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Habari yako? Wie geht´s mit der Partnerschaft - Evangelischer

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Bausteine für den
Partnerschaftsgottesdienst 2013
Im Kirchenkreis Bonn
Vom Ausschuss für Weltmission und KED erarbeitet auf
einem Werkstatt-Tag zur Partnerschaft mit Kusini A am
16. Februar 2013
Habari yako? Wie geht´s mit der Partnerschaft
Zur Eröffnung
Die Partnerschaft unseres Kirchenkreises mit Kusini A hat lange Geschichte. Angefangen
haben wir sie 1970 mit dem Besuch von Vertretern zweier Kirchengemeinden. Offiziell besteht sie seit 1977. Gerade als Christinnen und Christen in einer reichen Großstadt haben
wir Partner gesucht, die ganz anders leben als wir.
Kusini heißt auf Kisuaheli Süden. Der Kirchenkreis Süd A besteht aus fünf Gemeinden, die
auf einem infrastrukturell noch kaum erschlossenen Hochplateau zwischen Viktoriasee und
den Bergen des Nachbarlandes Ruanda liegen.
Die Partnerschaft ist lebendig, erst im letzten Jahr waren drei Delegierte aus Bonn in Tansania. Während wir hier über die Schließung von Kirchen und Gemeindehäusern nachdenken
müssen, haben wir dort die Einweihung einer neuen, großen Kirche mitgefeiert. Es war unseren Partnern sehr wichtig, dass wir dabei waren.
Natürlich bekommen wir an der breiten Gemeindebasis in Bonn nicht viel von der Partnerschaft mit. Zu unterschiedlich sind die Schwerpunkte, die wir in den Gemeinden setzen. Darum sind wir dankbar für die Gemeinden, die den Kontakt nach Kusini A in besonderer Weise
pflegen.
Zur Verkündigung
2. Kor 9, 1-15 (Basisbibel)
„Eigentlich brauche ich euch über die Unterstützung für die Heiligen gar nicht weiter zu
schreiben. Ich kenne doch euren guten Willen.
Den Mazedoniern1 erzähle ich immer voller Stolz: "Die Achaia2 ist schon seit letztem Jahr
vorbereitet." Eure große Einsatzbereitschaft hat die meisten von ihnen angesteckt.
Ich habe die Brüder zu euch geschickt. Ich möchte in dieser Sache nicht vergeblich stolz auf
euch gewesen sein. Seid also bitte so gut vorbereitet, wie ich es behauptet habe. Es wäre
doch sehr peinlich für uns, wenn ich mit den Mazedoniern komme und euch unvorbereitet
finde. Besser gesagt: Wie peinlich wäre die Angelegenheit erst für euch!
Ich hielt es also für nötig, die Brüder zu bitten, schon einmal vorauszureisen. Sie werden die
von euch versprochene Spende bereits im Voraus einsammeln. Dann liegt nachher auch
1
2
Oder auch zu lesen: „Den Tansaniern“
Bzw. „die Köln-Bonner-Bucht“.
wirklich eine großzügige Spende bereit – und nicht nur ein kümmerlicher Betrag, der von
Geiz zeugt.
Das aber sage ich euch: „Wer spärlich sät, wird spärlich ernten. Und wer reichlich sät,
wird reichlich ernten.“ Jeder soll so viel geben, wie er sich selbst vorgenommen hat. Er soll
es nicht widerwillig tun, und auch nicht, weil er sich dazu gezwungen fühlt. Denn "wer fröhlich
gibt, den liebt Gott."
Gott aber hat die Macht, euch jede Gabe mehr als aufzuwiegen. So habt ihr in jeder Hinsicht
und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt immer noch mehr als genug
für alle möglichen wohltätigen Zwecke. So heißt es ja in der Heiligen Schrift: "Er verteilt
Spenden unter den Armen. Seine Gerechtigkeit steht fest für immer."
Gott gibt den Samen zum Säen und das Brot zur Speise. Er wird auch euch den Samen geben und eure Saat aufgehen lassen. Und euer gerechtes Handeln lässt er Frucht bringen. Er
wird euch so reich machen, dass ihr jederzeit freigebig sein könnt. Und aus eurer Freigebigkeit entsteht Dankbarkeit gegenüber Gott, wenn wir eure Gaben überbringen. Diese Unterstützung ist ja wie ein Gottesdienst. Sie hilft nicht nur dem Mangel ab, an dem die Heiligen
leiden. Sie ist auch deshalb so wertvoll, weil sie so große Dankbarkeit gegenüber Gott auslöst.
