschäftsführer der Top Select Management GmbH
Große Namen und kleine Perlen
Solidität mit Sachwerten
Arena
26
Vorschau auf 2012 – Vertriebsexperten geben Antwort
3
nachrichten
Extrablatt 02/11
Das kleine
Wirtschaftswunder
Geschlossene Fonds sind gut
für den Standort Deutschland.
Seit nunmehr 40 Jahren gibt es
geschlossene Fonds hierzulande. Nicht
bei allen sind die Assoziationen mit
dieser Assetklasse positiv. Manch einer
denkt dabei vielleicht an verlorene
Investitionen und windige Geschäfte.
Doch dieser Eindruck trügt. Denn
geschlossene Fonds gestalten nichts
weniger als die Zukunft unseres
Landes. Sie sichern Arbeitsplätze und
ermöglichen Investitionen in wegweisende, zukunftssichernde Technologien. In der Branche wird jährlich (2010)
ein Investitionsvolumen von rund elf
Milliarden Euro umgesetzt. Allein im
Projektentwicklungsfonds bleiben aber eine Nische
im Bereich der geschlossenen Immobilienfonds.
Immobilienprojektentwicklungen
Fonds zurückführen, die noch vor
versprechen höhere Renditen als
den Auswirkungen der Finanzkri-
Investitionen in Bestandsimmo-
se auf den Markt kamen. Infolge
bilien, bringen aber auch größe-
der Verwerfungen an den interna-
re Risiken mit sich. Nach einem
tionalen Immobilienmärkten und
Hoch im Jahr 2008 haben Pro-
aufgrund der unter den Erwar-
jektentwicklungsfonds dieses Jahr
tungen liegenden Performance
an Bedeutung verloren und verla-
einiger Projektentwicklungsfonds
gern ihren geografischen Schwer-
mit
punkt nun auf Deutschland und
wie zum Beispiel Indien ließen
Europa. Zu diesem Ergebnis
sich 2009 solche Angebote nicht
kommt eine Untersuchung der
mehr platzieren. Für Steffen Möl-
Ratingagentur Scope. Laut Scope
ler, Scopes Chefanalyst, spricht
Beteiligungsbranche. Und nicht nur
lag der Anteil der Projektent-
allerdings die derzeitige Situation
online, sondern auch im Printbereich
wicklungen an allen aufgelegten
auf den Immobilienmärkten für
hat sich der VGF mit dem Magazin
Immobilien im Jahr 2008 – ge-
diese Fondsgattung. Denn Core-
„Das kleine Wirtschaftswunder“ et-
messen am prospektierten Eigen-
Objekte für geschlossene Fonds
was einfallen lassen. Eine sehr emp-
kapital – bei 14 Prozent. Das ent-
sind knapp. „Projektentwicklun-
fehlenswerte Lektüre, welche auch
spricht rund 370 Millionen Euro.
gen stellen eine Möglichkeit dar,
bei BVT bestellt werden kann (unter
2009 waren es 4,5 Prozent, im
diesem Problem zu begegnen.“
www.bvt.de im Bereich Anleger/In-
vergangenen Jahr 7 Prozent und
Auch BVT hat mit dem RealRen-
formationsmaterial oder telefonisch
dieses Jahr sind es wieder rund
dite Fonds derzeit einen attrakti-
unter 089 38165-206).
4 Prozent. Der hohe Wert von
ven kurzläufigen Projektentwick-
2008 lässt sich auf großvolumige
lungsfonds im Vertrieb.
vergangenen Jahr haben Fonds Objekte im Wert von rund 198 Milliarden
Euro bewirtschaftet. Alles Wissenwerte und Informatives rund um die
Branche der geschlossenen Fonds
erfahren Interessierte nun durch die
aufwendig gemachte Informationskampagne des VGF, Verband Geschlossene Fonds e. V.: So bietet die Website
www.kleines-wirtschaftswunder.de Videos, Interviews, Geschichten, Zahlen
und Fakten rund um die spannende
4
Angebotsknappheit nutzt
Projektentwicklungen
ausländischen
Standorten
Extrablatt 02/11
k-mi-Studie: Top Select Fund V bester Portfoliofonds
Top Select reüssiert durch
Flexibilität für Anleger und
bisherige Expertise.
„kapital-markt intern“ (k-mi) hat in
einer aktuellen Studie acht Portfoliofonds verschiedener Anbieter
unter die Lupe genommen. Eine
Anlageklasse, welche sich bei
Anlegern und Vertrieben wachsender Beliebtheit erfreut. „Auch wenn
Portfoliofonds eine im Vergleich zu
anderen Anlageformen relativ stabile
Entwicklung aufweisen, gab es doch
in diesem Segment die eine oder
andere Schwachstelle beziehungsweise weiteres Optimierungspotenzial“, schreibt k-mi. Die Analysten
haben die Fonds auf entsprechende
Schwachstellen abgeklopft und
zudem anhand des Investitionsfokus
Zeit gezeichnet werden, so dass für
aus. Auch wenn dadurch im Zweifel
sowie der k-mi-Kriterien-Checks in
die einzelne Investitionsentscheidung
einige „Renditekicks“ verpasst würden.
puncto Diversifikation und Realisie-
gegebenenfalls weniger Zeit verbleibt.
Eine weitere konzeptionelle Schwach-
rung, Vermeidung von Interessenkon-
Selbst bei größter Sorgfalt bei der
stelle einiger Portfoliofonds liegt vor,
flikten, Transparenz und Flexibilität
Auswahl der Zielfonds ist nach k-mi
wenn die Weitergabe von Provisionen
samt Management untersucht. Zum
eine auf der Zeitschiene mehrzykli-
der Zielfonds an den Dachfonds mit
Optimierungspotenzial gehört es,
sche Investition von Vorteil bei der
einem bestimmten Anteil gedeckelt
den sogenannten Resterampe-Effekt
Zusammenstellung des Portfolios:
ist, da hierdurch die Auswahl der
zu vermeiden, der offensichtlich ist,
einerseits vor dem Hintergrund stark
Zielfonds vergütungsabhängig wird
wenn große Tranchen an eigene Fonds
zyklischer Märkte sowie andererseits
und zwangsläufig Interessenkonflikte
vergeben werden, die gegebenenfalls
hinsichtlich der Verfügbarkeit guter
entstehen. Der BVT-Fonds überzeugt
Platzierungsschwierigkeiten haben.
Zielfonds. Dies spricht für eine längere
auf ganzer Linie, deshalb kommt k-mi
Allerdings spricht nichts dagegen,
Investitionsphase und ist damit auch
zu folgendem Fazit: „Dem idealen
zu einem moderaten Anteil „eigene
ein Argument für Ansparkonzepte,
Portfoliofonds am nächsten kommt
Fonds“ beizumischen, da Know-how
„wobei letztere jedoch über eine aus-
nach den Kriterien von k-mi in dieser
und ein Marktzugang als Zielfonds-
reichende Mindeststarteinlage verfü-
Betrachtung der Fonds Top Select V,
anbieter natürlich auch für das Ma-
gen müssen“. k-mi spricht sich in sei-
der insbesondere durch seine Flexibi-
nagement eines Dachfonds vorteilhaft
ner Analyse auch klar für erprobte und
lität für Anleger und durch die hohe
sein können. Problematisch ist zudem,
nicht für neue (und im Publikums-
Anzahl an Vorgängerfonds punkten
wenn zu viele Zielfonds in zu kurzer
fondsmarkt unerprobte) Anlageklassen
kann.“
5
T i te l s t o r y
Extrablatt 02/11
Einflussfaktoren auf die Portfoliorendite
60 % Asset Allocation
20 % Timing
20 % Einzelauswahl
Quelle: Harry Markowitz, Portfolio Selection, 1959
Die richtige Portfoliozusammensetzung, auch Asset
Allocation genannt, war bisher ein häufig unterschätzter Erfolgsbaustein. In Professor Busses Studien wird
der Asset Allocation eine Bedeutung von 60 Prozent
am Anlageerfolg beigemessen, in der Literatur werden
teilweise sogar Werte von 93 Prozent angenommen.
6
Extrablatt 02/11
Portfoliofonds
Investieren wie die Großen
Im Bereich der geschlossenen Fonds bilden Portfoliofonds eher eine Nische, aber
ihre Popularität steigt, gerade oder besser aufgrund der derzeit unruhigen Zeiten.
Autorin: Stephanie von Keudell
E
ine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der Initiati-
Einen Beitrag zur Lösung des Anlageproblems, das an-
ve „Investmentfonds. Nur für alle“ bringt es an den
gesichts des steigenden verfügbaren Vermögens und der
Tag: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der 1.002 be-
anhaltenden Unsicherheit an den Kapitalmärkten immer
fragten Bundesbürger nehmen für sich in Anspruch, sich
drängender wird, können Portfoliofonds leisten, die den
ganz allein mit konkreten Entscheidungen rund um die
Anleger bei der sogenannten Asset Allocation, der Aus-
Geldanlage auseinanderzusetzen. Im Gegenzug lassen aber
wahl, Gewichtung und Kombination von Kapitalanlagen,
auch vier von zehn (39 Prozent) solche Entscheidungen
unterstützt. Portfoliofonds sind Dachfonds, auch Vermö-
lieber jemand anderen für sich erledigen. Dieses Umfrage-
gensstruktur- oder Multi-Asset-Fonds genannt, die Sach-
ergebnis bestätigt den Eindruck, dass sich ein Großteil der
wertbeteiligungen, also geschlossene Fonds, aus mehreren
Anleger ausführlicher mit dem Kauf einer neuen Wasch-
Assetklassen in einer einzigen Beteiligung bündeln. In der
maschine als mit der Anlage von Beträgen beschäftigt, für
Regel sind mindestens Immobilien-, Schiffs-, Flugzeug-
die man gut und gerne zehn Waschmaschinen erstehen
und Erneuerbare-Energien-Beteiligungen enthalten, je
könnte, sich jedoch der Unerfreulichkeit dieser Tatsache
nach Präferenz auch noch Private Equity und Spezialthe-
sehr wohl bewusst ist.
men wie Infrastruktur oder Rohstoffe. Der anlagetheoretische Hintergrund besteht in der traditionellen Portfo-
Der Bankbeamte hat ausgedient
Delegieren ist allerdings bei überschaubaren Anlagevolumina bis
zum niedrigen sechsstelligen Bereich nicht so einfach, wie es klingt:
Dass der gute alte Bankbeamte, dem
man in allen finanziellen Belangen
vertrauen konnte, inzwischen Geschichte ist, hat sich herumgesprochen. Doch welcher unabhängige
Vermögensverwalter ist schon bereit,
sich um ein Portfolio dieser Größenordnung wirklich zu kümmern?
liotheorie von Harry M. Markowitz.
