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Berlin-Chemie Newsletter vom 21.02.2012 Wie - Berlin-Chemie AG

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Berlin-Chemie Newsletter vom 21.02.2012
Wie Finanzminister Gesundheitspolitik macht…
In der Regierungskoalition prallen zunehmend verschiedene Ansichten zum Reformkurs
aufeinander
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MDS jagt IGeL
Medizinischer Dienst startet Bewertungsportal - Nur wenige Zusatzangebote finden Zustimmung
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Kliniken: Bescheidene Ärzte
2,3 Prozent Zuwachs für Ärzte, aber nicht medizinische Führungskräfte fahren besser
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„Heilige Kuh“ Hausärztevertrag schlachtreif?
Bayerns Ex-Hausärztechef Dr. Hoppenthaller übt sich in Skepsis
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Arzneimittel-Therapiesicherheit - ein unsicheres Terrain?
Praxissoftware ist mangelhaft / Neues Anforderungsprofil zur Fehlervermeidung
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Versandapotheken: Nicht im Notfall
Ausbau mit Versorgungsrisiken/ IFH-Studie deckt Schwachstellen auf
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Sozialgericht verbietet „Null-Retax“
SG Lübeck entscheidet über Musterklage / BSG-Rechtsprechung verstößt gegen BGB
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7. Kongress für Gesundheitsnetzwerker 2012: Versorgung 2020
Kooperation und Vernetzung? Wie schaut die Zukunft des Gesundheitswesens 2020 aus? Beim
Kongress für Gesundheitsnetzwerker diskutieren Experten die Antwort
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Preis für Gesundheitsnetzwerker 2012 wird verliehen
Große Resonanz bei den Einreichungen – bereits 116 Projekte im Wettbewerb
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Wie Finanzminister Gesundheitspolitik macht…
Gesundheitsminister Daniel Bahr hat es nicht leicht. Nicht nur mit unzufriedenen Akteuren des
Gesundheitswesens muss er klarkommen. Nun durchkreuzt auch der eigene Koalitionspartner in
Form des Finanzministers die Pläne zur anstehenden Pflegereform und mischt sich zudem in die
Kassenfinanzen ein.
Wie kontrovers und komplex politische Themen selbst innerhalb einer Koalition diskutiert werden,
zeigt nicht zuletzt die spannende Nominierung des künftigen Bundespräsidenten Gauck. Weniger
spektakulär aber dennoch spannend sind die Entwicklungen hinter den Kulissen der aktuellen
Gesundheitspolitik. Da wird zurzeit das Konzept von Gesundheitsminister Daniel Bahr für eine
Pflegereform, die immerhin spätestens Mitte des Jahres greifen soll, von dessen Kabinettskollegen
Schäuble zerpflückt. Die Experten des Finanzministers grätschen dabei nicht zum ersten Mal in
Bahrs Pläne. Der Gesundheitsminister musste schon beim Versorgungsstrukturgesetz neu rechen
lassen, bevor es parlamentsreif war.
Das BMG hatte Leistungsverbesserungen bei Demenzkranken in Höhe von rund einer Milliarden
Euro vorgesehen. Der Pflegebeitrag soll zur Gegenfinanzierung ab 2013 um 0,1 Prozentpunkt auf
2,05 Prozent des Bruttoeinkommens steigen. Da diese steuerlich berücksichtigt werden können,
wird nach Berechnung des Finanzministers das Lohn- und Einkommenssteueraufkommen um 135
Millionen sinken und nicht – wie das BMG zugrunde legt – um lediglich „etwa eine Million“. Auch
Mehrausgaben bei der Arbeitslosenversicherung sowie Mehrausgaben, die spätestens 2015 durch
die Pflegereform entstünden, seien nicht gedeckt. Ebenso die medizinisch-organisatorischen
Einsparungen, die Bahr beispielsweise durch weniger Krankentransporte oder ärztliche Visitationen
aufgrund der Regelungen der Pflegereform auf der Positivseite verbuchen möchte, werden von
Schäubles Experten in Frage gestellt. Ob es erneut – ähnlich wie bei der vom Regierungslager
seinerzeit beschlossenen „Basta - wir machen’s“-Regelung zum GKV VStG - kommt, ist in Sachen
Pflegereform mehr als fraglich.
