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Die Bedeutung eines qualitativ guten Trägers für die Offene

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Die Bedeutung eines qualitativ guten Trägers für die Offene
Ganztagsschule –
Wie entwickeln Träger ihre Qualität?
von Norbert Kozicki
(Falken Bildungs- und Freizeitwerk NRW e.V.)
In der Ausschreibung für die heutige Veranstaltung „T wie Trägerqualität“ liest man als ersten
Satz:
„Die Frage der Trägerqualität also danach, was einen Träger besonders qualifiziert und
geeignet macht, die Verantwortung für die Durchführung des außerunterrichtlichen Parts der
Offenen Ganztagsschule zu übernehmen, ist im Prozess der quantitativen Ausweitung und
inhaltlichen Konzeption der OGS ein zentrales Anliegen.“
Im Folgenden werde ich diese Frage nach der notwendigen Trägerqualität in 8 Schritten aus
meiner Sicht entwickeln.
1. Der Qualitätsbegriff
Die Qualitätsdiskussion in der Jugendhilfe ist keine aktuelle Erfindung. In der Fachdiskussion
sind Fragen der Angemessenheit von Strukturen und Prozessen für die zu bewältigenden
pädagogischen Aufgaben weniger unter dem Etikett „Qualität“ als unter den Begriffen
„fachliche Standards“ u.ä. schon zuvor diskutiert worden. Durch die Qualitätsdebatte der
vergangenen Jahre wird die prozessorientierte Arbeit in den Vordergrund gerückt.
Die Auseinandersetzung mit Fragen nach der Qualität der geleisteten Arbeit ist heute
unverzichtbarer Bestandteil professionellen Handelns. Qualität in der Jugendhilfe darf nicht
als statischer Begriff verstanden werden. Neue Ansätze in der Jugendhilfe bedeuten
Anpassung der Qualität ihrer Arbeit an die sich verändernden Lebenssituationen der Kinder
und Jugendlichen.
Dabei muss bedacht werden, dass Angebote und ihre Qualität aus verschiedenen
Blickwinkeln betrachtet und bewertet werden. Auf der einen Seite sind es die Kinder und
Jugendlichen, denen vor dem Hintergrund des Kinder- und Jugendhilfegesetzes als
Adressaten von Angeboten bei der Betrachtung und Bewertung absoluter Vorrang
einzuräumen ist. Auf der anderen Seite stehen die haupt-, neben- und ehrenamtlichen
Mitwirkenden der Träger und die Politik. Sie alle definieren ihre unterschiedlichen Ansprüche
an die Qualität von Einrichtungen und Maßnahmen . Hinzu kommen weitere Beteiligte:
Öffentlichkeit, Schule, Eltern und andere Erziehungsberechtigte.
D.h. ein allgemeingültiger Standard von Qualität kann so nicht von vornherein festgelegt
werden, da sich alle Beteiligten in einem dialogischen Aushandlungsprozess über die
Definition von Qualität in der jeweiligen Aufgabenkonstellation austauschen müssen.
In der Fachdiskussion werden drei Dimensionen beschrieben, in denen der Qualitätsbegriff
dargestellt und entwickelt wird:
1
Prozessqualität
Strukturqualität
Ergebnisqualität.
2. Zum Trägerbegriff in der Jugendhilfe
Da wir uns hier der Frage der Trägerqualität nähern, möchte ich die gesetzlich fixierten
Anforderungen an einen Träger der freien Jugendhilfe darstellen.
Das steht im § 75 des SGB VIII oder auch Kinder- und Jugendhilfegesetz genannt.
Als Träger der freien Jugendhilfe können juristische Personen und Personenvereinigungen
anerkannt werden, wenn sie auf dem Gebiet der Jugendhilfe im Sinne des § 1 tätig sind,
gemeinnützige Ziele verfolgen, aufgrund der fachlichen und personellen Voraussetzungen
erwarten lassen, dass sie einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der
Jugendhilfe zu leisten imstande sind, und die Gewähr für eine den Zielen des Grundgesetzes
förderliche Arbeit bieten.
