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EfA-Nachrichten 3/2012 Mission fördern – aber wie? - EfA-Mission

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EfA-Nachrichten
3/2012
Evangelium für Alle
105.Ausgabe
Mission fördern
– aber wie?
Themen
Kurznachrichten
und Impressum
Themen
. 3 Bibelarbeit: Gemeinden leben Mission
. 7 Aus der Praxis – für die Praxis: Missionsunterstützung praktisch
.11 Im Blickfeld: Oswald Smith: „Fackel für die Welt“
.15 Kurznachrichten aus Gemeinde und Mission
.25 Jugendseite: Leben als „Winner“ – möglich oder unmöglich?
. 29 Missionsbericht: Der unvollendete Auftrag
.31 Veranstaltungen und Termine
Impressum
Erscheint
im 27. Jahrgang, Nr. 105, vierteljährlich und kostenlos
Herausgeber
Evangelium für Alle e. V. (EfA)
Beringweg 3, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Telefon: +49 711 7943211, Fax: +49 711 7943212
E-Mail: efa-nachrichten@efa-mission.de
HOMEPAGE
www.efa-mission.de
Missionsleitung
redaktion
Bildnachweis
Bankverbindung
Michael Happle (Stuttgart), Werner Köhler (Hemberg/Schweiz)
Hartmut Romberg, Peter Engler, Roland Raible, Wilhelm Diegel
privat
Volksbank Stuttgart eG (BLZ 600 901 00), Konto 304 812 005
IBAN: DE49 6009 0100 0304 8120 05, BIC: VOBADESS
Bei zweckgebundenen Spenden bitte Verwendungszweck angeben.
© Evangelium für Alle, 2012
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Erlaubnis
der Missionsleitung.
COPYRIGHT
2
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Bibelarbeit
Gemeinden leben Mission
Wir sind Berufene – zum Heil, zum Verkündigen, zum Senden und
zum Berufen. Wann hat deine Gemeinde zum letzten Mal eine(n)
Missionar(in) berufen und ausgesandt?
den Herrn für diese unfassbare Gnade. Denn
erst vor dem Hintergrund der Heiligkeit
Gottes wird Gnade bedeutungsvoll.
 Michael Happle
W
elches Vorrecht, dass wir Mission LEBEN Er selbst wurde uns zum Heil, und wir dürfen
dürfen! Wir fördern unser eigenes Ge- deshalb trotz mancher Not zuversichtlich unmeindeleben in vielen Bereichen und richten seren Weg gehen.
es uns dort gut ein. Die wertvollen Aufgaben
an Kindern, Senioren, Frauen usw. werden Wir schöpfen (hoffentlich fortwährend) mit
mit Hingabe und Phantasie wahrgenommen. großer Freude aus der Quelle des Heils, d. h.
Weltmission ist aber eine ebenso wichtige aus der Tatsache, dass der Herr in uns lebt
und sich uns durch sein
Aufgabe der Gemeinde wie
Mission leben
Wort offenbart (Joh. 4,10).
diese Bereiche.
Das „Gehet hin in alle Welt“
steht im gleichen Satz wie:
„... und macht zu Jüngern
alle Völker, ... und lehrt
sie alles halten, was ich
euch befohlen habe“ (Mt.
28,19–20).
als Teil unseres
Gemeindelebens
ist kein
„Nebenjob“,
der vernachlässigt
werden darf!
1. Die Motivation für Mission
Zunächst ein kurzer, biblischer Gedanke aus
Jes. 12,1–6 (den Text bitte selber lesen).
Wir lernen dort:
Wir sind vom Zorn Gottes erlöst. Daran gewöhnen wir uns nicht, sondern wir preisen
EfA-Nachrichten 3/2012
Deshalb fordern wir uns
selbst und auch andere auf,
dieses Heil durch die Verkündigung weiterzutragen.
Dabei treibt uns die Verherrlichung Gottes an, wie
es in Jes. 12, 4–6 heißt:
„... verkündigt seine Taten,
erinnert daran, dass sein
Name so hoch ist ... er hat Herrliches getan,
das soll bekannt werden auf der ganzen Erde
... der Heilige Israels ist groß.“
Die eigentliche Motivation für Mission ist also
nicht zuerst die Errettung von Menschen,
sondern die Verkündigung von Gottes Herrlichkeit. Wie könnten wir, deren Herz erfüllt
3
Bibelarbeit
Kurznachrichten
ist von ihm, schweigen? Weil unser Herz von
der Herrlichkeit des Herrn so voll ist, geht uns
der Mund über.
2. Das Vorbild der ersten Gemeinden
Die Hauptbetätigung der ersten neutestamentlichen Gemeinden war – neben der gegenseitigen Erbauung –, dieses Evangelium
weiterzutragen. Die Betroffenen der ersten
Verfolgungswelle „... zogen umher und verkündigten das Evangelium“ (Apg. 8,4). Nach
der Befreiung des Petrus sperrten sie sich
nicht ein, sondern „das Wort Gottes breitete
sich aus und mehrte sich“ (Apg. 12,24). Als
sich die ersten Heiden bekehrten, wurden sie
froh und „das Wort des Herrn wurde durch
das ganze Land getragen“ (Apg. 13,49).
Nach der erschreckenden Begegnung mit Dämonen und der folgenden Reinigung der Gemeinde „... breitete sich das Wort des Herrn
mächtig aus und erwies sich als kräftig“ (Apg.
19,20). Und der Eifer der Gemeinde von
Thessaloniki wurde im Umkreis von 400 km
bekannt (1. Thess. 1,8).
Die Gemeinden waren erfüllt vom Missionsbefehl. Ihr Hauptaugenmerk lag nicht zuerst
auf sich selbst und der eigenen Auferbauung,
sondern auf der Evangelisation. Das war auch
der Hauptauftrag, den der Herr seiner Gemeinde hinterließ (Apg. 1,8; Mt. 28,20). Die
Gemeinden wurden nicht nur zur Missionsstation für die eigene Stadt, sondern für die
ganze Umgebung. Brennende Herzen waren
der Treibstoff für eifrige Missionsarbeit. Wie
motivierend für uns!!!
3. Ein praktischer Beitrag der ersten Gemeinden zur Mission
Sie unterstützten die Missionsbemühungen
des Paulus durch eigene Mitarbeiter, die ihre
Gemeinde verließen, obwohl es dort viel Ar-
4
beit gegeben hätte. Paulus erwählte sich Silas
aus seiner Heimatgemeinde als Reisegefährten (Apg. 15,40). In Lystra traf er den jungen
Timotheus und nahm ihn mit (Apg. 16,3).
Ab Apg. 16,10 war auch Lukas Weggefährte, denn ab hier schreibt er in der Wir-Form.
Eine Gruppe von Männern begleitete Paulus
von Beröa nach Athen (das sind ca. 450 km,
Apg. 17,15). In Korinth stieß in Aquila und
Priscilla das erste Missions-Ehepaar zu ihm
(Apg. 18,18). In Apg. 19,29 werden zwei
andere Männer, Gajus und Aristarchus aus
Mazedonien, als Mitarbeiter erwähnt. Und
als er von Griechenland in die heutige Türkei
weiterreiste, begleiteten ihn u. a. wiederum
Männer aus drei verschiedenen Gemeinden
(Apg. 20,4).
Wie würden die Gemeinden heute wohl reagieren, wenn ich es mir erlauben würde, Mitarbeiter für unseren gemeinsamen Auftrag als EfA einfach „mitzunehmen“?
Wir stellen fest: Diese Gemeinden begriffen
Weltmission als den gemeinsamen Auftrag
aller Gemeinden, und dafür erbrachten sie
auch personellen Einsatz mit allen wirtschaftlichen Konsequenzen.
So fassen wir den Auftrag der ersten Gemeinde zusammen:
Nach innen:
• die gegenseitige Erbauung der Gläubigen (Apg. 2,42).
Nach außen:
• die eigene Gegend mit dem Evangelium
erfüllen, siehe z. B. 1. Thess. 1,8–10.
• Missionare zur Verfügung stellen für den
Auftrag in weiterer Entfernung.
• das Anliegen ging also buchstäblich von
Jerusalem über Judäa und Samaria bis
an die Enden der Erde (Apg. 1,8). Wie
herausfordernd für uns!!!
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Bibelarbeit
4. Anregungen für unseren Beitrag zur Weltmission
Berufen
Das in einem Beitrag dieses Heftes erwähnte
Buch „Berufen zum Senden“ braucht noch
einen „Bruder“ mit dem Titel „Berufen zum
Berufen“.
Wir sahen eben, dass Paulus und Andere
neue Mitarbeiter beriefen. Sie beteten gewiss
nach dem Auftrag des Herrn um Mitarbeiter
(Mt. 9,36–38), aber ahmten ihn auch nach in
der direkten Berufung seiner Jünger.
Was tun wir z. B., wenn wir einen Mitarbeiter
oder eine Mitarbeiterin für die Kinderarbeit
brauchen? – Antwort:
• Wir stellen den Bedarf fest.
• Wir formulieren ein „Profil“.
• Wir beten um Erkenntnis des/der richtigen „Kandidaten/Kandidatin“.
• Wir sprechen den/die „Erwählte(n)“ an
und bitten um seine/ihre Bereitschaft.
• Wir setzen ihn/sie dafür ein.
Das Gleiche gilt für andere Bereiche unserer
Gemeindearbeit. Ist aber Weltmission nur ein
Auftrag für jene, die sich selbst dazu berufen
(wissen)? Ist das nicht ebenso unser Auftrag
als Gemeinde – wie der Aufbau anderer Bereiche unseres Gemeindelebens auch?
Mission leben als Teil unseres Gemeindelebens ist kein „Nebenjob“, der vernachlässigt
werden darf!
Lasst uns biblisch beten, und flehen wir den
Herrn an um das Vorrecht, einige unserer
„Besten“ senden zu dürfen, ähnlich wie die
Gemeinden Mazedoniens: „Sie baten uns mit
vielem Zureden, an der Liebesgabe ... teilnehmen zu dürfen“ (2. Kor. 8,4).
EfA-Nachrichten 3/2012
Bitten wir den Herrn um echte Buße, wenn er
niemanden (mehr) aus unseren Gemeinden
in einen missionarischen Dienst ruft. Weltmission ist doch unser wesentlicher und ein
überaus ehrenvoller Auftrag. Was versäumen
wir, wenn wir daran nicht teilhaben (dürfen)!
Predigen
Weltmission ist eines unser wichtigsten Themen in der Predigt, weil sie wirklich der letzte
Befehl unseres Herrn war, also sein Vermächtnis. In unserer egoistischen Zeit stehen zu
leicht unser eigenes geistliches Leben und
unser seelisches Wohlbefinden im Zentrum.
Lasst uns als Prediger dieses Thema nicht vernachlässigen. Es ist nicht selten passiert, dass
sich Geschwister beklagten, weil das Thema
so oft „drankam“. Sie fühlten sich offenbar
bedrängt oder im Gewissen gestraft?
Missionsvorträge halten
Es fällt mir auf, dass ich im Rahmen unserer
befreundeten Gemeinden zwar häufig zum
Predigen, Evangelisieren oder zur Beratung
angefragt werde, aber noch nie (!) hat man
mich für einen Missionsabend eingeladen!!!
Ich nehme mir daher die Freiheit, vor Predigten einige Informationen über unsere EfAArbeit weiterzugeben. Aber nie kam dabei
die Initiative von den Gemeinden. Warum ist
das wohl so? Wird das so bleiben? Lasst uns
die EfA-Missionsarbeit wirklich als unseren
gemeinsamen Auftrag erkennen!
Finanzen einplanen
Als Gemeinde sollten wir in unserem Gemeindebudget eine klare Festlegung haben, wie
viel wir für Mission ausgeben wollen. Tun wir
hier noch Glaubensschritte?
Eine befreundete Gemeinde hatte kürzlich
festgestellt, dass ihr Haushalt ausgeglichen
5
Kurznachrichten
Bibelarbeit
war.Dennochsahsieesalsrichtigan,einen
großen, zusätzlichen Beitrag für Mission zu
leisten.Wiegesagt–mancheGemeindehat
das Geld derzeit nicht zur Verfügung. Aber
wollenwirdemHerrnvertrauen,dasserunsereHändefülltundvieleHerzenbewegt,das
Vorhabenauchdauerhaftumzusetzen?