Weil ihr euch bei der Unterstützung so bewährt habt, werden sie Gott loben. Denn daran
sehen sie, dass ihr euch gehorsam zu der Guten Nachricht von Christus bekennt. Und sie
werden ihm für eure Freigebigkeit danken. Denn an ihr zeigt sich, dass ihr mit ihnen und allen Gemeinschaft haltet. Und wenn sie für euch beten, werden sie das voll Sehnsucht nach
euch tun. Denn sie haben erkannt, dass Gott euch in so reichem Maße seine Gnade geschenkt hat.
Dank sei Gott für seine Gabe, die so unbeschreiblich groß ist!“
Was uns dazu so durch den Kopf geht:
Fröhlichkeit lässt sich nicht verordnen! Forderungen sind das, die wir da hören. Wir sollen
vorbereitet sein. Es ist gewiss nicht so, dass wir nur Widerstand spüren. Helfen ist uns eine
Selbstverständlichkeit. Die Armen brauchen unsere Hilfe. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Ja, wir verstehen Hilfe als Gottesdienst. Und sicher richtig ist auch, dass Großzügigkeit
Dankbarkeit erzeugt. Freigiebigkeit ist ein Ausdruck unserer Gemeinschaft mit den Armen.
Wir wissen aber auch, dass Freigiebigkeit auch Neid erzeugen kann. Und die Idee der
Nächstenliebe kann durch die Spende verblassen. Es ist viel leichter zu spenden und sich
die Armen dadurch vom Leibe zu halten, als mit ihnen teilen zu müssen, was man hat. Und
wie ist das mit der Gnade? Ist sie kein Geschenk Gottes, müssen wir sie uns erkaufen.
Ein paar Postkarten zur Antwort
Lieber Paulus,
hast du uns jemals unvorbereitet erlebt? Du siehst die Sache aber etwas einseitig. Ich glaube nicht, dass Gott den fröhlichen Geber braucht, um Menschen zu ihm zu führen. Was uns
dazu bringt zu spenden, ist nicht dein einseitiger Aufruf, sondern die Gewissheit, dass wir
Brüder und Schwestern sind und füreinander verantwortlich sind.
Lieber Paulus,
grüß´ dich! In Kusini A sind wir bereit, die Geschwister willkommen zu heißen. Gott uns viele
Gaben gegeben und wir wollen sie mit ihnen teilen.
Ich fühle mich über den Tisch gezogen. Ich soll fröhlich geben und weiß nichts über die Befindlichkeit der Empfänger. Wie soll das funktionieren. Leben Geben ohne nachzudenken!
Lieber Paulus,
als du uns geschrieben hast, dass wenn sie für uns beten, sie das voll Sehnsucht nach uns
tun werden, weil sie erkannt haben, dass Gott uns in so reichem Maße seine Gnade geschenkt hat, dann berührt uns das. Ja, wir sind bereit, mit dir zusammen zu arbeiten!
Ich würde gerne wissen, wie weit die letzte Spende euch geholfen hat, bevor ich wieder Hilfe
an euch schicke. Ich bete für euch, denn ich weiß, dass wir gegenseitig Verantwortung füreinander haben.
Lieber Paulus,
ich verstehe mich nicht als Goldesel. Ich möchte einen freundschaftlichen Austausch und
wenn die Mazedonier Hilfe brauchen, dann sollen sie mir sagen, wie und womit ich ihnen
helfen kann. Dann will ich mein Bestes tun.
Von der Patenschaft zur Partnerschaft und weiter?3
Eine Art „Predigthilfe“.
„Weder im kirchlichen Bereich noch darüber hinaus in der Szene der Dritte – Welt – Engagierte finden sich vergleichbare Formen der Begegnung zwischen Nord und Süd, die so sehr
auf Intensität, Dauer und Verbindlichkeit angelegt sind, wie die zwischenkirchliche Partnerschaften von Kirchenkreisen und Gemeinden.“
(L. Bauerochse, Mission und Partnerschaft in: Leitfaden ökumenischer Missionstheologie, Gütersloh 2003 S, 335)
Partnerschaft ist kein biblischer Begriff. Er ist quasi nicht ursprünglich theologisch, ist aber
natürlich interpretationsoffen.
