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Der erste Weltkrieg war vorüber. Auf dem Lande, wie in dem damals

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Der erste Weltkrieg war vorüber. Auf dem
Lande, wie in dem damals gewiss noch
verträumt in den Feldern liegenden OberErlenbach, brachten die Arbeiter-Pendler, die
in den benachbarten Städten beschäftigt
waren, die Idee des Fußballsports unter die
Jugend. Einige Ober-Erlenbacher hatten auch
schon beim Militär Bekanntschaft mit dem
Fußballspiel gemacht. Eines Tages, im Jahre
1919, kam unter den jungen Burschen des Ortes
die Idee auf, dass man eine Fußballriege
gründen solle.
Einen neuen Verein brauchte man ja nicht zu
gründen, denn es bestand ja der Turn- und
Sportverein von 1898. Was lag näher, als dass
man innerhalb des Vereins diese Fußballriege
organisierte. An der Seulberger Straße, dort wo
auch heute noch unser Sportplatz liegt, hatte
man einen kleinen Platz. Mit einigen Stangen
waren Tore errichtet und bald hatte man auch
die ersten Gegner verpflichtet.
Die ersten Trikots waren weiße, einfache
Turntrikots. Man meldete sich im Süddeutschen
Fußballverband an und hielt am 1.1.1920 die
erste Generalversammlung ab.
aktiv. Auch der FSV Ober-Erlenbach wurde in
seinen Fundamenten erschüttert.
Politische Überlegungen spielten mit, als sich im
Spieljahr 1926/27 innerhalb des Vereins immer
heftigere Diskussionen entwickelten. Man hatte
längst erkannt, daß man den alten Fußballsatz:
„Elf Freunde müßt ihr sein, um Siege
zu
erringen“ nicht mehr beherrschte. Der FSV
Ober-Erlenbach löste sich auf.
Die Zeit des sogenannten Freien Sports, des
Arbeitersports, begann 1927/28. Anschließend
im Jahr 1933 die Gleichschaltung der Turn- und
Sportbewegung, ebenso das Verbot der
Arbeiter-Sportvereine. Auch in Ober-Erlenbach
musste man sich fügen. Die Gleichschaltung
aller Sportvereine brachte es mit sich, dass in
Ober-Erlenbach nur noch der TSV bestehen
blieb. In ihm fanden sich in den Kriegsjahren
1940-43 wieder junge Fußballer.
1945 lag Deutschland in Trümmern. Die USMilitärregierung
hatte
alle
Turnvereine
verboten. Wollte man Sport treiben, mußte man
bei der Militärregierung eine Lizenz erwerben.
Während des Jahres 1921 zeigte es sich aber,
dass die Fußballer in den Turntrikots eben wie
Turner und nicht wie Fußballer aussahen. Der
erste Trikotsatz wurde beschafft, er war
längsgestreift in gelb-blau.
Aber schon im November des gleichen Jahres
kam es zum ersten größeren Streit. Torwart
Schwab regte an, dass man für einen TorwartPullover sammeln solle. Aus der Turnerkasse war
nichts zu erwarten. Es fand sich zwar ein privater
Spender, der 300 Mark zur Verfügung stellte,
doch man hatte eingesehen, dass Fußballer
und Turner doch unterschiedliche Interessen
hatten. Man trennte sich vom TSV und gründete
einen eigenen Fußballverein. Sein Name :
FSV Ober-Erlenbach.
Der FSV Ober-Erlenbach konnte sich bald als
respektable Fußballelf präsentieren. Man holte
sich kurz nach der Gründung mit einem 4:0Erfolg gegen Assenheim die C-Klassen-Meisterschaft.
Nach der Inflationszeit wurde es auch für die
Sportvereine schwieriger. Vielerorts trennten
sich Turner und Sportler, und immer mehr wurde
die Arbeiter-Sportbewegung in den Ortschaften
Die erste SGO-Mannschaft nach dem Krieg.
So war es fast eine mutige Tat, dass sich 1945 in
Ober-Erlenbach
beherzte
Männer
zusammenfanden, die auch die Idee des Sports
wieder aufleben ließen. Man spielte ein halbes
Jahr „wild“, ohne Verband, ohne Spielklasse, bis
man von den Amerikanern die Lizenz erhielt,
dass man eine Sportgemeinschaft gründen
durfte. Es wurde zur Gründungsversammlung
eines Fußballvereins aufgerufen, die am
13.9.1945 stattfand: Die Sport-Gemeinschaft
Ober-Erlenbach war gegründet.
Die ersten Vereinsjahre waren geprägt von
Aufbauarbeiten. Die Zahl der Mitglieder bei
Gründung der SGO betrug 78. Der Sportplatz
war
durch
Hochwasserschäden
in
Mitleidenschaft gezogen. Man beschloss, dass
die Schäden durch Arbeiter, die von der SGO
bezahlt werden, beseitigt und die Planierung
durch alle Mitglieder vorgenommen werden.