GemeindenlebenMission–mögedasnicht
nur der Titel eines Artikels sein, ein schöner
Traum,sonderneinausBußeundneuerHingabeerwachsenesVorrecht.LasstunsinunserenGemeindendarüberreden:inÄltestensitzungen, in Gemeindeversammlungen und
inunserenGebetsstundendafürbeten.
Für unsere privaten Finanzüberlegungen ist
esvongroßemSegen,wennWeltmissioneinenhohenStellenwertdabeihat.Opfersind
einVorrecht.SindauchhierGlaubensschritte
dran?
DennwelcheAufgabekannehrenvollersein,
als Mitarbeiter des Herrn in der Verbreitung
seinesEvangeliumszusein?DennseinRuhm
mussverbreitetwerden,wiewiresbereitszu
Anfanglasen:
„... verkündigt seine Taten, erinnert daran,
dass sein Name so hoch ist ... er hat Herrlichesgetan,dassollbekanntwerdenaufder
ganzen Erde ... der Heilige Israels ist groß“
(Jes.12,4–6).
Die baldige Wiederkunft Jesu Christi
berücksichtigen
ZumeinenistdieseinThema,dasimGegensatzzudenpolitischbrisantenSiebziger-und
Achtzigerjahren in der Gemeinde Jesu nicht
mehrbetontwird.Dennochsindwirdiesem
wichtigsten Ereignis der Welt- und Heilsgeschichtenäheralsjezuvor!
Und wenn das so ist (und ich ernte nie Widerspruch,wennichdasinunserenGemeinden erwähne), dann geht damit auch die
ZeitspannesehrbaldzuEnde,inderwirdas
Evangeliumnochverbreitenkönnen.
Was sind unsere Konsequenzen daraus?
Sind Karriere, der Bau des eigenen Hauses,
die Partnerwahl oder die Optimierung des
Gemeindehauses dann wirklich so wichtig?
WennwirunsereeschatologischenÜberzeugungenvorallemwegenspekulativerSensationenverfolgenundnienichtfürden„Endspurt in Sachen Weltmission“ nutzen, dann
istunsereErkenntnisnurbedingtsinnvoll!
6
Buchempfehlung:
L.A.T.vanDooren,LebendigeMenschen–
brennendeGemeinden
(nochantiquarischerhältlich,z.B.bei
www.amazon.deoderwww.zvab.de).
EfA-Nachrichten 3/2012
Aus der PraxisKurznachrichten
– für die Praxis
Wie können wir den Einsatz
von Missionaren praktisch unterstützen?
 Thilo Ziegler
W
ir leben heute in einer viel komplexeren
Welt als noch vor 100 Jahren. Besonders wenn ein Missionar außerhalb von Europa in einer uns fremden Kultur einen Dienst
tut, gibt es so viele bürokratische Fragen
zu bedenken: Einreisebestimmungen, Visa,
Impfungen ... Wo müssen Steuern bezahlt
werden? Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus? Wie ist es mit der Rentenversicherung? Wie mit der medizinischen Versorgung? Wie kommt das Gepäck am günstigsten und sichersten in das Zielland? Welche Zollbestimmungen gibt es? Was ist nötig,
mitzunehmen? Welche Kosten entstehen für
die Flüge, Kinderbetreuung, Schule, Sprachkurse, Wohnung, Auto, Anstellung, Arbeitskosten, Lebenshaltungskosten ...?
Wir können dankbar sein, dass es Missionswerke gibt, die gerade in diesen bürokratischen Fragen eine wertvolle Hilfestellung
leisten, aber auch, wenn es darum geht,
den Missionar selbst zu betreuen und seinen
Dienst zu begleiten. Eine Gemeinde allein ist
damit meist überfordert.
Aber das bedeutet nicht, dass wir uns persönlich oder als Gemeinde hier „ausklinken“
können. Was für eine Verantwortung bzw.
Möglichkeiten haben wir?
EfA-Nachrichten 3/2012
1. Unterstützung der Mission
durch das Gebet
Die Geburtsstunde der Weltmission begann
mit einer Gebets- und Fastenzeit.
Apg. 13,2–3: „Als sie aber dem Herrn dienten
und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem
Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände
auf sie und ließen sie ziehen.“
Aber nicht nur der Beginn, sondern die gesamte Dauer der Missionsarbeit soll von Gebet getragen sein, denn wenn es um geistliche Frucht geht, sind wir ganz und gar auf
Gott angewiesen.
Ps. 127,1: „Wenn der Herr nicht das Haus
baut, so arbeiten die Arbeiter umsonst.“
In Joh. 15,5 sagt Jesus: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt
und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn
ohne mich könnt ihr nichts tun.“
Deshalb ist Gebet so notwendig. Wir bitten
den Herrn der Ernte, dass echte und bleibende Frucht entsteht.
Für was können und sollen wir beten, wenn
wir an Mission denken?
7
Aus
Kurznachrichten
der Praxis – für die Praxis
Gebet um Missionare
Mt. 9,37–38: „Die Ernte ist groß, aber wenige
sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der
Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“
Es gibt so manche Organisationen und Hilfswerke, die eine gute soziale Arbeit tun und
Entwicklungshilfe leisten. Aber wir dürfen
nicht vergessen, dass es bei Gott nicht so
sehr darum geht, dass ein Mensch möglichst
lange lebt, sondern dass sein Leben einen
wertvollen Inhalt hat. Das Wichtigste ist, dass
Menschen Antworten erhalten auf die grundlegenden Fragen des Lebens: Woher komme
ich? Wozu bin ich da? Wofür lebe ich? Wie
erhalte ich Vergebung meiner Schuld? Wohin
gehe ich?
Nur veränderte Menschen können auch eine
Gesellschaft verändern. Deshalb sollen wir
um mehr Arbeiter beten, die einen geistlichen
Dienst tun, denn es sind nur wenige, die sich
aufmachen und zu den verlorenen Menschen
hingehen, um ihnen das Evangelium zu verkündigen und sie Gottes Wort zu lehren.
Gebet für Missionare
Natürlich sollten wir an diejenigen denken,
die im Ausland sind, aber wir dürfen auch
diejenigen nicht vergessen, die in der Heimat
einen missionarischen Dienst tun. Denn bei
uns ist oft sogar eine noch größere geistliche
Not vorhanden als in etlichen Ländern Afrikas, Amerikas oder Asiens.
Anstatt für viele Missionare pauschal und unregelmäßig zu beten, ist es besser, wenn man
sich z. B. drei Missionare auswählt, die einem
bekannt sind, sich bewährt haben und einen
Dienst tun, hinter dem man stehen kann. Für
diese drei betet man dann gezielt und regelmäßig.
8
Das könnten z. B. diejenigen sein, die von
deiner Gemeinde ausgesandt wurden, oder
auch jemand, der innerhalb der Mission EfA
arbeitet.
Hier einige mögliche Schwerpunkte für unsere Gebete:
Dass Gott eine Tür auftut
Kol. 4,3: „Betet zugleich auch für uns, dass
Gott uns eine Tür für das Wort auftue und
wir das Geheimnis Christi sagen können ...“
Lies auch: Offb. 3,8; 1. Kor. 16,9; 2. Kor. 2,12.
Das geistliche Leben des Missionars
Auch Missionare sind keine geistlichen Riesen. Sie stehen in einem besonderen, geistlichen Kampf. Ein beachtlicher Prozentsatz
kehrt nach oder schon während des ersten
Dienstabschnittes in die Heimat zurück, um
nie wieder aufs Missionsfeld auszureisen. Wir
sollten beten für ihr geistliches Leben, für
ihren inwendigen Menschen, um Liebe und
Geduld im Sinne von Eph. 1,16–23; 3,14–21;
6,18–20; Phil. 1,9–11; Kol. 1,9–12; 4,3–4;
2. Thess. 1,11; 3,1.
Die Ehe und Familie des Missionars
Das kleinste Umfeld, in dem man sich bewähren sollte, ist die Ehe. Betet um Bewahrung
der Ehen, Bewahrung vor Ehebruch und um
ein gutes, harmonisches Miteinander.
Die Kinder der Missionare
Sie sind besonderen Herausforderungen ausgesetzt:
• Meist lernen sie den Stoff aller Schulfächer in einer Fremdsprache oder sind
auf einem Internat.
• Aufgrund des Glaubens ihrer Eltern und
ihrer Herkunft sind sie oft Außenseiter.
Bewahrung und Bewährung
Manche Missionare sind viel auf Reisen unterwegs, oder sie erfahren Ablehnung und
EfA-Nachrichten 3/2012
Aus der PraxisKurznachrichten
– für die Praxis
Anfeindung. Sie sind besonderen Anfechtungen ausgesetzt, haben mit Hitze oder Kälte, Krankheiten und Müdigkeit zu kämpfen.
Sprachstudium? Braucht seine Frau
vorübergehend Hilfe bei den Kleinkindern?
—— Die Gemeinde sollte beständig mit
dem Missionar in Kontakt stehen,
um die Anliegen weiterzugeben
und dafür regelmäßig zu beten,
sei es im Gottesdienst, bei Gebetsabenden, in speziellen Gebetsgruppen oder Hauszellen. Heutzutage
ist das relativ einfach, ohne dass
große Kosten entstehen, z. B. durch
E-Mail, Skype, Telefon.
—— dem Missionar eine Freude machen
durch eine nette Art der Anerkennung.
—— eine CD vom Gottesdienst schicken;
eine Karte oder E-Mail zu den Geburtstagen der Familienangehörigen.
—— alle paar Wochen eine E-Mail über
das aktuelle Geschehen und die
Entwicklungen in der Gemeinde
schicken.
Die finanzielle Versorgung
Auch die Missionare haben monatliche Verbindlichkeiten (Miete, Nahrung, Arbeitsmittel, Reisekosten, Schulkosten ...), leiden unter
den steigenden Kosten für Benzin, Lebensmittel usw. Oft sind die Finanzen knapp.
2. Unterstützung der Mission
durch Kontaktpflege mit dem Missionar
Es ist sehr wichtig, in gutem und ständigem
Kontakt zu stehen, um zu ermutigen, aber
auch, um Missverständnisse zu vermeiden
und evtl. auftauchende Krisen gemeinsam zu
meistern.
Verantwortung des Missionars
•
•
regelmäßig Gebetsinfos weitergeben durch Rundbriefe über Post oder
E-Mails. Aktuelle Infos helfen, im Gebet
dranzubleiben.
Sehr informativ sind auch aktuelle Bilder
aus dem Einsatzland, z. B. eine CD mit
digitalen Fotos.
•
Finanzielle Unterstützung
—— nachfragen: Wie geht es finanziell?
Reicht die Unterstützung? Gibt es
besondere Ausgaben, z. B. für die
Ausbildung der Kinder, notwendige
Reisen ...? Wie können wir helfen?
—— Ist eine Vorsorge für den Heimataufenthalt (Auto, Wohnung, usw.)
oder die Rückkehr (Übergangsunterstützung, Neuanschaffungen
usw.) getroffen?
•
Betreuung während des Heimataufenthaltes. Hier einige Möglichkeiten, Hilfe
anzubieten:
—— vom Flughafen abholen und wieder
hinbringen.
—— die Schulfrage – müssen die Kinder
am deutschen Schulunterricht teilnehmen? In welcher Schule?
Verantwortung der Gemeinde
*
von möglichst Vielen: praktische Mithilfe
und Anteilnahme am Ergehen des Missionars. Das kann geschehen durch:
—— Versand der Rundbriefe, Gestaltung
einer Missions-Pinnwand in der
Gemeinde mit Fotos.
—— Anteilnahme am Wohlergehen und
an den Nöten seiner Familie. Wie
können wir helfen? Braucht er zusätzliche Hilfe? Wie geht’s mit dem
EfA-Nachrichten 3/2012
9
Aus
Kurznachrichten
der Praxis – für die Praxis
•
•
•
•
— passendeKleidungbesorgen.
— dieWohnungsfrage–sindGeschwisterda,dieMissionareaufnehmen
odereinegünstigeMietwohnung
findenkönnen?
— dasAuto–werkanneinesausleihen?
— denReisedienstorganisieren
— AusrüstungfürdenReisedienst
bereitstellen:Laptop,Beamerusw.
SeelsorgeundBesprechungenmitder
Missions-undderGemeindeleitung.
Weiterbildung/Kursebelegen.
wichtigeTerminedesMissionswerkes
wahrnehmen.
genügendZeitfürFamilienkontakteund
Erholungeinplanen.
Unterstützung der Mission
durch Kurzzeiteinsätze
Kurzzeiteinsätze sind eine gute Möglichkeit,
Mission vor Ort praktisch zu unterstützen.
