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Faktenblatt - Kanton Bern

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FAKTENBLATT ZUR
MEDIENKONFERENZ BERNER STAATSWEIN 2012
1.
Geschichte und Gegenwart des Weinbaus am Bielersee
1.1
Neolithikum und Antike
Fundgegenstände wie Traubenkerne aus St. Blaise und Schnüre aus WaldrebenBast aus Port deuten darauf hin, dass die Weinrebe schon den neolithischen und bronzezeitlichen Pfahlbaukulturen bekannt war. Mit der Romanisierung Helvetiens wurde in Teilen Helvetiens auch der Weinbau eingeführt. Im Wallis wurden Gartenmesser für die Weinlese gefunden, die auf das 2. Jahrhundert nach Christus datiert werden konnten.
1.2
Mittelalter
Die erste, bis heute erhaltene, urkundliche Erwähnung des Rebbaus stammt aus
dem Jahr 516. Sie betrifft die Reben der Abtei St. Maurice im Kanton Wallis. Die Klöster
trugen maßgeblich zur Verbreitung des Rebbaus in der Schweiz bei. Ein päpstliches
Schreiben belegt, dass am Bielersee schon im Jahr 866 Wein angebaut wurde.
Werner Bourquin hielt fest (1932): „Das frühe Mittelalter lässt durch die Besitzverhältnisse
darauf schliessen, dass der Weinbau in der Gegend bereits festen Fuß gefasst haben
muss. Schon damals waren die Rebgüter am Bielersee ein begehrter Besitz.“ Viele Rebgüter gehörten dem Ortsadel — zum Beispiel den Herren von Biel, von Twann, von Ligerz
und von Tess. Immer häufiger interessierten sich auch die Klöster der näheren und weiteren Umgebung für solche Güter.
Nach und nach starben die adligen Geschlechter aus, und der grösste Teil ihres Rebbesitzes kam durch Schenkung oder Verkauf in klösterlichen Besitz. Folgende Klöster besaßen
Rebparzellen am Bielersee: Bargenbrügg, Bellelay, Engelberg, Fraubrunnen, Frienisberg,
Gottstatt, Münster-Granfelden, Rüeggisberg, St. Immer, St. Johannsen, St. Urban, Tedlingen sowie die Johanniterkommenden zu Biel, Münchenbuchsee und Thunstetten.
Der Rebbau am Bielersee ist seit dem 9. Jahrhundert nachgewiesen. Doch nicht nur am
Südhang des Juras standen Reben, auch in den Dörfern des Seelands waren Anbauflächen für den Weinbau reserviert.
1.3
Von der Reformation bis ins 18. Jahrhundert
Mit der Reformation gingen die klösterlichen Reben in den Besitz des Staates
Bern über. Zum Teil wurden sie später an bernische Familien verkauft, doch erst nach
dem Ende des Ancien Régime kamen solche Güter nach und nach in den Besitz seeländischer Rebbauern. Denn bis ins 18. Jahrhundert war privater, bäuerlicher Rebbesitz nicht
üblich.
In der Regel arbeiteten die Rebbauern für die Stadt Bern oder für bernische Patrizierfamilien. Meistens war eine Winzerfamilie für drei bis vier Mannwerk (= 1290 bis 1720 Quadratmeter) Reben verantwortlich. Für ihre Arbeit erhielten sie als „Halbrebenleute“ die Hälfte
des Ertrags.
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Weinbau am Bielersee / Medienkonferenz Berner Staatswein
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Die frühe Neuzeit war klimatisch durch die „Kleine Eiszeit“ (15. bis 19. Jahrhundert) geprägt. Auch der Rebbau am Bielersee litt manchmal unter der Klimaverschlechterung.
Doch die Qualität des Bielerseeweins nahm auch aus anderen Gründen ab: Viele junge
Weinbauern und Weinbäuerinnen fanden eine leichtere Arbeit außerhalb des Rebbaugebiets, zum Beispiel in den Indienne-Manufakturen oder als Hausangestellte. Um die fehlenden Arbeitskräfte zu ersetzen, mussten Taglöhner beschäftigt werden, und dadurch
gingen die Einkommen im Rebbau zurück. Dies wiederum entmutigte die Rebleute, ihre
Arbeit auch weiterhin mit der gewohnten Sorgfalt zu besorgen.