Auf der einen Seite zu wenig, auf der anderen zu viel Geld: So könnte man etwas ironisch den
zweiten Kampfplatz des Gesundheitsministers beschreiben. Während er vor wenigen Wochen noch
die außerordentlich guten Ergebnisse der Krankenkassen, die inzwischen Milliarden-Überschüsse
anhäufen, als Rücklagen für spätestens 2013 erwartete schlechtere Zeiten verstehen wollte,
reklamiert Bahr jetzt, Überschüsse müssten auch den Versicherten zurückerstattet werden. Einige
Kassen, wie beispielsweise die Daimler BKK tun dies sogar. Weitgehend protestieren andere Kassen
allerdings dagegen. Die einen wollen diese Überschüsse (die Schätzungen schwanken für die
gesetzlichen Kassen zwischen 14 und 20 Milliardern Euro) nutzen um Zusatzbeiträge und damit
Wettbewerbsnachteile abzubauen. Andere sehen das finanzielle Damoklesschwert ab 2013, wenn
die dann prognostizierten Ausgaben und befürchtete konjunkturelle Einbrüche die Rücklagen
wieder aufgezehrt haben dürften.
Da den Krankenkassen wohl nicht einheitlich beizukommen ist, hat sich Finanzminister Schäuble
jetzt einen anderen Hebel ausgedacht. Nicht auf die Konten der Beitragszahler sondern in sein
Steuersäckle sollen Überschüsse fließen. Er möchte aufgrund der guten Finanzlage gerne zwei
Milliarden an Steuermitteln (von insgesamt 14 Milliarden bis zum Jahr 2016) streichen, die den
Kassen jährlich zusätzlich zu den Versichertenbeiträgen zufließen. Das Geld kommt teils aus der
Tabaksteuer, mit der seinerzeit „versicherungsfremde Leistungen“ wie Mutterschaftsgeld oder
aber die beitragsfreie Mitversicherung von Angehörigen finanziert werden. Aufgrund der
Gesetzeslage – vor allem Finanzierung des Gesundheitsfonds – sind die Steuerzuschüsse nicht so
ohne weiteres zurückzunehmen. Ausgerechnet Wirtschaftsminister und Ex-Gesundheitsminister
Rösler soll Schäuble aber angeblich dabei unterstützen. Die Frage könnte sich allerdings in einem
neuen Licht stellen, sollte bei einem Regierungswechsel die Finanzierung des Gesundheitswesens
erneut überarbeitet werden. Pläne für eine Bürgerversicherung lassen solches vermuten. Experten
gehen sogar davon aus, dass der Finanzminister seinen jetzigen Vorstoß nicht zuletzt vor diesem
Hintergrund sieht und schon jetzt Pflöcke einrammen möchte, die steuerliche Mitfinanzierung des
Gesundheitswesens zu reduzieren.
Die Kassen protestieren vehement gegen Schäubles Initiative, denn ein Griff in die Steuerkasse zu
ihren Gunsten wäre in der Zukunft wohl kaum wieder in der bisherigen Art zu organisieren. Auch
Bahr ist damit keineswegs einverstanden, würde sein ohnehin geringer Gestaltungsspielraum bei
Reformen damit quasi weg radiert.
Die nächste Runde der Gesundheitspolitik – daran besteht kein Zweifel – wird also deutlich
fiskalpolitische Züge haben und sich weniger mit Struktur- und Versorgungsfragen beschäftigen.
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MDS jagt IGeL
Ärzte sollen sich künftig mit dem Angebot von Individuellen Gesundheitsleistungen zurückhalten.