„Mit Portfoliofonds können
auch weniger vermögende Anleger, deren Depotstruktur und Risikoneigung
grundsätzlich die Investition in unternehmerische Beteiligungen zulassen, breit
diversifiziert in Sachwerte
investieren.“
Sie besagt vereinfacht, dass eine
ausgewogene Mischung unterschiedlicher und möglichst unterschiedlich
reagierender Assetklassen im Portfolio dessen Effizienz in puncto Risiko
und Rendite zu steigern vermag. Zu
deutsch: Anleger sollten nicht alle
Eier in einen Korb legen. Die von
Nobelpreisträger Markowitz erstmals
vor rund 50 Jahren beschriebenen
Portfolio-Effekte ergeben sich aus
den Abhängigkeiten der Wertent-
7
T i te l s t o r y
Extrablatt 02/11
wicklungen einzelner Anlageklassen. Dabei gilt die Regel:
dass sie der Performance des Portfolios gut tun können –
Je unabhängiger, desto besser.
den richtigen Mix vorausgesetzt.
Für geschlossene Fonds gab es bis vor Kurzem keine
Wer ein solches „effizientes“ Portfolio für sich selbst
Performance-Charts, denn die Vielzahl der Performance-
nachbauen will (in der Abbildung auf Seite 10 als „Mini-
daten wurde nicht lückenlos erfasst. Doch ohne Charts
mum Risk Portfolio“ bezeichnet), stößt allerdings schnell
keine Grundlage für die gemeinsame Untersuchung von
an die Grenzen des eigenen Vermögens: Das Minimum
börsennotierten Wertpapieren und geschlossenen Fonds.
Risk Portfolio liegt auf der Effizienzlinie und bezeichnet das
Professor Busse und sein Team machten sich deshalb an
Portfolio, das die Zielrendite mit dem minimalen Risiko rea-
die aufwendige Arbeit, akribisch die Wertentwicklung
lisiert. Ein klassischer geschlossener Fonds investiert in eine
von über 7.000 Fondsbeteiligungen zu untersuchen und
Immobilie, ein Schiff oder ein Flugzeug – um also auch nur
zu virtuellen Kurswerten auszuarbeiten. Ergebnis: Per-
ansatzweise eine Risikostreuung zu erzielen, müssten meh-
formance-Charts von sieben verschiedenen Assetklassen
rere Fonds ins Portfolio aufgenommen werden.
und damit erstmals die Möglichkeit, die Korrelation geschlossener Fonds mit anderen Assetklassen rechnerisch
Portfoliofonds attraktiv in der Finanzkrise
abzubilden.
Bei Mindestzeichnungssummen von etwa 10.000 Euro pro
„Die erste erstaunliche Erkenntnis aus den Studien:
Fonds und einem empfohlenen Anteil von Sachwertbetei-
Der überwiegende Teil des in geschlossene Fonds inves-
ligungen zwischen 10 und 15 Prozent des Gesamtportfolios
tierten Kapitals wird erfolgreich verwaltet“, betont Profes-
können Ein-Asset-Fonds dem Anspruch an eine brauchba-
sor Busse. Weitaus wichtiger noch ist das Ergebnis, dass
re Diversifizierung nie genügen. In diesem Zusammenhang
geschlossene Fondsbeteiligungen größtenteils nur gering
ist es nachvollziehbar, dass die Attraktivität von Portfolio-
mit anderen Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien und
fonds gerade im Zuge der Finanzkrise deutlich zugenom-
festverzinslichen Wertpapieren korrelieren. Dies bedeutet,
men hat, wie auch das regelmäßige „Vertriebsbarometer“
(Gewünschte) unabhängige Entwicklung zweier Assetklassen im Portfolio
Rendite
beispielhafte Darstellung
Assetklasse 1
Assetklasse 2
Zeit (15 Jahre)
Quelle: Busse Asset Optimizer GmbH
8
Extrablatt 02/11
von Fonds & Co. zeigt. Sie ermöglichen eine breite Diversifizierung
auch im privaten Portfolio bereits ab
Zeichnungssummen von 5.000 Euro.
„Damit können auch weniger vermögende Anleger, deren Depotstruktur
und Risikoneigung grundsätzlich
die Investition in unternehmerische
Beteiligungen zulassen, breit diversifiziert in Sachwerte investieren“,
erkärt WealthCap-Geschäftsführerin
Gabriele Volz.
Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz zwingt Mittelständler, ihre Pensionszusagen
realistisch zu decken. Der
Druck auf die Renditen der
bisher zu diesem Zweck üblichen Lebensversicherungskonzepte zwingt zur Suche
nach Alternativen.
tisch zu decken. Der Druck auf
die Renditen der bisher zu diesem
Zweck üblichen Lebensversicherungskonzepte zwingt zur Suche
nach Alternativen. Gerade für
den Mittelstand besteht hier dringender Handlungsbedarf, um die
eigene Bilanz zu entlasten. Portfoliofonds können diese Lücke
hervorragend füllen, da sie die
Abhängigkeit der Rückdeckung
von den volatilen Aktienmärkten verringern. Aufgrund ihrer
Rückdeckung von Pensionszusagen
langfristigen Bindung an die
In aller Regel liegen die Renditen von Portfoliofonds unter
zugrunde liegenden Assets reagieren Portfoliofonds nicht
den Spitzenergebnissen aus den einzelnen vertretenen As-
mit kurzfristigen Wertschwankungen auf erratische Aus-
setklassen, ihr Verlustrisiko allerdings auch. Sie sind also
schläge an den betreffenden Märkten. Flexibel wählbare
typische Vertreter der „Lieber den Spatz in der Hand als
Ansparphasen ermöglichen eine individuelle Anpassung
die Taube auf dem Dach“-Philosophie und können deshalb
der Investitionsbeiträge zum Aufbau des Rückdeckungs-
noch eine weitere Funktion im Bereich der betrieblichen
vermögens an die Liquiditätssituation des jeweiligen Un-
Altersvorsorge erfüllen: Das Bilanzrechtsmodernisierungs-
ternehmens. Mehrere Initiatoren bieten bereits solche spe-
gesetz zwingt Unternehmen, ihre Pensionszusagen realis-
zialisierten Portfolio-Sparpläne für Unternehmen an.
9
T i te l s t o r y
Extrablatt 02/11
Auch für Privatanleger besteht bei einigen Angeboten die
Option, den Beteiligungsbetrag in Raten zu zahlen. Die-
Die „Effizienzlinie“
se grundsätzlich attraktive Option will jedoch gut überlegt sein: Niedrige monatliche Raten ohne wesentliche
Minimum Risk
Portfolio
Ansparphase, so dass sich der Investitionsfortschritt des
Fonds tendenziell verlangsamt. Von elementarer Bedeutung ist bei Ratensparplänen eine außergewöhnlich strenge Kostendisziplin, damit das angesparte Kapital so früh
wie möglich zum Aufbau des Portfolios genutzt werden
kann und nicht ausschließlich der Deckung von Provisio-
sinnvoller Bereich
Renditeerwartungswert
Einmalzahlung führen zu einer überproportional langen
nicht sinnvoller Bereich
nen und Einmalkosten dient. In jedem Fall stellt die Ausgestaltung als Ratensparplan hohe Anforderungen an das
Risiko
Verantwortungsbewusstsein des Vertriebs, interessierten
Anlegern trotz der niedrigen monatlichen Belastung den
Charakter auch von Portfoliofonds als unternehmerische
Beteiligungen zu verdeutlichen.
Sofern diese Voraussetzungen gegeben sind, stellen Portfoliofonds einen geeigneten Einstieg in die In-
Die aus allen möglichen optimalen Rendite-Risiko-Paaren resultierende Kurve ist die „Effizienzlinie“ - eine liegende Parabel. Sie
verdeutlicht auch, dass es im zusammengesetzten Portfolio einen
„nicht sinnvollen“ Renditebereich gibt. Der Scheitelpunkt der Parabel
markiert die Zusammensetzung mit der geringsten Abweichungsneigung, das sogenannte Minimum Risk Portfolio.
Quelle: Busse Asset Optimizer GmbH
vestmentwelt geschlossener Fonds dar. Informationen zur
Auswahl des passenden Angebots bietet der Infokasten
„Vertrieb von Portfoliofonds“, zu den Hintergründen der
view Prof. Dr. Franz-Joseph Busse vom INFINANZ Institut
Leistungsfähigkeit von Portfoliofonds äußert sich im Inter-
für Finanz- und Investitionsmanagement GmbH.
HINTERGRUND
Das sollten Vermittler/Makler beachten
Gebührenstruktur:
unabhängig erfolgen. Allerdings kann eine
Fallen einmalige und laufende Fonds- und
moderate Beimischung eigener Fonds aus
Vertriebskosten sowohl auf Ebene der Fonds-
Spezialbereichen des Emittenten durchaus
Zielfondsauswahl:
gesellschaft als auch auf Ebene der Zielfonds
sinnvoll sein.
Wer wählt die Zielfonds aus? Der Initiator
handelt es sich um Soll-Kriterien?
des Portfoliofonds oder ein unabhängiges
an oder werden empfangene Vertriebsvergütungen gutgeschrieben? Nach Möglichkeit
Investitionskriterien:
Expertengremium? Wie transparent ist der
sollten keine oder nur wenige doppelte Kos-
Wie viele und welche Assetklassen sind
Auswahlprozess?
ten entstehen, insbesondere das Agio sollte
vorgesehen? Gibt es klare Richtlinien
nur einmal anfallen. Ist die Kostenbelastung
zur Gewichtung im Fonds? Wie viele
Fondsstruktur:
des Portfoliofonds so niedrig wie möglich?
Zielfonds müssen mindestens gezeichnet
Werden Investments in gewerbliche und ver-
werden? Welcher Betrag darf höchstens
mögensverwaltende Zielfonds konzeptionell
Zielfonds:
in einen Zielfonds/in Zielfonds eines
sauber getrennt? Ermöglicht die Konzeption
Sie sollten keinesfalls ausschließlich aus
Initiators/in Zielfonds aus einem Land
eine Investition in Zielfonds mit ausländi-
dem Produktangebot des Initiators stammen.
investiert werden? Ist die Einhaltung der
schen Investitionsobjekten (etwa Auslands­
Vielmehr sollte die Fondsauswahl anbieter­
Investitionskriterien verpflichtend oder
immobilienfonds)?
10
Extrablatt 02/11
„Ein wichtiges Argument
pro Portfoliofonds ist die Risikostreuung“
Was können Portfoliofonds für
Interview mit Prof. Dr. Franz-Joseph Busse, INFINANZ Institut
welche Anleger leisten?
für Finanz- und Investitionsmanagement GmbH
Portfoliofonds sind nach meinem Dafürhalten geeignet für Anlegerschich-
Prof. Dr. Franz-Joseph Busse
INFINANZ Institut
ten, die bislang keine Sachwert­
investments im Portfolio hatten. Wer
erstmals einen geschlossenen Fonds
Prof. Dr. Busse ist seit vielen Jahren im Finanzdienstleis-
zeichnet, würde mit einer klassischen
tungsmarkt präsent. Er ist seit Beginn der Produktlinie
Einobjektgesellschaft (etwa aus den
Spezialist für geschlossene Fonds. Er hat zu diesem Thema
Segmenten Schiffe oder Immobili-
geforscht und publiziert. In seinen Funktionen als Investi-
en) ein erhebliches Klumpenrisiko
tionsmanager verschiedener Sachwertfonds entscheidet er
über Portfoliostrukturen und berät Emissionshäuser. Prof. Dr.
ins Portfolio tragen. Die Zeichnung
Busse hat eine Reihe von wissenschaftlichen Studien zum
mehrerer geschlossener Fonds aus
Thema der Auswirkungen der Beimischung geschlossener
verschiedenen Segmenten mit dem
Fonds zu klassischen Depotstrukturen erstellt.