Inzwischen war eine Abteilung Frauenhandball
entstanden.
1947 befasste sich die Mitgliederversammlung
mit einem Antrag des Bürgermeisters. Er schlug
vor, dass sich der TSV und die SGO zu einem
Verein vereinigen sollten. Dazu kam es jedoch
nicht, da die Mitglieder einige Punkte zur
Vorstandswahl ablehnten.
Die sechziger Jahre bescherten der SGO einen
großen Aufschwung. Zurückzuführen ist dies auf
ständige Restaurierungen und Erneuerungen
der Sportplätze, größtenteils in Eigeninitiative.
1962 wurde zunächst der bisherige GemeindeSportplatz mit Kies eingeebnet. 1965 wurde das
ganze Sportplatzgelände umgestaltet. Die
Fläche wurde planiert und es wurden Stehwälle
angelegt. Diese dienen bis heute noch als
Wasserschutzwälle.
Außerdem
wurden
Ausweichplätze an der Steinmühle und an der
Nachtweide gebaut. Ein Rasenplatz wurde
eingesät. Ab 1966 wurde ein Sumpfgebiet
hinter dem Rasenplatz bis zur Steinmühle
trockengelegt und aufgefüllt. Ein Jahr später
wurde das Bachbett des Erlenbachs und des
Seulbachs um die Sportanlage geleitet. 1972
In den nächsten Jahren wurde eine
Tischtennisabteilung gegründet und auch die
ersten Schüler konnten in der SGO Fußball
spielen.
Immer
wieder
kam
es
zu
Hochwasserschäden am Sportplatz. Diese
wurden immer wieder durch Eigeninitiativen der
Mitglieder beseitigt. Ein geordneter Spielbetrieb
war aber in dieser Zeit nur schwer möglich.
Trotzdem wurde man 1953 B-Klassenmeister und
stieg in die A-Klasse auf. 1958 folgte die
Meisterschaft in der A-Klasse und der Aufstieg in
die Bezirksklasse. Im Jahr darauf stieg man
jedoch wieder ab.
Es war schwer in dieser Zeit, neben dem Aufbau
der Sportanlage auch noch sportlich zu
glänzen.
wurde auf dem trockengelegten Sumpfgebiet
ein neuer Hartplatz eingeweiht. Dieser wurde im
Jahre 1991 erneuert. Rasen- und Hartplatz
erhielten jeweils eine Flutlichtanlage.
Nach Fertigstellung dieser Maßnahmen wurde
mit der Stadt Bad Homburg ein ErbauPachtvertrag für das gesamte Sportgelände
abgeschlossen. Das bedeutet, daß die SGO für
99 Jahre die alleinige Verantwortung für die
Sportanlage übernimmt. Eine Maßnahme, die
sich für den Verein ausgezahlt hat.
Der Fortschritt beim Ausbau des Fußball-Platzes
zum Wingert-Sportpark wurde von einigen
interessanten
Platzeinweihungsspielen
begleitet. Der damalige
Vorsitzende des
Vereins, Karl Seeger, hatte durch seine
journalistische Arbeit die besten Kontakte zur
Fußball-Prominenz.
Am 13. Oktober 1962 war der erste große
Spieltag. In wochenlanger Arbeit hatten fleißige
Hände das Spielfeld mit Bessunger Kies planiert.
Karl Seeger hatte versprochen, dass Fritz Walter
kommen wird. Dieses Versprechen wurde
eingelöst.
Der
Feuerwehr-Spielmannszug
brachte ihm beim Eintreffen ein Ständchen. Er
verstärkte an diesem Nachmittag eine PresseFunk-Elf, die gegen eine Obertaunus-Auswahl
spielte. Ebenfalls in der Presse-Mannschaft
vertreten waren so bekannte Spieler wie Ernst
Lehner, Heinz Baas, Alfred Pfaff, Ivica Horvat
und Willibald Kreß. Rund 3.000 Zuschauer
kamen und sahen einen 8:3-Sieg der Presse-Elf.
Zur zweiten Platzeinweihung am 21. August 1965
gab es ein großes Spiel gegen Deutschlands
Altinternationale. Gegen die damalige erste
Mannschaft der SGO (damals Bezirksligist)
spielten: Toni Turek, Adolf Bechthold, Werner
Liebrich, Willi Magel, Willi Keim, Helmut
Preisendörfer, Karl Mai, Max Morlock, Alfred
Pfaff, Richard Kreß, Fritz Walter und Heinz Baas.
Sage und schreibe 5.500 Zuschauer fanden
damals den Weg in den Wingert-Sportpark und
verfolgten ein tolles und denkwürdiges Spiel.