D.h. der § 1 des KJHG wird an erster Stelle erwähnt und bekommt so eine Priorität in der
Betrachtung der Qualität von Trägern der freien Jugendhilfe.
3. Ziele der Jugendhilfe
Die Leitziele der Jugendhilfe sind auf Bundesebene im KJHG und auf Länderebene im
Kinder- und Jugendförderungsgesetz NW festgelegt.
Im § 1 des KJHG heißt es:
Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu
einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. (Absatz 1)
Im Absatz 3 lesen wir: Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1
insbesondere
1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu
beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,
4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre
Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu
schaffen.“
Der Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG vermerkt, dass dieser Paragraph die
Funktion einer Generalklausel und Auslegungsmaxime für das gesamte KJHG hat.
In diesem Sinne sind die hier benannten Ziele Leitziele für die gesamte Jugendhilfe und
leitend für jeden Träger der Jugendhilfe.
2
Auch der § 9 des KJHG muss bei dieser Betrachtung genannt werden, wo es um die
Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen geht.
Dort heißt es u.a.:
„Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind....die
unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu fördern.“
Zwischenresümee: jeder Träger der Jugendhilfe, der Wert auf Trägerqualität legt, hat diese
Leitziele der gesamten Jugendhilfe konzeptionell aufzunehmen, um sie im Rahmen der
eigenen Wertorientierung und Autonomie kleinzuschneiden und praxisrelevant zu bearbeiten.
4. Wertorientierung des Trägers der freien Jugendhilfe
Das bundesdeutsche Jugendhilferechtssystem ermöglicht den Trägern der freien Jugendhilfe
eine gewisse Autonomie und Ausrichtung der gesamten Fördertätigkeit für junge Menschen
an unterschiedlichen Werten und Weltanschauungen.
Dieses System der Subsidiarität, der Nachrangigkeit von staatlicher Aufgabenerledigung vor
der der freien Träger, ist politisch gewollt und Bestandteil einer bestimmten Auffassung von
demokratisch legitimierter Jugendhilfepolitik. Demokratie benötigt Pluralität,
Angebotsauswahl für junge Menschen, die sich selbst entscheiden können, bei welchem
Träger sie mitwirken wollen bzw. welche Dienstleistungen sie von welchem Träger
wahrnehmen wollen. Das ist ein wesentlicher Teil von Partizipation: die Möglichkeit zur
individuellen Entscheidung für ein bestimmtes gesellschaftliches Engagement.
Besonders vor dem Hintergrund der weltanschaulichen Neutralität von Schule kann dieser
Aspekt einen besonderen Stellenwert für die Trägerqualität gewinnen, wenn es um Fragen der
Partizipation und der demokratischen Teilhabe geht.
5. Merkmale eines professionellen Umgangs mit der schulischen Allokation
Im Folgenden möchte ich Ihnen 8 Qualitätsmerkmale vortragen, die für den Träger der
Jugendhilfe bedeutsam werden, wenn er sich mit dem Thema Bildung und Schule beschäftigt.
Diese Qualitätsmerkmale von Jugendhilfe beziehen sich sowohl auf den Kooperationsbereich
mit Schule und auf den eigenständigen Bereich der Kinder- und Jugendhilfe außerhalb von
Schule.
Es gilt der professionelle Grundsatz:
SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen wissen um die Bedeutung und den
Stellenwert von Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung und für das Gelingen der
sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen und sehen deshalb die Sicherung
von Schulerfolgen auch als wesentliches Ziel ihrer Arbeit.
3
Eine Jugendhilfe, die dem entspricht
-
fördert die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen, indem sie Jugendliche bei
der Entwicklung von Lebensentwürfen unterstützt und hilft ihnen, den Stellenwert von
Bildung für deren Realisierung zu erkennen,
-
nimmt bei Bedarf eine anwaltschaftliche Funktion für „ihre“ Kinder und Jugendlichen
gegenüber der Schule im Hinblick auf deren Förderung und sie betreffende
Ausleseentscheidungen wahr und bezieht die Schule und die Eltern in die Erarbeitung
von Hilfeplänen und deren Umsetzung ein.
