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15.5.2011 Gewissheit im Glauben – Wie komme ich dazu? In seiner

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15.5.2011
Gewissheit im Glauben – Wie komme ich dazu?
In seiner Abschiedsrede hat Jesus einmal zu seinen Jüngern gesagt (Joh 15,16): Ich habe euch
erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand
hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was
immer es auch sei. Das ist ein sehr schönes Bild für das Leben als Christ. Christsein ist nichts
statisches, kein in sich ruhendes Sein. Christsein ist eine Dynamik. Da wächst etwas, da entsteht
etwas es ist ein Reifeprozess und daraus entsteht Frucht. Christsein ist auch nicht einfach eine
Zugehörigkeit, so wie man z.B. Deutscher oder Amerikaner ist. Man erwirbt eine Staatsbürgerschaft entweder durch Geburt oder in dem man sie beantragt und eingebürgert wird. Und dann
bleibt man Deutscher sein Leben lang ohne groß darüber nachzudenken, man ist es einfach. Das
ist Christsein nicht. Christsein ist Beziehung. Jesus sagt: Wenn ihr dann den Vater in meinem
Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei. Es ist eine Beziehung
von Vater zu Kind. Damit wird schon deutlich, Christsein ist mehr als eine Zugehörigkeit zu einem
Volk, zu einer Kirche oder zum Reich Gottes. Christein ist Kind sein. Es ist ein Leben in Abhängigkeit vom Vater. „Wenn ihr den Vater in meinem Namen bittet, wird er es euch geben, was immer
es auch sei.“
Das klingt faszinierend. Aber warum erlebe ich das nicht immer so? Vielleicht kam ihnen dieser
Gedanke beim Lesen auch. Ich glaube, das hängt mit dem Fruchtbringen zusammen. Es ist schon
bezeichnend, dass Jesus diese beiden Aussagen in Zusammenhang bringt: Ich habe euch erwählt
und bestimmt, dass ihr Frucht bringt, eine Frucht die bleibt. Wenn ihr dann, also sozusagen als
Folge der Frucht Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch
geben, was immer es auch sei. Das bedeutet dann, Frucht bringen, oder im Glauben reifen, das
verändert unsere Beziehung zum Vater. Wir werden anders bitten, wir werden tiefere Gebetserfahrungen machen.
Christsein ist also ein Reifeprozess, so wie wir auch im natürlichen Leben mit den Jahren reifen.
Der Apostel Paulus benutzte diese Bilder vom Wachsen und Reifen, als er den Christen in Korinth
wenig schmeichelhaftes über ihren Glauben schrieb: (1.Kor 3,1) Allerdings konnte ich mit euch,
liebe Geschwister, nicht wie mit geistlich reifen Menschen reden. Ihr habt euch von den
Vorstellungen und Wünschen eurer eigenen Natur bestimmen lassen, sodass ihr euch, was
euren Glauben an Christus betrifft, wie unmündige Kinder verhalten habt. Milch habe ich
euch gegeben, keine feste Nahrung, weil ihr die noch nicht vertragen konntet. Wenn jemand
Christ wird, dann nennt das die Bibel auch „Neugeburt“. Mit der Geburt – oder eigentlich schon
vorher – beginnt das Kind zu wachsen. Ein Kind wächst aber nicht nur körperlich, es wächst in seiner Persönlichkeit. Es wird mündig und schließlich erwachsen. Das gleicht gilt für den Glauben.
Paulus schreibt an die Christen ein Ephesus: 4,14 wir sollen keine unmündigen Kinder mehr sein,
sondern erwachsen werden im Glauben.
Denn Christsein ist auch ein Kampf. Wir müssen lernen, wie wir die Kämpfe bestehen können.
