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Bern, 2. April 2014
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Verlänge
Wechselausstellung «Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen»
3. April – 26. Oktober 2014
MEDIENMITTEILUNG
Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen
Das Bernische Historische Museum zeigt vom 3. April bis 26. Oktober 2014 die Ausstellung «Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen». Das Museum präsentiert
bei dieser Gelegenheit erstmals die sensationellen Gletscherfunde vom Schnidejoch (Berner Oberland) aus dem Hitzesommer 2003. Im Museumspark stehen Hausund Ackerbau sowie Metallbearbeitung im Zentrum. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern, der die gleichnamige Begleitpublikation herausgegeben hat.
Das Bernische Historische Museum widmet das Jahr 2014 den Pfahlbauern. Seit in der
Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Überreste von Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit und
der Bronzezeit geborgen worden sind, ist die damalige Lebensweise an den Seeufern intensiv erforscht worden. Objekte aus der Zeit von 4300 bis 800 v. Chr. wurden in ungewöhnlichen Mengen und einmaligem Erhaltungszustand gefunden, was die Pfahlbauten zu
einem Kulturgut von Weltrang macht (seit 2011 sind 111 Pfahlbaufundstellen in sechs Alpenländern als UNESCO-Welterbe anerkannt). Aufgrund des fortschreitenden Abschmelzens der Gletscher werden nun auch in höheren Lagen Objekte aus der Pfahlbauzeit gefunden. Diese belegen, dass das Hochgebirge für die damaligen Menschen weder unüberwindliche Barriere noch unwirtliches Niemandsland, sondern vielmehr Teil ihres Lebensraums war. Mit der Ausstellung «Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen», die in
Kooperation mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern gezeigt wird, greift das
Museum beide Lebensräume auf. Auf einer Fläche von 1200 m2 erweckt es mit 460 Objekten die Pfahlbauer vom 3. April bis am 26. Oktober 2014 zum Leben.
Gletscherfunde vom Schnidejoch erstmals öffentlich zu sehen
Die Ausstellung «Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen» ist thematisch gegliedert. Der Besucher erschliesst sich die Welt der Pfahlbauer, in dem er durch die Themenräume «Schnidejoch, 2756 m.ü.M.», «Bauen und wohnen», «Die Menschen», «Alltag und
Handwerk», «Handel und Verkehr» flaniert und dann den Weg «Über die Alpen» einschlägt, um in den letzten Raum zum Thema «Tod und Erinnerung» zu gelangen. Höhepunkt der Ausstellung ist die Ausrüstung des jungsteinzeitlichen Jägers vom Schnidejoch
(Berner Oberland), welche im Hitzesommer 2003 und im darauffolgenden Jahr gefunden
worden ist. Diese Funde vom Schnidejoch sind rund 1500 Jahre älter als die berühmte
Eismumie Ötzi. Sie sind erstmals öffentlich zu sehen.
Objekte, Modelle und lebensgrosse Figuren machen Pfahlbauer fassbar
Die Ausstellung «Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen» beeindruckt mit spannenden Objekten wie dem ältesten, ganz erhaltenen Brot Europas aus der Jungsteinzeit
oder Kaugummis der Pfahlbauer. Zu sehen sind aber auch Modelle, beispielsweise der
Pfahlbausiedlung Sutz-Lattrigen am Bielersee im Jahre 3393 v. Chr., welches das Dorfleben veranschaulicht. Lebensgrosse Figuren wie beispielsweise des jungsteinzeitlichen Jägers vom Schnidejoch erlauben eine Begegnung mit den Pfahlbauern. Die Aktivitäten im
zur Ausstellung gehörenden Museumspark wiederum bieten die Möglichkeit, auf andere Art
in die Welt der Pfahlbauer einzutauchen. Drei Bereiche können erfahren werden: Haus- und
Ackerbau sowie Metallbearbeitung.
Hausbau mit den Methoden von damals
Zwei Häuser der Fundstelle «Hauptstation» in Sutz-Lattrigen am Bielersee werden ab April
2014 im Museumspark nachgebaut: im Originalmassstab und mit Werkzeugen und Materialien, die in der Jungsteinzeit zur Verfügung standen. So kommt nebst Holz für die Pfähle
beispielsweise Lindenbast zum Einsatz, der für Schnüre und Seile, welche die Bauelemente zusammenhalten werden, benötigt wird. Wer im richtigen Moment kommt, kann möglicherweise gar beim Herstellen der Schindeln fürs Dach helfen.
