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Kinaesthetics – Wie wirksam? - BEWEGUNG PFLEGT :: Start

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Kinaesthetics –
Wie wirksam?
Fachtag “Bewegung Pflegt” Offenburg DE 7.11. 2008
Dr. Virpi Hantikainen MNSc PhD
Trainerin für Kinaesthetics Stufe 3
Pflegewissenschaftlerin PhD, Kantonsspital Aarau AG, CH
virpi.hantikainen@ksa.ch
und
Dr. Virpi Hantikainen Consulting
Rv_hantikainen@bluewin.ch
03/11/2008
1
Herausforderungen im Gesundheitswesen
Körperliche /
psychische Belastung
ambulante Pflege
der Pflegenden /
(Spitex, Pflegende
Angehörigen
Angehörige)
Mangel an
Pflegepersonal
(Pflegenotstand)
Gesundheitsförderung
und PräventionsSteigerung der
massnahmen
Prävention von
Pflegeintensität
Wirksamkeit der
Pflege
03/11/2008
berufsbezogenen
Verletzungen des
Muskelskelettsystems
2
Herausforderungen im
Gesundheitswesen
Gesetzliche Vorgaben (in der
Schweiz Art. 32 KVG)
verlangen, dass medizinische,
therapeutische und
pflegerische Leistungen
wirksam, zweckmässig und
wirtschaftlich sind
(Wissenschaftliche Belege!)
03/11/2008
3
Kinaesthetics
Kinaesthetics beschäftigt sich hauptsächlich mit folgenden
Inhalten:
Die Entwicklung der differenzierten und bewussten
Wahrnehmung der eigenen Bewegung.
Die Entwicklung der eigenen Bewegungskompetenz,
Die differenzierte Analyse menschlicher Aktivitäten
Die Fähigkeit, die eigene Bewegung im Kontakt mit anderen
Menschen so einzusetzen, dass diese in ihrer eigenen
Bewegungskompetenz bzw. in ihrer Selbstwirksamkeit gezielt
unterstützt werden.
Die Sensibilisierung der Bewegungswahrnehmung und die
Entwicklung der Bewegungskompetenz können bei Menschen
jeden Alters einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheits-,
Entwicklungs- und Lernförderung leisten!
03/11/2008
4
Kinaesthetics- Bedarf für
wissenschaftliche Belege
Kaum Forschungsevidence
Durch Forschungsevidence könnte
Kinaesthetics die Wirksamkeit beweisen und
ihre Akzeptanz und Umsetzung in der Praxis
erhöhen
Entscheidungsträger!!
03/11/2008
5
Forschungsbereiche
Patienten/Kunden
aller Altersgruppen
Pflegepersonal
Angehörige
Ambulante
Pflege
AkutPflege
Rehabilitation
Langzeitpflege
Bewegungskompetenzen, Selbstpflegefähigkeiten
Physische und psychische Belastung
Lebensqualität, Zufriedenheit, Pflegequalität (z.B Prävention von
Komplikationen , Krankheitsausfälle, Kosten etc…
03/11/2008
6
Kinaesthetics und körperliche
Belastung des Pflegepersonals
Institute of Occupational Health
Turku, Finnland
Forschungsgruppe
Leena Tamminen-Peter Physiotherapists, MNSc, PhD
Dr. Virpi Hantikainen, RN, MNSc, PhD
Dr. Seija Arve, RN, MNSc, PhD
03/11/2008
Riitta Tuomisto, RN, MNSc
7
Hintergrund der Studie
Transfer der Patienten ist eine grosse
körperliche Belastung – besonders
Transfer Bett-Rollstuhl-Bett
Nur wenig Forschungswissen über die
optimale Bewegungsunterstützung
03/11/2008
8
Projekt I Traditionelles „Lifting“ im Vergleich zu
Kinaesthetics -AltenpflegeTeilnehmende
• 11 weibliche Pflegende und 1 Physiotherapeutin (Alter 22-59 years M=
36 years) in einem geriatrischen Pflegeheim
• Patienten FIM Punkte 1-2 = abhängig (weniger als 25% eigenaktivität)/
maximale Unterstützung (25-50%)
Intervention: 2 X 3 Tage Kinaesthetics Kurs (Grundkurs und Aufbaukurs)
Hauptaktivität: Bett-Rollstuhl-Bett Transfer allein oder mit Kollege
• Grundlage Messung vor dem Kurs = Pflegende führen Transfer durch so
wie sie es immer machen.
