close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Erfolgreich abnehmen, aber wie? - MDR

EinbettenHerunterladen
Seite 1 von 6
1 1
I n f o r m a t i o n s m a t e r i a l
v o m
1 5 . 0 5 . 2 0 1 4
Erfolgreich abnehmen, aber wie?
Jeder zweite Deutsche ist übergewichtig. Jeder vierte ist sogar so dick, dass er als adipös, als krankhaft fettleibig gilt. Es gibt mehr dicke Männer als Frauen und der Osten
bringt ein paar mehr Pfunde auf die Waage als der Westen. Die Statistik aus dem Gesundheitsmonitoring des Robert-Koch-Instituts zeigt: Deutschland hat ein dickes Problem!
Zehn Gründe, warum sich der Weg zum
Wunschgewicht lohnt!
Wer sein Gewicht in den Normalbereich
bringt und auch halten kann, geht nicht nur
leichter durchs Leben, sondern hat auch
erhebliche gesundheitliche Vorteile.
Die Gelenke werden entlastet!
Je mehr Gewicht auf den Gelenken lastet,
umso mehr müssen Hüfte oder Knie täglich
aushalten. Wer überflüssige Kilos abbaut,
hat gute Chancen gelenkbedingte Schmerzen loszuwerden.
Der Blutdruck sinkt!
Nur ein Kilo weniger und der Blutdruck
sinkt. Und damit auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Man schläft besser!
Schnarchen und Atemaussetzer in der Nacht
sind bei Übergewichtigen weitaus häufiger
als bei schlanken Menschen. Der Grund:
auch Zunge und Mandeln sind vergrößert,
die Atemwege verengt.
Die Leber wird entlastet!
Eine Fettleber muss ständig schwer schuften. Und je fetter die Leber, desto höher ist
das Risiko für schmerzhafte Entzündungen,
Diabetes und sogar Krebs.
Herz und Kreislauf können sich entspannen.
Je mehr Übergewicht man hat, desto mehr
Blut müssen Herz und Kreislauf durch den
Körper pumpen. Normalgewicht entlastet
also unser Herz.
Der Blutzucker sinkt!
Übergewicht ist einer der Hauptgründe für
die Entstehung von Diabetes. Wenn übergewichtige Typ-2-Diabetiker stark abnehmen, sinkt auch der Blutzucker. Im Idealfall
kommt er sogar wieder ganz in den Normalbereich.
Den Nieren geht es besser.
Auch den Nieren geht es bei Normalgewichtigen besser. Werden sie ständig überfordert, können sie irgendwann mit Nierenversagen reagieren.
Die Haut freut sich.
Menschen mit hohem Übergewicht leiden
mehr an trockener Haut, Juckreiz, Entzündungen und Ekzemen.
Das Risiko für Harnwegsinfekte sinkt.
Übergewichtige leiden eher an Harnwegsinfekten und dem Tabuthema Blasenschwäche als Schlanke. Auch hier können ein paar
Kilo weniger auf der Waage Besserung
bringen.
Das Krebsrisiko sinkt.
Wer stark übergewichtig ist, hat ein höheres
Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Auch
Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei
Männern tritt häufiger bei starkem Übergewicht auf.
Dubiose Schlankheitspillen – Wie Verbraucher getäuscht werden!
Wenn man der Werbung glaubt, ist abnehmen ganz einfach. Einfach eine Pille einwer1
Seite 2 von 6
fen, schon purzeln die Pfunde. Mit welchen
Tricks die Verbraucher dabei getäuscht werden, hat Hauptsache Gesund an einem Beispiel recherchiert!
Helga verlor laut Internet in nur vier Wochen
13 Kilogramm, Ute 25 Kilogramm und Frank
sogar 38 Kilogramm! Und alles dank der
Wundermittel: Redunovin und Oxitamin. Im
Internet werden sie derzeit überall angepriesen! Die Werbeversprechen: Abnehmgarantie, keine Nebenwirkungen, kein Jo-JoEffekt. Oxitamin soll den Darm reinigen,
Redunovin beim Abnehmen helfen. Und das
alles durch die Kraft von Apfelessig, Koffein,
weißem Tee, Maquibeere und der AcaiBeere. Kostenpunkt: 90 Euro! Bei diesen
Versprechen werden wir skeptisch.
