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ARTHROSE – WAS IST DAS UND WIE KANN MAN HELFEN?

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ENDOPROTHETIKZENTRUM
Knie und Hüfte
Ein Kniegelenk ist ein Scharnier-Drehgelenk. Zur Knie-Endoprothetik gehört
einerseits der Komplett-Ersatz oder
Teilüberzug der verschlissenen Gelenkoberfläche. Zudem kann individuell der Ersatz der Oberschenkelgelenkfläche, des Schienbeinknorpels
sowie der Kniescheiben-Rückfläche –
die ebenfalls eine Gelenkfläche des
Kniegelenkes ist – vorgenommen werden. Abhängig von Knochenqualität
und Bandstabilität des Kniegelenkes
wird die Entscheidung für das individuell am besten geeignete Prothesenmodell sowie die hierzu passende
Methode, also entweder zementiert
oder zementfrei – im sogenannten
Press-Fit-Verfahren – fallen. Vorab wird
der Patient ausführlich über die geplante Versorgung informiert, zudem
erhält er Erklärungen zur computerunterstützten OP-Planung zur Bestimmung der Prothesengröße. Die KnieEndoprothese wird in der Regel über
ein muskelschonendes, minimal-invasives Verfahren eingesetzt.
Zum interdisziplinären Behandlungskonzept in der Endoprothetik gehört
ebenso eine auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Schmerztherapie,
bei der die Fachärzte der Klinik für
Anästhesie und Operative Intensivmedizin mittels lokaler Schmerzmittelzufuhr über Katheter eine optimale und
möglichst gut verträgliche Schmerz- linderung ermöglichen.
ARTHROSE – WAS IST DAS UND WIE KANN MAN HELFEN?
„Das Schmerzempfinden variiert aber
nicht nur von Patient zu Patient, es gibt
auch erhebliche Unterschiede nach
Eingriffen an Knie oder Hüfte. So kommen Patienten nach einer HüftEndoprothese heute mit einer deutlich
geringeren Schmerzmittel-Dosis aus
als Patienten nach Knie-Endoprothesen“, sagt Dr. Wahner.
Durch die starken Bandstrukturen ist
das Hüftgelenk – welches den Rumpf
und das Becken mit den Beinen verbindet – sehr stabil. Es gibt unterschiedliche Methoden, um die Hüftpfanne am Beckenknochen und den
Hüftschaft am Oberschenkel durch Implantate zu ersetzen.
Hüft-Endoprothesen können minimalinvasiv operiert werden, zudem ermöglichen Kurzschaft-Prothesen den
Erhalt von mehr eigenem Knochen.
Auch kann bei starken Verschleißerscheinungen eine individuelle Aufbauplastik erforderlich sein.
Schulter
„Das Schultergelenk ist ein Kugelgelenk – und das Gelenk mit der größten
Bewegungsfreiheit im menschlichen
Körper. Im Gegensatz zu anderen
Gelenken ist dieses Gelenk aber nicht
durch starke Bandstrukturen gesichert,
sondern durch die Rotatorenmanschette und die umgebende Muskulatur“, weist Dr. Wahner auf eine Besonderheit dieses Gelenkes hin.
Umso wichtiger ist es, bei einer geplanten Schulter-Endoprothese vorab
Arthrose – der Gelenkverschleiß – hat durch die steigende Lebenserwartung enorm zugenommen.
den Zustand der Muskulatur mittels
einer kernspintomographischen Untersuchung zu klären. Denn gerade bei
einem künstlichen Schultergelenk
spielt der Zustand der umgebenden
Muskulatur eine entscheidende Rolle.
Ganz individuell wird die Entscheidung
für das am besten geeignete Verfahren
getroffen, wie Dr. Wahner erläutert:
„Manchmal ist nur der Gelenkknorpel
des Oberarmknopfes verschlissen,
manchmal auch die Gelenkpfanne.
Sollte eine ausgedehnte Muskelschwäche im Bereich der Schulter vorliegen, greifen wir auf eine inverse Prothese zurück, da diese aufgrund ihrer
Konstruktion auch ohne die Muskeln
der Rotatorenmanschette eine gute
Beweglichkeit ermöglicht.“
Dank großer Fortschritte bringen Operationen zum Ersatz der Gelenke –
sogenannte Endoprothesen – hier eine große Verbesserung der Lebensqualität.
Doch was sind die Ursachen für diese weit verbreitete Krankheit
und welche Aussichten gibt es für Betroffene?
Durch angeborene Fehlbildungen der
Gelenke, aber auch durch wachstumsoder unfallbedingte Knorpelschäden
und Fehlstellungen der Gelenke sowie
durch Übergewicht kann bereits im
Kindes- und Jugendalter ein Gelenkverschleiß ausgelöst werden. Auch
Stoffwechselstörungen oder entzündliche Gelenkerkrankungen können
bereits früh zu einer Arthrose führen.