• Wiederholte Messungen nach dem Kurs: Innerhalb 1 Monat nach dem
Grundkurs und innerhalb 1 Monat nach dem Aufbaukurs
Messinstrumente
• Videoaufnahme
• Muskelaktivität Mittels EMG: m. trapezius (Schulter) and m. erector
spinae (Rücken)
Analyse
•
•
•
118 Beobachtungen
SOPMAS (Structure of the Observed Patient Movement Assistance Skills)
Beobachtungsinstrument, alle Videoafnahme wurden simultan von 2 Forschende
analysiert
EMG Kurve und SOPMAS simultan
03/11/2008
9
SOPMAS: Beispiele Level 1 und 5
5
Interaktion
Bewegung Patient
Bewegung
Pflegende
Umgebung
- Verbale Interaktion unterstü
unterstützt
die Fä
Fähigkeiten des Patienten.
-Indem Muskeln und Gelenke mit
streichenden Impulsen oder
Körpersegmente mit Bewegungen
aktiviert werden, wird der Patient
für die Mobilisationen vorbereitet.
- Dem Patienten wird soviel Zeit
und Raum gegeben, wie er fü
für
seine Bewegung braucht.
- Die dem Patienten verbliebene
Ressourcen werden nutzbringend
eingesetzt und ihm nur soviel
geholfen, wie er es nö
nötig hat.
- Die Mobilisation geschieht in
Zusammenarbeit mit dem
- Die Bewegung des Patienten wird mit
seinen stabilen Kö
Körpersegmenten
gestü
gestützt, Zwischenrä
Zwischenräume werden nicht
blockiert.
- Das Gewicht des Patienten verlagert
sich über seine Knochenstruktur auf
mehrere äussere
Unterstü
Unterstützungsflä
tzungsflächen.
- Die Bewegung des Patienten ist
dreidimensional, d.h. das Gewicht
verlagert sich von den oberen
Körpersegmenten in die unteren
(kranial nach kaudal) und horizontal
(seitwä
(seitwärts)
- Der Patient beteiligt sich aktiv an der
Mobilisierung, soweit seine Ressourcen
es ihm erlauben.
- Der Patient kann seine Bewegung
kontrollieren.
- Der Pflegende setzt den ganzen
Körper ein, nicht bloss seine
Hände; das Gewicht bleibt
während der ganzen Hilfestellung
in der Knochenstruktur.
- Die Bewegungen werden
dynamisch und harmonisch
-Der Pflegende nutzt den
einsetzbaren Raum optimal
für den Patienten wie auch
für sich selber:
- korrekte Einstellung
(Hö
(Höhe) des Bettes
- sinngemä
sinngemässe Platzierung
des Stuhls
- nach Bedarf fü
für sich selbst
Raum verschaffen
- die Hilfsmittel werden
korrekt und kreativ
eingesetzt
- adä
adäquate Kleidung des
Patienten
- Der Pflegende greift den
Zwischenraum, z.B. unter die Arme, an
den NackenNacken- oder Taillebereich.
- Der Patient verhä
verhält sich vollstä
vollständig
passiv. Der Pflegende hebt das
Gewicht des Patienten ohne
irgendwelche Unterstü
Unterstützungsflä
tzungsflächen
einzubeziehen.
- Der Pflegende hebt mit den
SchulterSchulter- und Armmuskeln (mit
den schwachen Muskeln), keine
Gewichtsverlagerung
- Mobilisation erfolgt mit
flektiertem Rü
Rücken, verwendet
viel Kraft
- Statisches Heben
Patienten.