Teilnehmer an Kurzzeiteinsätzen können für
denMissionarvorOrteinegroßeErmutigung
und Hilfe sein. In unserem Missionshaus
Alpenblick in Hemberg/Schweiz oder in Bolivienbeim„MissionsdienstBolivien“werden
immer wieder Helfer für eine kürzere oder
längereZeitgesucht.Aberauchvieleandere
MissionswerkebietenKurzzeiteinsätzean.
SoeinDienstistnichtnurfürJüngeremöglich,sonderninzwischengibtesz.B.beider
DMG (Deutsche Missionsgemeinschaft) ein
Programmfür„ChristenmittlerenAlters“und
sogar ein Programm speziell für die „Generation50Plus“(www.dmgint.de,dannsiehe
denLink„Kurzeinsatz“).
Ein Kurzzeiteinsatz sollte jedoch sorgfältig
vorbereitet sein, denn sonst besteht die Gefahr, dass der/die Kurzzeitler/in, anstatt ein
Segenzusein,vielSchadenanrichtet.
10
DerTeilnehmersollteseinegeistlicheHaltung
prüfen. Sie sollte geprägt sein von Respekt,
Demut,DienstbereitschaftundLernwilligkeit.
Ersollteauchbereitsein,sicheinzufügenund
einfacheDienstezutun.Jemand,dermeint,
schon alles zu wissen, wird kein Segen auf
demMissionsfeldsein.Auchsollteeinekurze
EinführungindieKulturgeschehenundüber
die gegenseitigen Erwartungen gesprochen
werden. Herausforderungen sind gut, ÜberforderungeninderAufgabenicht.
VielehabenwährendeinesKurzzeiteinsatzes
entscheidende Impulse für ihre Lebensberufung empfangen.
Bei ungefähr 85%
aller Langzeitmissionare redete Gott
zu ihnen während
eines Kurzzeiteinsatzes!
Weitere Informationen und Hilfen,
um Mission zu
unterstützen, kann
man ebenfalls bei
derDMGerhalten,unter:
www.dmgint.de/themamission.
EineausführlicheInformation zum Thema bietet das Buch
vonNealPirolo:„Berufen zum Senden“
(momentan leider
nur antiquarisch erhältlich).
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Im Blickfeld
Oswald Smith: „Fackel für die Welt“
 Peter Engler
S
o heißt die Smith-Biografie von Douglas
Hall. Es war das Telos Paperback Nr. 1003,
also überhaupt erst der dritte Titel der Reihe. Heute ist das Buch alt und vergilbt, und
das Zellophan vom Umschlag löst
sich. Dennoch habe ich es weder
hergegeben noch vergessen. In
größeren Abständen lese ich es
immer wieder. Es ist nach wie vor
frisch und inspirierend. Und antiquarisch findet man es noch da
und dort (z. B. www.zvab.de).
Oswald J. Smith wurde am
8.11.1890 in Odessa, einem Dorf
in Süd-Ontario, Kanada, geboren. Er war eines von zehn Kindern eines Telegrafenarbeiters bei
der Kanadisch-Pazifischen Eisenbahn. Familie
Smith war nie mittellos, aber auch ganz gewiss nicht reich. Eine frische Apfelsine z. B.
gab es nur einmal im Jahr, an Weihnachten.
Die Erziehung der Kinder war liebevoll, aber
auch sehr streng.
Bekehrt hat sich Smith im Alter von 16 Jahren, also im Jahr 1906. Dies geschah, als er
und einer seiner Brüder die Evangelisationsversammlungen von Dr. Torrey in Toronto
besuchten. Entscheidend wurde für ihn dabei
der Vers aus Jes. 53,5: „Aber er ist um unserer
Missetat willen verwundet und um unserer
Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf
EfA-Nachrichten 3/2012
ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch
seine Wunden sind wir geheilt.“
Von da ab las und studierte er die Bibel und
vertiefte sich in die Biografien berühmter
Gottesmänner wie David Brainerd oder D. L.
Moody. Smith hatte, schon im unbekehrten
Zustand, den Wunsch gehabt, Prediger zu
werden. Aber nachdem er Torrey gehört und
durch ihn seine Lebenswende erfahren hatte, gab es für ihn nur
noch ein Ziel: Er wollte Evangelist
werden!
So führte ihn der Weg zunächst
nach Toronto, wo er nacheinander zwei Bürojobs innehatte,
erst für drei, dann für acht Dollar die Woche. Als 17-Jähriger
ging er endgültig von zuhause
weg. In Toronto besuchte er die
Abendklassen des „Toronto Bible
College“ und war nacheinander
Mitglied in zwei Gemeinden. In diese Zeit fallen auch seine ersten Predigtdienste. Schnell
wurde er ein gefragter Redner.
Als 18-Jähriger wurde er Bibelverkäufer bei
der Oberkanadischen Bibelgesellschaft. Im
Jahre 1909 entschied er sich, in das „Manitoba College“ in Winnipeg einzutreten. Das
Studium war aber mühsam für ihn, und viele
seiner Studienkollegen hatten nicht seine Gesinnung. Smith aber wusste: „Ich kann kaum
daran zweifeln, dass Gott einen großen Auftrag für mich hat, und dass ich in künftigen
Jahren das Evangelium von Jesus Christus vor
Tausenden predigen werde. Mein einziger
11
Im
Kurznachrichten
Blickfeld
großer Gedanke bei Tag und bei Nacht ist die
evangelistische Arbeit.“ Um besser brauchbar
zu sein, gab er sogar an sich harmlose Vergnügungen auf, wie z. B. das Lesen von Kriminalromanen. Doch im Juni 1910 kehrte er
nach Toronto zurück. Dort besuchte er wieder
die Abendklasse, und organisierte eine Sonntagsschule, Freiversammlungen und Gottesdienste.
„Alles in ihm konzentrierte sich jetzt auf die
Bibel, das College und den Dienst am Wort.“
Dennoch schrieb er auf: „Ich gebe offen zu,
dass ich nicht an dem Platz bin, an dem Gott
mich haben möchte. Ich verfüge nicht über
die Liebe zu den Seelen, die ich haben sollte.
Ich verbringe nicht so viel Zeit im Bibelstudium und im Gebet, wie ich sollte. ... O Vater,
ziehe mich nahe zu dir, gib mir Seelen! Das ist
mein Verlangen.“
Ein weiterer Wendepunkt war nötig: nämlich
das Aufgeben des Ehrgeizes, ein berühmter
Evangelist zu werden. Bei der Vorbereitung
auf einen Vortrag zum Thema: „Die Not der
nichtchristlichen Welt“ erkannte er, gehen zu
müssen, wohin Gott ihn berief – selbst wenn
er ein ganz Unbekannter bleiben sollte!
Doch Gott prüfte ihn auch in anderer Hinsicht. Eine Verlobung mit einem Mädchen
namens Jennie Tyrrell platzte. Doch absolvierte er erfolgreich das erste Jahr am Toronto
Bible College und ging als Reisesekretär zum
Kanadischen Taschenbibelbund. In Belwood,
80 km nordwestlich von Toronto, übte er
einen ersten Dienst als berufener Pastor aus.
Dann zog es ihn aber doch in das Theologische Seminar McCormick in Chicago. In
dieser Zeit las er auch das Tagebuch von David Brainerd, das für sein ganzes, weiteres Leben prägend werden sollte. An einer weiteren
Aushilfsstelle in dem kleinen Ort Turtle Creek
erlebte er eine Erweckung. Und auch danach
wurde er wieder Aushilfspfarrer an einer
Presbyterianer-Kirche, was ihn von manchen
finanziellen Nöten erlöste.
12
Schon in dieser Zeit werden die Grundsätze
seiner späteren Arbeit sichtbar – zunächst
persönliche: „Ich will keinen Gedanken denken, kein Wort sprechen und keine Tat tun,
die eines Nachfolgers Christi unwürdig ist.
– Ich will mein Leben zum Dienst in jedem
Teil der Welt und in jeder Lage hingeben, in
der Gott mich arbeiten lassen will. – Ich will
mich bemühen, Gottes Willen zu jeder Zeit
so auszuführen, wie er es mir offenbart.“
Und die Ziele für seine Gemeindearbeit waren: „Die Unbekehrten für Jesus erreichen;
Christen von der Weltlichkeit abzuwenden
und zu geistlichem Leben zu führen; die Gebetsversammlungen zu einem lebendigen
Gottesdienst zu machen; eine große, begeisterte Sonntagsschule aufzubauen; eine
starke Missionsgemeinde zu entwickeln; den
Gottesdienstbesuch zu erhöhen; in jedes Amt
geistlich gesinnte Menschen einzusetzen.“
Im Jahre 1915 wurde Smith ordiniert und anschließend Co-Pastor der Presbyterianischen
Dale Church in Toronto. Zwei Jahre vorher
war dort schon eine Gemeindehelferin angestellt worden, Daisy Billings. Sie war nur 1,50
m groß und 90 Pfund schwer, aber der neue
Pfarrer von Dale, selber 1,80 m groß und
dünn wie eine Bohnenstange, verfiel bald
ihrem Charme. Am 12.9.1916 heirateten die
beiden. 53 Jahre später sagte seine Frau: „Ich
bin immer gern Daisy Smith gewesen, bis auf
diesen Tag.“
In Dale erlebte Oswald Smith wieder Erweckung, aber es gab auch erbitterten Widerstand gegen sein Verständnis von christlichem Leben und gegen seine Predigtweise.
So verließ er die Gemeinde Ende Oktober
1918 und war ab März 1919 Mitarbeiter bei
der „Christlichen Hüttenbau-Gesellschaft“.
In Vancouver arbeitete er einige Monate unter den sogenannten „Shantyleuten“, einer
Gruppe von rauen Waldarbeitern und Holzfällern. Am 11.7.1919 aber hatte Smith eine
regelrechte „Vision“. Er sah ganz deutlich To-
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Im Blickfeld
ronto vor sich, „die Menge verlorener Seelen,
und spürte den Ruf, zurückzukehren und ein
unabhängiges Werk zu gründen, um sie dadurch zu erreichen.“
So kam er zurück und arbeitete zunächst
als freier Mitarbeiter einer Monatszeitschrift
und als Sekretär der „Christlichen
Hüttenleute-Gesellschaft“.
Außerdem predigte er, wo immer
er dazu Gelegenheit bekam. Und
am ersten Oktobersonntag 1920
gründete er, nachdem auf wunderbare Weise Gaben dafür eingegangen waren, die „Evangeliums-Versammlungen“, die nur
wenige Monate später mit dem
„Parkland Tabernacle“ von Pastor
Roffe fusionierten.
Auch diese neue Arbeit hatte wieder klare
Ziele:
1. Ein Zeugnis der Treue Gottes und der
Verlässlichkeit seiner Verheißungen, auf
dass er gelobt werde.
2. Die Errettung von Seelen, die Erbauung
der Gläubigen und die weltweite Evangelisation.
Die Methoden:
1. Ein Glaubenswerk, völlig abhängig von
Gott. Seine Bedürfnisse werden im Gebet vor ihn gebracht, vor ihn allein.
2. Es werden keine Kollekten erhoben und
keine Bitten um Geld vorgebracht.
3. Es werden keinerlei Schulden gemacht,
da das Werk nur dann vergrößert wird,
wenn der Herr seinen Willen kundgibt,
indem er die Mittel dazu sendet.
4. Ein Zehntel des Gesamteinkommens
wird für die Mission beiseite gelegt.
Smith bezog kein festes Gehalt, sondern vertraute für sich, seine Frau und seine zwei, und
bald darauf drei Kinder auf die Versorgung
Gottes.
EfA-Nachrichten 3/2012
Durch den Dienst der Gebrüder Bosworth,
die beide Evangelisten waren, brach im Parkland Tabernacle eine Erweckung aus. Durch
die Verkündigung von Smith kamen aber immer noch mehr Menschen zum Glauben, so
dass man die Versammlungen im Sommer in
ein großes Zelt verlegen musste.
Dies führte am Ende zum Bau des
„Allianz-Tabernacle“.
Smith war so weise, nicht nur
selbst zu predigen, sondern holte
auch viele ausgezeichnete Gastsprecher und Musikinterpreten.
„Er behauptete, dass durch den
Besuch immer neuer Sprecher
seine eigene Position gestärkt
würde.“ So wuchs die Gemeinde
immer weiter, und es entstanden auch weitere, neue Arbeitszweige wie der Tabernacle-Verlag, eine Straßenmission und eine Monatszeitschrift.
