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Gesundheitliche Auswirkungen durch - arbeitstiere

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Fachhochschule Wiesbaden
University of Applied Sciences
Fachbereich 08 – MND Umwelttechnik
Gesundheitliche Auswirkungen durch
Strahlenexposition
niederfrequenter und hochfrequenter
elektromagnetischer Felder
und wie kann man sich davor schützen?
Erstellt von Dagmar Thauer und Hendrik Thiele
im Rahmen des Projekts
„Belastung durch künstliche elektromagnetische Felder in Rüsselsheim“
Stand: Dezember 2003
Inhaltsverzeichnis
Niederfrequente Felder und ihre Wirkungen ...................................................... 2
Melatonin............................................................................................................................... 3
Personen mit Herzschrittmacher....................................................................................... 5
Haushaltsgeräte mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen ....................... 5
Babyphon.............................................................................................................................. 5
Bügeleisen ............................................................................................................................ 5
Computer .............................................................................................................................. 6
Dimmer.................................................................................................................................. 6
Elektrische Fußbodenheizung ........................................................................................... 6
Elektroherde ......................................................................................................................... 7
Federkernmatratze .............................................................................................................. 7
Fernseher.............................................................................................................................. 7
Halogenlampen.................................................................................................................... 7
Heizdecken /-kissen ............................................................................................................ 8
Induktionskochherde ........................................................................................................... 8
Leuchtstofflampen ............................................................................................................... 8
Modelleisenbahn-Trafo ....................................................................................................... 8
Nachtspeicherheizungen.................................................................................................... 9
Radiowecker......................................................................................................................... 9
Solarkollektoren ................................................................................................................... 9
Solarstromanlagen .............................................................................................................. 9
Steckdosen ........................................................................................................................... 9
Wasserbetten ..................................................................................................................... 10
Anhang ................................................................................................................................. 11
Tabelle: Feldbelastung durch Elektrogeräte bei 50 Hz (Maximalwert) .................... 11
Hochfrequente elektromagnetische Felder ........................................................ 12
Einführung........................................................................................................................... 12
Gesundheitliche Auswirkungen............................................................................... 12
Thermische Effekte ........................................................................................................... 12
Nichtthermische Wirkungen ............................................................................................. 13
Veränderung der Gehirnströme......................................................................... 14
Veränderung des Hormonhaushalts und der Fruchtbarkeit ............................... 14
Gehirntumoren / Krebs ...................................................................................... 14
Beeinträchtigung der Blut-Hirn-Schranke .......................................................... 14
Weitere mögliche Folgen gepulster Strahlung................................................... 15
Elektrosensibilität .............................................................................................. 15
Mögliche Beeinflussung elektrischen Körperhilfen ............................................ 16
Schutz- und Vorsorgemaßnahmen ......................................................................... 16
Allgemein ............................................................................................................................ 16
Für Personen mit Körperhilfen......................................................................................... 17
Zusammenfassung und Fazit..................................................................................... 18
Literatur- und Internetverzeichnis .......................................................................... 19
Literatur:.............................................................................................................................. 19
Internetseiten mit Informationen zum Thema: .............................................................. 20
Internetseiten mit Mobilfunkkataster: ............................................................................. 20
1
Niederfrequente Felder und ihre Wirkungen
Überall finden sich niederfrequente elektrische und magnetische Felder bei 50 Hertz
(50 Hz = 50 Schwingungen in der Sekunde), in der Wohnung und am Arbeitsplatz.
Dabei können Hauswände bis zu 90% der elektrischen Felder mindern.
Nicht nur Hochspannungsleitungen und Transformatoren sonder auch alle
Stromleitungen die zum Haus und im Haus zu den elektrischen Geräten führen sind
Quellen dieser Felder (vgl. Broschüre Mobilfunk und Elektrosmog).
Geräte, die dauerhaft Strom verbrauchen, wie z.B. Kühlschränke,
Elektroheizungen, oder Geräte im Stand-by-Betrieb führen zu einer
permanenten Belastung in der Wohnung.
Durch Ladungsträger, die sich auf der Körperoberfläche befinden, werden durch den
Einfluss von Feldkräften verschoben. Dadurch wird zwar die Körperoberfläche
aufgeladen aber das Körperinnere wird praktisch feldfrei gemacht. So lässt sich auch
erklären, warum leitende Materialien elektrische Felder abschirmen.
Wirken also elektrische Felder auf den Körper, so verteilen sich im Körper die
Ladungen um. Dies geschieht, solange bis eine einheitliche Aufladung der
Körperoberfläche stattfindet und im Körperinneren praktisch kein elektrisches Feld
mehr vorhanden ist. (vgl. Elektrosmog 1995)
Dagegen treten bei Wechselfeldern wiederholte Ladungsumverteilungen periodisch
mit dem der Frequenz statt.
Magnetfelder durchdringen allerdings alle Hauswände, fast alle Metalle und den
menschlichen sowie tierischen Körper.
Nur besonders empfindliche Menschen leiden unter „Elektrosensibilität“. Dieses
äußert sich anfänglichst in Hautkribbeln und Vibrationen von Körperhaaren
(Aufladung der Körperoberfläche). Bei längeren Einwirkungen folgen
Herzkreislaufprobleme, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Nervosität und
Depressionen. Bereits ab einem Kilovolt pro Meter (KV/m) können die Betroffenen
elektrische Felder wahrnehmen.
Magnetfelder üben auf den pulsierenden Blutstrom und den natürlichen
Herzkontraktionen gewisse Kräfte aus, die dazu führen, das „innere Körperströme“
auftreten. Zeitlich verändernde Magnetfelder verursachen im menschlichen Körper
sogar Wirbelstürme und diese können Nerven sowie Muskelzellen erregen und dazu
führen, das man Flimmererscheinungen wahrnimmt.
Zu den eher gefährdeten Personen zählen die, die einen Herzschrittmacher haben.
Die Implantate können durch magnetische und elektrische Felder bei 50 Hz bzw. 20
Mikrotesla (µT) sowie durch Mobilfunkfelder gestört werden. Grundsätzlich sind
allerdings nur sehr stark ausgedehnte elektromagnetische Felder imstande, eine
Störung herbeizuführen.
In einem Frequenzbereich von 50 Hz und bei 100 µT kann es zu Störrungen im
Herzschrittmacher kommen. Durch eine veränderte Implantationstechnik kann
allerdings die Störempfindlichkeit entscheiden verringert werden.
2
Bei niederfrequenten Feldern (Haushaltsstrom) haben sich aus epidemiologischen
Studien heraus der Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen magnetischen
Feldern im Wohnbereich und Leukämieerkrankungen bei Kindern ergeben ( vgl.