Ziel der Risikostreuung jedoch erfordert einen erheblichen Kapitaleinsatz.
Der Portfoliofonds bietet solchen
kungsrechte an einer einzigen Stelle
Risikostreuung wirken sich solche Er-
Anlegern eine erhebliche Risikodiver-
wahrnehmen.
eignisse jedoch nur abgeschwächt auf
sifikation bereits in einem Fonds.
den Portfoliofonds und erst recht aufs
Haben Portfoliofonds die zurücklie-
Was ist in Ihren Augen die Haupt-
genden Krisenjahre Ihrer Einschät-
Gesamtportfolio des Anlegers aus.
funktion eines Portfoliofonds?
zung nach besser oder schlechter
Ist es mit Portfoliofonds möglich, die
Ein wichtiges Argument pro Portfo-
überstanden als Aktieninvestments?
Anlagestrategie von Family Offices
liofonds ist die Losgrößentransfor-
Systemimmanent schlägt die kurz-
für Privatanleger nachzubilden?
mation, die, wie bereits ausgeführt,
fristige Volatilität an den zugrunde
Nein, das ist systembedingt nicht
eine Risikostreuung über beispiels-
liegenden Märkten auf Portfoliofonds
möglich. In der Anlagestrategie von
weise die Segmente Fotovoltaik,
wegen ihrer langfristigen Vertrags-
Family Offices machen Investments in
Lokomotiven, Schiffe, Container,
bindung nicht durch. Durch diese
Aktien, Unternehmensanleihen und so
Flugzeuge und Immobilien bereits
lange Bindung werden kurzfristige
weiter einen erheblichen Anteil aus,
für einen niedrigen fünfstelligen Be-
Überreaktionen auf Marktverwerfun-
der durch einen Portfoliofonds auf Ba-
trag ermöglicht. Das andere zentrale
gen weitgehend verhindert. Allein im
sis geschlossener Fonds nicht geleistet
Argument ist „Convenience“: Der
letzten Jahr haben Aktien rund 30
werden kann. Den in einer Größenord-
Anleger hat für seine Investments
Prozent verloren. Schwerste gesamt-
nung von 10 bis 15 Prozent, je nach
in so unterschiedliche Sektoren nur
wirtschaftliche Störungen schlagen
Gesamtanlagevolumen, empfohlenen
einen Ansprechpartner, er erhält
früher oder später in der Tat auch
Sachwertanteil im Portfolio kann der
trotz breit gestreuter Sachwertbetei-
auf die Sachwertinvestments in
Anleger hingegen mit einem Portfolio-
ligungen gebündelt aus einer Hand
Portfoliofonds durch, wenn etwa der
fonds problemlos darstellen und damit
die relevanten Berichte und Infor-
Mieter einer Fondsimmobilie insolvent
die Volatilität seines Gesamtportfolios
mationen und kann seine Mitwir-
werden sollte. Durch die „eingebaute“
erheblich glätten.
11
Extrablatt 02/11
Recht und Politik
Gewerblich oder
vermögensverwaltend?
§
§
Worauf Anleger und Vermittler achten sollten
Geschlossene Fonds – insbesondere
Portfoliofonds mit Ansparmöglichkeit –
spielen bei der Altersvorsorge eine
zunehmende Rolle. Berater und
Anlageinteressenten sollten sich jedoch
bewusst sein, dass die Einkünfte
aus der Beteiligung an einem
geschlossenen Fonds (gewerblich oder
vermögensverwaltend) unter Umständen
auf sozialversicherungsrechtliche
Renten eines Anlegers angerechnet
werden und im Übrigen zu einer
Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen
Kranken- beziehungsweise Pflegever­
sicherung führen können.
HINTERGRUND
Ein Fallbeispiel aus einem Internetforum
12
Ich bin 60 Jahre alt und schwerbehin-
oder kündigen will man mir auch
stituten, die den steuerlichen Gewinn
dert. Aus gesundheitlichen Gründen
nicht. Bei einer vorgezogenen Rente
mindern könnten.
würde ich gerne mit einem Abschlag
wegen Schwerbehinderung habe ich
Die Rentenversicherung teilte mir
in Rente gehen, mit 63 könnte ich das
folgendes Problem:
mit, dass ich aufgrund meiner
ohne Abschlag. Zurzeit arbeite ich
Ich betreibe seit 2004 mehrere
gewerblichen Einnahmen nur eine
noch als Angestellter in der Industrie
Fotovoltaikanlagen und erziele einen
Zweidrittelrente erhalten würde (eine
(seit 30 Jahren im selben Betrieb). Ich
steuerlichen Gewinn von rund 12.000
Vollrente entspräche circa 1.500
werde nicht mehr dringend gebraucht,
Euro p. a., dazu kommen noch etwa
Euro nach derzeitigem Stand). Mit
habe nach Umstrukturierungen keine
3.000 Euro aus einer Windparkbetei-
65 würde ich eine Vollrente erhalten,
echten Perspektiven mehr im Betrieb,
ligung. Ich habe keine nennenswerten
der Abschlag wäre aber lebenslang
einen Aufhebungsvertrag anbieten
Verbindlichkeiten gegenüber Bankin-
wirksam.
Extrablatt 02/11
Einkünfte aus der Beteiligung
an einer gewerblichen Fonds-KG
Sofern die Einkünfte des Anlegers,
gegebenenfalls unter Hinzurechnung
weiterer Einkünfte, die vom Gesetzgeber festgelegten Hinzuverdienstgrenzen überschreiten, haben sie
regelmäßig (negative) Auswirkungen
auf eine vorgezogene Altersrente,
auf Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und auf Renten wegen Todes (bis hin zur vollständigen Kürzung der jeweiligen Rente).
Insbesondere vor dem Hintergrund
steigender Regelaltersgrenzen nimmt
nach unserer Einschätzung die Wahrscheinlichkeit, in „Frührente“ zu gehen, deutlich zu. Im Übrigen werden
Einkünfte aus der Beteiligung an
einer gewerblichen Fonds-KG unter
Umständen bei der Bemessung der
Aufklärungspflicht der Berater
Auch muss bei geschlossenen Fonds
Beiträge zur gesetzlichen Kranken-
Dieses Beispiel des 60-jährigen Man-
und dabei insbesondere bei Port-
beziehungsweise Pflegeversicherung
nes zeigt die Bedeutung der Unter-
foliofonds beachtet werden, dass
berücksichtigt.
scheidung, ob ein Fonds eine gewerb-
bereits eine einzelne gewerbliche
liche oder vermögensverwaltende
Beteiligung, die eine vermögensver-
Einkünfte aus der Beteiligung
Struktur aufweist. Klärt ein Berater
waltende Fondsgesellschaft eingeht,
an einer vermögensverwaltenden
seine Kunden über die Auswirkungen
– sofern die gewerblichen Einkünfte
Fonds-KG
der Einkünfte nicht auf, könnten die-
nicht über eine „Blockergesellschaft“
Einkünfte aus einer vermögensver-
se ihn nach Zeichnung eines Fonds
abgeschirmt werden – die übrigen
waltenden Fonds-KG werden unter
unter Umständen wegen fehlerhafter
Einkünfte der Fondsgesellschaft aus
Umständen auf Renten wegen Todes
Anlageberatung in Anspruch neh-
der
„infi-
angerechnet, im Gegensatz zu den ge-
men. Insbesondere die Bedeutung
ziert“. Das heißt, in diesem Fall sind
werblichen Einkünften jedoch nicht auf
gewerblicher Einkünfte aus geschlos-
alle Einkünfte der Fondsgesellschaft
vorgezogene Altersrenten oder Renten
senen Fonds wird in der Beraterpra-
unabhängig von der Herkunft als
wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.
xis gelegentlich heruntergespielt, da
gewerblich einzustufen. Aber nicht
Auch Einkünfte aus der Beteiligung an
vielfach nur Schiffsbeteiligungen
nur gewerbliche Einkünfte, sondern
einer vermögensverwaltenden Fonds-
betrachtet werden. Diese haben auf-
auch Einkünfte aus einer vermö-
KG werden unter Umständen bei der
grund der Tonnagebesteuerung ein
gensverwaltenden Fonds-KG (die
Bemessung der Beiträge zur gesetzli-
geringes gewerbesteuerliches Ergeb-
beispielsweise Einkünfte aus Kapital-
chen Kranken- beziehungsweise Pfle-
nis und sind daher in der Tat nicht
vermögen oder aus Vermietung und
geversicherung berücksichtigt, hier
so entscheidend. Neben Schiffsfonds
Verpachtung erzielt) können sich zu-
jedoch nur bei freiwilligen Mitgliedern
können aber gewerbliche Einkünf-
lasten eines Anlegers auf dessen Be-
der gesetzlichen Krankenversicherung
te unter anderem auch aus Private-
zug von Sozialversicherungsrenten
beziehungsweise bei Mitgliedern der
Equity-Fonds, Flugzeugfonds oder
beziehungsweise auf die Höhe seiner
sozialen Pflegeversicherung, die nicht
Immobilienfonds (Projektentwick-
Beiträge zur gesetzlichen Kranken-
in der gesetzlichen Krankenversiche-
lungen) stammen.
und Pflegeversicherung auswirken.
rung versichert sind.
Vermögensverwaltung
13
pe r f o r m a n c e
Extrablatt 02/11
Robert List
Geschäftsführer
BVT Unternehmensgruppe
Pro
Diversifikation ein
Privileg Vermögender?
In der Branche der geschlossenen Fonds stehen sich seit Jahren in puncto Ansparpläne zwei Parteien
gegenüber. Ein Thema - zwei Meinungen. Der Pro-Beitrag von Robert List.