Da Smith nicht nur allein predigte, konnte er
auch Einladungen von auswärts annehmen.
Bald war er überall in den USA und in Kanada
unterwegs. Sein Ansehen wuchs und führte
auch zu Einladungen ins Ausland, so z. B.
nach Lettland und Polen, England, Holland,
Frankreich, die Schweiz. 1938 reiste er nach
Hawaii und in viele andere Länder der Karibik.
Er brachte es auf 19 Weltreisen in 72 Länder.
Seine eigene Gemeinde wuchs so, dass das
Gebäude zweimal vergrößert werden musste.
Doch es sollte nicht nur evangelisiert werden.
„Ich versuchte, unsere evangelistischen Dienste am Sonntag durch Bibelstunden am Donnerstag und Freitag zu ergänzen.“
Da ihm die „Oberleitung der Christlichen
Allianz-Mission für Ost-Kanada“ angetragen
wurde, beendete Smith seinen Dienst am
Tabernacle im Jahr 1926. Aber der Ruf nach
Toronto blieb. Nach einem einjährigen Intermezzo am Evangeliums-Tabernacle in Los
Angeles/USA kehrte er wieder nach Toronto
zurück – ohne Aussicht auf eine Anstellung.
13
Im
Kurznachrichten
Blickfeld
So begann er erneut selbstständig eine Gemeinde – in Massey Hall, einem der größten
Säle der Stadt. Am 9.9.1928 hielt er dort den
ersten Gottesdienst – vor fast 2.000 Zuhörern. Dies war die Geburtsstunde des „Cosmopolitan Tabernacle“.
Aber auch dort hielt es ihn zunächst nur
bedingt. Smith unternahm eine zweite Missionsreise in die baltischen Länder und nach
ganz Europa, gründete in Lettland und Spanien je eine Bibelschule und festigte eine
Flüchtlingsarbeit in Frankreich und Belgien.
Immer mehr wurde er nun ein Weltreisender
und aktiver Missionsförderer.
Da entstand in Toronto durch drei gottesfürchtige „Laien“ eine evangelistische Arbeit
in der leeren Presbyterianer-Kirche am St.James-Platz. Diese Arbeit wuchs ihnen aber
bald über den Kopf. Ein Pastor musste her –
Oswald Smith wurde es. Die Versammlung in
der Massey Hall brachte er mit. So entstand
binnen kürzester Zeit eine blühende Gemeinde, die bald auch eine missionarische Radioarbeit betrieb. Die Gruppe war denominationell völlig ungebunden und nannte sich „The
Peoples Church“, die „Volksgemeinde“. Hier
fand nun Smith seinen „Platz fürs Leben“,
und diese Gemeinde ist es, mit der er weltberühmt wurde.
Nach und nach entstanden auch seine berühmten Bücher, wie: „Glühende Retterliebe“, „Der Mensch, den Gott gebraucht“,
„Kraft von oben“. Sie wurden durch den
„Welt-Literatur-Kreuzzug“ von Jack McAllister
buchstäblich weltweit verbreitet. Es entstanden insgesamt 35 Bücher, die in 70 Sprachen
übersetzt und in mehr als drei Millionen Exemplaren verbreitet wurden. Auch als Liederdichter wurde Smith bekannt.
Die „Peoples Church“ wurde durch drei Arbeitszweige berühmt:
1. die „Back Home Hour“, eine Sendung
mit religiöser Musik und jeweils einer
evangelistischen Ansprache von Oswald
Smith im kanadischen Rundfunk.
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2. die Missionstagungen. „80% in den Missionshaushalt ... und 20% oder weniger
für die Heimarbeit“ war die Philosophie
der Peoples Church. Zeitweilig unterstützte sie bis zu 360 Missionare – ohne
Verluste für die Heimatarbeit. Abweichend von der früheren Praxis wurden
jetzt aber auch Glaubenszusagen für
Missionsopfer eingeführt.
3. evangelistische Feldzüge. Ungezählte
Menschen kamen durch sie zum Glauben. Smith gilt dabei auch als Erfinder
der „Seelsorgehelfer“ in den Nachversammlungen.
Das Geheimnis seines Erfolges? – Die Bibel
war für ihn uneingeschränkt Gottes Wort.
Und kaum ein Tag verging, an dem er nicht
eine „Morgenwache“ hielt.
Und Chrissie French, die lange Jahre im Haushalt der Familie Smith arbeitete, sagte von
ihm: „Der Mann ist demütiger als die Männer,
die unseren Müll abholen.“
Und Billy Graham beschrieb die Gründe für
den Erfolg dieses einzigartigen Lebens so:
1. Er hatte ein Erlebnis mit Jesus, und er
kam nicht davon ab.
2. Er entwickelte eine Liebe für das Wort
Gottes.
3. Er hatte sein Leben in der Gewalt.
4. Er ist immer jung geblieben.
5. Sein Familienleben stützte sein öffentliches Wirken.
6. Er hatte eine glühende Retterliebe für
Seelen.
7. Er ist nie auf Irrwege geraten.
8. Er hatte ein soziales Gewissen.
9. Seine missionarische Sicht war ansteckend.
10. Er hat sich seine Liebe zum Volk Gottes
bewahrt.
Ich meine, von solchen Leuten können wir
nur lernen!
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Kurznachrichten aus Gemeinde und Mission
Missionskonferenz
„... um viele zu gewinnen.“
Es war die erste Missionskonferenz in „eigenen Räumen“: nämlich im neuen Gemeindehaus der Stuttgarter Gemeinde (am 17.5.,
Himmelfahrt). Diese Konferenz sollte den
mit EfA verbundenen Gemeinden Gelegenheit bieten, von ihrem Dienst zu berichten.
Es wurde ein erquickender Tag mit schönem
Sonnenschein beim Picknick, herausfordernder Verkündigung und Mut machenden
Berichten!
seiner Predigt auch ein bedenkenswertes Zitat: „Wir beten, ohne zu weinen. Wir leben,
ohne zu fasten. Wir geben, ohne zu opfern.
Kein Wunder, dass wir säen, ohne zu ernten.“
(Adrian Rogers, 1931–2005).
Berichte ehemaliger Missionskandidaten über
ihre neuen Einsatzorte rundeten den Vormittag ab.
Dann schlossen sich zwei Stunden Zeit für
Mittagessen, Gespräche und Begegnungen
an.
Zu Beginn der Konferenz wurden in Kurzform
mit einigen Fotos etwa zehn mit EfA verbundene Gemeinden vorgestellt: ihre Räumlichkeiten, ihre Gottesdienste und jeweils eine
evangelistische Aktion. Es war schon interessant, diese Gemeinden auf diese Weise etwas
besser kennenzulernen.
Die Liebe und die Ehre Gottes sollen ja die
Motivation für das Weitersagen der Frohen
Botschaft sein. Michael Happle brachte in
EfA-Nachrichten 3/2012
Am Nachmittag ermutigte Peter Engler mit
einer Kurzauslegung zu einigen markanten
Bibelstellen zur Überwindung des Missionsfrustes (siehe z. B. Ps. 126,4–5; Mk. 4,26–28;
1. Kor. 15,58).
Roland und Marguerite Hirschler, die
neuerdings auch im Gemeindedienst in Basel
tätig sind, berichteten über ihren Dienst in
Seniorenheimen. Die geistliche Not der alten Menschen wurde den Zuhörern durch
biblische Aussagen eindrücklich vor Augen
gestellt. Am Beispiel von „offenen Händen“
15
Kurznachrichten
(Thema: Schuld und Vergebung) machten sie
deutlich, wie zu Ostern den Senioren damit
auf bildhafte Weise die Botschaft Gottes nahegebracht wurde. Hirschlers geben gerne
gutes, hilfreiches Material (auch in deutscher
Sprache) weiter. Wer lässt sich für Senioren
gebrauchen und geht zu ihnen? (Man kann
sich bei Hirschlers melden, am besten per
E-Mail: hirschler.roland@free.fr)
Angelika Reifel aus der Gemeinde Freimersheim berichtete über besondere Angebote
und Einladungen für Frauen. Eine Nachbarin
kam dadurch zum Glauben. Ein Kontakt aus
dem Wartezimmer des Arztes kam zwei Jahre lang in einen Hauskreis. Weitere Gelegenheiten zum Zeugnis und für Beziehungen ergeben sich oft ganz natürlich. Die größte Veranstaltung ist das jährliche Frauenfrühstück,
zu dem etwa 120 Frauen kommen. Ein kleiner Hauskreis ist neu entstanden. Der „Baum
Frauenarbeit“ in der Gemeinde hat schon
länger mehrere Zweige: Frauenstunde, Frauengebetskreis, Frauentag und Frauenwochenende. Jeder kann mithelfen, die Frohe
Botschaft „an die Frau“ zu bringen: „Alle Gaben kommen von Gott, und er verteilt nichts
Unwichtiges.“ (Donna Partow)
die nötige Ermutigung. Monatlich findet an
jedem letzten Mittwoch eine Frauenstunde
mit Frühstück statt (vormittags von 9 bis 11
Uhr). Dazu kommen regelmäßig 40 bis 44
Frauen. Drei Viertel davon gehören nicht zur
Gemeinde. Es entstand ein Hausbibelkreis,
eine monatliche Bibelstunde in einem Haus,
und Elsbeth Angerer versammelt neuerdings
in ihrem Haus andere Witwen zu einem Vertikalkurs (15 Teilnehmerinnen!). Einmal im Jahr
gibt es einen Frauentag, und ein Mutter-KindKreis soll begonnen werden.
Robert Gönner vom Missionswerk FriedensBote war auch zu Besuch. Er berichtete
in einem kurzen Zeugnis, wie sein Vater im
hohen Alter von 90 Jahren vor Kurzem zum
lebendigen Glauben gekommen ist – nach
40 Jahren der treuen Fürbitte für ihn. Eine Ermutigung zum Zeugnis in der Familie, auch
wenn es Jahrzehnte dauern kann, bis sich
„etwas tut“!
Der Film: „Acht Minuten, die dein Leben
verändern können“, von Geschwistern der
Gemeinde in Bad Krozingen gedreht, wurde gezeigt und seine Entstehungsgeschichte
von Danny Fröse geschildert. Mit diesem
Kurzfilm, der im christlichen Buchhandel erhältlich ist (Mengenrabatt ab 20 Stück), kann
das Evangelium kurz, aber doch prägnant
weitergegeben werden. Ein junger Bruder
aus der Gemeinde erzählte, wie er und seine Mitchristen Straßenevangelisation am Ort
machen.
Bevor die Missionskonferenz mit einigen
Kurzinfos über verschiedene Missionare endete, gab Stefan Königer einen praktischen
und beispielhaften Einblick, wie Büchertischund missionarische Hauskreisarbeit in Österreich und Oberbayern geschieht.
Anna Stief aus Weiden berichtete Ähnliches
aus dem Bereich der Frauenarbeit. Die diesjährige Jahreslosung aus 2. Kor. 12,9 war
für sie und ihre Mitarbeiterinnen, die ihre
eigene Schwachheit immer wieder fühlen,
Man muss bei einer solchen Missionskonferenz dabei gewesen sein! Es war ein sehr
ermutigender Tag – gegen den Frust in der
Alltagsevangelisation!
Info: Hartmut Romberg, Rodgau
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EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Mission fördern –
aus der Sicht der Missionare
Eine Missionarin berichtet:
Eine wertvolle Unterstützung für mich waren
Menschen, die sowohl für mich persönlich als
auch für das Umfeld meines Dienstes gebetet haben. Ich habe praktische Hilfe erfahren,
z. B. eine Unterstellmöglichkeit für meine
Möbel, bei der Gestaltung des Gebetskärtchens sowie finanzielle Unterstützung, u. a.
auch beim Beschaffen und Finanzieren von
Medikamenten.
Wie kann Mission von den Geschwistern
in den Gemeinden gefördert werden? –
Sie sollten sich immer wieder das Ziel von Mission groß vor Augen halten: dass Menschen
aus allen Nationen, Stämmen und Sprachen
Jesus als Herrn und Erlöser anbeten. Dabei
gilt es, an unsere Verantwortung zu erinnern,
nämlich zu senden oder selbst zu gehen.