Broschüre Mobilfunk und Elektrosmog). Dieser Verdacht muss aber erst noch durch weitere
Forschungen bestätigt werden.
Sollte sich der Verdacht bestätigen, so ließe sich 1% der jährlichen Leukämiefälle (in
Deutschland 6 Fälle im Jahr) auf die Einwirkung niederfrequenten magnetischen
Felder zurückführen (vgl. Broschüre Mobilfunk und Elektrosmog).
Alle Elektrogeräte im niederfrequenten Bereich, im Haushalt, liegen bei einem
Abstand von 5 cm schon unterhalb der zulässigen Grenzwerte.
Anhand von Untersuchungen stellte man fest, das beruflich exponierte Personen und
für Patienten durch magnetische Gleichfelder keiner zusätzlichen Gesundheitsgefahr
ausgesetzt sind.
Anhand anderer Studien ergaben sich folgende Hinweise:
•
•
•
•
•
•
•
•
Förderung von Tumorwachstum in Tierversuche
Veränderung des Melatoninspiegels bei Menschen und Tieren
EEG-Veränderungen
Verhaltensänderungen bei Menschen und Tieren
Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
Schwach erhöhte Blutkrebsrisiken bei Kindern und Erwachsenen
Enzymaktivitäten, Ionenverschiebungen sowie Einflüsse auf die
Zellverteilung und DNA-Synthese bei Zellkulturen
Können Veränderungen in allen Körpersystemen auslösen
einschließlich Nerven-, Endokrine-, Herzmuskel-, Blut-, Immun- und
Reproduktiv-System (Elektrischer Strom als Umweltfaktor 1992)
Melatonin
Das Melatonin ist ein Hormon der Zirbeldrüse (diese befindet sich mitten im
menschlichen Gehirn) und reagiert auf Licht, aber auch auf elektrische und
magnetische Wechselfelder.
Es bewirkt eine Hemmung des Tumorwachstums, fördert das Immunsystem, regelt
die Produktion von Geschlechtshormonen (Schutz vor Brust-, Gebärmutter-,
Prostatakrebs) und den Schlafrhythmus. Eine Hemmung der Melatoninproduktion
begünstigt die Entstehung von Depressionen, Stimmungsbeeinträchtigungen,
soziales Verhalten wird beeinflusst, Schlafstörungen, Müdigkeit, Immunschwäche,
erhöhtes Krebsrisiko, Beeinflussung der Schmerzempfindung und unspezifische
Symptome wie Erschöpfungszustände, Bluthochdruck und verminderte Abwehr,
ungünstige Schwangerschaftsverläufe.
Die Vorstufe von Melatonin ist das Hormon Serotonin, das als Überträgerstoff für
Nervenreize (Neurotransmitter) wirkt und eine gefäßverengende Wirkung hat.
Dadurch kann es zu Migräne kommen. Außerdem beeinflusst es die Peristaltik des
Darms.(Pschyrembel 1989)
3
1981 fand der erste Versuch mit Ratten statt. Dabei wurden 60-Hz-Wechselfelder
verwendet. Dabei fand Wissenschaftler heraus, dass die Melatoninsynthese in der
Nacht gehemmt wird, obwohl gerade nachts die höchste Ausschüttung des Hormons
sein sollte. Durch weitere Versuche mit unterschiedlichen Feldstärken wurde
festgestellt, dass der Melatoninspiegel um den Faktor 5 bis 15 durch elektrische
Wechselfelder reduziert wird. Diese Wirkung tritt auch bei Magnetfelder von 5,2 milli
Tesla (mT) auf.
Bei einer Studie 1990-1991 am Menschen mit elektrischen Heizdecken wurden die
oben genannten Rattenversuche bestätigt. Allerdings wurde die Beeinflussung des
Melatoninspiegels nicht nur durch die Wechselstromheizdecken, sondern auch durch
Gleichstromheizdecken ausgelöst.
Bei einer fünf Jahre langen Studie an Ratten wurden zwar keine Missbildungen an
Neugeborenen, Entwicklungsstörungen oder andere mutagene Wirkungen
beobachtet, aber eine Veränderung des Melatoninspiegels trat auf.
(vgl. Katalyse 2002)
Die Verminderung des Melatoninspiegels ist reversibel und normalisiert sich nach
Beendung der Exposition schon nach wenigen Tagen.
(Katalyse, Elektrosmog 2002)
Zellkommunikation /
Direkte neuronale
Biorhythmus
Senkung des
Melatoninspiegels
Immunsystem
Schlafstörungen
Müdigkeit
Leistungsabfall
Veränderung von
Verhalten und Psyche
(Depressionen)
Bild: Gesundheitliche Auswirkungen von Elektrosmog im Niederfrequenzbereich
(Katalyse, 2002)
4
Krebs
Personen mit Herzschrittmacher
Ein Implantat sendet über elektrische Schaltkreise Impulse zum Herzmuskel oder
empfängt von dort diese. Die Störanfälligkeit hängt vom jeweiligen Schrittmachertyp,
von der Programmierung und der Implantatslage ab (Broschüre Mobilfunk und
Elektrosmog). Durch die üblichen niederfrequenten Felder im Haushalt und Büro sind
Herzschrittmacherpatienten nicht gefährdet aber es kann zu unangenehmem
„Herzstolpern“ (Herzrhythmusstörungen) kommen.
Behebung:
Elektrische Bohrmaschinen nicht in der Nähe beim Herzschrittmacher an den
Brustkorb drücken
Im Haushalt ist ein Abstand von 30 cm zu den Haushaltsgeräten ein
ausreichender Schutz (vgl. Broschüre Mobilfunk und Elektrosmog)
Das oben Genannte gilt auch für andere Implantate und elektrische Hilfsmittel wie
z.B. Insulinpumpen, Hörgeräte usw.
Haushaltsgeräte mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen
Im Haushalt gibt es mehr oder weniger wichtige Quellen für niederfrequente
elektromagnetische Felder. Im Wesentlichen zählen elektronische Installationen aber
auch Verlängerungskabel, alle Elektrogeräte inklusive Beleuchtungseinrichtungen
und schnurlose Telefone dazu. Hinzu kommen noch Belastungen aus der
Nachbarwohnung oder aus dem hochfrequenten Bereich.
Babyphon
Ein Babyphon sollte im Interesse des Kindes nur benutzt werden, wenn es nötig ist
und nicht jeden Tag bzw. jede Nacht.
Auswirkung: Es treten niederfrequente elektrische und magnetische Felder auf und
bei Funkgeräten noch zusätzlich hochfrequente Felder.