Um die Krise im Rebbau zu überwinden, wurde im Jahr 1781 die REBGESELLSCHAFT
TWANN-LIGERZ-TÜSCHERZ gegründet. Diese Gesellschaft profitierte von Erkenntnissen der
ÖKONOMISCHEN GESELLSCHAFT, welche verschiedene Modernisierungen im Rebbau anregte. Zum Beispiel wurden der Gemüseanbau und das Pflanzen von Bäumen in den Reben
eingedämmt. Die Rebgesellschaft kontrollierte zudem, ob die Reben ihrer Mitglieder genügend gepflegt wurden. Die Maßnahmen der Rebgesellschaft scheinen relativ bald genützt
zu haben. Jedenfalls wurde die Qualität des Bielerseeweins im Jahr 1791 in einer Publikation des Göttinger Gelehrten Christoph Meiners ausdrücklich gelobt. Der Professor der
Weltweisheit hielt darin fest: „Zum gewöhnlichen Tischwein ziehe ich den Seewein, der am
Bielersee wächst, dem La Côte und selbst dem Ryfwein vor. Er hat eine angenehme Säure und kommt in Ansehung seiner Lieblichkeit dem guten Markgräfler und dem Johannisberger sehr nahe.“
1.4
Das 19. und das 20. Jahrhundert
Kurz nach der Französischen Revolution, während der Helvetik (1798-1803), kam
es zu wichtigen Veränderungen in der Besitzstruktur. Immer mehr Winzerfamilien erwarben eigenes Rebland, und es wurde möglich, sich vom Zehnten freizukaufen.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts nahm zudem die Mobilität enorm zu. Dadurch wurden
auch Parasiten und Schädlinge verbreitet. Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung erlebte der Rebbau eine Folge von Katastrophen, die energische Abwehrmaßnahmen notwendig machten. Ab 1868 tauchte der falsche Mehltau in unserer Region auf, eine Pilzwucherung, welche die grünen Teile der Reben befällt und die Blätter zum Absterben bringt.
Die Winzer begegneten dieser Plage mit dem Spritzen einer Kupfervitriollösung. Doch
auch der echte Mehltau machte ihnen zu schaffen. Dieser Pilz zerstörte nicht nur die Blätter der Rebe, er befiel auch die Trauben. Der echte Mehltau wurde mit Schwefelstaub bekämpft. In manchen Gebieten der Westschweiz wurden kurz vor 1900 zudem amerikanische Reben importiert, die gegen diese Pilzkrankheit immun waren. Fatalerweise wurde
dadurch ein weiterer Schädling eingeschleppt: die Reblaus. Diese brachte es fertig, einen
Rebstock durch die Schädigung seiner Wurzeln gänzlich zu vernichten. Nur die amerikanischen Reben waren gegen die Reblaus immun.
Da der aus amerikanischen Reben gewonnene Wein nur wenig Zuspruch fand, blieb nur
noch eine Möglichkeit: Die amerikanischen Rebstöcke mussten durch das Aufpfropfen erprobter einheimischer Hölzer veredelt werden. Die Winzer unserer Region reagierten
rasch und entschlossen: Schon im Jahr 1910, also drei Jahre bevor die Reblaus den Bielersee erreichte, wurde im „Pfropfhüsli“ zu Twann mit der Erneuerung des gesamten Rebbestandes begonnen. Die Pfröpflinge wurden in ausschließlicher Handarbeit hergestellt.
Trotzdem schafften die geschicktesten Arbeiter bis zu 3‘000 Schnitte pro Tag. Die veredelten Pfröpflinge wurden sorgsam in Kisten mit feuchtem Sägemehl eingepackt und im
„Pfropfhüsli“ bei 30 Grad Wärme im Dunklen vorgetrieben. Die grundlegende Erneuerung
der Rebberge am Bielersee dauerte etwa bis ins Jahr 1930, also ganze zwei Jahrzehnte.
Mit ihrem entschlossenen Handeln retteten die Winzer am Bielersee den Weinbau in unseVolkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern
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rer Region. Doch in vielen Gemeinden des Seelands trug die Zerstörungsarbeit der Reblaus dazu bei, dass der Weinbau definitiv aufgegeben wurde.
Der „Leset“, also die Traubenernte, bedeutete für viele Menschen einen Höhepunkt im
Jahreslauf. Die Weinlese, das letzte Rebwerk im Rebjahr, ist eine Arbeit, die am Bielersee
bis ins Jahr 1996 von allen Winzern eines Dorfs zu einem gemeinsamen Zeitpunkt angegangen wurde. Denn jahrhundertelang wurde das Ende des Rebjahrs in den Winzerdörfern vom Herbstbann und vom Lesebann regiert. Der Herbstbann bestimmte, dass die Zugänge zum Rebberg von August bis zur Traubenernte für Unbefugte geschlossen wurden.