Es ist auch wichtig, Mission erfahrbar zu machen, besonders für junge Leute: beispielsweise durch Ermutigung zu Kurzeinsätzen
im Ausland und durch Vorstellung konkreter
Möglichkeiten (bei DMG, WEC, CFI). Ich finde
es wichtig, gezielt dafür zu beten, dass Gott
Langzeitmissionare aus den eigenen Reihen
beruft. Nötig ist auch die Ermutigung, persönliche Beziehungen zu Missionaren aufzubauen. Sie können den Blick und das Herz
weiten für das, was Gott in der ganzen Welt,
EfA-Nachrichten 3/2012
auch durch andere Organisationen, tut. Dies
kann auch dadurch geschehen, dass man
Hefte oder Zeitschriften verschiedener Missionsgesellschaften auslegt, zu denen die Gemeinde eine Beziehung hat. Weiter kann man
Bücher über Mission vorstellen (z. B. „Weltbewegend“ von John Piper) oder Missionsbiografien (z. B. die über Henry Martyn).
Worauf sollten wir vermehrt achten,
wenn es um die Betreuung von Missionaren geht? –
Die Gemeinde muss die Lebens- und Arbeitsumstände des Mitarbeiters gut kennen.
• Eine Bezugsperson informiert den Missionar über das Gemeindeleben zuhause.
• Es braucht auch Zeit und Raum für „geschützte Gespräche“ mit dem Missionar.
• Nötig ist auch ein Verständnis dafür,
dass Missionare ganz normale Menschen sind, die extrem flexibel sein müssen, um mit den ständigen Veränderungen in ihrem Leben klarzukommen:
in Bezug auf Wohnort, Arbeitsstelle,
Bezugspersonen, das politische und
religiöse Umfeld, Erwartungen des sozialen Umfelds – je nach Aufenthaltsort;
unterschiedliche Wertvorstellungen – je
nach Kultur.
• Dem Missionar muss vermittelt werden,
dass der „Diener“ wichtiger ist als der
„Dienst“.
• Wir benötigen Verständnis für das Spannungsfeld, in dem Missionare manchmal leben müssen: zwischen Gemeinde,
Unterstützerkreis und sendender Organisation ... Da werden Fakten manchmal
unterschiedlich beurteilt, und es kann
unterschiedliche Ideen geben.
Eine andere Missionarin berichtet:
Für mich ist es eine wertvolle Unterstützung, um die regelmäßige Fürbitte meiner
Freunde zu wissen. Auch wenn genügend
17
Kurznachrichten
Spenden eingehen, ist Fürbitte stets von Bedeutung. Persönliche Ermutigung und Rat in
konkreten Situationen, sowohl durch E-Mails
als auch durch Besuche, sind ebenfalls eine
wichtige Hilfe. Ich bin sehr ermutigt, wenn
mir jemand eine besondere Freude macht
durch ein Päckchen, einen Besuch oder einen
Anruf.
Schwierig finde ich, dass die Menschen
in der Heimat sich oft nicht wirklich in meine Situation hineinversetzen können. Es gibt
ganz unterschiedliche Schwächen eines Missionars, in denen er Ergänzung benötigt.
Ich wäre froh, jemand zu haben, der mir bei
Rundbriefen und Gebetsmails hilft. Ich wünsche mir, dass eine Gemeinde einen Missionar
adoptiert, und sich dort jemand regelmäßig
mit mir in Verbindung setzt, um mehr über
meine aktuellen Bedürfnisse und Anliegen zu
erfahren. Dann kann er sie in der Gebetsstunde den Geschwistern weitersagen, damit dafür gebetet wird.
Zum Thema „Mission in der Gemeinde
fördern“ habe ich als Anliegen, dass sich
Gemeindeglieder über einen oder zwei Missionare konkret und aktuell informieren und
intensiv, vielleicht auch als kleine Gruppe, für
diese Missionare beten. In der Heimatgemeinde wäre es schön, wenn sie sich während des
Heimatdienstes etwas um ihren Missionar
kümmern würden, einen tieferen Kontakt
herzustellen versuchen, indem sie ihn einfach
18
mal zu einer Tasse Tee oder Kaffee einladen,
oder eine Wanderung mit ihm unternehmen
... Ich finde es deshalb wichtig, dass Geschwister regelmäßig an den Gebetsstunden
der Gemeinde teilnehmen oder selbst kleine
Gebetstreffen mit einer oder zwei weiteren
Personen privat durchführen.
Worauf sollte man verstärkt achten? –
Wir werden manchmal schnell vergessen! Es
kommen oft viele Missionare in eine Gemeinde. Dann ist man schnell von dem neuen Missionar und seiner Arbeit begeistert und mit
der Zeit vergisst man die „alten“, wenn nicht
regelmäßig an sie erinnert und gezielt zum
Gebet für sie aufgerufen wird.
Mir ist auch wichtig, dass „vertrauliche Mitteilungen“, die man nur an einen ganz engen Kreis von Personen weitergibt, dort auch
wirklich vertraulich behandelt werden!
Ein weiterer Missionar berichtet:
Eine wertvolle Unterstützung war es angesichts riesiger Herausforderungen, spartanischer Lebensbedingungen und hoher
Sicherheitsrisiken, eine große Schar treuer
Beter hinter uns zu wissen. Wir sind dankbar,
dass wir nie große finanzielle Sorgen haben
mussten – und das, ohne je über Geld groß
gesprochen zu haben. Von vielen anderen
Missionaren wissen wir, dass sie sich um ihre
finanzielle Versorgung große Sorgen machen
mussten. Ermutigend ist es auch, wenn man
durch Nachfragen merkt, dass der Gebetsbrief genau gelesen worden ist. Es hat uns
auch stets gefreut, wenn Freunde uns an
ihrem Ergehen und an der beruflichen oder
familiären Situation Anteil gaben.
Ein Höhepunkt auf dem Missionsfeld waren
Besuche aus der Heimat. Da hörten wir unsere Besucher sagen: „Jetzt weiß ich erst, wovon ihr redet und wie es euch wirklich geht!
Erst jetzt kann ich so manches Gehörte recht
einordnen und verstehen.“ Gemeindenachrichten aus der Heimat waren ein weiteres
Highlight, so dass wir auf dem Laufenden
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
geblieben sind. Für erlebte Solidarität, medizinische Beratung und finanzielle Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen waren
wir immer besonders dankbar.
Problematisch: Kein Besuch aus der Heimat! Wenn man nach Jahren nach Hause
kommt, stehen Fragen zum Fahrzeug, zur
Wohnung usw. im Vordergrund. Schön ist
es, wenn sich Geschwister schon im Voraus
darum kümmern. Man wird, besonders als
Familie, bei der Rückkehr von einer Welle
organisatorischer Dinge überrollt. Gleiches
gilt in Bezug auf die passende Schule für die
Kinder. Da haben wir sehr schmerzliche Erfahrungen machen müssen. Je weniger sich
eine Gemeinde für den Missionar engagieren
kann, desto mehr muss der Missionar reisen,
um anderweitig Beter und Unterstützer zu
gewinnen. Das kann ihm dann in der sendenden Gemeinde Kritik einbringen, weil er
ständig unterwegs ist.
Wie kann Mission von unseren Gemeinden gefördert werden? – Durch verbindliches Gebet und finanzielles Engagement.
Auch durch einen möglichst frühen Einsatz
der Gemeindeleitung hinsichtlich Berufung,
theologischer Ausbildung, Missionswerk,
Missionsfeld, Missionsdienst usw. Wir mussten uns um all das selbst kümmern. Gott
sei Dank: Unsere Entscheidungen wurden
danach sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Allerdings glaubte man damals,
die finanzielle Verantwortung würde vom
Missionswerk getragen. In Wahrheit aber versteht sich das Missionswerk nur als verlängerter Arm der Gemeinde. Das war und ist leider
noch immer ein Dilemma!
Mission beginnt heute schon in der Nachbarschaft. Viele Menschen aus Ländern, in die
wir als klassische Missionare keinen Zutritt
bekommen, landen heute als Asylanten bei
uns in der Nachbarschaft. Dieses Missionsfeld
sollte viel stärker ins Blickfeld gerückt werden.
EfA-Nachrichten 3/2012
Worauf sollte man verstärkt achten? –
Wir sind dankbar für ein paar Geschwister,
zu denen im Verlauf der Jahre gute Freundschaften gewachsen sind und die uns auf
unserem Weg in die Mission durch Telefonate und Besuche in großer Treue begleitet
haben. Wenn man immer wieder lange Zeit
im Ausland zubringt, steht man in Gefahr,
wirklich gute Freundschaften zu verlieren,
weil einfach zu wenig Zeit für Gemeinschaft
ist. Wenn man dann nach etlichen Jahren
nach Hause kommt, wird man am Anfang
als „Exot“ herzlich willkommen geheißen.
Man berichtet von den Ereignissen im Dienst,
aber danach kann es sehr still werden; dann
vermisst man stark das ganz natürliche Miteinander mit Freunden und Glaubensgeschwistern. Das kann in einer Phase, in der man
teilweise sogar im deutschen Kulturschock
steckt, sehr deprimierend sein. Auch für Kinder kann das sehr schwierig werden.
Manche Freundschaften von früheren, guten
Bekannten wurden sogar sehr bewusst beendet, weil man die langen Phasen der Trennung nicht verkraften konnte, was für uns
wiederum sehr schmerzhaft war. Geschwister der Heimatgemeinde können hierbei ein
Stück Normalität bieten, indem sie den Missionar und seine Familie während des Heimatdienstes ganz bewusst in normale, persönliche Beziehungen mit einbeziehen.
Gemeindeperspektiven
Freimersheim/Rheinland-Pfalz
Unsere Gemeinde hat heute relativ feste
Strukturen und ein beständiges Gemeindeprogramm. Wir arbeiten missionarisch und
sind altersmäßig gut durchmischt.
Um 1970 haben wir als Hauskreis mit klarer,
biblischer Lehre begonnen, und sind mit der
Zeit zu einer örtlich wahrnehmbaren Gemeinde mit eigenem Gemeindehaus geworden.
19
Kurznachrichten
Perspektiven sind für uns eine bessere geistliche Versorgung aller Gemeindeglieder und
Besucher. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Kinder- und Jugendarbeit.
Ermutigend ist für uns, dass es uns bei allen
Herausforderungen der Vergangenheit noch
gibt. Jesus, der Herr, ist der Garant für weitere
Schritte. Es geht für uns darum, seine Wege
in geistlicher und praktischer Hinsicht zu erkennen und zu gehen.
Info: Hartwig Reifel, Freimersheim
Stuttgart/Baden-Württemberg
Wir sind mittlerweile eine etablierte Gemeinde geworden. Durch den Umzug in neue
Gemeinderäume haben wir auch Transferwachstum erlebt. Es kamen Christen aus anderen Gemeinden, die eine biblisch fundierte
Verkündigung wollen. Im Moment besteht
die große Herausforderung darin, trotz einer gewissen Größe die persönlichen Beziehungen untereinander nicht zu verlieren.
Strukturen müssen angepasst werden, vor
allem deshalb, damit einzelne in ihrem geistlichen Wachstum und in der Jüngerschaft gefördert werden.
Wir haben die Entwicklung durchgemacht
von einer überschaubaren Gemeinde, in
der jeder jeden kannte, zu einer Gemeinde, in der man sich um Übersicht bemühen
muss. Erfreulich: Wir stellen fest, dass die
evangelistischen Bemühungen einzelner in
ihrem persönlichen Umfeld zugenommen
haben.
Wir wollen gerne die geistliche Unterweisung
der Einzelnen intensivieren. Für „Lebensthemen“ wie Ehe- oder Erziehungsfragen streben wir zusammenhängende Lehreinheiten
an. Wir möchten gerne jedem Gemeindeglied
die Möglichkeit bieten, bestimmte biblische
Inhalte zu lernen und ins Leben umzusetzen.
Ein besonderes Anliegen ist uns die Förderung von Mitarbeitern.
Wir sind ermutigt durch die Bereitschaft vieler
Gemeindeglieder, im Glauben vorwärtsgehen
zu wollen. Auch die Bereitschaft, sich neben
dem Beruf in die Gemeinde einzubringen,
macht uns Freude.
Info: Thomas Powilleit, Stuttgart
Göppingen-Faurndau/Baden-Württemberg
Ende 2012 müssen wir nach 21 Jahren unsere Versammlungsräume in Faurndau verlassen. Unser Vermieter hat uns gekündigt. Darüber waren wir alle traurig, aber wir haben
neue Räumlichkeiten gefunden. Wir möchten
uns für die Beter außerhalb unserer Gemeinde bedanken, die davon wussten und denen
das Ganze ein Herzensanliegen war.
