close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Lesen wie die Schweden - BrainRead

EinbettenHerunterladen
Kommunikation
Foto: Wilhelmine Wulff/pixelio.de
62
Lesen wie
die Schweden
Wer schneller liest,
versteht auch mehr
Mit der richtigen
­Lesetechnik verlieren
Bücherstapel
ihren Schrecken.
Sie kennen das: Irgendwo in der Mitte des Absatzes schweifen Ihre Gedanken ab. Sie denken
ans Abendessen oder an den Ausflug am Wochenende. Nur nicht an den Text, den Ihnen Ihre
Chefin vor die Nase geknallt hat. Also lesen Sie
noch einmal. Wie es besser geht, erklärt Göran
Askeljung.
»Unkonzentriert bin ich«, denken Sie sich wahrscheinlich. »Ich sollte ein Gedächtnistraining machen.« Sie machen sich Sorgen, dass Ihr Gehirn auch
nicht mehr das ist, was es einmal war. Doch diverse Studien belegen: Es liegt nicht an mangelnder
Konzentration, wenn Ihre Gedanken beim Lesen
abschweifen. Sondern daran, dass Sie zu langsam
lesen! Denn Ihr Gehirn kann eine große Menge an
Informationen verarbeiten. Wird es zu wenig beansprucht – weil Sie langsam lesen –, langweilt es
sich. Mit dem Effekt, dass es sich eine andere Beschäftigung sucht. Schneller lesen ist also die wichtigste Methode, damit Sie sich gut konzentrieren
können. Wie das geht? Zum Beispiel, indem Sie in
einem Schnelllese-Training Ihre Augen und Ihr Gehirn üben.
Die besten Leser
Laut der PIAAC-Studie haben die Menschen in Japan, Finnland und Schweden das beste Leseverständnis. Im hohen Norden erklärt man sich dieses Phänomen damit, dass das Fernsehen dort mit
Untertiteln konsumiert wird. Die PIAAC-Studie bestätigt das. Untertitel steigern die Lesekompetenz
Alex 04/13
merkbar, da das Gelesene in Sinngruppen (mehrere Wörter, die zusammen eine Aussage darstellen)
gleichzeitig mit nur einer Augenfixierung aufgenommen wird, was zu höheren Lesegeschwindigkeiten und einem verbesserten Textverständnis
führt.
Es ist die Idealvorstellung von perfektem Schnelllesen, dass Lese- und Denkgeschwindigkeit zusammenfallen. Das ist machbar, da das Auge Sinngruppen wie beispielsweise »ein kleiner grüner Apfel«
mit einem Blick aufnehmen kann. Hier zeigt sich das
Dilemma des innerlichen Mitlesens. Denn während
das Auge diese vier Wörter in Sekundenbruchteilen
auf einmal aufnehmen kann, können sie durch unsere laut oder leise eingesetzten Mundwerkzeuge
nur seriell unter erhöhtem Zeitaufwand verarbeitet
werden. In Zahlen ausgedrückt: Statt mit mäßigen
200 Wörtern pro Minute (WpM) können gute Leser
mit 500 bis 800 WpM lesen.
Verstummen der inneren Stimme
Für die Steigerung der eigentlichen Lesegeschwindigkeit, also die Zahl der aufgenommenen Wörter
www.alex-magazin.de
Foto: Julien Christ/pixelio.de
Kommunikation
Das Buch
zum Thema
Göran Askeljung:
»BrainRead. Effizienter
­lesen – mehr behalten.
­Lesen wie die Schweden«,
Linde Verlag 2013,
192 S., 16,80 €.
Auch bei E-Books
macht sich das
schnelle Lesen
bezahlt.
pro Zeiteinheit, gilt der Tipp: mit den Augen lesen,
nicht mit den Ohren. Wir haben die Gewohnheit,
gelesene Zeilen mit unserer inneren Stimme mitzusprechen. Nichts behindert die Erhöhung der
Lesegeschwindigkeit so sehr wie dieses Subvokalisieren. Die innere Stimme zum Verstummen zu
bringen, klingt komplizierter, als es ist. Wenn man
sich zwingt, schneller zu lesen, reduziert sich das
innere Mitsprechen von selbst.
Schnell lesen bedeutet weit mehr, als einen Text zu
überfliegen. Es ist vielmehr eine Kompetenz, die
man lernen sollte. Dazu gehört, die Augen zu einer
höheren Bewegungsgeschwindigkeit zu trainieren,
das Gehirn auf den Lesestoff vorzubereiten. Mit moderner Technik lässt sich das lernen. Wichtig dabei ist, dass das Lesen in Sinngruppen geübt wird,
zum Beispiel mit iPads und speziell entwickelter
Software. So lassen sich die Blicksteuerung intensiv üben und das Lesen von Untertiteln, selbst unter
hohem Tempo, realitätsgetreu simulieren. Dadurch
werden die Augenbewegungen so koordiniert, dass
die Teilnehmer die notwendige Leseleistung aufbringen, um zu den Spitzenlesern aufzuschließen.
Schneller und besser
In BrainRead®-Seminaren wird so eine durchschnittliche Steigerung der Leseeffizienz um das
Zwei- bis Dreifache erreicht. Dieser starke Leistungszuwachs bezieht sich jedoch nicht nur auf die
Lesegeschwindigkeit, sondern ebenfalls auf das
Textverständnis. Das konnte Anfang 2011 an der
Universität Wien eindrucksvoll bestätigt werden.
In Summe konnte die Leseeffizienz von 30 Mitarbeitern um den Faktor 3,14 (214 Prozent) gesteigert
werden, nachdem sie an Seminaren, in denen mit
Blicksteuerung und iPads gearbeitet wurde, teilgenommen hatten.
Das richtige Training
Das Buch »BrainRead. Effizienter lesen – mehr behalten. Lesen wie die Schweden« räumt mit jenen
falschen Vorstellungen auf, die uns zu Langsamlesern machen. Unser Hirn kann viel mehr aufnehmen, als wir ihm zutrauen. Wir lesen mit einer inneren Stimme mit, wir springen im Text zurück,
wir lesen Wort für Wort – das ist für das Verständnis nicht nur unnötig, es behindert sogar. Das Buch
bietet eine Reihe von Trainingseinheiten und Leseübungen, sowie einen exklusiven Onlinezugang mit
weiteren Leseübungen und einer kostenlosen App
fürs Augentraining.
Alex 04/13
63
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
707 KB
Tags
1/--Seiten
melden