D
14
er deutsche Anleger ist ängstlich und risikoscheu. Mitt-
Absicherung des Vermögens besonders ausgeprägt. Anspar-
lerweile fast eine Binsenweisheit. Diese Ängstlichkeit
pläne helfen aus diesem Dilemma. Denn über flexible Ein-
hat sich in der aktuellen Krise noch deutlich verschärft.
zahlungen können auch Menschen mit mittleren Einkom-
Vorbei die Zeiten, in denen börsengehandelte Wertpapiere
men ihr Vermögen sinnvoll aufbauen, die Volatilität ihrer
mit hohen Wertzuwächsen bei moderaten Schwankungen
Portfolios senken, ihre Diversifikation erhöhen und, das ist
punkteten. Vermögensverwalter und Vorzeigeinvestoren wie
insbesondere heutzutage wichtiger denn je, ihre Vermögens-
die Harvard-Stiftung wissen schon seit Jahrzehnten: Nur Di-
anlagen krisensicher machen. Für mich zählt die Verteufe-
versifikation schafft Sicherheit. Dieser Satz gilt immer und
lung der Ansparpläne zu einem der Dogmen dieser Branche,
in der Krise besonders. Doch bei vielen Anlegern ist diese
die immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt werden,
Erkenntnis noch nicht angekommen. So belegt eine Studie
ohne sie auf Sinnhaftigkeit zu hinterfragen. Für Sparer und
des DIW Berlin, dass 48 Prozent der deutschen Haushalte
vermögende Kunden mit einem Budget von einer Million
nur in zwei bis drei Anlageklassen investieren. Lebensversi-
Euro gelten prinzipiell die gleichen Notwendigkeiten. Die
cherungen und Sparguthaben, also Geldwerte, spielen dabei
Kritik an den Ansparplänen bezieht sich dabei nicht auf das
die größte Rolle. Die Staatsverschuldungen weltweit neh-
Konstrukt als solches, denn die Vorteile liegen auf der Hand,
men nie geahnte Ausmaße an. Kommt also eine Inflation?
sondern auf die Umsetzung. Und in der Tat sind beispiels-
Und wie schütze ich mein Vermögen davor? Der Einstieg
weise die eingeschränkte Flexibilität oder auch die höhe-
in die eigengenutzte Wohnimmobilie wird dabei von vielen
ren Kosten im Vergleich zum Einmalinvestment wichtige
propagiert. Aber sollten Anleger jetzt einsteigen, wo Wohn­
Prüfsteine bei der Umsetzung dieser Ansparfonds. Sie sind
immobilien gerade in den Metropolen deutlich überteuert
erkannt und für unsere Top-Select-Fund-Serie haben wir
sind? Oder drohen doch eher japanische Verhältnisse mit
dafür entsprechende Lösungen. Aus aktuellen Gesprächen
fallenden Immobilien- und Aktienpreisen? Diese Fragen
mit Banken und Vertrieben wissen wir, dass viele Anleger
stellen sich große wie kleine Anleger gleichermaßen; die
sachwertbasierte Produkte mit verhältnismäßig kleinen Ein-
Antwort darauf ist verhältnismäßig einfach und bereits ge-
stiegssummen suchen. Portfoliofonds auch als Variante mit
nannt: Diversifikation ist die einzig seriöse Lösung bei unsi-
Ansparplänen punkten hier auf ganzer Linie. Der Anleger
cheren Verhältnissen. Eine gute Möglichkeit, sein Vermögen
streut über Zeit, Segment, Produkt und Anbieter. Die Inves-
zu streuen und seine Vermögenswerte dadurch krisensicher
titionsphase erstreckt sich über mehrere Jahre, so profitiert
zu machen, ist die Investition in geschlossene Fonds. Doch
der Anleger von den Chancen unterschiedlicher Marktzyk-
die Mindestbeteiligungen bei vielen geschlossenen Fonds
len. Er investiert in mehrere voneinander unabhängige As-
liegen zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Damit bleiben vie-
setklassen, Segmente und Objekte. Mehr Diversifikation und
le sachwertorientierte Sparer außen vor. Dabei sind gerade
damit Krisenschutz geht nicht – nicht nur für die großen,
bei diesen Anlegern die Krisenangst und der Wunsch nach
sondern auch für die kleinen Anleger.
Extrablatt 02/11
Contra
Jürgen Salamon
Geschäftsführender Gesellschafter
Dr. Peters Group
Geschlossene Fonds
kein Ansparprodukt
Anleger in geschlossene Fonds sollten bereits über ein Geldanlageportfolio und freie Liquidität verfügen.
G
emeinsam mit anderen Anlegern in kapitalintensive
Ansparweg verfügen. Bei Kreditinstituten gibt es diverse
Sachwerte zu investieren, die man als Einzelinvestor
Produkte, die über Ansparmodelle einen Vermögensauf-
nicht stemmen kann, ist seit Jahrzehnten die Grundidee des
bau bieten und gleichzeitig den Kapitalerhalt sicherstellen.
geschlossenen Fonds beziehungsweise einer unternehme-
Hier fällt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wesent-
rischen Beteiligung. Damit bietet der geschlossene Fonds
lich geringer aus, als dies bei einem geschlossenen Fonds
einer breiteren Öffentlichkeit die Möglichkeit, zum Beispiel
in der Regel der Fall ist. Dennoch stellt sich die Frage, ob
in Flugzeuge, Schiffe oder Immobilien zu inves­tieren und
der geschlossene Fonds als Anspar-Modell geeignet ist. Wir
an deren wirtschaftlicher Entwicklung zu partizipieren.
meinen eher nicht, da sich aufgrund von beispielsweise be-
Solide und sicherheitsorientierte Fondskonzepte bilden bei
ruflichen Veränderungen oder aus familiären Gründen die
der Strukturierung eines Geldanlageportfolios ein probates
Lebensumstände derart ändern können, dass der Anspar-
Instrument, um dieses auf hohem Niveau zu stabilisieren.
Anleger gezwungen wäre, das Ansparmodell einzustellen.
Hier liegt auch der Ansatz unseres Hauses. Wir sind
In diesem Fall müssten die Gesellschafteranteile wahr-
der Meinung, dass ein Anleger in geschlossenen Fonds be-
scheinlich auf dem Zweitmarkt verkauft werden und der
reits über ein Geldanlageportfolio verfügen sollte und bei
Anleger kann nicht von den langfristigen Einnahmen der
der Investition freie Liquidität zur Verfügung hat, die er
Fondsgesellschaft und dem Veräußerungserlös profitieren.
langfristig einsetzen kann. Denn die Investition in einen
Da sich darüber hinaus die Beteiligung noch in der Anspar-
geschlossenen Fonds ist in der Regel langfristig ausgerich-
phase befindet, ist ein rentierlicher Verkauf der Gesellschaf-
tet und rentiert sich am meisten für den Anleger, wenn er
teranteile eher unwahrscheinlich. Sollte darüber hinaus ein
bis zur Veräußerung des Investitionsobjekts Gesellschafter
Ansparfonds noch Blind-Pool-Charakter haben, kann der
der Fondsgesellschaft bleibt. Ungünstig wäre es, wenn der
Anleger das Investment nicht nachvollziehen beziehungs-
Investor innerhalb der Fondslaufzeit dringend Liquidität
weise genau eingrenzen. Dadurch geht ein wesentliches
benötigen würde und seine Gesellschafteranteile auf dem
Charakteristikum des geschlossenen Fonds verloren.
Zweitmarkt veräußern müsste. Denn in diesem Fall kann er
Unseres Erachtens sind die Investoren für einen ge-
möglicherweise unter einem ungünstigen Kursniveau lei-
schlossenen Fonds am besten geeignet, die ihre Lebens-
den, auf jeden Fall jedoch nicht beim Exit von den Veräuße-
umstände finanziell abgesichert haben, bereits über ein
rungserlösen profitieren. Bei einem Ansparfonds ist unseres
Geldanlageportfolio verfügen und in der Lage sind, da­
Erachtens den meisten Anlegern zu unterstellen, dass nicht
rüber hinaus Liquidität mittel- bis langfris­tig einzusetzen.
genügend Liquidität zur Verfügung steht, um ein Einmal-
Denn das sind die Voraussetzungen dafür, dass der Anleger
investment unter den vorstehenden Voraussetzungen täti-
über den ganzen Lebenszyklus eines geschlossenen Fonds
gen zu können. Sicher gibt es Anleger, die monatlich über
bis hin zum Verkauf des Investitionsobjekts von den wirt-
eine ausreichende Liquidität für eine Geldanlage auf dem
schaftlichen Ergebnissen profitieren kann.
15
Extrablatt 02/11
per f o r m a n c e
... Schnäppchenjäger
versus ...
... Resterampe
Die einen scannen den Markt,
andere packen nur eigene Produkte in ihre Portfoliofonds.
Worauf Anleger bei Initiatoren
Andreas Pilmes
achten sollten
Anlegen ist Vertrauenssache. Natürlich, das ist eine Binsenweisheit. Aber
eine, die man offenbar immer wieder
mal hervorholen muss.
Es ist einige Zeit vergangen, seit
man dem Bankberater vertraute. Es
Schnäppchenjäger
ist auch schon ein bisschen her, dass
man auf vermeintlich heiße Tipps
von scheinbar Eingeweihten hörte.
Oder an die Prophezeiungen bevorstehender goldener Zeiten glaubte,
versus
Resterampe
wahlweise auch an den Untergang
der Finanzwelt per se. Kurzum, wenn
es um Geldanlage geht, haben wir
Deutsche ein Vertrauensproblem. Eines, das über die Jahre gewachsen
und das angesichts diverser Enttäuschungen durchaus nachvollziehbar
ist. An der Börse ist dieses Vertrauensproblem ganz deutlich zu sehen:
Vor zehn Jahren gab es noch 13 Millionen Aktionäre hierzulande, heute
sind davon laut Deutschem Aktieninstitut noch 3,4 Millionen übrig geblieben.
16
Extrablatt 02/11
Auf der Suche nach einer
hauseigenen Investmentangebots so-
sicheren Anlageform
zusagen.
KURZBIOGRAFIE
Übrig ist jedoch auch noch eine Men-
„Bei unseren eigenen Produkten
ge Geld. Von dem in unsicheren Zeiten
wissen wir genau, was drinsteckt. Wir
wie diesen viele nicht wissen, wohin
sind von den Konzepten überzeugt,
damit. So sind manche auf der Su-
warum sollten wir dann auf Fremd-
che nach einer sicheren Anlageform,
produkte zurückgreifen?“, so oder
Andreas Pilmes ist freier Journalist und Autor
die das Geld dennoch zuverlässig ar-
ähnlich lautet oft die Begründung für
in München. Bevor er sich selbstständig mach-
beiten lässt, bei geschlossenen Fonds
einen Portfoliofonds, der gefüllt ist mit
te, war er mehr als zehn Jahre lang in leitender
gelandet, bei Portfoliofonds womög-
Zielfonds ein- und desselben Siegels.
Position beim Finanz- und Wirtschaftsblatt
lich. Eine breit gestreute Vermögens-
Eine Variante davon, die gerne bei ei-
„Euro am Sonntag“ tätig, zu dessen Grün-
verwaltung im Kleinen, geeignet für
ner Übergewichtung eines bestimmten
dungsmannschaft er gehörte. Auch heute noch
dicke ebenso wie für schmalere Porte-
Sektors genommen wird, lautet: „Auf
schreibt er für dieses Blatt ebenso wie für das
monnaies und vor allem sicher, da es
diesem Gebiet haben wir besonders
Schwestermagazin „Euro“ oder die Schweizer
vorwiegend um Sachwerte geht – es
hohe Kompetenz, aufgrund der ver-
Finanzzeitschrift „Stocks“ sowie diverse andere
ist nicht wenig, was Portfoliofonds
schiedenen Laufzeiten und Gewich-
namhafte Publikationen.
versprechen. Und da taucht natürlich
tungen innerhalb dieser Klasse lassen
wieder die Vertrauensfrage auf. Denn
sich dennoch eine gute Risikostreuung
großen Versprechen traut keiner mehr
und Rendite erreichen.“
Andreas Pilmes
ein Initiator einen Großteil oder gar
blind.