21. August 1965 im Wingert – Sportpark Ober-Erlenbach :
Obere Reihe von links: Alfred Pfaff, Adolf Bechthold, Heinz Baas, Fritz Walter, Helmut Preisendörfer, Willi Keim,
Richard Kreß und Werner Liebrich;
untere Reihe von links: Karl Mai, Willi Magel, Toni Turek und Max Morlock.
Die Altinternationalen gewannen 5:4. Über
dieses Spiel weiß man noch heute in OberErlenbach viel zu berichten. Aber auch die SGO
hatte einen prominenten Mann in ihren Reihen :
Willi Holdorf, Zehnkampf-Olympiasieger von
1964 in Tokio, wohnte in dieser Zeit in OberErlenbach und spielte bis 1967 im grün-weißen
SGO-Trikot.
Man
sprach
damals
vom
„schnellsten Rechtsaußen der Welt“. Fritz Walter
und Alfred Pfaff wurden an diesem Tag
Ehrenmitglieder.
Der Himmelfahrtstag 1967, es war der 4. Mai,
war wieder ein großer Fußballtag in OberErlenbach. Wir hatten endlich unseren Wunsch
erfüllt, dass wir einen echten Rasenplatz
bekamen. Weitsichtige Gemeindeväter hatten
die Voraussetzungen geschaffen, dass unser
Spielfeld mit einer Rollrasendecke versehen
werden konnte. Zur Platzeinweihung hatten wir
uns die Traditionsmannschaften des 1. FC
Nürnberg und der Frankfurter Eintracht
eingeladen, während unsere Mannschaft
gegen den SV Nieder-Wöllstadt das Vorspiel mit
einem 2:1-Erfolg bestritt. Fast 3.000 Zuschauer
sahen die Begegnung, die mit einem 5:2-Erfolg
In den siebziger Jahren war es die SGO selbst,
die im heimischen Wingert-Sportpark die
„großen“ Spiele zeigte. Nach dem Aufstieg
1976 in die Landesliga gehörte unser Verein zu
den besten hessischen Amateurvereinen. „Die
sportliche Entwicklung“. Im Juni 1985, anlässlich
des 40-jährigen SGO-Jubiläums, war die
Frankfurter Eintracht mit ihrer LizenzspielerMannschaft bei uns zu Gast. Die SGO hielt
gegen die Profis aus Frankfurt erstaunlich gut
mit. Zum besten Spieler in dieser Begegnung
entwickelte sich unser damaliger Keeper Klaus
Reinhardt, dem es letztendlich zu verdanken
war, dass der Bundesligist diese Partie mit nur
2:1 gewinnen konnte. Folgende Spieler waren
auf Frankfurter Seite eingesetzt: Pahl (46.
Winkler), Sievers, Trares, (46. Borkenhagen),
Körbel, Fruck, Kroth, Wöber, Svensson, Müller
(60. Klepper), Mohr (46. Binz) und Tobollik
.
Die Tore erzielten Tobollik und Binz für Frankfurt
sowie Kraus für die SGO.
für die Frankfurter endete.
Und auch im Mai 1995, die SGO wurde 50 Jahre
alt, stellte sich die Frankfurter Eintracht im
Wingert-Sportpark vor. Karl-Heinz Körbel, 1985
noch als Spieler dabei, hatte Jupp Heynckes als
Trainer abgelöst und kam direkt vom
sonntäglichen Punktspiel in Mönchengladbach
nach Ober-Erlenbach. Diesmal sollte die
Angelegenheit deutlicher ausfallen. Mit 13:2
behielten die Frankfurter die Oberhand.
1985 im Wingert-Sportpark:
Uwe Müller (Eintracht) gegen Heinz Kleemann (SGO)
Zu den renommierten Ehrenmitgliedern unseres
Vereins gehören der Ehrenspielführer der
deutschen Fußball-Nationalmannschaft und
Weltmeister von 1954, Fritz Walter, sowie der
Ehrenkapitän der Frankfurter Eintracht, Alfred
Pfaff. Ebenso in diesen Kreis aufgenommen
wurde der Zehnkampf-Olympiasieger von Tokio
1964, Willi Holdorf. In der Saison 1966/67 spielte
er für die SGO und war mit Passnummer 27777
der damals „schnellste Rechtsaußen der Welt“.
Nicht zu vergessen ist unser Ehrenkapitän Dr.
Wolfgang Zscherlich, Torhüter der deutschen
Studenten-Nationalmannschaft, dem die SGO
so manchen Punkt zu verdanken hat. Er wurde
1973 zum Ehrenmitglied ernannt.
