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Bilder der Bildung: Wie Medien die Schule zeigen - PHBern

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Podium Pestalozzianum 2010
Bilder der Bildung:
Wie Medien die Schule zeigen
Thomas Hermann
Norbert Grube
Boris Boller
Peter Stücheli-Herlach
Katharina Urbahn
Angelica Hüsser
Inhaltsverzeichnis
3
Wenn Medien Schule machen
Podium Pestalozzianum 2010
4
Thomas Hermann und Norbert Grube Ein ambivalentes Rollenbild: Bildliche Präsenz und Darstellung von
Lehrpersonen in der Presse
9
Boris Boller Imagewandel von Lehrberuf und Schulreformen in der Öffentlichkeit
12 Peter Stücheli-Herlach, Katharina Urbahn und Angelica Hüsser «Es wird reformiert, und keiner weiss es»
Pädagogische Hochschulen im Spiegel der Medien
16 Über die Autorinnen und Autoren
17 Bisherige Podien
18 Die Stiftung Pestalozzianum
Wenn Medien Schule machen
Die Schule ist zu einem Top-Thema der öffentlichen Medien
geworden. Kolumnen und Blogs, Dossiers und Leitartikel
behandeln die aktuellen Fragen der Bildungspolitik in einem
Ausmass und in einer Intensität, wie man es früher kaum für
möglich gehalten hätte.
Diese mediale Debatte bringt die Bildung ins Gespräch.
Sie tut das auf eine ganz bestimmte Weise: Das Bild, das wir
uns von Schulen, Lernenden und Lehrpersonen machen, entsteht nicht allein auf Grund der eigenen Erfahrung. Es ist von
Medien mitgeprägt. Diese formen das Bild der Bildung nach
ihrer eigenen Logik: Sie überspitzen und setzen Kontraste,
sie erzeugen Überraschung und spielen mit altgedienten
Klischees – und sie tun all das, um die Aufmerksamkeit der
Konsumentinnen und Konsumenten zu gewinnen.
Forschende von drei Schweizer Fachhochschulen haben
genauer hingeschaut und gezielt nachgelesen. Sie zeigen
in dieser Broschüre am Beispiel der Rollenbilder von Lehrpersonen und ihren Ausbildungsstätten (den Pädagogischen
Hochschulen) auf, wie Medien das Bild der Bildung und einiger ihrer Protagonisten zeichnen.
Wer Schulen (mit)gestalten will, tut gut daran, sich bewusst zu machen, dass auch Medien an diesem Projekt
mitwirken. Medien waren im Familienleben präsent, bevor
sich die Tür zum Klassenzimmer am Morgen öffnet. Medien
haben einen Berufswunsch mitgeprägt, bevor die Studentin
die Pädagogische Hochschule erstmals betritt. Und Medien
waren ein Informationslieferant, bevor die Eltern die Rundbriefe der Lehrpersonen zum ersten Mal zur Kenntnis genommen haben.
Die Stiftung Pestalozzianum hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Dialog über die Bildung zu fördern. Es ist daher
auch ihre Aufgabe, die Rolle der Medien in diesem Prozess zu
reflektieren, deren Wirkungsweise zu untersuchen und nicht
zuletzt den Dialog mit den Medienschaffenden zu pflegen.
Lesen Sie nach, wie die Medien durch die Macht ihrer
Bilder Schule machen. Und wirken Sie mit, die Schule der
Zukunft zusammen mit Medienschaffenden zu gestalten.
Daran führt kein Weg mehr vorbei!
Der Präsident
Dr. Peter Stücheli-Herlach
Der Geschäftsführer
Prof. Dr. Rudolf Isler
Bilder: Podium Pestalozzianum 2010 vom 26. November in Zürich. Die vorliegende Dokumentation umfasst die Textversionen
der einführenden Referate der Veranstaltung. Die Referate von Boris Boller, Thomas Hermann und Katharina Urbahn sind
als Videos unter www.pestalozzianum.ch ➞ Podium Pestalozzianum abrufbar.
Podium Pestalozzianum 2010
3
Auf Pressebildern sehen wir vor allem Schülerinnen und Schüler, aber auch Bildungspolitiker häufiger als Lehrpersonen. Ein systematischer Blick auf die bildlichen Darstellungen von Akteuren der Schule lässt erahnen, wie ambivalent
die Rolle der Lehrerin und des Lehrers in den Medien gezeichnet wird – und wie stark sie von veralteten Vorstellungen
und aktuellen Belastungen geprägt wird.
Ein ambivalentes Rollenbild: Bildliche Präsenz und
Darstellung von Lehrpersonen in der Presse
BILDUNG UND GESELLSCHAFT
44
Thomas Hermann und Norbert Grube
Montag, 28. September 20
Neuö Zürcör Zäitung
Pädagogische Hochschule Zürich
Wie man künftig Lehrer wird
Die Reformdebatte zur Lehrerbildung scheidet sich an der Frage, ob Spezialisten die Generalisten ablösen sollen
Die Lehrperson als fachlicher
Einzelkämpfer aller Stufen hat
Jahrhunderte überlebt. Mit der
Harmonisierung
der Diplome hat
bestimmten
Zeitpunkt
nun der Generalist ausgedient.
Fotos bilden etwas ab, was zu einem
real vor der Kamera existiert hat. Diese unabdingbare
Walter Hagenbüchle Verbingab eine Zeit, da galtenzur
Pfarrer,
dung von Abbild und Abgebildetem verleitetEs gelegentlich
Schiedsrichter und Lehrer in der Gesellschaft noch als unantastbare RespektsAnnahme, dass Fotos Wirklichkeit eins zu eins
wiedergeben.
personen. Zumindest war dies so, als
mit dem Zürcher Lehrerseminar in KüsDabei unterliegen sie den gleichen Paradoxien
genacht 1832 wie
die erstealle
staatliche
Ausbildungsstätte für Pädagogen eröffnet
wurde. DieWirklichkeit,
Ausbildung dauerte im Angenständlichen Bilder: Sie reduzieren erstens
schluss an die Sekundarschule zunächst
dann drei Jahre und wurde mit
indem sie nur den Sehsinn ansprechen, zwei,
einen
Ausschnitt
dem
Lehrerpatent
abgeschlossen, das
zum Unterrichten an der 1. bis 9. Pribefähigte. Die Rolle
als fachzeigen und zweidimensional sind. Zweitensmarklasse
verbergen
Visulicher Mehrkämpfer aller Schulstufen
und «Ich-AG» im Unterricht hielt sich
alisierungen durch dieses Lenken des Betrachtens,
daher
im Lehrberuf bis zu Beginn dieses Jahrhunderts. Lehrer, so die Meinung, wird
stehen Bilder zugleich in einem potenziellen
Spannungsman aus Berufung,
Aufstiege auf der
Karriereleiter sind nicht vorgesehen.
Diese
enge SichtDrittens
weitete sich leicht,
verhältnis zur Transparenz (Münkler; Hacke
2009).
als in den 1970er Jahren das Lehrerdiplom auch eine Immatrikulation an
vermögen es Bilder, die Wirklichkeit zu erweitern
und
mehr
zu
Universitäten
und damit
neue Karriereperspektiven ermöglichte. Der Zugang
zu ETH undihre
Medizinstudium
blieb zwar
bedeuten als das, was sie zeigen. Obschon Fotos
Objekte
tabu, dafür konnte man auf vielfältige
Art Lehrer
werden.(Doelker
Noch 1990 existierkonkret zeigen, sind sie in ihrer Bedeutung
offen
ten gegen 150 Ausbildungsstätten.
2002). Der Bildwissenschaftler Gottfried Boehm
spricht in
Den «Lehrer light» verhindern
Heute, rund
20 Jahre später,und
steht die
diesem Zusammenhang von der ikonischen
Differenz
Lehrerbildung an einem ganz andern
Ort. Mit einem Lehrdiplom im Sack ermeint damit, dass Bilder mehr sind, als was
darstellen.
öffnen sie
sich nun
auch Berufsfelder, die
bisher nur Absolventen von FachhochVielmehr wirken sie durch ihre «Überzeugungskraft,
Sugschulen oder Universitäten
offenstanden. Diese Entwicklung ist zwar imageund schafft
guteDank
Perspektiven
gestivität, Evidenz, Luzidität, Aura» (Boehmfördernd
2007a,
16).
für Absolventen. Mit Blick auf die zu erwartende Welle an Pensionierungen jeihrer «Macht des Zeigens», die sich «auf das
Sagen
niemals
doch ist
sie auch eine
Herausforderung.
Herrscht nämlich Lehrermangel, ist die
Versuchung
gross, «sinnerden «Lehrer light»
reduzieren» lasse, besitzen sie das Potenzial
zum
ohne fundierte Ausbildung vor die Klasse zu schicken.
zeugenden Überschuss» (ebd. 15). Die Debatte ist nicht neu. Der Blick
tonalen Finanzplänen
dungen von gegen 500
ken. Das sind zwar nur k
tel der kantonalen Auf
die Fachhochschulstudie
reiche Technik, Wirtsch
tung, aber deutlich meh
für FH-Studiengänge in
Gesundheit, Soziales u
teilkämpfe sind also pro
Wildwuchs bei
Nicht nur zu Zeiten der Schwarzweissfotografie war der Lehrer ein Mehrkämpfer in allen Fächern und Stufen.
um die Erhaltung der rund 50 Seminare,
die als Wiege der Lehrerbildung galten.
Den längsten Schnauf gegen die Reformen hatten die Seminare der Innerschweiz, wo – teilweise in Klosterschulen
– bis zu Beginn dieses Jahrhunderts noch
Seminaristinnen ausgebildet wurden.
Trotz Grabenkämpfen erfolgte der
Aufbau der Pädagogischen Hochschulen (PH) dann aber zügig. Seit 2006 wird
die Lehrerausbildung, die vorab Frauen
absolvieren, für den Vor- und Volksschulbereich und für allgemeinbildende
Schulen auf Sekundarstufe II an einer
der 13 Pädagogischen Hochschulen und
an drei Universitäten angeboten. Unter
den PH sind wenige mit rund 2000 Studierenden, aber viele kleinere mit zum
Teil nicht einmal 80 Studierenden – fast
so wenige wie früher im Seminar.
Die definitive Integration der Pädagogischen Hochschulen in die Bildungslandschaft Schweiz dürfte denn
auch nicht konfliktfrei erfolgen. Zwar
halten die PH gemäss Leistungsauftrag
den Status von Fachhochschulen, kommen diesem nach Ansicht vieler Beobachter aber im Bereich Forschung und
Entwicklung nur ungenügend nach. Das
liege auch am Rechtsstatus, sagt Barbara Seidemann, Rektorin der PHZ
Schwyz. Sie kritisiert, dass es für hochqualifizierte Forscherinnen und Forscher unmöglich sei, einen wissenschaftlichen Mittelbau aufzubauen. Ohne
Recht auf Promotion könnten sie näm-
KEYSTONE
lich keine Doktorarbeiten betreuen und
so auch keine Karrieremöglichkeit eröffnen. Da beisst sich also die Katze in
den Schwanz: Denn die Kritiker von
PH-Forschung monieren, dass viele
Projekte zu klein seien, um innovative
Wirkung zu entfalten. Eine zweite
Kampfzone eröffnet sich bei der Finanzierung. Eine EDK-Erhebung prognostiziert für die Pädagogischen Hochschulen fürs laufende Jahr gemäss den kan-
Die wohl grösste Herau
sich aber bei den Stud
wo veritabler Wildwuch
angestrebte Vereinheit
halbem Weg stehenge
siert Rektor Ernst Preis
agogischen Hochschule
etwa an der PH Bern d
Vorschulstufe/Primarstu
erwirbt in drei Jahren d
gung für den Kinderg
Fächer für die 1. bis 6. P
der PH Zürich hingege
die Studiengänge bere
Jahr. Zudem kann für P
das Diplom nur für
Fächerspektrum erworb
mit, so Preisig, stünde
Stellenmarkt stark abw
bildete Absolventen geg
Auswahl verzerre. H
war also angesagt. Die
tonaler Erziehungsdire
als federführende Insta
zusammen mit involvie
nen Vernehmlassungse
beitet, der nun vorliegt.