Mit dieser Maßnahme sollten die reifenden Trauben vor Diebstahl geschützt werden. Zum
Herbstbann gehörte die Rebhut, welche die Trauben vor den Tieren schützen sollte. Der
Bann galt bis zum Ende des „Lesets“, dessen Beginn in der Regel vom Landvogt festgesetzt wurde. Der zwei- bis dreiwöchige „Leset“ wurde alljährlich zu einem großen kollektiven Erlebnis. In den Reben am Bielersee wirkte das „Herbstvolk“, welches oft von weither
in die Winzerdörfer strömte. Vor der Reformation zum Beispiel begab sich der Komtur der
Johanniterkommende Münchenbuchsee mit einem großen Gefolge ins Buchsihaus zu
Twann, um die Traubenernte auf seinem Rebgut aus der Nähe mit zu verfolgen. Für die
Erntehelfer aus dem Dorf Münchenbuchsee, welche den Komtur begleiteten, war der
„Herbst am See“ der Höhepunkt des Jahres. Das galt wohl für das „Herbstvolk“ generell —
für die Leserinnen und Leser, aber auch die Brenten- und Züberträger, die Moster, Trüelknechte, Küfer und Fuhrleute. Ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden während des
„Lesets“ war die Verpflegung. Auf den großen Rebgütern wirkten deshalb zur Erntezeit
auch eine Herbstköchin und ein Herbstmetzger. Die Herrschaft wurde auch nach der Reformation mit auserlesenen Speisen versorgt. Wie aus Akten der Johanniterkommende
Münchenbuchsee hervorgeht, erhielt auch das „Herbstvolk“ gute Kost. Der Bericht aus
dem Jahr 1568 erwähnt als Nahrung Kraut, Kabis, Eier, Obst, Dörräpfel und Birnenschnitze, Fleisch, Würste, Kutteln, Rüben, Zwiebeln, Käse und Ziger. Besondere Feierlichkeiten
standen während der Erntezeit nicht im Vordergrund. Immerhin verbrachten die „Halbrebenleute“ — sie arbeiteten gegen die Hälfte des Ertrags auf den herrschaftlichen und
kirchlichen Gütern — die Sonntage auf der Sankt Peters-Insel, und auf den großen Rebgütern genoss man die Geselligkeit.
1.5
Heute
Im Jahr 2009 war Neulandantritt der Güterzusammenlegung TWANN-LIGERZTÜSCHERZ: Die Güterzusammenlegung umfasste einen Perimeter von 105,5 Hektaren Reben. 34 Haupterwerbsbetriebe und 10 Nebenerwerbsbetriebe waren davon betroffen. Das
rund 7 Kilometer lange Rebgebiet wird durch viele Terrassen und durch 82 Kilometer
Rebmauern geprägt. Die Terrassen sind von nationaler Bedeutung.
1.5.1
Zahlen aus dem Kanton Bern
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•
•
Fläche Region Bielersee: 222,6 ha
Fläche Region Thunersee: 18,5 ha
Fläche im übrigen Gebiet: 2,5 ha
Anzahl Traubenproduzenten: 200
Anzahl Einkellerer: 90
Weinproduktion im Schnitt der letzten 10 Jahre: rund 1,5 Millionen Liter Wein
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1.5.2
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Ökologie im Rebberg
Aufgrund von Forschungsarbeiten der AGROSCOPE ACW entwickelte sich im
Schweizer Rebbau in den siebziger Jahren die Integrierte Produktion. Von Beginn an wurde dieser naturnahe Anbau durch interessierte und motivierte Pioniere im Rebbau gefördert. In der praktischen Umsetzung heißt das: Verzicht auf Insektizide und Kunstdünger,
alternatives Mähen zwischen den Reihen und Fungizideinsatz nur nach Prognose. Werden die Rebberge nachhaltig bewirtschaftet, dann sind sie sehr wertvolle Ökosysteme mit
hoher Pflanzen-und Tiervielfalt. So auch im Kanton Bern. Die Rebberge sind heute wichtige landschaftliche naturnahe Elemente von größter Bedeutung.
2.
Tradition & Innovation im Weinbau des Bielersees
2.1
Anbauarten
Der Guyot oder Drahtbau ist ein einfaches und gängiges Anbausystem. Am meisten verbreitet ist der Guyotanbau (einfacher Streckbogen). Pro Fruchtstrecker werden
sechs bis acht Augen belassen. Dazu kommen zwei Augen von der Reserve. Das ergibt
dann acht bis zehn Triebe pro Stock. Der erste Bindedraht befindet sich mindestens 80
Zentimeter vom Boden entfernt. Dieses Anbausystem ist auch in der Schweiz das Hauptanbausystem und unterscheidet sich nicht von anderen Regionen. Der Stickelanbau hat
keine Bedeutung mehr.