Krankenkassen wollen 24-Stunden Bedenkzeit für Patienten.
Ein neues Internetportal der Krankenkassen soll Patienten ab sofort über Nutzen und Schaden von
Selbstzahler-Angeboten beim Arzt informieren. Unter www.igel-monitor.de finden gesetzlich
Krankenversicherte Bewertungen zu den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL).
Das Urteil dazu fällt so zumindest nach den ersten Erhebungen äußerst negativ aus. Von 24 nach
Häufigkeit ausgewählten IGeLn bei einer Gesamtpopulation von geschätzt 360 weisen elf eine
negative Nutzenschadensbilanz auf, vier davon sogar deutlich negativ.
Dazu zählen u.a. der Thrombose-Check und die Glaukom-Früherkennung. Als sinnvoll werden
lediglich Reiseimpfungen und der Sportcheck eingestuft. Waren es 2001 noch unter zehn Prozent
der Patienten, denen Privatleistungen angeboten wurden, sieht sich laut Angaben des
Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aktuell fast jeder dritte Patient damit konfrontiert. Es
sind hauptsächlich Fachärzte - vor allem Augen-, Haut- und Frauenärzte sowie Urologen und
Orthopäden - die hier den Kunden häufiger ein IGeL-Angebot machen. Entwickelt wurde der
Monitor vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (MDS).
Der Hauptkritikpunkt lautet, dass Patienten sich nicht ausreichend über die IGeL informiert fühlten.
In vielen Fällen komme kein formeller Behandlungsvertrag zustande, Ärzte verlangten manchmal
eine Vorabzahlung. „Die Versicherten beklagen sich darüber, dass Zeitdruck aufgebaut wird, dass
keine fundierte Entscheidung möglich ist“. Deshalb fordert Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des
GKV-Spitzenverbandes, eine grundsätzliche 24-stündige Einwilligungssperrfrist für IGeL-Leistungen.
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Kliniken: Bescheidene Ärzte
Der Kienbaum-Vergütungsreport verzeichnet nach einer Stagnation im Vorjahr für 2011 wieder
einen bescheidenen Anstieg der Gehälter in den Krankenhäusern. Dabei geraten die Ärzte
gegenüber dem Verwaltungspersonal ins Hintertreffen.
Die positive Nachricht zuerst: Die Gehälter der Führungskräfte in den Krankenhäusern sind im
vergangenen Jahr nach einer Durststrecke in 2010 wieder gestiegen. Bei den Ärzten betrug der
Zuwachs 2,3 Prozent. Die nicht ärztlichen Führungskräfte konnten sich sogar über 2,7 Prozent mehr
im Geldbeutel freuen. Auch für das laufende Jahr stehen Gehaltssteigerungen von weiteren zwei
Prozent im Raum. Gerade bei den Spitzeneinkommen handelt es sich hier nicht um Peanuts.
Geschäftsführer bekommen im Vorjahresvergleich durchschnittlich 4.000 Euro zusätzlich und
verbuchen insgesamt rund 156.000 Euro. Ein Chefarzt verfügt über ein Jahressalär von 266.000
Euro, während ein ärztlicher Direktor mit knapp der Hälfte, nämlich 123.000 Euro, auskommen
muss. Nach wie vor schlechter gestellt sind Frauen, die auf der Geschäftsführerposition fast zehn
Prozent weniger erhalten als ihre männlichen Kollegen. Noch drastischer ist die finanzielle
Benachteiligung im medizinischen Sektor. Chefärztinnen verlieren allein geschlechtsbedingt 20.000
Euro. Ausgleichen lässt sich dieser Nachteil mit einer Promotion. Der Doktortitel zahlt sich für
Führungskräfte mit 188.000 Euro gegenüber 163.000 Euro jedenfalls aus. Nachdem drei Viertel
aller Führungskräfte im Klinikbereich einen Hochschulabschluss nachweisen können, stellen
immerhin 15 Prozent Gehaltsempfänger mit Doktortitel diesen Vorsprung für sich wieder her.