Varianten künftiger Le
(siehe Kasten). Beide
Bildungsgang wie jene
zum Auslaufmodell. Zie
list, der Generalist hat a
stehen die meisten PHdem Paradigmenwechse
stand regt sich von Sei
schaft – und natürlich
Exponenten wie etwa U
Variante 2
Variante 1
künftige Lehrpersonen wieder so aussehen und unterrichten
werden. Es geht auch nicht darum, den Lehrer X in Y aus
dem Jahre Z zu zeigen, sondern um ein allgemeines (Denk)
Zwei Wege zum Lehrerdiplom
Bild über Lehrpersonen,
das in vielen Köpfen präsent zu sein
scheint: Das Bild des universalen «Mehrkämpfers», der aus
zurück auf die heisse Phase der Reforfrontaler Position den Stoff und die Klasse im Griff hat. Dieses
men zeigt tiefe Gräben zwischen den
Traditionalisten – «Eine Kindergärtnerin braucht doch keine Matur» – und den
Bild ist übrigens in der Bildberichterstattung kein Einzelfall,
Reformern – «Auch Pädagoginnen sollen dank höherer Ausbildung besseren
Abbilder und Denkbilder
sondern gehört in die Kategorie der am Schluss dieses BeiLohn erhalten». In einigen Kantonen
entbrannte zudem ein scharfer Kampf
trags aufgezeigten (Denk)Bilder (Abb. 15 –18).
Neben der Repräsentation von Wirklichkeit sind Fotos ein AusWenn also Bilder, wie Boehm an anderer Stelle schreibt,
druck der inneren Bilder, den «pictures in our heads» (Lipp«Der Master für im
Lehrpersonen
ist anzustreben»
Generalisten
mann 1922 /1990, 17/25). Als «Denkbilder» (vgl. Müller 2003,
Vergleich zur Sprache «eine andere Art des Denkens»
Lehrerpräsident Beat W. Zemp plädiert für noch mehr Professionalisierung im Beruf
das
Wohl
20) sind sie Zeugnisse konstruierter Wirklichkeit, die selbst esse,
(Boehm
2007b, 27) betreffen,
so lohnt es sich,für
ihnen
eine
se- der Schü
damit ihre Diplome weiterhin lannimmt die Bologna-Reform zum Anlass,
Der Präsident der Lehrerinnen
Hanspeter Amstutz
Es wäre ein
desweit anerkannt werden. Andernfalls
Vorschul- und Primarstufe als Bachelorwerden? Die neue Leh
und
Lehrer
Schweiz
(LCH)
erzur Wirklichkeitskonstruktion beitragen. Dies wird besonders hätten
parate
Aufmerksamkeit
zujene
schenken
und
nicht
vorschnell
immenser
Schaden
für unsere Volksdie Studierenden
an diesen PH
Abschluss,
der Sekundarstufen
I sie
die Professionalität der
klärt, warum der Generalist im
schule, wenn auf die Ausbildung von
Nachteile auf dem Arbeitsmarkt.
und II als Master-Abschluss zu entwerins Zentrum. Die Vorst
Lehrberuf
ausgedient
hat.
Generalisten
verzichtet
Der
fen. Soll
die Schweiz
und Wissen der Fachl
dann deutlich, wenn Redaktionen, dem zunehmenden Zwang
auf mediale Funktionen
wie
dienachziehen?
des Blickfangs
oder
derwürde.
Emopädagogische Typus, der für eine Klasse
Eine Arbeitsgruppe schlägt zwei ModelDie Situation in Deutschland ist uneinverlässlichere Werte als
Warum soll die Lehrerbildung nun
hauptverantwortlich sein will, ist kein
der Lehrerbildung vor. Beide visieren
heitlich. So hat beispielsweise Nordvon Generaliste
zur Illustration gehorchend, Sachverhalte bebildern,
die man ledietionalisierung
zu reduzieren.
Und, so interessant
und relevant vation
schon wieder reformiert werden, wo sich
Auslaufmodell. Erste Erkenntnisse aus
Abkehr vom Generalisten an. Warrhein-Westfalen für die Primarstufe
schluss. Klar: Fachleh
doch eben erst die Pädagogischen Hochder Diskussion über die Oberstufenum ist das so wichtig?
auch auf Master umgestellt. In der «ErHervorragendes und sor
streng genommen gar nicht illustrieren kann.
Dies
ist etabliert
etwahaben?
der Indie
Frage
nach
der
ist,erfolgreicher
so steht
schulen
landesweit
reformText
zeigen, dass
Unterden meisten
Klassen
unterrichtet
be- Verbindung von Bild und
im Schulleben. Aber
Die Umwandlung von Lehrerseminaricht am besten in zusammenhängenden
reits mehr als eine Lehrperson. Und mit
Klassenlehrkräfte als
«Mitunverstellten
Fremdrien
zu Pädagogischen
Hochschulen
Unterrichtsblöcken
gelingt.
Dazu
Einführung
der zweiten
Fremdsprache
Volksschule nicht erset
sie
hier
zurück
zugunsten
eines
Blicks
auf
die
Fall, wenn sich ein Beitrag auf die Zukunft war
bezieht
–
von
der
sprachen auf
ein sehr grosser Schritt. Nun gilt es
braucht es ganzheitlich denkende Lehauf Primarstufe ist das Konzept des
gen Menschen im glei
mehrjährige Entde
aber die Vielfalt der neu entstandenen
rerpersönlichkeiten, die eine relativ
Generalisten endgültig ausgelaufen. Es
Primarstufe
hat
es logischerweise noch keine Bilder gibt undAusbildungsgänge
wo der Rückgriff
inschlicht
Pressebildern
zum Ausdruckdergebrachte
«Bildwelt
Schule». eine
gehen und die Funktion
schweizweit zu harbreite
Fächerpalette abdecken.
ist
unmöglich, in einer dreijähriGeneralist
übernehmen, das ist d
monisieren, damit Lehrpersonen auch
Die Generalisten sind am Puls einer
gen Bachelor-Ausbildung die Lehrbefäausgedient.»
über Kantonsgrenzen
hinweg die
auf dem
Klasse. Sie gestalten den mehrstündigen
higung für
alle Fächer
inklusive Musik,
auf innere Bilder die Auswahl stark mitsteuert.
So hat sich
Das
Projekt
«Bildwelt Schule» der Pädagogischen
Hoch- Generalisten. Es ist ke
Schulen mit vielen klein
Arbeitsmarkt vermittelbar sind.
Unterricht rhythmisierend und können
Sport und Gestalten zu erwerben.
nach Lehrerp
flexibel auf die Aufnahmefähigkeit der
W. Zempdas öffentliche
schule
Zürich untersuchte, wieBeat
sich
Bild der zweifelt
NZZ bei der Bebilderung eines Artikels überDennoch
die stellt
«Zukunft
der Die
Präsident LCH
sich die Frage, ob eine einsuchen, die die Hauptve
Jugendlichen reagieren. Im breiten
Kritiker monieren aber, mit der Abheitliche Lehrerbildung überhaupt mögeine Klasse übernehmen
Zeitrahmen der Unterrichtsblöcke sorkehr vom Generalisten werde der Trend
Lehrerbildung» auf eine umgekehrte Zeitreise
und
Schule
in der
Bildberichterstattung
Deutschschweizer
lich ist. Esgemacht
gibt keinen Trend zu
kantonsEs geht nicht darum,
gen
sie für schülergerechte Wechsel der
zu
Fachlehrern verstärkt.
Dies behindere
klärung von Leipzig» verlangen der
die
übergreifenden Hochschulen, die kleinezudrehen, sondern die
Lernformen und für eine gesunde Musdie Identifikation mit der Lehrperson.
Lehrerorganisationen aus Deutschland,
ren wollen
autonom
bleiben.
Schulpraxis zu befriedi
se im pädagogischen
Lernprozess. Dank
Niemand
will ein
reines FachlehrerÖsterreich
und
der Schweiz eine
Masein Bild aus der Vergangenheit ausgegraben
(Abb.
1).
Presse
manifestiert.
Dazu
wurden
in
mehreren
ErhebungsEs gibt letztlich keine Alternative zur
diere ich für eine Leh
ihrer ganzheitlichen Sicht erkennen Gesystem an der Primarschule. Nötig ist
ter-Ausbildung für alle Lehrer. Die Forverstärkten Kooperation und Koordinazwei gleichwertige Type
neralisten das Entwicklungspotenzial
die Stärkung des Klassenlehrers als
derung wird von den Pädagogischen
phasen
2008Dasund
gutunterstützt.
4000Auch
Bilder
elfamTagesund
Niemand wird der Redaktion unterstellen,
glaube,
dass aber
tion.sie
Mit den
EDK-AnerkennungsreGeneralisten mit breite
Jugendlicher
besten. Bleiben
Fachzentrale
Bezugsperson.
bedingt,2009
Hochschulen
im Pisa- aus
Diplom für Kindergarten
und 1./2. Primarklasse
Erziehungswissenschaften und Praxis für
die generelle Lehrbefähigung
Diplom für Kindergarten bis 6. Klasse
Erziehungswissenschaften und Praxis für
die generelle Lehrbefähigung, mit Wahl
zwischen drei Spezialisierungsrichtungen
Diplom für die 3. bis 6. Klasse
Erziehungswissenschaften und Praxis für
die generelle Lehrbefähigung, mit Wahl
zwischen zwei Spezialisierungsrichtungen
Kernfächer:
- Erstsprache
- erste Fremdsprache
- Mathematik
- Natur-/Sozialwissenschaften
Kernfächer:
- Erstsprache
- erste Fremdsprache
- Mathematik
- Natur-/Sozialwissenschaften
Spezialisierung (Va
Spezialisierung (nur Variante 2)
Spezialisierung (Va
Kindergarten / 1./2. Primarklasse
(sämtliche Fächer)
Für die 3. bis 6. Klas
- Musik
- Gestaltung (textil,
Für die 3. bis 6. Klas
- zweite Fremdsprac
- Sport
QUELLE: EDK
FOTOCREDIT
.................................................................................
.................................................................................
4
glementen besteht nun ein Instrumentarium für die Äquivalenzprüfung der
Abschlüsse. Sie müssen den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Daran
haben auch kleinere Schulen ein Inter-
Podium Pestalozzianum 2010
dass diese Person einen Grossteil des
Unterrichts selber durchführt.
Friktionen gibt es auch mit Blick aufs
europäische Umland. Deutschland etwa
Siegerland Finnland verfügen alle Lehrpersonen über Master-Ausbildung.
Auch die Schweiz sollte in diese Richtung planen.
Interview hag.
lehrkräfte nur stundenweise in einer
Klasse, sind die Jugendlichen oft schon
am Zusammenpacken, wenn wichtige
Gespräche stattfinden müssten. Wie soll
da eine tragfähige Beziehung aufgebaut
und Fächergruppenleh
terschiedlichem Profil.