Kämpfe, in denen wir nicht automatisch die Sieger sind: Sieger über Krankheit, Sieger über Leiden, Sieger über Niederlagen, Sieger über Herausforderungen. Reif werden bedeutet daher auch,
dass wir mit solchen Niederlagen umgehen können. Es bedeutet aber nicht, dass wir über diesen
Dingen wie Krankheit und Rückschlägen stehen, sondern damit umgehen können, dass wir Krisen
bewältigen können. Die Bibel beschreibt das auch als Tragen von Lasten oder als Aushalten. Reifen bedeutet damit auch, dass er Glaube tragfähig und belastbar wird, denn die Krisen gehen ja
nicht automatisch weg, wenn man Christ wird. Im Gegenteil, manches kommt sogar noch dazu.
Ich möchte mit einer Themenreihe heute an den nächsten Sonntagen darüber reden, wie wir im
Glauben wachsen können, wie wir geistlich wachsen und reif werden. Dazu gehören die Basics
des Christseins. Sie sind wesentlich für unser geistliches Wachstum. Wie uns diese geistlichen
Übungen helfen, geistlich fit zu werden, darum soll es in den nächsten Themen gehen:
Es geht um:
1
Gottes Wort - Wie kann es mein Leben gestalten?
Gebet - Reden wie mit einem Freund
Zeit mit Gott - eine lebendige Beziehung mit Gott pflegen
Gemeinschaft - Leben in einem tragfähigen Netz
Gaben - eingebunden in einem Organismus
Heute geht es um eine wesentliche, ja unerlässliche Grundlage, ohne die diese anderen Übungen
nicht lebbar sind. Es geht um die Gewissheit im Glauben. Wie bekomme ich die feste Gewissheit,
dass ich gerettet bin?
Meine Oma war eine tief gläubige Frau. Während meiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit war
sie für mich das leibhaftige schlechte Gewissen. Ich glaube, sie hat in dieser Zeit viel für mich gebetet. Das war auch nötig. Als es für sie ans Sterben ging, bekam sie auf einmal schwere Zweifel.
Sie sagte zu mir: „Ob ich wohl angenommen werde bei Gott?“ Ob es wohl reicht. Am Ende ihres
Lebens zog sie Bilanz und sie kam zu dem Schluss, es wird nicht reichen. Da half ihr auch nicht,
wenn ich sagte: „Oma, wenn jemand in den Himmel kommt, dann du. Sie winkte ab. Meine Oma
ist dann doch im Glauben und in der Gewissheit gestorben. Aber sie erlebte tiefe Zweifel. Bei meiner Mutter erlebte ich das ähnlich. Auch sie bekam mit einem mal Zweifel. Ich konnte ihr dann aus
ihrer Bibel die Fakten des Glaubens vorlesen. Das hat sie gestärkt und wieder fest gemacht.
Es gibt Zweifel im Glauben. Dafür brauchen wir uns nicht zu schämen. Zweifel sind aber etwas anderes, als wenn der Glaube grundsätzlich in Frage gestellt wird. Wir dürfen, ja wir sollen in unserem Glauben eine feste Gewissheit haben. Die Bibel ist hier sein eindeutig und das ist auch gut so.
Es soll nicht sein, dass wir ständig unseren Glauben in Frage stellen. Nein, Johannes schreibt z.B.
an seine Gemeinden (5,13): Ich habe euch diese Dinge geschrieben, um euch in der Gewissheit zu bestärken, dass ihr das ewige Leben habt; ihr glaubt ja an Jesus als den Sohn Gottes. Wir sollen uns in unserem Glauben gewiss sein. Es ist keine Anmaßung, wie man manchmal
hört, wenn wir sagen: ich bin 100%ig sicher, dass ich in den Himmel komme. Das ist keine Anmaßung. Gottes Wort will, dass wir uns darin 100%ig sicher sein. Dass wir gelegentlich mal Zweifel
bekommen, das gibt es. Aber es kann nicht sein, dass unser Glaube ständig in Frage gestellt ist.
Wir sollen sicher sein, dass wir das ewige Leben haben. Wenn ich heute sterben würde, dann
wüsste ich, dass ich ewig bei Gott sein werde. Das ist keine Anmaßung und auch keine Hoffnung,
sondern eine feste Gewissheit.
