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Energieberatungen: Wie Unternehmen den Strompreis drücken - Indust...
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16. Mai 2013
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ENERGIEBERATUNGEN
15.05.2013, 06:28 Uhr
Wie Unternehmen den Strompreis drücken
von Dana Heide
Auch wenn es viele Ausnahmen gibt: Die Stromkosten für die meisten Unternehmen steigen.
Energieagenturen können dabei helfen, die Energiewende zu nutzen. Denn es gibt einen Kniff – doch der birgt
Risiken.
Mitarbeiter bei der Leipziger Energiebörse EEX: Kurzfristiger Stromkauf gewinnt
an Bedeutung.
Quelle: dpa
Düsseldorf . Wer sich die Entwicklung der Preise für Strom an der Börse in den vergangenen Jahren
anschaut, muss sich wundern: Sie sind so niedrig wie lange Zeit vor der Energiewende nicht. Aber
beschweren sich Industrievertreter nicht seit Abschalten der Atomkraftwerke ständig über gestiegene
Stromkosten?
Tatsächlich haben die gesamten Kosten für Strom zugenommen – nicht nur für Unternehmen, auch für
Haushalte. Schuld daran sind die stark gestiegenen Steuern und Abgaben. Laut Berechnungen des
Lobbyvereins Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kostet eine Kilowattstunde Strom
derzeit durchschnittlich in der Erzeugung 7,84 Cent – zuzüglich zu den Abgaben und Steuern muss ein
Unternehmen dann aber 15,1 Cent für die Energie bezahlen. 2009 waren es noch insgesamt 11,4 Cent bei
einem höheren Erzeugungspreis von 8,7 Cent.
BRANCHENÜBERBLICK
Wer von der Energiewende profitiert
Schuld an den purzelnden Preisen ist das Überangebot an Energie auf den Strommärkten. An den Steuern
und Abgaben lässt sich nur wenig rütteln, immer mehr Unternehmen kommen immerhin in den Genuss von
Befreiungen der EEG-Umlage. Erst kürzlich hatte der „Spiegel“ mit Berufung auf das Bundesamt für Wirtschaft
und Ausfuhrkontrolle berichtet, dass die Zahl der Firmenstandorte, die die Umlage zur Förderung der
erneuerbaren Energien nicht zahlen müssen, von 979 Unternehmen im Jahr 2012 auf derzeit bereits 2245
Firmen angestiegen ist.
Jene Unternehmen aber, die nicht in den Genuss dieser Sonderregelungen kommen, müssen sich etwas
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einfallen lassen. Für sie ist vor allem der kurzfristige Stromankauf interessant. Dass es sich lohnt, auf
kurzfristige Lieferverträge zu setzen und so das zeitweise Überangebot von erneuerbaren Energien
ausnutzen, zeigt auch deren gewachsene Bedeutung. So meldet die Strombörse EEX, dass 2012 zwar 22
Prozent weniger Jahreskontrakte abgeschlossen wurden, jedoch 18 Prozent mehr kurzfristige Verträge von
maximal monatlichen Laufzeiten als noch im Vorjahr.
Kostenersparnis von durchschnittlich zehn Prozent bei Strom
Weil gerade mittelständische Unternehmen nicht selbst am Strommarkt aktiv sind, greifen sie dabei auf
Dienstleister zurück, die zwischen ihnen und den Versorgern vermitteln und etwa Ausschreibungen für sie
machen. Die Agenturen beraten auch, welche Mix aus kurzfristigen und langfristigen Verträgen im Sinne eines
vernünftigen Risikomanagements sinnvoll ist.
Diese Entwicklung hat auch Wolfgang Hahn, Geschäftsführer der Energieagentur ECG beobachtet. „Seit der
Energiewende sind Spotmärkte für den Stromeinkauf wichtiger geworden“, sagt er im Gespräch mit
Handelsblatt Online. Das Unternehmen berät seine insgesamt 1000 Kunden nicht nur in Sachen
Energieeffizienz sondern auch im Stromeinkauf. Das Interesse, den Strom an Spot- und Terminmärkten zu
kaufen, sei gestiegen. „Immer mehr Kunden haben neben langfristigen Verträgen auch kurzfristigere
Kaufvereinbarungen“, hat Hahn beobachtet.
Wie viel Haushalte für die EEG-Umlage pro Person monatlich zahlen müssen
Alles anzeigen
Singles
2011 mussten Alleinstehende noch 6,34 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende
draufbezahlen. Das entsprach 0,51 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der
EEG-Umlage 9,49 Euro oder 0,72 Prozent des Einkommens sein.
Paare ohne Kinder
Alleinerziehende
Paare mit Kindern
Doch das Thema ist komplex. „Die Unternehmen müssen sich genau überlegen, wie sie beim Stromkauf von
der Energiewende profitieren“, sagt Hahn. Viele greifen auf Ausschreibungen zurück. Agenturen wie ECG oder
auch die Energieagentur E3 helfen ihnen dabei. Anno von Heimburg, Geschäftsführer von E3, verspricht
Kostenersparnisse von durchschnittlich 10 Prozent bei Strom und 25 Prozent bei Gas. Unternehmen könnten
so mehr als 100.000 Euro Energiekosten im Jahr sparen.
480 Versorger können theoretisch an den Ausschreibungen teilnehmen, in der Regel sind es aber 20 bis 100
Versorger, die sich beteiligen. Die Energieagentur beobachtet die Marktpreise und rät ihren Kunden bei
niedrigen Preisen zum Abschluss von Verträgen. Wer die Dienste von E3 in Anspruch nimmt, muss dafür
selbst zahlen. Provisionen der Energieversorger nimmt das Unternehmen nicht – damit keine Abhängigkeit
entstehen kann. „Wir sind komplett unabhängig von Versorgerseite“, sagt von Heimburg im Gespräch mit
Handelsblatt Online. Er betreut zur Zeit 200 Kunden, darunter sind vor allem Mittelständler aus der Industrie,
aber auch Kliniken.
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