................................................
Der Autor ist Schulvertreter Zürch
liegen. Dies bestätigt BfM-Vizedirekorin Eveline Gugger Bruckdorfer.
Bereits im Juli scheiterte eine Rückchaffung illegal anwesender Ausländer nach Gambia. Damals wurde dem
Sonderflug die Landung beim Anflug
uf die Hauptstadt Banjul verwehrt, das
Flugzeug musste mit fünf Gambiern zuückkehren. Im August scheiterte die
sechs Sonntagszeitungen erfasst. Ausserdem wurden Pressebereits genannten anderen erwachsenen Personen 42 %.
Rückschaffung von fünf türkischen
Staatsangehörigen,
weil die
keibilder
ausTürkei
den Jahren
1968 und 1988 gesucht, um das veröfDiese Bildgattung zeigt die abgebildete Person meist als erne Landebewilligung erteilt hatte.
fentlichte
Bild
von
Schule
einem
Zeitvergleich
zu
unterziehen,
kennbares Individuum mit Gesicht und Namen – ein räumlichWegen der medialen Aufmerksamallerdings
schulischer Kontext ist jedoch nicht erkennbar.
keit könne zwar der
der hier
Eindruck
entste-nicht im Zentrum des Beitrags steht. Die in
hen, dass es eine Häufung missglückter
einer
Datenbank
kategorisierten
Bilder
können
flexibel
grupAm häufigsten werden Lehrpersonen einzeln porträtiert,
Sonderflüge gebe, sagt Gugger, «statis- Verurteilung in der Schweiz, Gefängnis in Kosovo (hier die Anstalt in Lipjan) – das soll der neue Staatsvertrag regeln.
wenn sie eine Leitungsfunktion innehaben (vgl. Abb. 2). Es
piert
werden,
so dass
isch ist dies aber
nicht
gegeben».
So Antworten auf verschiedene Unterfragehätten bereits 2009 7 von insgesamt 43
stellungen möglich sind.
scheint, dass die Position der Schulleitung für die WahrSonderflügen nicht oder nur teilweise
nehmung von aussen eine wichtige Funktion hat und ernst
durchgeführt werden können, dieses
ahr seien es bis jetzt 4.
genommen wird.
Bekannt ist, dass es bei RückführunDarstellung
derseit
Lehrpersonen
gen Probleme mit
Nigeria gibt,
beim Versuch einer
ZwangsausschafFür die
Analyse der Visualisierung von Lehrpersonen in den
ung ein nigerianischer Ausschaffungslässt sich aus dem Gesamtbildhäftling im Märzuntersuchten
gestorben ist. EsPrintmedien
war ..................................................................................
der erste Sonderflug
dieses
Jahr,
gleich aus dem Land gewiesen werden, deren Ländern möglich, allerdings nur
korpus
leicht
einderTeilkorpus
erstellen
in weitere UnterVerurteilte
Täter und
aus Kosovo
nicht hatte durchgeführt werden könoder dann, wenn sie nach ihrer Verur- mit der Einwilligung der Verurteilten.
sollen
ihre Strafe
künftig in ergibt
der sehr
gruppen
aufteilen.
quantitative
Auswertung
teilung fliehen und in der Heimat ge- Erst am letzten Mittwoch hat der Bunnen. Mit Gambia
hingegen
gebe es Die
fasst werden. «Aus diesem Grund wäre desrat einen entsprechenden Überstelgrundsätzlich keine
sagt Heimat
– auch gegen
rasch,Probleme,
dass Lehrpersonen
dieabsitzen
am wenigsten
gezeigte schuder Vertrag zwischen der Schweiz und lungsvertrag mit Peru genehmigt. Der
Gugger. So habe man nach der Ende ihren Willen. Vertreter der
lische
Akteursgruppe
ist. Lehrer/innen alleine, im Verbund
Kosovo ein Novum», sagt Mario Mi- Vertrag habe vor allem «einen humaniuli gescheiterten
Rückschaffung
am
beiden Länder wollen nächste
chel Affentranger.
tären Zweck» und wolle «die soziale
mit Berufskollegen oder
Schülern
lediglich auf 17 %
Woche
einenkommen
entsprechenden
Wiedereingliederung der StrafgefangeZwangsausschaffung
In
35
Ländern
möglich
der untersuchten Bilder
vor.abschliessen.
Dagegen sind Schüler/innen
nen nach ihrer Freilassung erleichVertrag
Bis jetzt ist die Überstellung von Ver- tern», schrieb der Bundesrat in einer
..................................................................................
alleine oder in Gruppen
und mit anderen Akteuren deutlich
Laut Eveline Gugger
urteilten gegen deren Willen nämlich Medienmitteilung. Und: «VoraussetBruckdorfer vom häufiger, nämlich aufLukas
75 %Häuptli
der Bilder zu sehen, und auchnur
dieim Rahmen des sogenannten Zu- zung für eine Überstellung ist die ZuBundesamt für
Deranderen
Staatsvertrag
sieht vor, dass
Koso- satzprotokolls
zum multilateralen stimmung des Urteils- und des Heiheterogene Gruppe der
erwachsenen
Personen
wie
Migration scheitern
varen, die in der Schweiz wegen eines «Übereinkommen über die Überstel- matstaats.» Ähnliche Verträge gibt es
jährlich mehrere Bildungspolitiker, Eltern oder Expertinnen übertreffen mit
Delikts verurteilt werden, die Strafe in lung verurteilter Personen» möglich. unter anderem zwischen der Schweiz
Sonderflüge.
einem kosovarischen
Gefängnis absit- Der bilaterale Vertrag zwischen der und Thailand oder Marokko; sie beste34 % deutlich den Bildanteil
der Lehrpersonen.
zen können – und umgekehrt Schwei- Schweiz und Kosovo lehnt sich eng an hen teilweise seit den achtziger Jahren.
Mögliche
Gründe für
Marginalisierung
der Lehrpersozer, die
die in
Kosovo verurteilt werden,
in das Zusatzprotokoll an; auch dieses
In den letzten Jahren haben bürger8. August die fünf damals
betroffenen
Schweiz.
Diebildimmanenten
Verhandlungen für
sieht die Überstellung gegen den Wil- liche Parlamentarier wiederholt geforGambier zurückführen
können.
Auch dersind
nen in den
Printmedien
in einer
Analyse
ür den Sonderflug von letzter Woche den Vertrag laufen seit einem Jahr, wie len von Verurteilten nur in den zwei dert, dass Bundesrat und Bundesverzu ermitteln.
sozialwissenschaftliche
Mariobieten
Michelsich
Affentranger,
Chef «In- erwähnten Fällen vor. Das Protokoll, waltung ihre Bemühungen verstärken,
habe Gambia dienicht
Landebewilligung
er-Jedoch
ternationale
Verträge» beim
Bundes-dieses
das der Europarat ausgearbeitet hat, ist dass verurteilte Ausländer ihre Strafen
eilt – allerdings Erklärungsansätze
kam sie zu spät. «Wir für
eine weiterführende
Deutung
wollten das Risiko eines vergeblichen amt für Justiz, sagt. «Nächste Woche in der Schweiz seit Herbst 2004 in in der Heimat absitzen können oder
Befundes
an:einmal
Die bildliche
der Schüler/innen
in Heute ermöglicht es die Über- müssen. Eine Motion des Aargauer
findet Bevorzugung
ein Treffen in Kosovo
statt. Wir Kraft.
Fluges nach Gambia
nicht noch
hoffen,
dass wir den Vertrag
dann,
spä- stellung von
SVP-Nationalrats
Stammdiezum
Tätern ohne
ingehen», sagt Gugger.
Desverurteilten
Weiteren finden
wir Einzelporträts
den Zeitungen verweist
möglicherweise
auf «die
JugendlichvonLuzi
Lehrern,
in
Weil letzte Woche nur drei statt wie testens aber bis Ende Jahr abschliessen deren Einwilligung in 35 Länder. Zu Beispiel wurde von 155 Parlamentariekeit als an
Massenideal»
(Gehlen 1955 / 2004, 236). Man mussdiesen
die gehören
Konflikte
verwickelt
3 zeigt einen aus
Lehrer
rinnen und Parlamentariern
SVP,
unter
anderem sind.
Ser- Abbildung
geplant acht Personen
Bord des können.»
Dass ausländische Delinquenten
FDPverpixelter
und CVP, aber
auch aus der
SP
bien, Montenegro,
Rumänien, Deutsch- (mit
Sonderflugs nachdamit
Afrika verbundenen
waren, stiegen kulturpessimistischen
Wendungen Gehunter Pädophilie-Verdacht
Augenpartie),
und
uch die Ausschaffungskosten pro Per- ihre Strafen in der Heimat absitzen, land und die Schweiz, nicht aber Alba- und von den Grünen mitunterzeichnet.
lens
nicht
teilen,
vielmehr
mediale
Abbildung
4 ist ein aktuelles
Beispiel und
eines
Walliserüberwiesen
Lehrers,
soll gemäss
dem Aufmerksamkeitslogiken
Vertrag in zwei Fällen nien, Bosnien
Ständerat
und Herzegowina,
Ko- Nationalon von 15 000 auf
über
40 000
Franauch gegen
den wonach
Willen der
Verurteil- sovo,
denweil
Vorstoss
denn
auch.
und Italien.
ken. Gugger: «Die
wärenstellen
aber (Führer
in Kosten
Rechnung
2002),
Abbildungen
mit Türkei,
der Portugal
seine Stelle
verloren hat,
er sich
geweigert
hat, ein
Allerdings: All die bilateralen VerZudem ist der Strafvollzug in der
uch entstanden, wenn wir den ganzen ten möglich sein – nämlich dann, wenn
Kindern potenziell stärker
alsneben
diejenigen
mit Erwachsenen
Kruzifix
aufzuhängen.
Lehrerinnen
und
die Täter
der Verurteilung
zu- Heimat von
und multilateralen
ÜbereinkomTäternim
in Klassenzimmer
zahlreichen an- träge
Flug annulliert hätten.»
In Kosovo ins Gefängnis
Täter sollen Strafe in der Heimat absitzen – Staatsvertrag mit Kosovo kurz v
in einer zunehmend kinderlosen und zugleich infantilisierten
Lehrer sind öffentliche Personen: Ein Fehlverhalten kann
Gesellschaft (Tenbruck 1962, 49– 51) die Leserschaft positiv
entsprechend breit wahrgenommen werden und ist dem
ansprechen und emotionalisieren. Zugleich entspricht der
Image nicht förderlich, wobei im Falle des Kruzifix-Konflikts
geringe Bildanteil der Lehrpersonen eventuell Beobachauch die rigide Praxis der betreffenden Schulgemeinde in ein
tungen des amerikanischen Soziologen David Riesman von
schiefes Licht gerät.
................................................................................
Staatsrat Claude Roch (fdp.), dass er dern, vermutet der Oberstufenlehrer.
Noch 2009 wurde
in Stalden
1950,der
wonach
Lehrer/innen
im Zeitalter
des aussengeleiteten
am Mittwoch
die fristlose
Kündigung Die fristlose Kündigung sei völlig unentlassene Lehrer
in einem
verhältnismässig. «Zur sofortigen Aufgutgeheissen
habe.