Kritik an Portfoliofonds
alle Zielfonds aus dem eigenen Port-
Portfoliofonds die besten Angebote
Es sind Aussagen wie diese, die Kritiker
folio wählt. Denn damit gibt er vor,
aus diversen Segmenten: Aus Private
von Portfoliofonds auf den Plan rufen.
über alle Assetklassen hinweg das bes-
Equity ebenso wie aus in- und auslän-
Denn zumindest riecht es danach, dass
te Angebot im Haus zu haben – und
Der Idee nach bündelt ein guter
dischen Immobilien, dazu Beteiligungen aus der Schiffs-, Flugzeug- oder
Umweltindustrie. Auch börsennotierte
Fonds können Zielobjekte sein. Ein
bunter Mix über viele Branchen eben,
für den der Initiator den Markt sondieren muss, will er die günstigsten
das kann keiner. Aber wenn ein Initi-
Eine Art Reste­rampe
des hauseigenen
Investment­angebots
sozusagen.
und vielversprechendsten Angebote
ator von den Zielfonds anderer nichts
hält, warum sollte er nicht auf ein
eigenes Produkt zurückgreifen? Allerdings sollte er dann größtmögliche
Transparenz schaffen, das heißt, die
Verwendung eines eigenen Zielfonds
muss ausführlich begründet sein, wo-
finden.
möglich ausführlicher als die eines
Denn das ist die Idee dahinter.
hier der Initiator den eigenen Vorteil
Fremdprodukts. Es darf nicht der Ruch
Günstige und gute Investments ein-
auf Kosten des Anlegers sucht. Nicht
des Interessenkonflikts aufkommen.
sammeln und dabei breit diversifizie-
nur, indem er den Fonds als Resteram-
Manche Initiatoren vermeiden dies,
ren, dann das Ganze in einer einem
pe nutzt, sondern auch, indem er
indem sie die Fondsauswahl einem
Dachfonds ähnlichen Konstruktion
zusätzlich noch Provisionen und Ge-
Beirat übertragen, in dem der Initiator
bündeln und in Häppchen zu 5.000
bühren für die Eigenprodukte kassiert.
nur eine von drei Stimmen hat. Eine
oder 10.000 Euro verkaufen. So man-
Aber ist es deswegen grundsätzlich
zusätzliche Sicherung schaffen Mo-
chem Initiator wird jedoch nachgesagt,
verwerflich, eigene Zielfonds in einem
delle, in denen Vertrieb und Initiator
dass er seinen Portfoliofonds stattdes-
Portfoliofonds zu verwenden?
getrennt sind – und sich beide Seiten
sen gern mit eigenen Produkten be-
Dieses Urteil wäre tatsächlich
stücke, vornehmlich mit solchen, die
zu einfach. Denn in der Tat müssen
Es gibt durchaus Mittel und
sich als Ladenhüter entpuppt haben
die eigenen Produkte nicht immer die
Wege, beim Anleger Vertrauen zu
und anderweitig kaum verkauft wer-
schlechtesten sein. Argwöhnisch soll-
schaffen. Und das bildet, wie gesagt,
den können. Eine Art Resterampe des
ten Anleger allerdings werden, wenn
die Grundlage jeder Investition.
gegenseitig überwachen.
17
Extrablatt 02/11
p er f o r m a n c e
... Die schlechteste
Altersvorsorge ...
... der Welt?
D
er Wunsch, Steuern zu sparen
und fürs Alter vorzusorgen, ist
laut „Handelsblatt“ so groß, dass unzählige Anleger in den Fängen der
Anbieter des grauen Kapitalmarktes
landen. Zudem spiele die Finanzkrise
und die Furcht vor einem Zusammenbruch des Euros derzeit den Anbietern
in die Hände. Als Abschreckbeispiel
wird CARPEDIEM genannt. Der Chef
des Finanzvertriebs (Fonds der CIS
Deutschland), Daniel Shahin, beleidigt
Robert Krüger-Kassissa
unverhohlen Journalisten und Verbraucherschützer und vergreift sich
deutlich in der Wortwahl. Das Ganze
unter tosendem Applaus anwesender
Die schlechteste
Vertriebsmitarbeiter. „Wenn heute Derartiges noch möglich ist, brauchen wir
uns über das angeschlagene Image der
gesamten Branche nicht zu wundern.
Dagegen ist der ERGO-Dauerskandal
schon fast lächerlich“, erklärt Norman
Altersvorsorge
der Welt?
Wirth vom AfW und mahnt: „Seriöse
Vermittler, Vertriebe, Fachpresse und
vor allem auch Produktgeber sollten
dringend genau hinschauen, mit wem
sie zusammenarbeiten.“
Neben den Vertriebsmethoden
unseriöser Marktteilnehmer wie CARPEDIEM, die es leider immer noch
gibt, bemängelt der „Handelsblatt“Artikel die Kostenstruktur geschlossener Fonds: Die Weichkosten machten
oft 20 Prozent oder mehr aus. Geld,
Am 6. Oktober hat das „Handelsblatt“ wieder mal einen
das nicht investiert wird und somit
Coup gelandet. Nach dem Beitrag „Die schlechteste Geld­
keine Rendite erwirtschaften kann.
anlage der Welt“ im April (erschienen in „Handelsblatt“ und
„Wirtschaftswoche“) kam nun „Die schlechteste Altersvor­
sorge der Welt“. Dabei werden viele Fakten ausgeblendet.
18
Natürlich stimmt, dass die hohen anfänglichen Kosten die Investitionssummen reduzieren, aber bezüglich
der Gesamtkostenbelastung stehen
Extrablatt 02/11
geschlossene Fonds im Vergleich gut
die von FondsMedia aus dem April des
Der Markt hat nicht immer recht, wie
da. Denn Scope hat jüngst die Kos-
Jahres beträgt die Zielerreichung bei-
wir spätestens seit der Finanzkrise
tenstruktur geschlossener Fonds mit
spielsweise bei laufenden Immobilien-
2008/09 wissen, aber manchmal eben
denen anderer Investmentsegmente
fonds nach einer Haltedauer von 8,1
doch. Geschlossene Fonds und dabei
in einem Langzeit-Kostencheck ver-
Jahren 92,2 Prozent. Und auch die his-
insbesondere Portfoliofonds eignen
glichen und kommt zu dem Ergebnis:
torischen Ergebnisse können sich se-
sich sehr wohl als weitere Säule der
Die Gesamtkostenbelastung ist nicht
hen lassen. Die 528 Fondsgesellschaf-
privaten Altersvorsorge. Darüber hi-
das Problem der geschlossenen Fonds,
ten mit Immobilienfonds erzielten im
naus fragen auch immer mehr Unter-
vielmehr ist es der provisionsgesteu-
Schnitt einen Vermögenszuwachs von
nehmen, insbesondere Mittelständer,
erte Vertrieb, der die Fondsqualität
rund 5,7 Prozent pro Jahr. „Kenn-
nach Portfoliofonds zur Rückde-
nicht genügend berücksichtigt. Bei
zeichnen sich so die Ergebnisse von
ckung von Pensionszusagen. Die üb-
einer angenommenen Anlagesumme
von 10.000 Euro, einer Laufzeit von
15 Jahren und einer Rendite von 6
Prozent pro Jahr wächst der Betrag
am Ende der Laufzeit auf 23.966
Euro. Bei geschlossenen Fonds ergibt
„Seriöse Vermittler, Vertriebe, Fachpresse und vor
allem auch Produktgeber sollten dringend genau
hinschauen, mit wem sie zusammenarbeiten.“
sich abzüglich der Kosten von 5.784
Euro (Weichkosten) ein Endbetrag
,Skandalfonds‘?“, fragt sich Fonds-
lichen Lebensversicherungskonzepte
von 18.182 Euro, wobei die Kosten-
Media. Das Hamburger Analysehaus
haben dabei ausgedient und werden
belastung von Segment zu Segment
hat mit dieser Studie den „Beispiel-
weniger nachgefragt. Geschlossene
variiert. In der Modellrechnung lie-
propaganda-statt-Marktrecherche-
Fonds sind also nicht die schlechteste­
gen die Kosten von Aktienfonds bei
Award-2011“ an die „Wirtschaftswo-
Altersvorsorge der Welt, sondern
6.508 Euro. Der Anleger erhält also
che“ für besagten Artikel verliehen.
möglicherweise die der Zukunft.
nur 17.458 Euro. Die laufenden hohen
Zugegebenermaßen sah die Welt der
Verwaltungskosten von durchschnitt-
geschlossenen Fonds vor 20 Jahren
lich 1,86 Prozent pro Jahr machen
anders aus. Allerdings hat der heutige
Aktienfonds in der Langzeitbetrach-
seriöse Markt für geschlossene Fonds
tung kostenintensiver als geschlosse-
keinerlei Berührungspunkte mehr da-
ne Fonds.
mit. Und ebenfalls zugegebenermaßen
KURZBIOGRAFIE
Robert Krüger-Kassissa
gibt es immer noch „schwarze SchaBeispielpropaganda
fe“ in dieser Branche, was auch daran
Robert Krüger-Kassissa ist stell-
statt Marktrecherche
liegt, dass die Markteintrittsbarrieren
vertretender Redaktionsleiter des
Als weiteres Contra-Argument ge-
für Anbieter zu gering sind bezie-
Alsterspree Verlags und gehört zum
gen geschlossene Fonds wird eine
hungsweise waren. Denn im Zuge der
Gründungsteam der Fachzeitschrift
mangelnde Zielerreichung beklagt.
AIFM-Richtlinie wird sich auch hier
procontra. Der Soziologe arbeitet seit
„Fachleute schätzen, dass nur rund 30
einiges bessern und im Sinne des An-
1994 als Journalist und durchlief
Prozent aller geschlossenen Immobili-
legerschutzes verändern. Schwierig ist
dabei verschiedene Stationen wie
enfonds die Erwartungen der Anleger
aber die Aussage aus der „Wirtschafts-
die „Ruhr-Nachrichten“ (Tageszei-
erfüllen“, so das „Handelsblatt“. „Bei
woche“: „Die schiere Zahl der Skanda-
tung) und den Westdeutschen Rund-
Schiffsfonds waren die Renditen über
le ist erschütternd. Anders als bei Ak-
funk (TV). Seit 2005 widmet er sich
Jahre zwar hoch, aber nur aufgrund
tienfonds, Lebensversicherungen oder
schwerpunktmäßig geschlossenen
von Steuergeschenken. Die meisten
Zertifikate sind Flops nicht die Aus-
Fonds und hat dazu neben seinen
Fonds hielten weniger, als sie verspra-
nahme – sondern die Regel.“ Gerade
Verlagsveröffentlichungen bereits bei
chen, oder sind ganz pleitegegangen.“
der Verweis auf Zertifikate, Stichwort
„DIE WELT“, „Welt am Sonntag“ und
Auch hier wird mit der Wahrheit eher
Lehman-Pleite, verleitet dabei sehr
„DAS INVESTMENT“ publiziert.
einseitig umgegangen. Laut einer Stu-
zum Schmunzeln.