Reihenabstände: 1,8 bis 2 Meter
2.2
Rebsorten
Derzeit werden im Kanton Bern 56 Rebsorten angebaut. Die Hauptsorten sind:
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•
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•
Pinot Noir,
Chasselas,
Chardonnay,
Pinot Gris,
Sauvignon Blanc,
Riesling-Silvaner.
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2.3
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Pflegearten & Maschinen
Trotz leichter Mechanisierung und Drahtbaumitteln ist die Arbeit in den Reben mit
rund 800 Arbeitsstunden pro Hektare nach wie vor recht intensiv. Da gerade am Bielersee
viele Flächen im Terrassenbau gepflegt werden, ist nur eine leichte Mechanisierung (zum
Bsp. mit Raupenfahrzeugen) möglich. Daher sind die Produktionskosten in unserem Kanton bedeutend höher als beispielsweise im Kanton Genf oder im Ausland, wo Rebberge
voll mechanisiert gepflegt werden können.
3.
Weinpolitik des Kantons Bern
Der Kanton Bern strebt eine qualitative und wirtschaftlich sinnvolle Entwicklung im
Rebbau an. Um die Wirtschaftlichkeit und die Konkurrenzfähigkeit in den Berner Rebbaubetrieben zu verbessern, sollte die durchschnittlich bewirtschaftete Fläche pro Betrieb in
den nächsten Jahren weiter erhöht werden. Die Fachstelle für Rebbau und die Fachkommission fördern die sinnvolle Entwicklung des Berner Rebbaus nach folgenden Kriterien:
•
•
•
Bewilligung für neue Rebflächen in den beiden Hauptanbaugebieten in
bestehenden AOC Gemeinden sofern noch geeignete Grundstücke vorhanden
sind.
Bewilligung im übrigen Kantonsgebiet und in neuen Gemeinden, sofern die
Wirtschaftlichkeit (Mindestflächen!), der Qualitätsanbau und die Absatzmöglichkeiten gegeben sind.
Bewilligung für neue Rebflächen, sofern es sich um die Wiederbepflanzung
von ehemaligen Rebflächen handelt.
Die Beurteilung einer Fläche anhand der genannten Kriterien erfolgt durch die Fachstelle
für Rebbau (Rebbaukommissär). Der Rebbau ist eine kapital- und arbeitsintensive Kultur,
weshalb der Aspekt der Wirtschaftlichkeit sehr stark gewichtet wird. Bis eine durchschnittliche Hektare Reben in den Ertrag kommt, müssen rund 100'000 bis 150'000 Franken investiert werden (ohne Boden und Mechanisierung!). Der jährliche Arbeitsaufwand liegt je
nach Anbausystem bei 400 bis 1'000 Arbeitsstunden pro Hektare.
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Weinbau am Bielersee / Medienkonferenz Berner Staatswein
3.1
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Entscheidungsgrundlagen für Neueinsteiger
Auf dem Weltmarkt herrscht eine Überproduktion an Wein. Während die EU Ausreißprämien zur Flächenverminderung bezahlt, nimmt in der neuen Welt die Anbaufläche
laufend zu. Die Schweiz deckt ihren Eigenbedarf an Wein zu 40 Prozent. Die übrige Menge wird importiert. Schweizer Wein steht in geschmacklicher und preislicher Konkurrenz zu
den meist günstiger produzierten Importweinen. Die Herstellung unseres Weins hat höhere Produktionskosten. Daher sollten Neueinsteiger vorgängig ein Anbau- und Vermarktungskonzept und einen Businessplan erstellen. Die Fachstelle für Rebbau des INFORAMA
leistet dabei Unterstützung. Vor einer Investition gilt es, folgende Fragen zu klären:
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Wie sieht das Marktumfeld aus?
Wer ist mein Zielpublikum/Kunde?
Wo/wer sind meine Mitbewerber, mit welchen Produkten und Preisen?
Womit differenziere ich mich mit meinem Wein?
Welchen Wein will ich produzieren?
4.
Kürung BERNER STAATSWEIN 2012
4.1
Kriterien und Durchführung
Das STAATSWEINREGLEMENT ist aufgrund der Anpassung an die neue Degustationsplattform erneuert worden. Die Plattform wurde erstmals gemeinsam erfolgreich betrieben, und es wurden nebst den Berner Staatsweinen auch die AOC Weine und die Vordegustationsweine der REBGESELLSCHAFT BIELERSEE verkostet. Insgesamt waren das 306
Weine mit rund 6 Prozent Doppelproben.