Einer der Helden von Bern: Fritz Walter
Der schnellste Rechtsaußen: Willi Holdorf
Ein weiterer prominenter Fußballer erhielt 1995
die Ehrenmitgliedschaft in unserem Verein: Otto
Rehhagel, Bundesliga-Spieler der ersten Stunde
und einer der erfolgreichsten Bundesliga-Trainer
aller Zeiten. Er hält seit über 25 Jahren unserem
Verein die Treue und zahlt jedes Jahr pünktlich
seinen Beitrag, wobei er jedes Mal zu unserer
Freude diesen Betrag aufstockt.
In den verschiedenen Aufbauphasen während
der 60er Jahre hatte man mit dem WingertSportpark eine der schönsten Anlagen im
Hochtaunuskreis geschaffen. Die Anlage
verfügt über einen Rasen- und einen Hartplatz,
beide mit Flutlicht ausgerüstet. Ein mit der Stadt
Bad Homburg abgeschlossener Erbbaupachtvertrag hat auf Dauer die Nutzung für unseren
Verein sichergestellt.
Nach dem vollzogenen Aufstieg in die
Bezirksliga (heute Bezirksoberliga) im Jahre 1965
spielte die SGO über 10 Jahre in dieser Klasse.
Man lächelte rund um den Wingert-Sportpark,
als der damalige Vorsitzende und „Baumeister“
der SGO, Karl Seeger, zu Beginn der Runde
1975/76 verkündete: „Dies wird die beste SGO,
die es je gab!“
Mittlerweile ist dieser Ausspruch ein geflügeltes
Wort
geworden
und
hat
einen
hundertprozentigen
Wahrheitsgehalt
angenommen. Denn die Spieler im grünweißen
Dress hatten die Worte ihres Vorsitzenden in die
Tat umgesetzt. Sie wurden Meister der
Bezirksklasse Frankfurt/West 1975/76 und stiegen
damit erstmals in die Landesliga-Süd auf. Ein
Erfolg, der aufgrund von zwei Maximen
zustande
kam:
Sportliche
Klasse
und
Kameradschaft.
Befragte man die Spieler, so bekam man
durchweg das Gleiche zu hören: „Vor allem die
Kameradschaft war es, ansonsten sind in Bezug
auf die SGO wahrscheinlich schon alle
Superlativen verbraucht, als dass man etwas
Neues sagen könnte.“
Dazu Karl Seeger: „Dies war die Aufbauarbeit
unseres Trainers Emanuel Linkert und der
ganzen Mannschaft.“
Trainer Linkert sah vor allem die Beständigkeit
seiner Elf als ausschlaggebenden Punkt. „Wir
waren von den Guten die beständigste
Mannschaft. Es hat sich gezeigt, dass es wichtig
war, 18 gute Spieler zu haben. Ich würde die
geschlossene Mannschaftsleistung und die
Disziplin als wichtigstes Moment nennen.“
Dieser Erfolg war der Beginn für die vielleicht
„goldensten“ Jahre der SG Ober-Erlenbach !
Obere Reihe, (von links): Vors. Karl Seeger, Manfred Schott, Hans Faust, Heinz Kleemann, Bodo Ungemach,
Klaus Keller, Harald Faust, Uli Hoffmann, Rolf Degen, Lothar See, Karl-Alois Diel und Trainer Emo Linkert.
Untere Reihe, (von links): Gisbert Schumann, Helmut Mayer, Manfred Wolpert, Bernd Lehmann, Karl Loweg,
Edgar Zeh, Manfred Feuerbach, Erich Bruckner und Karl Kilb.
Man wurde in den Jahren 1978 und 1980 VizeMeister in der Landesliga sowie in den Jahren
1975,
1979
und
1980
Kreis-Pokalsieger.
Höhepunkt war ohne Zweifel die Saison
1979/80, als man mit der damals gerade
abgestiegenen SpVgg. 05 Bad Homburg (1998
aufgelöst) um den Aufstieg in die höchste
Amateurklasse spielte. Die SGO hatte damals
einen prächtigen Saison-Start, als am 1.9.1979
das erste von zwei Derbys im heimischen
Wingert-Sportpark mit 3:1 gewonnen werden
konnte. Harald Faust, Jürgen Jandausch und
Ralf Reinhardt schossen vor 1.300 Zuschauern
die Tore für unseren Verein. Zur Halbzeit der
Saison hatten wir sieben Punkte Vorsprung vor
der SpVgg. 05 Bad Homburg und sahen wie der
kommende Meister aus. Am 3. Februar 1980
waren wir an der Sandelmühle zu Gast und
erreichten vor mehr als 2.000 Zuschauern ein
1:1-Unentschieden.