19
Extrablatt 02/11
p r o fi l e
„Unsere Kostenstruktur
ist selbst im Vergleich zu
Investmentfonds günstig”
Im Gespräch mit Dr. Werner Bauer, Geschäftsführer der Top Select Management GmbH,
die 2005 gemeinsam mit der Postbank Finanzberatung AG und der BVT Unternehmensgruppe
das Sachwertportfolio „Top Select“ entwickelt hat
Wie muss ein ausgewogenes Port­
folio zurzeit aussehen?
Hierüber kann man trefflich streiten. Unseres Erachtens muss man
keinen Bauchladen haben. Wir
wollen Sachwerte zum Vermögensaufbau nutzbar machen. Exoten
mit besonderen Spezialrisiken, die
wahrscheinlich niemand vernünftig
einschätzen kann, braucht man
hierfür nicht. Man sollte sich also
auf einige wesentliche Assetklassen
konzentrieren. Mit Sicherheit gehören hierzu Immobilien und unserer
Überzeugung nach auch Private
Equity, wenn man über erstklassige
Dachfonds das Risiko reduziert und
Zugang zu guten Fonds hat. Daneben werden in den nächsten Jahren
auch Schiffe wieder attraktive
Investitionsmöglichkeiten bieten.
Abrunden kann man dies je nach
20
Portfoliofonds gelten als das
vermögen, dass Sachwerte zu einem
Geschmack und Erfahrung bei-
Allheilmittel der Finanzbranche.
gut strukturierten Vermögensaufbau
spielsweise durch Flugzeuge oder
Die Kritiker von Portfoliofonds
gehören. Warum sollte das, was
Regenerative Energien.
entgegnen, dass Anleger, die wegen
hier gut ist, dort falsch sein? Die
hoher Mindestbeteiligungen bei
Umsetzung ist bei einem kleineren
Welche Trends setzen Sie um und
Beteiligungen nicht breit streuen
Vermögen natürlich schwieriger. Gut
wie zeitnah kann so etwas bei ei­
können, nichts in dieser Assetklas­
gemachte Portfoliofonds bieten die
ner Assetklasse wie Beteiligungen
se verloren hätten. Wie stehen Sie
Möglichkeit, Sachwerte bei einem
überhaupt gehen?
diesem Argument gegenüber?
vernünftigen Chancen-Risiken-Ver-
Trends ist vielleicht nicht das
Das ist viel zu einseitig. Kein
hältnis auch zum Vermögensaufbau
richtige Wort. Wir schielen nicht
Mensch bezweifelt bei einem Groß-
einzusetzen.
auf Trends – geschweige denn
Extrablatt 02/11
irgendwelche Modeströmungen
einer fundierten Analyse spezieller
Welche Weichkostenfaktoren außer
–, sondern fokussieren uns auf
Beteiligungsmöglichkeiten ist aber
Innen- und Außenprovision darf
solide Investments in bewährten
auch die persönliche Erfahrung
ein Portfoliofonds haben und wie
Märkten. Aber natürlich spielt das
der Teammitglieder von größter
hoch darf die Quote höchstens sein?
Wir weisen alle Kosten transparent
Wir weisen alle Kosten transparent auf Ebene
unserer Dachfonds aus. Etliche Wettbewerber gehen einen anderen Weg und bieten Portfoliofonds
scheinbar günstiger an, verdienen dafür aber an
den Investitionen.
auf Ebene unserer Dachfonds aus.
Etliche Wettbewerber gehen einen
anderen Weg und bieten Portfoliofonds scheinbar günstiger an, verdienen dafür aber an den Investitionen.
Wir tun das ganz bewusst nicht, auch
wenn es optisch schöner aussieht.
Man muss also bei der Beurteilung
der Kostenstruktur genau hinschau-
Timing eine große Rolle. Schiffsin-
Bedeutung. Und schließlich sind
en. Bei richtiger Betrachtung, das
vestitionen etwa wären 2008 keine
wir in der Vergangenheit sehr gut
heißt Berücksichtigung von Kosten
besonders gute Wahl gewesen. Wir
gefahren mit der Maxime: Im Zwei-
einerseits und Einkaufsvorteilen an-
haben hier die richtige Entschei-
felsfall „Nein“. Wenn ein Mitglied
dererseits – wir geben alle Vergütun-
dung getroffen und uns gänzlich
unseres Teams bei einer Investition
gen von Zielfonds an die Top Select
zurückgehalten. Vereinzelt bereits
auch nur ein schlechtes Bauch-
Funds weiter –, kommen wir über die
jetzt, aber insbesondere in den
gefühl hat, lassen wir die Finger
Gesamtlaufzeit des Top Select Fund V
nächsten Jahren erwarten wir hier
davon. Sicherlich auch ein Grund
auf Nettokosten von 0,75 Prozent pro
wieder bessere Chancen. Bei Private
dafür, dass wir so gut durch die
Jahr. Das ist selbst im Vergleich zu
Equity sehen wir – auch wenn das
Krise gekommen sind.
Investmentfonds recht günstig.
bei Privatanlegern vielleicht auf
Unverständnis stößt – bereits jetzt
KURZBIOGRAFIE
einen idealen Investitionszeitpunkt. Da wir nicht zu einem festen
Stichtag, sondern verteilt über viele
Dr. Werner Bauer
Jahre laufend investieren, können
wir auf solche Marktveränderungen
sehr gut reagieren.
Dr. Werner Bauer ist als Geschäfts­
wie Finanzdienstleistern, insbesonde­
führender Gesellschafter und Mitglied
re durch die in der Branche hochge­
Was muss ein Manager eines
des Beirats der Top Select Manage­
schätzten „k-mi“-Prospekt-Checks,
Portfoliofonds mitbringen? Mehr
ment GmbH für die Identifizierung,
eine wichtige und seit Jahrzehnten
Marktkenntnis, Gespür für Trends,
Beurteilung und Auswahl der Fonds­
bewährte Informationsgrundlage bei
Sitzfleisch?
investitionen verantwortlich. Der
der Beurteilung und Auswahl ge­
Marktkenntnis ist natürlich unab-
promovierte Mathematiker war als
schlossener Fonds bietet.
dingbar. Wichtig ist aber auch ein
Chefredakteur des Brancheninforma­
Dr. Werner Bauer hat sich in den
gutes Netzwerk von Spezialisten
tionsdienstes „kapital-markt intern“
vergangenen Jahren den Ruf eines kri­
in den einzelnen Märkten, die
langjährig für die Analyse geschlos­
tischen und sachkundigen Analysten
einen neben der grundsätzlichen
sener Fonds verantwortlich. „kapital-
erarbeitet, dessen Beurteilungen von
Einschätzung vielfach auch mit
markt intern“ ist eine Fachpublika­
renommierten Vertriebsgesellschaften
konkreten Hintergrundinformati-
tion, die sich eingehend und kritisch
zur Grundlage ihrer Entscheidungen
onen zu einzelnen Beteiligungen
mit Produkten des freien Kapitalanla­
über den Vertrieb geschlossener Fonds
versorgen können, die man selbst
gemarktes beschäftigt und Anlegern
gemacht wurden.
gar nicht haben könnte. Neben
21
Extrablatt 02/11
profile
Große Namen
und kleine Perlen
In der bisherigen Historie der BVT-Top-Select-Fonds haben die Münchener schon in eine große
Anzahl verschiedener Fonds renommierter Anbieter investiert. Dabei sind nicht immer die großen
Namen ausschlaggebend, vielmehr landen auch „Schnäppchen“ im Portfolio. Über allem steht aber,
dass die Produkte ins Konzept passen und natürlich an der Kompetenz und Expertise des Emittenten
keine Zweifel bestehen. Eine Übersicht.
CONTI Gruppe
Commerz Real
5-Private-Equity-Dachfondsmanagern
Die Münchener Unternehmensgruppe
Ebenfalls seit Jahrzehnten am Markt
in Europa. Das Unternehmen verwaltet
CONTI ist eines der ältesten Emissi-
ist Commerz Real. Die 100-prozentige
sechs Milliarden Euro Kundengelder
onshäuser in Deutschland und seit
Tochter der Commerzbank hat bisher
und hat mehr als 20 Jahre Investiti-
Jahrzehnten im Bereich Schiffsbetei-
die Segmente Immobilien, Flugzeuge,
onserfahrung. Bei DB Private Equity
ligungen äußerst erfolgreich. Anleger
Erneuerbare Energien und Schiffe
sind 30 Investmentmanager tätig.
sind mit den Fondsergebnissen der
besetzt und steht für ein verwaltetes
CONTI sehr zufrieden, wie die hohe
Volumen von 40 Milliarden Euro.
22
Hannover Leasing
Das Pullacher Unternehmen erreichte
Wiederanlagequote zeigt. Denn 70
Prozent des Eigenkapitals für neue
Deutsche Bank Group –
nach platziertem Eigenkapital (187,11
Schiffe werden regelmäßig von Wie-
DB Private Equity
Millionen Euro) 2010 den siebten
deranlegern investiert.
DB Private Equity zählt zu den Top-
Rang von allen in Deutschland täti-
Extrablatt 02/11
gen Initiatoren (nach Rang zwei im
IFK
MPC
Jahr 2009) und zählt zu den führen-
Die Initiatorengesellschaft für Ka-
MPC ist Deutschlands größtes bör-
den Initiatoren in Deutschland. Han-
pitalanlagen (IFK) sitzt in Grün-
sennotiertes Emissionshaus. Das In-
nover Leasing ist in den Segmenten
wald bei München und hat mit dem
vestitionsvolumen der Hamburger
Immobilien (In- wie Ausland), Erneu-
ersten Fonds der IFK-Sachwertfonds-
liegt bei 18,7 Milliarden Euro. MPC
erbare Energien, Flugzeuge, Schiffe
Deutschland-Serie 2008 die Emis-
vertreibt seit 1994 geschlossene
und Infrastruktur tätig. Das Emissi-
sionstätigkeit aufgenommen. Mitt-
Fonds und ist in den Segmenten Im-
onshaus hat bislang ein realisiertes
lerweile ist mit IFK Deutschland 2
mobilien, Schiffe, Energie und Ver-
Investitionsvolumen von 19,10 Milli-
(Büro- und Einzelhandelsimmobilien)
mögensstruktur (Portfolio) tätig.
arden Euro. Der Löwenanteil entfällt
der Nachfolger im Vertrieb.
Real I.S.
dabei mit 5,71 Milliarden Euro auf
Immobilien Inland (aktiv seit 1990).