Ab diesem Monat starten wir auch wieder
mit unserem monatlichen Männerabend, der
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EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
leider eingeschlafen war. Wir beten für eine
Neubelebung unter uns Männern.
Zunächst aber wollen wir umziehen, und da
gibt es noch einiges an Renovierungsarbeiten
zu tun.
Große Ermutigung erfahren wir durch unsere
Kinder und Jugendlichen. Im September haben wir wieder eine Taufe. Bis jetzt haben wir
zwei Anmeldungen dafür: zwei Teenies, ein
Mädchen und ein Junge. Der Herr ist groß!
Vielleicht kommen noch weitere dazu?
Als Herausforderung sehen wir die vor uns
liegende Zeltevangelisation vom 1. bis 9.9.,
die wir gemeinsam mit der Barmer Zeltmission und der Freien evangelischen Missionsgemeinde Göppingen durchführen wollen. Organisatorisch ist das Meiste bereits erledigt;
jetzt konzentrieren wir uns darauf, Menschen
aus unserer Umgebung persönlich einzuladen. Bitte betet mit uns, dass sich Menschen
von unserem treuen Heiland retten lassen.
Info: Andreas Wuttke, Göppingen
Bad Krozingen/Baden-Württemberg
Wir hatten vor drei Jahren eine Krise, in der
einige Geschwister die Gemeinde verlassen
haben. Doch erlebten wir auch ein Zusammenrücken. Einige Brüder wagten sich an
den Verkündigungsdienst. Momentan sind
wir sehr dankbar, dass die Gemeinde vor-
EfA-Nachrichten 3/2012
wärtsgeht und Brüder neu Verantwortung
übernehmen.
Auch in diesem Jahr erleben wir, dass Menschen die Gemeinde verlassen, Gott aber
auch neue Geschwister hinzutut. Wir beten,
ob wir in den bisherigen gemieteten Räumen
bleiben sollen, oder ob Gott uns etwas Neues
zeigt. Das ist für uns vor allem auch eine finanzielle Frage. Gerne würden wir auch einen
vollzeitlichen Prediger haben.
Dankbar sind wir für den Dienst von Danny
und Rahel Fröse, die uns in den vergangenen
drei Jahren eine wertvolle Hilfe gewesen sind.
Roland Hirschler wird uns ab Herbst in Verkündigung, Seelsorge und Seniorenbetreuung unterstützen.
Wir beten um Älteste und Diakone, und dass
die jungen Brüder im Predigtdienst Freude erfahren und sich gerne zur Verfügung stellen.
Wir möchten uns in Bad Krozingen vermehrt
zum Evangelisieren auf die Straßen wagen.
Dankbar sind wird, dass junge Geschwister
treu im Dienst und Besuch der Versammlungen sind, und „das Mittelalter“ und „die
Älteren“ treu und anhaltend beten.
Gerne möchten wir verstärkt auf Jüngerschaft
achten, weil wir da Mängel entdeckt haben.
Wir bitten den Herrn, dass er uns weiterführt
und Geschwister zugerüstet und gefördert
werden, damit sie ihre Gaben entdecken und
einsetzen.
Info: Karl-Ernst Kaiser, Bad Krozingen
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Kurznachrichten
Regensburg/Bayern/Oberpfalz
Auch unsere Gemeinde, die vor mehr als
30 Jahren mit einem Buchladen begann, ist
mittlerweile eine „etablierte“ Gemeinde geworden. Es gibt zahlreiche Arbeitsgruppen
und Kreise, und es stehen viele Geschwister
in verantwortlicher Mitarbeit. Dafür sind wir
sehr dankbar.
Eine Herausforderung sind für uns aber immer wieder kranke, depressive oder einsame
Geschwister. Dazu machen uns die Einflüsse
der Welt und der zunehmende gesellschaftliche Druck, den wir deutlich empfinden, einige Sorgen ... Aber Jesus hat ja verheißen, uns
treu zu sein und uns nie im Stich zu lassen!
Möchten wir auch ihm treu sein!
Info: Peter Engler, Regensburg
Traunreut/Bayern/Oberbayern
Was wir aber in dieser Zeit schmerzlich vermissen sind echte Bekehrungen. Wir beschäftigen uns daher immer wieder mit der Frage,
wie wir unsere Zeitgenossen „draußen“ besser erreichen können. Dazu stand und steht
auf dem Jahresprogramm beispielsweise ein
„Buchladen-Event“ mit dem Verleger Friedrich Hänssler, ein evangelistischer Konzertabend im Herbst, und anschließend eine „konventionelle“ Evangelisation mit dem Schweizer Evangelisten Michael Putzi.
Ermutigend ist zurzeit die Teeniearbeit. Auch
die Frauenarbeit läuft recht erfreulich.
Für unsere missionarische Bücherwagenarbeit
konnten wir das Team erweitern, und dieses
ist auch motiviert an der Arbeit. Der musikalische Bereich hat durch neu aus einer anderen Gemeinde hinzugekommene Geschwister
sehr gewonnen.
Mehrere Schwestern haben sich auch für
praktische Dienste engagieren lassen. Eine
Freude ist auch, dass etliche Studenten die
Gemeinde besuchen.
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Nachdem wir 2011 die Gemeindegründung in
Tittmoning im Segen Gottes vollziehen durften, hatten wir in Traunreut Mühe, die freigewordenen Gemeindedienste wieder neu zu
besetzen. Auch die finanzielle Lage verschärfte sich. Als Gemeindeleitung überlegten wir
neu, welche Schwerpunkte wir im Blick behalten wollen. Dabei bleibt die Evangelisation
weiter Thema Nr. 1. Nur durch Evangelisation
und die daraus entstehenden Bekehrungen
zum Herrn Jesus Christus werden verlorene
Menschen zu dankbaren Gotteskindern. Gott
wird durch Evangelisation vermehrt geehrt.
Durch neubekehrte Menschen wird auch die
Gemeinde ermutigt und bereichert. Dienste
können wieder übernommen und die finanzielle Knappheit überwunden werden.
Wir wollen weiter das Evangelium aussäen.
Das bedeutet, dass wir mit dem christlichen
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Puppentheater, auch in diesem Sommer, auf
Spielplätzen die Botschaft von Jesus den Kindern und den Eltern sagen.
Missionsausbildung
Dieses Mal nur in Kurzform, denn jeder ist
herzlich zur Absolvierungsfeier und Vorstellung der neuen Kandidaten der Missionsausbildung am Sonntag, 30.9., im Stuttgarter
Gemeindehaus eingeladen (siehe auch Einladung auf der Rückseite). Alle Kandis freuen sich und werden ermutigt, wenn ihr an
diesem Tag dabei seid. Es gibt auch Einblicke
und Zeugnisse aus der Missionsausbildung.
Absolventen der dreijährigen Ausbildung:
• Rebekka Dick
• Eduard Fröse
Wir haben ein neues Gebiet – das Achental
– für eine mögliche Gemeindegründung ins
Auge gefasst. Dort sind schon zwei kleine
Bibelgesprächskreise entstanden, zu denen
mindestens acht Personen kommen, die zur
Gemeinde noch keinen Kontakt haben. Geplant ist auch, in den Sommermonaten in
diesem Tal einen AJH-Einsatz (Aktion: In jedes
Haus) durchzuführen. 10000 Handzettel, die
auf den Bibelkreis und auf kostenlose christliche Literatur hinweisen, sind bereits gedruckt und warten darauf, verteilt zu werden.
Wir hoffen und beten, dass unser Herr diese
Aktionen segnet und wir weitere Kontakte
bekommen.
Für die nächsten ein bis zwei Jahre suchen wir
als Traunreuter ein junges Pastorenehepaar,
das sich für Jugendarbeit, Gemeindedienst
und Evangelisation zur Verfügung stellt. Der
bisherige Prediger, Martin Peth, wird mit seiner Frau voraussichtlich 2013 die Gemeinde
verlassen, um sich verstärkt der Evangelisation und Gemeindegründung zu widmen. Es
bleibt somit spannend und wir hoffen, wenn
der Herr wiederkommt, dass er uns als tätige
und fröhliche Christen in seinem Weinberg
antrifft.
Info: Martin Peth, Traunreut
EfA-Nachrichten 3/2012
Nach zwei Jahren Ausbildung hört auf:
• Jana Janzen Sie ist seit 21.4. mit Eduard Fröse verlobt!
Aktuelle Missionskandidaten im Praktikum:
• Esther Leppertinger, zurzeit Regensburg
• Elina Petlewski, zurzeit (Ludwigsburg-)
Neckarweihingen
• Philipp und Nadine Schieker, zurzeit
Rodgau
Neue Kandidaten, die ab September mit der
Missionsausbildung beginnen werden:
• David Tempel, CH-Hemberg
• Timo und Anja Schowalter, Kirrlach
• Raphael Kegel, CH-Hemberg
23
Kurznachrichten
Die neuen Kandidaten werden wie üblich
von September bis Dezember mit dem Leiterlehrgang für Kinderarbeit bei der KEB in
Kilchzimmer/Schweiz beginnen.
Ehemalige Absolventen
Wilhelm und Natascha Diegel haben die
EfA-Missionsausbildung 2011 beendet. Sie
berichten über ihren aktuellen Dienst.
Wilhelm: Meine Tätigkeit umfasst zurzeit
drei Hauptfelder.
1. Die Verstärkung der Hauskreisarbeit
in Nürtingen. Im Januar hat eine regelmäßige Bibelstunde begonnen, ebenso eine monatliche Jungscharstunde.
Evangelistische Einsätze sind in Planung.
Bis Dezember haben wir eine Genehmigung für einen monatlichen Büchertisch
in der Stadt. Auch eine Zeit zum Erzählen von biblischen Geschichten in einer
öffentlichen Bücherei wurde genehmigt,
und der Dienst läuft bereits.
2. Assistenz für Michael Happle. Er gibt
mir administrative Aufgaben: Ich nehme
ihm die Beantwortung mancher E-Mails
ab, schreibe Briefe, protokolliere Sitzungen und soll ihn auch bei auswärtigen Diensten begleiten.
3. Mitarbeit in der Stuttgarter Gemeinde. Dort setze ich mich im biblischen
Unterricht ein und erledige die nötigen
Planungen.
24
Ich habe festgestellt, dass der Übergang
von der Missionsausbildung in den Dienst
für mich fließend war, ganz einfach weil die
Missionsausbildung schon so viel Praxis beinhaltete und ich in manchen Diensten schon
Erfahrungen sammeln durfte. Rückblickend
bin ich dankbar für die erlernte Fähigkeit,
mich selbständig mit dem Wort Gottes auseinanderzusetzen. Die Missionsausbildung
war für mich eine Horizonterweiterung, und
auf manche Unterlagen habe ich schon öfter
gerne zurückgegriffen. Auch Freundschaften
wurden geschlossen, vor allem solche geistlicher Art, die jetzt nachwirken und sich nun
in der Zusammenarbeit vertiefen und festigen. Ich würde mich freuen, wenn unser
Name auch auf der Gebetsliste der Leser der
EfA-Nachrichten stehen würde!
Natascha: Meine Aufgabe ist in der Sonntagschule in Stuttgart die Mitarbeit bei den
Allerkleinsten. Außerdem spiele ich im Musikteam Violine. In Nürtingen arbeite ich
in der Jungschararbeit, beim Erzählen biblischer Geschichten in der Bücherei und
beim Frauenfrühstück mit. Inzwischen habe
ich auch bei der KEB in München und Stuttgart beim „ZAK-1-Kurs“ (Zielorientierte Arbeit
mit Kindern) einige Stunden mit unterrichten
dürfen.
Im Rückblick schätze ich die täglichen vier
Stunden Bibelstudium während der Ausbildung noch mehr. Wir wurden persönlich
verändert. Gott hat zuerst an uns gearbeitet. Es war wertvoll, an den verschiedenen
Praktikumsorten viel Erfahrung sammeln zu
können. Dankbar bin ich für die Zeit, in der
wir Bücher lesen konnten, und auch für die
regelmäßige Begleitung durch die Mentoren.
Vom Austausch mit ihnen durften wir viel
profitieren.
Info: Willi und Natascha Diegel, Nürtingen
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Jugendseite
Leben als „Winner“ – möglich oder unmöglich?