Zum Knackpunkt dieser Saison wurde jedoch
der 25. Spieltag! Bei Rot-Weiß Walldorf gab es
mit 1:3 unsere erste Saison-Niederlage. Dieses
Spiel war der Wendepunkt. Die Mannschaft
geriet in eine bis heute nicht erklärbare Krise,
und am Ende hatten die Bad Homburger mit
einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft und
den Wiederaufstieg in die Hessenliga errungen.
Diese Spielzeit hinterließ ihre Spuren. Am Ende
der darauf folgenden Saison, im Jahre 1981,
verließ der langjährige Erfolgstrainer Emo Linkert
unseren Verein. Auch die wichtigsten Spieler
kehrten der SGO den Rücken. Mit jungen
Spielern, größtenteils aus dem eigenen Nachwuchs, und einem neuen Trainer sollte die
Klasse gehalten werden. Doch leider war dies
nicht möglich. Das für sehr lange Zeit letzte
Landesligaspiel bestritt man im Mai 1982 in Bad
Orb.
Die letzten erfahrenen Spieler konnten danach
auch nicht mehr gehalten werden. Nun musste
man aus dem Stamm der damaligen JuniorenMannschaft, die im Abstiegsjahr der ersten
Mannschaft Hessenpokal-Sieger wurde, eine
schlagkräftige Truppe für die Bezirksoberliga
formen. Es zeigte sich sehr schnell, wie schwierig
dieses Unterfangen war. Wieder geriet man in
Abstiegsgefahr. Am letzten Spieltag, ja man
muss sogar sagen, in der letzten Sekunde,
sorgte ein Tor von Ernst Zenzner zumindest für
die Teilnahme an einer Entscheidungsrunde um
den
Abstieg
aus
der
Bezirksoberliga
Frankfurt/West.
Der damalige Trainer Jorge do Carmo hatte
sich und seiner jungen Mannschaft die Chance
gewahrt, doch noch den Abstieg zu
verhindern. Das erste Spiel dieser Entscheidungsrunde, an der noch zwei Mannschaften teilnahmen, gewann man mit 5:0
gegen Windecken. Ein weiterer Abstieg konnte
damit abgewendet werden. Im Rückblick
gesehen war dies ein ganz wichtiger „Erfolg“ für
den gesamten Verein. Einen zweiten Abstieg
hätte die SGO nur sehr schwer verkraftet.
Die nächsten Jahre verbrachte der Verein in
der Bezirksoberliga Frankfurt/West. 1986 verpflichtete man Harald Faust, er hatte in den
Landesliga-Jahren von 1976 bis 1981 mit 158
Einsätzen die meisten Spiele absolviert, als
Spielertrainer von der DJK Helvetia Bad
Homburg. Die SGO etablierte sich in dieser
Klasse zum Dauerbrenner. Allerdings musste
man noch einmal um den Klassenerhalt zittern.
Trainer Faust ging 1990 für kurze Zeit zur SpVgg.
05 Bad Homburg. Sein Nachfolger hatte große
Probleme mit der inzwischen gewachsenen
Mannschaft. Im März 1991, Harald Faust hatte
inzwischen sein Engagement in Bad Homburg
kurzfristig beendet, sah der Vorstand keinen
anderen Weg, als die unüberbrückbaren
Schwierigkeiten zwischen Mannschaft und
Trainer zu beenden. Man holte Trainer Faust
wieder zurück. Ein Schritt, der bis heute von
keiner der beiden Seiten bereut wurde. Zu
diesem Zeitpunkt hatten wir 12 Punkte aus 25
Spielen. In einer unnachahmlichen Aufholaktion
konnten wir den Abstieg verhindern. In den
nächsten Jahren tastete man sich immer weiter
an die Spitzenmannschaften heran. Nach einer
nochmaligen Schwächeperiode in der Saison
1994/95 erreichte man im darauf folgenden
Jahr den sechsten Platz. Das Wort Landesliga
spukte auf einmal in den Köpfen herum.
Die Saison 1996/97 sollte zur spannendsten seit
Jahren in der Bezirksoberliga Frankfurt/West
werden. Mit 81 Punkten aus 34 Spielen musste
man sich mit dem zweiten Tabellenplatz, hinter
Meister und Aufsteiger FSV Steinbach, zufrieden
geben. Wobei man in dieser Runde den
Titelträger Steinbach zweimal schlug und auch
die weitere Konkurrenz in Schach hielt. Jedoch
die beiden Niederlagen gegen die späteren
Absteiger Posavina Frankfurt und die SpVgg.
Fechenheim kosteten uns letztendlich die
Meisterschaft. Unvergessen bleiben jedoch die
beiden Derbys in dieser Spielzeit gegen den
FC 04 Oberursel. Zwei Spiele, die absolut
spannend und begeisternd waren.