Firmenwagen als zusätzliches Privileg stellen Krankenhäuser ihren Chefs relativ selten. „Nur“ knapp
70 Prozent erhalten derartige Zusatzleistungen, die in der Wirtschaft immerhin mit 54.000 Euro
pro Jahr und Fahrzeug angesetzt werden. Die Leitungsebene im Krankenhaus muss sich mit
„kleineren“ Autos mit einem Abschreibungswert von 35.000 Euro pro Jahr begnügen. Der
Kienbaum-Vergütungsreport beruht auf einer Datenerhebung von 2400 Mitarbeitern aus 180
Kliniken.
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„Heilige Kuh“ Hausärztevertrag schlachtreif?
Bayerns Hausärzte sehen den AOK-Hausärztevertrag mittlerweile mit gemischten Gefühlen. Sogar
dessen energischster Verfechter, Dr. Hoppenthaller, übt sich mittlerweile in Sekpsis.
Der Ex-Chef des Bayerischen Hausärzteverbands, Dr. Wolfgang Hoppenthaller, fühlt sich offenbar
erleuchtet und ist aus der Sicht der Hausarztvertragsgegner möglicherweise bereits auf dem Weg
vom Saulus zum Paulus. Bei genauer Analyse, so Hoppenthaller, führe der Erfolg des Vertrags quasi
auch zum Kardinalfehler des Werkes. Wenn sich nämlich zu viele Teilnehmer in den AOKHausarztvertrag einschrieben, komme es bei einer Überschreitung des Gesamtbudgets schnell zur
vertraglich vereinbarten Kürzung der Grundpauschale. Von Planungssicherheit für den Arzt könne
dann keine Rede mehr sein, Gewinner bleibe aber die AOK. Die Tatsache, dass im Rahmen des
Gesamtbudgets teils deutlich besser honorierte Einzelleistungen abgerechnet würden, könne eine
Mengenausweitung initiieren, die die Grenzen des Budgets schnell sprenge und letztlich wirke, wie
der im KV-System hinlänglich bekannte konsekutive Punktwerteabfall. Insgesamt biete der
Hausarztvertrag aber derzeit noch eine „eher bescheidene Honorarverbesserung von im Schnitt elf
Euro pro Patient und Quartal. Bei der Übermacht der Kassen sei dennoch Skepsis angebracht.
Kritiker bemängeln möglicherweise nicht zu Unrecht, dass der „Anreiz“, die „richtigen“ Chroniker in
die „richtigen“ Verträge einzuschreiben und damit kurzfristige Honorarvorteile zu erzielen,
langfristig doch nicht die gewünschte Wirkung haben könnte.
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Arzneimittel-Therapiesicherheit - ein unsicheres Terrain?
Mangelnde Information zur Medikation von Patienten führt zu Gesundheitsschäden,
Krankenhausaufenthalten und Ressourcenverschwendung durch mangelhafte Compliance. Ein
neues Programm soll diese Lücken schließen.
Während es perfekt ausgefeilte Softwareprogramme für die Abrechnung gibt, ist das Thema
Arzneimitteltherapiesicherheit in den Arztpraxen für die EDV-Branche offenbar Terra incognita. Zu
diesem Ergebnis kommt jedenfalls Dr. Ferdinand M. Gerlach, Direktor des Frankfurter Instituts für
Allgemeinmedizin (IfAM). Dabei ist der durch fehlende Information hervorgerufene Schaden
enorm. Gerlach schätzt in einer Meta-Analyse, dass von 1000 Patienten 180 von unerwünschten
Arzneimittelwirkungen betroffen sind, davon vermeidbar 40. Von denen wiederum landen fünf
Patienten infolgedessen im Krankenhaus. Betroffen sind vor allem Ältere. 15 Prozent erhalten
ungeeignete Medikamente oder es werden Kontraindikationen nicht berücksichtigt, wobei das
Risiko mit jeder zusätzlichen Verordnung steigt. Bei 23 Prozent der Patienten erfolgt mindestens
eine Medikamentengabe ohne Anpassung an die Nierenfunktion. 25 Prozent der relevanten
Wechselwirkungen werden nicht beachtet - mit klinisch relevanten Interaktionsrisiken. Der Kern
des Problems ist für Gerlach, dass es jenseits der Zulassung kaum Anwenderstudien und schon gar
keine Praxissoftware gibt, die ein Verknüpfung relevanter AM-Infos zu den Patientendaten
herstellt. Aus diesem Grund hat das Institut jetzt als ersten Schritt ein Lastenheft mit den
wichtigsten Anforderungen erarbeitet. Die Top 10 der prioritären Anforderungen beinhaltet
zunächst die Erfassung der klinischen Basisdaten des Patienten und zwar so, dass sie für
automatische Überprüfungen jederzeit verfügbar sind.