-
trägt dazu bei, die Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen so zu gestalten,
dass diese sich einigermaßen unbeeinträchtigt auch schulischen Lern- und
Leistungsanforderungen zuwenden können.
-
fördert die Bildungsmotivation und die Anerkennung schulischer Leistung in den
Herkunftsverhältnissen und im Alltag der Jugendlichen, und
-
bietet der Schule ihre Unterstützung bei der Konzipierung schulischer
Fördermaßnahmen an und unterstützt deren Umsetzung mit ihren Mitteln,
-
kennt die Strukturen und den gesellschaftlichen Auftrag der Schule und respektiert
deren schulpädagogische Fachlichkeit,
-
pflegt den Dialog und mischt sich auf unterschiedlichen Ebenen in die
bildungspolitische Diskussion insbesondere im Hinblick auf die Wahrung der
Interessen sozial benachteiligter und individuell beeinträchtigter junger Menschen ein
und,
-
sucht die Zusammenarbeit mit der Schule im Hinblick auf einzelne Jugendliche oder
auch Gruppen.
Ein Träger der freien Jugendhilfe, der diese Merkmale eines professionellen Umgangs mit der
schulischen Allokation berücksichtigt, ist hervorragend zum Kooperationspartner von Schule
geeignet.
6. Kriterien für die Trägerqualität aus Sicht des öffentlichen Trägers
Der Landesjugendhilfeausschuss Rheinland hat sich in seiner Sitzung am 24. Februar 2005
mit dem derzeitigen Stand der Praxis der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich
beschäftigt. Er beauftragte die Verwaltung des Landesjugendamtes, die festgestellten
Entwicklungen und Anforderungen in einem Arbeitspapier zur Planung und Steuerung der
OGS auf kommunaler Ebene zusammen zu fassen.
4
Einer der Aspekte, der in diesem Arbeitspapier behandelt wird, ist die Trägerqualität, die –
laut Kapitelüberschrift – „gewährleistet sein muss.“
Bei der Entscheidung über die potenziellen Träger sollen die Jugendämter unbedingt mit
einbezogen werden, um die Trägerqualität zu beurteilen.
Die örtlichen Träger sind frühzeitig einzubeziehen, wobei den Trägern bereits bestehender
Ganztags- und Betreuungsangebote aus dem Bereich der Jugendhilfe ein Vorrang eingeräumt
werden sollte, mit dem Ziel, die Einrichtungen und Fachkräfte in den Sozialräumen rund um
die Schulen mit ihrem fachlichen Hintergrund und ihren Erfahrungen einzubinden.
Das Papier konstatiert, dass vieles für das Modell eines freien Trägers spräche, der als
„Generalunternehmer“ die Gesamtverantwortung für die außerunterrichtlichen Angebote
übernimmt.
Folgende Kriterien werden für die Trägerqualität als relevant betrachtet:
-
Nähe zum Sozialraum,
Vorerfahrungen und kompetentes pädagogisches Fachpersonal,
Verlässlichkeit gegenüber den Kindern, Eltern und der Schule,
Gewährleistung von Dienst- und Fachaufsicht, Fortbildung und Erfahrungen in der
Teamarbeit,
Vorhandensein einer konzeptionellen Ausrichtung der außerunterrichtlichen Angebote
im Sinne der Handlungsparadigmen der Jugendhilfe (Emanzipation, Partizipation,
Integration, Prävention),
Kooperations- und Vernetzungskompetenzen,
Kompetenzen in der Zusammenarbeit mit Eltern,
Sicherstellung der Evaluation außerunterrichtlicher Angebote.
Während sich die Merkmale eines professionellen Umgangs mit der schulischen Allokation
auf die gesamte Jugendhilfe beziehen, stellen diese konkreten Kriterien aus Sicht des
öffentlichen Trägers eine unabdingbare Voraussetzung für die Mitwirkung in der OGS dar. In
diesem Sinne liegen Merkmale und Kriterien auf zwei unterschiedlichen Betrachtungsebenen.