Aufgrund des zweiten Tabellenplatzes waren wir
für die Relegationsrunde zur Landesliga
qualifiziert. Im ersten Spiel gewannen wir gegen
den Zweiten der Bezirksoberliga Frankfurt/Ost,
Nieder-Roden, mit 2:1. In der zweiten
Begegnung
gegen
den
Landesligisten
Weiskirchen wurde uns der Unterschied
zwischen den beiden Klassen deutlich
gemacht. Chancenlos mit 0:4 verloren wir diese
Begegnung.
Das Thema Aufstieg war für diese Saison
erledigt.
Das Spieljahr 1997/98 begann mit einem
Sensations-Sieg. Mit sage und schreibe 22:0
wurde im ersten Punktspiel der FC Italia
Frankfurt vom Platz gefegt. Doch leider hielt die
Freude über diesen Sieg nur ganze vier
Wochen. Nach dem 6. Spieltag und 0 Punkten
bei 4:65 Toren meldete der FC Italia seine
Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Unsere
Mannschaft belegte nach diesem Punktabzug
den dritten Platz, man hatte zuvor daheim
gegen Germania 94 4:5 verloren und holte bei
der zweiten Mannschaft des FV Bad Vilbel nur
einen Punkt, als man beim Tabellenführer TSG
Usingen antreten musste. Bis zur 70. Minute hieß
es 3:0 für Usingen, als wir noch mit drei Toren
von Matthias Schmidt, B. Zenzner und in der 89.
Minute O. Böff ausgleichen konnten. Doch die
Vorrunde verlief nicht so, wie man es sich vorgestellt hatte. Weitere Unentschieden (1:1
gegen DJK Bad Homburg, 0:0 gegen RW
Frankfurt, 2:2 gegen Oberrad) bescherten nach
dem 13. Spieltag immer noch Rang 3. Im 14.
Spiel gab es in Griesheim ein 3:0 für die SGO.
Der Zweitplatzierte Oberrad verlor daheim
gegen Tabellenführer Usingen. Dadurch erreichten wir den 2. Platz! Anschließend gab es
fünf Spiele ohne Punktverlust, und zum Ende
des Jahres 1997 hieß der Tabellenführer der
Bezirks-Oberliga Frankfurt-West: SG OberErlenbach.
Voller Optimismus starteten wir in das Jahr 1998.
Gleich im ersten Spiel kam der ärgste Verfolger,
die TSG Usingen, zu uns. Mit einem 1:0-Sieg
bauten wir unsere Tabellenführung auf vier
Punkte aus. Aber nach einer Punkteteilung
gegen Ober-Rosbach (1:1) übernahmen die
Usinger wieder den Spitzenplatz in der Tabelle.
Im nächsten Spiel gab es eine schlimme
Heimniederlage gegen den Drittletzten RW
Frankfurt (1:4), gleichzeitig verlor aber auch
Usingen in Dortelweil mit dem gleichen
Ergebnis. Erinnerungen an die letztjährigen
Niederlagen gegen Posavina und Fechenheim
wurden wach. Und es kam noch schlimmer!
Das nächste Spiel im Derby gegen den FC 04
Oberursel ging ebenfalls mit 0:1 verloren. Wir
steckten in einer Krise.
Es folgte ein 2:1-Sieg gegen Oberrad, als am 27.
Spieltag die Usinger TSG daheim mit 0:1
Oberrad unterlegen war und wir mit einem 3:1
im
Nachbarschaftsderby
gegen
NiederErlenbach die Tabellenführung zurückeroberten.
Am 30. Spieltag hatten wir vier Punkte
Vorsprung vor Usingen und empfingen zu Hause
die SGK Bad Homburg. Zur Halbzeit führten wir
mit 1:0, als wir aus Nieder-Erlenbach einen Anruf
erhielten. Im Spiel zwischen Nieder-Erlenbach
und Usingen würde es zur Halbzeit 4:0 für
Nieder-Erlenbach stehen, wurde uns mitgeteilt.
Sofort setzte sich unser Jugendleiter Stefan
Petith Richtung Nieder-Erlenbach in Bewegung,
um uns nach Ankunft diese Nachricht zu
bestätigen. Das würde bedeuten, dass wir zwei
Spieltage vor Schluss Meister wären. Und so
kam es auch. Wir gewannen mit 4:1 und
Usingen verlor mit 2:5. Zwei Spieltage vor Schluss
hatten wir uneinholbare sieben Punkte
Vorsprung.
Zwei Wochen Feiern waren angesagt. Und dies
hatten sich alle verdient. Nach 18 Jahren
gehörte die SG Ober-Erlenbach wieder der
Landesliga Hessen-Süd an.