Vertrauen
Charakters
ihre ursprünglich
durch
das«Das
Lehramt
bezogene
eines
Arbeitsverhältnisses
zwischen der Schulkommission und lösung
Arbeitszeugnis als «äusserst
Autoritätsrolle und damit einen Teil ihrer Bedeutung eingezuverlässig» gelobt. Nach einem dem Lehrer ist nicht mehr da», so be- kommt es bei sexuellem Missbrauch
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und
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weigert, in seinem Schulzimmer das mentiert. Der Lehrer müsse den Ent- Schulzimmer räumen. Dabei kam Abscheid der
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schulische
Schauplätze
wie
Klassenzimmer,
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nach längerem Hin und Her den Kün- meinte er gegenüber der Zeitung.
als «äusserst zuverlässige Lehrperson»
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Walliser Staatsrat stützt Kündigung gegen Leh
tätigt werden.
Dies ist nun erfolgt. Auf Anfrage der
«NZZ am Sonntag» sagt der Walliser
Die Behörden wollten das Verfahren
wohl verzögern, um einen Wiedereinstieg nach den Herbstferien zu verhin-
anzusteuern», und verspricht, dass
«ihm bei uns jederzeit alle Türen offen
stehen, wenn er die nötigen Papiere
Lehrer Abgottspon steht auf der Strasse.
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Lehrpersonen auf Bildern zur Schule
Von den einzeln porträtierten Personen machen Lehrpersonen 12 % aus, Schüler/innen hingegen 46 % und die oben
Bilder der Bildung Thomas Hermann und Norbert Grube
5
Drittens werden Lehrpersonen in der Zeitung porträtiert,
wenn sie sich mit einer unkonventionellen ausserschulischen
Leistung hervortun, etwa als Krimiautor in Schriftstellerpose
(Abb. 5) oder als Mister-Schweiz-Kandidat in Wahlkampfpose
(Abb. 6). Hier mag sowohl Bewunderung für die Vielseitigkeit
von Lehrpersonen mitschwingen wie auch die Vorstellung,
dass diese offenbar zu viel Zeit für anderes haben.
Lehrpersonen auf Bildern aus der Schule
Am häufigsten werden Lehrpersonen in ihrem Kerngeschäft,
dem Unterrichten, gezeigt und zwar zusammen mit einzelnen
oder mehreren Schülern. Beim Teilkorpus der Unterrichtsszenen kommen sie auf knapp einem Fünftel der Fotos vor.
Während aber die Schüler und Schülerinnen im Unterricht
vorwiegend als selbständig lernende, motivierte und auf den
Lerngegenstand fokussierte Individuen dargestellt werden,
ist das Bild der Lehrpersonen differenzierter.
Abbildungen 9 und 10 präsentieren zwei Bilder, die die
individuelle Zuwendung und Förderung idealtypisch zeigen,
wobei im ersten Fall die Lehrperson nur partiell sichtbar
und nicht als Person identifizierbar ist. Im zweiten Fall ist die
Lehrerin gut erkennbar. Ihre Körperhaltung erlaubt es, auf
Augenhöhe oder hier sogar leicht von unten mit dem Kind zu
kommunizieren. Diese Körperhaltung, mit der die Lehrerin in
die Hocke oder gar auf die Knie geht, ist relativ neu. Sie soll
wohl eine Lernpartnerschaft ausdrücken, die auf einem egalitären Verhältnis zwischen Lehrerin und Schüler beruht, und in
der das Kind ernst genommen und individuell gefördert wird.
Als Gruppen schaffen es Lehrpersonen noch seltener aufs
Bild und in die Zeitung. Weniger als 2 % der Gruppenfotos
zeigen Lehrerinnengruppen. Eine Ausnahme präsentiert Abbildung 7: Zu sehen ist eine Gruppe von Lehrerinnen, die sich
«sehr kritisch» gegenüber Schulreformen im Aargau äussert.
Dieses Bild hat doppelten Seltenheitswert, denn gerade zu
bildungspolitischen Themen kommen Lehrer/innen praktisch
nie ins Bild. Abbildung 8 zeigt ein Gruppenbild zum Thema
«Dresscode für Lehrer». Hier geht es um die Frage, wie sich
Lehrpersonen unter Berücksichtigung vielfältiger Kleidungsstile gegenüber Schülern und Schülerinnen und der Öffentlichkeit präsentieren sollen.
Abbildungen 11 und 12 zeigen zwei typische Unterrichtsszenen aus der Schule und zugleich in dualer Zuspitzung die
mögliche Bandbreite der Lehrer/innendarstellung. Die Lehrerin auf Abbildung 11 erklärt einer Gruppe von passiven Schülern eine orthographische Regel in einer quasi stereotypen
Unterrichtssituation. Der typische pädagogische Zeigegestus
deutet die Autorität der Lehrerin an und ihre Fähigkeit zu
6
Podium Pestalozzianum 2010
vermitteln, was richtig und was falsch ist. Umgekehrt hat der
Lehrer auf Abbildung 12 – sicherlich als primus inter pares –
seine Position an der Wandtafel den agierenden Schüler/innen überlassen und sich still als Beobachter eingereiht.
Lehrpersonen werden nicht nur in gelingenden Unterrichtssituationen gezeigt. Im Zusammenhang mit Überforderung,
als Opfer steigender Anforderungen im Beruf oder im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen als Täter werden
Lehrpersonen durch Unschärfe anonymisiert oder von hinten
abgebildet (vgl. Abb. 13). Auf diese Weise nehmen die Bildbetrachtenden die Lehrperson gleichsam durch die Sichtposition
der Schüler/innen ins Visier.
Doppelte Ambivalenz
Was ergibt sich insgesamt für ein Bild von Lehrerinnen und
Lehrern und welche Erwartungen an den Beruf lassen sich
daraus ableiten? Aufgrund der vorgefundenen Bilder zeigt
sich eine Art von doppelter Ambivalenz. Erstens werden Lehrpersonen (mehrheitlich) als funktionierende, aber wie wir
gesehen haben, auch als defizitär funktionierende Berufsleute
gezeigt.
Eine zweite, vielleicht subtilere Ambivalenz zeigt sich in
Bezug auf die Erwartungen an die «ideale Lehrperson». So
sind die Bilder von ihrer ganzen Bildsprache und Atmosphäre
her am positivsten konnotiert, in denen wir Lehrpersonen als
individualisierende Lerncoaches sehen, die die Beziehung zur
Klasse und zum einzelnen Schüler pflegen. Dieser Idealtypus
des Coaches bzw. der auf Beziehung setzenden Lehrperson
kulminiert gelegentlich im Bild von Robin Williams in seiner
Verkörperung des Lehrers John Keating im Film «Dead Poets
Society» (Abb. 14). Das ist nun definitiv kein Abbild mehr von
Schule, sondern reine Projektion. Man könnte diese fiktiven
Bilder vielleicht als Denkbilder von Schule bezeichnen.
Neben diesem einen idealen Lehrer/innen-Typ findet sich
eine zweite, konträre Vorstellung der guten Lehrperson: Diejenige der autoritären Führungsperson, die die Klasse im
Griff hat. Um diese Vorstellung ins Bild zu setzen, wählen
Redaktionen gelegentlich Gemälde von Albert Anker, die von
nationalkonservativen Kreisen zur Idealisierung vergangener
Zeiten instrumentalisiert werden (Abb. 15 und 16). Aber auch
Bilder der Bildung Thomas Hermann und Norbert Grube
7
zen. Es wird spannend sein zu sehen, welche Bilder das Bild
der künftigen Schule und der Lehrerinnen und Lehrer konturieren. Und es wird spannend sein zu sehen, in welche Richtung sich die öffentliche Diskussion um Schule entwickelt.
Literatur
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Berlin: Berlin University Press, 2007a.
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Politik der Öffentlichkeit – Die Öffentlichkeit der Politik. Politische
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21) Göttingen: Wallstein, 2002, 151–175.
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In: Rehberg, Karl-Siegbert (Hrsg.). Die Seele im technischen Zeitalter und andere sozialpsychologische, soziologische und kulturanalytische Schriften. Arnold Gehlen-Gesamtausgabe, Bd. 6. Frankfurt /
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bunte Smarties: Die bildliche Darstellung junger Schüler/innen in
der Presse.» In: ph|akzente 1, 2010, 16 –19.
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1990 [1922].
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Verbildlichung als Mittel politischer Kommunikation. Frankfurt /
Main: Campus Verlag, 2009.
Müller, Marion G. Grundlagen der visuellen Kommunikation. Theorieansätze und Methoden. Konstanz: UVK, 2003.
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(original: Lonely Crowd, 1950).
Tenbruck, Friedrich H. Jugend und Gesellschaft. Soziologische Perspektiven. Freiburg / Breisgau: Verlag Rombach, 1962.
Schwarz-Weiss-Fotos aus der Vergangenheit werden verwendet, um den Ruf nach der früheren Schule laut werden zu
lassen (Abb. 17 und 18). Auf diesen zwei Bildern, die jüngst erschienen sind, wird direkt der Wunsch nach der «guten alten
Schule» laut. Diese zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass
die Lehrperson – oder übersetzen wir die Bilder wörtlich –
der Lehrer wieder zur autoritären Führungs- und Respektsperson alten Formats werden möge.
Aktuelle Debatten um Lehrermangel, Berufsbelastung, Lehrplan 21, HarmoS usw. dürften sich im Wahljahr 2011 zuspit-
8
Podium Pestalozzianum 2010
Kontroversen über Reformen prägten die öffentliche Wahrnehmung der Schule in den letzten Jahren. Vor allem in Folge
massiver Abstimmungskampagnen zum schweizerischen Harmonisierungsprojekt «HarmoS» war dabei von einer verbreiteten «Reformmüdigkeit» die Rede. Das mediale Bild der Lehrpersonen blieb davon nicht unberührt. Bildungsverwaltung und Bildungspolitik gerieten mehr und mehr in den Fokus des Interesses. Der Lehrberuf selber erwarb sich den
Ruf, zusehends unattraktiv und belastend zu sein, wie eine Medienanalyse der Pädagogischen Hochschule Bern zeigt.
Imagewandel von Lehrberuf und Schulreformen in
der Öffentlichkeit
Boris Boller Pädagogische Hochschule Bern
1. Schule und Schulreform
Neben individuellen Schulerfahrungen, gegebenenfalls aktualisiert durch diejenigen eigener Kinder, sind es die Publikumsmedien, die das Bild von Bildungswesen und Lehrpersonen
in der Öffentlichkeit massgeblich prägen1. Medienanalysen
eröffnen die Möglichkeit, die öffentliche Repräsentation und
Konstruktion dieser sozialen Schlüsselinstitution und ihrer
Akteure zu erfassen. Neben der Routineberichterstattung
(z.B. Berichte über Abschlussfeiern oder den ersten Schultag
nach den Ferien), die den Blick auf das «Selbstverständliche»
des Bildungswesens erlaubt, sind es insbesondere die Phasen
erhöhter medialer Verdichtung und intensivierter öffentlicher
Kontroversen, welche die unterschiedlichen Ansprüche an die
Schule und ihr Personal verdeutlichen. Die Jahre 2008 und
2009 waren schwergewichtig von der Auseinandersetzung um
Schulreformen, symbolisiert in HarmoS, geprägt. Das aktuelle Image von Lehrpersonen und des Lehrberufs erscheint
eng verbunden mit dem Verlauf des Reformdiskurses2.
Reformstau oder Reformwahn?