Bei unserer Recherche stoßen wir auf einen
Artikel, veröffentlicht in der „ApothekenWoche“. Moment mal: „ApothekenWoche“? Das Logo dieser Zeitung sieht fast
genauso aus, wie das der „ApothekenUmschau“. Handelt es sich bei der „Apotheken-Woche“ um eine billige Fälschung?
Wir schauen uns das genauer an: Reporterin
Julia Meyer Hinrichs testet für diese Zeitschrift Redunovin und Oxitamin. Sie berichtet von sensationellen Ergebnissen, will
selbst mit den Mitteln 13 Kilogramm verloren haben. Wir wollen diese Journalistin
kontaktieren. Doch wir müssen feststellen:
Julia Meyer Hinrichs gibt es nicht. Zumindest
nicht als Reporterin. Das Bild von ihr stammt
aus einer Modelkartei. Jeder kann ihre Fotos
für nicht mal vier Euro kaufen und verwenden.
Und das ist längst nicht alles. Der freundliche Dr. Hilberger, seines Zeichens wissenschaftlicher Beirat der ominösen „Apotheken-Woche“, bürgt für die Wirksamkeit der
Produkte. Zitat: „Die Kombination von Redunovin und Oxitamin ist die sinnvollste und
effektivste Form zur Gewichtsreduktion. Ich
setze Redunovin und Oxitamin seit einem
Jahr erfolgreich bei Patienten ein.“ Die Bildersuche ergibt: Auch Dr. W. Hilberger ist ein
Fotomodel. Mal posiert er freundlich, mal
kritisch, mal mit Sparschweinchen und mal
für die Ärztekammer Oberösterreichs. Auch
das also eine Werbelüge!
Wir suchen nach Menschen, die Redunovin
und Oxitamin eingenommen haben. In einem Internetforum schreibt eine Frau: „Ich
habe seitdem eine sehr stockende bezie-
hungsweise gar keine Verdauung … fühle
mich zudem aufgeblasen und hab zwei Kiogramm zu- statt abgenommen, ohne mein
Essverhalten geändert zu haben.“
Sind die Pillen also möglichweise sogar gesundheitsgefährdend? Wir lassen sie in der
Landesuntersuchungsanstalt in Dresden
überprüfen. Im Labor werden die Inhaltsstoffe genau nach ihren Anteilen aufgeschlüsselt. Das Ergebnis: „Eine Darmreinigung ist nicht zu erwarten. Eine Gewichtsreduktion auch nicht, denn die Mengen an
wirksamen Substanzen sind zu gering“,
erläutert Lebensmittelchemikerin Katrin
Jänel. Immerhin, gesundheitsgefährdende
Stoffe enthalten die Pillen nicht. Aber: „Wir
haben festgestellt, Oxitamin wird mit MacaiPulver hergestellt. In der EU ist das als neuartiges Lebensmittel einzustufen, für das
keine Zulassung vorliegt. Es kann hier noch
rechtliche Probleme geben“, so Katrin Jänel.
Wissenschaftlich konnte bisher weder für
Redunovin noch für Oxitamin jemals eine
fettreduzierende Wirkung bestätigt werden.
Der Wunsch mit diesen Mitteln abzunehmen, zerbröselt damit zu Staub.
Augen auf, beim Pillenkauf!
Werden Sie skeptisch, wenn:
- Kein Impressum auf der Internetseite
hinterlegt ist
- Das Produkt aus dem Ausland
kommt
- Die Domain aus dem Ausland
stammt
- Ärzte spezielle Produkte empfehlen
- Vorher/Nachher-Bilder gezeigt werden
- Lediglich eine Verkaufsabsicht erkennbar ist
Zehn Tipps, wie das Abnehmen gelingen kann!
Formulieren Sie ein realistisches Ziel.
Wie viele Kilos möchten Sie abnehmen?
Bleiben Sie dabei realistisch. Ein Kilogramm
im Monat ist ein guter Erfolg. Überlegen Sie
sich auch Etappenziele. Belohnen Sie sich,
wenn Sie es geschafft haben – zum Beispiel
mit einer neuen Hose, nicht unbedingt mit
einem Sahneeisbecher.
Frühstücken Sie!
Studien haben gezeigt: Menschen, die früh
etwas essen, haben ein geringeres Risiko
2
Seite 3 von 6
dick zu werden.
Regelmäßige Mahlzeiten.