Meister der Bezirks-Oberliga Frankfurt/West 1997/1998:
Obere Reihe von links: Co-Trainer Christoph Müller, Frank Ziegler, Michael Ehlers, Erik Wesser, Stephan Peter,
Robert Schmidt, Thorsten Fleckenstein, Volker Haumann, Trainer Harald Faust
Mittlere Reihe von links: Vors. Klaus Koltzenburg, Jens Hoim, Oliver Bauer, Matthias Feucht, Martin Rämer, Oliver Böff,
Frank Zimmermann, Ingo Mainert, Matthias Schmidt, Schatzmeister Klaus Struve
Untere Reihe von links: Abt.-Ltr. Andreas Hett, Bernd Zenzner, Jenner Mengüloglu, Kai Merkel, Alexander Jacobi,
Günter Stöckl, Roland Walter und Betreuer Robert Cooper
Die SG Ober-Elenbach vereinigte in ihrem
Meisterschaftsjahr einige Superlativen: Sowohl in
der Vorrunde (mit 35 von 45 möglichen
Punkten) als auch in der Rückrunde (sogar 37
von 45) und was Heim- (38 von 45) und
Auswärts-Bilanz (34 von 45) betrifft, konnte uns
keiner das Wasser reichen. Mit großem Elan
gingen wir in die erste Landesliga-Saison und
mussten sehr schnell kapieren, dass hier ein
anderer Wind herrscht. Gegen den späteren
Aufsteiger in die Oberliga Hessen, FC Germania
Horbach, und gegen den Mitaufsteiger SG
Einhausen setzte es an den ersten Spieltagen
gleich deutliche Niederlagen. Zur Eingewöhnung blieb uns nicht viel Zeit. Am dritten
Spieltag konnte der erste Sieg gefeiert werden.
Das Heimspiel gegen den SV Mörlenbach
konnte mit 2:1 gewonnen werden. Ein weiterer
Sieg gegen die durch die Relegation
aufgestiegene Usinger TSG, und weitere fünf
Unentschieden mit insgesamt 11 Punkten waren
die magere Ausbeute in der Vorrunde. In der
Winterpause mussten wir reagieren und
verpflichteten fünf neue Spieler. Dies erwies als
richtige Entscheidung. Entsprechend großem
Anteil trugen die Neuen zu den insgesamt
sechs Siegen und zwei Unentschieden der
Rückrunde bei. Somit hatten wir weitere 20
Punkte geholt. Es langte im ersten Jahr zum 13.
Tabellenplatz, ein Nichtabstiegsplatz. Die
nächste Landesliga-Saison konnte geplant
werden.
Die Zeit in der Landesliga ist insbesondere mit dem Namen Klaus Koltzenburg verbunden. Er diente dem
Verein zunächst als 2. Vorsitzender und Schriftführer, bevor er 1. Vorsitzender wurde. Über 39 Jahren
schlug sein Herz für den Fußball in unserem Verein. Als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim
DFB brachte er gute Kenntnisse und Kontakte ein.
Das Spiel in der Landesliga war aber stets teuer, teurer als das Spiel in der Bezirksoberliga. Die
stagnierende wirtschaftliche Situation brachte es mit sich, dass immer weniger Sponsoren für die SG
Ober-Erlenbach gefunden werden konnten. Dies belastete die finanzielle Situation des Vereins so sehr,
dass der Verein sich ein Spiel in der Landesliga nicht mehr leisten konnte. Die Aktiven des Vereins
kamen daher überein, einen geordneten Rückzug anzutreten. Die 1. Mannschaft stieg wieder in die
Bezirksoberliga ab und die 2. Mannschaft spielt weiter in der Bezirkliga.
Klaus Koltzenburg, dem die Landesliga immer wichtig war, kandidierte daraufhin nicht mehr für den
Vorstand. Und Hans Mohr, der dem Verein durch eine großzügige Spende wieder auf die Füße geholfen
hatte, wurde neuer 1. Vorsitzende. Auch der restliche Vorstand erneuerte sich.
Der neue Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, den Verein wieder stärker in den Ort zu integrieren, die
Abteilungen des Vereins gleichberechtigt zusammenwachsen zu lassen, das Vereinsleben stärker zu
fördern und für eine stabile finanzielle Situation zu sorgen, die einen reibungslosen Sportbetrieb aller
Aktiven ermöglicht.
Parallel zu der personellen Erneuerung wurde die Fußballjugend dementsprechend eine eigene
Abteilung und bekam einen Sitz im Vorstand. Die Fußballabteilung bekam ebenfalls ein eigenes Statut
und eine eigene Abteilungsleitung. Sie ist damit ebenfalls eigenständig und nicht mehr weitgehend
deckungsgleich mit dem Gesamtverein.
Bereits jetzt wirkt sich diese Konsolidierung durch wachsende Mitgliederzahlen und stabilisierte Finanzen
aus.