Der «PISA-Schock» schuf zu Beginn dieses Jahrtausends
zwar schulischen Handlungsbedarf und wurde als zentrale
Legitimation für umfangreiche Reformpakte genutzt (EDK
2003: 2). 2002 lehnte jedoch der Kanton Zürich die Volksschulreformen des damaligen Erziehungsdirektors Ernst Buschor
ab – nicht zuletzt wegen der vorgesehenen Basisstufe. Viele
Medien beklagten in der Folge einen lähmenden Reformstau.
Das Magazin etwa beschreibt eine «Schule in der Krise», in
der die Kinder schlecht lesen würden, kein Englisch lernen
dürften und Ausländer benachteilige: Die Schuld an der Verhinderung «längst fälliger Reformen» wird einer Koalition von
rechtsbürgerlichen Politikern und einer Mehrheit der Lehrer
zugeschrieben (Das Magazin, 29.11.2003).
Bereits zwei Jahre später erkennt der Erziehungswissenschafter Helmut Fend ganz im Gegenteil bildungspolitisch
«staunenswürdige Zeiten». So scheine die Politik in «ungeahnter Geschwindigkeit alles übernommen» zu haben, was
die «empirische Bildungsforschung im Stillen, teils unbe-
achtet, teils angefochten» während der letzten dreissig Jahre
entwickelt habe. Neben der Einführung des Frühenglischen
betreffe diese «Reformbereitschaft» insbesondere die Beteiligung an internationalen Leistungsvergleichen, die Orientierung an Zielstandards sowie Verwaltungsreformen, die
zu einer grösseren Autonomie der Einzelschule führen (Fend
2005: 15). 2010 sieht wiederum Das Magazin – in deutlicher
Abkehr von den Klagen über den Reformstau sieben Jahre
vorher – eine «Schule im Reformwahn» und porträtiert den
Pädagogikprofessor Roland Reichenbach – «der schärfste
Reformkritiker des Landes» (Das Magazin, 31.5. 2010; vgl.
auch Rhein und Reck Schöni 2010).
Oder eher Reformmüdigkeit?
Damit greift auch Das Magazin das Phänomen der «Reformmüdigkeit» auf, die in der deutschsprachigen Schweizer Tagespresse ab dem Frühjahr 2009 praktisch flächendeckend
thematisiert wird. Medien, Bildungspolitiker und Erziehungsdirektionen, die sich durchaus nicht aus dem nationalkonservativen Argumentarium bedienen, signalisieren ab diesem
Zeitpunkt ein allmähliches Abrücken von ursprünglich gross
angelegten Reformprojekten. Neben den Abstimmungsniederlagen von HarmoS in der Inner- und Ostschweiz waren es
insbesondere die deutliche Ablehnung des Bildungskleeblatts
im Aargau und die damit verbundene Abwahl des Erziehungsdirektors Rainer Huber, welche Redimensionierungen von
Schulreformen einleiteten.
Anhand der schrittweisen Abkehr mehrerer Kantone von
einer breiten Einführung der Basisstufe stellt etwa die Neue
Zürcher Zeitung fest, dass «Die Euphorie für eine VolksschulGrossreform verfliegt» (Neue Zürcher Zeitung, 27.5.2009).
Auch üblicherweise eher reformorientierte Bildungspolitiker,
wie etwa die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr, raten
nach der Ablehnung des Bildungskleeblatts und der Rückkehr
zur Notengebung ab der 4. Klasse in Appenzell-Ausserrhoden
zu mehr Zurückhaltung: «Niemand will zurück zu früheren Zuständen, wie dies die SVP propagiert.» Aber vielleicht
müsse bei den zahlreichen Reformen im Bildungsbereich
Bilder der Bildung Boris Boller
9
das Tempo etwas gedrosselt werden» (St. Galler Tagblatt,
19.05.2009). Letztlich plädieren auch Exekutivpolitiker für
eine Reduktion von Anzahl und Umfang der Reformen, so
der Berner Erziehungsdirektor Bernhard Pulver: «Wir haben
effektiv zu viele Reformen. Als ich das Amt als Bildungsdirektor angetreten habe, lagen seitenlange Reformprojekte
für die Volksschule vor. Wir müssen entschlacken. […] Ich
appelliere wirklich ans Masshalten, um die Schule nicht mit
immer neuen Ansprüchen und Reformen zu überhäufen.»
(Neue Luzerner Zeitung, 27.07.2009)
Diese nun praktisch generalisierte Ablehnung von als zu
viel und zu hastig implementiert empfundenen Reformprojekten ist nicht ausschliesslich auf die konzertierte Oppositionsstrategie von HarmoS- oder Bildungskleeblattgegnern
zurückzuführen oder auf Kräfte, die ihre Vorstellung der
Schule der 50er Jahre realisieren wollen. Auch vielen informierten Beobachtern des Schulwesens fiel es nicht leicht,
den Überblick über Anzahl, Umsetzung und Zweck von Schulreformen zu bewahren. Die durchaus vorhandenen Diskussionen innerhalb der Fachkreise drangen kaum je an eine
breitere Öffentlichkeit, und Reformziele wurden oft spät oder
nur summarisch erklärt und kommuniziert. Die Kampagnen
gegen HarmoS trafen denn auch oft auf ein argumentatives
Vakuum. Diese Unübersichtlichkeit und die zumindest vorerst
zurückhaltende öffentliche Kommunikation erleichterten es
jedenfalls, unterschiedlichste Reformprojekte mit HarmoS
zu vermischen.
Schule als politische Kampfzone
Die Kampagnen der Reformgegner haben aber zweifellos das
Verdienst, dass Schulfragen erneut breit thematisiert werden.
Die Frage ist jedoch, ob im Zentrum der Reformkontroversen
der letzten drei Jahre überhaupt Bildungsthemen standen.
Die Argumentation gegen HarmoS beruhte fast ausschliesslich auf sozial- und familienpolitischen sowie föderalistischen
Vorbehalten oder aber auf der Ablehnung von Elementen,
welche zwar nicht im Harmonisierungs-Konkordat stehen,
aber einer ähnlichen «falschen Philosophie» zugerechnet
wurden, wie insbesondere Hochdeutsch im Kindergarten,
flächendeckende Einführung der Basisstufe oder des integrativen Unterrichts (vgl. z.B. TagesAnzeiger, 14.11.2008).
Die Printmedien fokussierten in ihrer Berichterstattung
schwergewichtig die umstrittene Einschulung mit vier Jahren
und stellten daneben wiederholt klar, was alles nicht zur
Vorlage gehörte. Zentrale Elemente von HarmoS, die konkrete
Auswirkungen auf Schule und Unterricht haben, blieben in
der öffentlichen Diskussion jedoch praktisch unberücksichtigt: Dies betrifft vor allem die Bildungsstandards und das Monitoring. Sie stellten in gerade drei Artikeln (von 12’000
insgesamt bzw. rund 2’500 zu HarmoS) das zentrale Thema
(z.B. SonntagsZeitung, 23.11.2008). Auch die Darstellung des
Reformprojekts im politischen Spannungsfeld reduzierte die
Komplexität erheblich: Obwohl sich auch Unterstützungskomitees der bürgerlichen und wirtschaftsnahen Mitte – hier
schwergewichtig an Mobilität und Leistungsvergleichen interessiert – zu HarmoS bildeten und in dieser Frage auch
mal gemeinsam mit Teilen der Linken auftraten, erschien
HarmoS meistens im Kontext eines Links-Rechts-Konflikts.
Streitgespräche zu HarmoS fanden grundsätzlich zwischen
10
Podium Pestalozzianum 2010
Vertretern von SP und SVP statt (z.B. Neue Zürcher Zeitung,
18.11.2008), und das Harmonisierungsprojekt erschien als
Entscheidung zwischen Chancengleichheit und traditioneller
Familie sowie den jeweils dahinterstehenden Weltbildern.
Weitere Motivationen, für oder gegen HarmoS zu sein, fielen
in der öffentlichen Diskussion praktisch weg.
2. Lehrpersonen: von Tätern zu Opfern
Die verschiedenen Stationen, die der Reformdiskurs durchlief, korrespondieren mit Änderungen im Lehrerbild. Anders
als in der Wahrnehmung vieler Lehrkräfte ist ihr aktuelles
Image, zumindest in den Printmedien, keineswegs negativ.
Lehrpersonen galten noch zu Beginn des Jahrtausends oft
als überprivilegierte Besitzstandbewahrer und letztlich konservative Verhinderer von unaufschiebbaren Reformen, und
dieses Bild wurde auch in der publizierten Öffentlichkeit oft
portiert. Während der Untersuchungsphase von anderthalb
Jahren war kaum mehr etwas davon festzustellen. Lediglich in
zwei Fällen wurden Stereotype über Lehrpersonen aktiviert.
Der erste stammt aus der Feder eines abtretenden Chefredaktors, der eine Gruppe von Lehrpersonen angriff, welche
eine Weiterbildung verweigerte: «Faule Lehrer zerstören die
Volksschule» (TagesAnzeiger, 16.4.2009). Der andere Fall ist
ein Höhepunkt in einer längeren Auseinandersetzung zwischen der Basler Zeitung und dem Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland, wobei hier weniger der Berufsstand als der
Verband und seine Leitung visiert wurden: «Lehrerverein hält
Kinder für Tyrannen» (Basler Zeitung, 16.3.2009).
Kaum negative Pauschalurteile
Diese Beispiele sind wie gesagt Ausnahmen. Nur ein paar
Indizien dazu: Wird das gesamte Sample nach dem Begriff
«Ferientechniker» abgesucht, findet er sich in lediglich acht
Beiträgen, die sich ohne Ausnahme davon distanzieren, und
oft steht der Begriff in Leserbriefen aus der Lehrerschaft:
«Mit der Aussage, dass wir überbezahlte Ferientechniker
sind, haben wir zu leben gelernt» (Basler Zeitung, 17.2.2009).
Auch die Kampfvokabel «Kuschelpädagogik», die in immerhin
rund 50 Artikeln erscheint, bezieht sich – anders als vielleicht
der Begriff suggerieren könnte – nirgends auf die Lehrtätigkeit oder die Unterrichtsgestaltung. Die Frage «Gibt es an
unseren Schulen zu viel Kuschelpädagogik?» wird etwa vom
Präsidenten der SVP Basel-Stadt zwar bejaht; er weist die
Verantwortung aber zu Verwaltung und Politik: «Als wären die
Anforderungen an sie [die Lehrpersonen] nicht schon hoch
genug, werden sie noch ständig von einer Flut von integrativen
Kuschelprojekten überschwemmt, die ständig ändern oder
angepasst werden.» (Basler Zeitung, 25.8.2009)
Wenn nun die praktische Abwesenheit von negativen Pauschalurteilen über die Lehrerschaft festgestellt werden kann,
so bedeutet das nicht, dass die Berufsgruppe der Lehrpersonen über ein strahlendes Image verfügen würde oder dass
diese Stereotype nicht reaktiviert werden können. Im aktuellen Problematisierungsprozess wird jedoch die Verantwortung
an andere Gruppen übertragen.
Lehrer als Opfer?