Schutzmaßnahmen: Ein Abstand von etwa ein bis zwei Metern zwischen Kinderbett
und Babyfon sollte eingehalten werden. Auf keinem Fall sollte das Gerät mit ins
Kinderbett platziert werden. Auch, falls noch erhältlich, sollte man lieber
batteriebetriebene Geräte kaufen, da hier die Feldbelastung gering ist.
Bügeleisen
Auswirkung: Bei der Benutzung von Bügeleisen und Bügelmaschinen kann es zu
Schwindelgefühl und allgemeine nervöse Beschwerden kommen.
Schutzmaßnahmen: Am besten benutzt man nur geerdete Geräte und zieht nach
dem Gebrauch sofort den Stecker.
5
Computer
Gerade der Monitor ist im Büro die wesentliche Quelle elektrischer und magnetischer
Felder. Auch ist nicht jeder Monitor strahlungsarm der dafür ausgegeben wird.
Nachträglich montierte Abschirmnetze haben keinen Einfluss auf die
Magnetfelder.
Auswirkung: Zwischen Bildschirm und der daran arbeitende Person baut sich ein
elektrostatisches Feld auf. Durch dieses Feld werden Staubpartikel beschleunigt und
somit die Augen sozusagen „beschossen“. Dies führt zu Augenreizungen,
Kopfschmerzen etc.
Schutzmaßnahmen: Beim Kauf von einem neuen Bildschirm lieber einen
Flachbildschirm wählen, da dieser wesentlich weniger strahlt.
Auch sollte man beim Kauf auf das TCO Siegel geachtet werden.
TCO Siegel werden für Bildschirme, Systemeinheiten und Tastaturen vergeben und
soll ein Qualitäts- und Umweltkennzeichen sein. Neuere Monitore unterbieten zum
Teil die TCO Empfehlungen. Auch Monitore, die den blauen Engel haben, müssen
mindestens den Anforderungen der TCO 92 erfüllen.
Der Bildschirm sollte nicht nur strahlungsarm, sondern auch flimmerfrei (mindestens
Frequenz von 70 Hz), ausreichend groß und entspiegelt sein.
Bildschirme von Laptops weisen nur sehr kleine elektrische Wechselfelder auf.
Bei älteren Geräten ist ein ausreichender Abstand von ungefähr 50 cm zum
Bildschirm nötig. Der Arbeitsraum sollte keine zu geringe Luftfeuchtigkeit aufweisen,
da diese die Entstehung von elektrostatischer Aufladung begünstigt.
Außerdem sollte man stündlich eine kurze Pause einlegen um die Augen zu
schonen.
Dimmer
Dimmer sind dahingehend problematisch, da sie im unteren und mittleren gedimmten
Bereich hochfrequente elektromagnetische Felder erzeugt.
Schutzmaßnahmen: Am besten darauf verzichten.
Elektrische Fußbodenheizung
Bei den elektrischen Fußbodenheizungen treten ebenso wie bei
Nachtspeicherheizungen sehr hohe elektromagnetische Felder auf. Da diese
gleichmäßig über den Boden verteilt sind, lassen sich keine feldfreie Zonen finden.
Auswirkung: Bei einem Abstand von 30 cm können noch Magnetfelder bis zu 12µT
bei angeschalteter Heizung auftreten.
6
Schutzmaßnahmen: Zumindest sollte man nachts im Schlafzimmer die
Fußbodenheizung abschalten da Abstandhalten wohl kaum möglich ist. Ist dieses
nicht möglich, sollte man den Abstand zum Boden durch Erhöhung des Bettes
verdoppeln.
Elektroherde
Die in den Haushalten allgemein verwendeten Elektroherde werden nur im 50 HzBereich verwendet. Somit werden diese als unbedenklich eingestuft, da die
Grenzwerte bei einem Abstand von 5cm eingehalten werden.
Federkernmatratze
Auswirkung: Die metallische Spiralen erzeugen magnetische Gleichfelder dessen
Auswirkungen nicht mit den magnetischen Wechselfeldern zu vergleichen sind
Schutzmaßnahmen: Sollte man sensibel auf magnetische Felder reagieren, so ist
beim Kauf von Matratzen darauf zu achten, das diese metallfreie sind.
Fernseher
Auswirkung: Es sind vergleichbare, zum Teil sogar stärkere Felder, wie am Monitor
vorhanden. Durch den größeren Abstand allerdings werden die Felder schwächer
und sind nicht mehr so problematisch. Die entstehenden elektrostatischen Felder
bauen sich erst nach 1-2 Tagen ab. Es kann zu Sehbeschwerden und Überreizungen
kommen.
Schutzmaßnahme: Einen Abstand von 2 bis 4m sollte unbedingt eingehalten
werden. Dabei sollte beachtet werden, das die Strahlungen auch in das
Nachbarzimmer dringen. Deshalb den Fernseher so aufstellen, dass in einem Radius
von 4m um den Fernseher herum kein Schlafzimmer - Bett - betroffen ist.
Auch ist ein Sicherheitsabstand von Aquarien und Vogelkäfigen zum Fernseher zu
beachten. Erkenntnissen zufolge, kann es innerhalb kürzester Zeit (wenige Wochen)
durch die elektromagnetische Strahlung zum Tode z.B. von Kanarienvögeln
kommen.
Halogenlampen
Auswirkung: Halogenlampen können kräftige und großflächige Magnetfelder
erzeugen, gerade dann, wenn Zuleitungen unter der Decke verspannt sind.
Da Halogenlampen anstelle 230 nur mit 12 Volt betrieben werden, muss das
Magnetfeld 19 mal hinter dem Trafo größer sein als davor. Die Reichweite der Felder
ist umso größer, je weiter die Zuleitungen voneinander entfernt sind. Betroffen ist
nicht nur der Raum in dem die Halogenlampe angebracht ist, sondern durch die
Decke hindurch auch der Raum darüber.
7
Schutzmaßnahmen: Ein Schutzabstand zur Leselampe bzw. der Schreibtischlampe
sollte mindestens ½ Meter betragen.
Bei der Montage der Zuleitungen sollten diese so nah wie möglich verlegt werden.
Der Abstand bei dieser Art von Halogen-Lampen ist mindestens 2 m.
Heizdecken / -kissen
Problem: Es entstehen 1 - 30 µT wobei direkter Hautkontakt besteht und kein
Abstand eingehalten wird. Dadurch kann es zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen,
Depressionen und Angstzustände kommen.
Schutzmaßnahmen: Beim Kauf einer Heizdecke sollte auf magnetfeldreduzierte
Heizdecken mit einer maximalen Magnetfeldstärke von 0,2 µT geachtet werden.