Die Jugendförderung in der SGO steht in dieser
Zeit vor einem Neubeginn. Jahrelang hatten wir
große Probleme, der Jugend in unserem Verein
eine Möglichkeit der Entwicklung zu geben. Das
war in früheren Jahren anders. Ende der 70er
Jahre bis Anfang der 80er Jahre gab es
erfolgreiche Jugend-Mannschaften. In diesem
Zeitraum hatten sich auch Spieler aus dem
Bereich der ersten Mannschaft als Jugendtrainer zur Verfügung gestellt. In regelmäßiger
Folge konnten A-Jugendspieler in den Bereich
der zweiten und sogar der ersten Mannschaft
übernommen werden. Dies war leider in den
letzten Jahren immer weniger der Fall. Der letzte
Spieler, der aus einer Jugendmannschaft der
SGO den Sprung in unsere erste Mannschaft
geschafft hat, war vor elf Jahren Bernd Zenzner.
Dies war früher ganz anders. 1981 wurde unsere
A-Jugend Bezirksliga-Meister und stieg in die
Hessenliga, damals höchste Jugendspielklasse,
auf. Das Gros dieser Mannschaft formierte sich
im nächsten Jahr zu einer Junioren-Mannschaft,
die im Jahre 1982 Hessischer Pokalsieger und
Vizemeister in der Meisterschaftsrunde wurde.
Acht Spieler dieser Mannschaft bildeten später
das Gerippe unserer ersten Mannschaft in der
Bezirks-Oberliga.
Später ging der Trend, mangels Spieler in den
verschiedenen Altersklassen, zu Jugendspielgemeinschaften. Auch unser Verein musste diesen
Weg einschlagen. Ab der Saison 1989/90 tat
man sich mit der SGK Bad Homburg zur JSG
Bad Homburg zusammen. Dieser Zusammenschluss hielt bis in das Jahr 1997. Mit dem Ende
dieser Jugendspielgemeinschaft kam es in
Ober-Erlenbach zu einer Renaissance des
Jugendfussballs. Dank dem Engagement
einiger Väter und einiger ehemaligen Aktiven
gab es ab 1998 wieder die Möglichkeit, in den
jüngsten Jahrgängen, von der G-Jugend bis zur
E-Jugend, selbständige Mannschaften zu
melden. Für die älteren Jahrgänge bestand
allerdings weiterhin eine Jugendspielgemeinschaft, zuletzt mit den Eschbacher Bombern aus
Ober-Eschbach.
Großen Anteil an dieser Trendwende hatte der
seit 1998 tätige Jugendleiter Stefan Petith. Ein
weiteres
SGO-Eigengewächs,
schon
als
Jugendspieler im Verein aktiv. Er gehörte zur
damaligen A-Jugend, die im Jahre 1982 in der
höchsten Jugendklasse spielte. Später aktiv im
Seniorenbereich tätig. Schon früh trainierte er
auch immer wieder Jugendmannschaften und
war so für den SGO-Vorstand der optimale
Kandidat für den Posten des Jugendleiters.
Diese Entwicklung wurde fortgesetzt und
ausgebaut, nachdem Uwe Loos, selbst früher
aktiver Spiele der SGO, 200X die Jugendleitung
übernahm. Emsig baute er zusammen mit
mehreren Eltern die
Jugendmannschaften
weiter aus.
Ständige Reiberein zwischen dem Vorstand der
SGO und der Jugendabteilung führten
schließlich zu einem Rücktritt von Uwe Loos. Die
Eltern der Jungklicker beschlossen, für die
Belange Ihrer Kinder zu kämpfen. Sie wählten
eine Elternkommission. Diese schloss mit dem
Vorstand einen Vertrag ab, welcher der
Jugendabteilung
eine
Eigenständigkeit
zusicherte. Sie wirkten an eine entsprechende
Satzungsänderung mit, die schließlich der
Jugend einen angemessenen Status gab.
In dieser Zeit hatte Wolfgang Fröhlich die
schwierige Aufgabe übernommen, sich als
allein amtierender kommissarischer Jugendleiter
um die Belange der Jugendabteilung zu
kümmern. Nachdem die Jugendabteilung Ihre
Selbständigkeit erlangt hatte, übernahm dann
Uwe Loos wieder das Amt des Jugendleiters.
Mittlerweile deckt die Jugendabteilung von der
Ballspielgruppe über die G-Jugend bis hin zur AJugend alle Alterklassen ab. Auch eine
Mädchenmannschaft spielt jetzt in der SGO.
Man darf gespannt sein, welche der Jungkicker
demnächst in der 2. oder sogar 1. Mannschaft
spielen werden. Die Zukunft unseres Vereins ist
dank
dieser
überaus
erfolgreichen
Jugendarbeit gesichert.
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Seele and Geist
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