Sie sind das beste Mittel gegen Heißhunger
und beugen einem niedrigen Blutzuckerspiegel vor.
Zettel schreiben!
Eine Einkaufsliste ist ein guter Schutz gegen
zu viele Kalorien im Einkaufswagen. Und
kaufen Sie nicht hungrig ein.
Kleingedrucktes lesen.
Der kritische Blick auf die Inhaltsstoffe entlarvt unnötige Kalorien und spart bares
Geld. Stehen Fett und Zucker ganz vorn,
Hände weg.
Überlisten Sie sich selbst!
Studien haben gezeigt: Wer von kleineren
Tellern isst, wird schneller satt. Oder tauschen Sie einfach die Portionsgrößen auf
ihrem Teller: ein kleineres Stück Fleisch, dafür die doppelte Portion Gemüse.
Gezielt Muskulatur aufbauen!
Muskeln verbrennen mehr Energie als Fettgewebe. Mit mehr Muskeln verlieren Sie
sogar im Schlaf Kalorien.
Jede Bewegung zählt!
Vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, den
Garten umgraben, die Fenster putzen – all
diese Aktivitäten verbrennen Kalorien. Je
regelmäßiger man sich bewegt, desto besser
klappt die Fettverbrennung.
Lenken Sie sich ab!
Werden Sie aktiv, treffen Sie sich mit Freunden, gehen Sie ins Theater oder ins Konzert.
Wenn Sie mit etwas anderem beschäftigt
sind, kommen Sie gar nicht erst in Versuchung ständig zu essen.
Nehmen Sie sich Zeit!
Es braucht Zeit, sich einen schlanken Lebensstil zuzulegen. Wer langsam abnimmt,
gerät nicht so schnell in die Jo-Jo-Falle. Bleiben Sie also geduldig.
Satt essen und trotzdem abnehmen
Kohlsuppendiät, Brotdiät, Saftdiät, Nulldiät
sogar eine Schabefleischdiät – Marlies F. hat
sie alle ausprobiert. Trotzdem hat die Dresdnerin so ab Mitte 40 jedes Jahr stetig zugenommen. Bis sie aus ihrer Küche eine
Experimentierwerkstatt macht. Sie zählt
keine Kalorien mehr, kombiniert die „unerhörtesten“ Zutaten und verschafft sich somit neue Geschmackserlebnisse und Genuss. Ihr Wunschgewicht erreichte sie nach
dem Motto: „Ich muss essen, um schlank zu
sein!“ Und ihre neue Ernährung mit vielen
Ballaststoffen, mehr Gemüse, mehr Gewürzen und weniger weißem Mehl und Zucker
hat einen angenehmen Nebeneffekt: Sie
brachte auch ihre Cholesterin-, Blutdruckund Leberwerte in den Normalbereich.
Hier eine Rezeptidee aus ihrer Experimentierwerkstatt:
Spargel-Erdbeer-Salat
Zutaten:
500 g frischen grünen Spargel (evtl. auch
ein paar Stangen weißen)
500 g frische Erdbeeren
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 EL weißen Balsamico-Essig
etwas Salz
½ Chilischote
etwas klein geschnittenen Ingwer
bunter Pfeffer
3 EL Öl zum Braten
etwas Walnussöl
Zitronensaft zum Verfeinern
2 EL Pinienkerne
Gänseblümchen zum Garnieren – wer es
mag
So geht’s:
Den Spargel waschen, putzen und die Stangen in etwa 3 Zentimeter lange Stücke
schneiden, die Köpfe separat legen. Wenn
Sie weißen Spargel dazu nehmen, diesen
dann in wenig Salzwasser etwa zehn Minuten kochen. In einer Pfanne Öl erhitzen,
klein geschnittene Frühlingszwiebeln, Ingwer und Chilischote mit den grünen Spargelstangenteilen etwa acht Minuten dünsten, nach zwei bis vier Minuten die Köpfe
dazugeben (der Spargel sollte bissfest bleiben), dazu anschließend (wenn man beide
Spargelsorten wählt) den vorgedünsteten
weißen Spargel dazu geben und weitere
zwei bis drei Minuten in der Pfanne
schwenken. Das Ganze mit Balsamico-Essig
ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen. Die
gewaschenen Erdbeeren ganz oder halbiert
nur kurz durchschwenken und abschmecken. Den Salat lauwarm auf Tellern anrichten, mit gerösteten Pinienkernen oder Walnusshälften bestreuen, mit Walnussöl und
Zitronensaft beträufeln und, wenn man
mag, noch mit Blüten (zum Beispiel einigen
Gänseblümchen) garnieren.