J
eder von uns möchte ein Überwinder oder
ein Sieger sein, ganz egal in welchem Bereich. Oft, wenn man von einer christlichen
Freizeit nach Hause fährt, ist man voller guter Vorsätze. Leider sieht die Realität ein paar
Tage später meist ganz anders aus. Hier eine
typische Situation, wie sie im Leben vorkommen kann:
Zeugnis eines jungen Mannes
„Prüfungen, Stress und der Druck von Eltern
sind immer wieder da. Ich möchte gerne in
die Gemeinde kommen, schaffe es aber nicht
immer. Manchmal nehmen mich Freunde am
Samstag mit, oder meine Freundin will sich
mit mir treffen. Vor allem in letzter Zeit kam
ich mir wie kontrolliert vor. Das, was ich tun
wollte, konnte ich nicht, sondern habe das
getan, was ich nicht tun wollte.
Bei meinem letzten Nebenjob habe ich meinem Chef gesagt, dass ich nicht am Samstag
und Sonntag arbeiten möchte, und er war
einverstanden. Trotzdem hat er mich ausgerechnet immer an diesen beiden Tagen angerufen, mit der Mitteilung, dass ich eingeteilt
bin und dass er sonst niemanden hätte.
Hinzu kam noch die Krankheit meines Vaters,
so dass ich mehr Verantwortung für meine
Familie bekam. Im Jugendkreis hab ich mich
irgendwie fremd und unter Druck gesetzt gefühlt.
Fazit: Der Kontakt mit der Gemeinde bewahrt
mich vor vielen Problemen und tut mir gut;
allerdings kriege ich das einfach nicht hin.“
EfA-Nachrichten 3/2012
Soweit ein junger Mann, der mit Jesus gehen
möchte, aber damit sehr zu kämpfen hat.
Geht es dir genauso? Wahrscheinlich kann
sich jeder von uns mit diesen Gedanken identifizieren. Wenn diese Erfahrungen sich häufen, kann das ganz schön deprimierend und
entmutigend sein. Vor allem, wenn man so
oft wunderbare Beispiele von Missionaren
und Evangelisten der Vergangenheit vor Augen gestellt bekommt, die große Dinge geleistet haben.
Zeugnis des Apostels Paulus
Es ist interessant, dass Paulus etwas Ähnliches
gesagt hat: „Ich verstehe selbst nicht, warum
ich so handle, wie ich handle. Denn ich tue
nicht das, was ich tun will; im Gegenteil, ich
tue das, was ich verabscheue .... Ich tue nicht
das Gute, das ich tun will, sondern das Böse,
das ich nicht tun will. Wenn ich aber das, was
ich tue, gar nicht tun will, dann handle nicht
mehr ich selbst, sondern die Sünde, die in mir
wohnt“ (Röm. 7,15.19–20).
Paulus trifft hier eine wichtige Feststellung,
nämlich dass das Sündigen und sein Selbst
zwei unterschiedliche Dinge sind. Wenn wir
Jesus als unseren Herrn und Erlöser angenommen haben, sind wir eine neue Kreatur
und Geliebte Gottes. Nichts kann uns von
dieser Liebe trennen – genauso, wie Gottes
Liebe zu seinem Sohn niemals aufgehoben
werden kann. Unser Selbstwert ist daher
auch entscheidend, was unser Leben mit Jesus betrifft.
25
Jugendseite
Kurznachrichten
Mache ich meinen Selbstwert abhängig von
meinem Erfolg und von dem, was Menschen
über mich sagen? Dann ist Entmutigung
schon vorprogrammiert. Die Bibel sagt uns,
dass dieser Selbstwert allein in Jesus begründet ist, der uns tatsächlich schon geliebt hat,
als wir noch Sünder und Versager waren.
Deshalb gilt: Ganz egal, was passiert ist und
wie du dich fühlst, das Blut von Jesus hat die
Kraft, dich von allem Bösen reinzuwaschen,
auch wenn dir sogar als Christ sehr peinliche
Dinge passiert sind. Vergiss niemals, dass
dein „Sein“ wichtiger ist als dein „Tun“!
Mein eigenes Zeugnis
Ich erinnere mich noch gut, wie ich vor Jahren völlig verzweifelt zu Gott wegen meines
Dilemmas geschrien habe. Ich machte gerade
mein FSJ im Missionswerk DIE BRUDERHAND
und nutzte freie Tage, um die Biografien großer Glaubenshelden zu lesen. Immer wieder
war ich regelrecht verzweifelt, weil ich überhaupt nicht an diese Christen heranreichte.
Dazu kamen noch viele andere Dinge, die
sich kaum zu verändern schienen, wie z. B.
die Beziehung zu meinen Geschwistern in der
Familie, oder gewisse Lieblingssünden, die ich
nicht loslassen konnte. Ich sah einfach keine
Frucht. Dann machte mich Gott auf eine Bibelstelle (5. Mose 30,11–14) aufmerksam:
„Denn das Gesetz, das ich dir heute gebe, ist
nicht zu schwer für dich und nicht zu fern. Es
ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest:
Wer steigt für uns in den Himmel hinauf und
holt es herunter und lässt es uns hören, damit
wir es befolgen können? Es ist auch nicht auf
der anderen Seite des Meeres, so dass du sagen müsstest: Wer fährt für uns hinüber und
holt es her und lässt es uns hören, damit wir
es befolgen können? Nein, das Wort ist dir
ganz nah. Du hast es schon auf den Lippen
und im Herzen, und du kannst es befolgen.“
Paulus greift diese Verse in seinem Brief an die
Römer auf, wo er zwar den Eifer von einigen
Juden lobt, aber ihr Verständnis bemängelt.
26
Das war für mich eine ziemlich klare Antwort,
so, als würde Gott einfach sagen: Eduard, du
machst es dir einfach zu schwer. Die Lösung
liegt nicht so weit entfernt, wie du denkst,
sondern sie ist schon vorhanden. Die musst
du dir nicht extra erarbeiten. Was bedeutet
aber der Satz: „Das Wort ist dir ganz nah. Du
hast es schon auf den Lippen und im Herzen.“?
Pass auf dein Herz auf!
Beim Boxen kommt es hin und wieder vor,
dass ein Boxer so gut wie verloren hat und
dann plötzlich doch eine empfindliche Stelle seines Gegners trifft, was den scheinbaren
Sieger auf die Knie zwingt. Unser Herz ist so
eine empfindliche Stelle, auf die es der Teufel
abgesehen hat.
In Jak. 3,2 finden wir eine beeindruckende
Verheißung: „Wenn jemand sich nie auch nur
mit einem Wort etwas zuschulden kommen
lässt, ist er ein vollkommener Mensch, der
auch jeden anderen Bereich seines Lebens
(auch den ganzen Körper) unter Kontrolle
halten kann.“
Um das zu erreichen, muss man sich nicht
die Zunge abschneiden, denn Jakobus meint
das Herz, auch wenn er die Zunge erwähnt.
Dies geht klar aus der Aussage von Jesus hervor: „Denn wie der Mensch in seinem Herzen
denkt, so redet er“ (Mt. 12,34).
Mit anderen Worten: Wenn wir unser Herz
unter Kontrolle haben, dann auch den Rest.
Du hast somit den Kopf der Schlange im Griff,
so dass sie dir nichts mehr antun kann.
Diese Erkenntnis hatte bereits Salomo, als er
schrieb (Spr. 4,23–27): „Mehr als alles hüte
dein Herz, denn aus ihm strömt das Leben.
Entferne Unwahrheit aus deinem Mund, die
Falschheit von deinen Lippen! Deine Augen
sollen geradeaus schauen, dein Blick gehe
nach vorn. Ebne die Bahn für deinen Fuß, damit du feste Wege hast. Biege nicht ab, weder rechts noch links, halte deinen Fuß vom
Bösen fern!“
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Jugendseite
Zuerst spricht Salomo das Herz an, und dann
erst kommen die Hinweise für unseren Lebenswandel. Die Bibel versteht dabei unter
Herz unsere Gedanken und unsere Gefühlswelt.
„Gottes Gnade ist absolut; die Erlösungstat
Jesu ist vollbracht; sie ist für immer vollendet.
Ich werde nicht erlöst werden – ich bin erlöst;
die Erlösung ist so ewig wie Gottes Thron, ich
habe nur auszuarbeiten, was Gott in mir getan hat. Gott hat uns so geschaffen, dass wir
die Herrschaft über den ganzen Tempel des
Heiligen Geistes haben sollen, sowohl über
die Einbildungskraft als auch über die Leidenschaften.“ Oswald Chambers
Wenn wir also die Herzensbeziehung zu Jesus
zu unserem größten Ziel machen und unser
Mund von ihm übersprudelt, dann wird die
Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben
freigesetzt.
Um ein persönliches Beispiel zu erzählen, fällt
mir das Thema Partnersuche ein. Zuerst hatte
ich meine eigenen Pläne und wollte vor der
Missionsausbildung heiraten. Ich investierte
viel Gebet und Zeit in diese Frage und wurde
regelrecht krank dabei. Als dann die große
Enttäuschung kam, musste ich erst lernen,
wirklich alles an Gott abzugeben und mein
volles Vertrauen auf seine Führung zu setzen.
Im letzten Jahr der Ausbildung führte Gott
nun wie von selbst eine wunderbare Frau an
meine Seite. Ich durfte wirklich feststellen,
dass, wenn unser Vertrauen zu Jesus stimmt,
die anderen Dinge wie von selbst kommen.
Unsere Prioritäten müssen eben stimmen.
Sehr ermutigt hat mich auch ein Brief von
Hudson Taylor in dem Buch: „Das ausgetauschte Leben“, den er an seine Schwester
geschrieben hat:
„Ich fühlte, dass ich für mich persönlich wie
für die ganze Mission mehr Heiligkeit, mehr
Leben, mehr Kraft bedürfe. Ich empfand,
EfA-Nachrichten 3/2012
welche Undankbarkeit, Gefahr und Sünde
darin lag, dass ich nicht ganz nahe bei Gott
lebte.
Ich betete, fastete, rang, fasste Entschlüsse,
las das Wort Gottes fleißiger, suchte mir mehr
Stille zu nehmen, um über die göttlichen
Dinge nachzudenken – alles war wirkungslos. Jeden Tag, ja jede Stunde stand ich unter
dem Druck der Sünde. Ich wusste, dass alles
gut sein würde, wenn ich nur in Jesus bliebe; aber ich konnte nicht. Ich begann den
Tag mit Gebet und war entschlossen, meine
Augen nicht einen Augenblick von ihm abzuwenden.
Aber der Druck der Pflichten, die bisweilen
sehr schwer waren, die beständigen Unterbrechungen, die so ermüdend wirkten,
veranlassten mich oft, ihn zu vergessen. In
diesem Klima werden die Nerven so leicht erregt, dass Versuchung zur Reizbarkeit, harten
Gedanken und auch bisweilen zu unfreundlichen Worten viel schwieriger zu kontrollieren
sind als anderswo. Jeder Tag brachte ein ganzes Register von Sünde und Zukurzkommen,
von Mangel an Kraft. Wohl hatte ich allezeit
das Wollen, aber das Vollbringen fand ich
nicht.
Ich verabscheute mich; ich hasste meine
Sünde, und doch gewann ich keine Kraft zur
Überwindung derselben. Ich war mir bewusst,
dass ich ein Kind Gottes sei; sein Geist rief in
meinem Herzen trotz allem: ‘Abba, lieber Vater!’ Aber aufzustehen und mein Kindesrecht
in Anspruch zu nehmen, dazu war ich nicht
imstande. Ich dachte, dass Heiligung, praktische Heiligung, allmählich erreicht würde
durch fleißigen Gebrauch der Gnadenmittel.“
Als Taylors Angst ihren Höhepunkt erreicht
hatte, gebrauchte Gott einen „Satz des teuren McCarthy“: „Aber wie soll unser Glaube
gestärkt werden? Nicht dadurch, dass wir um
Glauben ringen, sondern dadurch, dass wir
ruhen in dem, der treu ist.“
„Als ich an den Weinstock und die Reben
dachte – wie erleuchtete da der Heilige Geist
27
Jugendseite
Kurznachrichten
mein Herz! Mir wurde klar, wie völlig verkehrt
es gewesen war, dass ich mir immer selbst
die Kraft und Fülle aus Ihm holen wollte.
Ich erkannte nicht nur, dass Jesus mich nie
verlassen würde, sondern auch, dass ich ein
Glied an seinem Leibe war, von seinem Fleisch
und seinem Gebein. Jetzt verstehe ich es: Der
Weinstock ist nicht nur Wurzel, sondern alles – Wurzel, Stamm, Reben, Ranken, Blätter,
Blüten, Frucht. Und nicht nur das ist Jesus, er
ist auch Erde und Sonnenschein, Luft und Regen und zehntausendmal mehr als alles, was
wir uns je erträumt und gewünscht haben.