7. Empfehlungen des wissenschaftlichen Kooperationsverbundes Offene
Ganztagsschule
(siehe Foliensatz)
8. OGS als Haus des Lebens und Lernens: welche Bedeutung kann dieses Ziel für
die Trägerqualität bekommen?
Die Offene Ganztagsschule im Primarbereich hat die Zielvorstellung, ein Haus des Lebens
und des Lernens für Kinder zu schaffen. Die Bildungspotenziale von Jugendhilfe und Schule
sollen zusammengeführt werden. D.h. es geht nicht nur um Übermittags- und
Hausaufgabenbetreuung, sondern um die Weiterentwicklung von Schule in Deutschland und
in NRW. Einige sprechen von der Neurhythmisierung und meinen damit die Veränderung der
Lernzeiten in den Schulen.
5
Mit diesem hehren Ziel haben sich auch die Träger der Jugendhilfe auseinanderzusetzen, die
im Bereich der OGS mit dem Schulsystem kooperieren.
Schon bei der Betrachtung der Merkmale des professionellen Umgangs mit der schulischen
Allokation wurde die Einmischung des Trägers der Jugendhilfe auf den unterschiedlichen
Ebenen der bildungspolitischen Diskussion als Qualitätsmerkmal benannt. Oft ist zu
beobachten, dass sich die Träger der Jugendhilfe in guter Absicht auf ihre pädagogischen
Dienstleistungen konzentrieren, während sie im Bereich der bildungspolitischen Debatte oft in
einer selbstgewählten Zuschauerrolle verharren.
Diese Beschränkung vieler Jugendhilfeträger im Kooperationsverfahren mit Schule ist für die
Entwicklung des Hauses des Lebens und des Lernens wenig förderlich. Wenn die
Bildungspotentiale von Jugendhilfe und Schule zusammengeführt werden sollen, müssen die
Bildungspotenziale der Jugendhilfe erkennbar und wahrnehmbar sein, z.B. als das andere
Lernen, als informelle und nonformale Bildung.
Der Träger der Jugendhilfe hat diese Momente von informeller und nonformaler Bildung
neben den Betreuungsdienstleistungen in die Schule als Lebens- und Lernort miteinzubringen,
und zwar offensiv. Das markiert für mich eine neue entscheidende Trägerqualität.
Zu diesen Aspekten des Lernens im Bereich der Jugendhilfe gehört die Freiwilligkeit und
Offenheit des Lernprozesses. Zu diesen Aspekten gehören einige Grundsätze, die z.B. in den
gelingenden Schulen, auch Treibhäuser der Zukunft genannt, auf der Tagesordnung stehen:
-der Raum als dritter Pädagoge,
-Schüler lernen am besten von Schülern,
-altersgemischte Gruppen und jahrgangsübergreifender Unterricht,
-Entwicklung einer (Schul-)Gemeinschaft,
-Gruppenleiter und Lehrer als ModeratorInnen des Lernprozesses,
-öffentliche Präsentation der Lernprozesse,
-Achtung der Vielfalt und Einzigartigkeit der Individuen,
-Heterogenität als einer der wichtigsten Motoren des Lernens.
Jugendhilfe hat nicht das Monopol auf die wirkliche Förderung von jungen Menschen, auch
Schulen entwickeln heute eine hervorragende Praxis zur Förderung von Kindern und
Jugendlichen. Die jungen Menschen machen in diesen Schulen eine sehr, sehr wichtige
Erfahrung: Niemand darf beschämt werden. In den gelingenden Schulen wird ein positives
Klima der Anerkennung und der Belobigung aufgebaut, dass nicht nur den Schülerinnen und
Schülern zugute kommt, sondern auch den Lehrerinnen und Lehrern und auch den
Kooperationspartnern der entsprechenden Schulen.