Ganz wichtig ist eine rechtzeitige Diagnose, um durch gezielte Therapie
einem Gelenkverschleiß möglichst vorzubeugen. Zudem sind besonders bei
vorgeschädigten Gelenken starke
Belastungen – beispielsweise in Sport
und Beruf – unbedingt zu vermeiden,
da sonst der Knorpelverschleiß und die
daraus folgende Gelenkzerstörung beschleunigt wird.
Unabhängig davon, welches Gelenk ersetzt wurde: Bereits im Krankenbett
auf der Station beginnt die „sanfte
Mobilisierung“ der Patienten. Passend
zum abgestimmten Behandlungs-konzept erfolgt danach die jeweils am besten geeignete Anschlussheilbehandlung – entweder als ambulante oder
als stationäre Reha. Doch auch nach
Abschluss einer Reha sollten
Endoprothesen-Patienten nicht nur
ihre Muskulatur trainieren, sondern
sich auch eigenverantwortlich zu den
regelmäßig anstehenden NachsorgeUntersuchungen einfinden – damit sie
möglichst lange Freude durch mehr
Lebensqualität mit dem künstlichen
Gelenk haben.
„Bei einer Arthrose verliert der Knorpel
zwischen den verschiedenen Teilen eines Gelenkes an Elastizität. Dadurch
wird er erst rau und schleift sich bald
bis auf die Knochen ab. Die einzelnen
Gelenkteile verformen sich – bei Röntgenaufnahmen zeigen sich Zacken-
ZERTIFIZIERTES ENDOPROTHETIKZENTRUM ESCHWEILER
Gesundheitsforum
im Talbahnhof
Unter der Moderation von
Dr. Eberhardt Schneider standen
Fachleute aus Praxis und Klinik
bereit, die Zuhörer über die
wichtigsten Details zum Thema
Kunstgelenk zu informieren.
Chefärzte
Dr. med. Oliver Heiber
Dr. med. Ture Wahner
Terminvereinbarungen:
Tel. 02403/76-1201
Klaus Geller,
Niedergelassener Orthopäde
Chefarztsprechstunde
montags 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr
mittwochs 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Dr. Werner Birtel,
Chefarzt im Ruhestand
Dr. Ture Wahner, Chefarzt
Endoprothesensprechstunde
montags 09.00 Uhr bis 15.00 Uhr
freitags 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Dr. Oliver Heiber, Chefarzt
Dr. Ture Wahner, Dr. Oliver Heiber,
Norbert Schallenberg, Oberarzt
EuregioRehaZentrum Eschweiler
Abbas Shahhossini
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bildungen an den Knochenrändern der
entsprechenden Gelenke, teilweise
aber auch zystische oder sklerotische
Veränderungen“, erklärt Dr. Ture
Wahner, einer der beiden Chefärzte der
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopätische Chirurgie am SAH.
Besonders bei übergewichtigen Patienten wird der behandelnde Arzt
auch eine Gewichtsreduzierung empfehlen, dazu ist gelenkschonender
Sport ratsam. Bei unfall- oder krankheitsbedingten Fehlstellungen der
Gelenke sorgt oft auch eine rechtzeitige Operation für eine deutliche
Schmerzlinderung.
Behandlungsmöglichkeiten
Mit seinem Chefarzt-Kollegen Dr. Oliver
Heiber leitet Dr. Wahner auch das EndoProthetikZentrum Eschweiler, das
sich auf den Ersatz durch künstliche
Gelenke spezialisiert hat. Denn eine
Arthrose ist nicht heilbar, doch das
Fortschreiten der Gelenkzerstörung
lässt sich – abhängig vom Stadium des
Gelenkverschleißes – häufig noch zeitlich herauszögern.
Unbedingt abgeraten wird jedoch von
einer Therapie auf eigene Faust, denn
die regelmäßige ärztliche Kontrolle ist
sehr wichtig, um das Stadium des Gelenkverschleißes im Auge zu behalten.
„Oftmals ist der Gelenkverschleiß
jedoch bereits so weit fortgeschritten,
dass nur noch ein künstlicher Gelenkersatz für Besserung sorgen kann“,
berichtet Dr. Wahner und betont:
„Meist sind davon Knie-, Hüft- oder
auch Schultergelenke bei Erwachsenen betroffenen – nicht selten schon
bei Mittvierzigern. Früher wurden
künstliche Gelenke in der Regel erst
bei Patienten im Rentenalter eingesetzt. Doch dank der Fortschritte in der
Medizin verhelfen heute moderne und
oft minimal-invasiv eingesetzte Endoprothesen bereits deutlich jüngeren
Männern und Frauen zu beruflicher Leistungsfähigkeit, neuer Lebensqualität
und damit mehr Lebensfreude.“
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Gesundheitswesen
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