Im AT gibt es mehrmals das Bild des Bundes zwischen Gott und einzelnen Menschen oder
ganz Israel. Mit dem Bundesschluss wird immer wieder das Verhältnis zwischen Gott und
Israel befestigt und erneuert. Auch durch Jesus Christus wird ein Bund mit Gott geschlossen,
in dem wir als Christen und Christinnen miteinander verbunden sind. Partnerschaft kann
auch vom Begriff der Gemeinschaft her verstanden werden, die die Glieder als Leib Christi
miteinander haben. So gesehen ist Partnerschaft ein Wesensmerkmal der Kirche. „Keine
Kirche kann ohne die anderen im vollen Sinn Kirche sein“ (Konrad Raiser).
Im Konzept der Missio Dei wird Partnerschaft mit der gemeinsamen Teilhabe an Gottes Mission begründet. Wir leben die Partnerschaft in der Nachfolge Jesu Christi, in der Zuwendung
Gottes zur Welt.
Aber auch an die christliche Gütergemeinschaft im Sinne von Apg 2,41-47 darf gedacht werden.
Auf der Weltmissionskonferenz von Edinburgh1910 tauchte der Partnerschaftsbegriff zum
ersten Mal auf. Die Frage war: Wie kann eine Zusammenarbeit zwischen Missionaren und
Missionierten aussehen? Wie geht man mit den Missionierten um, und mit den Kirchen die
im Süden entstehen? Der indische Konferenzteilnehmer V.A. Azariah sagte: „In allen kommenden Zeitaltern wird sich die indische Kirche in Dankbarkeit erheben, um die Heldenhaftigkeit und den eigennützigen Einsatz aller Missionseinrichtungen zu preisen. Ihr habt uns
Nahrung gegeben, um die Armen zu speisen. Ihr habt uns eure Körper gegeben, um sie verbrennen zu lassen. Aber wir wollen auch Liebe. Gebt uns Freundschaft.“
3
Zusammengestellt auf der Basis von Material Frauke Bürgers (VEM).
Bei der zweiten Weltmissionskonferenz, die 1928 in Jerusalem zusammentrat, wurde kirchliche Partnerschaft als „vollste geistliche Gemeinschaft“ beschrieben. Die Idee der Zusammenarbeit tritt zunehmend an die Stelle des Paternalismus, so dass auf der Weltmissionskonferenz in Madras 1938 Partnerschaft zum Synonym für wirksame Zusammenarbeit wird
im Gehorsam gegen Gottes Gebot. Auf der Weltmissionskonferenz von Whitby 1947 heißt
es: „ Wirkliche Partnerschaft umfasst die Gnade des Empfangs wie auch die Gnade des Gebens.....Es muss als selbstverständlich angesehen werden, dass keine christliche Einrichtung versuchen wird, von ihrer finanziellen Stärke zu profitieren, um Herrschaft über andere
auszuüben.“ Dem entspricht die Forderung zu wechselseitiger Hilfe und Rechenschaftspflicht, die 1961 auf der ÖKR Vollversammlung in Neu-Delhi formuliert wurde.
In unserem Zusammenhang allerdings sehr spannend ist, dass auf den Weltmissionskonferenzen in Bangkok (1973) und Melbourne (1981) eine Bedrohung der Partnerschaft durch
die Armut im Süden und den Reichtum des Nordens sichtbar. Es gab Diskussionen über ein
Moratorium in der Zusammenarbeit von Kirchen im Norden und im Süden. Und bis heute, ist
Geld ein schwieriges Thema in der Partnerschaft.
Im Verlauf der 70 er Jahre wurde der Begriff Partnerschaft zu einer allgemeinen Chiffre für
zwischenkirchliche Hilfe und Zusammenarbeit. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Kirchenkreispartnerschaften. Eben auch unsere mit Kusini A.
Infolge aber der Kluft zwischen armen und reichen Kirchen bleiben Partnerschaften mehr auf
dem Niveau von Patenschaften stehen: der freundlich-förderlicher Unterstützung von Projekten. Wir wollen weiterkommen!
Der Suaheli Begriff Umoja beschreibt Partnerschaft als Gemeinschaft/Einheit, in der die einzelnen Teile ohne das Ganze nicht lebensfähig sind und in der die Gaben des Einzelnen
dazu da sind, das Ganze der Gemeinschaft zu fördern: „I am because we are“. Dagegen
versteht der Kisuaheli-Begriff Undugu Partnerschaft als Geschwisterschaft vergleichbar mit
wie in einer Familie. (Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, ist selbstverständlich,
kann eigentlich auch nicht evaluiert werden). Ein weiteres Verständnis ist das von Companionship. Hier ergibt sich eher eine freundschaftliche Verbindung von zwei sonst selbständig
handelnden Partnern, die einander begleiten.
