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Michael Thiele
Gesundheit und Kommunikation
Die hier vorgestellte Forschungsarbeit handelt
von der Interaktion zwischen Arzt und Patient.
Gerade die technologische Seite der Medizin,
die Ingenieure und Ingenieurinnen besonders
interessieren dürfte, zeigt ein Dilemma: Die
Medizin weist in Sachen Kommunikation ein
entschiedenes Defizit auf, weil sie sich nur mit
zwei Seiten des menschlichen Individuums
befasst hat, und zwar mit dem Formwechsel
(Organveränderungen und physiologischer
Wandel) und dem Stoffwechsel (Metabolismus). Der dritte Funktionskreis des humanen Systems jedoch, der „Informations- und
Gefühlswechsel“, spielte bei der Diagnose und
Behandlung von Krankheiten so gut wie keine
Rolle. Dieses Defizit lässt sich nur mithilfe der
sogenannten Kommunikationsmedizin beseitigen, der „sprechenden Medizin“ – ein Begriff,
der in sich schon widersprüchlich ist, weil nur
der sprechende Arzt tatsächlich ein Arzt ist.
Das Ich als denkendes Individuum, so unterstellte die neuzeitliche Philosophie nach Descartes,
sei vom Körper als Gliederkorpus existenziell
geschieden; Person und Krankheitsbild ließen
sich demnach trennen. Ist diese Trennung vollzogen, kann die Reparaturgesinnung gemäß
Julian Offray de la Mettrie (1709–1751) greifen, der in seinem Werk „L’Homme machine“
von 1748 eine Vorstellung vom Menschen als
Maschine entwickelte, die bis heute die Schulmedizin dominiert: Kranke Organe lassen sich,
so unterstellt sie, wie Maschinenteile reparieren
oder auswechseln. Aber immer häufiger wird
Kritik am Reparaturbetrieb und „TÜV-Gehabe“
der rein technisch-rational ausgerichteten Medizin laut. Die Idee, Krankheit sei nur ein reparierbarer Defekt, ist nicht länger haltbar. Diese Kritik
kann sich interessanterweise mit der modernen Physik verbünden, die das mechanistische
Weltbild schon lange hinter sich gelassen hat.
Verständigungsprobleme resultieren zu großen
Teilen aus der Nichtkompatibilität von Laienund Expertensprache. Nicht kompatibel sind
auch die Klassifikationsraster bei der Erstellung
der Diagnose: Die Mediziner rastern in erster
Linie nach der Topografie (wo ist das Symptom
lokalisiert?) sowie nach der Ätiologie (wie ist es
verursacht?). Die Patienten dagegen verfolgen
eher einen topografischen und prognostischen
Ansatz (wie kann man den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen?). Das topografische
Raster lässt sich zwar als Schnittmenge von
beiden ausmachen, aber die Kranken erfassen
ihre Syndrome eher emotional, die Mediziner
rational. Der Arzt kann diesem Dilemma nur
entgehen, indem er auf sein eigenes Körpererleben zurückgreift, denn auch er selbst hat
ja Erfahrungen von Krankheit gemacht. Die
antike Vorstellung vom „verwundeten Arzt“ ist
ein Modell, das hier helfen kann.
Man sollte allerdings nicht dazu übergehen, das
naturwissenschaftliche Maschinenmodell beseitigen zu wollen, hat es doch insbesondere in der
Chirurgie und im klinischen Bereich als Ganzem zum immensen medizinischen Fortschritt
beigetragen und die wirtschaftliche und juristische Klassifikation von Therapiemaßnahmen
und ärztlichen Leistungen allgemein wesentlich
erleichtert. Das maschinelle Design muss sich
nur wieder mit einem ganzheitlich ansetzenden
kommunikativen Medizinmodell verbinden.
Literatur
Keller, G.; Thiele, M., Kommunikationspraxis für
Apotheker, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart,
2001.
Thiele, M., Gesundheit kommunizieren, in: M. T.,
Körpersprechen. Atem, Stimme, Gesundheit, Verlag
für Medizin und Gesundheit, Biebelsheim, 2007 (in
Vorb.).
91
Schlaglichter
Modern medicine’s technical orientation has led to a communication deficit. The language of the layman
and that of the expert are not compatible. In addition, a doctor classifies an illness according to two factors:
the place (where is the symptom found?) and the cause (what is the reason for the illness?). On the other
hand, the patient classifies their illness according to location and the prognosis – how can the course of
the sickness be influenced? Though both systems of classification use location they remain fundamentally
different, because the patient tends to view their symptoms emotionally, the physician rationally. The
therapist can only really relate to the patient’s situation when he thinks of his own experience of being ill,
and through this personal understanding of suffering is able to heal others. This is the archaic idea of the
‘wounded healer’. It follows from this that the concept of technical medicine needs to be united with the
holistic concept of ‘talking medicine’.
Prof. Dr. Michael Thiele
lehrt an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte sind Rhetorik, Homiletik,
Kommunikation und Literaturwissenschaft.
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