Von der Saat bis zum Lebensmittel
Zu den zwei Häusern gehört auch ein Acker. Schliesslich interessiert nicht nur, wie die
Pfahlbauer gelebt haben, sondern auch, wovon sie sich ernährt haben. Auf dem Land neben den Häusern werden deshalb alte Erbsen- und Weizensorten angebaut. Wie beim
Hausbau, bei dem die Bauten erst im Verlauf der Ausstellungszeit Form annehmen, wird
das Publikum auch beim Getreide das Gedeihen der Pflanzen, die Ernte und die Verarbeitung zu Lebensmitteln über den ganzen Wachstumszyklus hinweg mitverfolgen können.
Metallbearbeitung wie einst
Jeweils mittwochs und sonntags wird in der Metallwerkstätte gearbeitet. Dort können die
Besucher miterleben, wie Fundstücke aus einem frühbronzezeitlichen Fürstengrab in Strättligen-Renzenbühl bei Thun mit damaligen Techniken nachgebildet werden. Kleidernadel,
Gürtelhaken, Dolch und ein Prunkbeil aus Bronze und Kupfer mit Goldstiften, all diese Gegenstände kamen 1829 zusammen mit Halsringen, die auch als Zahlungsmittel dienten, als
Grabbeigaben zum Vorschein. Doch wie konnte damals, als es noch kein Eisenwerkzeug
gab, ein Beil aus drei Materialen hergestellt werden? Dieser und anderen Fragen gehen die
Experimentalarchäologen nach, indem sie durch den praktischen Nachvollzug Erkenntnisse
zum Herstellungsprozess gewinnen.
Vermittlungsangebote für Familien und Schulen
Das Museum bietet je einen Audioguide mit einer einstündigen Tour durch die Pfahlbauzeit
für Erwachsene und für Kinder. Zusätzlich werden Führungen für Gruppen angeboten.
Schulen haben die Möglichkeit, im Rahmen einer Führung oder eines Workshops in die
Welt der Pfahlbauer einzutauchen. Im Workshop entdecken die Schüler die Ausstellung
anhand von Aufträgen in Kleingruppen und helfen beim Bau eines Pfahlbauhauses im Museumspark mit. Ausserdem stehen für Schulen didaktische Unterlagen mit Anleitungen und
Arbeitsblättern auf der Website des Museums (www.bhm.ch) zum kostenlosen Download
bereit. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern hat zudem anlässlich der Ausstellung
die Publikation «Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen» herausgegeben, welche
im Museumshop erhältlich ist.
2
Chronologie – Einordnung der Pfahlbauer
Jungsteinzeit
5500 v. Chr.
5000 v. Chr.
4300 v. Chr.
4000 v. Chr.
3530 v. Chr.
3200 v. Chr.
2800 v. Chr.
2400 v. Chr.
Sesshaftigkeit
Erste Kupfergewinnung
Erste Seeufersiedlungen
Erfindung des Pflugs
Ältestes Brot Europas (Twann, BE)
Ältestes Rad Europas (Zürich, ZH)
Schnidejoch, BE: ein Jäger überquert den Pass
Ältester Goldbecher (Eschenz, TG)
Bronzezeit
2200 v. Chr.
1700 v. Chr.
1060 v. Chr.
Beginn der Bronzeverarbeitung (90% Kupfer und 10% Zinn)
Schnidejoch, BE: eine Walliserin überquert den Pass
Blütezeit der Seeufersiedlungen
Eisenzeit
800 v. Chr.
800 v. Chr.
Beginn der Eisenverarbeitung
Letzte Seeufersiedlungen
0
Christi Geburt
Neuzeit
1853/54 n. Chr. Entdeckung der Seeufersiedlungen
2003 n. Chr.
Entdeckung der Funde auf dem Schnidejoch, BE
2011 n. Chr.
111 Pfahlbaufundstellen als UNESCO-Welterbe anerkannt
Kontakt und Bildmaterial
Michèle Thüring, Leiterin Marketing & Kommunikation, Tel. +41 31 350 77 83,
michele.thuering@bhm.ch
Bildmaterial steht auf der Website www.bhm.ch/medienbilder zum Download bereit.
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Seele and Geist
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