Resümee: Wenn die OGS das Ziel beinhalten soll, ein Haus des Lebens und des Lernens zu
werden, dann sollte es zur Qualität von Trägern der Jugendhilfe im Kooperationsbereich mit
Schule werden, sich mit diesen neu gestalteten Schulen auseinanderzusetzen, denn „Finnland“
liegt im übertragenen Sinn direkt vor der Haustür, auch in NRW.
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Dimensionen von Qualität
Prozessqualität
Konzept: Zielorientierung, Methodenanalyse, Verlauf
Wie wird ein bestimmtes Ergebnis erreicht?
Strukturqualität
Materielle, räumliche, personelle, finanzielle Rahmenbedingungen
Unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand wurde ein Ergebnis
erreicht?
Ergebnisqualität
Wirkungen, Leistungen, Messung von Erfolg, Akzeptanz der Angebote
Welche Wirkungen wurden erzielt und wie werden sie bewertet?
Gliederungsvorschlag für ein
Qualitätshandbuch des Trägers
Prozessqualität
Konzeptdimension
1. Konzeption des Trägers
2. Material zur Konzeptionsentwicklung
2.1 Bestandsaufnahme
2.2 Bedarfsermittlung
2.3 Zielpyramide
2.4 Leitlinien für das pädagogische Handeln
2.5 Angebotsstruktur
Prozessdimension
3. Beschreibung von Schlüsselprozessen im Umgang mit Kindern
4. Beschreibung von Schlüsselprozessen im Umgang des Teams untereinander und
dem Vorstand/ Geschäftsführung des Trägers
Strukturqualität
5. Organisationsaufbau des Trägers
5.1 Wer arbeitet im Trägerverein in welcher Funktion und
welcher hierarchischer Zuordnung?
5.2 In welchen kooperativen und hierarchischen Bezügen arbeiten
wir nach außerhalb (Amt, Stadtteil, Schule) ?
6. Arbeitsplatzbeschreibungen
7. Informationen zur Finanzierung und Verfügbarkeit des Etats
8. Leistungsbeschreibung
Ergebnisqualität
9. Ergebnisse von Projekten der Selbstevaluation
10. Informationen zum Berichtswesen
Träger der Jugendhilfe
§ 75 SGB VIII/ Kinder- und Jugendhilfegesetz
Berücksichtigung des § 1 des KJHG
Verfolgung gemeinnütziger Ziele
Fachliche und personelle Voraussetzungen
Gewähr für Berücksichtigung der Ziele des Grundgesetzes
Leitziele der Jugendhilfe
§ 1 SGB VIII/ Kinder- und Jugendhilfegesetz
Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner
Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen
und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. (Absatz 1)
Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1
insbesondere
1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen
Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen
zu vermeiden oder abzubauen,
2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung
beraten und unterstützen,
3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl
schützen,
4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge
Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und
familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.
§ 9 SGB VIII/ Kinder- und Jugendhilfegesetz
(Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen)
Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der
Aufgaben sind die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und
Jungen zu fördern.
Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinderund Jugendhilfe
(Kinder- und Jugendhilfeerweiterungsgesetz
KICK)
§ 8 a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
...In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und
Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist
sicherzustellen, dass deren Fachkräfte den Schutzauftrag nach
Absatz 1 in entsprechender Weise wahrnehmen und bei der
Abschätzung des Gefährdungsrisikos eine insoweit erfahrene
Fachkraft hinzuziehen.
Insbesondere ist die Verpflichtung aufzunehmen, dass die
Fachkräfte bei den Personensorgeberechtigten oder den
Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfe
hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das
Jugendamt informieren, falls die angenommene Hilfe nicht
ausreichend erscheint, um die Gefährdung abzuwenden.
Kinder- und Jugendförderungsgesetz NRW
(3. AG KHJG – KJFöG)
§ 5 Interkulturelle Bildung
Die Kinder- und Jugendarbeit soll in ihrer inhaltlichen Ausrichtung
den fachlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen einer auf
Toleranz, gegenseitiger Achtung, Demokratie und Gewaltfreiheit
orientierten Erziehung und Bildung entsprechen.