Gemäß Reglement dürfen nur Berner Weine (Reben und Kelterungsbetrieb im Kanton BE)
eingereicht werden, und die Weine müssen die AOC-Anforderungen erfüllen. Die für die
Staatsweindegustation angemeldeten und eingereichten Weine sowie deren Degustationsresultate wurden von der Fachstelle für Rebbau im INFORAMA verwaltet und ausgewertet.
Für die neue gemeinsame Degustationsplattform zeichnete die REBGESELLSCHAFT BIELERSEE verantwortlich.
Die Degustationen fanden nach einem geeigneten und anerkannten Verfahren statt: Jeder
Wein wurde durch fünf unabhängige Verkoster einzeln degustiert und benotet. Die einzelnen Resultate wurden zusammengezählt und ergaben einen Durschnitt. Die Beurteilung
erfolgte nach dem 100-Punkte-Formular. Diejenigen Weine, welche in den Kategorien
Chasselas und Blauburgunder unter den vier besten waren, erreichten die Finalrunde. Für
die weißen und roten Spezialitäten wurden Unterkategorien ab mindestens fünf angemeldeten Weinen pro Sorte gebildet. Spezialitäten, von denen weniger als fünf Weine eingereicht wurden, bildeten jeweils gemeinsam eine Unterkategorie. Der Wein jeder Unterkategorie mit der höchsten Punktzahl kam in die Finalrunde. Bei mehr als vier Unterkategorien kamen jeweils die vier Unterkategoriensieger der weißen und roten Spezialitäten mit
der höchsten Punktzahl eine Runde weiter, bei weniger Unterkategorien nur die jeweiligen
Unterkategoriensieger.
Im Jahr 2012 wurden für die weißen Spezialitäten folgende Unterkategorien gebildet:
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Chardonnay,
Riesling-Sylvaner,
Rosé,
Wein der übrigen Sorten (Gewürztraminer).
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Weinbau am Bielersee / Medienkonferenz Berner Staatswein
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Für die roten Spezialitäten wurden im Jahr 2012 wiederum nur drei Unterkategorien gebildet:
•
•
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4.2
Pinot Barrique,
Wein der übrigen Sorten (Garanoir),
Wein (Assemblage verschiedener Sorten)
Jury
Als Leiter der Jury für die neue gemeinsame Degustationsplattform konnte Herr
Hans Bättig, Inhaber der Firma WEINKONZEPTE in Luzern, verpflichtet werden. Ihm stand
ein Team von 20 Degustatoren (4 Gruppen à 5 Personen) zur Verfügung. Das Team wurde an einem Abend vorgängig instruiert, und es fanden Probeläufe statt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden dann die 305 Weine verkostet und ausgewertet.
Der Final-Jury gehörten neben Regierungspräsident Andreas Rickenbacher folgende Persönlichkeiten an: Werner Luginbühl, Ständerat, Hans Jörg Girsberger-Schläppi, Wirt des
Restaurants 3 FISCHE in Lüscherz, Arthur Vogel, Chefredaktor DER BUND, Frau Katherine
von Ah, Direktorin JURA BERNOIS TOURISME, Yves Beck, Autor, Sabine Steiner, Weinproduzentin.
4.3
Auswertung
Im Vergleich zum Vorjahr wurden mehr Weine zum Wettbewerb um den BERNER
STAATSWEIN angemeldet. Am meisten Anmeldungen lagen in der Kategorie Weiße Spezialitäten vor. Insgesamt wurden im Jahr 2012 157 Weine (Vorjahr 127 Weine) zur Kürung
angemeldet. Die neue Degustationsplattform scheint die Winzer zur Anmeldung animiert
zu haben.
4.4
Gewinner
Unter den Weinbauern der 15 Weine, welche in die Finalrunde gelangten, waren 7
neue Produzenten, die bisher noch nie den Staatswein gewonnen haben. Die restlichen 8
Winzer hatten schon in den Vorjahren einen Preis gewonnen. Als kleine Sensation kann
der Umstand gewertet werden, dass in der Kategorie Weiße Spezialitäten gleich 3 Weine
(ein Chardonnay, ein Riesling-Sylvaner und ein Rosé) aus dem gleichen Betrieb stammten
und zwar aus der Region Thunersee (REBBAUGENOSSENSCHAFT SPIEZ). Nur um wenige
Zehntelspunkte hat der vierte Wein dieses Betriebs (Muskat/Gewürztraminer) die Auszeichnung BERNER STAATSWEIN in der Finalrunde verpasst. Dieser Erfolg macht deutlich,
dass in der REBBAUGENOSSENSCHAFT SPIEZ am Thunersee ein enormes Potential steckt!
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