ILG
Mit 229,61 Millionen Euro Eigen-
Der Münchener Initiator ILG hat sich
kapital im vergangenen Jahr zählt
HEH
auf Handelsimmobilien spezialisiert
Real I.S. ebenfalls zu den Großen der
Das Hamburger EmissionsHaus zählt
und ist seit 1980 in der Konzeption,
Branche. Der vielfach prämierte An-
eher zu den kleinen Anbietern im
im Vertrieb und in der Verwaltung
bieter (für Privatanleger: Immobilien,
Markt. HEH hat bisher vier Contai-
geschlossener Immobilienfonds tä-
Schiffe, Flugzeuge, Portfolio) ist ein
nerschiffe erfolgreich platziert. Im
tig. Investitionsobjekte sind dabei
Verbundunternehmen der Sparkas-
Jahr 2007 ist HEH in den Markt der
ausschließlich gewerbliche inländi-
sen-Finanzgruppe und die Assetma-
Flugzeugfonds eingestiegen und hat
sche Immobilien. Es wurden in den
nagement-Gesellschaft für gewerb-
bereits elf Regionalflugzeuge erfolg-
vergangenen Jahrzehnten 36 Pub-
liche Immobilien der BayernLB. Seit
reich platziert. Durch die gute Per-
likumsfonds plus ein Private Place-
1991 wurden mehr als 100 Fonds-
formance der HEH-Flugzeugfonds
ment erfolgreich platziert.
produkte mit einem Gesamtinvestiti-
heimsten die Hamburger bereits Prei-
onsvolumen von über 7,8 Milliarden
se von Scope, TKL und auch procon-
IVG
Euro für Privatkunden und institutio-
tra ein.
In der Sparte IVG Private Funds be-
nelle Investoren angeboten.
treut das Bonner Unternehmen derHIH
zeit 27 Fonds mit 60.000 Anlegern
Die Hamburgische Immobilien Hand-
und einem Gesamtinvestitionsvolu-
lung hat seit ihrer Gründung 1997
men von rund 3,2 Milliarden Euro.
insgesamt 14 geschlossene Immo­
Schwerpunkte der IVG-Fonds sind
bilienfonds aufgelegt. Dabei setzten
hochwertige Büroimmobilien in eu-
die Hamburger sowohl auf inländi-
ropäischen Metropolen.
HINTERGRUND
Das Gebot der Stunde heißt
Sachwerte
Auch der neue Top Select Fund aus dem
sche wie auch ausländische Immobilien (Neuseeland, Großbritannien,
KGAL
Hause bvt führt die bisherige erfolgreiche
Belgien, Österreich) und seit 2011
Ein weiteres Schwergewicht und
Investitionsstrategie fort. Beim Top Select
erstmalig auch auf Projektentwick-
ebenfalls Investitionspartner von BVT
Fund V wird das Kapital auf die Assetklassen
lungen (als Private Placement).
ist KGAL. Die Grünwalder (428,33
Immobilien, Unternehmensbeteiligungen,
Millionen Euro Eigenkapital 2010 und
Transport (Flugzeuge und Schiffe) sowie
HSBC Trinkaus
damit Rang eins) widmen sich den
Erneuerbare Energien verteilt. Das Manage-
HSBC Trinkaus initiiert mit ihrer Re-
Bereichen Immobilien, Flugzeuge,
ment sucht dabei 50 bis 60 aussichtsreiche
al-Estate-Tochter seit 1996 geschlos-
Infrastruktur, Schiffe, Private Equity
Zielfonds aus. Mehr Informationen zur bis-
sene Immobilienfonds mit Investi-
und Wald. Die Managementqualität
herigen Performance der BVT-Portfoliofonds
tionsstandorten in Europa. Visionär
des Unternehmens wurde dieses Jahr
finden Sie auf Seite 20. Genauere Informa-
war dabei die Auflage von Fonds mit
wieder sowohl von Feri als auch von
tionen über den Top Select Fund V lesen Sie
Schweizer (1999) und Luxemburger
Scope mit AA (Höchstnote bei beiden
auf Seite 24.
Immobilien (2004 und 2008).
Ratinghäusern: AAA) benotet.
23
Extrablatt 02/11
profile
Solidität
mit Sachwerten
Das Geld soll arbeiten, während die Anleger ruhig schlafen können. Früher war das an der Börse
noch möglich, heute suchen Investoren lieber nach realen Werten.
V
erlässlichkeit, Realitätsbezug,
Stabilität – diese Worte haben
an der Börse Seltenheitswert bekommen. Statt hoher Wachstumsraten
und moderater Schwankungen wie
einst ist der Markt in eine Phase
eingetreten, die sich durch geringes
Wachstum und hohe Volatilität auszeichnet. Eine Entwicklung, die Anlegern zunehmend Kopfzerbrechen
bereitet.
Das Gebot der Stunde heißt
Sachwerte. Handfestes, Nachvollziehbares, Reales. Aber welche
Sachwerte? Ein Direktinvestment in
Immobilien steht derzeit ganz hoch
im Kurs. Aber welches Segment ist
das richtige – Einzelhandel oder
Wohnimmobilien? Dann doch lieber
Erst kürzlich hat der siebenmilliardste Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Tendenz steigend. Ein Grund mehr
für Immobilieninvestments, denn Immobilien sind und bleiben ein wesentlicher volkswirtschaftlicher Faktor.
Schiffsfonds? Oder Umwelttechno-
24
logien? Oder Unternehmensbetei-
deren Preise sich an realen Marktge-
vertreibt. Der Vorgängerfonds wur-
ligungen? Oder am besten alles auf
gebenheiten orientieren und nicht an
de mit einem Volumen von rund 18
einmal.
der Fantasie der Börse. Die Streuung
Millionen Euro geschlossen. Er hat
über mehrere Anlageklassen hin-
bislang sieben Investitionen getätigt.
Weltweit in mehrere
weg sorgt für Solidität und steigert
Insgesamt hat die Top-Select-Fund-
Anlageklassen investieren
gleichzeitig das Renditepotenzial.
Serie bereits über 100 Millionen Euro
Denn Sachwert allein genügt nicht –
Zudem besteht keine Beschränkung
eingesammelt. Der neue „Fünfer“
das Kapital soll schließlich gestreut
auf eine Region – wo auch immer auf
verteilt das Kapital auf folgende An-
sein, um ein Maximum an Sicherheit
der Welt sich Chancen ergeben, greift
lageklassen:
zu bieten. Sachwertfonds wie der
das Fondsmanagement zu. Hinzu
Immobilien: Sieben Milliarden
neue Top Select Fund V machen es
kommt der Aspekt der zeitlichen
Menschen leben auf der Erde,
möglich. Die Idee dahinter: krisenfest
Streuung über die gesamte Phase des
2050 sollen es bereits neun Milli-
anlegen, also mit möglichst breiter
Portfolioaufbaus.
arden sein. Der Bereich der Wohn-,
Diversifizierung Chancen optimieren
Der Top Select Fund V ist be-
Gewerbe- und Büroimmobilien
und Risiken minimieren. Investiert
reits der achte der erfolgreichen Se-
ist und bleibt damit ein wesentli-
wird ausschließlich in Sachwerte,
rie von Sachwertefonds, die BVT
cher volkswirtschaftlicher Faktor.
Extrablatt 02/11
30 Prozent des Kapitals sollen in
Immobilienfonds im In- und Ausland, 10 Prozent in Projektentwicklungen gehen.
Unternehmensbeteiligungen: Der
Mittelstand ist das Rückgrat der
Wer längerfristig investiert, braucht auch
die Gewissheit, nicht eingeschränkt zu sein.
Der neue Top Select Fund V bietet deshalb
eine wegweisende Flexibilität.
Wirtschaft. Eine wesentliche Rolle
bei seiner Kapitalisierung bilden
aus – aber nur, wenn die jeweiligen
der mindestens 2.500 Euro als
Eigenkapitalbeteiligungen außer-
Marktbedingungen
Sie
Start­
e inlage vorsieht und 150
halb der Börse (Private Equity).
werden unabhängig vom Anbieter
Monatsraten ab 50 Euro. Dabei
Über 40.000 Mittelständler gibt
ausschließlich nach Qualitätsaspek-
können die Intervalle der Raten-
es in Mittel- und Nordeuropa, die
ten ausgewählt. Dieses Konzept bietet
zahlung auch in viertel- oder halb-
nicht an der Börse notiert sind. 25
hohe Wertstabilität bei gleichzeitiger
jährlich oder jährlich geändert wer-
Prozent des Kapitals sind daher
Chancenoptimierung. Bei Dachfonds
den. Sonderzahlungen sind ebenso
für Private Equity vorgesehen.
werden jedoch oft die höheren Kos-
möglich wie das Aussetzen der Ra-
Transport: Leistungsfähige Trans-
ten durch die anfallenden Gebühren
ten für bis zu zwölf Monate. Ab 50
portsysteme bilden die Grundvor-
kritisiert. Nicht so beim Top Select
Prozent Einzahlungshöhe kann der
aussetzung für Erfolg und Wachs-
Fund V: Hier werden alle Einkaufs-
Aufbauplan zudem beitragsfrei ge-
tum. Moderner Flugzeug- und
vorteile, die das Fondsmanagement
stellt werden.
Schiffsverkehr sind essenzielle
als Großinvestor erhält, an den An-
Wachstumsbranchen in einer glo-
leger weitergegeben.
stimmen.
Wichtig ist auch, dass bereits
während der Aufbauphase erste
Rückflüsse aus den Beteiligungen
balisierten Welt. 15 Prozent des
Kapitals sollen in Schiffsbeteili-
Maximale Flexibilität
anfallen. Die kann sich der Anle-
gungen, 10 Prozent in Flugzeug-
für den Anleger
ger entweder auszahlen lassen oder
fonds fließen.
Privatanleger wünschen größtmögli-
renditesteigernd wieder investieren
Regenerative Energien: Sie stellen
che Flexibilität bei ihrer Beteiligung.
(Dynamic-Variante). Unterm Strich
eine der Schlüsselbranchen der
Beim Top Select V gibt es einerseits
ergibt sich so eine prognostizierte
Zukunft dar, und Deutschland
die Möglichkeit, eine Einmalanlage
jährliche Rendite von bis zu 7,66
ist der Vorreiter. Viele Anlagen
ab 10.000 Euro zu tätigen. Oder aber
Prozent (IRR)*. Und das ganz ohne
zur Energieerzeugung müssen in
einen Aufbauplan abzuschließen,
Nervenflattern.
den nächsten Jahren umgestellt
oder neu errichtet werden. Allein
hierzulande wird der zusätzliche
Streuung über Anlegeklassen weltweit
Investitionsbedarf auf 250 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020
30 % Immobilienfonds (In- und Ausland)
geschätzt. 10 Prozent des Kapitals sind für diesen Bereich vor-
25 % Unternehmensbeteiligungsfonds
gesehen.