Man sollte auf keinem Fall damit schlafen, sondern nur zum Vorwärmen des Bettes
benutzen.
Induktionskochherde
Sie liegen wie die oben genannten Herde im niederfrequenten Bereich und sind
dabei nicht ganz so unbedenklich. Manchmal können starke Felder verursacht
werden.
Wenn man allerdings darauf achtet, dass das Kochgeschirr mittig auf die Herdplatte
gestellt wird und der Größe des Kochfeldes entspricht, können die eventuell
entstehenden Felder reduziert werden.
Leuchtstofflampen
Leuchtstofflampen können Felder mit 50 Hz und höher erzeugen.
Dies gilt auch für Energiesparlampen. Diese weisen aber eine niedrigere Feldstärke
auf.
Bei den Glühlampen sind die Felder sehr schwach im Vergleich und deshalb ist kein
Abstand nötig.
Problem: Die direkte Einwirkung kann zu Sehstörungen und
Konzentrationsschwierigkeiten führen.
Schutzmaßnahmen: Im Allgemeinen sollte man einen Abstand von einem Meter
einhalten und wenn möglich, völlig darauf verzichten.
Modelleisenbahn-Trafo
Problem: Es hat sich in 10 cm Entfernung noch 20 µT messen lassen.
Schutzmaßnahmen: Deshalb sollte man nach dem Spielen den Netzstecker ziehen.
8
Nachtspeicherheizungen
Problem: Da gerade nachts ein besonders hoher Speicherstrom fließt, fällt gerade
nachts eine höhere Strahlung in den Innenräumen an und es entstehen somit sehr
hohe Magnetfelder.
Schutzmaßnahmen: Ein ausreichend großer Abstand zwischen Bett und Heizung
sowie den Zuleitungen sollte vorliegen. Dieses sollte man gegebenenfalls
ausmessen lassen. Vielleicht kann diese aber auch über Nacht abgeschaltet werden.
Am besten ganz darauf, auch aus Sicht der Energiespar-Gesichtspunkte, verzichten.
Radiowecker
Problem: Es kann zu eventuell höheren Belastungen als durch
Hochspannungsleistung in der Nähe des Bettes kommen und zu morgendliche
Kopfschmerzen führen.
Schutzmaßnahmen: Ein Schutzabstand von 2 Meter zum Kopfende des Bettes hin
ist ausreichend. Im Allgemeinen sollte man auf Elektrogeräte im Schlaffzimmer
verzichten und dementsprechend batteriebetriebene Wecker verwenden.
Solarkollektoren
erzeugt kein Elektrosmog
Solarstromanlagen
Nur geringe Belastung
Problem: Trafo
Schutzmaßnahmen: Den Trafo mindestens mit 2 Meter Abstand zum Schlafbereich
installieren.
Steckdosen
Man sollte von Steckdosen, aber auch von Mehrfachsteckdosen und
Verlängerungskabeln, einen Mindestabstand von 10 bis 30 cm einhalten.
9
Telefone
Bei den Telefonen, sollte normale Telefone dem schnurlosen Telefon vorziehen, da
bei einem schnurlosen Telefon die Basisstation sich mit dem Mobilteil dauernd
unterhält. Allerdings liegt die Leistung nur bei 0,01 bis 0,25 Watt. Dagegen sind bei
einem schnurgebundenen normalen Telefon die eventuell abgestrahlten Leistungen
unbedeutend.
Problem: DECT-Telefone (Digital Enhanced Cordlese Telecommunications) arbeiten
mit gepulster Strahlung wie beim Mobilfunk bis zu 100 Hz. Die Basisstationen sind
dabei Dauerstrahler, die ständig gepulste Hochfrequenzstrahlung aussenden, auch
wenn nicht telefoniert wird. Dadurch kann eine höhere Strahlenbelastung auftreten
als beim Handy, da man damit auch länger telefoniert. Diese Strahlung kann zu
Sehstörungen bis hin zum „Grauen Star“ führen.
Schutzmaßnahmen: Die Basisstation von schnurlosen Telefone sollte soweit wie
möglichst vom Arbeits-, Schlaf- und Kinderzimmer aufgestellt werden. Außerdem
sollte mit diesen Geräten nur kurze Gespräche geführt werden.
Wieder Schnurtelefon anschaffen; die strahlen nicht, auch wenn ISDN-Anschlüsse
verwendet werden.
Ein Abstand von 2 Meter ist im Allgemeinen ausreichend.
Wasserbetten
Problem: Wasserbeten haben allgemein einen hohen Energieverbrauch und hohe
magnetische Felder die zu Schlafstörungen und das Nervensystem überreizen
können.
Schutzmaßnahmen: Vor dem Kauf sollte man sich beim Hersteller über
magnetische Felder die im Wasserbett erzeugt werden erkundigen. Diese sollten
unter 0,2 µT liegen.
Am Besten das Bett tagsüber aufheizen und nachts den Strom abschalten indem
man den Stecker zieht.
10
Anhang
Zusammenfassung
Tabelle:
Feldbelastung durch Elektrogeräte bei 50 Hz (Maximalwert)
Haushaltsgeräte
Bildschirm
Bohrmaschine
Bügeleisen
Computer
Dosenöffner
Elektr. Zahnbürste
Elektr.