Darauf setzt ein valider Medikationsplan auf, der die Verordnung von der Rezeptausfertigung
trennt und mit einer Einnahmeanweisung verknüpft ist. Die Dosisanpassung erfolgt als Extra.
Eingebaut ist ein Warnmodul für Arzneimittelallergien und die automatische Überprüfung auf
Wechselwirkungen. Um den „barking dog“- Effekt zu vermeiden, sollen Warnmeldungen nach
Dringlichkeit gestuft werden und den Arbeitsablauf nur bei erheblicher Tragweite unterbrechen.
Ein verständlicher Medikationsplan für Patienten kann ebenfalls für mehr Sicherheit in der
Arzneimitteltherapie sorgen. Dieser Plan ist auch Teil des Arzneimittelkonzepts der KBV und der
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, das als Modell erprobt werden soll.
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Versandapotheken: Nicht im Notfall
Die Versandapotheken in Deutschland sind auf dem Vormarsch. Den Markt teilen sich zu 90 Prozent
die 50 größten unter den insgesamt 3000 Apotheken mit Internethandel.
Patienten nutzen als Wiederholungskäufer und zur Bevorratung in zunehmendem Maße den
Internettresen von Apotheken. Der Umsatz, der in diesem Bereich von 3.000 Apotheken generiert
wird, beträgt inzwischen rund 1,3 Milliarden Euro (von insgesamt gut 30 Milliarden Ausgaben für
Medikamente zu Lasten der GKV). Den Löwenanteil von 90 Prozent teilen sich allerdings fünfzig
Apotheken. Neben der Medikamentenabgabe läuft dort das Zusatzgeschäft mit Kosmetika
besonders gut und verursacht bei den Präsentapotheken schmerzhafte Einbußen. Wenn aber
Beratungsleistungen nachgefragt oder die Akutversorgung gesichert werden soll, gibt es Defizite
und Lücken. 93 Prozent der Bevölkerung wollen in diesem Zusammenhang nicht auf den direkten
Kontakt vor Ort verzichten. Doch die Kleinen haben es vor der starken Konkurrenz immer
schwieriger wirtschaftlich mitzuhalten.
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Sozialgericht verbietet „Null-Retax“
Die Null-Retaxation steht auf dem gerichtlichen Prüfstand und verstößt nach Ansicht des klagenden
DAV gegen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches.
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat in einem Musterverfahren vor dem Sozialgericht
Lübeck erfolgreich gegen die Praxis der Krankenkassen geklagt, nach der Apotheken bei
Nichtbedienung des Rabattvertrages auf Null retaxiert wurden. Damit weicht das Untergericht von
der noch aktuellen Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes ab. Bisher verlieren demnach
Apotheken selbst bei kleinen Fehlern in der Belieferung von Rezepten nicht nur das Recht auf
Vergütung, sondern auch den Anspruch auf jeglichen Wertersatz. Dies bedeutet, dass der Abgeber
das Arzneimittel aus eigener Tasche bezahlt, selbst bei korrekter Versorgung des Patienten. Dies
widerspricht nach Meinung der Kläger den Bestimmungen des BGB. Mit dem noch nicht
rechtskräftigen gegenteiligen Urteil des Untergerichts in den Händen will der DAV den Streit in
Sprungrevision vor dem BSG in Kassel austragen.