Sie soll die Fähigkeit junger Menschen zur Akzeptanz anderer
Kulturen und zu gegenseitiger Achtung fördern.
§ 6 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Absatz 4
Bei der Gestaltung der Angebote sollen die öffentlichen und freien
Träger und andere nach diesem Gesetz geförderte Einrichtungen
und Angebote die besonderen Belange der Kinder und Jugendlichen
berücksichtigen.
Hierzu soll diesen ein Mitspracherecht eingeräumt werden.
Merkmale eines professionellen Umgangs
eines Trägers der Jugendhilfe mit dem
Thema Schule/ Bildung
Der Träger der Jugendhilfe nutzt die fachliche Diskussion zum
Thema „Bildung ist mehr als Schule“.
(Auszug aus den Leipziger Thesen zur aktuellen bildungspolitischen
Debatte)
Bildung ist mehr als Schule
Bildung ist der umfassende Prozess der Entwicklung und Entfaltung
derjenigen Fähigkeiten, die Menschen in die Lage versetzen zu
lernen, Leistungspotentiale zu entwickeln, zu handeln, Probleme zu
lösen und Beziehungen zu gestalten.
Junge Menschen in diesem Sinne zu bilden, ist nicht allein Aufgabe
der Schule.
Gelingende Lebensführung und soziale Integration bauen ebenso
auf Bildungsprozessen in Familien, Kindertageseinrichtungen,
Jugendarbeit und der beruflichen Bildung auf.
Auch wenn der Institution Schule ein zentraler Stellenwert
zukommt, reicht Bildung jedoch weit über Schule hinaus.
Qualitätsmerkmale eines Trägers der
Jugendhilfe mit dem Thema Schule/ Bildung
Förderung der Bildungschancen
Anwaltsfunktion für Kinder
Gestaltung von positiven Lebensverhältnissen
Förderung der Bildungsmotivation
Kooperationsangebot an die Schule
Akzeptanz des gesellschaftlichen Auftrags der Schule
Einmischung in die bildungspolitische Diskussion
Zusammenarbeit mit Schule in Hinblick auf einzelne Kinder
Kriterien für die Trägerqualität aus Sicht
der Jugendhilfepolitik
Nähe zum Sozialraum
Vorerfahrungen und kompetentes pädagogisches Fachpersonal
Verlässlichkeit gegenüber den Kindern, Eltern und der Schule
Gewährleistung von Dienst- und Fachaufsicht, Fortbildung und
Erfahrungen in der Teamarbeit
Vorhandensein
einer
konzeptionellen
außerunterrichtlichen Angebote
Ausrichtung
Kooperations- und Vernetzungskompetenzen
Kompetenzen in der Zusammenarbeit mit Eltern
Sicherstellung der Evaluation außerunterrichtlicher Angebote
der
Empfehlungen des wissenschaftlichen
Kooperationsverbundes Offene Ganztagsschule
Stärkere Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern im Ganztag,
insbesondere von jüngeren Kindern, Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund
Entwicklung gemeinsamer und konkreter Zielvereinbarungen aller relevanten Personen
Aktive Verknüpfung von Unterricht und offenem Ganztagsangebot
Sicherstellung eines hohen fachlichen und pädagogischen Niveaus
Abklärung der Beschäftigungsverhältnisse
Tätigkeitsprofile des Ganztagspersonals
und
–umfänge
sowie
Klärung
Entlastung der Schulleitungen und Einsetzung eines Koordinators für offenen Ganztag
Qualifizierung des Personals in der OGS
Absicherung der Hausaufgabenbetreuung unter Qualitätsgesichtspunkten
Konzipierung der Räume und ihrer Gestaltung als wichtigen konzeptionellen Baustein
Entwicklung von spezifischen Kooperationsstrukturen (Team, Planungsgespräche)
Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes zur Elternarbeit
Flexibler Elternbeitrag, soziale Staffelung
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