Alte Vorstellungen vom Schulmeister als Täter an Kinderseelen und des rundum privilegierten Staatsbeamten wurden
mittlerweile durch das Bild vom Opfer von Sparmassnahmen,
Sitzungen und Papierkriegen, schwierigen Kindern und Eltern
sowie von vielen unbewältigten Reformen ersetzt. Die Täterrolle wird heute vielmehr «anonymen Bildungsbürokraten»,
«welt- und praxisfremden Experten» oder den Bildungspolitikern allgemein zugewiesen. Auch diese Einschätzungen
finden sich nicht nur im konservativen Diskurs. Gleichzeitig
und angesichts der alarmierenden Studien und Stellungnahmen aus den Berufsverbänden auch verständlicherweise
verschlechterte sich das Image des Berufs. Besonders 2009
erscheinen zahlreiche Resolutionen von Verbänden, eine
vielbeachtete Arbeitszeitstudie und Reportagen, welche die
Belastungen hervorheben. Die dramatischen Beschreibungen
des Berufsalltags (vgl. z.B. «Warum ich nicht mehr Lehrer
bin», Das Magazin, 3.10.2008) erscheinen angesichts des
Lehrermangels jedoch mindestens als zweischneidig.
In den Medien erscheinen Lehrpersonen nicht mehr
als einfache Lehrcomputer, denen ohne weiteres ein neues
Programm geladen werden kann. Die Lehrerschaft wird
aber auch als potenzielle Koalitionspartnerin in kommenden schulpolitischen Kontroversen gesehen. Nachdem die
letzten anderthalb Jahre durch die teilweise erfolgreiche
Abwehr von Reformen geprägt waren, ist es nicht sehr spekulativ anzunehmen, dass für die nähere Zukunft schulische
«Gegenreformen» unterwegs sind. Es ist naheliegend, dass
konservative Reformgegner die Lehrerschaft als potenzielle
und öffentlich glaubwürdige Verbündete für diese zukünftigen
Diskussionen sehen.
Es wird in diesen bereits einsetzenden Diskussionen auch
vermehrt um die Rolle der Lehrpersonen und ihre Zuständigkeiten gehen: Wie sollen sie ausgebildet werden? Braucht die
Schule nun eher professionelle Experten in Sachen Wissensund Kompetenzvermittlung oder doch eher geborene und
berufene Pädagogen mit Charisma und Führungsqualitäten?
Das wird wohl eine der Kontroversen der näheren Zukunft
sein. In diesem Zusammenhang wird gerne gesagt, dass die
Schule kein geeigneter Hintergrund für politische und ideologische Auseinandersetzungen sei. Das Gegenteil ist der Fall:
Gerade die Volksschule, in der sich unterschiedlichste Erwartungen, Welt- und Gesellschaftsbilder bündeln, ist und war
eine perfekte Projektionsfläche für emotional aufgeladene
Kontroversen. Es gab lediglich Zeiten, da stand sie weniger im
Fokus. Eine andere Frage ist, wie viel davon der Schule gut tut.
Bibliographie
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Schulentwicklung und Qualitätsmanagement im 21. Jahrhundert,
15 –27. Zürich: Universität Zürich, Pädagogisches Institut, Forschungsbereich Schulqualität & Schulentwicklung.
Jung, Matthias / Wengeler, Martin / Böke, Karin (1997): Die Sprache
des Migrationsdiskurses. Das Reden über «Ausländer» in Medien,
Politik und Alltag. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Rhein, Valérie / Reck Schöni, Yvonne (2010): Im Gespräch mit Roland
Reichenbach. In: Basler Schulblatt 8, 13 –15.
1 Die Ausführungen basieren auf der Medienanalyse «Bildung, Schule
und Öffentlichkeit» von Sonja Plüss und Boris Boller. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts der PH Bern wurde die gesamte Bildungsberichterstattung von 22 Printmedien aller drei Sprachregionen von
Juli 2008 bis Dezember 2009 quantitativ erfasst, und einzelne Bildungsthemen wurden diskursanalytisch untersucht.
2 Diskurs wird hier grob verstanden als Gesamtheit von aufeinander
verweisenden Aussagen, die ein Thema in der Öffentlichkeit definieren
(vgl. Jung, Wengeler und Böke 1997).
Bilder der Bildung Boris Boller
11
Die Medienberichterstattung zeichnet von Pädagogischen Hochschulen das Bild produktiver Nachwuchs­schmieden,
sieht diese aber auch als willfährige Erfüllungsgehilfen einer bildungspolitischen «Reformitis». Zudem ist sie stark
personalisiert und orientiert sich an regionalen Strukturen. Dadurch entstehen Differenzen zwischen dem medialen
Fremdbild und dem Selbstbild der Institutionen der Lehrerbildung. Für eine entsprechende Profilierung der PH werden
zusätzliche Kommunikationsengagements in bildungspolitischen Netzwerken nötig sein.
«Es wird reformiert, und keiner weiss es»
Pädagogische Hochschulen im Spiegel der Medien
Peter Stücheli-Herlach, Katharina Urbahn und Angelica Hüsser
Pädagogische Hochschulen (PH) sind verantwortlich für die
Bildung der Zukunft. In der Öffentlichkeit sind sie damit besonders exponiert und angreifbar (1). Eine empirische Analyse
zeigt, dass die von Personalisierung und Regionalisierung
geprägte Medienberichterstattung die PH vor allem bezüglich
institutioneller Fragen berücksichtigt. Typischerweise werden
sie dabei in der Rolle von Nachwuchsschmieden und Bühnen
für Bildungsprozesse, aber auch von Vollzugsgehilfen und
Entwicklungs-Labors für die Bildungsreformen beschrieben
(2). Bei der Entwicklung der Kommunikation der Pädagogischen Hochschulen dürfte die Zusammenarbeit in bildungspolitischen Netzwerken bedeutsam sein (3).
1. Die Relevanz der Öffentlichkeit
Öffentlichkeit, das sei die «Einsamkeit aussen», sagte Max
Frisch einmal (Frisch 1967: 56). Zwar träumen wir immer
wieder davon, dass unsere Informationen und Positionen
dank der Massenmedien weit verbreitet werden. In Tat und
Wahrheit erleben wir immer auch das Gegenteil: Eine «Veröffentlichung» kann zur Verkürzung und Umdeutung von
Anliegen, zu Missverständnissen und zu Widerstand führen.
Das gilt für die Ära digitaler, medienkonvergenter Öffentlichkeit mehr denn je. Die Vervielfältigung von Botschaften
in der Presse, die inzwischen täglich mehrmals erfolgt, und
die sekundenschnelle Vervielfältigung im weltweiten Netz
schaffen für die Kommunikation neben Chancen auch enorme
Risiken. Im Zeitalter der Mediendemokratie (Schulz 2008, S.
31) bedeutet Bekanntheit immer auch Angreifbarkeit. Für Pädagogische Hochschulen ist dieser Zusammenhang existenziell. Nach dem Willen der Öffentlichkeit wurden sie geschaffen,
und von dieser Öffentlichkeit erhielten sie ihren Auftrag. Das
Gut, das sie mehren sollen – die Bildung – ist ein öffentliches
Gut: Es soll allen zugänglich sein, und es unterliegt der laufenden Beurteilung in der öffentlichen Debatte.
Von zentraler Bedeutung ist deshalb die Frage, wie es sich
mit der Bekanntheit und mit der Angreifbarkeit Pädagogischer
Hochschulen in der Öffentlichkeit verhält – sprich: Wie ihre
Leistung dort beurteilt und wie ihre Rolle definiert wird. «Leh-
12
Podium Pestalozzianum 2010
rerbildung: Es wird reformiert, und keiner weiss es.» (MLZ,
4.11.2010) – eine solche Schlagzeile ist gleich doppelt problematisch: Setzt sich diese «Geschichte» in den Spalten, Blogs
und Köpfen fest, haben Pädagogische Hochschulen nicht nur
ein Bekanntheits-, sondern auch ein Legitimitätsproblem.
Auf Anregung des Forums Lehrerinnen- und Lehrerbildung Lenzburg und mit finanzieller Unterstützung der Stiftung
Pestalozzianum Zürich haben wir im Jahr 2010 das Bild untersucht, das Printmedien von deutschschweizerischen Pädagogischen Hochschulen (PH) während eines Jahres gezeichnet
haben. Dabei interessierte nicht nur Form und Ausmass der
Präsenz der PH in den Medien, sondern auch die Rolle, die
den PH in diesen Medien zugeschrieben wird. Denn es ist
ein Unterschied, ob eine PH als Kompetenzzentrum für den
Bildungsfortschritt oder als Nährboden für die bildungspolitische Reformitis dargestellt wird. Je nachdem erscheint ihre
Leistung in einem anderen Licht – und die Bereitschaft, sie zu
unterstützen, dürfte davon nicht unberührt bleiben.
Solche Zuschreibungen erfolgen mittels Schlagzeilen und
Stereotypen, die nach bestimmen Erzählmustern gestrickt
sind. Medienproduzenten und Medienrezipienten ziehen sie
bei, um in einer unübersichtlich gewordenen Welt ein Minimum an Übersicht zu wahren beziehungsweise zu schaffen.
Dieser öffentliche «Sinn», den das mediale «Public Storytelling» bestimmten Themen in der Öffentlichkeit verleiht (Perrin
et al. 2010), hat wenig mit dem Sinn für wissenschaftliche
Wahrheit zu tun. Es geht um eine Sinnproduktion unter den
Bedingungen hoher Komplexität, eines Überschusses an Information und enormer zeitlicher, inhaltlicher und ökonomischer Restriktionen.
2. Präsenz und Rolle der PH in der Presse
Wie sieht also die quantitative Präsenz ausgewählter PH in
der gedruckten Presse aus? Welche Titel sind es, die über die
PH berichten? In welchen thematischen Kontexten werden die
Hochschulen genannt? Und welches sind typische Rollenbilder, die in den Erzählmustern über die PH verwendet werden?
In unserer Studie haben wir uns mit diesen Fragen ausein-
ander gesetzt. Wir haben dazu die Berichterstattung über
verschiedene PH im Zeitraum zwischen dem 1. April 2009
und dem 31. März 2010 analysiert; berücksichtigt wurden die
PH von Zürich (PHZH), St. Gallen (PHSG), der Zentralschweiz
(PHZ) sowie der Nordwestschweiz (PH FHNW). Herangezogen
wurden Schweizer Printmedien (Zeitungen, Wochen- und
Monatszeitschriften).
2.1 Mediale Präsenz der PH
Zunächst interessierte die Häufigkeit der Berichterstattung
über die PH. Für den Untersuchungszeitraum konnten insgesamt 554 Artikel eruiert werden (vgl. Abb.1), in denen eine
der vier PH genannt wurde. Die mediale Präsenz zeigte sich
dabei relativ ausgewogen. Die PHSG kam in 96 Artikeln vor,
die PHZH in 92 Artikeln und die PH FHNW in 82 Beiträgen.
Zwar konnte die PHZ mit 284 Artikeln etwa dreimal so viele
Artikel verzeichnen. Wird jedoch berücksichtigt, dass sich
hinter diesem Kürzel die drei Teilschulen Schwyz, Luzern und
Zug verbergen, relativiert sich diese im Vergleich höhere Zahl.
554
600
Anzahl Artikel
500
400
284
300
200
100
0
92
96
82
PHZH
PHSG
PH FHNW
PHZ
Gesamt
Abb. 1: Mediale Präsenz PH vom 1.4.2009 bis 31.3.2010
2.2 Der personalisierte Diskurs
Personalisierung ist ein wichtiges Merkmal der Kommunikationslogik der Mediengesellschaft (Schulz 2008: 65ff.) Mit
einem quantitativen Vergleich der Berichterstattung über
bildungspolitische Expertinnen und Experten einerseits und
über die PH anderseits suchten wir daher nach Hinweisen
zur Frage, ob das auch im bildungspolitischen Diskurs gilt.