1
- Der Patient erhä
erhält weder Zeit
noch Raum.
- Die verbliebenen Ressourcen
wie Bewegungsfä
Bewegungsfähigkeiten oder
Sinnesreize werden nicht
eingesetzt.
- Der Pflegende macht alles fü
für
den Patienten
- Die Handgriffe stimulieren den
Patienten nicht.
- Weder Pflegender noch Patient
sind sich bewusst, was in dieser
Situation passiert
03/11/2008
ausgefü
ausgeführt.
- Der Pflegende verschafft
sich keinen Raum = es ist
eng.
- Dass die Kleidung des
Patienten adä
adäquat sein soll,
wird nicht beachtet.
- Das Bett wird nicht
eingestellt und der Rollstuhl
passt nicht.
- Trotz der Notwendigkeit
werden keine Hilfsmittel
eingesetzt.
10
Level 1
03/11/2008
Level 3
Level 2
Level 4
Level 5
11
Ergebnisse
Entwicklung der Fähigkeiten(n=118 Beobachtungen)
5
Bett-Rollstuhl-Bett
4
WC
Positionsänderung
im Stuhl
3
2
Positionsänderung
im Bett
1
0
At the baseline
03/11/2008
In between
At the end
12
Ergebnisse
Körperliche Belastung (n=118 Beobachtungen)
FROM WHEELCHAIR TO BED
%REF
ONE NURSE
TWO NURSES
400
350
at the beginning
300
at the end
250
200
150
100
50
0
left
right
left erector
trapetzius trapetzius spinae
03/11/2008
right
erector
spinae
left
right
left erector
trapetzius trapetzius spinae
right
erector
spinae
13
Ergebnisse Krankheitsausfälle
Tage
50
Project unit
40
30
All units
20
10
0
2000
2001
Durchschnitt pro Person 2000 and 2001
Projekt Abteilung:
Jahr 2000 Durchschnitt 45 Tage, Jahr 2001 Durchschnitt 23 Tage pro Person
Gesammt im Jahr 2000 n=545, im Jahr 2001 n= 271
Andere Abteilungen:
Jahr 2000 Durchschnitt 33 Tage, Jahr 2001 Durchschnitt 30 Tage pro Person
03/11/2008
14
Projekt II Vergleich traditionelles Lifting,
Kinaesthetics und Durewall - Akutpflege F o rschu n gsdesig n
D esig n
Q u asi-exp erim en tal in terven tio n stu d y w ith p re-test an d 2 p o st-tests
N urses N = 12 (neurological nurses n=6; surgical nurses n= 6), R N n = 5; LP N n= 7
m ean 43 years ( ± 9 ), body h eight m ean 165 (± 8) cm and a body w eight m ean 65 (± 1 0) kg
S am p le
20 patients, m ean age 75 (± 7), body w eight m ean 75 (± 8 kg).