Buchtipp: Marlies Fuchs: Schlank leben
ohne Diät. Praktische Tipps und Rezepte, die
3
Seite 4 von 6
schnell und leicht umzusetzen sind. Verlag:
Saxo-Phon. 128 Seiten, 7,99 Euro
Erhältlich im Buchhandel und über:
www.saxophon-verlag.de
Abnehmen per Handy?
Gesundheits-Apps erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Einige Zuschauer berichteten Hauptsache Gesund auch von ihren
Erfolgen beim Abnehmen per Handy. Die
kleinen Alltagshelfer enthalten häufig ein
Ernährungstagebuch, zählen Kalorien oder
motivieren zum Sport treiben.
Verbraucherschützer warnen jedoch, dass
nicht immer aus der App hervor geht, wer
diese jeweils anbietet. In vielen Fällen fehlt
das Impressum, so dass der Nutzer nicht
weiß, wem er seine Angaben zu Gewicht,
Geburtsdaten und Ernährungsgewohnheiten eigentlich anvertraut.
Hier einige Apps zum Abnehmen:
App
SmartphoneEigenschaften
Betriebssystem
„Noom“
Android
„Meal
Snap“
iPhone
„Runtastic
Laufen und
Fitness“
Android
„Glyndex“
iPhone
„Calorie
Counter“
von „FatSecret“
„Freeletics“
Android
„ShapeUp
Club“
Android
iPhone,
Kosten
Ernährungstagebuch, Schrittzähler
Gewichtsdiagramm, persönlicher
Abnehmplan Ernährungscoach
Kalorienzähler per Foto, analysiert
die Zutaten und schätzt die Kalorienmenge
Lauf- und Fitness-App mit Trainingstagebuch, zeichnet mithilfe
von GPS die Sport- und Fitnessaktivitäten auf, berechnet Geschwindigkeit, Höhenmeter und verbrannte Kalorien
Lebensmitteldatenbank, beinhaltet
glykämischen Index von über 900
Lebensmitteln
Programm um Kalorien und Nährwertangaben für Lebensmittel zu
ermitteln, Benutzerkonto muss
angelegt werden
reine Fitness-App, speichert Trainingszeiten, man kann auch gegen
Freunde antreten, Workouts mit
Video-Anleitung
Kalorienzähler, Abnehmplan, Statistiken, jede Mahlzeit muss eingetragen werden
Die Physik des Abnehmens
Abnehmen, das ist alles eine Sache der Physik. Wie und wie schnell wir abnehmen,
lässt sich ausrechnen, weiß der Physiker und
Trainingswissenschaftler Martin Apolin. Der
Österreicher hat festgestellt, dass zum Thema Abnehmen öffentlich weltweit am meisten gelogen wird. „Die bittere Wahrheit ist,
dass Abnehmen leider länger dauert, als es
in den Medien pausenlos suggeriert wird.
Man muss, um ein Kilogramm abzunehmen,
kostenlos
ca. 2,69 Euro (im
Apple iTunes
Store)
kostenlos (im
Google Play Store)
3,59 Euro (AppleiTunes Store)
kostenlos (Google
Play Store)
4,99 Euro (iTunes
Store)
Kostenlos, Goldversion knapp 7
Euro monatlich
sinnvollerweise schon einen Monat veranschlagen. Dazu muss man die Nahrung ungefähr um zehn Prozent reduzieren“. Und
sich natürlich mehr bewegen. Doch was
bringt Bewegung genau? Einige Beispiele:
Treppe laufen: Eine Person von 80 Kilogramm verliert etwa ein Kilo Körperfett,
wenn sie ein Jahr lang konsequent die
Treppen in den vierten Stock läuft.
Spazieren gehen: Eine Frau von 60 Kilogramm müsste 67 Stunden oder 201 Kilo4
Seite 5 von 6
meter gehen, um 1 Kilogramm abzunehmen.
Joggen: Wenn ein Mann von 100 Kilogramm rund 1 Kilogramm abspecken will,
muss er dafür 70 Kilometer laufen. Um auf
den Gegenwert von einem großen Bier zu
kommen, heißt es 2,5 bis 3,5 Kilometer
joggen.