Wie kommt man zu solch einer Gewissheit? Diese Gewissheit bekommen wir durch etwas, das eigentlich alles andere als sicher und gewiss ist: Durch unseren völligen Bankrott. Das ist der wesentliche Unterschied des Christentums zu allen anderen Religionen. In allen Religionen versuchen Menschen, etwas aufzubauen. Sie wollen durch ihre Leistungen zu Gott. Und je mehr sie geleistet haben, desto sicherer können sie sich fühlen. Beim christlichen Glauben ist das völlig umgekehrt. Der Weg zu Gott geht über unseren völligen Bankrott. Jesus hat das einmal mit einem
sehr drastischen Gleichnis verdeutlicht. Lk 18,9-14
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer und der
andere ein Zolleinnehmer. Der Pharisäer stellte sich selbstbewusst hin und betete: „Ich
danke dir, Gott, dass ich nicht so bin wie die übrigen Menschen – ich bin kein Räuber, kein
Betrüger und kein Ehebrecher, und ich bin auch nicht wie jener Zolleinnehmer dort. Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe den Zehnten von allen meinen Einkünften.“
Der Zolleinnehmer dagegen blieb in weitem Abstand stehen und wagte nicht einmal, aufzublicken. Er schlug sich an die Brust und sagte: „Gott, vergib mir sündigem Menschen meine Schuld!“
Und dann sagte Jesus zu den Leuten diesen unglaublichen Satz: Ich sage euch: Der Zolleinnehmer war ´in Gottes Augen` gerechtfertigt, als er nach Hause ging, der Pharisäer jedoch
nicht. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; aber wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«
Dieses Fazit widerspricht allen gängigen Vorstellungen von Religion. Hier wird der von Gott angenommen, der seinen eigenen Bankrott erklärt, der seine Schuld eingesteht und der an die Gnade
Gottes appelliert. Nicht der, der etwas vorweißen kann, geht in den Himmel, sondern wer mit lee-
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ren Händen um Gnade bittet. Mit dieser bitteren Einsicht, „Gott, vergib mir sündigem Menschen
meine Schuld!“, beginnt der Glaube und damit das ewige Leben. Nur wer den eigenen Bankrott
vor Gott erklärt, dem kann Gott die leeren Hände füllen. Aber das ist so schwer. Wir melden lieber
den Vergleich an: „Gott, ein bisschen kann ich einbringen und du vergibst mir dafür meine Schuld.“
Oder wir halten es wie der Pharisäer. Selbstbewusst machen wir eine positive Bilanz auf. Der
Pharisäer ist sich seines Glaubens sicher. Aber was macht ihn so sicher? Er verweißt auf seine
gute Moral, sein anständiges Leben: ich bin kein Räuber, kein Betrüger und kein Ehebrecher,
Er vergleicht sich mit schlechteren Menschen: und ich bin auch nicht wie jener Zolleinnehmer
dort. Und er verweißt auf seine frommen Leistungen: Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe den Zehnten von allen meinen Einkünften.
Und was sagt Jesus, als Gottes Sohn dazu? Der Zolleinnehmer war in Gottes Augen gerechtfertigt, als er nach Hause ging, der Pharisäer jedoch nicht. Das ist die befreiende Botschaft
des Evangeliums. Aber es ist auch eine Zumutung. Ich stehe mit leeren Händen vor Gott. Ich bekenne mich schuldig. Mehr noch: ich akzeptiere, dass Jesus für meine Schuld am Kreuz sterben
musste. Gott musste seinen Sohn opfern, damit meint Schuld gesühnt werden kann. Das ist für
viele Zeitgenossen eine enorme Zumutung. Selbst in der Theologie wird seit einiger Zeit diese Tatsache geleugnet. Weil es in der Tat eine Zumutung ist. Martin Luther hat einmal gesagt: „Glauben
heißt, Gott recht geben, Gott in dieser Maßnahme recht geben. Glauben heißt, anerkennen, dass
das nötig war, um mich herauszuretten.“
Das ist die einzige Bedingung um in den Himmel zu kommen. So gesehen, müssen wir doch etwas
dafür tun. Nämlich die leeren Hände ausstrecken und bitten:„Vergib mir meine Schuld.“ Dann füllt
Gott unsere leeren Hände und schenkt uns das Leben. Das ist das zweite, was wir doch dafür tun
müssen: Das Geschenk Gottes annehmen, indem wir Jesus in unser Leben aufnehmen. So wie
es Johannes am Anfang seines Evangeliums geschrieben hat: All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. Im Satz
vorher stellt er aber ernüchtert fest, dass ihn viele nicht aufgenommen haben. Es geht also darum,
ein Geschenk anzunehmen oder abzulehnen. Wer Jesus angenommen hat, hat damit den Rechtsanspruch erworben, dass er für immer Gottes Kind ist. Dahinter steckt das Bild der Adoption, ein
rechtlicher Akt. Gott wird nicht ent-adpotieren.