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7. Kongress für Gesundheitsnetzwerker 2012: Versorgung 2020
Seit Jahren wächst zusammen was zusammengehört – eine vernetzte Gesundheitsversorgung nützt
den Patienten, das fördert Effektivität im System. Beim 7. Netzwerkerkongress in Berlin am 28. und
29. März 2012 diskutieren Experten mit Betreibern über ihre Erfahrungen und Zukunftsvisionen.
2012 werden die Grundlagen für die Versorgung der Gesellschaft in knapp 10 Jahren gelegt.
Werden bis dahin ausreichend Ärzte für alle Fachrichtungen ausgebildet sein? Werden sie sich an
den Orten niedergelassen haben, an denen Patientinnen und Patienten Bedarf haben? Das
Versorgungsstrukturgesetz verändert die Rahmenbedingungen für das Arbeiten der Ärzte – aber
wird es damit auch besser? Werden genügend Anreize gesetzt, um die schon erkennbaren
Probleme in strukturschwachen Regionen lösen zu können? Und wie werden sich die neuen Ideen
auswirken – wie wird sich der neue dritte Sektor entwickeln?
Über all diese Fragen diskutieren drei Monate nach Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes,
vom 28. bis 29. März 2012, Gesundheitsnetzwerker aus ganz Deutschland beim Jahreskongress in
Berlin auf dem Campus Virchow-Klinikum der Charité mit Ärzten sowie Vertretern aus der Politik.
Weitere Informationen und Teilnahme: www.gesundheitsnetzwerker.de
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Preis für Gesundheitsnetzwerker 2012 wird verliehen
Die Einreichungsfrist ist abgelaufen. Zum ersten Mal wurde der Preis für Gesundheitsnetzwerker
ausgelobt. Für integrierte Versorgungsprojekte in der Umsetzung und für eine gute Idee standen je
10.000 Euro zur Verfügung.
Insgesamt reichten 116 Projekte einen Antrag ein. Davon waren 27 Einreichungen im Bereich der
Idee, 89 in der Umsetzung befindliche. Damit hat der Preis bereits im ersten Jahr eine erstaunliche
Resonanz hervorgerufen.
Angesichts der Fülle der interessanten Projekte entschied sich die Jury eine Shortlist mit den
preiswürdigsten Projekten zusammenzustellen. Die Shortlist ist unter
www.gesundheitsnetzwerker.de veröffentlicht.
Der Preis wird im Rahmen des Kongresses für Gesundheitsnetzwerker am 28. März 2012 von der
Vorsitzenden der Jury, Frau Gudrun Schaich-Walch (Staatssekretärin a.D.), übergeben. Weitere
Mitglieder der Jury sind: Prof. Dr. Amelung (BMC), Prof. Dr. Ehlers (Ehlers, Ehlers & Partner), Fr.
Eble (Berlin-Chemie AG), Prof. Dr. h.c. Rebscher (DAK-Gesundheit, vertreten durch Dr. Helfrich), Dr.
med. Wambach (QuE eG., Praxisnetz Nürnberg Nord).
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Herausgeber: Berlin Chemie AG, Abteilung Gesundheitsmanagement
Glienicker Weg 125 | 12489 Berlin | fon: +49(0)30-6707-3735
fax: +49(0)30-6707-2103| einblick@berlin-chemie.de
Redaktion: Susanne Eble (V.i.S.d.P.), Leiterin Gesundheitsmanagement; Pia Maier, Referentin
Strategisches Gesundheitsmanagement; Kristin Müller, Sachbearbeiterin
Realisation: Thomas Grünert (Vincentz Network Berlin)
© 2012 Berlin-Chemie AG
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