Schreibmaschine
Elektroherd
Elektrorasierer
Farbfernseher
Fußbodenheizung
Geschirrspüler
Glühlampe
Haarföhn
Halogenbeleuchtung
Handmixer
Heizdecke
Heizlüfter
Kaffeemaschine
Kreissäge
Kühlschrank
Leuchtstofflampe
Lötkolben 325 W
Radiowecker
Rasierer
SAT-Receiver
Staubsauger
Toaster
Trockenhaube
Wäschetrockner
Waschmaschine
Magnetfeld (µT)
Magnetfeld (µT)
an der
Gehäuseoberfläche
in einem
Abstand
von 30 cm
Elektr. Feld
(V/m)in einem ExpositionsAbstand
Dauer pro
von 30 cm
Tag
0,25 (50cm)
400 - 800
2 – 3,5
8 – 30
0,12 – 0,3
0,5 – 30
< 0,01
> 100
30
> 100
25 (5cm)
50
2,5
25 (50cm)
1 – 50
> 100
2,5 – 50
20
3,5 – 20
0,8
6 - 2000
> 100
30
> 100
2,5
>100
0,5 – 1,7
40 – 400
> 100
> 100
15 – 1500
90
200 – 800
18
> 100
50
0,8 – 50
0,15 – 0,5
90 (1cm)
0,04 – 2
12
0,6 – 3
< 0,02
0,01-7
12 (50cm)
10
9 (1cm)
35
0,15
25
0,01 – 0,25
0,5 – 2
35
1
0,08 – 9
3
2 - 20
0,7
2
0,15 - 3
(vgl. Katalyse, 2002)
11
Typische
Typischer
Abstand
vom
Kopf
evtl. Stunden
Minuten
evtl. Stunden
klein
klein
klein
Sekunden
Minuten
viele Stunden
klein
klein
klein/mittel
8
100 (1cm)
60
evtl. Stunden
Minuten
Stunden
viele Stunden
mittel
sehr klein
groß
klein/mittel
5
80
Stunden
Minuten
Stunden
Minuten
Stunden
evtl. Stunden
Minuten
Minuten
evtl. Stunden
Stunden
Minuten
viele Stunden
verschieden
sehr klein
verschieden
klein
klein
groß
verschieden
klein
verschieden
verschieden
klein
verschieden
viele Stunden
Minuten
Minuten
Minuten
Stunden
groß
mittel
verschieden
sehr klein
groß
120
100
4500 (1cm)
60
120
> 100
> 100
50
80
Hochfrequente elektromagnetische Felder
Einführung
Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über die Wirkung von
hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf ihre Gesundheit. Dies ist darauf
zurückzuführen, dass der „berühmteste“ Vertreter jedem bekannt und von einem
Großteil der Bevölkerung benutzt wird. Die Rede ist von Mobiltelefonen, den
sogenannten Handys. Jeder Mensch kommt heutzutage in die Nähe eines solchen
Hochfrequenz-Senders, das heißt jeder ist dem Einfluss hochfrequenter Strahlung
ausgesetzt.
Spricht man im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern von hochfrequent,
so ist der Bereich von 100 kHz bis 300 GHz gemeint (vgl. http://www.umweltonline.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf1.htm).
Aufgrund des großen öffentlichen Interesses wurden in bezug auf die
gesundheitlichen Auswirkungen solcher Strahlung einige Studien durchgeführt. Aus
diesen Studien konnten jedoch nicht immer sichere Ergebnisse gewonnen werden.
Dies liegt unter anderem daran, dass die Untersuchungen nicht reproduzierbar sind
und teilweise auch unterschiedliche Ergebnisse lieferten. Deshalb sind viele Studien
nicht wissenschaftlich anerkannt. Jedoch wurden aufgrund der Untersuchungen
Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung festgelegt. Diese sogenannten SAR-Werte
(spezifische Absorptionsrate) liegt bei 0,08 W/kg als Ganzkörperexpositionsrate und
bei 2 W/kg als Teilkörperexpositionsrate (gemittelt über
10 g). Diese Werte beziehen sich auf die thermischen Effekte von hochfrequenter
elektromagnetischer Strahlung (vgl. http://www.umwelt-online.de/regelwerk
/energie/strahlen/rl/sskemf1.htm).
Gesundheitliche Auswirkungen
Thermische Effekte
Bei den thermischen Effekten hochfrequenter elektromagnetischer Felder handelt es
sich um Auswirkungen auf den Körper, die mittlerweile größtenteils wissenschaftlich
bewiesen und international anerkannt sind.
Hierbei wird die Energie der Strahlung im Körper absorbiert und in Wärme
umgewandelt.
Dies geschieht dadurch, dass durch die Strahlung auf elektrisch geladene Teilchen
im Körper wie zum Beispiel Ionen, Zellen mit elektrischer Ladung an ihren
Zellwänden oder Dipolmoleküle (hauptsächlich Wassermoleküle) Kräfte ausgeübt
werden. Diese Kräfte bringen die Moleküle zum Schwingen bzw. sie richten sich
ständig wechselnd im Wechselfeld aus. Durch diese Schwingungen kommt es zu
Reibung, die Wärme erzeugt. Demnach wird die Energie der Strahlung in
Bewegungsenergie der Moleküle und somit in Wärme umgewandelt. Daraus lässt
sich ableiten, dass die Einwirkung von der Frequenz der Strahlung abhängig ist. Je
schneller die Moleküle schwingen, desto größer ist die erzeugte Wärme. Die
Eindringtiefe ist ebenso frequenzabhängig. Sie liegt im Mobilfunkbereich zwischen 1
cm und 10 cm (vgl. http://www.umwelt-online.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf1.htm und
Bundesamt für Strahlenschutz, „Strahlenschutzthemen 11`94).
12
Das Prinzip dieses Effektes macht man sich im Haushalt zu Nutze. Mikrowellenherde
erwärmen die Speisen und Getränke genau auf diese Art und Weise.
Jedoch hat der Effekt im Körper negative Auswirkungen. Ab einer
Temperaturerhöhung von 1°C ist mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
rechnen (vgl. http://www.umwelt-online.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf1.htm).
Problematisch ist auch, dass die Betroffenen die Erwärmung nicht wahrnehmen
können. Dies liegt daran, dass die Wärme im Inneren des Körpers erzeugt wird.
Da die Wärmerezeptoren des Menschen jedoch auf der Haut liegen, kann der
Körper nicht auf die Wärme reagieren. Dies kann im schlimmsten Fall schwere innere
Überhitzungsschäden zur Folge haben. So kann es der Fall sein, dass die Wärme
einen Hitzschlag oder die Gerinnung von Eiweißen hervorruft. Dies kann zu
schweren Gehirnschädigungen führen. Wenn das Bluteiweiß gerinnt kann es im
Blutkreislauf zur Zusetzung der Adern kommen, was schlimmstenfalls einen
Herzinfarkt oder Schlaganfall nach sich ziehen kann. Da die Augenlinsen aufgrund
ihrer geringen Durchblutung einer recht schlechten Wärmeregulierung unterliegen
reagieren sie relativ empfindlich auf die erzeugte Wärme. Gerinnen nun die Eiweiße
im Auge, so hat dies zur Folge, dass die Linse trübt und sich der sogenannte Graue
Star ausbilden kann. Dies bedeutet wiederum eine gravierende Auswirkung auf das
Sehvermögen (vgl. Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V., „Elektrosmog“, 02/2002).
Auch Tinitus kann eine Folge der EMF sein. Kommt es im Gehirn zu kurzzeitigen
(Mikrosekundenbereich) Erwärmungen von wenigen Millionstel Grad Celsius, so
erzeugen diese eine Art Druckwelle, die durch das Hörorgan als Ton wahrgenommen
wird. Dies tritt zum Beispiel bei gepulsten EMF hoher Intensität (leistungsstarke
Radaranlagen) auf.