Rad fahren: Auch nicht besser. Die körperliche Belastung ist nämlich nur halb so hoch
wie beim Joggen.
Sex: Auch hier hat Martin Apolin nachgerechnet. Die körperliche Belastung beim Sex
ist vergleichbar mit langsamem Gehen. Um
mit Sex 1 Kilogramm abzunehmen, müsste
man 50 bis 60 Stunden aktiv sein.
Fazit: Die nackten Zahlen können einem die
Laune beim Abnehmen schon ziemlich verderben. Doch langfristig helfen auch die
kleinen Dinge. Ab jetzt einfach die zwei
Stück Zucker zum Morgenkaffee weglassen
– dann können Sie übers Jahr schon 1,2
Kilogramm abnehmen. Nicht viel, dafür aber
wissenschaftlich gesichert.
Buchtipp: Martin Apolin: Mach das!: Die
ultimative Physik des Abnehmens. Ecowin.
2014, 168 Seiten, 16,95 Euro
BMI – Das Maß aller Dinge?
Der Body-Mass-Index (BMI) wird aus Gewicht und Körpergröße berechnet. Und zwar nach folgender Formel: Gewicht in Kilogramm / (Körpergröße in m)2 .
Untergewicht
Unter 18,5
Normalgewicht
18,5 – 24,9
Übergewicht
25 – 29,9
Adipositas
Ab 30
Allerdings ist der BMI nicht das Maß aller Dinge, denn er sagt nichts über Muskelmasse und Fitness aus. Auch die Fettverteilung spielt eine Rolle. Fett am Bauch ist besonders ungesund. Bei
Frauen sollte der Taillenumfang nicht mehr als 88 cm sein, bei Männern 102 cm.
Abnehmen per OP
Extremes Übergewicht lässt sich ab einem
gewissen Punkt schwer mit einer Ernährungsumstellung und Sport bekämpfen.
Etwa ab einem BMI von 40 muss man auch
eine Operation in Erwägung ziehen. Denn
dann geht es oft um 50 Kilo oder mehr, die
über dem Normalgewicht liegen. Laut dem
Register für bariatrische Chirurgie, das in
Gera geführt wird, leben bisher 37.000 Patienten in Deutschland, bei denen der Magen operativ verkleinert wurde. Knapp die
Hälfte bekam einen Magenbypass, rund ein
Drittel lebt mit einem Schlauchmagen. Etwa
15 Prozent der Patienten bekamen ein Magenband. Die Methoden im Überblick:
Magenbypass: Das ist ein Verfahren, bei
dem der Operateur den Magen im oberen
Drittel abtrennt und eine direkte Verbindung zum Dünndarm schafft. So wird der
Magen verkleinert, doch es gibt noch einen
weiteren Effekt: Die Nahrung wird jetzt gezwungen, eine Abkürzung zu nehmen und
so bleibt dem Körper nicht mehr genügend
Zeit, sie zu verdauen. Damit hat er keine
Chance Fettdepots anzulegen. Nach dieser
OP können die Patienten nur noch sehr
kleine Portionen essen, weil der Magen nur
wenig Volumen fasst.
Schlauchmagen: Bei dieser Methode werden fast zwei Drittel des Magens komplett
entfernt. Für den Patienten gibt es dann
kein Zurück mehr. Dafür kann der Magen
auch nach der OP seine Arbeit auf natürliche Weise fortsetzen. Der Magenschlauch
kann als Muskel weiterfungieren.
Magenband: Mit einem Silikonstreifen wird
der Magen im oberen Drittel abgebunden.
So entsteht eine Art Minimagen, der nur
noch für kleine Portionen Platz hat. Patienten können so etwa 50 Prozent ihres Übergewichtes loswerden. Allerdings: Der eng
geschnallte Gürtel ist ein Fremdkörper. Er
kann verrutschen, Übelkeit auslösen und
sogar die Magenwand schädigen. Dann
muss erneut operiert werden. Die Rate ist
relativ hoch.