Gemäss den Befunden trifft es insofern zu, als dass Personen
wie der Präsident des Lehrer-Dachverbands Beat W. Zemp
(152 Artikel), der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl (124)
und der Entwicklungspädiater Remo Largo (115) häufiger
in den Medien vorkamen als die einzelnen PH für sich (die
PHZ ausgenommen). Dass einige der untersuchten Exponenten institutionell in PH eingebunden sind, wird nur aus
wenigen Medienbeiträgen ersichtlich. So wird der an der
PHZH arbeitende Allan Guggenbühl in nur 5 von 124 Artikeln
mit «seiner» PH in Verbindung gebracht. Zusammenfassend
kann vermutet werden, dass die Personalisierung auch für
den Bildungsdiskurs eine der prägenden Tendenzen ist. Ein
Grund dafür ist die Tatsache, dass Einzelpersonen die Medien
prägnanter und rascher mit jeweils passenden Stellungnahmen und Quotes beliefern können, als dies für grössere
Institutionen möglich ist.
2.3 Der regionalisierte Diskurs
Die Analyse der 554 Artikel zeigt weiter, dass regionale Tageszeitungen als «Leitmedien» der PH-Berichterstattung gelten
können. Über die PHZH (92 Artikel) berichten am ehesten der
TagesAnzeiger (16), die Neue Zürcher Zeitung (15) und der
Landbote (15). Im Falle der PHZ (284 Beiträge) greifen am
ehesten die Neue Luzerner Zeitung (175), der Willisauer Bote
(25) sowie die Zürichsee-Zeitung (18) Themen der Hochschule
auf. Die Aargauer Zeitung/Mittelland-Zeitung (MLZ) (17), die
Basler Zeitung (14) und das Oltner Tagblatt/MLZ (10) veröffentlichen am meisten Artikel über die PH FHNW (82). Eine
besondere Fokussierung auf ein einzelnes regional führendes
Printmedium findet bei der PHSG statt. 82 von 96 Artikeln über
diese PH erschienen im St. Galler Tagblatt. Diese Befunde
lassen sich nicht nur dadurch erklären, dass der Diskurs
über die PH, bedingt durch das föderalistische Schweizer
Bildungssystem, stark regional geprägt ist. Ins Gewicht fällt
auch die Tatsache, dass die hier untersuchte Schweizer Printmedienlandschaft eine stark regional geprägte Landschaft ist.
2.4 Der institutionelle Diskurs
Wird der zeitliche Verlauf der Berichterstattung über die
PH betrachtet, so liegt die Vermutung nahe, dass es im Zusammenhang mit den kantonalen Abstimmungen über das
HarmoS-Projekt Spitzen in der Berichterstattung gibt. Denn
dieses Projekt war aus bildungs-, reform- und föderalismuspolitischen Gründen umstritten. Diese Annahme hat sich in
der Analyse nicht bestätigt. Über das ganze Berichterstattungsjahr hinweg konnte nur eine einzige quantitative Spitze
erhoben werden. Diese bezog sich auf die PHZ und die dortige Diskussion um das Konkordat der Trägerkantone. Allein
im März 2010 wurden hierzu in verschiedensten Medien 55
Artikel publiziert.
Das lässt die Vermutung zu, dass der Mediendiskurs
über die PH stärker von institutionellen als von bildungsund reformpolitischen Fragen im grösseren Zusammenhang
geprägt ist. Diese Vermutung hat sich in der Analyse der
Berichterstattung nach thematischen Kriterien (vgl. Abb. 2)
bestätigt. Dominierende Themen sind – neben dem genannten Innerschweizer Konkordat – allgemeine Fragen der Berufsausbildung, die Nennung von PH als Ausbildungs- und
Arbeitsort von Personen, eigene Projekte und eigene Bildungsengagements sowie die Zahl von Studienanfängern und
-abgängern. Unterscheidet man verschiedene Ebenen des
Bildungsdiskurses nach den «grossen Fragen» der gesellschaftlichen Problemstellungen und systemischen Strukturen
einerseits und den detaillierten institutionellen sowie umsetzungstechnischen Fragen anderseits (Fischer 2003: 191ff.), so
ist die PH-bezogene Berichterstattung damit vor allem den
detaillierteren institutionellen und umsetzungstechnischen
Aspekten gewidmet. Grössere Zusammenhänge politischer
Problemstellungen oder systemischer Strukturen, die durch
Themen wie «Bildungsreformen» und «konkrete pädagogische Fragen und Probleme» erfasst werden können, sind im
medialen PH-Diskurs seltener vertreten. Abb. 2: Siehe nächste Seite
2.5 Ausbildungs-, Experten- und Reformrollen
Nach der quantitativen Analyse der Berichterstattung ging
es in einem weiteren Schritt darum, einen Blick auf typische
Erzählmuster (narrative Strukturen) der medialen Berichterstattung zu werfen (Perrin et al. 2010). Bei welchen Hand-
Bilder der Bildung Peter Stücheli-Herlach, Katharina Urbahn und Angelica Hüsser
13
Berufsausbildung allgemein; 48
Nennung PH im Kontext von
(ehemaligen) Studierenden
und Lehrpersonen; 38
Innerschweizer Konkordat; 89
PH-eigenes Projekt
im Zentrum; 61
Bildungsengagement PH
(Preise, Auszeichnungen); 23
Sonstiges; 98
Studienanfänger/-abgänger
(Info PH); 39
Übrige Themen; 21
Berufsbild und -realität
von Lehrpersonen; 20
Konkrete pädagogische
Fragen und Probleme; 43
Bildungsreformen; 21
Finanzpolitik; 29
Evaluationsaufträge von
Bund o. Kanton; 24
Abb. 2: Berichterstattungsthemen und PH (n=554)
lungen und im Kontext welcher Schauplätze und Ereignisse
werden PH beobachtet? Lassen sich typische Rollenbilder für
die Darstellung der PH identifizieren? Durch die qualitative
Analyse dieser Fragen lässt sich das «Medienbild» (Schulz
2008: 66) der PH weiter schärfen, und es ergeben sich Hinweise auf mögliche Formen der Anschlusskommunikation
im Publikum.
Für einzelne Themen der Berichterstattung können typische Rollenbilder für die PH identifiziert werden. Geht es um
Themen der Ausbildung von Lehrpersonen, so erscheinen die
PH wiederholt in der Rolle von «intelligenten Maschinerien
des Ausbildungssystems»: Sie handeln nicht aus eigenem
Antrieb, sondern führen erfolgreich jene Programme aus,
die im politischen System beschlossen wurden. Ein Beispiel
für die Verwendung dieses Rollenbildes: «Die Lehrerbildung
ist landesweit im Umbau. Und die vier Nordwestschweizer Kantone spielen dabei eine Pionierrolle. Hier wurden
… Lehrerausbildungen vereinheitlicht. Ab Herbst 2009 gibt
es unter dem Dach der PH nur noch …» (BaZ: «Ab Herbst
gibt es vier einheitliche Studiengänge für die Volksschule»,
Infokasten, 5.9.2009). In der Berichterstattung über die Ausbildung findet sich auch das Rollenmuster der «produktiven
Nachwuchsschmieden». Es wird verwendet um zu zeigen,
dass PH ein Ort sind, an dem künftige Lehrpersonen stark
gefordert werden, um sich im künftigen Beruf bewähren zu
können. Ein Beispiel: «Kaum angefangen, schon müssen die
künftigen Seklehrerinnen ... selbst handeln ... Die Lektionen
müssen die angehenden Lehrkräfte selbst vorbereiten – nicht
unpraktisch, wenn sie aus eigener Erfahrung wissen, welche
Experimente sich für Demonstrationen eignen.» (SGT: «Wein
unter die Lupe nehmen», 15.10.09)
In der Berichterstattung um eigene Projekte erscheinen
PH häufig als «Zentren angewandter Expertise». Hier arbeiten kompetente Fachleute daran, Wissen über die Bildung zu
14
Podium Pestalozzianum 2010
erarbeiten und zu dokumentieren. Auffallend ist dabei, dass
die Expertise zu aktuellen Problemstellungen sich häufig in
Form von schriftlichen Publikationen äussert. Dies ist unter
anderem erklärbar aus der Tatsache, dass die Herausgabe
von Büchern, Leitfäden und Dokumentationen einen konkreten Anlass für Medienarbeit und -berichterstattung liefert.
Beispielsweise heisst es in Bezug auf das Pilotprojekt «Früherkennung und Frühintervention» an der PHZH in diversen
Medien: «… Leitfaden erarbeitet …» (Landbote); «Materialien
… verfasst» (ZSZ); «… zu einer 35-seitigen Handreichung
verarbeitet …» (NZZ). Daneben werden PH auch als «Bühnen
für kreative Bildungsprozesse» beschrieben. In dieser Rolle
handeln sie nicht selber, sondern fungieren als Plattformen,
auf denen angehende Lehrpersonen, aber auch Schülerinnen
und Schüler wichtige Erfahrungen machen können: «Während drei Wochen steht die Forscherkiste der PHSG vor der
Schule Untereggen …» (SGT; 10.9.2009: «Forschen mit allen
fünf Sinnen»); «Im Park des Klostergebäudes ... der PHSG ...
stellen sich Primarschüler im Kreis im Schatten der Bäume
auf.» (SGT; 22.6.09)
Geht es um die Berichterstattung über Bildungsreformen,
lassen sich zwei typische Rollenbilder identifizieren. Einerseits werden die PH in diesem Kontext als Akteure beschrieben, die im Auftrag eines als übertrieben wahrgenommenen
politischen Reformeifers handeln (Rollenbild der «Vollzugsgehilfen der Reformitis»). Ein Beispiel: «Weniger Praxis in
der Ausbildung bedeute mehr überforderte Junglehrer und
mehr Chaos im Schulzimmer, sagen Kritiker schon seit Langem. Nun kürzt die FHNW die Praktikumszeit aber trotzdem
– entgegen früheren Ankündigungen.» (BaZ: «Bei Lehrern
wird die Praxis zur Theorie», 5.9.09). Anderseits treten PH
als «Labors für den Bildungsfortschritt» auf den Plan: Nach
diesem Muster werden sie typischerweise beschrieben, wenn
sie mit ihren Aktivitäten zur Erhellung wichtiger Zusammen-
hänge der Bildung beitragen beziehungsweise wenn sie der
Schauplatz sind, an dem Bildungsfachleute dies tun. Ein
Beispiel: «… ist der strategische Entscheid in der Schulpflege
gefallen … ‹probten wir in Zusammenarbeit mit der PHZH
neue Unterrichtsformen›, sagt Schulleiterin XY.» (Landbote:
«Bald gibt es keine ‹Drittklässler› mehr», 6.5.2009)
3. Perspektiven der Kommunikationsentwicklung
An solche Befunde über das «Medienbild» der PH können
Überlegungen über die öffentliche Positionierung und deren
langfristige Weiterentwicklung anschliessen. Das Bild der
PH und ihres institutionellen Kerngeschäfts, der Lehrerausbildung, ist durchaus präsent; PH profilieren sich als Schauplätze kreativer und fordernder Bildungsprozesse. Fragen
stellen sich in Bezug auf deren Rolle im Reformdiskurs. Hier
erscheint die stärkere Kombination einzelner Muster der
Darstellung als wünschenswert. Näher am Selbstbild der PH
wäre wohl eine Darstellung als Nachwuchsschmieden, die
nicht nur jeweils situativ, sondern auch nachhaltig wirken, als
Bühnen für Bildung, die mit der nötigen Expertise vielfältig
bespielt werden, sowie als Labors für einen Bildungsfortschritt, der auch aus systemischer Perspektive als notwendig
und sinnvoll erachtet wird. Zur Positionierung im medienkonvergenten Bildungsdiskurs werden die Weiterentwicklung der
integrierten Kommunikation und die diskursive politische
Planung und Evaluation in Zusammenarbeit mit bildungspolitischen Netzwerken wichtige Etappen für die PH sein.