Das Köstlichste von allem – wenn man hier
überhaupt davon sprechen kann, dass eins
köstlicher ist als das andere – ist die Ruhe,
die das völlige Einssein mit Christus mit sich
bringt. Wenn ich mir das vergegenwärtige,
mache ich mir über nichts mehr Sorgen;
denn ich weiß, er kann seinen Willen ausführen, und sein Wille ist auch der meine. Es
kommt nicht darauf an, auf welchen Platz er
mich stellt und wie er das tut. Das ist seine
Sache und nicht mehr meine. Denn er muss
mir für die einfachsten Aufgaben seine Gnade schenken, und auch für die schwierigsten
reicht seine Gnade aus.
Gottes Gnade reicht in der Tat aus, und der
Mensch, der den auferstandenen Herrn Jesus durch den Heiligen Geist ganz persönlich
kennengelernt hat, erfährt, dass die ‘Ströme
lebendigen Wassers’ in seinem Leben Wirklichkeit werden. Mit Jesaja weiß er: ‘Einem
festen Herzen bewahrst du den Frieden, weil
es auf dich vertraut.’
Wie also soll ein Christ Frucht bringen? Dadurch, dass er sich anstrengt und müht, das
zu erreichen, was ihm umsonst gegeben
wird? Durch Meditationen über Wachsamkeit, über Gebet, über das, was er tun und
lassen soll, über Versuchungen und Gefahren? – Nein, er muss seine Gedanken, seine
Liebe voll und ganz auf Christus konzentrieren, sein ganzes Wesen ihm völlig übergeben
und dauernd auf ihn schauen, um in seiner
28
Gnade zu bleiben. Christen, die in diesem
Zustand einmal fest geworden sind, sind still
und ruhig wie Kinder in den Armen ihrer
Mutter. Christus mahnt sie zur rechten Zeit
und am rechten Ort an ihre Aufgaben und
Pflichten, er tadelt sie wegen jeden Fehlers, berät sie in jeder Schwierigkeit und spornt
sie zu allem an, was nötig ist. In ewigen und
zeitlichen Dingen machen sie sich keine Sorgen um das Morgen; denn sie wissen, dass
Christus für sie heute ebenso gut erreichbar
ist wie morgen, und dass die Zeit seiner Liebe
keine Grenzen setzt. Ihre Hoffnung und ihr
Vertrauen beruhen einzig darauf, was er für
sie tun kann und will; nicht darauf, was sie
nach ihrer Meinung selbst für ihn tun könnten und wollten. Ihr Schutz gegen jede Versuchung und Sorge ist die immer neue kindliche
Übergabe ihres ganzen Seins an Ihn.“
Schlussgedanken
Mit diesen Zeugnissen möchte ich nicht
den Anspruch erheben, die Lösung aller
Probleme aufgezeigt zu haben. Es ist aber
ein wichtiger Teil unseres geistliches Lebens.
Für viele Probleme sind andere lehrmäßige,
seelsorgerliche und auch ganz praktische
Lösungen erforderlich. Aber ohne das „Sein
und Ruhen im Herrn Jesus“ greifen andere
Lösungen meines Erachtens zu kurz.
Praktische Tipps
Nimm dir mal für eine Woche morgens nur
einen Vers für die „Stille Zeit“ zur Betrachtung vor (z. B.: „Der Herr ist mein Hirte, mir
wird nichts mangeln“ oder die sieben „Ichbin-Worte“ von Jesus). Richte dich innerlich
mit deinem Geist ganz auf Jesus aus und
denke intensiv über diesen einen Vers nach.
Versuche diesen Vers zu „entfalten“: „Ich
danke dir Jesus, dass du so ein guter Hirte
bist. Ich brauche mich vor nichts zu fürchten.
Danke für deine Fürsorge. Ja, Herr Jesus, du
bist wirklich ein so guter Hirte. Ich liebe dich
von ganzem Herzen.“
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Missionsbericht
Iski, GPS und unerreichte Volksgruppen
– der unvollendete Auftrag
 Frank Hildebrandt / New Tribes Mission
A
n was denken Sie, wenn Sie das Wort
„Iski“ hören? An ein neues Computerprogramm? An eine Automarke oder an ein
Waschpulver? Falsch gedacht. „Iski“ lautet
der Name einer Volksgruppe, die erst kürzlich
im Dschungel Papua-Neuguineas entdeckt
wurde.
Was haben die Iski nun mit uns zu tun? – Im
Gegensatz zu den Iskis haben wir den Vorteil,
dass Luther die Bibel in unsere Sprache übersetzte. Die Iskis dagegen haben kein Wort der
Bibel in ihrer Sprache!
Wenn wir unsere Bibel lesen, finden wir in
Mk. 16,15 folgenden Auftrag: „Geht hinaus
in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“ Oft werden wir als
Mission gefragt, wie viel von diesem Auftrag
denn heute noch zu erledigen ist? Gibt es
noch Menschen, die von Gott und der Bibel
nichts gehört haben? Sind in unserem globalen Dorf nicht schon alle Menschen erreicht?
Die Antwort ist ein klares „Nein“! In unserem
Land leben viele Immigranten, die von Jesus
EfA-Nachrichten 3/2012
noch nie etwas gehört haben. Aber auch außerhalb unserer Breitengrade gibt es diejenigen, die nicht nur „nicht gehört“ haben, sondern solche, die schlichtweg keinen Zugang
zur biblischen Botschaft in Wort oder Schrift
besitzen.
Die Verbreitung des Evangeliums ist mit Kommunikation durch Sprache verbunden. Laut
den Wycliff-Bibelübersetzern werden auf
unserer Erde 6937 verschiedene Sprachen
gesprochen1. Auf ihrer Webseite schreiben
sie: „Unsere Vision ist es, dass jeder Mensch
Zugang zur Bibel hat. Und zwar in der Sprache, die er am besten versteht. Die Bibel ist
das meistübersetzte Buch der Welt. Mehr
als 2.600 Völker haben die Bibel oder Teile
davon in ihrer Muttersprache. Doch in 4.000
Sprachen gibt es bis heute kein einziges Wort
der Bibel. Nicht jedes Volk braucht eine eigene Übersetzung. Manchmal verstehen Leute
auch die Nachbarsprache oder die Nationalsprache gut. Wir schätzen, dass noch Übersetzungen in ca. 2.000 Sprachen nötig sind.
2.000 Völker, die das Evangelium noch nicht
schwarz auf weiß haben.“2
Mit Jesu Auftrag im Markusevangelium sind
ganz sicher auch diese Menschen gemeint.
Als ein Jünger Jesu muss ich mich deshalb fragen: Wie viel von meinem Leben, meiner Zeit,
meiner Kraft und meinem Geld investiere ich
in diesen Auftrag? Die Beantwortung dieser
Fragen hat Konsequenzen für mein Leben,
und sie hat ewige Konsequenzen für die
Menschen, die bisher nicht das Vorrecht hatten, das Evangelium zu hören!
Ob im tiefen Dschungel von Borneo, im
Amazonasgebiet, im Bergland von PapuaNeuguinea oder in den Weiten West- oder
29
Missionsbericht
Kurznachrichten
Ostafrikas – überall leben diese Menschen.
Dabei darf man „unerreicht“ aber nicht mit
„unentdeckt“ verwechseln. Viele Volksgruppen haben Kontakt zu anderen Völkern,
sprechen neben ihrer eigenen auch noch die
Landessprache. Manche Volksgruppen muss
man dagegen tatsächlich suchen. Mit Hilfe
von moderner Technik können in entlegenen
und schwer zugänglichen Gebieten isoliert
lebende Volksgruppen aufgefunden werden.
Zu Beginn der Suche werden Studien zu Hilfe genommen, wie das Programm „Ethnologue“ von Wycliff, das grundlegende Informationen über Sprachgruppen liefert, oder
auch das Joshua-Projekt (www.joshuaproject.
net) mit einer Auflistung unerreichter Volksgruppen. Beim Recherchieren werden auch
Mitarbeiter anderer Organisationen, benachbarte Volkgruppen oder auch Firmen, die in
diesen entlegenen Gebieten arbeiten oder
nach Rohstoffen suchen, befragt. Manchmal
helfen auch Internet, völkerkundliche Bücher
oder lokale Zeitungen weiter. Hat man genügend Anhaltspunkte gesammelt, werden
die entsprechenden Gebiete überflogen und
Fotos gemacht. Auf so manchen Fotos von
Gegenden, in denen „eigentlich niemand“
lebt, erkennt man Häuser und beim Vergrößern der Bilder auch Menschen, Feuer und
Rauch. Mit Hilfe der GPS-Daten können nun
die exakten Standorte auf einer Landkarte
bestimmt werden. Jetzt kann sich jemand,
ausgerüstet mit einem GPS-Gerät, zu Fuß
aufmachen und diese Menschen besuchen,
Kontakt aufbauen und mit etwas Erfolg auch
herausfinden, welche Sprache dort gesprochen wird. Auf diese Weise sind letztes Jahr
zehn Volksgruppen, wie die erwähnten Iski in
Papua-Neuguinea, gefunden worden.3
erlernen, um die Bibel zu übersetzen und das
Evangelium zu verkünden? Wer sagt heute
noch wie Jesaja: „Hier bin ich, sende mich!“
(Jes. 6,8)?
NTM arbeitet unter unerreichten Volksgruppen: In diesen Volksgruppen gibt es keine
christlichen Gemeinden, und es ist auch keine Gemeindegründungsarbeit in diesen Gegenden in Sicht. Genau diese unerreichten
Gruppen hat NTM im Blick.
Wir arbeiten in der Kultur und Sprache des jeweiligen Volkes, denn aufgrund der eigenen
Sprache und Kultur ist es diesen Menschen
oftmals nicht möglich, die gute Nachricht
von Jesus Christus zu hören, da es noch keine entsprechende Bibelübersetzung gibt. Um
biblisch fundierte Gemeinden gründen zu
können, sind wir davon überzeugt, dass die
Bibel in der Muttersprache kommuniziert und
verstanden werden sollte. Unsere Mitarbeiter
erlernen deshalb die Sprache sowie die Kultur
der jeweiligen Volksgruppe.
Nun stellt sich die Frage: Wo sind Gemeinden, die verantwortungsvoll Missionare zu
diesen Volksgruppen aussenden?
Wer wird sich aufmachen und als Missionar
zu den Iski gehen? Wer wird diese Sprache
Quellen:
1
www.wycliffe.net/resources/scriptureaccessstatistics/tabid/99/language/en-US/Default.aspx
2
www.wycliff.de/vision2025
3
Gehet Hin, April–Juni 2012, NTM-D
30
Für weitere Informationen:
NTM Deutschland e.V.
Scheideweg 44 , 42499 Hückeswagen
www.deutschland.ntm.org
EfA-Nachrichten 3/2012
Kurznachrichten
Termine
Freizeitangebote unseres Missionshauses Alpenblick in Hemberg / Schweiz
(Ausführlichere Infos unter www.missionshaus-alpenblick.com)
01.09.–29.09.
29.09.–07.10.
13.10.–19.10.
19.10.–21.10.
28.10.–10.11.
16.11.–18.11.
23.11.–25.11.
30.11.–02.12.
07.12.–09.12.
26.12.–06.01.2013
Bibel- und Kurwochen
Herbstwanderwoche
fe
st
Frauenfreizeit
W un e Eu
o
d
Jugendwochenende: Gemeinsam stark?
ch g roen ün Pre
Bibelstudienwochen:
pa sti is
us ge e Exodus, Kleine Propheten, Pers. Evangelisation,
ch ale
Hebräerbrief, Esoterik, Katholizismus
n
Wochenende für unsere Freunde!
Jugendwochenende: Pardon, ich bin Christ – ganz bewusst!
Adventwochenende für jedermann
Adventwochenende für jedermann
Jahresschluss-Freizeit
Infos: Missionshaus Alpenblick, Scherbstr. 12, 9633 Hemberg / Schweiz
info@missionshaus-alpenblick.com
Eheseminar 5.–7. Oktober 2012
in 77978 Schuttertal-Dörlinbach
für Verliebte, Verlobte, Jungverheiratete
Anmeldungen:
Hartmut und Gertrud Romberg
Alter Weg 37
63110 Rodgau
hartmut.romberg@gmx.de
EfA-Nachrichten 3/2012
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Kurznachrichten
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EfA-Nachrichten 3/2012
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Seele and Geist
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