Ein operativer Eingriff zum Abnehmen will
gut überlegt sein. Das Abnehmen per Skalpell ist eine radikale Maßnahme, auch geht
sie für die Betroffenen nicht ohne Ernährungsumstellung einher. Oft müssen dann
Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich genommen werden, um die ausreichende Ver5
Seite 6 von 6
sorgung mit Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen zu sichern. Einige Verfahren
sind unumkehrbar. Zudem liegt die Ablehnungsquote der Krankenkasse für solche
Operationen bei 70 Prozent. Auch die Kosten für die Nachsorge sind finanziell oft ungeklärt.
Der Fall: Magenverkleinerung mit 16
Jahren
Maria ist 16 Jahre alt und wiegt 133 Kilo.
Sie hat einen beginnenden Diabetes und
bereits Bluthochdruck. Über Jahre schon
versucht sie abzunehmen. Ernährungs- und
Bewegungsprogramme scheitern. Der einzige Ausweg ist eine Operation. Ihr langjähriger Arzt, Prof. Dr. Wieland Kiess vom Uniklinikum Leipzig: „Wir haben das befürwortet und Maria den Rücken gestärkt, weil sie
damit dadurch ganz rasch von einem großen Teil des Übergewichts wegkommt und
dann die Möglichkeit hat dran zu arbeiten.
Ohne die OP wird sie es nicht schaffen, das
zeigen viele Studien.“ Maria bekommt einen
sogenannten Magenbypass. Für Mädchen in
ihrem Alter ist das ein riskanter Eingriff. Ihr
Körper entwickelt sich noch. Jedes Jahr wird
in Deutschland bei zehn Kindern und Jugendlichen der Magen verkleinert. Vorher
wird das Für und Wider genau abgewogen.
Fällt doch die Entscheidung für eine Operation, ist es die letzte Chance. Drei Monate
nach der OP besuchen wir Maria erneut. Ihr
neues Leben hat tatsächlich begonnen. 26
Kilogramm hat sie schon abgenommen und
wirkt wie ausgewechselt. Sie geht zum
Sport. Ihr Blutdruck hat sich schon kurz
nach der Operation gesunken. Auch ihr
Blutzuckerspiegel ist wieder normal. Viel
essen kann sie nicht mehr. „Zum Frühstück
esse ich beispielsweise drei Knäckebrotscheiben, höchstens“, erzählt Maria. Isst sie
zu viel, hat das fatale Folgen. „Da würde ich
sofort brechen. Das ist dann ein komisches
Gefühl im Magen und das muss dann einfach raus.“ Zusätzlich muss sie jeden Tag
Tabletten nehmen: Vitamine, Mineralien
und das ein Leben lang. Dennoch, Maria
wird mit jedem Kilo weniger selbstbewußter.
Gäste im Studio
Prof. Dr. Matthias Blüher, Leiter Adipositas-Ambulanz, Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas, Uniklinikum Leipzig
Marlies Fuchs, Buchautorin
Links
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen Leipzig:
www.ifb-adipositas.de/
Doc Weight – von den Krankenkassen anerkanntes Programm zum Abnehmen:
http://bdem.de/index.php?page=13
Auf der Seite des Kompetenznetzes Adipositas gibt es zahlreiche Links und Adressen
von Instituten, Verbänden und Organisationen rund um das Thema Abnehmen:
http://www.kompetenznetz-adipositas.de/navigen/links.html
Selbsthilfegruppen Adipositas: http://www.adipositasverband.de/shgfinden.html
BMI Rechner: http://www.bmi-rechner.net/
Buchtipps
Elisabeth Lange: Die Nebenbei-Diät. Schlank werden für Zwischendurch. Stiftung Warentest. 2011, 214 Seiten, 16,90 Euro
Wertvolle Tipps, wie Sie dank einfacher Hausmittel Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren und Ihren
Körper wieder ins Gleichgewicht bringen können, finden Sie auch im neuen Hauptsache Gesund-Buch „Meine besten Hausmittel“.
ISBN: 978-3-89883-272-4; 19,95 Euro; Erhältlich im Buchhandel und im MDR-Shop.
Anschrift/ Thema der nächsten Sendung
MDR FERNSEHEN, Redaktion Wirtschaft und Ratgeber „Hauptsache Gesund“
Internet: www.mdr.de/hauptsache-gesund; E-Mail: hauptsache-gesund@mdr.de
Thema der Sendung vom 22.05.2014: „Ich habe Rücken“ – Wege aus der Schmerzfalle
6
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
18
Dateigröße
67 KB
Tags
1/--Seiten
melden