Daher kommt die Gewissheit im Glauben. Was aber hilft mir in Krisenzeiten und
auch sonst ganz allgemein, damit diese Gewissheit erhalten bleibt? Ein Fotostativ
mit drei Beinen ist eine sehr stabile Angelegenheit. Das Dreibein hat sich als sehr
flexible und tragfähige Stütze bewährt. So wie drei Stützen viel tragen können und
Stabilität geben, so gibt es für den Glaube drei Faktoren, die stabil machen. Das
Wort Gottes, das Werk Jesu und das Wirken des Heiligen Geistes
Das Wort Gottes: Ich komme noch mal auf meine Oma: Mit meinen eigenen Worte konnte ich meiner Oma in ihren Zweifeln nicht helfen. Das waren menschliche Worte. Aber als ich ihr Worte aus
der Bibel vorgelesen hatte, da wurde sie getröstet. Unsere Gefühle schwanken oft sehr stark. Einmal sind wir himmelhoch jauchzend, dann wieder zu Tode betrübt. Auf unsere Gefühle können wir
uns nicht verlassen. Und auch unser Denken, unser Verstand erweist sich nicht immer krisenfest.
Es gibt immer auch Gegenargumente. Daher brauchen wir Worte, die wir uns nicht selbst einreden
und die uns auch nicht andere einreden. Wir brauchen Worte von Gott. Worte aus Gottes Welt.
Jesus hat gesagt: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Mt 25,30 Diese Worte sind sozusagen aus einer anderen Materie, sie haben eine andere
Qualität. Diese Worte, die Zusagen und die Verheißungen der Bibel stärken unsere Gewissheit.
Dazu sind diese Worte ja auch aufgeschrieben worden. Johannes schrieb am Schluss seines Berichtes über Jesus: Was hier berichtet ist, wurde aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben an ihn in seinem
Namen das Leben habt. Und so finden sich im Johannesevangelium viele starke Worte,
die uns fest machen können. Meiner Oma habe ich damals die geniale Zusage aus Kapitel 5,24
vorgelesen: Ich versichere euch, sagt Jesus dort: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt,
der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu;
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er ist vom Tod ins Leben hinübergegangen. Und für die Grammatikfans sei hier gesagt: Das
steht im Perfekt! Vollendete Vergangenheit. Das steht fest! An Worte wie diese kann man fest halten. Das trägt im Leben und im Sterben. Gut ist, wenn man sich eine eiserne Ration von solchen
Worten anlegt und sie auswendig lernt.
Das zweite Standbein ist auch etwas, das außerhalb von uns liegt: Das Werk Jesu. Mit unseren
eigenen guten Taten kommen wir bei Gott nicht weit, das haben wir schon aus dem Mund von Jesus gehört. Wir stützen uns auf das, was Jesus für uns getan hat. Das ist das Schöne am Glauben: Meine Eintrittskarte in den Himmel hängt nicht davon ab, wie ich mich verhalte. Sie hängt davon ab, was Jesus für mich getan hat. Weil unsere Schuld am Kreuz gesühnt ist, kann Gott uns
nun das ewige Leben schenken. Wir brauchen es uns nicht zu verdienen. Im Römerbrief, Kap 6,23
heißt es: Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod; Die Folge der Sünde ist der Tod. Aber
das Geschenk, das Gott uns in seiner Gnade macht, ist das ewige Leben in Jesus Christus,
unserem Herrn. Wer dieses Geschenk angenommen hat, für den gilt, was Paulus weiter im Brief
an die Römer schreibt: 8,1 Also gibt es jetzt für die, die zu Christus Jesus gehören, keine
Verurteilung mehr. Das ist das zweite Standbein, auf das wir uns stützen. Das Werk Jesu, das
was Jesus für uns getan hat.
