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1 26.02.2010 Sawubona aus Johannesburg! …was soviel wie Hallo

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26.02.2010
Sawubona aus Johannesburg!
…was soviel wie Hallo in der Sprache der Zulu heißt, welche in Südafrika zumeist von der
schwarzen Bevölkerung gesprochen wird. Ich hoffe euch zu Hause geht’s genauso gut wie mir
hier!
Ich hatte einen wirklich sehr guten Flug mit
South African Airways, wenn auch immer
wieder von Turbulenzen unterbrochen, denen
man – aufgrund der starken Stürme über
afrikanischem Boden – beinahe während der kompletten knapp 11 Stunden Flugzeit
ausgesetzt war. Abgeflogen sind wir aufgrund technischer Mängel der Abwasserheizung mit
ca. 30min Verspätung, jedoch berührte das Flugzeug planmäßig 8:40 Uhr südafrikanischen
Boden. Danach ging’s weiter per Taxi nach Parktown (meinem Wohnviertel), was auch wieder
ein Geschichte für sich ist, da ich von dem Typ die Karte in die Hand gedrückt bekam, und ihn
leiten musste..;-)
Die Gegensätze hier in „Egoli“ – der Stadt des Goldes – sind extrem. Gerade noch an
Wellblechhütten vorbeigefahren, warten hinter der nächsten Ecke bereits Luxushäuser mit
Pools, etc. darauf, ins Auge gefasst zu werden.
Ich selber wohne hier wie im Paradies,
denn ich kann den Pool benutzen, mich von
der Sonne
brutzeln lassen und habe im Moment die
ganze Cottage, welche allen möglichen
Luxus bietet, für mich allein. Mit auf dem
Grundstück wohnt meine (supernette)
Gastfamilie, die Ally-Junginger’s,
bestehend aus Ashley, meinem Gastvater,
dessen Geschichte übrigens höchst
interessant ist, da er
unter Nelson
Mandela
aktiver
politischer Gegner des
Apartheidregimes war, Silke, meiner Gastmutter, sowie dem 18
jährigen Kevin und der 14 jährigen Khaya.
Am ersten Tag hier bin ich in der Sonne eingeschlafen, und hab mich von oben bis unten
verbrannt, denn die afrikanische Sonne ist heiß, sehr heiß, wie ich mit Blick auf den eigenen
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Leib feststellen musste. Am selben Abend war ich dann mit Kevin abends im Kneipenviertel
Melville essen und ein bisschen das nächtliche Jo‘burg genießen. Und wir wurden nicht mal
überfallen... ;-)
Dennoch waren wir aber natürlich mit dem Auto unterwegs, denn zu Fuß ist es einfach zu
gefährlich. So sind beispielsweise alle Häuser in meinem Viertel hermetisch nach außen
abgeriegelt und zusätzlich durch Elektrozaun und Alarmanlage gesichert. Selbst auf meinem
täglichen Weg zur Deutschen Internationalen
Schule Johannesburg werde ich teilweise von
einem Sicherheitsmann der „Neighbourhood
Watch“ (Nachbarschaftswache) auf einem
Fahrrad begleitet. Das Thema Kriminalität ist
allgegenwärtig. So kennt jeder Lehrer mit dem
ich gesprochen habe, Fälle von Betroffenen im
Bekanntenkreis oder blickte dem Einbrecher
selbst sogar schon einmal ins Auge. Kevin, mit
dem ich mich übrigens sehr gut verstehe, wurde
ebenfalls schon einmal Opfer eines Übergriffs,
bei dem ihn 2 Männer, mit Messern bewaffnet,
freundlich baten, ihnen doch bitte Geld und
Handy auszuhändigen, was er natürlich auch tat,
denn immerhin boten die 2 freundlichen Herren ihm im Gegenzug sein Leben an.
Trotzdem darf man sich durch solche Geschichten nicht entmutigen lassen, denn wenn man
einmal hinter die Fassade der hohen Kriminalitätsrate blickt, so erwartet einen nicht nur eine
Stadt mit höchst interessanter Vergangenheit und Gegenwart, sondern ebenfalls ein wirklich
wunderschöner Ort – eingebettet in eine Natur, die Gott nicht schöner und eindrucksvoller
hätte zeichnen können – der von Menschen aller
Hautfarben bewohnt wird, die noch dazu geradezu
immer freundlich sind und stets ein herzliches
Lächeln und/oder einen lockeren Spruch auf den
Lippen haben; was ich hauptsächlich bei der
schwarzen Bevölkerung hier bemerkt habe.
Selbst in der Schule wurde ich von dem Zuständigen
– der übrigens Afrikaans, Englisch, Deutsch, isiZulu,
& isiXhosa spricht – äußerst freundlich
aufgenommen. Auch das restliche Kollegium samt
Schulleiter ist sehr umgänglich. Ich kann selber
bestimmen, wie ich meine Tage hier an der DSJ
verbringe, also bei welchen Lehrern ich gerade
hospitiere oder welchen Unterricht ich selber gebe.
So habe ich schon einige Afrikaans-Stunden
besuchen dürfen, wobei ich mir manchmal echt das
Lachen verkneifen musste, da diese Sprache der
Niederländischen sehr ähnlich ist. Die „Arbeit“ mit den Kindern selbst ist locker, entspannt und
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macht wirklich Riesenspaß, da Sie es einem mit ihrer
aufgeschlossen und ehrlichen Art sehr einfach machen, zu
ihnen durchzudringen.
Das Schulgelände an sich ist mit keiner deutschen
Einrichtung vergleichbar. So befindet sich die Schule auf
einem riesigen(!) Gelände, auf dem ein Fußball-, ein
Baseball-, sowie zwei Tennisplätze und ein Schwimmbad
bequem
Platz finden, obwohl hier an der
DSJ der Sport nicht ganz so groß
geschrieben wird, wie an anderen
südafrikanischen
Schulen. Außerdem
befindet sich
auch noch der Kindergarten „Regenbogenkids“
samt Vorschule auf dem Gelände und sorgt so
zusammen mit der Schule dafür, dass hier
Kinder und Jugendliche wirklich jeden Alters,
Hautfarbe und Nation untergebracht sind –
ganz im Sinn der „Regenbogennation“ Südafrika.
Am Donnerstag habe ich zusammen mit einigen Lehrern, dem
Hausmeister und einem Volunteer einer Kirchgemeinschaft Fußball gespielt und danach mit
dem Sohn meiner Gastmutter wieder einmal das nächtliche Jo’burg unsicher gemacht.
Diesmal ging’s zum Billard spielen in eine angesagte Sportbar und danach weiter in die
wahrscheinlich berühmteste Bar des Kneipenviertels Melville, in der ich glaube ich der einzige
Weiße war, was aber überhaupt kein Problem darstellte. Heute Abend wollen wir die Clubs der
Megacity besuchen und uns die Partyszene Johannesburgs einmal etwas genauer ansehen.
Nächsten Dienstag werde ich höchstwahrscheinlich mit einem Lehrer und einer weiteren
Praktikantin in eine Schule nach Soweto (South West Townships) fahren, wo die Klassenstärke
schon einmal um die 60 Schüler betragen kann, worauf ich mich besonders freue.
Soweit wäre dass dann erst mal alles. Ich lebe hier wie die Made im Speck, wie ihr ja sicherlich
auf den Bildern erkennen könnt. Das Einigste was ich bedaure ist, dass die erste Woche hier
schon beinahe vergangen ist.
Ich genieße es hier zu sein und bin überglücklich, diesen Schritt gemacht zu haben.
Sonnige Grüße aus Südafrika und Sizobonana!
Euer Florian
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