Das Projektteam dankt dem Forum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung Lenzburg für die Anregung zur Studie und der Stiftung Pestalozzianum Zürich für die finanzielle Unterstützung.
Quellenhinweise
Fischer, Frank (2003): Reframing Public Policy. Oxford University Press
Frisch, Max (1967): Öffentlichkeit als Partner. Suhrkamp
Perrin, Daniel; Stücheli-Herlach, Peter; Weber, Wibke (2010): Public
Storytelling in konvergenten Medien. In: Jakobs, Eva-Maria et al.
(Hrsg.): Schreiben und Medien. Lang: S. 187–201
Schulz, Winfried (2008): Politische Kommunikation. 2., vollständig über-
arbeitete und erweiterte Auflage. VS-Verlag
Bilder der Bildung Peter Stücheli-Herlach, Katharina Urbahn und Angelica Hüsser
15
Über die Autorinnen und Autoren
Thomas Hermann
Dr. Thomas Hermann studierte Anglistik, deutsche Literatur und Medienpädagogik. Er ist Dozent im Fachbereich Medienbildung an der PH Zürich
und Co-Leiter der Forschungsgruppe
BildMedienBildung. Dort interessiert
er sich für die Potentiale des Bildes
als Gegenstand und Methode in pädagogischen Kontexten. Er ist neben der Forschung in der
Ausbildung und am Schreibzentrum der PH Zürich tätig. Sein
Referat basiert auf einer kürzlich durchgeführten Studie zur
visuellen Darstellung von Schule und ihren Akteuren in der
Deutschschweizer Tages- und Sonntagspresse.
Norbert Grube
Dr. Norbert Grube studierte Geschichte und Germanistik. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der
Abteilung Forschung und Entwicklung an der PH Zürich und Kernmitglied der Forschungsgruppe BildMedienBildung. Dort interessiert er
sich u.a. für historische Bezüge und
Erklärungsansätze in der Bildanalyse. Er ist neben der Forschung auch in der Ausbildung tätig und wirkt im NF-Projekt
der Edition der Briefe an Pestalozzi mit.
Boris Boller
Dr. Boris Boller studierte in Freiburg
Ethnologie, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und promovierte dort in Sozialanthropologie. An
der PH Bern leitete er die Forschung
«Schule, Bildung und Öffentlichkeit.
Eine Inhalts- und Diskursanalyse der
Schweizer Presseberichterstattung
zum Bildungswesen», in deren Rahmen die Diskurse über
Lehrpersonen und Schulreformen von 2008 bis 2009 untersucht wurden. Neben seiner Forschungstätigkeit unterrichtet
er sozialwissenschaftliche Methodik an Fachhochschulen.
16
Podium Pestalozzianum 2010
Peter Stücheli-Herlach
Dr. Peter Stücheli-Herlach ist Leiter
Beratung und Dozent für Organisationskommunikation am IAM Institut
für Angewandte Medienwissenschaft
der ZHAW Zürcher Hochschule für
Angewandte Wissenschaften in Winterthur. Seine Forschungsgebiete
sind die Politische Kommunikation,
die Behördenkommunikation, die Kommunikationsberatung
sowie Public Storytelling in Convergent Media. Er ist ehrenamtlicher Präsident der Stiftung Pestalozzianum in Zürich.
Katharina Urbahn
Katharina Urbahn, diplomierte Kommunikatorin und Kommunikationswirtin (FH), ist wissenschaftliche
Mitarbeiterin am IAM Institut für
Angewandte Medienwissenschaft
der ZHAW Zürcher Hochschule für
Angewandte Wissenschaften in Winterthur. Katharina Urbahn ist CoManagerin des Bachelorstudiengangs Kommunikation und
Kursmanagerin des Weiterbildungskurses CAS Politische
Kommunikation. Darüber hinaus ist sie in der Beratung des
IAM tätig.
Angelica Hüsser
Angelica Hüsser ist Kommunikatorin FH und arbeitet als wissenschaftliche Assistentin Forschung
am IAM Institut für Angewandte
Medienwissenschaft der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte
Wissenschaften in Winterthur. Ihre
Forschungsschwerpunkte sind Wissenschafts- und Gesundheitskommunikation.
Bisherige Podien
Podium Pestalozzianum 2009
Schaffen wir die Integration?
Publizistik und Pädagogik im Dialog. Podiumsdiskussion zur
Frage der gesellschaftlichen und schulischen Integration mit:
Roger de Weck Publizist, Zürich
Winfried Kronig Professor für Pädagogik, Universität Freiburg
Gita Steiner-Khamsi Professorin Erziehungswissenschaften,
Columbia University New York
Podium Pestalozzianum 2008
Wankt die Volksschule?
Politik und Pädagogik im Dialog: Podiumsdiskussion zur
Frage der freien Schulwahl mit:
Jacqueline Fehr Nationalrätin, Vizepräsidentin SP Schweiz
Lucien Criblez Professor für Pädagogik, Universität Zürich
Filippo Leutenegger Nationalrat FDP
Margarita Müller Vizepräsidentin «elternlobby schweiz»
Podium Pestalozzianum 2006
Über den kulturellen Bildungsauftrag der heutigen
Schule!
Kultur und Bildung im Dialog: Gespräch über den kulturellen
Bildungsauftrag der Schule mit:
Fredi M. Murer Filmemacher
Philipp Gonon Professor für Berufspädagogik,
Universität Zürich
Podium Pestalozzianum 2005
Welches Wissen braucht die Zukunft?
Wirtschaft und Bildung im Dialog: Gespräch über die Bedeutung der Bildung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche
Entwicklung mit:
Daniel Vasella Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Novartis AG
Barbara Häring Nationalrätin, Universitätsrätin
Weitere Informationen und Videos von Kurzreferaten der Podiumsteilnehmer/innen: www.pestalozzianum.ch ➞ Podium
Pestalozzianum
Podium Pestalozzianum 2010
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Die Stiftung Pestalozzianum
Die Stiftung Pestalozzianum für Bildung, Jugend und Dialog
ist ein Gemeinschaftswerk des Kantons Zürich, der Pädagogischen Hochschule Zürich und von derzeit 200 Kollektiv- und 600 Einzelmitgliedern der Förderungesellschaft. Mit
vier Aktivitäten fördert die Stiftung die Volksschule und den
Bildungsdialog:
Das Podium Pestalozzianum ist jährlich ein- bis zweimal
einem aktuellen Thema gewidmet und versammelt jeweils
über hundert Interessierte zum lebhaften Dialog.
Die Preise Pestalozzianum würdigen Verdienste für die
Bildung (Bildungspreis) und herausragende Arbeiten Studierender an der Pädagogischen Hochschule Zürich (Studienpreise).
Die Publikationen Pestalozzianum fördern den Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch auf gedruckten und elektronischem Weg.
Die Projekte Pestalozzianum fördern innovative Vorhaben,
welche dazu dienen, das Bildungsverständnis und das pädagogische Wissen in der Öffentlichkeit zu vertiefen.
Informationen über die Stiftung, ihre Aktivitäten und eine
Mitgliedschaft in der Fördergesellschaft finden Sie unter
www.pestalozzianum.ch.
Der Stiftungsrat
Dr. Peter Stücheli-Herlach Dozent für Organisationskommunikation, Kommunikationsberater, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Präsident)
Prof. Dr. Walter Bircher Rektor der Pädagogischen Hochschule Zürich
Fabiola Curschellas Widmer Primarlehrerin
Prof. Dr. Philipp Gonon Professor für Berufspädagogik an
der Universität Zürich
Marion Heidelberger Primarlehrerin und Sonderpädagogin,
Vizepräsidentin LCH
René Kappeler Sekundarlehrer
Urs Meier Stellvertretender Amtschef Volksschulamt, Ver­
treter der Bildungsdirektion
Carolina Müller-Möhl Politologin, Präsidentin Müller-Möhl
Group
Prof. Stefan Rubin Mittelschullehrer und ehemaliger Präsident der Schulsynode des Kantons Zürich
Barbara Schäuble-Althaus Ehemaliges Vorstandsmitglied
Verband Zürcher Schulpräsident /-innen
Dr. sc. techn. Anton E. Schrafl
Rolf Wolfensberger, Architekt Mitglied des Vorstands der
Elternorganisationen im Kanton Zürich
Geschäftsführung
Prof. Dr. Rudolf Isler Dozent für Allgemeine und Historische
Pädagogik, PH Zürich
Franziska Agosti Sachbearbeiterin PH Zürich
18
Podium Pestalozzianum 2010
© 2011 Stiftung und Gesellschaft Pestalozzianum und
Verlag Pestalozzianum an der Pädagogischen Hochschule
Zürich, www.verlagpestalozzianum.ch
Die Publikation erscheint als Gratis-Beilage von ph|akzente
3 /2011 und ist beim Verlag Pestalozzianum, im Lernmedienshop der Pädagogischen Hochschule Zürich sowie im
Buchhandel zum Preis von 10 Franken zu beziehen.
Lektorat
Rudolf Isler
Beratung
Mediendesign-Atelier IAM, Institut für Angewandte Medienwissenschaft, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW
Gestaltung
AnnA Raussmüller, Raussmüller Grafik Design
ISBN 978-3-03755-133-2
Das Thema
Unter dem Titel «Bilder der Bildung: Wie Medien die Schule
zeigen» wurden am Podium Pestalozzianum 2010 in knapper Form drei wissenschaftliche Studien vorgestellt und
anschliessend von Experten und Expertinnen diskutiert.
Die Studien
Ein ambivalentes Rollenbild: Zur bildlichen Präsenz und
Darstellung von Lehrpersonen in der Presse (Thomas Hermann / Norbert Grube)
Imagewandel von Lehrberuf und Schulreformen in der
Öffentlichkeit (Boris Boller)
«Es wird reformiert, und keiner weiss es» Pädagogische
Hochschulen im Spiegel der Medien (Peter Stücheli-Herlach / Katharina Urbahn / Angelica Hüsser)
Die Podiumsteilnehmenden
Urs Bühler Redaktor NZZ
Lucia Clement Bildredaktorin BLICK
Lilo Lätzsch Präsidentin ZLV
Chantal Galladé Nationalrätin
Peter Stücheli-Herlach Kommunikationswissenschaftler
Cornelia Kazis Radio DRS (Gesprächsleiterin)
Die Stiftung
Die Stiftung Pestalozzianum für Bildung, Schule und Dialog
engagiert sich für eine starke Volksschule und ein leistungsfähiges öffentliches Bildungswesen. Sie führt Menschen
zusammen, die an Bildung, Erziehung und Bildungspolitik
interessiert und beteiligt sind. Sie fördert damit den Erfahrungsaustausch und den Dialog zwischen Pädagogik und
Politik, Schule und Medien, Lehrenden und Forschenden.
Dabei ist die Stiftung einer modernen, aufgeklärten, historisch reflektierten Pädagogik verpflichtet, die den Menschen
ins Zentrum stellt.
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Podium Pestalozzianum 2010
ISBN 978-3-03755-133-2
Pädagogische Hochschule Zürich
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