Besonders gefährdete Personen sind Personen mit Kreislaufstörungen, Kleinkinder
und ältere Menschen, da bei diesen Personengruppen die Wärmeregulierung nicht
so gut funktioniert wie bei gesunden Erwachsenen mittleren Alters. Dadurch kann es
für diese Personen zu erhöhter Wärmebelastung kommen (vgl. http://www.umweltonline.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf2.htm).
Zur Beurteilung dieser thermischen Effekte wurden Versuche mit Ratten
durchgeführt, bei denen die Erwärmung des Gewebes durch hochfrequente
elektromagnetische Felder untersucht wurde. Diese Untersuchungen waren ein
Faktor für die Festlegung der in der Einführung aufgeführten SAR-Grenzwerte.
Nichtthermische Wirkungen
Die nichtthermischen Wirkungen der elektromagnetischen Strahlung sind bisher
wissenschaftlich sehr umstritten. Dies liegt daran, dass viele vermutete
Auswirkungen der hochfrequenten elektromagnetischen Felder nicht überprüfbar
bzw. die Untersuchungen nicht reproduzierbar sind. Sie liefern somit teilweise
widersprüchliche Ergebnisse, die dann, je nach Ziel, von den verschiedenen
Interessensgruppen verwendet werden.
Der menschliche Organismus verwendet zur Übertragung von Reizen und
Informationen bioelektrische Signale. Die Hirnströme, Aktionsströme des Herzens
und der Nerven sowie Membranströme erzeugen ein natürliches elektrisches Feld.
Da die Reizübertragung zwischen den Nerven durch elektrische Impulse geschieht,
kann man davon ausgehen, dass künstliche elektromagnetische Felder einen
Einfluss auf das menschliche Nervensystem haben. Wie stark dieser Einfluss ist und
auf welche Weise in das Biosystem eingegriffen wird, lässt sich mit dem heutigen
Wissensstand noch nicht genau feststellen.
13
Veränderung der Gehirnströme
Es gibt jedoch Vermutungen, hauptsächlich von Mobilfunkgegnern, das die
künstlichen elektromagnetische Felder die Informationswege im menschlichen
Körper stören bzw. die Zellen Störsignale und damit Fehlinformationen erhalten.
Dieser Einfluss der hochfrequenten elektromagnetischen Felder kann somit sehr
umfangreiche Folgen haben. Durch Veränderung der Gehirnströme kann es zu
verschiedensten psychischen Auswirkungen kommen. Mögliche Reaktionen können
Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, Arrhythmien und Konzentrationsstörungen mit
Beeinflussung der Intellektuellen Datenverarbeitung (kognitiven Leistung) durch die
Nutzung von Mobiltelefonen sein(vgl. http://www.umwelt-online.de/regelwerk
/energie/strahlen/rl/sskemf3.htm). Eventuell kommt zum Beispiel eine Beeinträchtigung der
Reaktionszeit bei Aufmerksamkeitstests als Folge in Frage. So wird untersucht, ob es
bis zu 10 Minuten nach einem Handygespräch zu einem erhöhten Unfallrisiko
kommt. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt.
Vermutet wird in diesem Zusammenhang, dass Kinder und Jugendliche hierfür als
besonders gefährdet einzustufen sind, da deren zentrales Nervensystem noch nicht
vollständig entwickelt ist (vgl. Initiative Schwalbach, „Handy....?“, 10`2001).
Veränderung des Hormonhaushalts und der Fruchtbarkeit
Eine weitere Folge des Einflusses von hochfrequenten elektromagnetischen Felder
kann auch die Veränderung des Hormonhaushalts und der Fruchtbarkeit darstellen.
So wird vermutet, dass der Einfluss zu einer Reduzierung der Bildung des
Steuerhormons Melatonin führen kann. Jedoch ist auch hier eine wissenschaftliche
Untersuchung noch nicht abgeschlossen und es kann somit keine definitive Aussage
getroffen werden (vgl. http://www.umwelt-online.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf3.htm).
Gehirntumoren / Krebs
Dies trifft auch auf die Vermutung des höheren Risikos durch hochfrequenten
elektromagnetischen Felder an Gehirntumoren bzw. an Krebs zu erkranken zu. Hier
konnte durch epidemiologische Studien noch keine statistische Assoziation zwischen
Krebs im Kopfbereich und der Nutzung von Mobiltelefonen gezeigt werden. Hierzu
werden weitere Wiederholungsstudien durchgeführt (vgl. http://www.umweltonline.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf3.htm).
Beeinträchtigung der Blut-Hirn-Schranke
Des weitern wird vermutet, dass auch kurzzeitige Immissionen mit der Intensität zum
Beispiel eines Mobilfunkgerätes zu einer Beeinträchtigung der Blut-Hirn-Schranke
führen können, da diese thermisch beeinflussbar ist. Eine erhöhte Durchlässigkeit
dieser biologischen Schranke hat zur Folge, dass hirnschädigende Substanzen in
das Gehirn gelangen können und somit schwere Krankheiten hervorrufen können.
Dies ist jedoch wie bereits erwähnt auch noch nicht wissenschaftlich bestätigt (vgl.
http://www.umwelt-online.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf3.htm).
14
Weitere mögliche Folgen gepulster Strahlung
Als weitere mögliche Folgen gepulster Strahlung kommen nach Ansicht von
verschiedenen Bürgerinitiativen auch noch andere Beschwerden, die nachfolgend
aufgelistet sind:
nervöse Beschwerden
Verhaltensstörungen
Herzrhythmusstörungen / Bluthochdruck
Augenreizungen
Blutbildveränderungen (erhöhte Thrombosegefahr)
Schwindel
Schädigung der Erbsubstanz (DNS-Brüche)
Schwächung des Immunsystems
Neigung zu irregulären Schwangerschaftsverläufen / Missbildungen
Verschlechterung aller bestehenden Krankheiten
(vgl. Initiative Bürgerwelle e.V., „Schnurloses DECT-Telefon....?“ 03`2002)
-
Die Bürgerinitiativen berufen sich dabei auf verschiedene Studien, wie zum Beispiel
die Zusammenfassung der ECOLOG-Studie „Mobilfunk und Gesundheit“
(Hannover 2001).
Es wird auch noch mal darauf verwiesen, dass die Strahlung von DECT-Telefonen
(schnurlose Telefonsysteme) dicke Betonmauern durchdringe und somit erst recht
nicht vor dem menschlichen Körper Halt machen.
Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass der Einfluss der Strahlung direkt von
der Nähe zur Emissionsquelle und der Dauer der Einwirkung abhängig ist.
