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3.1.4.7 Sensitivitätsanalyse im Mehrproduktfall Beispiel 3 - grelldenk

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242
Kostenrechnung als Steuerungsinstrument
3.1.4.7 Sensitivitätsanalyse im Mehrproduktfall
Beispiel 3-27
Ausgangsdaten wie Beispiel 3-26, S. 240:
Erlöse je Portion in €
1,50
2,50
3,00
kv je Portion in €
0,15
0,50
0,90
Geplanter Umsatzanteil
20%
50%
30%
Fixkosten € 17.200,00.
Der Shopleiter ist mit diesem Ergebnis grundsätzlich zufrieden. Sein Stellvertreter,
ein junger dynamischer Hochschulabsolvent, der sich durch innovative Ideen
einen Namen im Unternehmen machen möchte, regt an, die Verkaufspreise um
25% zu senken, um dadurch den Absatz anzukurbeln.
Der Controller ist skeptisch und versucht, die Auswirkungen abzuschätzen.
Die Senkung der Verkaufspreise hat eine entsprechende Auswirkung auf die
Deckungsbeitragsspannen und damit auf den Break-Even-Umsatz.
Allerdings bedeutet eine Reduktion der Verkaufspreise um 25% nicht gleichzeitig
auch eine Reduktion der Deckungsbeitragsspanne im gleichen Ausmaß:
1 Kugel
1 Kugel
Preis – 25%
Erlöse je Portion in €
1,50
1,125
Variable Kosten je Portion in €
0,15
0,15
Deckungsbeitrag je Portion in €
1,35
0,975
Deckungsbeitragsspanne in %
90%
86,67%
2 Kugeln
2 Kugeln
Preis – 25%
Erlöse je Portion in €
2,50
1,875
Variable Kosten je Portion in €
0,50
0,50
Deckungsbeitrag je Portion in €
2,00
1,375
Deckungsbeitragsspanne in %
80%
73,33%
Kostenrechnung als Steuerungsinstrument
243
1 Becher
1 Becher
Preis – 25%
Erlöse je Portion in €
3,00
2,25
Variable Kosten je Portion in €
0,90
0,90
Deckungsbeitrag je Portion in €
2,10
1,35
Deckungsbeitragsspanne in %
70%
60%
Als gewichtete Gesamtdeckungsbeitragsspanne ergibt sich nach Preisreduktion
daher:
DBUg_neu = 0,8667*0,20+0,7333*0,50+0,60*0,30
DBUg_neu = 0,72
BEUneu = 17.200/0,72 = € 23.889,00
Der Break-Even-Umsatz steigt also auf € 23.889,00 oder um € 2.116,00 (23.889–
21.773 = 2.116) bzw. um 9,72% (2.116/21.773*100 = 9,72).
Dieser Mehrumsatz ist jedoch bei niedrigeren Verkaufspreisen zu erreichen.
Insofern müsste eine entsprechend größere Anzahl an Portionen (mehr als um
9,72% mehr) verkauft werden.
Der Controller des Cateringunternehmens stellt den Zusammenhang für alle
Deckungsbeitragsspannen in einer Grafik dar:
Umsatz
600.000
500.000
400.000
Iso-Break-Even-Umsatzfunktion
300.000
200.000
100.000
0
0,00
0,10
0,20
0,30
0,40
0,50
0,60
Abbildung 54: Iso–Break–Even–Umsatzfunktion
0,70
0,80
0,90
1,00
DBU
244
Kostenrechnung als Steuerungsinstrument
Die Iso-Break-Even-Umsatzfunktion zeigt, bei welchem Umsatz in Abhängigkeit
von der Deckungsbeitragsrate der Break-Even-Punkt erreicht wird.
Je höher die Deckungsbeitragsspanne, desto niedriger muss der Umsatz sein, um
Break-Even zu erreichen. Auffällig ist jedoch, dass eine Veränderung der Spanne
im Bereich zwischen 0,40 und 1,00 wesentlich geringere Auswirkungen auf den
entsprechenden Break-Even-Umsatz hat als im Bereich unter 0,40.
Dies ist auch ein Grund, warum es in manchen Branchen durchaus üblich (und
möglich) ist, Abverkäufe mit Preisnachlässen von bis zu 50% und mehr
durchzuführen.
3.1.5 Kostenvergleichsrechnung/Verfahrensvergleich
Lernziele
✔ Sie können das Instrument des Kostenvergleichs und dessen Anwendung
erklären.
✔ Sie können kritische Mengen und kritische Pfade anhand von Beispielen bei
mehreren Verfahren mit Knick- und Sprungstellen berechnen und die
Ergebnisse interpretieren.
Die Geschäftsleitung des Cateringunternehmens hat eine Unternehmensberatungsgruppe beauftragt, Verbesserungspotentiale im Unternehmen zu
erheben. Unter anderem schlagen die Berater Maßnahmen zur Verbesserung der
Kommunikation vor. Die Geschäftsleitung erwägt daher die Anschaffung von
Firmenhandys.
Der Leiter des technischen Dienstes wird beauftragt, entsprechende Angebote
über Tarifmodelle einzuholen und einen Bewertungsbericht zu erstellen.
Mit Hilfe der Kostenvergleichsrechnung wird untersucht, welches von zwei oder
mehreren alternativen Verfahren, die sich hinsichtlich ihrer variablen und fixen
Kosten unterscheiden, bei einem bestimmten Beschäftigungsgrad kostengünstiger
ist.66
Jenen Beschäftigungsgrad, bei dem Verfahren die gleichen Gesamtkosten
aufweisen, nennt man kritische Menge. Daher wird diese Vorgangsweise auch
„Ermittlung der kritischen Menge“ genannt.
Grundsätzlich entspricht die Vorgangsweise der statischen Investitionsrechnung,
konkreter der Kostenvergleichsrechnung. Dabei gilt der Entscheidungsgrundsatz,
dass ein Investitionsobjekt absolut vorteilhafter ist, falls seine Gesamtkosten
geringer sind als jene einer Alternative.67
66
67
Vgl. Kemmetmüller/Bogensberger, 2004, S. 244.
Vgl. Götze, 2008, S. 51.
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