collum fracture or hem iplegia, F IM S core 1-2
at the baseline before training:
T ransfer bed-wheelchair-bed with the technique nurses norm ally use
B aselin e m easu rem en t
V ideo recordings w ith 2 cam eras and sim ultaneously m e asurem ent of m uscle activ ity
w ith portable surface E M G (device tw o m uscles bilaterally; left and right trapezius
and left and right erector spinae) and reference m easurem ent 18 K g w eight
T rain in g
K in aesth etics ® an d D u rew all ®
F in al m easu rem en ts
neurological nurses n=6:
surgical nurses n=6:
1)
2)
1)
2)
K inaesthetics®
D urew all®
D urew all ®
K inaesthetics ®
neurological nurses:
surgical nurses:
w ithin one m onth after K inaesthetics®
w ithin one m onth after D urew all®
w ithin one m onth after D urew all ®
w ithin one m onth after K inaesthetics
S am e m easurem ents as baseline
An alysis
03/11/2008
vid eo reco rd ing s w ere an alys ed to g eth er w ith
an E M G -curve an d w ith a q u alitative o b servatio n
Instru m en t S O P M AS (n = 83 transfers /n = 158
o bservatio n s)
S O P M AS * an alysis w ere co n d u cted b y tw o
research es in d epen d en tly
S tu den t t-test fo r d ifferen ces betw een the b aselin e
an d after th e train in g m easu rem en ts
SOPM AS
T h e o b servatio n
in stru m ent w as
d evelop ed in
earlier
p ro ject
C o rrelatio n w ith Sw ed ish D IN O
In stru m en t (8)
and th e D an ish o b servatio n
in stru m en t (u n p u b lish ed ). r= .72
In terrater reliab ility (158 o bse rvatio n )
sim p le kap pa 0.69 (95% C I 0.60 – 0.70) /
w eig h ted kap p a 0. 84 (95% C I 0.79 – 0.88 )
15
Learning outcome measured by observation instrument (N=158 observations)
nurses)
5.00
4.50
4.00
3.50
3.00
2.50
2.00
1.50
1.00
0.50
0.00
All
Neurology
Surgery
1
at the baseline
03/11/2008
2
in between
3
at the end
16
Ergebnisse
Körperliche Belastung
T ra p e tz iu s a n d e re c to r s p in a e a c tiv ity (N= 1 2 n u rs e s )
µV
120
100
left trapetz ius
80
right trapez ius
left erec tor s pinae
right erec tor s pinae
60
40
20
0
1
at th e b aselin e
25 measurement
03/11/2008
2
in b etw een
28 measurement
3
at th e e n d
30 measurement
17
Ergebnisse
Körperliche Belastung
µV
160
140
120
100
80
60
40
20
0
EMG values in different methods
Left trapezius
Right trapezius
Left erector spinae
Right erector spinae
Baseline
Neurology
03/11/2008
Baseline
Surgery
Durewall
all
Kinaesthetics
all
18
Muskelaktivität der Patienten
(Oberschenkel Muskeln, EMG Messung)
1. Messung
3. Messung
Quantitativ
250
200
***
***
**
***
EMG (%)
150
100
50
0
vas.reisilihas
oik.reisilihas
vas. reisilihas
oik.reisilihas
nousuvaihe/tukiv.
nousuvaihe/tukiv
laskuvaihe/tukiv.
laskuvaihe/tukiv.
Links
Rechts
Links
Rechts
Phase Aufstehen/Stehen
Phase Aufstehen/Stehen Phase Absitzen/Sitzen
Phase Absitzen/Sitzen
1.mittaus
3. mittaus
Bei der 1. Messung haben Patienten ihre
Muskeln nicht
brauchen „dürfen“ weil sie gehoben wurden
Bei03/11/2008
der 3. Messung konnten die Patienten ihre eigene Muskelaktivität benutzen
19
Schlussfolgerungen
Die verbesserten
Bewegungskompetenzen reduzierten
die körperliche Belastunge der
Pflegenden.
Patienten konnten ihre eigene
Fähigkeiten einsetzen
03/11/2008
20
Bedeutung dieser Projekte für die Entwicklung
der Kinaesthetics in Finnland
Annerkennung
gross...auch auf politische
Ebene
Ganze Organisationen
werden geschult
Evaluation der
Wirksamkeit ist Bestandteil
der Schulungen und
Umsetzung in die Praxis
03/11/2008
21
Es gibt noch viel zu Tun....aber es
lohnt sich
Patienten/Kunden
aller Altersgruppen
Pflegepersonal
Angehörige
Ambulante
Pflege
AkutPflege
Rehabilitation
Langzeitpflege
Bewegungskompetenzen, Selbstpflegefähigkeiten
Physische und psychische Belastung
Lebensqualität, Zufriedenheit, Pflegequalität (z.B Koplikationen
Prävention, Krankheitsausfälle, Kosten etc…
03/11/2008
22
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