Auch für die nichtthermischen Effekte gibt es Risikogruppen. Wie auch schon bei den
thermischen Effekten zählen hierzu Kinder und ältere Menschen. Jedoch sind auch
Schwangere besonders gefährdet
(vgl. http://www.umwelt-online.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf3.htm).
Elektrosensibilität
Hiervon sind Personen der unterschiedlichsten Personen- und Altersgruppen
betroffen. Man kann keine einheitliche Risikogruppe festlegen.
Die betroffenen Personen reagieren besonders empfindlich auf elektromagnetische
Felder jeglicher Art und Intensität. Betroffene klagen über verschiedenste
Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten. Jedoch ist noch kein einheitliches
Beschwerdemuster festzustellen gewesen.
Folgende Beschwerden kommen hierfür unter anderem in Frage:
Haut:
Hitze, Rötungen, trockene Haut im Gesicht und an den Händen,
Nagelbrüche, Jucken
Lunge / Herz:
Atembeschwerden, Herzklopfen
Magen:
Übelkeit, Schmerzen
Kopf:
Schwindel, Kopfschmerzen
Augen:
Sehbeschwerden, Trockenheit, Brennen, Lichtempfindlichkeit
Sonstige:
Krämpfe, Stiche im Körper, Taubheitsgefühle in den
Extremitäten. (vgl. Studienarbeit von Martina Koch, „Projekt Elektrosmog“)
Hinzukommen noch die bereits bei den thermischen und nichtthermischen Effekten
aufgeführten Beschwerden.
15
Mögliche Beeinflussung elektrischen Körperhilfen
(Herzschrittmacher, Insulinpumpen...)
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hochfrequente elektromagnetische
Felder, zum Beispiel die Diebstahlsicherung eines Kaufhauses, elektronische
Implantate beeinflussen können. Dies hätte zur Folge, dass eine Fehlfunktion mit
lebensgefährlichen Folgen auftreten kann. Im Falle der Herzschrittmacher könnte das
Gerät die Impulse zum Beispiel des Handys mit den des Herzens verwechseln und
daraufhin den Herzschlag beeinflussen, was sogar zum Tode führen kann. Hierfür
gibt es verschiedene Regeln mit denen die Gefahr der elektromagnetischen Felder
zu verringern ist. Auf diese wird in Abschnitt 3.2 näher eingegangen (vgl.
http://www.umwelt-online.de/regelwerk /energie/strahlen/rl/sskemf2.htm).
Schutz- und Vorsorgemaßnahmen
Allgemein
In bezug auf den Schutz vor hochfrequenten elektromagnetischen Feldern gibt es
eine ganze Reihe an Ratschlägen.
- Handys und Mobiltelefone beim Schlafen nicht auf dem Nachttisch ablegen
- Wenn das Handy nicht benötigt wird (z.B. nachts) ausschalten (jedoch immer
noch starke magnetische Gleichfeldanomalie durch den Lautsprecher)
- Nicht in gut abgeschirmten Räumen (auch Auto) telefonieren, da die
Sendeleistung erhöht wird
- Möglichst wenig und möglichst kurz mit dem Handy telefonieren
- Das Handy möglichst nicht direkt am Körper tragen
- Möglichst mit Freisprecheinrichtung telefonieren (kein Headset da sich die
elektromagnetische Welle über das Kabel direkt zum Kopf gelangt)
- Antenne der Freisprecheinrichtung außerhalb am Fahrzeugs anbringen
- Strahlenarme Handys benutzen (www.handywerte.de)
- Abschirmgeräte und Taschen für Handys guter Qualität verwenden
(Verbrauchermagazin Ökotest 3´99)
(vgl. Bund für Umwelt und Naturschutz, Arbeitskreis Elektrosmog, „Mobilfunk und Elektrosmog,
Antworten auf oft gestellte Fragen“, 04`2003)
Handys senden regelmäßig Signale zu der nächsten Basisstation, auch wenn nicht
telefoniert wird! Ähnlich ist es bei den getakteten und gepulsten schnurlosen
Telefonen nach dem DECT-Prinzip. Die Mobilfunkbasisstation sendet 24 Stunden
gepulste hochfrequente Strahlung, auch wenn der Hörer aufliegt. Die Trägerfrequenz
liegt bei 1,88 – 1,9 GHz. Die Sendeleistung beträgt meist 10 mW, jedoch können
Pulsspitzen mit bis zu 250 mW betragen. Dementsprechend sollte man, wenn
möglich auf DECT-Telefone im Haushalt verzichten (vgl. Initiative Bürgerwelle e.V.,
„Schnurloses DECT-Telefon....?“ 03`2002). Es sollten möglichst schnurgebundene Telefone
verwendet werden. Dies trifft auch auf schnurlose hochfrequente Bürokommunikation
(W-LAN) zu.
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Gerade bei älteren Mikrowellenherden kann es zu recht hoher Leckstrahlung
kommen. Bei modernen Geräten langt bereits ein Abstand von 5 cm zum Gerät um
Gesundheitsschäden weitestgehend auszuschließen. Dementsprechend sollte man
im Haushalt lediglich neuere Geräte verwenden. Generell ist ein Abstand von etwa
einem Meter zu empfehlen
(vgl. „Elektrosmog; Grundlagen, Grenzwerte, Verbraucherschutz“ 5.überarb Auflage und Katalyse,
Institut für angewandte Umweltforschung e.V., C. F. Müller Verlag 2002).
Reine Empfangseinrichtungen wie zum Beispiel Funkwecker usw. sind diesbezüglich
nicht gefährlich, da von ihnen keine Strahlung ausgesendet wird.
Man sollte auch schon bei der Suche nach einer Wohnung darauf achten, dass sich
keine Hochspannungsleitung sowie keine Transformatorstation oder Umspannwerk
in der unmittelbaren Umgebung befindet, da von ihnen auch hochfrequente
elektromagnetische Felder ausgehen.
Allgemein lässt sich sagen, dass Abstand zu der Strahlungsquelle bereits eine recht
deutliche Reduzierung der Strahlenbelastung bewirkt.
Für Personen mit Körperhilfen
Für Personen mit sogenannten Körperhilfen wie zum Beispiel Herzschrittmacher oder
Insulinpumpen besteht eine besondere Gefahr durch hochfrequente
elektromagnetische Felder. Dementsprechend gibt es für diese Personen Schutzund Vorsorgemaßnahmen, zusätzlich zu den allgemeinen Schutzmaßnahmen. Einige
sind anschließend aufgelistet (kein Anspruch auf Vollzähligkeit!). Generell sollten
sich die Betroffenen bei ihrem Arzt oder dem Hersteller des Geräts
erkundigen!!!