Das dritte Standbein ist der Heilige Geist. Er bewirkt, dass wir im Glauben fest werden. Mit dem
neuen Leben, das Gott uns schenkt, kommt der Heilige Geist in unser Leben. Dieser Geist in uns
bewirkt nun, das wir im Glauben gewiss werden. Der Geist Gottes selbst bestätigt uns tief im
Herzen, dass wir Gottes Kinder sind. Schreibt Paulus an die Römer 8,16 Er schreibt, alle, die
vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes. Wir sind nicht mehr wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn Papa, Vater, nennen. Denn der Geist
Gottes selbst bestätigt uns tief im Herzen, dass wir Gottes Kinder sind.
Diese tiefe Gewissheit erlebt jeder unterschiedlich, als inneren Frieden, als tiefe Freude, als kindliches Grundvertrauen. Diese innere Gewissheit zeigt sich aber auch. Wenn wir zu Gott Vater, oder
Papa sagen können, dann haben wir diese tiefe innere Gewissheit. Ein Kind kann nur zu seinem
Papa, „Papa“ sagen. Zu einem lieben Menschen wird es nie „Papa“ sagen, da kann er noch so lieb
sein. Wer zum „lieben Gott“ nicht Papa sagen kann, der ist auch noch nicht sein Kind. Wenn sie
also noch nicht aus tiefsten Herzen heraus zu Gott Vater sagen können, dann sollten sie ihre Beziehung zu Gott noch klären. Sie können mich gerne nach der Predigt ansprechen. Oder sprechen
sie mit einem Christen, zu dem sie Vertrauen haben. Lassen sie nicht locker, bis sie zu Gott Vater
sagen können. Dann bekommen sie Gewissheit im Glauben.
Manchmal braucht man auch das Wort eines Christen. Ich kann die Worte in der Bibel lesen und
für mich nehmen. Manchmal hilft es aber auch, wenn mir jemand die Worte direkt zu sagt, so dass
ich sie hören. So wie bei meiner Oma auf dem Sterbebett. Dietrich Bonhoeffer musste während
seiner Haft schwere Krisen durchleben. Er hat einmal die Aussage geprägt: Der Christus im Bruder
ist stärker, als der Christus in mir. Er meinte damit: Jesus ist in mir. Aber manchmal ist er so leise,
dass ich ihn nicht höre, manchmal ist er so schwach, dass ich ihn nicht spüre. Dann brauche ich
den Christus im Glaubensbruder oder in der Glaubensschwester. Weil der Bruder oder die
Schwester gerade nicht in einer Krise steckt, ist der Christus in ihm, in ihr stärker. Dann muss
Christus aus dem Bruder zu mir sprechen, durch den Mund des Bruders oder der Schwester. Gut,
wer solche Geschwister im Glauben hat, wer es sich zusagen lassen kann, wie Johannes damals
an seine Geschwister schrieb (1.Joh 3,1) Seht doch, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns
schenkt! Denn wir dürfen uns nicht nur seine Kinder nennen, sondern wir sind es wirklich!
Gewissheit im Glauben, wie bekomme ich sie? Durch unseren völligen Bankrott, indem wir das
Geschenk Gottes annehmen. Unsere Gewissheit ruht auf drei Beinen: Dem Wort Gottes, dem
Werk Jesu und dem Wirken des Heiligen Geistes. Ich wünsche euch und ihnen allen, diese feste
Gewissheit. Lasst nicht locker, ehe ihr sie habt. Amen.
Reinhard Reitenspieß
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Seele and Geist
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