close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

CE-Kennzeichnung: eine Klarstellung Begriffe wie CE - Voltimum

EinbettenHerunterladen
CE-Kennzeichnung: eine Klarstellung
Begriffe wie CE-Zertifikat, CE-Zulassung, CE-Prüfung, CE-Zeichen geistern immer
wieder rund um die zwei, heute gar nicht mehr wegzudenkende und gleichgültig ob am
Bleistift, der Dispersionsfarbe oder am Leitungsschutzschalter angebrachte
Buchstaben. Diese scheinbar babylonische Sprachverwirrung rund um die CEKennzeichnungsoll aufgeklärt werden. Sie wurde vorrangig geschaffen, um im freien
Warenverkehr innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der darin
befindlichen Europäischen Gemeinschaft (EG) sichere Produkte zu gewährleisten. Die
CE-Kennzeichnung wird häufig, was der Wahrheit am ehesten entspricht als
„Reisepass“ für den europäischen Binnenmarkt bezeichnet. Die Abkürzung CE
bedeutet Communauté Européenne (franz. für „Europäische Gemeinschaft“).
EG-Richtlinien gemäß Art. 95 EG-Vertrag (sog.
Binnenmarktrichtlinien) legen für zahlreiche Produkte Sicherheitsund Gesundheitsanforderungen als Mindestanforderungen fest, die
nicht unterschritten werden dürfen. Ein Produkt darf nur in Verkehr
gebracht und in Betrieb genommen werden, wenn es den
Bestimmungen sämtlicher anwendbarer EU-Richtlinien entspricht,
und wenn ein Konformitätsbewertungsverfahren gemäß den
anwendbaren EG-Richtlinien durchgeführt worden ist. Im Rahmen
Dipl.-Ing. Michael Hirsch
des neuen Konzepts für die Produktregulierung und des
Gesamtkonzepts für die Konformitätsbewertung wurden Regulative
geschaffen, die der technischen Harmonisierung innerhalb des EUBinnenmarktes dienen sollen.
Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller die Konformität des Produktes mit den
zutreffenden EG-Richtlinien und die Einhaltung der darin festgelegten „wesentlichen
Anforderungen“. Verantwortlich für diese Kennzeichnung ist in der Regel der Hersteller des
Produkts. Für Hersteller außerhalb der EU ist ein in der EU niedergelassener
Bevollmächtigter erforderlich. Soweit der Hersteller außerhalb der EU seiner Pflicht nicht
nachgekommen ist, geht diese Verpflichtung an dessen Beauftragten in der EU oder den
Importeur oder letztlich an den Inverkehrbringer (umgangssprachlich „Verkäufer“) über.
Wichtige Merkmale der CE-Kennzeichnung
Produkte, auf die aufgrund ihrer Art oder Beschaffenheit eine der EG-Richtlinien angewendet
werden kann, müssen mit der CE-Kennzeichnung versehen sein, bevor sie in den Verkehr
gebracht oder in Betrieb genommen werden dürfen. Hersteller eines technischen Produktes
prüfen in eigener Verantwortung, welche EG-Richtlinien sie bei der Produktion anwenden
müssen. Das Produkt darf nur in den Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden,
wenn es den Bestimmungen sämtlicher anwendbaren Richtlinien entspricht und sofern die
Konformitätsbewertung gemäß allen anwendbaren Richtlinien durchgeführt worden ist. Der
Hersteller muss EG-Konformitätserklärung ausstellen und darf erst dann eine CEKennzeichnung an diesem Produkt anbringen.
Fallsweise ist für die Konformitätsbewertung eine Benannte Stelle (z.B. autorisierter
Prüfanstalt) einzuschalten. Neben der CE-Kennzeichnung sind keine anderen Zeichen oder
Gütesiegel zulässig, die das CE-Kennzeichen hinsichtlich seiner Aussage in Frage stellen
können.
Die CE-Kennzeichnung bestätigt die vollständige Einhaltung der „Grundlegenden
(Sicherheits-) Anforderungen“, die in EG-Richtlinien konkret festgelegt sind.
Ausnahmen von dieser Regelung bestehen nur, wenn spezielle Richtlinien anderslautende
Bestimmungen vorsehen.
Anbringen der CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung muss vom Hersteller bzw. seinem in der Gemeinschaft ansässigen
Bevollmächtigten angebracht werden.
Die CE-Kennzeichnung muss folgendes Schriftbild aufweisen: Bei Verkleinerung oder
Vergrößerung der CE-Kennzeichnung müssen die Proportionen eingehalten werden.