-
-
nicht in der Nähe von Fernseh-, Hörfunk-, Mobilfunksendeanlagen aufhalten
keine DECT-Telefone benutzen bzw. in der Wohnung installieren
Handy wenn möglich aus machen, jedoch geht von dem Lautsprecher immer
noch eine starke magnetische Gleichfeldanomalie aus, deshalb sollte das
Handy nie in der Brusttasche, sondern möglichst weit weg vom Körper
aufbewahrt werden
Nicht in der Nähe von Hochspannungsleitungen, Transformatorstationen oder
Umspannwerken aufhalten
Vorsicht bei Diebstahlwarneinrichtungen in Kaufhäusern (möglichst schnell
durchschreiten)
Vorsicht bei starken Elektromotoren (Heimwerker-, Küchengeräte)
(vgl. Bund für Umwelt und Naturschutz, Arbeitskreis Elektrosmog, „Mobilfunk und Elektrosmog,
Antworten auf oft gestellte Fragen“, 04`2003)
AUF JEDEN FALL SOLLTEN BETROFFENE PERSONEN SICH BEI
IHREM ARZT BZW. BEIM HERSTELLER DES GERÄTS ÜBER
MÖGLICHE GEFAHREN ERKUNDIGEN!!!
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Zusammenfassung und Fazit
Die Wirkung von elektromagnetischen Feldern ist ein sehr kompliziertes
Aufgabengebiet der Forschung und Entwicklung. Die gesundheitlichen Risiken und
Auswirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht um definitive Aussagen treffen
zu können. Es wurden verschiedenste Studien angefertigt, die teilweise zu ähnlichen
Ergebnissen kommen, sich teilweise jedoch auch widersprechen. Es scheint jedoch
Anhaltspunkte für verschiedene gesundheitliche Auswirkungen zu geben. Jedoch
sind die zugehörigen Wirkungsweisen und Mechanismen noch nicht genau bekannt.
Als erwiesen scheint auch dass die Gesundheitsauswirkungen frequenz- bzw.
modulationsabhängig sind (z.B. gepulste hochfrequente Strahlung). Auch die
besonders gefährdeten Personengruppen scheinen sich schon recht deutlich
abgezeichnet zu haben. Besonders alte Menschen, Kinder, Schwangere und
Personen mit Körperhilfen wie Herzschrittmacher und Insulinpumpen sind als
Risikogruppen zu nennen.
In nächster Zeit müssen weitere Studien und Untersuchungen durchgeführt werden.
Insbesondere deshalb, weil noch kein Grenzwert in bezug auf die nichtthermischen
Wirkungen besteht. Auch hier besteht eine Vorsorgepflicht für zukünftige
Generationen.
18
Literatur- und Internetverzeichnis
Literatur:
„Elektromagnetische Verträglichkeit biologischer Systeme“ Band 1
Gesundheitsrisiken durch magnetische Gleichfelder
Von Karl Brinkmann, Hans Schäfer VDE Verlag 1991
„Elektrosmog; Grundlagen, Grenzwerte, Verbraucherschutz“ 5.überarb Auflage
Katalyse, Institut für angewandte Umweltforschung e.V.
C. F. Müller Verlag 2002
„Elektrosmog; Die physikalische Wirkung elektromagnetischer Strahlung“
Von Günther Nimtz und Susanne Mäcker
BI-Taschenbuchverlag 1994, Meyers Forum
„Sicherheit im elektromagnetischen Umfeld“
Hans Jürgen Haubrich VDE Verlag 1990
„Elektrischer Strom als Umweltfaktor“
Herbert L. König und Enno Folkerts Pflaum Verlag 1992
Broschüre von Ministerium für Umwelt und Forsten, Rheinland-Pfalz
BFS Bundesamt für Strahlenschutz
Broschüre: Elektrische und magnetische Felder der Stromversorgung
Elektrische und magnetische Felder im Haushalt
Strahlung und Strahlenschutz
Pschyrembel von 1989
26. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetz
(26. BImSchV, 12/1996)
Studienarbeit von Martina Koch (auf dieser Internetseite als Einführung in die
Problematik verfügbar)
Empfehlungen der Strahlenschutzkommission, „Grenzwerte und
Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen
Feldern“ (BAnz. Nr. 224 vom 30.11.2001)
BUND, „Mobilfunkfibel“, Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Arbeitskreis
Elektrosmog
BUND, Positionen Ausgabe 36, „Elektrosmog“, 07/2001
BUND, Hintergrund „Elektromagnetische Felder“, 09/2002
19
BUND, „Mobilfunk und Elektrosmog, Antworten auf oft gestellte Fragen“,
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Arbeitskreis Elektrosmog
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Infoblatt 5/1997 („Wie sind Störung von
Herzschrittmachern durch elektrische und magnetische Felder zu vermeiden?“)
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Infoblatt 02/1990 („Schutz von Personen vor
gesundheitlichen Risiken von Radio- und Mikrowellen“)
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Infoblatt 01/1991 („Gesundheitliche Risiken
durch Mikrowellenkochgeräte?“)
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), „Strahlenthemen, Radio- und Mikrowellen“,
11/1994
Informationsblätter der Bürgerwelle e.V.:
„Gefahren für die Gesundheit! Schnurloses DECT-Telefon...? ...der eigene
Mobilfunksender im Haus!“ (März 2002)
„Informationen für Jugendliche! Handy...? Mensch, wenn ich das gewusst hätte!“
(Oktober 2001)
„Risiko Mobilfunk“ (November 2001)
Internetseiten mit Informationen zum Thema:
www.ohne-elektrosmog-wohnen.de
www.quarks.de/elektrosmog
www.m-ww.de/enzyklopaedie
www.kurtscheidt.de
www.morgenwelt.de
www.bund.net
www.bund-rlp.de
www.umwelt-online.de
www.ralf-woelfle.de/elektrosmog
www.hessenbiss.de
www.mobilfunk-buergerforum.de
www.buergerwelle.com
Internetseiten mit Mobilfunkkataster:
www.umweltamt.hagen.de/arbeitsbereiche/mobilfunk.htm
www.delmenhorst.de/aemter/aemterliste/amtsangebote/63-mobilfunkkataster.tpl
www.umwelt.nuernberg.de/mobilfunkkataster.htm
www.salzkotten.de/aktuelles/2002/mobilfunk/mobilfunk.html
www.goettingen.de/service/mobilfunk/mobilfunkkataster.htm
www.hannover.de (Verkehr und Umwelt, Umwelt & Natur, Mobilfunkkataster)
20
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