Was bezeichnet das Wort Partnerschaft in der Beziehung von Bonn und Kusini A? Ein Pfarrer des Kirchenkreises Kusini A sagte zu Evelin Heinle-Braun: „Wir teilen nicht, was wir haben. Wir teilen, wer wir sind.“
Philipp Potter hat vorgeschlagen, Partnerschaft als Lerngemeinschaft zu verstehen. Partnerschaft bedeute vor allem, sich anregen zu lassen, Neues zu wagen. Partnerschaft bedeutet
voneinander Neues für die eigene Kirche zu lernen und also anders zu werden!
Sind wir in der Partnerschaft mit Kusini A schon anders geworden? Wie sieht das mit unseren Partnern aus?
Frauke Bügers, die Partnerschaftsbeauftragte der Deutschland-Abteilung in der VEM, weist
eindringlich darauf hin, dass die Partner, wenn eine Partnerschaft Zukunft haben soll, intensiv miteinander theologisch arbeiten müssen und sich gemeinsam der allen Partnern aufgetragenen Beteiligung an der Mission Gottes zu stellen.
Glaubensbekenntnis
Ich glaube, dass ich nie allein bin.
Der Vater ist bei mir. Aber noch mehr.
Ich bin auch unter den Menschen nie allein.
Um mich her ist die große Gemeinschaft der Kirche.
Sie besteht aus Menschen, die der Heilige Gott liebt und heißt deshalb heilig.
Sie ist nicht nur in meiner Gemeinde oder in meinem Land, sie ist überall, in allen Ländern
der Welt, in allen Erdteilen und unter den Menschen aller Rassen und ich gehöre zu ihr.
Ich kenne sie an der Taufe, am Zeichen des Wassers.
Ich kenne sie am heiligen Mahl,
an Brot und Wein, in denen Christus bei ihr ist.
Ich kenne sie daran, daß ich Menschen treffe, die von Jesus reden und die sein Wort und
seinen Willen weitersagen.
Ich glaube, dass wir ganz dicht zusammengehören,
wir Christen, obwohl uns vieles trennt
Ich glaube, dass die, die dem Heiligen Gott zugehören und darum »Heilige« heißen, rund um
unsere Welt eins sind,
weil Christus sie zusammenhält.
Jörg Zink
Sendung und Segen
Fürbitten
Guter Gott, wir bitten Dich für die Mitglieder des Ausschusses für Weltmission und Kirchlichen Entwicklungsdienst. Schenke Ihnen die nötige Begeisterung, dass sie das Interesse an
unseren Partnern in Tansania unter uns wach halten und für uns den Kontakt pflegen.
Guter Gott, gerne wollen wir den Menschen in Nordwest-Tansania helfen, sie unterstützen.
Hilf uns erkennen, dass wir Geschwister sind und auch auf ihre Unterstützung angewiesen
sind. Hilf uns erkennen, was sie uns geben können. Hilf es uns erbitten und annehmen.
Guter Gott, wir bitten dich um Wasser für alle, die von der Dürre betroffen sind, dass sie
Trinkwasser haben für sich und ihr Vieh. Und dass die Saat gedeiht und die Früchte nicht
vertrocknen. Lass dafür die Korruption austrocknen und den Wohlstand des Volkes gedeihen.
Segen (aus Tansania; In Gottes Hand - Gemeinsam beten für die Welt. Gebete aus der
weltweiten Ökumene, in Zusammenarbeit mit dem ÖKR herausgegeben von der ACK u.a.,
Frankfurt am Main/Paderborn 2008, S. 212)
All ihr großen Dinge, lobet Gott.
Kilimandscharo und der Viktoriasee,
du, großer Grabenbruch, und die Ebene der Serengeti,
dicke Affenbrotbäume und schattige Mangobäume,
alle Eukalyptus und Tamarindbäume,
preis den Herrn.
Lobet und rühmet ihn auf ewig.
All ihr kleinen Dinge, lobet Gott.
Emsige schwarze Ameise und springende Flühe,
zappelnde Kaulquappen und Wassertropfen,
Pollenstaub und Tsetsefliegen,
Hirsesamen und Trockenfische4,
preiset den Herrn.
Lobet und rühmet ihn auf ewig.
Das Lied des Werkstatt-Tages
aus Thuma Mina
4
In der Quelle heißt es „getrocknete Dagaa“. Bei den Dagaa handelt es sich nach Erläuterung um
kleine Sardinenfische.
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