Die CE-Kennzeichnung ist gut sichtbar, leserlich und dauerhaft auf dem Produkt oder am
daran befestigten Schild anzubringen. Die Größe muss mind. 5 mm sein. Falls die Art des
Produkts dies nicht zulässt oder hierfür keinen Anlass gibt, wird sie auf der Verpackung (falls
vorhanden) und den Begleitunterlagen angebracht, sofern die betreffende Richtlinie solche
Unterlagen vorsieht. Falls eine benannte Stelle gemäß den anzuwendenden Richtlinien im
Verlauf der Produktionsüberwachung eingeschaltet ist, muss die Kennummer der benannten
Stelle hinter der CE-Kennzeichnung stehen. Für die Anbringung der Kennnummer durch den
Hersteller oder seinen in der Gemeinschaft ansässigen Bevollmächtigten ist die benannte
Stelle verantwortlich.
Geltungsgebiet
Die CE-Kennzeichnung ist Voraussetzung für das erstmalige Inverkehrbringen (oder
Inbetriebnehmen) von Produkten, für die eine CE-Kennzeichnung gemäß nachfolgenden EURichtlinien gefordert ist, in allen EU-Mitgliedstaaten, in den EFTA-Staaten und den
Teilnehmerstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes inklusive Island, Liechtenstein und
Norwegen. Die Schweiz, obwohl EFTA-Mitglied, ist nicht Teilnehmer des Europäischen
Wirtschaftsraumes. Damit ist beim Inverkehrbringen von Produkten, für die eine EURichtlinie existiert, in der Schweiz die CE Kennzeichnung nicht gefordert.
Betroffene Produktgruppen
Für die folgenden Produktgruppen gibt es europäische Richtlinien nach den Grundsätzen
des „neuen Konzepts“ als Grundlage für die CE-Kennzeichnung:
•
•
•
•
•
•
•
Elektrische Betriebsmittel (73/23/EWG),
Einfache Druckbehälter (87/404/EWG),
Spielzeug (88/378/EWG),
Bauprodukte (89/106/EWG),
Elektromagnetische Verträglichkeit (von elektrotechnischen- und elektronischen
Produkten) (89/336/EWG),
Persönliche Schutzausrüstungen (89/686/EWG),
Nichtselbsttätige Waagen (90/384/EWG),
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Aktive implantierbare medizinische Geräte (90/385/EWG),
Gasverbrauchseinrichtungen (90/396/EWG),
Warmwasserheizkessel (92/42/EWG),
Explosivstoffe für zivile Zwecke (93/15/EWG),
Medizinprodukte (93/42/EWG),
Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in
explosionsgefährdeten Bereichen (94/9/EG),
Sportboote (2003/44/EG (verändert die 94/25/EG - siehe auch: CESeetauglichkeitseinstufung),
Aufzüge (95/16/EG),
Druckgeräte (97/23/EG),
Maschinen (98/37/EG),
In-vitro-Diagnostika (98/79/EG),
Funkanlagen und Telekommunikatiosendeinrichtungen und (98/5/EG),
Seilbahnen für den Personenverkehr (2000/9/EG) und
Messgeräte (2004/22/EG).
Eine der Paradebeispiele für die Anbringung des CE-Kennzeichens stellen Maschinen dar.
Wie aus der Aufstellung des letzten Absatzes zu erkennen ist, ist im Zusammenhang mit
Maschinen die Maschinen-Richtlinie zu berücksichtigen. Für Maschinen ist als
weiterführende Bestimmung die Europa-Norm EN 60204 mit dem Titel „Sicherheit von
Maschinen: Elektrische Ausrüstung von Maschinen“ zu finden. Grundsätzlich ist durch die
jeweiligen EU-Richtlinien nicht gefordert, dass allenfalls zum jeweiligen Produkt existierende
Europa-Normen eingehalten werden müssen. Durch die jeweilige EU-Richtlinie ist nur ein
entsprechendes Schutzziel formuliert. Selbstverständlich werden durch Europanormen diese
Schutzziele ebenfalls realisiert. Die einfachste Umsetzung der Anforderungen der EURichtlinien besteht in der Berücksichtigung der jeweiligen Europa-Normen. Im
Zusammenhang mit Maschinen werden die Schutzziele durch die bereits genannte
Bestimmung EN 60204 sicher eingehalten. Mit der CE-Kennzeichnung auf einer Maschine,
als Beispiele sind gem. informativem Anhang A von EN 60204 Metallbe- und –
verarbeitungsmaschinen (z.B. Tischkreissäge), Maschinen der Fördertechnik (z.B.
Förderbänfer), Kühl- und Klimatisier-Maschinen, motorisch angetriebene Türen und Tore,
Lebensmittelmaschinen (z.B. Misch- und Rührmaschinen), Kompressoren angeführt, wird
seitens des Herstellers bestätigt, dass die erforderlichen Sicherheitsziele eingehalten sind.
Es besteht keine Prüfpflicht, es handelt sich lediglich um eine Erklärung, die je nach
gewähltem Weg mit einer Prüfung (z. Baumusterprüfung) unterlegt sein kann.
Document
Kategorie
Sport
Seitenansichten
7
Dateigröße
110 KB
Tags
1/--Seiten
melden