15 % Schiffsbeteiligungen
Hohe Wertstabilität bei
gleichzeitiger Chancenoptimierung
10 % Flugzeugfonds
In diese vier Felder mit insgesamt
sechs Anlageklassen investiert der
10 % Regenerative Energien und Umweltfonds
Top Select Fund V. Er arbeitet dabei wie eine Vermögensverwaltung,
10 % Immobilienprojektentwicklung
das heißt, das Management sucht
50 bis 60 aussichtsreiche Zielfonds
*Prospektprognose für die Einmaleinlage in der Dynamic-Variante. Details zur IRR-Renditekennziffer enthält der Verkaufsprospekt.
Quelle: bvt
25
a r en a
Extrablatt 02/11
Insights
Das ereignisreiche Jahr 2011 neigt sich dem Ende zu. Einige BVT-Vertriebspartner wagen einen
Ausblick auf 2012.
Wie sind Ihre persönlichen Erwartun-
turiertes Portfolio. Die letzten drei
Scholz: Der geschlossene Fonds war
gen fürs Jahr 2012?
Jahre haben allerdings gezeigt, dass
immer ein Finanzierungsinstrument
hohe Volatilitäten auch im Sachwert­
für „Spezialitäten“. So wurde einer der
bereich starke Auswirkungen haben,
(Gründer-)Protagonisten geschlosse­
die sogar zur Insolvenz von Gesell­
ner Fonds auch „Spezialitätendok­
schaften führen können. Aus diesem
tor“ genannt. Die unternehmerische
Grund wird sich die Nachfrage auf
Komponente steht im Vordergrund.
Christian Scholz
INSTITUT PETER
FRELENBERG GmbH
sicherheitsbasierte Konzepte kon­
Zu denken ist dabei an Erneuerbare
Scholz: Ich persönlich glaube, dass
zentrieren.
Energien, Mobilien, Immobilien, Pro­
Verwerfungen an den Kapitalmärkten
Zahn: In einem schwierigen Mark­
jekt- und Mittelstandsfinanzierung,
als „Alltagstauglichkeit“ zum Bestand
tumfeld wird auch 2012 unser Fokus
kurzum an alles, wofür Basel 2.5 bis
werden. Wenn auch noch „Bundes­
auf den diversen Schieflagen der zahl­
demnächst Basel 3.0 das Kernkapital
schätzchen“ wegen der Eurokrise kri­
reichen Beteiligungen unserer Man­
(haftende Eigenkapital) der Banken in
tisch beargwöhnt werden, ist ehrlich
danten liegen, um die Entwicklungen
den gegebenen Unsicherheiten nicht
zu sagen, „Mündelsicheres“ gibt es
und Hintergründe zu erklären und mit
ausreichend sein lässt. Hier liegt die
nicht mehr, solange die Märkte nicht
„Rat und Tat“ zur Seite zu stehen. Vor
Chance von Anlegern und Anbietern
wieder von nachhaltigem Vertrauen
dem Neugeschäft gilt es zunächst, Sa­
gleichermaßen, im „risk financing“!
geprägt sind. Es bleibt die Chance
nierungskonzepten und dem Aufklä­
der Risikostreuung, und das wird für
rungsbedarf der Anleger Rechnung zu
Welche Produkte werden möglicher-
2012 bedeutsam sein.
tragen.
weise Verkaufsrenner?
Voigt: Angesichts der hohen Unsi­
cherheit über die Entwicklung von
Welche Segmente im Bereich der ge-
Euro, Inflation, Zinsen und der welt­
schlossenen Fonds werden 2012 profi-
weiten Aktienmärkte stehen Anlage­
tieren und warum?
klassen, die stabile Erträge in Aussicht
Höft: Ich gehe davon aus, dass vor
stellen, weiterhin im Vordergrund.
allem der Bereich der erneuerbaren
Daher rechne ich in der Beteiligungs­
Energiegewinnung weiterhin im Fo­
Valtin-Nowak: Alle Produkte, die
branche, auf die wir uns spezialisiert
kus der Investoren stehen wird. Dieser
regelmäßige Ausschüttungen – mög­
haben, mit einem Zuwachs.
Trend steckt entgegen allen Erwartun­
lichst vierteljährlich – generieren und
gen erst in den Kinderschuhen. Dar­
Produkte, die einen soliden Mehrwert
über hinaus werden „ältere“ Emissi­
darstellen können. Die Laufzeit soll­
onshäuser, die eine bis dato positive
te für viele Anleger möglichst nicht
beziehungsweise saubere Leistungsbi­
mehr als fünf Jahre, maximal sechs
lanz erbracht haben, in ihren Kernseg­
Jahre sein. Der Sachwert muss be­
Ulrich Lück
Netfonds
26
Cornelia Valtin-Nowak
Finanzen.Komplett
Management
menten profitieren. Denn der Investor
wertbar für den Anleger sein. Wir
Lück: Geschlossene Fonds gehören
prüft mehr denn je die Qualität und
meinen, dass das Segment sowie die
nach wie vor in ein vernünftig struk­
die Glaubwürdigkeit eines Initiators.
Branche, in der das Investment in­
Extrablatt 02/11
vestiert, berechenbar, planbar und
wird die Nachfrage nach Produkten
Kommunikation sind entscheidend,
transparent für den Anleger sein
zunehmen, die neben interessanten
um sich am Markt zu behaupten.
sollten. Die Initiatoren punkten, die
Investitionsobjekten oder -themen
die Konzepte besser auf die Wünsche
dem Kunden die Möglichkeit bieten,
der Anleger abstimmen. Hier ist BVT
durch das eigene Sachverständnis
immer einen Schritt voraus.
Anlageentscheidungen zu treffen.
Markus Voigt
Royal Capital
Die Anlageberatung in Banken und
Vermögensverwaltungen wird sich
Sebastian Höft
wallstreet:
online capital AG
dahin gehend anpassen müssen. Im
Voigt: Die Kunden benötigen ver­
Mittelpunkt wird vermehrt der Infor­
ständlichere Informationen bei der
mationsaustausch stehen, in dem sich
Kapitalanlage. Die Beratung muss
der Berater eher als „Konterpart“ des
mehr auf die Wünsche/Ziele des Kun­
Höft: Es werden vor allem Produkte
Kunden zu verstehen hat, um diesem
den abgestellt werden und nicht auf
mit folgenden Merkmalen profitieren:
bestmöglich in seinen Anlageent­
die Produktpalette des Beraters. Zu­
kurze und/oder flexible Fondslaufzeit,
scheidungen weiterzuhelfen. Der klas­
dem wünschen sie sich mehr Transpa­
Transparenz der Gesellschafterstruktur
sische Produktverkauf, ohne auf die
renz zum Thema Kosten. Langläufer,
– kein Zwischenhandel des jeweiligen
Bedürfnisse des Kunden einzugehen,
vor allem mit nach hinten verlagerten
Fondsobjekts, faire Kostenstruktur,
wird daher hoffentlich abnehmen.
Ausschüttungen, werden es schwer
faire laufende Vergütung, attraktive
haben, da der Kunde anhand von
Ausschüttungen sowie Inflationsaus­
schnellen und stetigen Rückflüssen
gleich. Und: Der Initiator beteiligt sich
Dipl.-Oec. Thilo Zahn
ZAHN & PARTNER
an seinem Fondskonzept.
eine Erfolgskontrolle über seine An­
lageform haben möchte.
Scholz: Man will Sicherheit, aber auch
Welche Nachfragen/Produktanforde-
Ertrag. Schließlich läuft derzeit das
rungen werden 2012 von Seiten der
Zahn: Im Zentrum wird der Sicher­
größte Staatsentschuldungsprogramm
Kunden kommen?
heitsgedanke bei einer Kapitalanlage
aller Zeiten im Euro- wie im US-Dollar-
Höft: Wir erleben erstmals auch im
in Verbindung mit kurzer Laufzeit
Raum. Niedrige Zinsen und eine über­
Bereich der geschlossenen Fondsbe­
stehen. Die Quadratur des Kreises –
steigende Inflationsrate minus Steuern
teiligungen die sogenannte „Apple-
sicher, rentabel, verfügbar und trans­
bringen Negativvermögen. Hier haben
Mania“. Hierbei legen private Investo­
parent – wird vom Kunden nachge­
seriöse Innovationen von Finanzpro­
ren Wert auf Produkte, die sie neben
fragt und kaum zu lösen sein. Ebenso
dukten im Mantel von geschlossenen
den fundamentalen Daten auch emo­
wird immer mehr gefordert, dass Ini­
Fonds eine Chance, für solche, die
tional ansprechen und interessieren.
tiatoren und Vermittler sich finanziell
mehr wagen wollen. Gewinnen werden
Wer möchte sich schon mit Produk­
ebenfalls an den Konzeptionen betei­
solche Angebote, deren Chancen-Risi­
ten auseinandersetzen, die zwar ein
ligen. Sei es mit „eigenem Geld“ oder
ken-Verhältnis ausgewogen ist, die in
geeignetes und gutes Fondskonzept
auch erfolgsabhängiger Provision. Es
die Zeit passen und deren Exitstrategie
aufweisen, den emotionalen Bedarf
gilt, „Weichkosten“ herunter und die
real erscheint. Return on Investment ist
jedoch außer Acht lassen. Schließlich
Renditen solide erwirtschaften, ohne
dabei das Stichwort.
fahren wir, obwohl es der Umwelt
die Verpflichtung, Ausschüttungen im
Valtin-Nowak: Es werden die Initia­
zugute käme, auch nicht alle Hybrid-
Falle einer Schieflage oder Insolvenz
toren gewinnen, die auf Transparenz
oder Elektroautos. Im Internetzeitalter
zwangsweise zurückführen zu müs­
setzen. Der Anleger sowie der Berater
informieren sich Anleger mehr denn
sen.
möchten „hinter die Kulissen“ schauen
je über das aktuelle Marktgeschehen
Lück: Die Zeiten, als Emissionshäuser
und mehr in die Projekte eingebunden
und möchten daran teilhaben. In­
vorwiegend Eigeninteressen nur durch
werden. Es sollte eine erfolgsabhängi­
vestoren möchten nicht länger als
Vertriebskraft platzierten, sind end­
ge Vergütung für alle gezahlt werden,
Entmündigte des Finanzmarktes ver­
gültig vorbei. Wir haben einen Käu­
so dass Initiator, Anleger, Berater von
standen werden. Dementsprechend
fermarkt – Kundenzufriedenheit und
dem Projekterfolg profitieren.
27
ENTSPANNUNG FÜR ANLEGER
Regelmäßig erlebt der Kapitalmarkt Turbulenzen.
Ereignisse, die verunsichern. Zeiten, die an die
Nerven gehen. Und die Häufigkeit dieser Ereignisse wird zunehmen.
Wer sich diesem Auf und Ab in Zukunft nicht
mehr unmittelbar aussetzen will, ist mit dem
Sachwertefonds TOP SELECT FUND V bestens
beraten. Denn er bietet eine beruhigende
Kombination aus Renditechance und Solidität.
Und das ab € 2.500 Starteinlage und monatlichen Raten ab € 50 oder als Einmalanlage ab
€ 10.000.
Informationen unter
www.bvt-sachwertportfolio.de
Telefon: 089 38165-206
E-Mail: interesse@bvt.de
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